Happy Scribe Logo

Transcript

Proofread by 0 readers
[00:00:05]

Das Handelsblatt Morning Briefing von Hans-Jürgen Jakobs. Guten Morgen allerseits! Heute ist Montag der erste September. Und das sind heute unsere Themen das China Syndrom. Joe Bidens späte Attacke Wann wird Siemens Energy Energiefeld?

[00:00:30]

Chinesische Außenminister zu Besuch in Deutschland? Chinas oberster Diplomat ist seine kleine Europatournee als Kundschafter des Friedens angetreten. Doch Außenminister Wang Yi hat sich in Rom und Paris ein paar Kracher geleistet. Mal bezweifelte er, dass das Coronavirus aus China komme. Mal drohte er, Tschechien werde einen hohen Preis dafür zahlen, dass eine Delegation zu Besuch auf Taiwan weilt. Fragen nach Hongkong hat er aggressiv abgebügelt. Keine guten Voraussetzungen also für den Besuch von Wang Yi am heutigen Dienstag in Berlin.

[00:01:05]

Das deutsch chinesische Verhältnis hatte zuletzt arg unter dem Streit rund um Huawei und unter der Unterdrückung von Uiguren in Xinjiang gelitten. Der sind Boote aus Peking dürfte es da schwer haben.

[00:01:18]

Typisch, was die Grünen-Abgeordnete Margarete Bause meinen Kollegen zum China Syndrom sagt. Die chinesische Führung disqualifiziert sich durch immer aggressives Verhalten als strategischer Partner. Die alte Formel Wandel durch Handel wird derzeit in aller Stille abgeräumt. Jetzt geht es um eine Grundsatzfrage Demokratie oder Diktatur? Auch wenn die USA kaum eine lupenreine Demokratie sind und China kaum eine lupenreine Diktatur ist.

[00:01:47]

Spaniens Außenministerin im Interview. In einem Interview mit meinen Kollegen äußert sich arrangiere Gonzales Leia, eine 51 jährige Juristin Freyberg, zu den großen Problemen Fragen dieser Zeit zur Lage im eigenen Land angesichtsder Coruna. Krise, sagt sie. Es gibt keinen Grund für einen weiteren lock down in Spanien, weil das Gesundheitssystem nicht überlastet ist und die Todesfälle nicht exponentiell steigen. 13 Prozent unserer Wirtschaftsleistung erzielen wir aber mit dem Tourismus. Deshalb leidet die spanische Wirtschaft stärker als andere. üBer die Beziehung Europas zu den USA und China sagt sie.

[00:02:25]

Europa sollte sich weder auf die Seite der USA noch auf die Seite Chinas schlagen. Wir müssen mehr in eine europäische Autonomy investieren. Mit Blick auf den Brexit sagt sie Ich sehe mit großer Sorge, dass Großbritannien die Verhandlungen um einen Brexit unglaublich in die Länge zieht. Wir werden kein Abkommen um jeden Preis unterzeichnen und die EU auch nicht. layr macht ganz den Eindruck, als wüsste sie, dass man auf einem Standpunkt stehen kann, man aber nicht auf ihm sitzen sollte.

[00:02:56]

Wahlkampf in den USA. Zunächst hatte es so ausgesehen, als wolle der 77 jährige Joe Biden in den USA im Schlafwagen zur Macht rollen. So defensiv, so amorph wirkte der Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Jetzt aber hat er Adrenalin im Blut. Bei einer Rede in Pittsburgh hat beiden den Amtsinhaber im Weißen Haus attackiert. Er sagte Dieser Präsident kann die Gewalt nicht beenden, weil er sie seit Jahren schürt.

[00:03:21]

Donald Trumps Law and Order Mantra regt den Herausforderer auf, weil es vom Coruña Versagen ablenke. Beiden diagnostiziert eine Politik der Angst. Je mehr Chaos und Gewalt, desto besser ist es für Trumps Wiederwahl. Auch an der tödlichen Gewalt am Rande von Rassismus Protesten habe Trump Mitschuld. Es brennen Feuer, und wir haben einen Präsidenten, der die Flammen anfachen, beiden zufolge, seit Trump im Moment unfähig, seine eigenen Anhänger dazu aufzurufen, nicht weiter wie eine bewaffnete Miliz in diesem Land aufzutreten.

[00:03:54]

So etwas nennt man Feind Beobachtung.

[00:03:58]

Russland In Wladimir Putins Russland gilt eine Maxime Nur ein stummer Kritiker ist ein guter Kritiker. Diesen Zustand der Stummheit kann man durch hässliche Methoden wie Verprügeln oder Vergiften, Fenstersturz oder Faschos erreichen. Um sein Leben zu retten, wurde kürzlich der im Koma liegende Oppositionsführer Alexej Nawalny nach Berlin überführt. Jetzt ist der Kreml-Kritiker Igor Schukow brutal zusammengeschlagen worden. Der bekannte Blogger, der das Krankenhaus wieder verlassen hat, arbeitet für den Sender Echo of Moskau. Er hat auch Nawalny interviewt. Wie gehabt, weiß der Graeme nichts zu den Vorgängen.

[00:04:36]

Er hofft aber auf Bestrafung der Verantwortlichen. Früher führte der KGB in solchen Fällen Regie. Heute vermutlich der Inlandsgeheimdienst FSB.

[00:04:47]

Siemens Energy strebt den Börsengang an. Man hat sich an der Börse ja an einiges gewöhnt. Zum Beispiel daran, dass der chronisch defizitäre essen. Zusteller Delivery Hero ein Dax-Konzern sein soll. Fragen wirft auch Siemens Energy auf. Das Unternehmen strebt den Börsengang am 28. September an. Offenbar ist die Firma nicht gerade im Wettkampf Modus. Das aktuelle Staccato von CEO Christian Bruch lautet Die Kostenbasis muss runter, Komplexität muss raus, und wir müssen unsere Produkte selektiver auswählen. Allem Anschein nach wird es nicht bei weltweit 75 Produktionsstandorten bleiben.

[00:05:25]

Es stehen Schließungen an. öffentliche Proteste wie im Jahr 2017 beim damals beabsichtigten Aus für das Werk in Görlitz sind zu erwarten. Erst mittelfristig will Siemens Energie aus der Kohle aussteigen. Das dürfte den Streit mit Klima, Aktivisten und grünen Investoren anheizen. Auf dem heutigen Kapitalmarkt Tag werden dem Konzern keine Vorschusslorbeeren gereicht, umreißt unsere Titelgeschichte Status. An der Konstruktion Siemens Energy muss anders als zuletzt hohe Margen liefern und damit auch zu einer Art Delivery Hero werden.

[00:06:01]

Und dann ist da noch Daniel Barenboim Am heutigen Dienstag eröffnet der Weltklasse Musiker vor vergleichsweise vollen Rängen im Berliner Pierre Boulez Saal die neue Saison. Man sitzt hier nicht so weit auseinander, wie die lokale Kulturbehörde das will. Statt auf ein Meter fünfzig Abstand sitzen die Besucher einen Meter voneinander entfernt. Das hatten die jüngst beendeten Salzburger Festspiele so vorexerziert Die Barenboim Said Akademie, zu der der Boulez Saal gehört, wird nämlich von der Kulturstaatsministerin und dem Bundes Außenministerium finanziert, nicht vom Berliner Senat.

[00:06:36]

So werden heute weniger als die Hälfte der Plätze besetzt sein. Das dient der eigenen Autonomie genauso wie der Kassenlage. Die Maske ist Pflicht. Es wird unter anderem Schubert und Mozart zu hören geben. Mozart nannte einmal sein wichtigstes Motivations Mittel, das ich ein ehrlicher Teuscher bin. Ich wünsche Ihnen einen wohltemperierten Tag. Es grüßt sie herzlich, ihr Hans Jürgen Jakobs.

[00:07:06]

Ab 17 Uhr sprechen wir bei Handelsblatt Today über alle Themen, die die Finanzwelt bewegen. Das kann auch das Thema Nachhaltigkeit sein, das in allen Bereichen unseres Lebens immer wichtiger wird und längst auch in der Finanzwelt angekommen ist. Denn immer mehr Anleger achten bei ihren Investments auf Nachhaltigkeit und stellen höhere Anforderungen an Unternehmen. Dieses und andere Themen präsentiert von unserem Initiativ Partner der Hypo-Vereinsbank, Kriwet, Weinkellern. Das war das Handelsblatt Morning Briefing von Hans-Jürgen Jakobs, gesprochen von Peter Hoffmann.