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[00:00:05]

Das Handelsblatt Morning Briefing von Hans-Jürgen Jakobs. Guten Morgen einerseits. Heute ist Montag der 17. August und das sind unsere Themen Reisewarnung für Spanien, Chaos in Bayern, deutsche Panzer für ägypten.

[00:00:29]

Im Folgenden hören Sie eine kurze werbliche Einspielung. Danach geht es mit dem Morning Briefing weiter.

[00:00:35]

Dieser Podcast wird präsentiert von Der Idiot Sia und GHTC im unternehmenseigenen Podcast der Experten für Banking und Informationstechnologie. Dreht sich alles um Leben, Arbeiten, Denken und Sicherheit der Zukunft. Von Transformation über Blockchain bis hin zu KF spricht Sarah Ox mit ihren Gästen über die Trends von morgen und übermorgen. Der Podcast ist auf allen gängigen Streaming Plattformen verfügbar. Weitere Informationen und den Link zum Podcast gibt es in den Schauff Notes.

[00:01:08]

Coruña im Urlaub. Für wen wird es die nächste Reisewarnung geben? Mitten im Sommerferien Zyklus droht ein touristisches Land nach dem anderen auszufallen. Den Anfang machte am Wochenende einen Wer Digg des Auswärtigen Amts gegen Spanien inklusive der Balearen. Auf Mallorca ist daraufhin so etwas wie der Fremdenverkehrs Notstand ausgebrochen. Ins Zentrum der Betrachtung rücken auch Kroatien und vor allem unser Nachbarland Frankreich. Dort wurden am Samstag 3000 310 neue Infektionsquelle registriert. Der kritische Wert für Paris, ermittelt vom Robert-Koch-Institut, ist überschritten.

[00:01:46]

Gesundheitsminister Jens Spahn warnt, dass es in Deutschland mehr Ansteckungen, Durchreise, Rückkehrer gebe. Aber auch lokale Ausbrüche, die meist mit Feierlichkeiten zusammenhing, bereiteten Sorgen. Niemand wäre über neue Regeln und Grenzen für solche Events überrascht.

[00:02:05]

Positive ohne Namen den eigenen Coruna Test Flop kann das Bundesland Bayern entgegen aller Ankündigungen nur unvollständig korrigieren. Am Mittwoch hatte die Regierung zunächst zugeben müssen, dass 44 000 Heimkehrer nach vielen Tagen immer noch kein Testergebnis erhalten hatten. Darunter waren mehr als 900 Infizierte. Nun stellt sich heraus, dass 46 der positiv Getesteten wohl nie mehr aufzufinden sein werden. Offenbar fehlen hier zum Test die Identitätsnachweis. Man arbeite unter Hochdruck an dem Problem, erklärt die Ablöse reif wirkende Gesundheitsministerin Melanie Huml von der CSU.

[00:02:45]

Im Zeugnis stünde Sie hat sich nach besten Kräften bemüht und es trotzdem nicht geschafft.

[00:02:52]

Grüne wollen Kanzler In ihrer stupenden Autosuggestion der letzten Tage wirkt die SPD, als schrieben wir 1997 und als werde Olaf Scholz in einem Jahr der neue Gerhard Schröder sein. Die Verhältnisse rückt jetzt Robert Habeck zurecht. Dessen Grüne liegen in Umfragen mit 20 Prozent immer noch um einige Punkte vor den Sozialdemokraten. Also gab der kommunikativ wiederholt mit Schusseligkeit ausgefallene grüne Parteichef im Sommerinterview den großen Zampano, der die Union stürzen will. Niemand kämpft um Platz zwei, der zweiter ist. Wir kämpfen um die Führung im Land.

[00:03:33]

Auf die naheliegende Frage, wer von den ambitionierten Grünen als Kanzlerkandidat antreten wird, spielt Habeck erkennbar auf Zeit. Sich 13 Monate vor der Wahl festzulegen, meint er. Das wäre so, als wenn man vor Anpfiff der Bundesliga schon auf den Platz laufe. Dort wird also unser Finanzminister noch ein paar weitere Wochen einsam im roten Leibchen seine Runden drehen. Joe Biden, zweieinhalb Monate vor der US-Präsidentschaftswahl beginnt der Nominierungsparteitag der Demokraten in Milwaukee heute als weitgehend virtuelle Veranstaltung. Unter dem Motto Amerika Verein wird Joe Biden als Kandidat gekürt werden.

[00:04:15]

So viel ist sicher. In Umfragen liegt der Ex-Vizepräsident derzeit bei 50 Prozent. Seine Stärke resultiert jedoch unmittelbar aus der Schwäche des Amtsinhabers Donald Trump. Der kommt auf nur 41 Prozent. Da aber beiden selbst nicht gerade Enthusiasmus verbreitet, hat Trump am Ende noch alle Chancen einer Korrektur. Im Schlafwagen wird auch Joe Biden nicht zur Macht gelangen. Aufruhr in Belarus Wenn es nach den symbolischen Bildern geht, ist die Lage in Belarus eindeutig. Nur 10000 Claqueure brachte die von Alexander Lukaschenko zwecks Machterhaltung organisierte Demonstration am Wochenende zusammen.

[00:04:56]

Der bestellte Jubel für Europas letzten Diktator wies erkennbar Blößen auf. Die Oppositionellen dagegen, aufgebracht durch eine plumpe Wahlfälschung und massive Staats übergriffe, kamen bei ihrem Marsch der Freiheit auf mehr als 100 000 Unterstützer. Ein wenig Beistand sicherte sich der Präsident in Minsk in dieser misslichen Lage durch ein Telefonat mit dem russischen Potentaten Wladimir Putin. Danach zeigte sich Russland bereit, gegebenenfalls bei einem Angriff von außen militärisch zu helfen. Wie man sich halt so unter Brothers in Arms verständigt.

[00:05:34]

Panzer, die, als es die Sowjetunion noch gab, war der Schützenpanzer BMP 1 auch beim Bündnispartner DDR populär. Nun stellt sich nach einer Entwicklungsgeschichte aus unserer Redaktion die Frage, wie ein dieser Panzer aus den früheren Beständen der Nationalen Volksarmee NVA über Griechenland nach ägypten kommen konnten. Dort betreibt Abdel Fattah al-Sisi eine rustikale Diktatur. Während das deutsche Verteidigungsministerium auf Anfrage seine völlige Unkenntnis über den Verbleib der N-VA faltbare dokumentiert, spricht eine öffentliche Meldung Griechenlands an das Waffenregister der Vereinten Nationen eine ganz andere Sprache.

[00:06:17]

Danach läge bei den Panzern ein Export Salander Transnational Agreement vor. Schon in der Vergangenheit übrigens hat die Bundesregierung dem Nato-Partner in Athen den Weiterverkauf von BMP 1 Panzern generös erlaubt. Wirtschaft schöpft Hoffnung. Wenn die Nacht am dunkelsten ist, naht mit Gewissheit die Morgendämmerung. So verbreitet Merck Chef Stefan Oschmann vorsichtigen Optimismus. Corona habe uns vor allem im April und Mai schwer getroffen. Im Juni haben wir aber schon wieder ganz andere Daten gesehen, sagt er. Infineon, RWE und Deutsche Telekom hoben sogar die Jahresprognose an.

[00:06:58]

Die Rückschau fällt allerdings sehr grau aus. Vor Steuern, Zinsen und einmaligen Rückstellungen verdienten die 30 Dax-Konzerne im ersten Halbjahr exakt fünf und vierzig komma sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Das Umsatzminus lag bei 13 Prozent, wie mein Kollege Ulf Sommer berechnet hat. Vor allzu großer Euphorie sei deshalb gewarnt Das Licht am Ende des Tunnels. Das kann manchmal auch nur die Front Beleuchtung des entgegenkommenden Zuges sein. Kirchweg Nach dem bisher erfolgreichsten Börsengang der Deutschen Biotech Industrie geht die Tübinger Firma Kirchweg in die Offensive.

[00:07:37]

Am vorigen Freitag hat sie sich an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq einen Wert von fast zehn Milliarden Dollar geschaffen. Der Kurs je Aktie stieg beim IPO von anfänglich 16 Euro auf knapp 56 Euro. CEO Franz Werner Haars bezieht im Handelsblatt-Interview Position. Die Coruna Pandemie lieferte uns den Anlass, unsere Leistungsfähigkeit als Impfstoff Entwickler unter Beweis zu stellen. Haars weiter. Momentan ist das kein Wettlauf gegen die Wettbewerber, sondern ein Wettlauf gegen die Zeit. Wir müssen versuchen, eine Hemmerden Immunität zu erzeugen, um diesen Ausnahmezustand in den Griff zu bekommen.

[00:08:16]

Was den Preis für einen möglichen Coruña Impfstoff angeht, bleibt der CEO vage. Wir haben erhebliche Summen investiert. Diese Kosten müssen bei der Preisbildung berücksichtigt werden. Aber der Impfstoff sollte möglichst für alle Menschen bezahlbar sein. Vom Höhenflug der Firma profitiert unterm Strich auch der Bund als Aktionär. Diesmal ist der Staat kein lausiger Unternehmer.

[00:08:41]

Knauß Paprika Soße. Und dann ist da noch die alt erprobte Lebensmittel Marke Knorr, deren Suppen einst Franz Beckenbauer demonstrativ im TV-Spot schlürfte Kraft auf den Teller, Knorr auf den Tisch. In heutigen Zeiten geht es nicht um werbetechnisch kaiserliche Auftritte, sondern um politisch korrektes Verhalten. Deshalb macht der Knorz Mutterkonzern Unilever nun aus der hauseigenen Zigeuner Soße eine Paprika Soße ungarischer Art. Dabei muss man wissen, dass Sinti und Roma unter dem ungarischen Viktor Orbán noch mehr diskriminiert werden als früher. Dabei macht der insgesamt wachsende Antiziganismus in Deutschland und Europa dem Zentralrat der Sinti und Roma große Sorgen und weniger, ob noch jemand Zigeuner Schnitzel auf der Speisekarte hat.

[00:09:29]

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche.

[00:09:32]

Es grüßt sie herzlich. Hans Jürgen Jakobs.