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[00:00:03]

Hamburg Herzlich willkommen zu den wichtigsten Geschichten vom Tag in unserer Stadt. Ich bin Oliver Wittke. Hallo?

[00:00:11]

Es ist viel mehr möglich als derzeit genehmigt. Unser Bürgermeister hat immer seinen weißen Kittel an, aber wir haben eben kein Oberarzt gewählt als Bürgermeister, sondern jemand, der unsere Stadt lenkt und leitet und durch die Krise chauffiert der Herr Veranstaltungs, Unternehmer Uwe Bergmann, der Bürgermeister und das Coruña Management. Dabei hat Peter Tschentscher heute viele, viele Stunden lang mit seinen Amtskollegen aus den Ländern und mit der Bundeskanzlerin über genau solche Fragen beraten. Wie kann man die Balance finden zwischen Verbieten und Erlauben und Ermöglichen?

[00:00:43]

Das ist ein Thema in unserem Podcast. Außerdem geht es um die Frage, ob im öffentlichen Dienst in Hamburg Streiks drohen. Wir schauen auf den Streit um den Bau der in Wandsbek. Das und mehr gibt's von heute, Donnerstag, den 27. August.

[00:00:57]

Der Tag hat die Infos von 0,3.

[00:01:02]

Journalismus, das heißt manchmal auch einfach nur warten, dass was passiert. Heute haben wir zweieinhalb Stunden lang gewartet, um zu erfahren Was kommt raus bei der großen Runde von Bürgermeister Peter Tschentscher und den Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Merkel in Sachen Corona. Es sollte ja bundesweit möglichst einheitliche Regeln geben. Das Ding ist Stand 17 Uhr zur Veröffentlichung dieses Podcast noch immer nicht so richtig offiziell, aber manches ist schon durchgesickert. Und mein Kollege John Paul, unser Gesundheitsexperte, hat das mal zusammengetragen.

[00:01:33]

Was sind die wichtigsten Punkte in Sachen durchgesickert? Du hast das gesagt. Es war ja der Plan, dass es möglichst eine einheitliche Linie in ganz Deutschland gibt. Diese einheitliche Linie wird es wahrscheinlich bei den Bußgeldern geben. Wer keine Maske trägt. Mindestens 50 Euro sollen gezahlt werden. Keine einheitliche Linie wird es aber wohl geben. Bei privaten Feiern. Da war im Raum die Idee, private Feiern nur bis 25 Leuten zu erlauben. Das ist offenbar vom Tisch.

[00:02:03]

Dafür hatte sich ja auch der Erste Bürgermeister stark gemacht. Hat gesagt Coruna funktioniert ja überall gleich. Ist das jetzt irgendwie ein Problem, wenn das in dem einen Bundesland anders läuft als im anderen?

[00:02:14]

Das werden wir sehen. Ob das zu einem Problem wird? Wichtig ist ja vielleicht erst mal, dass in Norddeutschland die norddeutschen Bundesländer eine Einigung finden, dass man nicht an der Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg. Wir haben ja auch Kollegen zum Beispiel, die in Schleswig-Holstein nicht wissen, was sie tun sollen. Das ist zumindest in Norddeutschland eine einheitliche Regelung geben sollte. Das ist schon mal ganz ehrlich gesagt Ich verstehe die Ministerpräsidenten in Flächenländern mit ganz wenig. Coruña. Warum sollten wir die gleichen Regeln haben wie in einer Großstadt wie Hamburg?

[00:02:45]

Das kann man nicht ganz vom Tisch weisen, obwohl auch Tschentscher Recht hat. Das ist eben die Schwierigkeit.

[00:02:49]

Es muss abgewogen werden, und ein ganz großes Thema waren ja auch die Quarantäne. Regeln für Rückkehrer zeichnet sich da etwas ab?

[00:02:56]

Da hat sich etwas abgezeichnet. Da hat sich wohl Peter Tschentscher mit seinem Vorschlag tatsächlich durchgesetzt, so wie schon bei den Gesundheitsminister. Die haben das ja auch schon beschlossen. Also wer aus einem Risikogebieten zurückkommt, der muss fünf Tage in Quarantäne, bevor er sich frei testen lassen kann. Bisher ist es ja so, dass man sofort frei testen lassen kann und im Prinzip nur bis Testergebnis in Quarantäne muss. Jetzt erst einmal fünf Tage Quarantäne. Da waren ja vor allen Dingen auch die Tourismusbranche total dagegen.

[00:03:25]

Vielen Dank. Und jetzt ist ein anderer Kollege noch zu uns gekommen. Peter Feda Der war eben auf einer Pressekonferenz der Gewerkschaft Verdi.

[00:03:34]

In der Korona machen sich viele Menschen Sorgen um ihren Job, um ihre Existenz. Gleichzeitig beginnt die Tarifrunde im öffentlichen Dienst, und die Gewerkschaft sagt Wir wollen mehr Geld. Wie passt das zusammen?

[00:03:46]

Für die Gewerkschaften, die sagen, wir vertreten hier in Hamburg 45 000 Jobs, und im öffentlichen Dienst ist das in Hamburg sehr, sehr weit gestreut. Es ist nicht so, wie man sich das vielleicht vorstellt. Das sind die Beamten, die im Büro sitzen, sondern das sind zum großen Teil viele von denen, die wir vor zwei, drei Monaten auf der Höhe der Krise beklatscht haben, abends am Fenster und besungen haben. Da sind zum Beispiel die Pfleger in den Krankenhäusern der Asklepios Häuser, und im UKE gehören dazu unter anderem auch einen Job, mit dem ich persönlich wirklich nicht tauschen.

[00:04:15]

Das sind die Kollegen der Stadtreinigung, und die haben echten Knochenjob. Zum Teil, sagt Hahn, der Personalrat bei der Stadtreinigung.

[00:04:21]

Wir haben ja die unterschiedlichsten Qualitäten. Wir haben teilweise auch noch Kellerräume, wo Müll Gefäße aus dem Keller geholt werden müssen. In Hamburg aber eine, sage ich mal in den Grenzbereichen Volksdorf, Bergstedt oder sonst was. Da sind schon Touren, die sind über 100 Kilometer lang. Die Kollegen laufen müssen. Mit ein paar hundert Behältern. Das ist eine echt hohe körperliche Belastung.

[00:04:42]

Und das muss man ja auch mal sagen. Die sind draußen bei jedem Wetter. Mit dem möchte ich wirklich nicht tauschen.

[00:04:47]

Was fordert Ver.di denn nun für diese Tarifrunde? Es geht um 4,8 Prozent mehr Geld. Außerdem soll es geben mindestens 150 Euro mehr. Insbesondere diese konkrete Zahl gibt es immer damit die unteren Lohngruppen. Profitieren. Und wie ernst ist das gemeint? Wird da auch richtig gestreikt? Vor der ersten Tarifverhandlungen am nächsten Dienstag noch nicht. Danach hat die Gewerkschaft lässt sich ja noch nicht so richtig in die Karten gucken, damit wir nicht heute schon berichten und die Arbeitgeber sich dann darauf einstellen können.

[00:05:17]

Wer die hat aber auch gesagt. Wir sehen das schon, dass es ja einen besonderen Bedarf gibt. Nach Coruna zum Beispiel eine Intensivstation im Krankenhaus oder auch im Kita Bereich, wo viele Eltern monatelang im Grunde ihre Kinder sowieso nur in Betreuung geben konnten. Da soll das nicht sich so stark auswirken.

[00:05:33]

Jetzt habe ich als Außenstehender immer das Gefühl, das uralte eingefahrene Rituale. Da wird mächtig auf den Tisch getrommelt. Das dauert dann zwei Wochen, zwei Monate, und irgendwann einigt man sich doch in der Mitte. Du hast ja nun viele Tarifrunden erlebt, nicht am Tisch selbst, aber draußen vor der Tür.

[00:05:48]

Als Journalist ist das so, um das Phrasenschwein zu bedienen. Klappern gehört zum Handwerk. Das gehört ja auch für eine Gewerkschaft dazu, dass da dieses Hin und Her, dieses Tauziehen natürlich für Außenstehende wirklich so wirkt. Haben Sie das nicht vorher schon, und jetzt macht sie drei Wochen oder drei Monate? Mag vielleicht manchmal so scheinen, aber es sind ja wirklich die Details, die dann noch besprochen werden.

[00:06:09]

Man sieht die ja manchmal so richtig empört vor die Kameras treten. Ist das gespielt oder echt? Gute Frage. Die Arbeitnehmervertreter natürlich schon. Denn wenn die Arbeitgeber ankommen und sagen Nee, für euch haben wir einfach nichts zu tun, da ich ja vielleicht auch denken. Wir leisten gute Arbeit, wir machen viele Stunden, und dann heißt es immer Nee, so richtig wertschätzen können wir das nicht. Und für die Arbeitgeberseite ja auch, dass die natürlich auf ihr Geld gucken.

[00:06:33]

Wie gesagt, die Phrase wieder klappern gehört dazu. Und das ist sicherlich vieles auch in der Außendarstellung aus meiner Sicht so, dass man sagt Na ja, ein bisschen Schlagzeilen verdächtig, müssen wir auch arbeiten.

[00:06:41]

Vielen Dank, Peter Fehler. Was uns noch öfter davon berichten in den kommenden Wochen danke. Es waren natürlich noch mehr los in Hamburg. Bei Planten un Blomen sorgt seit einiger Zeit der Plan der Hamburg Messe für Furore. Das alte Café sey, Terrassen abzureißen. Im Bezirk Hamburg-Mitte wollen nun SPD, CDU und FDP mit einem gemeinsamen Antrag diesen Abriss verhindern. Sie fordern, dass zunächst einmal per Gutachten der Erhalt des alten Gebäudes geprüft werden soll. Darüber beraten wird am kommenden Dienstag in der Bezirksversammlung.

[00:07:16]

Die Krise sorgt in der Hamburger Tourismusbranche noch immer für große Probleme. Flughafenchef Michael Eggenschwiler fordert nun, die Coruna Testzentrum am Airport zu erhalten. Seine Sorge Anderenfalls könnte der Flugverkehr noch einmal so einbrechen wie im März oder April in den Hamburger Hotels. Da stehen immer noch sehr viele Betten leer. Der Tourismusverband fordert nun vom Senat einen Masterplan. Es müsse endlich auch wieder gesagt werden, was eigentlich möglich ist.

[00:07:47]

Dieser Forderung schließt sich auch der Hamburger Grossveranstaltungen Uwe Bergmann an und verbindet das mit einer Kritik an Bürgermeister Peter Tschentscher.

[00:07:56]

Unser Bürgermeister ist ja fachkompetenzen, aber wir haben ja nicht gewählt. Dann soll er sich als Arzt bewerben und dann Stellung nehmen. Als Bürgermeister erwarte ich auch, dass man nach vorne denkt und Lösungswege aufzeigt, wie wir hier überleben können. Was ich mir wünsche, ist, dass wir uns zusammentun und ein Konzept entwickeln, ein Fest mit ein Hamburg Festival entwickeln. Nach Coruna Maßnahmen, was nicht an einem Ort auf einem Platz stattfindet, sondern in Hamburg, was wirklich ganz weit gestreut ist.

[00:08:23]

Wie gesagt, so viel Platz nutzen kann, wie es überhaupt geht. Aber eben eine Stimmung in der Stadt hervorruft, die wieder der Aufbruch mit sich bringt und sagt Ja, wir machen was.

[00:08:33]

Die Hamburger Polizei hat in Lokstedt vergangene Nacht möglicherweise einen Serien Brandstifter geschnappt. Zivilfahnder hatten den Mann an einem Müllcontainer beobachtet und fing kurz darauf an zu brennen. Solche Brände, solche Feuer hatte es in Lokstedt in letzter Zeit öfter gegeben. Und jetzt prüfen die Ermittler, ob der 41 jährige Verdächtige mit diesen Taten in Verbindung steht. Bei der Hamburger S-Bahn gab es eine Premiere. Sie hat heute ihren ersten komplett digitalen Zug vorgestellt. Und der soll selbst fahrend auf der Strecke zwischen Bergedorf und der Innenstadt unterwegs sein, allerdings mit einem Fahrer vorne im Führerhaus.

[00:09:09]

Für die hochbelasteten Strecke ist das ein großer Vorteil, findet Verkehrssenator Andreas Tjarks.

[00:09:14]

Der Vorteil dieses Systems in Hamburg das erste Mal in Deutschland einführen ist, dass man viel engere Zugfolge fahren kann und dadurch nicht alle Strecken neu bauen muss, sondern doppelt so viele Züge auf derselben Strecke fahren kann. Wir haben jetzt den ersten Zug ausgerüstet. Wir werden insgesamt vier Züge ausrüsten, und wir werden in wenigen Wochen auch mit dem Testbetrieb starten. Und zum Weltkongreß nächstes Jahr sollen die dann auch mit den Passagieren, den Hamburgerinnen und Hamburger anfangen.

[00:09:37]

Und wir bleiben noch einen Moment bei der S-Bahn. Aber jetzt geht es um eine andere Baustelle. Wenn alles nach Plan läuft, dann fährt am Ende dieses Jahrzehnts eine echte S-Bahn durch den Hamburger Osten. Das wäre für 250 000 Menschen. In Wandsbek oder in Rall steht ein echter Fortschritt, denn dann gibt's Bahnanschluss im Zehn-Minuten-Takt. Der Plan für den ersten Bauabschnitt ist jetzt genehmigt. Aber der gesamte Plan sieht auch vor, dass in Zukunft ein Großteil des Güterverkehrs zwischen Skandinavien und Mitteleuropa durch den Hamburger Osten rollt.

[00:10:10]

Und das ist trotz hoher Lärmschutzwände, die da geplant werden, vielen Anwohnern ein Dorn im Auge. Meine Kollegin Petra Volk Warzen hat einige von ihnen heute besucht.

[00:10:20]

Zwar stehe ich im Garten von Klaus-Peter Schmidt. Er ist der Vorsitzende der Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg Lübeck. Herr Schmidt, Sie sind tatsächlich nicht gegen die S-Bahn, aber gegen genau diese Planung, gegen die S-Bahn.

[00:10:32]

Die S-Bahn kann hier die Güterzüge und die Fernzüge von der Strecke rausgehen. Auf eine andere Strecke. Kann dies ihr zügig in einem Zehn-Minuten-Takt fahren, und zwar auf der Strecke, die es hier schon gibt?

[00:10:44]

Stattdessen soll ja aber die S-Bahn Strecke neben der bisherigen Bahnstrecke neu gebaut werden. Und auf der jetzigen Bahnstrecke? Da wird künftig der Güterverkehr rollen, und zwar mehr als die Güterzüge, die ja massiv zunehmen.

[00:10:57]

Die wollen wir natürlich aus dicht besiedelten Gebiet raus haben. Da haben wir eine Strecke, die alternative Strecke an der Autobahn, die die Möglichkeit bietet, zwei neue Gleise zu bauen.

[00:11:08]

Die Anwohner fürchten auch die jahrelangen Bauarbeiten. Susan Goldschmidt ist die Anwältin der Bürgerinitiative. Was will sie denn jetzt tun?

[00:11:16]

Ich habe eine Klage vorbereitet für mehrere Privatanleger, möglicherweise auch für einen Naturschutzverbänden, der sich der Klage anschließen wird. Ich werde jetzt innerhalb der nächsten vier Wochen die Klage soweit fertigstellen, dass sie eingereicht werden kann mit dem Eilantrag und dem Antrag zusammen. Die Deutsche Bahn und die Verkehrsbehörde freuen sich, dass sie los bauen können. Demnächst. Diese Freude wird hier im Hamburger Osten nicht geteilt.

[00:11:42]

Die Idee einer Güterbahn entlang der A 1 ist nicht ganz neu. Ich habe heute mal. Nachgefragt sagt, diese Trasse wäre nicht nur teurer, sie wäre auch erheblich schädlicher für die Umwelt. Und deshalb ist die geplante Trasse mit vier Gleisen zwei für die S-Bahn, zwei für die Güterbahn durch Wandsbek und Rahlstedt die bessere Alternative am Ende. üBer diese Frage vermutlich die Gerichte entscheiden.

[00:12:08]

Und das wird morgen in Hamburg interessant. In den Kitas bleibt morgen die Küche kalt. Der Grund ist ein Warnstreik beim Servicepersonal. Hamburgs Verkehrssenator macht sich ein Bild vom Ausbau, stand bei den Velo roten, und der HSV trifft sich zum Testspiel mit Rotterdam. Was sonst noch alles passiert, gibt es immer frisch rund um die Uhr in Hamburg und Hamburg heute Team freuen uns natürlich über Rückmeldungen unter Hamburg, heute per E-Mail. Das war's für heute.

[00:12:40]

Ich wünsche allen einen schönen, entspannten Feierabend, und wir hören uns morgen wieder bis Hamburg, heute von neunzig komma drei.

[00:12:48]

Wir sind Hamburg.