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[00:00:03]

Hamburg Herzlich willkommen zu den wichtigsten Themen von heute aus unserer Stadt. Mein Name ist Oliver Sturm fest verwachsen. So würden wir uns unsere Hamburger Straßenbäume wünschen. Aber im Augenblick muss man sich über ihren Zustand wirklich Sorgen machen.

[00:00:21]

Letztes Jahr hatten wir im September immerhin noch ein paar grüne Blätter um wird jedes Jahr dramatischer, steht um unser Hamburger Straßen grün.

[00:00:28]

Und ob es die nächsten Herbststurm tatsächlich übersteht, das ist gleich unser Thema Nummer eins. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Frage Wo bleibt eigentlich die Bonuszahlung für die Korona Helden in den Krankenhäusern und fünf Jahre? Wir schaffen das. Das berühmte Zitat von Angela Merkel. Was in Hamburg daraus geworden ist, wollen wir uns heute auch mal ansehen. Das und mehr von heute, Montag, den 31. August. Der Tag hat die Infos von neunzig komma drei.

[00:00:57]

Normalerweise freuen wir uns in Hamburg ja über jeden Sonnenstrahl. Grau und trüb ist oft genug. Aber jetzt im August, während der Hitzewelle, da war ich echt froh über die vielen schattigen Plätze in Hamburg, über die vielen Straßen mit großen Bäumen, wo man ein bisschen im Schatten gehen konnte. Das Problem ist bloß Den meisten Hamburger straßenbäumen geht es nicht so gut. Das Problem ist sogar so ernst, dass sich am Mittwoch die Bürgerschaft damit beschäftigen wird. Meine Kollegin Annette von kuhweiden hat sich schlau gemacht, an dem Thema recherchiert hätte.

[00:01:27]

Wie ernst ist denn die Lage?

[00:01:29]

Ja, das ist natürlich alles sehr vielschichtig. Das eine ist Den Bäumen geht es nicht gut. Klimawandel lässt grüßen. Es ist natürlich so, dass die Bäume damit ganz schön zu kämpfen haben. Jetzt war es ja auch schon gesagt, dieser Sommer natürlich extrem trocken. Gerade die Straßenbäume können ja mit ihren Wurzeln auch gar nicht so tief. Da sind Leitungen viel versiegelt, wie man so schön sagt. Das heißt ein bisschen Asphalt drumherum. Das heißt, wenn es regnet, kriegen die auch nicht so richtig viel Wasser ab.

[00:01:59]

Also alles schwierig für die Bäume in Hamburg?

[00:02:02]

Lässt sich das beziffern, wie viele Bäume krank, geschädigt, geschwächt sind? Also bei den Kastanien ist es extrem schlimm. Da gibt es noch 6000 Straßenbäume. Aufgelistet in Hamburg sind übrigens nur die Straßenbäume. Es gibt Zahlen, wie viel wir so generell haben. Das sind so sechs bis sieben Millionen in den Wäldern. Das sind eine Million Bäume, ungefähr auf privaten Grundstücken und nochmal 600000 auf Grünflächen, in Parks und so weiter und so fort.

[00:02:33]

Die Straßenbäume werden richtig gezählt, wird immer geguckt, lebt der Baum noch, muss er nachgepflanzt werden.

[00:02:40]

Wie sieht es mit Pflanzen aus? Darum geht es ja in der Bürgerschaft. Die CDU fordert in einem Antrag, dass mehr nachgepflanzt werden soll. Kommt die Stadt dann nicht hinterher?

[00:02:49]

Also die CDU kritisiert, dass eben nicht alle Bäume gezählt werden, sondern nur die Straßenbäume. Andererseits sagt die Umweltbehörde Wir haben jetzt nochmal 1,5 Millionen Euro für dieses Jahr bekommen. Ja, zwischen 2015 und 2018, wo 300 000 Bäume nicht nachgepflanzt. Die CDU spricht auch von einer Dunkelziffer. Noch höher ist aber 2019 haben wir alles erfüllt. Wie gesagt, die Umweltbehörde für dieses Jahr nochmal 1,5 Millionen Euro. Da soll dann eben auch aufgeforstet werden.

[00:03:22]

Besonders betroffen sind die Kastanien, setzen nicht nur Klima und Trockenheit zu, sondern auch noch Schädlinge. Miniermotte ist ein Stichwort. Unsere Reporterin Anna Rüter war unterwegs, hat sich das mal angeschaut, und da musste sie gar nicht weit fahren. Gleich um die Ecke vom Funkhaus ist Anna fündig geworden.

[00:03:42]

Es gibt ja ganze Straßenzüge in Hamburg, die sehen so aus, als seien wir mitten im Herbst und sind es immer die Straßen, in denen viele Kastanien stehen. Eine davon ist zum Beispiel, die plakatieren Wenn man hier wohnt, dann fällt es schon echt auf. Es sieht schon sehr herbstlich aus.

[00:03:57]

Ich hatte das Gefühl, dass es eine Mischung war. Ich fand es jetzt schon extrem. Für Mitte August werde ich es jetzt schon sehr herbstlich. Aber mein erster Gedanke war Ich habe jetzt noch mein Vater darüber geredet. Das ist ja ganz schlimm. Ich habe dann aber schon jetzt bestimmt auch auf dem Boden alles wirklich so richtig trocken ist. Auch Nils wohnt in der Pacelli. Für ihn ist das Bild jetzt irgendwie kein neues. Es ist stärker geworden. Er hat mir im September immerhin noch ein paar grüne Blätter.

[00:04:22]

Es wird jedes Jahr dramatischer.

[00:04:24]

Ich habe das Gefühl, man hat auch tatsächlich immer mal so eine Motte im Gesicht. Die fliegen. Die haben sie in der Wohnung, wir haben sie überall.

[00:04:30]

Hat es auch mit diesem Virus zu tun, der ja der Kastanie noch viel mehr ans Leder will.

[00:04:36]

Manche haben gar keine Kastanien mehr, tragen keine Früchte. Ich kenne jetzt nur die Motten, weil ich aus Süddeutschland komme. Da ist das schon lange Thema. Da macht man ja mal was dagegen. Das Laufweg ist nämlich fürs nächste Jahr die wichtige Geschichte, dass die Motten nicht wiederkommen.

[00:04:50]

Aber gefühlt ist die Bäume, die gar keine Früchte mehr tragen, und die Trockenheit schon auch, ein harter Sommer gewesen für alles, was Wasserbauer. Alle anderen Bäume in der Umgebung sind grün. Nur die Kastanie, die befallen ist. Annette, du hast recherchiert. Es gab ja viele Leute, die im Sommer versucht haben, Bäumen zu helfen gegen die Trockenheit, indem sie bewässert haben. Ist das eigentlich sinnvoll?

[00:05:16]

Das ist wohl nicht so sinnvoll, weil die brauchen natürlich wesentlich mehr, als man irgendwie schaffen kann. Und die Bäume, die gepflanzt werden, die werden eben auch besonders noch mal gewässert.

[00:05:29]

Die Befürchtung der Umweltbehörde ist jetzt Wenn die Herbststürme in diesem Jahr früh einsetzen, das hatten wir vor zwei Jahren schon mal. Dann wird es wohl richtig viele Bäume weg, denn dann hat man quasi noch die Baumkrone, also viel Fläche, wo der Wind dann drauf sausen kann.

[00:05:46]

Und die Wurzeln? Die würden dann, wenn so ein Regen einsetzt, richtig aufgeweicht werden, und aus dem Erdreich würden sie im Grunde genommen quasi gar keinen Halt mehr haben, und die Bäume würden umknicken.

[00:05:59]

Hoffen wir das Beste für Hamburgs Bäume. Noch sind wir ja eine der größten Großstädte. Aber vielleicht müssen wir uns da an ein anderes Bild gewöhnen weniger Bäume, weniger Kastanien vor allen Dingen und möglicherweise andere Baumarten, die mit dem Klimawandel besser klarkommen.

[00:06:18]

Es war natürlich noch mehr los in Hamburg Heute zum Beispiel hat der Deutsche Wetterdienst seine Bilanz für die Sommermonate vorgestellt. Und das passt zum Thema In Hamburg und Schleswig-Holstein gab es im August nämlich bundesweit den meisten Sonnenschein. Auf 250 Sonnenstunden sind wir in Hamburg gekommen. Außerdem wurde ein 26 Jahre alter Rekord geknackt. Im August war es an elf Tagen hintereinander heißer als 30 Grad. Trotzdem sind viele Menschen in diesem Sommer Coruna bedingt aufs Fahrrad umgestiegen. Und da gibt es jetzt eine neue Sicherheits Kampagne.

[00:06:53]

Der Grund In den vergangenen zwei Jahren gab es 80 Fahrrad Unfälle hier in Hamburg. Weil Autofahrer beim überholen einen zu geringen Abstand zu den Fahrradfahrern hielten. Das Ziel der Kampagne Anderthalb Meter Abstand bitte auch einhalten, meint Verkehrssenator Anjas Tjarks.

[00:07:10]

Umso wichtiger ist es, jetzt nochmal auf die Neuregelung der Straßenverkehrsordnung hinzuweisen. Die 1,5 Meter sind wirklich vorgeschrieben, und es gibt auch ein erhöhtes Bußgeld von 30 bis 1000 Euro. Wir reisen jetzt darauf hin. Wir machen diese Kampagne, aber wir werden es auch kontrollieren.

[00:07:22]

Am Freitag haben wir über die Stürmer Sorgen beim FC Sankt Pauli berichtet. Wer soll da noch Tore schießen? Die Antwort auf diese Frage ließ keine 24 Stunden auf sich warten. Simon Marcinowski kommt ablösefrei von Dynamo Dresden. Der Mann ist ein Riese, möglicherweise im Sturm, aber ganz besonders, was die Körpergröße angeht. Zwei Meter eins misst der Mann.

[00:07:48]

Es gab ja viel Applaus im März und April, auch von den Balkonen hier in Hamburg für all die Menschen, die während des Coruna Lock Downs den Laden am Laufen hielten, ganz besonders in den Krankenhäusern, wo die Gefahr ja relativ groß war. Man kannte dieses Virus anfangs ja kaum, und es war schnell die Rede davon, dass diese besondere Leistung auch besonders gewürdigt werden soll mit einem Bonus.

[00:08:10]

Und nun haben wir mal nachgefragt und waren doch ziemlich verwundert, als wir heute Morgen bei neunzig komma drei im Telefoninterview vom Krankenpfleger Linus Laubach erfuhren, wie viel er denn nun eigentlich bekommen hat für seinen Einsatz mit den ersten Coruña Patienten nämlich bisher noch gar nichts. Da waren wir ein bisschen von den Socken.

[00:08:29]

Wie war das? Es war doch was versprochen, oder etwa nicht? Mein Kollege Peter Feeder ist der Sache nachgegangen. Peter Gibt's da jetzt irgendeinen Anspruch auf Bonus? Der Anspruch ist genau das richtige Wort.

[00:08:40]

Den haben nämlich die Krankenpfleger nicht. Es sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe, das, worüber wir gesprochen haben, der Pflegebetten ist oder der Coruña Bonus. Den gibt es nur für Mitarbeiter, die in der Altenpflege tätig gewesen sind. Das Ganze hätte bis Mitte Juli ausgezahlt werden sollen. In Hamburg gab es 1500 Euro. Da sagt die Behörde auch Wer das noch nicht bekommen hat, der sollte sich mal an seinen Arbeitgeber wenden. Denn da ist auch Geld geflossen von der Stadt für Krankenpflege.

[00:09:05]

Die waren ja noch näher dran an den gefährlichen Fällen.

[00:09:08]

Das ist der Fall, und es soll auch einen Bonus geben für die, das ist nach wie vor in der Diskussion, ist es halt nur noch keinen rechtsverbindlichen Anspruch bei den Kranken, bei den Altenpflegern. Da wurde sogar ein Gesetz dafür geändert. Hamburg wartet auf ein Signal aus Berlin. Ich habe heute mal angerufen in Berlin, beim Bundesgesundheitsministerium. Die haben auch freundlich geantwortet, per Mail hinterher, und haben gesagt Gespräche laufen. Man wartet auf ein Konzept, wie wir das Ganze bezahlen können.

[00:09:33]

Es ist also nicht vergessen bei den Politikern. Aber nur, wann genau das passiert. Das können wir noch nicht sagen.

[00:09:40]

Hoffen wir mal mit den Coruña Helden, dass das noch was wird.

[00:09:46]

Wir haben so vieles geschafft. Wir schaffen das. Genau so hat sie es gesagt, heute vor fünf Jahren Kanzlerin Angela Merkel und ihre berühmten Worte, die ja ziemlich schnell für Diskussionen und Streit gesorgt haben. Schaffen wir das wirklich? Wollen wir das überhaupt schaffen? Und wer schafft da eigentlich was? Fakt ist Damals waren Zigtausende Menschen auf der Flucht, vor allem vor dem Bürgerkrieg in Syrien.

[00:10:08]

Bis zu tausend von ihnen sind täglich hier bei uns in Hamburg gelandet und in Notunterkünften untergebracht worden. Seit damals hat meine Kollegin Susanne Röser über dieses Thema berichtet. Nun frage ich dich heute, Susanne, fünf Jahre danach haben wir es geschafft. Oder müssen wir es noch schaffen?

[00:10:26]

Ich glaube erst einmal, wir haben es ganz ordentlich geschafft. Wir haben die Flüchtlinge untergebracht. Oder auch wegen der Bürgervertreter. Da gibt ja immer zwei Seiten diese Vereinbarungen der Stadt mit den Initiativen in der ganzen Stadt verteilt, die Unterkünfte nicht so groß werden wie ursprünglich geplant. Insgesamt betrachtet, würde ich sagen Wir haben es ganz gut hingekriegt. Hier und da gibt's Probleme. Das ist ganz natürlich die Frage, die ich mir immer stelle. Haben wir zu viel und zu schnell erwartet?

[00:10:58]

Wie lange dauert eigentlich eine Integration? Vielleicht sollten wir ein bisschen geduldiger sein. Die Flüchtlinge mit sich selber. Viele sind sehr, sehr ehrgeizig, aber auch mit den Geflüchteten.

[00:11:09]

Und davon hast du ja auch wiedergetroffen von denen, die vor fünf Jahren hier gelandet sind. Ein Syrer, ein Familienvater. 34 Jahre alt hat es nach seiner langen Flucht in eine Lagerhalle nach Osdorf verschlagen.

[00:11:24]

Das war im November, die große Halle war ungefähr 1000 Menschen. Sie leben zusammen in einer Halle. War unglaublich schwierig.

[00:11:33]

2015 bringt die Stadt die Geflüchteten in deren Baumarkt hallen und in Zelten unter Notunterkünfte ohne Privatsphäre. Fast ein Jahr wartet der gelernte Fachinformatiker auf seinen Deutschkurs. Eine unerträglich lange Zeit.

[00:11:49]

In einem Moment hatte ich keine Geduld mehr. Ich kann nicht einen Schritt nach vorne kommen. Ich habe kein Licht, dass meine Familie herkommen werden, und ich weiß nicht, was ich machen.

[00:12:01]

Jeden Tag telefoniert er mit seiner Frau Abdeslam und seiner damals dreijährigen Tochter Youri. Er lernt Deutsch, macht noch einmal eine Ausbildung, und dann ist er da, der Moment, auf den er drei Jahre lang gewartet hat. Seine Familie kommt nach Hamburg.

[00:12:18]

Emotionale Situation in diesem Moment. Meine Tochter ist sechs Jahre alt. Ich habe sie drei Jahre alt, dort verlassen, und auch meine Frau, bevor sie kommt, hatte keine Hoffnung. Und wenn wir die Wahrheit gesehen? Das war viel, viel, viel schöner.

[00:12:40]

Ich möchte aus einer Unterkunft in Wandsbek ziehen Sie in eine eigene Wohnung nach Jenfeld. Der kleine Samia ist hier geboren. Er arbeitet bei einer großen Firma als Netzwerk Administrator. Die gelernte Agraringenieur will schnell einen guten Job finden, und Juri geht jetzt in die erste Klasse. Die Familie ist auf einem guten Weg. Angekommen ist sie noch nicht. Eigentlich.

[00:13:05]

Wir haben alles versucht, zum Beispiel meinen Kindern in Schule. Ich habe Arbeit, ich habe Deutsch gelernt, und wir versuchen, wirklich Kontakt mit Menschen zu haben. Ich weiß, dass das eine andere Kultur. Wir haben viele Bekannte und Verwandte. Hier zum Beispiel kann man nicht direkt mit jemand sagt Komm, lass uns rausgehen oder so. Das ist ein bisschen anders.

[00:13:32]

Ihre Kinder werden es leichter haben, Freunde zu finden, glauben Oberräder. Und? Und das wird morgen in Hamburg interessant Die neue Coruña Verordnung tritt in Kraft, letzte Woche beschlossen, ab morgen gilt sie nun und das heißt unter anderem das Mannschaftssportart mit bis zu 30 Menschen wieder möglich ist. Außerdem beginnen die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst. Und es beginnt auch der Kartenvorverkauf für die Konzerte des NDR Elbphilharmonie Orchesters im Oktober. Alles, was sonst noch passiert, erfahren Sie rund um die Uhr immer aktuell in Hamburg.

[00:14:10]

Und wir freuen uns natürlich über Ihre Resonanz, Kritik oder Anregungen per E-Mail an Hamburg heute, das war's für heute. Ich wünsche allen einen wunderschönen Feierabend, und wir würden uns gerne morgen wieder. Bis dahin ist Hamburg heute von neunzig komma drei.

[00:14:28]

Wir sind Hamburg.