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[00:00:03]

Hallo und herzlich willkommen zu Handelsblatt Today, dem Podcast direkt aus unserem Düsseldorfer Newsroom. Von Montag bis Freitag sprechen wir mit Experten über die relevantesten Themen des Tages und darüber, was die für die Finanzwelt bedeuten. Heute ist Mittwoch der 26. August, und mein Name ist Lena Puja.

[00:00:27]

Manchmal braucht es nur ein paar Einsen und Nullen, um ein ganzes System zum Wanken zu bringen. Satoshi Nakamoto ist das Phantom, das die Alleinherrschaft altbewährter Währung unter der allerersten Kryptowährung begraben hat.

[00:00:41]

Dem Bitcoin verteufeln das digitale Geld so wie Berkshire Hathaway, Vize-Präsident Charlie Manga und die anderen essen, schlafen und atmen Bitcoin sowie die berühmten Winkel Fossett Zwillinge von sich selbst behaupten, die zu den ersten Bitcoin Milliardären zählen. Man mag von einem virtuellen Zahlungsmittel halten, was man will, ignorieren aber kann man es nicht. Nach einem nervenaufreibenden Auf und Ab und dem Coruna Crash im März hat der Bitcoin in den letzten Monaten wieder enorm an Wert zugelegt und kürzlich ein neues 52 Wochen hoch erreicht.

[00:01:28]

Mittlerweile hat auch die Politik eingesehen, dass der Crypto Hype um Bitcoin, ethereum und Co. kein vorübergehender Trend ist, sondern die Finanzmärkte nachhaltig beeinflussen wird. Unter Experten munkelt man sogar, es könne eine Alternative zu einer wertvollen Krisen Währung sein.

[00:01:53]

Bitcoin, PayPal.

[00:01:59]

Mitgründer Peter Thiel ist sich also schon mal sicher Bitcoin ist eine echte Alternative zu Gold. Ob das wirklich stimmt? Das klären wir gleich im Interview mit dem Top-ökonomen Philipp Santner, der das Blockchain Center an der Frankfurt School of Finance leitet. Außerdem haben wir eine kleine Sneak Peek für sie. Morgen findet nämlich die virtuelle Hauptversammlung des Medizin und Gesundheits Unternehmens Fresenius Medical Care statt. Während andere Unternehmen der Branche unter der Pandemie deutliche Einbußen verzeichnen mussten, will der Dax-Konzern kräftig weiterwachsen.

[00:02:31]

Aber schafft er das? Auch den Bilanzstichtag gibt es am Ende der Folge mit meiner Kollegin Meike Takeda.

[00:02:41]

Für den Marktbericht zahlten wir jetzt nach Frankfurt in unsere Finanz Redaktion. Bei mir in der Zeitung ist Handelsblatt Korrespondent Frank Wiebe. Die Bundesregierung hat beschlossen, die Coruña Hilfen zu verlängern. Und die wichtigste Maßnahme dabei ist die Verlängerung des Kurzarbeitergeld. Allein dafür sollen zehn Milliarden Euro in die Hand genommen werden. Wie wirkt sich das denn auf die Aktienmärkte aus?

[00:03:03]

Was heute auffällt, ist, dass die Automobil Aktien relativ gut laufen. BMW, Daimler, Volkswagen und ich denke da, da gibt es einen Zusammenhang, weil das gibt natürlich Sicherheit, wenn man weiß, wenn es noch einmal zu Einbrüchen in der Nachfrage kommt. Dass der Staat dann ein bisschen mithilft, einfach den Betrieb weiter zu finanzieren, darum geht es ja letztlich, den Betrieb und die Bild und die Beschäftigten weiter zu finanzieren. Und deswegen glaube ich, dass das eine gute Nachricht ist.

[00:03:32]

Speziell natürlich für die für diese Branche, aber auch für den Dax insgesamt.

[00:03:37]

Gibt es denn sonst noch etwas, das die Börsianer in Aufregung versetzt?

[00:03:40]

Naja, was manche etwas nervös macht. Und das gilt jetzt nicht speziell für Deutschland, sondern weltweit. Das ist einfach die Tatsache, dass morgen Jai Paul, der Chef der US-Notenbank, der Fed, eine wichtige Rede halten wird. Bei einer virtuellen Konferenz der Sohne in Jackson Hole Konferenz. Und viele Leute erwarten, dass er da möglicherweise Andeutungen macht, wie sich die Strategie der Fed in Zukunft verändern wird oder wie sie sich erweitern wird. Und da gibt es Spekulationen, dass die Zinsen noch länger sehr niedrig bleiben können.

[00:04:19]

Noch etwas mehr Inflation toleriert werden könnte. Und je nachdem, ob er diese Spekulationen bestätigt oder vielleicht sogar enttäuscht kann, ausborgen gewisse Cours Reaktionen geben. Und das führt dazu, dass manche Investoren heute einfach die Füße still halten und sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen wollen. Ich danke dir, Frank!

[00:04:44]

Bevor wir jetzt gleich in das große Interview starten, haben wir noch eine kurze Empfehlung für Sie, denn das Handelsblatt hat neben der Zeitung, der Website und natürlich den Podcasts noch spannende Produkte zu bieten.

[00:04:55]

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[00:05:24]

Bitcoin und Gold haben einiges gemeinsam. Und dabei spreche ich nicht von Warren Buffetts ursprünglicher Abneigung gegen beide Assets. Beide Assets werfen keine Zinsen ab, und beide erlebten in den letzten Wochen ein Comeback der Superlative. Wie lange aber wird sich das halten? Wird es bald ein Bitcoin Verbot geben? Und kann die junge Kryptowährung wirklich mit einem Rohstoff mithalten, der sich seit Jahrhunderten bewährt? Börsenexperte Manuel Koch hat für uns genau darüber mit dem Top-ökonomen Philipp Santner gesprochen.

[00:05:58]

Wir haben ja gesehen Nach Corona sind die Aktienmärkte ordentlich eingebrochen. Sie haben ja schon im März gesagt, dass Bitcoin einer der Gewinner sein könnte und in Anführungsstrichen auch ein sicherer Hafen. Sehen Sie Bitcoin als sicheren Hafen? Die Frage ist wann. Ehrlich gesagt Stand heute ist Bitcoin noch kein sicherer Hafen. Dafür ist es noch zu wackelig. Da ist der Markt noch zu dünn, die Liquidität zu gering, die Technik noch nicht richtig verstanden. Und deswegen kann man heute noch nicht von einem sicheren Hafen sprechen.

[00:06:28]

Jetzt stand heute hier Sommer 2020. Aber Bitcoin hat die Charakteristika, analog zu Gold mal ein sicherer Hafen zu werden. Das würde dann auch mit einer Wertsteigerung einhergehen. Und zwar deswegen, weil Bitcoin eine ähnliche Architektur hat wie Gold. Man gerne noch gleich drauf eingehen, wenn gewünscht. In jedem Falle aber kann man hier erkennen, dass Bitcoin in der Zukunft ein sicherer Hafen werden könnte. Und dann wird es natürlich spannend. Dann würde der Preis wahrscheinlich bis zu dem Zeitpunkt steigen.

[00:06:58]

Aber bis jetzt? Im Prinzip ja. Das kann man sehr schön illustrieren. Den folgenden Fakt Ungefähr sieben Milliarden Menschen auf der Erde kennen Gold und wissen das Gold werthaltig ist seit Tausenden von Jahren. Und wer, bitte schön, auf der Welt weiß, dass Bitcoin möglicherweise ein ähnliches Charakteristikum hat? Wahrscheinlich ein paar zehntausend, vielleicht ein paar hunderttausend. Und all das erst seit ein paar Jahren. Das zeigt ganz, ganz, ganz klar das Gold als sicherer Hafen in unserer Gesellschaft und in unseren Köpfen weltweit verankert ist seit Jahrhunderten von Jahren.

[00:07:31]

Und bei Bitcoin möglicherweise diese Entwicklung gerade erst beginnt.

[00:07:35]

Und das Merkmal, was beide haben, ist Gold kann nicht künstlich hergestellt werden, und der Bitcoin ist auch auf 21 Millionen Stück begrenzt. Ist das so? Diese Limite hat ein wichtiges Merkmal.

[00:07:48]

Exakt, ganz genau. Bei Bitcoin und bei Gold gibts eine ganz große Gemeinsamkeit, nämlich dass die Anzahl oder das Volumen des verfügbaren Gold beschränkt ist, genauso wie die Anzahl der verfügbaren Bitcoins. Und das Erzeugen von Gold und von Bitcoin ist eben relativ mühsam und kostet sehr viel Energie. Bei Gold kann man das sehr gut durch die ganzen Goldminen. Da braucht man entsprechendes Equipment. Ich brauch Backer und man muss tief durch die Erde durch, um nach Gold zu suchen.

[00:08:18]

Das heißt, ich muss sehr viel Energie und Ressourcen aufwenden, um Gold zu fördern. Wenn ich das Gold habe, kann ich es am Markt verkaufen und habe den entsprechenden Erlös. Bei Bitcoin ist das ganz ähnlich, aber eben elektronisch. Ja, ich habe dort Server, Data Mining, Anlagen, Prozessoren, die rabenschwarz je nach Bitcoin, das heißt Mining, und je mehr Energie ich aufwändig. Je mehr Ressourcen ich reinstecken, desto eher ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass ein Bitcoin Obasi erzeugt wird.

[00:08:48]

Kann ich dann am Markt verkaufen und kann dafür meine Kosten decken? Hier sieht man, dass die Architektur relativ ähnlich ist. Und das und einige andere Aspekte natürlich auch. Führe dazu, dass Bitcoin aus meiner Sicht in der Zukunft absolut das Zeug dazu hat. Ein sicherer Hafen für Wert zu werden. Wenn wir mal auf den Kurs schauen in den letzten Jahren Dezember 2017 war ja der Höhepunkt Bitcoin über 20 oder bei 20 000 Dollar etwa. Dann kam der große Fall unter die 4000 Dollar Marke, und jetzt sind wir wieder über 10000.

[00:09:21]

Aber wir sehen ja wahnsinnige Schwankungen. Dann in relativ kurzer Zeit.

[00:09:25]

Ja, der Bitcoin Preis war vor einigen Jahren vor zwei Jahren ungefähr ungefähr bei 20000 US-Dollar ist dann über Monate hinweg hat es sich nicht gut entwickelt, dann hat er sich gerade wieder berappelt. Dann kam Corona und ist kurzzeitig unter 4000 Dollar gefallen. Inzwischen sind wir bei 1000 oder 12000 US-Dollar. Es ist wie eine Achterbahnfahrt. Wie aber auch bei anderen Kapitalmarkt notierten Titeln wie z.B. Aktien. Ja, auch da gilt das Gebot von Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachrichtenlage gut ist, dann steigt der Preis.

[00:10:00]

Wenn die Nachrichtenlage schlecht ist, zum Beispiel negative Regulierung oder ähnliches, dann fällt der Preis. Und dementsprechend ist das wiederum kombiniert mit einer sehr geringen Liquidität, der Grund dafür, dass die Liquidität, der Preis extremst schwankt. Aber ich bin trotzdem sehr stark der überzeugung, dass der Preis der Einpreisen großes Potenzial hat, mittelfristig zu steigen, weil man. Zahlreiche Länder progressive, konstruktive Regulierung gegenüber kryptowährungen machen oder gemacht haben. Deutschland ist hier im übrigen Vorreiter. Das ist bemerkenswert und dementsprechend natürlich auch Banken, Börsen, Asset-Manager und so weiter.

[00:10:40]

Hier und da vor allem in Deutschland und in der Schweiz. Infrastrukturen aufbauen, um professionelle Anleger in diese Assetklasse investieren zu lassen. Und das wird man sehen, dass sie all diese Firmen Börse Stuttgart, Deutsche Börse und andere beschäftigen sich ja nicht zum Spaß mit dieser neuen Technologie, sondern die erwarten natürlich, dass Anleger möglicherweise Interesse daran haben. Das würde dazu führen, dass sie das Geld in das System eingespeist wird. Dann steigt die Nachfrage und mithin auch der Preis.

[00:11:10]

Und diese gesamte Logik? Zusammengefasst glaube ich, dass wir für den Bitcoin eigentlich ein relativ spannendes, restliches Jahr 2000 €20 haben müssten und natürlich auch ein sehr spannendes Jahr 2021. Diese ganzen Regulierungen sind die eher positiv. Oder kann es vielleicht auch noch einmal kommen, dass irgendein Land sagt Wir verbieten Bitcoin?

[00:11:30]

Momentan ist zu beobachten, dass alle Länder der Welt grundsätzlich relativ konstruktiv agieren. Es gibt quasi relativ selten ein komplett Verbot. Wenn dieses bestand, wurde dies teilweise auch wieder zurückgenommen oder kanalisiert durch eine entsprechend gute, konstruktive, vielleicht aber auch kritische Regulierung, aber konstruktiv allemal. Mit ein paar Ausnahmen. Und auch in Amerika kann man das jetzt beobachten, dass so langsam eine entsprechende Offenheit hier entsteht. Das heißt auch die Angst von den Amerikanern, dass Beispiel der Dollar durch Bitcoin ersetzt werden könnte, ist aus meiner Sicht hier als unbegründet zu erkennen.

[00:12:08]

Das zeigt die Regulierung, weil selbst Amerika das Thema Bitcoin bis heute tendenziell eher konstruktiv anfasst und nicht destruktiver bietet.

[00:12:18]

Wenn Sie die Deutsche Börse und die Börse Stuttgart ansprechen was kommt denn da von deutscher Seite auf Anleger zu?

[00:12:24]

Die Grundsatz Unterscheidung ist zwischen Privatanlegern und professionellen Investoren, also quasi Unternehmen oder Asset Manager, die investieren. Und da ist es so, dass die Börse Stuttgart jetzt schon seit 1,5 Jahren ihr Produkt live hat. Man mutmaßt, dass es inzwischen auch mehr als 100 000 Benutzer gibt, die bei der Börse Stuttgart über die App Bitcoins eingekauft haben. Dazu muss man wissen, dass es in Deutschland ungefähr 1 bis 1,2 Millionen Bitcoin Besitzer gibt. Natürlich primär jüngere Leute 1,00 minus und zu 95 Prozent männlich.

[00:12:59]

Leider. Damit hat die Börse Stuttgart schon einen relativ großen Erfolg erzeugt. Jetzt, in den letzten 1,5 Jahren, ist aber nur im Privatkunden Segment aktiv. Gemeinsam mit zwei anderen Firmen in Deutschland. Und jetzt wirds spannend, weil jetzt kommt so langsam der institutionelle Markt, also die professionellen Anleger, in Schwung. Und da gibts natürlich auch ein Produkt von der Börse Stuttgart, was das anbietet. Aber auch die ersten Zertifikate werden jetzt gelistet. So zum Beispiel auch Bitcoin Zertifikate im Xetra-Handel, die man sich einbuchen kann.

[00:13:31]

Bei einem normalen Online-Broker. Das sind alles Kanäle, um Profi, Investoren, aber auch Privatanlegern zu ermöglichen, in diese Assetklasse zu investieren. Und da tut sich sehr viel. Quasi im Monatsrhythmus gibts hier neue tolle Ankündigungen. Das heißt für Sie aber Bitcoin gehört heutzutage in einen DBU, wohlwissend, dass es Risiken birgt.

[00:13:52]

Das muss natürlich jeder selbst entscheiden. Das Thema Bitcoin ist riskant. Auf alle Fälle gleichermaßen sind aber auch die Chancen relativ groß. Ich persönlich bin schon der Meinung, dass es eine sehr gute Ergänzung ist für ein Portfolio in kleinerem Ausmaß, vor allem deswegen, weil es nachweislich unkoordiniert ist mit anderen Assetklassen. Es ist ja genau das, was ein Anleger sich wünscht. Da gibt es eine hören. am Aktienmarkt. Dann wünscht man sich, dass man Assets im Portfolio hat, die diesen darunter nicht machen, wohlwissend, dass der Crash im März ein Event war, also eine Ausnahme war.

[00:14:28]

Und deswegen kann man schon basierend auf allen Metriken und vor allem auf dem Potenzial, was man Bitcoin erkennen kann, schon festhalten, dass Bitcoin eine gute gute Möglichkeit ist, als Portfolio beimischung? Definitiv, sagt Professor Philipp Sandner. Er leitet das Frankfurter Scuol Blockchain Center. Vielen Dank für Ihre Einblicke! Vielen Dank!

[00:14:52]

Fresenius dürfte dieser Tage wohl neidisch zu seiner Tochter Fresenius Medical Care blicken. Wir sind der Gesundheitskonzern seine Jahresziele wegen der Pandemie herunterfahren muss, hat sich das Tochterunternehmen ambitionierte Ziele gesetzt. Fresenius Medical Care will trotz Krise weiter wachsen. Meine Kollegin Meike Takeda hat sich die Bilanz angeschaut. Meike Morgen findet die virtuelle Hauptversammlung statt. Gibts da Grund zur Freude?

[00:15:19]

Für die Aktionäre gibt es auf jeden Fall Grund zur Freude, weil die bekommen die 23. Erhöhung in Folge Das ist ja nicht selbstverständlich. Die fällt zwar jetzt mit 2,6 Prozent Wachstum auf einen Euro 20 nicht ganz so groß aus, aber immerhin das ist schon die 23. Erhöhung in Folge. Und Fresenius Medical Care insgesamt präsentiert sich ziemlich robust. Sie hat in der Krise auch zugelegt an Umsatz und Gewinn. Das liegt an verschiedenen Gründen, aber unter anderem auch daran, dass insbesondere in den USA staatliche Unterstützungszahlungen geholfen haben.

[00:15:55]

Jetzt haben viele Unternehmen ihre Gesundheits Unternehmen die Auswirkungen der Pandemie ja deutlich zu spüren bekommen. Viele medizinische Behandlungen mussten abgesagt oder verschoben werden. Warum kann denn dann ausgerechnet Fresenius Medical Care weiterwachsen? Wie grenzt sich das Unternehmen von seinen Wettbewerbern ab?

[00:16:12]

Fresenius Medical Care ist der weltweit größte Anbieter. Das Unternehmen macht rund 80 Prozent seines Geschäftes mit Dialyse Leistungen. Menschen mit Nierenversagen sind darauf angewiesen, regelmäßig zur Dialyse zu gehen, damit ihr Blut gewaschen wird. Das kann bis zu dreimal die Woche sein. Ein Besuch in einem Dialyse, Zentrum notwendig ist. Diese Behandlung kann eben auch nicht so ohne weiteres verschoben werden. Das ist ein gewichtiger Grund. Der andere Grund ist, dass auch das Produktionschef von Fresenius Medical Care in der Coruna Krise gewachsen ist, weil die Geräte eben auch zur Versorgung schwerkranker Patienten benötigt worden sind.

[00:16:48]

Wie will Fresenius Medical Care denn sein Wachstum weiter vorantreiben? Welche Pläne hat es denn?

[00:16:54]

Ein ganz entscheidender Wachstumstrend im Dialyse Markt ist, dass immer mehr Menschen gerne zuhause behandelt werden möchten oder sich selbst behandeln. Mit der Heim Dialyse und Fresenius Medical Care hat dazu ein US-Anbieter gekauft, mit dem das Geschäft insgesamt noch ausgebaut werden soll. Die Halmen Dialyse hat auch schon gut zugelegt. Im zweiten Quartal dieses Jahres konnte Fresenius einen Patienten Zuwachs um mehr als 15 Prozent Dialyse verzeichnen.

[00:17:26]

Trotzdem ist nicht alles positiv in der Bilanz. Fresenius Medical Care hat im letzten Jahr enorme Schulden in Höhe von 7,3 Prozent gemacht, und die operative Marge ist von sieben und zehn komma sechs auf fünf und zehn komma acht Prozent geschrumpft.

[00:17:40]

Das letzte Jahr war ein übergangsjahr. Da hat Fresenius Medical Care auch viel investiert, um Strukturen zu verbessern, insbesondere auch im Dienstleistungsbereich. Das ist ein Grund. Der Zukauf von zwei Milliarden Dollar in dem Fall ist ein weiterer Grund. Und dann muss man auch sagen, dass durch neue Bilanzierung der Verbindlichkeiten sich die Zahlen eben auch verändert haben.

[00:18:03]

Wenn ich jetzt als Privatanleger neu einsteigen will, belohnen sich Fresenius Medical Care Aktien. Für mich gibt es derzeit Wettbewerber aus der Branche, die vielleicht vielversprechender sind.

[00:18:15]

Gesundheits Unternehmen insgesamt gelten ja immer so ein bisschen als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten. Natürlich während der Corona Pandemie differenziert zu sehen. Manche profitieren, manche eben auch nicht. Ich denke, unterm Strich muss man sagen Fresenius Medical Care ist bisher sehr gut geschlagen, und auch die Analysten sind mehrheitlich der Meinung, dass diese Titel noch investiert werden kann. Das Kursziel beispielsweise liegt aktuell bei mehr als 85 Euro, und der Kurs notiert heute etwas über 73.

[00:18:54]

So schnell ist die Folge für heute auch schon wieder vorbei. Redaktionsschluss war wie immer um 16 Uhr. Haben Sie noch offene Fragen? Möchten Sie Lob oder Kritik mit uns teilen? Dann schreiben Sie uns gern. Sie erreichen uns unter Today Handelsblatt. Für mich heißt das jetzt Mikrofon aus und für Sie hoffentlich abschalten. Schönen Feierabend. Bis morgen.