Happy Scribe
[00:00:03]

Hamburg heute morgen. Herzlich willkommen zu den wichtigsten Themen dieses Tages. Hier bei uns in Hamburg und herzlichen Glückwunsch an alle, die es heute halbwegs pünktlich zur Arbeit und zurück geschafft haben. Ich bin Oliver Wittke.

[00:00:16]

Hallo, heute bin ich um fünf nach vier von Buxtehude aus gestartet. Ich bin jetzt gerade von mir zu Hause eine halbe Stunde zum Bahnhof gelaufen, weil die S-Bahn fahren.

[00:00:25]

Der Streik bei Busse und Bahnen. Die neuen Regeln für die Schulen nach den Herbstferien und das Urteil in einem spektakulären Prozess gegen den Rapper Jesus. Das sind unsere Themen. Heute, am Dienstag, den 29. September Der Tag, die Stadt, die Infos von NDR neunzig komma drei Mein Weg zur Arbeit, der funktioniert zum Glück zu Fuß.

[00:00:47]

Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt. Und so hatte ich heute früh die Gelegenheit, einen wunderschönen Herbstmorgen mit blauem Himmel und Sonnenschein zu genießen. Ich weiß, das ging nicht allen so. Busse und Bahnen in Hamburg sind bestreikt worden. Bis auf S-Bahnen und Regionalbahnen fuhren nichts und das hat es wirklich in Hamburg seit Jahrzehnten nicht gegeben. Also ein großes Experiment für diese Stadt. Anna Rüter, unsere Stadt Reporterin. Die hat das heute früh überall in Hamburg mal versucht zu beobachten.

[00:01:13]

Anna Ist das Experiment geglückt? Oder sind die Leute in die Falle getappt?

[00:01:16]

Ich glaube, das kommt sehr darauf an, wen du da fragst. Also ich fand das Bild heute morgen schon wirklich ungewöhnlich, weil auf der einen Seite die U-Bahn steige menschenleer und die Busse, Busse, Bahnhöfen natürlich und dann auf der anderen Seite die S-Bahn steige, die natürlich sehr viel voller als gewöhnlich waren. Das war schon ein ungewöhnliches Bild. Und was mir am meisten auffiel, ohne dass waren tatsächlich die Menschen, die nicht so furchtbar gut Deutsch sprechen, weil die haben's am aller häufigsten einfach nicht rechtzeitig erfahren.

[00:01:43]

Und die standen da doch recht hilflos dann waren auf den Bahnsteigen und haben sich sehr bemühen müssen.

[00:01:48]

Und da gab es richtig chaotische Szenen irgendwo mit viel Gedrängel. Das wäre ja nicht so gut in Corona Zeiten.

[00:01:53]

Nee, genau die gab's tatsächlich nicht. Also die Bahnsteige waren voller. Aber Gedrängel. Das ist mir jetzt gedacht hätte oh mein Gott Coruña, bedingt geht das hier ja gar nicht. Das hab ich nicht beobachtet. Im Gegenteil war ich sehr überrascht darüber, wie viele Hamburgerinnen und Hamburger ich getroffen habe, die sehr viel Verständnis gezeigt haben.

[00:02:09]

Ich verstehe das total. Ich habe das jetzige Problem, dass ich zur Arbeit muss und dann einfach auf erst mal umsteigen kann. Aber ich habe da vollstes Verständnis für.

[00:02:17]

Es ist schwierig, aber ich habe schon Verständnis dafür. Ich arbeite in der Krankenpflege, werden Sagen gestreikt. Von daher finde ich das schon in Ordnung. Für alle blöd, aber was soll man machen?

[00:02:26]

Doch türlich hab ich Verständnis. Klar, die müssen alle irgendwie leben und teure Miete zahlen und alles. Also sehr sehr viel Verständnis. Und das, obwohl der eine oder andere eine Stunde zu Fuß zur Arbeit gegangen ist.

[00:02:37]

Ja, und obwohl alle Räder stillstehen, da müssen sich Gewerkschafter ja richtig freuen. Das ist ja ein Klassiker. Was sagen die nun dazu? Sind die mit dem Erfolg zufrieden?

[00:02:45]

Ja, die waren vor allem sehr zufrieden, haben sich mir gegenüber sehr zufrieden darüber geäußert, wie viel Zustimmung sie unter der Bevölkerung geerntet haben. Dass sie nicht die Menschen verärgert haben, das ist ihnen ganz wichtig. Und was heute auch ganz anders als in den vergangenen Tagen war. Ich habe lange nicht so häufig die Zahl gehört 4,8 Prozent mehr Geld, sondern denen geht es hier heute um Anerkennung und Wertschätzung. Und da habe ich mit einer Busfahrerin gesprochen, die seit 15 Jahren im Dienst ist und die jetzt finde ich ganz eindrücklich geschildert, was wir wollen, dass die Anerkennung für das, was wir leisten.

[00:03:15]

Wir werden euch irgendwie für alles Mögliche verantwortlich gemacht, vor allen und werden auch noch bepöbelt. Nicht nur vor den Fahrgästen, sondern auch vor den Autofahrern. Also ich sage mal so ein Tag als Busfahrer oder Busfahrerin, das ist Kampf. Ich habe das Gefühl, wir wirken auf die Autofahrer wie ein rotes Tuch für den Stier. Und wenn man schon das rote Tuch im Stadtverkehr ist, dann möchte man wenigstens am Monatsende vernünftig bezahlt werden.

[00:03:40]

Ja, ich will gerade sagen reine Annerkennung ist jetzt keine echte Tarifforderungen. Aber um die geht es im Kern. Und wird dafür jetzt noch öfter gestreikt.

[00:03:48]

Na, da wollen wir mal abwarten. Noch sind die Tarifverhandlungen ja in vollem Gange. Also bisher waren es nur Warnstreiks und ich könnte mir schon vorstellen, wenn die nicht zum Erfolg geführt haben bisher, dass es dann noch deutlich weiter gehen wird.

[00:03:59]

Ja, vielen Dank, Anna. Das klang ja ziemlich entspannt an den Bahnsteigkante heute früh. Jetzt frage ich mal Eva Tanzkurse. Die saßen nämlich den ganzen Morgen im Verkehrs Zentrum roter Baum von ganz vielen Bildschirmen und ständig ploppen Meldungen auf Visas, dann auf den Straßen aus.

[00:04:13]

Also alles andere als entspannt. Tatsächlich, das war ich auch schon anders gewohnt. Wir hatten ja öfter mal Streiks, auch im Verkehr. Aber so heftig wie heute Morgen war das tatsächlich so lange. Ich bin noch nie. Also ich hatte eine dunkelrote Stau Karte und es waren vor allen Dingen in der Stadt die Staus, die so lange gedauert haben. Also halbe Stunde länger war völlig normal heute früh.

[00:04:32]

Also man muss mal sagen, du sitzt vor einer ganzen Galerie von Bildschirmen. Du hast Bilder von den Überwachungskameras da am Straßenrand. Du hast Stau. Karten finden wo rote Streifen drauf sind und das war wirklich dunkelrot.

[00:04:44]

Das war heute alles. Komplett dunkelrot werden auch viele Anrufe. Das ist ja immer super. Unsere Hörer sagen ja Bescheid, wo sie gerade stehen und das war quasi komplett. Auf allen wichtigen Straßen, die in die Innenstadt einfach reinfahren, war es komplett voll. Hat mich ehrlich gesagt auch überrascht. Hatte ich jetzt so heftig gar nicht erwartet.

[00:05:00]

Du gibst ja gerne auch mal Ausweich. Da ist mir wahrscheinlich heute ein bisschen die Idee aufgegangen Tatsächlich, wir haben ja auch mit der Hochbahn heute morgen noch telefoniert, mit dem Sprecher Christoph Krämer, und er hat auch gesagt Im Grunde können wir eigentlich gar nichts raten. Das einzige, was heute ja wirklich sicher war, war aufs Fahrrad steigen oder irgendwie zu Fuß. Aber das geht ja auch nur, wenn der Arbeitsplatz wirklich sehr nah ist. Ansonsten müsste man da ja dreieinhalb Stunden einplanen.

[00:05:24]

Ich bin zu Fuß gekommen und habe tatsächlich für mein Gefühl jede Menge Fahrradfahrer gesehen, deutlich mehr als sonst. Du hast es ja auf den Bildschirmen gehabt. War das Bild auch so?

[00:05:32]

Ja, tatsächlich, so detailliert ist es nicht unbedingt aufgelöst. Die hängen ja sehr hoch. Ich kann nicht immer ganz genau auf die. Also ich sehe die Autos und die Lichter. Ich sehe nicht so ganz genau, wo die Fahrradfahrer stehen. Hab mir aber berichten lassen, dass heute am Dammtor, wo es ja eher mal irre voll ist, Fahrer technisch, dass da heute wirklich Horden an Fahrradfahrern standen wohl. Und dass die Roten statt Räder, die man sich ja sonst immer irgendwo noch leihen kann, dass die heute morgen im Berufsverkehr wirklich auch bis halb zehn sehen komplett weg waren.

[00:05:58]

Also die waren wirklich im Einsatz. Heute morgen gab's eine Ecke, wo es wirklich ganz besonders dicke war.

[00:06:03]

Also ich würde sagen komplett innerhalb des Ring IIS. Da war heute morgen wirklich flächendeckend nicht viel zu machen. Ich würde sagen, es fällt mir eigentlich auch keine Ecke ein, wo es nicht besonders dicke war, selbst in Harburg und runter. Also überall.

[00:06:17]

Also bis zwölf ging der Streik. Es wird im Nachmittag dann ein bisschen entspannter sein und morgen können wir auf den Straßen und in den Bussen und Bahnen wieder ganz normalen Betrieb erleben. Zum Glück. Da freuen sich glaub ich viele. Danke, Eva.

[00:06:32]

Es gibt noch mehr zu erzählen vom Tag in Hamburg heute z.B. leider eine schlechte Nachricht für Schülerinnen und Schüler. Bis Jahresende soll es wegen Coruña keine Klassenreise geben, sagt Schulsenator Ties Rabe.

[00:06:44]

Man darf die Augen nicht davor verschließen, dass wir in Hamburg in einer besonderen Situation sind. Als Ballungszentrum, als Metropole sind die Infektionsgefahr hier ohnehin größer. Und wir wollen sehr darauf achten, dass die Schule nicht dazu beiträgt, dass die Infektion sein noch weiter steigen. Daher also keine Klassenreise bis Ende des Jahres. Eintägige Schul Ausflüge in bestimmten Umfänge sind durchaus denkbar. Klassenreise nicht.

[00:07:13]

Und noch was ist neu nach den Herbstferien? Zur Hälfte der Schulstunde gibt's dann eine kurze Pause zum Lüften. Das war der Rat von Experten, die sich außerdem gegen Luftfilter in den Klassen ausgesprochen haben.

[00:07:25]

Entscheidend ist anders als bisher in der Praxis verfahren wird das nicht die ganze Zeit Fenster auf Kipp gestellt werden. Denn das verursacht mehr Kälte als Luftaustausch.

[00:07:36]

Der Hamburger Verkehrsverbund, der sieht bei den Fahrpreise offenbar noch Luft nach oben. Jedenfalls kündigt er Preiserhöhungen für das kommende Jahr an. Im Schnitt werden die Fahrkarten um 1,4 Prozent teurer. Das sind dann z.B. 10 Cent bei einem Nahbereich Ticket oder 30 Cent bei der 9 Uhr Tageskarte. Auch Monats Abos werden teurer und zwar je nach Bereich zwischen 60 Cent und 3 Euro. Und eine richtig gute Nachricht gibt's für 120 Karstadt Beschäftigte in Wandsbek und natürlich auch für die ganze Kundschaft da das Traditionshaus an der Wandsbeker Chaussee.

[00:08:09]

Das ist wohl gerettet. Der Vermieter Union Investment hat wohl Zugeständnisse bei der Miete gemacht. Werck Gangster-Rap macht und seine Band eins acht sieben Straßen BÃnde nennt Er muss natürlich ab und zu auch mal den Harten raushängen lassen, das gehört sozusagen zum Berufsbild mit dazu. Der Rapper Jesus, der hat es aber offenbar übertrieben. Der stand schon mehrfach vor Gericht, diesmal wieder. Und jetzt muss er ins Gefängnis für ein Jahr und sechs Monate. Elke España hat diesen ziemlich spannenden Prozess für uns beobachtet.

[00:08:43]

Was war das für ein Urteil? Und wofür ist er denn eigentlich nun verknackt worden?

[00:08:47]

Ja, er ist verknackt worden. Gleich für eine ganze Palette an Straftaten muss man sagen. Es waren letztendlich vier, die dann zum Urteil gekommen sind. Einmal hat er einer Frau, einem weiblichen Fan, die ein Selfie mit ihm machen wollte, ins Gesicht geschlagen. Dann hat er Drogen besessen. Er hat Waffen besessen. Er hat mit einer Schreckschusspistole Silvester rum geballert, obwohl ihm ausdrücklich verboten worden war, Waffen zu haben. Und dann hat er auch noch versucht, einmal, als er betrunken war, aus einem Krankenwagen eine Sauerstoffflasche zu klauen.

[00:09:13]

Dafür ist er verurteilt worden. Anderthalb Jahre Gefängnis und was dazu kommt, das hast du gerade gar nicht erwähnt. Er muss auch noch eine halbe Million Euro an Strafe zahlen.

[00:09:22]

Geldstrafe zahlen zusätzlich ans Portmonee. Und das heißt schuldig in allen Anklagepunkten.

[00:09:26]

Er ist für alle Angeklagten. Punkt. Ist er heute verurteilt worden? Genau.

[00:09:29]

Ist ihm da an irgendeiner Stelle mal die Kinnlade runter geklappt? Hat er damit gerechnet?

[00:09:33]

Nun, er musste damit rechnen, weil sie das im Prozess eindeutig abgezeichnet hat. Und der Staatsanwalt hatte ja nun auch plädiert auf eine Gefängnisstrafe. Die Kinder hat es ihm aber nicht runter gefallen. Zumindest hat er so getan, als wenn nicht, hat sie schon sehr betont cool gegeben. Heute ist so für seine Verhältnisse relativ unauffällig dahin gekommen. Einfach in schwarz gekleidet, nicht so schillernd wie sonst, hat sich da ganz schnell auf die Anklagebank gesetzt, hat versucht allen Blicken auszuweichen, hat dann aber sehr gelangweilt getan, hat dem Richter kaum in die Augen geguckt.

[00:09:59]

Der Gestus war so. Wann ist das endlich vorbei? Wie lange muss ich das noch über mich ergehen lassen? Aber dass ihn das doch was ausmacht, hat man dann an einer Stelle gemerkt. Da der Richter nämlich zu ihm gesagt, er sei ein sozial Rüpel, er würde sich nie an die Regeln des sozialen Miteinanders halten und da blutet dieses dann zurück. Sie auch.

[00:10:16]

Das ist ja nicht ungewöhnlich, denn die vorherigen Verhandlungen waren auch schon ziemlich turbulent und teilweise lautstark. Er war ja sogar ausgeschlossen vom eigenen Verfahren. Während Anja Verhandlungstage. Was sagt seine Fangemeinde? Waren die heute mit im Gerichtssaal?

[00:10:29]

Nee, da war niemand. Jetzt ist es ganz alleine gekommen mit seinem Anwalt. Es war auch seine Familie nicht da. Er hat ja auch zwei Kinder und natürlich sehr, sehr, sehr viele Anhänger und Anhängerinnen. Da war niemand da. Er hat das Ganze ganz alleine mit seinem Anwalt irgendwie klargemacht.

[00:10:42]

Und ist das jetzt das letzte Wort oder gibt's da noch juristische Möglichkeiten für ihn?

[00:10:46]

Nein, wir können ganz sicher davon ausgehen, dass es noch nicht das letzte Wort war. Der Anwalt hat schon angekündigt oder angedeutet, dass er wohl in Rechtsmittel gehen wird. Und er hat ja selber auf Freispruch plädiert, in allen Anklagepunkten. Natürlich wird er Rechtsmittel einlegen, um zu versuchen, diese hohe Geldstrafe und die Gefängnisstrafe wegzubekommen.

[00:11:03]

Vielen Dank, Gespanne. Zum Schluss noch ein Hamburger Original Alle Dita. Der gehört zum Fischmarkt wie die Elbe. Aber wenn es Ende Oktober wieder losgeht, nach sieben Monaten Pause, dann muss der Markt wohl ohne Dita auskommen. Der ist nämlich über die neuen Regeln da richtig sauer.

[00:11:22]

Ich bin unter diesen Voraussetzungen nicht. Das heißt, wenn wir den Fischschwärme jetzt von 11 bis 15 Uhr. Das ist für mich, also für mich. Jeder hat ja seine Ansicht, aber mit großer Blödsinn. Und für alle, die das hier jetzt in Hamburg gehört haben und die denn auch die investive eigentlich ansprechen. Sie sagen alle Ja, das kann er wolle ja nicht.

[00:11:42]

Und er rechnet damit, dass die erlaubte Zahl von 60 Marktständen gar nicht zusammenkommt. Naja, in einem Monat werden wir sehen. Dann sind wir schlauer. Und das wird morgen in Hamburg interessant. Wie hält sich Hamburgs Arbeitsmarkt in der Korona? EU-Krise für den Monat September werden da neue Zahlen vorgelegt? Die Bürgerschaft debattiert in einer Aktuellen Stunde über Maßnahmen gegen eine zweite Corona Welle und das Forum Tiede Elbe geht in die Schlussrunde. Da haben Hamburg die Nachbarländer, viele Gemeinden und Verbände vier Jahre lang an Vorschlägen für die Zukunft der Elbe gearbeitet.

[00:12:17]

Alles, was sonst noch passiert, gibt's jederzeit frisch in der NDR Hamburg App und ich freue mich auch über Rückmeldungen per E-Mail an Hamburg heute NDR. Das war's für heute. Einen entspannten, schönen Feierabend wünsche ich allen und ich hoffe, wir hören uns morgen wieder. Joe's Hamburg heute von NDR neunzig komma drei Wir sind Hamburg.