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Herzlich willkommen zu Handelsblatt Today. Wir sprechen von Montag bis Freitag in rund 20 Minuten über aktuelle Nachrichten und deren Bedeutung für die Finanzwelt. Heute ist Dienstag der 25. August, und ich bin Mary Abdel Asis Deezer.

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Normalerweise sind die Parteitage für den US-Wahlkampf ein riesen Happening gefüllte Stadien, Feuerwerk, laute Musik, Tränen auf der Bühne so wie vor vier Jahren in Cleveland.

[00:00:57]

In Zeiten von Coruna geht es aber auch in Amerika etwas gediegener zu. Ohne große Bühne, ohne Publikum. Von emotionalen Reden hält das allerdings keinen der beiden Präsidentschaftskandidaten ab. Weder Trump, der gestern offiziell von den Republikanern als Kandidat nominiert wurde, noch sein Herausforderer Joe Biden, der bereits letzte Woche in Wilmington von den Demokraten offiziell benannt wurde. Und obwohl zwischen Deutschland und Amerika ein ganzer Ozean liegt, ist die Präsidentschaftswahl auch hier von enormer Bedeutung. Die USA sind einer unserer wichtigsten Handelspartner weltweit.

[00:01:59]

Allein Volkswagen, Daimler und BMW verschiffen jährlich mehr als 650 000 Pkws nach Amerika. Und auch für die Hersteller von Chemikalien und Kunststoffen und genauso für deutsche Maschinenbauer sind die USA ein wichtiger Exportmarkt. Und so unterschiedlich wie die Kandidaten selbst sind teils auch ihre Wahlprogramme. Je nachdem, wer das Rennen macht, werden sich die wirtschaftlichen Bedingungen für Deutschland verändern. Welcher Präsident wäre also besser für die deutsche Wirtschaft? Das besprechen wir heute mit Bert Rürup, dem Präsidenten des Handelsblatt Research Instituts.

[00:02:36]

Im Anschluss schalten wir noch rüber an die Wall Street zu unserem Börsenexperten Markus Koch. Schließlich ist der amerikanische Finanzsektor traditionell einer der größten Spender im Wahlkampf. Es lohnt sich also, mal genauer nachzufragen, welchen Kandidaten die großen Chefs der Firmen und Banken an der Wall Street unterstützen. Und wie immer schauen wir zunächst auf die Märkte, die heute mit sehr trüben Nachrichten gestartet sind. Welche das sind, das besprechen wir mit Andrea Können, eine unserer Finanz Redakteurinnen in unserer Frankfurter Redaktion.

[00:03:10]

Andrea Coruña Rezession hat erstmals seit acht Jahren ein tiefes Loch in den deutschen Staatshaushalt gerissen. Aber der Dax ist heute trotzdem gestiegen. Ist das nicht ein Widerspruch?

[00:03:21]

Ja, auf den ersten Blick könnte man das meinen. Bund, Länder und Kommunen haben im ersten Halbjahr zusammen ein und fünfzig komma sechs Milliarden Euro mehr ausgegeben, als eingenommen haben. Aber letztlich kam das für niemand überraschend. Wir hatten milliardenschwere Hilfspakete auf der einen Seite, sinkende Steuern, Steuereinnahmen auf der anderen Seite. Dass das jetzt zu einem Defizit in der Staatskasse führt, war ja mit Händen zu greifen. Von daher war die Meldung für die Merkel letztlich ein sogenanntes Non event.

[00:03:50]

Der Dax ist gleich heute Morgen in der Spitze um 1,2 Prozent gestiegen auf über 13000 Punkte und hielt sich auch anschließend noch ganz ordentlich im Plus.

[00:03:59]

Es gab aber noch weitere schlechte Nachrichten. Das Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Halbjahr um 9,7 Prozent eingebrochen. Auch das ein Event für die Märkte?

[00:04:09]

Genau. Das Bruttoinlandsprodukt ist zwar im Rekordtempo geschrumpft, aber in einer ersten Schätzung hatte das Statistische Bundesamt mit minus zehn komma eins Prozent noch Schlimmeres erwartet als die 9,7 Prozent, die wir jetzt gesehen haben.

[00:04:22]

Okay, aber auch das ist doch kein Grund für steigende Kurse an Real. Was hat die Börsen denn heute nach oben getrieben? Ja, das machen vor allem Meldungen aus den USA. Die US-Behörden haben im Eilverfahren eine Plasma Therapie als Behandlungsmethode gegen Covic 19 zugelassen. Außerdem will die US-Regierung will das Zulassungsverfahren für einen Impfstoff beschleunigen. Das Ganze machte Anlegern jetzt wieder Hoffnung. Mit Blick auf Coruna und hoffnungsfroh zeigten sich übrigens auch die jeden Monat vom Ifo-Institut befragten rund 9000 Unternehmenslenker.

[00:04:53]

Der ebenfalls veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex ist zumindest den vierten Monat in Folge gestiegen.

[00:04:59]

Im vierten Monat in Folge gestiegen, sagst du, heißt das, dass wir uns jetzt auch auf weitere steigende Börsenkurse freuen können? Nicht unbedingt. Es wird noch dauern, bis die Wirtschaft wieder auf dem Vorkrisenniveau ankommt. Und was wir gesehen haben dass die Börsen der Wirtschaft weiter voraus laufen. Das kann noch weiter so passieren. Aber wohl nur mit gebremsten Tempo und unter Schwankungen. Besten Dank! Andrea und liebe Grüße nach Frankfurt.

[00:05:29]

Der Handels Konflikt bleibt, wie großartige Alys erwarten. Der Handel muss wieder anziehen. Hallo, mein Name ist Philipp des. Ich bin Chef Anlagestratege bei der Hypo-Vereinsbank. Mein Job ist es, darüber nachzudenken, wo ihr Geld am besten und sichersten angelegt ist. üBer Ländergrenzen, Branchen und Generationen hinweg, mit Sachverstand am Puls der Finanzmärkte und Wirtschaft und mit Nachhaltigkeit und zukünftigen Generationen im Blick. Mein Team und ich schauen uns für sie die Megatrends der nächsten Jahre an. Wir analysieren zum Beispiel, wie die Welt nach Coruna aussehen wird.

[00:06:06]

Wir schauen nach den besten Möglichkeiten. Wirklich nachhaltig und zukunftsorientiert zu investieren. Und wir analysieren laufend alle Risiken wie Handels, Konflikte oder die Geldpolitik. Am Ende geht es darum, Chancen optimal zu nutzen und Risiken möglichst zu minimieren. Für mich ist es dabei besonders wichtig, kluge Konzepte für sie und für unsere Kunden in der Vermögensverwaltung zu entwickeln. Deswegen hören wir uns ab jetzt jede Woche an dieser Stelle.

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Das war nur ein kleiner Ausschnitt einer großen Ansammlung an Statements von US-Präsident Trump. Eins ist sicher Kein anderer Präsident hat in den letzten vier Jahren im Alleingang so viele Feuer entfacht wie er. Besser im Allianzen schmieden und damit auch besser für die deutsche Wirtschaft wäre. Also Joe Biden. Das hat mir Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel letzte Woche im Interview gesagt. Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Instituts, ist da anderer Meinung. In seinem Podcast Global Shakes erklärte er vor wenigen Tagen und deswegen auch meine These an den zentralen Konflikten.

[00:07:42]

Wird sich wenig ändern? Wir werden nach wie vor den Konflikt zwischen China und USA haben. Das ist eine gute Diskussions Basis und deshalb sprechen wir jetzt mit Bert Rürup. Hallo Herr Rürup, hallo guten Tag wie Einstellungen der Demokraten und Republikaner.

[00:07:58]

Die ähneln sich in Teilen. Es ist also nicht zu erwarten, dass großer Weltfrieden herrscht, wenn die Demokraten gewinnen. Aber für alle Konflikte, die geführt werden, gilt auch Der Ton macht die Musik. Also wenn ein amerikanischer Präsident weniger provoziert, dann bleiben zwar die Konflikte, aber die Basis verändert sich. Es gibt mehr Raum für Kompromisse. Könnte sich die Lage zwischen zum Beispiel China und den USA dadurch nicht entspannen?

[00:08:22]

Sie wird sich zumindest verbal entspannen, ob es mehr Raum für Kompromisse gibt? Da kann man drüber zweifeln, nämlich? Beide Länder haben vitale Interessen. Sie wollen beide ihren Hegemonialmacht Status aufbauen. Aber wenn die Sprache schon ziviler ist, ist das schon ein wichtiger Fortschritt. Allerdings Der Konflikt zwischen USA und China, den wir haben wird. Für den Fall, dass beiden die Wahl gewinnen, sollte sicher nicht weg sein. Aber es wird moderater sein und zivilisierter. Das ist schon ein Fortschritt.

[00:08:56]

Und beiden ist ja doch etwas mehr Fakten gegenüber offen, als es Trump war und auch sein würde.

[00:09:03]

Jetzt, sagt Siegmar Gabriel Ja, nun Joe Biden, seien Allianzen wichtiger. Kann das aber nicht auch bedeuten, dass Amerika seine Verbündeten, also auch Deutschland, noch stärker in die Pflicht nimmt, also noch mehr Loyalität erwartet? Das wäre schlecht für uns. Schließlich profitieren wir von den wirtschaftlichen Verbindungen zu China.

[00:09:21]

Wir profitieren davon, aber das würde ich auch nicht. Natürlich gibt es immer noch gewisse Beziehungen zwischen USA und Deutschland. Natürlich sind wir noch Teil des Westens, aber es hat schon einen substanziellen Bruch in den Beziehungen gegeben. Und ich glaube, der wird sich nicht kitten lassen. Dieser Bruch geht ja eigentlich auf Obama zurück. Er hat ja die Koordinaten der US amerikanischen Außenpolitik verschoben, wird auf Aja. Das heißt nicht mehr normal. Der traditionelle Westen ist entscheidend, sondern das, was in Asien passiert.

[00:09:59]

Und natürlich erkennen die US-Amerikaner, egal welcher Couleur sie sind, dass ihnen in China insbesondere wirtschaftspolitisch ein manifester und veritabler Gegner erwachsen ist. Und er wird sicher nicht schwächer. Und auch außenpolitisch gibt es natürlich Konflikte. Die USA schicken Flugzeugträger ins Südchinesische Meer, und die Chinesen schütten Sandbänke auf und haben dort Flugzeugträger. Dort spielt sich die Konfrontation ab. Das heißt, die geopolitischen Fragen in den nächsten zwei Jahrzehnten werden auf beiden Seiten des Pazifik entschieden und nicht mehr auf der atlantischen Seite.

[00:10:37]

Klar ist auf jeden Fall Unter Präsident Trump ist die Freundschaft zwischen Deutschland und Amerika eindeutig abgekühlt. Angedrohte Sanktionen, Strafzölle auf Autos das ginge alles auf Kosten unserer Wirtschaft. Was denken Sie, Herr Rürup? Joe Biden Zumindest ein paar dieser Drohungen vom Tisch, und wenn ja, welche?

[00:10:57]

Na ja, es wird nicht so plump sein. Man wird im Gespräch bleiben. Aber wir müssen natürlich schon sehen, dass America First das vertritt. Und letztlich sind ja viele dieser Sanktionen, die die USA aussprechen, haben ja eigentlich zum Ziel, dass die ausländischen Unternehmen nicht nach USA exportieren, sondern dort produzieren. Das heißt, man möchte schon, wenn man auf dem amerikanischen Markt ist, dass dort auch Kapitalinvestitionen getätigt werden und dass dort die Kapitalausstattung moderna wird. Und dieser Prozess läuft ja schon, wenn man sieht, wie viele Deutsche in Anführungsstriche Automobile in USA produziert werden.

[00:11:37]

Das wird sich substanziell, glaube ich, nicht ändern. Aber der Ton macht die Musik. Man hat mehr Zeit, man geht mir mal unum. Aber diese Strategie wird bleiben.

[00:11:48]

Sie haben es gerade schon angesprochen. Joe Biden unterstützt massiv die sogenannten Amerikaner Regeln.

[00:11:54]

Beiden geht es um Protektionismus. Wie hart trifft das denn die Exportwirtschaft in Deutschland?

[00:12:02]

Naja, die Exportwirtschaft wird davon getroffener. Wir müssen natürlich sehen Nicht alle Probleme, die wir gegenwärtig haben, gehen auf wirtschaftspolitische Sanktionen zurück. Unsere beiden Schlüsselindustrien, das ist auf der einen Seite die Automobilwirtschaft und auf der anderen Seite der Anlagen und Maschinenbau. Beide, sagen wir mal, Schlüsselindustrien, die in einer strukturellen Krise. Das hat nichts damit zu tun. Wir haben bestimmte technologische Sprünge in der Automobilwirtschaft verpasst, weil man zu selbstsicher war. Das ist das autonome Fahren, das die Elektromobilität und der Maschinen und Anlagenbau leidet.

[00:12:41]

Und. Eigenen Erfolg. Man hat massiv die industriesektoren in Schwellenländern und insbesondere in China modernisiert, sodass sie mittlerweile eigene Maschinen haben. Die produzieren nicht so tolle Maschinen wie Deutschland. Aber für viele Schwellenländer reicht es. Das heißt, man leidet ein bisschen unter dem eigenen Erfolg. Und das geht nicht weg in diesem Sektor, und das geht nicht weg, wenn sich der Präsident ändert.

[00:13:11]

Und jetzt gibt es auch noch eine andere Sache, die hier mit rein spielt. Der Euro war letzte Woche kurz fast ein Dollar wert, ein starker Euro. Wir können in US-Dollar gehandelte Waren günstig importieren, heißt aber umgekehrt Auch für alle Länder, deren Währungen an den US-Dollar gekoppelt sind, wird es ziemlich teuer, unsere Waren zu kaufen. Also unser Exportgeschäft leidet. Sie haben es selber schon gesagt. Da sind es momentan vor allem die Maschinen und Autobauer, die Alarm schlagen.

[00:13:40]

Was glauben Sie, wann wird sich der US-Dollar wieder erholen?

[00:13:43]

Ja, wenn man ein guter. ökonomisch wird man nie machen. Wechselkurs, Prognosen. Der Dollarkurs war schon mal relativ volatil. Und in der Tat Er ist gestiegen. Das hat, glaube ich, mehrere Ursachen. Deswegen Ich würde keine Prognosen machen. Aber Sie haben natürlich recht. Eine Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar macht Importe für Europäer billiger und macht Exporte schwieriger. Aber sagen wir mal Die Branchen sind ja nicht blöd. Also gegen diese Entwicklung, insbesondere die Voraussehbare, kann man sich tendenziell absichern.

[00:14:22]

Das heißt, noch halten sich die Schwankungen des Wechselkurses in einem sehr überschaubaren Rahmen, der für keinen der Beteiligten von wirklich substanzieller Bedeutung ist.

[00:14:34]

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln schreibt in einer Analyse, das amerikanische Steuerrecht als wichtigen Streitpunkt im Wahlkampf gewinne beiden würde für Europa die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden, also auch bessere Bedingungen für deutsche Unternehmen, so die Analyse. Warum?

[00:14:51]

Ob die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessert wird?

[00:14:57]

Kann man darüber diskutieren, was auf jeden Fall sein wird, wenn beiden die Wahl gewinnt? Dass die Investitionsbedingungen in den USA schlechter werden, nämlich beiden, hat ja die US Körperschaftssteuer, jedenfalls die bundesweite, deutlich gesenkt auf 21 Prozent, und beiden will sie auf 28 Prozent erhöhen. Der Spitzensteuersatz soll von 37 Prozent auf 39 ungerader erhöht werden. Das heißt, beiden zieht die Steuerschraube an. Oder auch die Sozialversicherungspflicht soll auf 400 000 Euro im Jahr erhoben werden.

[00:15:37]

Das heißt Wird es etwas unangenehmer für den Steuerzahler und auch für die Investoren? Und Trump hat Schlupflöcher aufgebaut, und beiden wird das wieder einkassiert. Deswegen sehe ich weniger die preisliche Wettbewerbsfähigkeit als Problem, sondern die Standortattraktivität. Ich würde sagen, durch beiden nimmt die Standortattraktivität der USA, was Real Investoren abnimmt, ein Stück weit ab.

[00:16:14]

Herr Rürup, letzte Frage Sie haben in Ihrem Podcast letzte Woche gesagt Trump Wähler wählen Trump wegen seiner Politik beiden Wählerwillen beiden, um eine zweite Präsidentschaft von Trump zu verhindern. Wird das für Joe Biden am Ende reichen, um zu gewinnen?

[00:16:29]

Ich hoffe, dass es gewinnen wird, nämlich übersehen. Wenn Trump wirklich gewinnen sollte, würde er keine Grenzen mehr kennen, weil es seine letzte Amtszeit wäre. Und das ist das eigentliche Risiko. Diese Legislaturperiode hat er sich, wenn man es nicht glauben sollte, vielleicht sogar noch ein bisschen zurückgehalten. Ein Sieg von beiden wäre nicht das Paradies auf Erden für die deutsche Wirtschaft. Aber sie wäre doch deutlich besser als die Hölle, die bei einem Sieg von Trump auf uns zukommen würde.

[00:16:58]

Sehen, nur mal kurz nachfragen. Was glauben Sie denn, wenn Trump sich jetzt noch zurückgehalten hat? Was würde er dann machen bei einer zweiten Amtszeit?

[00:17:05]

Oh, man könnte noch eine ganze Menge machen. Man könnte beispielsweise bestimmte Sachen desavouieren, die noch mehr einschränken. Man könnte schon noch die Politik verschärft machen. Man könnte dann beispielsweise wieder sehr viel die eigene Klientel bedienen. Was wir gegenwärtig noch nicht haben. Man kann die schlechteste Politik kann man immer noch schlechter machen, wenn man keine Notwendigkeit mehr hat oder keine Chancen hat, noch einmal wiedergewählt zu werden, weil man dann mit dem Rücken an der Wand steht.

[00:17:37]

Vielen Dank für das Gespräch, bitte schön!

[00:17:42]

Finanzexperte Brian Schwarz des Senders CNBC sagte letztens, die Chefs der großen Firmen und Banken an der Wall Street wollen Trump im Weißen Haus nicht mehr sehen. Dem Finanzsektor sei es zwar gut gegangen, aber das mit Coruna, das sei zu viel für ihn. Genau darüber und über die neuesten Entwicklungen im Dow Jones sprechen wir jetzt mit Markus Koch, unserem Börsenexperten in New York. Markus Dau wird nächste Woche ordentlich durchgeschüttelt. Manche Medien sprechen sogar von einem Dow Jones Remix.

[00:18:13]

Was ist da los im berühmtesten Aktienindex der Welt, dem berühmtesten und zugleich auch einem eigentlich relativ unwichtigen Index? Denn der CP fünf hundert, das ist eigentlich die Messlatte für uns hier an der Wall Street. Der Dow Jones hat Apple und wird am Montag einen Aktiensplit haben. Und damit wird die Mischung des Gesamt Index verändert. Man schmeißt Axon raus. Ein Wert, der seit 1928 in dem Index war. Feisal verabschiedet sich und der Rüstungskonzern Raytheon, und dafür wird das Biotech-Unternehmen Amgen aufgenommen.

[00:18:49]

Der Industriekonzern Honeywell, der vor zwölf Jahren schon mal im Dow Jones war, und das High-Tech-Unternehmen Salesforce. Das bedeutet, dass am Ende des Tages die Gewichtung des Technologiesektor bei etwa 23 Prozent konstant bleibt. Ein Punkt, den man beachten muss. Wenn eine Aktie in den Smokey aufgenommen wird, dann hat das normalerweise große Folgen für den Wert. Sehr positiv. Aber wenn eine Aktie jetzt im Dow Jones aufgenommen wird oder rausfliegt, dann sind die Folgen relativ limitiert. Warum?

[00:19:21]

Weil im Dow Jones nur 31 Milliarden Dollar quasi indexiert sind. Im CP 500 hängen immerhin elf komma zwei Billionen Dollar an diesen Indizes dran, und dementsprechend ist der Effekt auch dort viel größer.

[00:19:35]

So viel zum Dow Jones? Zurück zum Wahlkampf? Markos Ich dachte schon. Eine Moderation. Laut dem Finanzexperten Brian Schwarz ist beiden der Wall Street mittlerweile lieber als Trump. Ist das wirklich so?

[00:19:47]

Naja, es ist nicht wahr. Pest und Cholera. Auf der einen Seite haben wir also anhaltende geopolitische Unsicherheit, wenn Donald Trump bleibt. Er hat ja klargemacht, dass China in seiner zweiten Amtszeit eine noch viel größere Rolle spielen wird. Auf der anderen Seite haben wir dann Joe Biden, der von Steuer Anhebungen spricht. Und das will man natürlich auch nicht so recht. Ich glaube, der Walds wäre es fast am liebsten, wenn wir eine Art Mischung bekommen einen Joe Biden im Weißen Haus und einen Senat, der weiterhin von den Republikanern dominiert wird.

[00:20:18]

Dann könnte Joe Biden nicht ohne weiteres seine Steuer Anhebungen durchdrücken.

[00:20:23]

Okay, die Wall Street möchte sich am liebsten einen Präsidenten backen. Wie sieht es bei der Notenbank Fed aus? Kann Trump hier auf Unterstützung zählen?

[00:20:31]

Naja, der Notenbank bleibt ja nichts anderes übrig. Wir hatten die Conakry Krise. Wir haben immer noch die Nachwirkungen, eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Die Konjunktur kommt zwar zurück, braucht aber immer noch viel Stütze. Und das werden wir auch sehen bei der US-Notenbank Tagung Mitte September. Man wird von dem Inflationsziel von 2 Prozent abrücken. Man wird quasi eine Art durchschnittszahlen nehmen. Und damit ist klar, und das hat ja auch die Notenbank gesagt Die Zinsen werden auf sehr, sehr lange Zeit sehr, sehr niedrig bleiben.

[00:21:01]

Und daher hilft die Notenbank zwar in erster Linie der Wirtschaft, aber damit einhergehend eben auch Donald Trump. Das war heute unsere Sendung von Handelsblatt Today. Redaktionsschluss für diesen Podcast war 16 Uhr. Wenn Sie Anmerkungen, Fragen, Kritik und Lob zu dieser Folge haben, schreiben Sie uns gerne wieder per E-Mail an handelsblatt.com. Und jetzt einen schönen Feierabend für Sie. Machen Sie es gut bis morgen.