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[00:00:03]

Hamburg Herzlich willkommen zu unserem Nachrichtenportals Ende neunzig komma drei und nach der Sahara Hitze zu einem frischen Start in diese Woche. Ich bin Oliver Wittke. Hallo, ich würde von mir selbst sagen Ich bin Stadtmensch durch und durch. Aber nach einem halben Jahr Coruña sind viele Menschen da doch ins Grübeln gekommen. Zum Beispiel Annabell.

[00:00:26]

Mir ist klargeworden, dass ich aus der Stadt raus möchte. Ich möchte nicht mehr in der Stadt leben, lockt keine Menschen mehr auf der Straße meine Ruhe, und ich finde das total toll. Mir hat gezeigt Ich gehöre nicht in die Stadt.

[00:00:37]

Wie Corona unser Leben und unseren Alltag verändert hat, ist eines unserer Themen. Außerdem geht es um das Bußgeld für Masken, Verweigerer in Bus und Bahn, um Heizpilze, die die Außengastronomie in Hamburg ankurbeln sollen, und um ein erstes Konzert nach langer Pause in der Elbphilharmonie.

[00:00:55]

Heute ist Montag, der 24. August, der Tag, die Stadt, die Infos von NDR, neunzig komma drei beim Mask getragenen Bus und Bahn.

[00:01:05]

Da finde ich persönlich die Hamburger ja ziemlich diszipliniert. Vor zwei Wochen in Berlin war mein persönlicher Eindruck Ungefähr ein Viertel der Menschen in der U-Bahn trug keine Maske. Jetzt am Wochenende war ich in Wandsbek unterwegs, mit Bus und Bahn, und da hatte jeder, auch wenn sie manchmal deutlich unter der Nase hing.

[00:01:23]

Diese Regeln sind unbequem, aber seit heute lohnt es sich auch, sie einzuhalten. Denn seit heute werden 8,50 Euro fällig für alle, die keine Maske tragen oder sie nicht richtig aufsetzen. Vertragsstrafe nennt das der HVV. Meine Kollegin, die Stadt. Reporterin Anna Rüter hat sich heute am Jungfernstieg mal umgehört, wie diese Maßnahme so ankommt.

[00:01:43]

Ich glaube, die finden das wirklich alle okay, und darüber gemeckert hat niemand. Zuerst hab ich mal gefragt, wie es denn klappt mit den Masken tragen. Und Bianka aus Wandsbek sieht ganz viele ohne Mund, Nase und zieht ihre eigenen Konsequenzen. Ich nutze sie eigentlich nur dann, wenn die Stoßzeiten vorbei sind. Das heißt, ich komme jetzt so früh wie möglich zur Arbeit. Das ist es wirklich so gut wie möglich. Und abends mache ich entweder gegen 15 Uhr Feierabend, da ist es auch leer.

[00:02:08]

Oder später. Heute muss man Strafe zahlen, wenn man sich nicht daran hält. Aus Ihrer Sicht sinnvoll? Sinnvoll? Ja, auf jeden Fall sehr gut. Seit 35 Jahren arbeitet Marion hier in der Innenstadt, pendelt also in der Woche jeden Tag. Und ihre Beobachtung ist so Die Nase kann ein Problem sein, aber um diese Uhrzeit ist 90 Prozent bedeckt. Ganz selten mal das Tragen. Jetzt muss ja seit heute 40 Euro Strafe zahlen, wenn man sich nicht daran hält.

[00:02:35]

Sinnvoll, oder sagen Sie? Es hilft. Aber wer kein Geld hat, dem ist es egal, ob bei 40 oder 1000 Euro nicht bezahlen kann. Ich denke mal, das Publikum ist eher häufig Publikum, was vielleicht die 5 Euro nicht dabei hat, weil sie schon vorher umgesetzt worden sind.

[00:02:52]

Eine sehr diplomatische Feststellung, dass es nachts wahrscheinlich häufiger.

[00:02:56]

Luuk und Marco zum Beispiel wünschten sich noch viel höhere Strafen zu wenig 40 Euro, viel zu wenig dafür, dass man verantwortungslos mit der Gesellschaft umgeht. Dann bringt das vielleicht etwas, sodass es tatsächlich häufig missachtet wird? Ja, viel zu häufig und mit fadenscheinigen Argumenten. Ich kann nicht atmen, kann besser durch eine Maske als mit dem Schlauch im Hals. Wer das bedenkt, der sollte Verantwortung übernehmen, dem ist nichts hinzuzufügen. Sehe ich genauso. Wobei 400 Euro jetzt vielleicht doch ein wenig hoch gegriffen ist.

[00:03:26]

Im Augenblick ist das von Bundesland zu Bundesland noch sehr unterschiedlich mit den Bußgeldern. Das könnte sich demnächst ändern, denn die Gesundheitsminister der Länder beraten heute über eine Vereinheitlichung in vielen Bereichen. Da geht es sowohl um den Bußgeldkatalog als auch um die Frage, ob Masken in Zukunft auch am Arbeitsplatz getragen werden müssen. Zur Sprache kommt auch ein Vorschlag von Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher.

[00:03:50]

Das Virus verhält sich in Deutschland ja überall gleich. Das heißt, wenn es infektiöse Situationen gibt, z.B. bei privaten Feiern, dann ist das in allen Bundesländern ähnlich. Deswegen kann man durch Einheitlichkeit in solchen Fällen die Verständlichkeit, die Akzeptanz der Regeln verbessern. Deswegen bin ich dafür so viel Vereinheitlichung wie möglich. Aber die Regeln müssen natürlich am Ende immer vernünftig sein.

[00:04:14]

Entschieden wird über diese Fragen am Donnerstag bei einer Konferenz der Länder Regierungschefs. All diese Regeln haben nun schon monatelang unseren Alltag durcheinander gewirbelt. Inzwischen leben wir ein halbes Jahr mit Coruna, auch hier bei uns in Hamburg. Was macht das mit dem Leben? Viel verändert sich der Alltag der Menschen. Das hat mein Kollege Bert Beiers untersucht und in den vergangenen Tagen ganz viele Interviews mit ganz vielen normalen Menschen in dieser Stadt geführt. Was war eine Erkenntnis? Was hat dich am meisten beeindruckt bei diesen Gesprächen?

[00:04:43]

Für mich interessant waren die Begegnungen, die ich so gar nicht erwartet hatte. Ich war bei der Hamburger Tafel beispielsweise und hab dort mit Julia Bauer gesprochen. Die hat zwei Kinder. Die hat noch einen eigenen Job die harten Event-Agentur, die natürlich im Moment nicht so richtig gut läuft. Aber Frau Bauer hat richtig. Und die sieht das Ganze positiv auch in der Entwicklung im Zusammenhang mit der Hamburger Tafel und Corona supertoll.

[00:05:13]

Man sagt ja oft Erst in der Krise sieht man Wer ist Freund wirklich? Und wer steht wirklich zu einem? Da muss ich sagen Alle, alle, die wir kannten, kennen und alle, die wir nicht kannten, alle, die wir nicht kannten.

[00:05:27]

Die kamen nämlich auch alle zur Hamburger Tafel und haben geholfen und haben Pakete gepackt und haben Masken gebracht. Und so weiter und so weiter.

[00:05:34]

Inzwischen hat man manchmal das Gefühl, die einen kriegen von Corona fast nichts mehr mit. Okay, der Urlaub funktioniert nicht wie gedacht, und man kann weniger ausgeben. Bei anderen wackelt die ganze Existenz. Gibt es auch irgendetwas dazwischen? Was hast du erlebt?

[00:05:48]

Es gibt eben viele Effekte, an die ich persönlich gar nicht gedacht habe. Ich habe mit einem Pizzaboten gesprochen, 18 Jahre jung. Ja, die sind eigentlich auf der Gewinnerseite. Vielen Restaurants geht schlecht. Aber den Pizza bringe Diensten gehts ziemlich gut, weil zu Hause essen liegt im Trend. Es hat nur einen kleinen Haken.

[00:06:09]

Bezahlt wird vorab per Internet. Also gibts auch weniger Trinkgeld.

[00:06:14]

Komische Angelegenheit oder eine andere Begegnung mit Anke Ausborgen. Sie arbeitet in einem Altenheim, und sie muss nun ganz schön rennen, rennen, rennen, um Getränke und Speisen zu den älteren Herrschaften zu bringen. Das ist jetzt nicht so toll.

[00:06:32]

Aber es hat einen Nebeneffekt Der Zusammenhalt der Kollegen ist besser geworden, wesentlich besser. Man kann von einem Team sprechen. Deren Coruna sind die Kollegen zusammengewachsen. Egal wer. Wir hatten noch nie so wenig Krankenstände. Es gibt zurzeit keine Rangordnung.

[00:06:50]

Wir sind alle im gleichen Boot und damit mit dieser Verbesserung des betriebsklimas im Altenheim hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

[00:06:57]

Das Leben ein halbes Jahr mit Coruna hier in Hamburg, eine Themenwoche bei neunzig komma drei. Und da gibts noch viel mehr zu hören von den Menschen dieser Stadt und wie sich ihr Leben verändert hat.

[00:07:08]

Bayers. Es gab natürlich noch mehr in Hamburg heute, so drängt der Hotel und Gaststättenverband auf mehr Unterstützung für die von Corona gebeutelte Gastronomie.

[00:07:19]

Heizpilze sollen in der kalten Jahreszeit helfen, das Geschäft mit den Plätzen draußen vor der Tür anzukurbeln. Hamburgs Bezirksämter und Behörden sehen das im Augenblick noch skeptisch. Denn die Heizpilze sind ganz und gar nicht umweltfreundlich. Trotzdem drängt der Bezirkschef von Hamburg-Mitte, Falko Rossmann, auf eine zügige und einheitliche Lösung in der Stadt.

[00:07:40]

Meine persönliche Sicht der Dinge für den Bezirk Hamburg-Mitte ist aber Wenn es hilft, dass unsere wirklich arg gebeutelte Gastronomie überlebt. Dann würde ich sehr gerne hier gemeinsame Lösungen finden. Allerdings ist das eine Grundsatzentscheidung, die der Hamburgische Senat treffen muss.

[00:07:54]

Auch Hamburgs Studierenden soll in der Coruna Krise stärker unter die Arme gegriffen werden. Das fordern SPD und Grüne in der Bürgerschaft. Sie schlagen vor, die Regelstudienzeit und auch die Bafög Zahlungen um ein Semester zu verlängern. Der Grund Viele Studierende hinken wegen ausgefallener Seminare hinterher. Eine gute Nachricht gibt es für Hamburgs Autobesitzer mit Neufahrzeugen. Die können nämlich ab sofort auch online angemeldet werden. Bei der Zulassungsstelle. Die Voraussetzung dafür ist, dass man einen Personalausweis für die digitale Identifikation freigeschaltet hat.

[00:08:29]

Ab Oktober soll dieses System dann auch für gebrauchte Fahrzeuge aus zweiter Hand gelten. Und eine weniger gute Nachricht gibt es für Autofahrer In Altona beginnen die Vorarbeiten zum Bau des Autobahn Deckels. Dafür müssen auch drei Brücken über die A 7 verlängert werden. Den Anfang macht die Brücke im Zuge der Bahrenfeld Chaussee. Während der Arbeiten soll die Brücke zwar für den Verkehr frei bleiben, allerdings wird die Hälfte der Spuren gesperrt. Die Fahrspuren werden dann abgerissen und durch das verlängerte neue Brücken Stück ersetzt.

[00:09:02]

Am Wochenende gab es in Hamburg etwas Besonderes zu erleben und mein Kollege Daniel Kaiser war dabei ein Konzert in der Elbphilharmonie. Daniel und der Coruna. Bedingungen wie viel Plätze links und rechts und vorne und hinten waren um sich herum frei?

[00:09:15]

Es war schon ein sehr einsames Gefühl in der Elbphilharmonie, wenn man nur ausverkauft und picke packe voll kennt, wirklich eher verstreut. Vereinzelt sitzen Hunderte, muss man sagen. Bis zu 600 Menschen dürfen rein statt 2100, und das ist schon ein Unterschied, den spürt man in der Stimmung. Das ist ein sehr seltsames Elbphilharmonie, gefühlt fast ein bisschen wie Stadion beim Geisterspiel.

[00:09:36]

Nein, es ist schon schöner, und es ist schon lebendiger. Der Applaus war auch da. Es war lauter Applaus mit wenigen Leuten, und es kam auch eine Stimmung auf. Man muss sich bloß an diese besonderen Umstände gewöhnen, dass man Abstand hält und dass ganz viele Plätze rein bleiben, ja, frei. Und die einzelnen Plätze, die man nicht belegen darf, sind mit Verbots Aufkleber markiert. Aber ansonsten ist das eine ganz normale, entspannte Stimmung, und man spürt einfach die Leute.

[00:10:00]

Die Menschen wollen, dass es wieder losgeht. Und da stand eigentlich fast gestern im Vordergrund, dass die Leute ja auch gefragt, wie sie es fanden.

[00:10:05]

Hören wir mal rein. Das ist ungewohnt, aber ich fand es eigentlich gar nicht so schlecht. Die Akustik war trotzdem super. Wenn alle geklatscht haben, dann war das Gefühl wie sonst auch immer. Aber das Konzert war super, und es war auch total spannend. Ein bisschen weniger Leute da waren. Hoffen wir, dass es so weitergeht und dass es besser wird und vernünftig verhalten, dass wir mitmachen. Genau das ist super wichtig, dass alle daran denken, worum es hier geht.

[00:10:26]

Wie war dein Gefühl in diesem Saal mit so vielen Menschen und ohne Frischluft drumrum?

[00:10:32]

Ich fühlte mich sehr sicher in der Elbphilharmonie. Der Abstand hat immer gestimmt. Es waren sehr zivilisierte Leute classique Publikum oder Jazz Publikum. In diesem Fall ist ja ein sehr zivilisiertes Publikum. Die haben schon aufeinander acht gegeben, und ich hatte schon das Gefühl, dass es auch funktioniert.

[00:10:47]

Konzerte natürlich schon, aber ein Drittel voller Saal rechnet sich sowas überhaupt.

[00:10:51]

Das rechnet sich natürlich überhaupt nicht. Und da springt ja auch bei diesen Veranstaltern und auch bei den Privattheater die Kulturbehörde ein. Das wird ja subventioniert, das muss unterstützt werden, und das ist wirklich ein schönes Gefühl. Nach Monaten der Zwangspause wieder in der Elbphilharmonie zu sitzen und wieder applaudieren zu dürfen und Bravo-Rufe zu dürfen.

[00:11:11]

Und ich merke schon, das hat dir auch sichtlich gut getan.

[00:11:16]

Das ist morgen in Hamburg los. Der Senat überarbeitet die Hamburger Corona Verordnung. Welche Regeln dann genau gelten, soll morgen Mittag bekannt gegeben werden. In Horn beginnt der Bau eines neuen großen Wohnquartier mit 200 Wohnungen entstehen an der Rotbuche und nach dem HSV. Heute geht auch der FC Sankt Pauli morgen in sein Trainingslager und zwar nach Herz Lake. Soviel vom Tag in Hamburg heute. Alles, was aktuell passiert, gibt es rund um die Uhr in Hamburg ab und über Rückmeldung, Anregungen und Kritik zu Hamburg.

[00:11:49]

Heute freuen wir uns natürlich jederzeit per E-Mail unter Hamburg. Heute, das war's. Und jetzt wünsche ich allen einen schönen, frischen Feierabend.

[00:12:00]

Hamburg, heute von neunzig komma drei. Wir sind Hamburg.