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An einem sonnigen Montag Anfang August nimmt Paavo Günther vor einem alten Hof im brandenburgischen Ort CEZ für die neue Lieferung entgegen.

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Ein Mitarbeiter einer Mühle aus dem Spreewald hat in seinem Lkw den wichtigsten Rohstoff für Günthers junges Unternehmen Havel geladen.

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800 Kilogramm Bioland, Hafer von regionalen Landwirten und LandwirtInnen, verpackt in großen Papiertüten, gestapelt auf einer Europaletten. Später einmal werden daraus circa 6200 Liter Hafer Drink entstehen, den Günter seit Mai in den Räumlichkeiten der Mosterei von Vorstand Achim Wiesinger produziert. Als pflanzliche Alternative und Konkurrenz zur Kuhmilch heute ist zugleich Produktionsstandort.

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Und Pavol?

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Günther steht nun vor einer geflieste Wand zwischen silbernen Maschinen und Schläuchen und leitet einen Kollegen an. Man hat halt Wasser, das wird mit Hafer vermischt. Man will ein Produkt herstellen, was eben auch erhitzt wurde, und es ein bisschen haltbar zu machen. Bei diesem Prozess wird der Hafer als sehr dickflüssig, und um das zu verhindern und um auch einige Produkteigenschaften zu verändern, nutzt man dann halt Enzyme. Und dann wird das filtriert und am Ende dann noch einmal erhitzt und dann abgefüllt.

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Abgefüllt wird der fertige Drink Mehrweg Glasflaschen, anschließend gekühlt, bevor er in den Vertrieb gehen kann. Geliefert wird der Hafer dringt nur in Regionen, die sich in maximal 300 Kilometer Umkreis befinden. Mittlerweile ist das Produkt in ausgewählten Bio und unverpackt Läden in Sachsen, im thüringischen Erfurt und in Berlin zu erhalten. Mit dem Konzept hatte sich Paavo Günthardt 2017 an der Hochschule Eberswalde beworben, an der er derzeit seinen Master in nachhaltiger Unternehmensführung beendet.

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Hafer ist ja etwas, was hier angebaut wird. Sind eigentlich die Ressourcen oder die Wertschöpfungsketten nicht so lang. Und irgendwie dachte ich Wenn ich es mache, dann noch gleich richtig. Also gleich mit Mehrweg System und möglichst auch eine Firmenstruktur, die irgendwie die Leute mit einbezieht und nicht irgendwie kapitalistische Werte schafft. Und das ist es, was draus geworden ist.

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Hafenmole ist genossenschaftlich organisiert. Bisher gibt es 45 Genossen und Genossinnen, davon rund 100 kleinere Unternehmen, wie zum Beispiel die Regional Veert AG. Zukünftig wollen Günther und Kissinger das Unternehmen auch nach Gemeinwohl Richtlinien bilanzieren, bei denen ein Unternehmen nicht anhand von ökonomischen, sondern ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten bewertet wird.

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Wir wollten uns ursprünglich eine Tafel Milch nennen. Das konnten wir allerdings nicht, weil Milch ein Begriff ist, der durch die EU geschützt ist. Den darf man nur verwenden für Flüssigkeiten, die aus Tierhaltern kommen.

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Laut EU-Verordnung Nummer eins drei null acht 2013 dürfen rein pflanzliche Produkte nur als Drinks vermarktet werden. Nun werden die drei letzten fehlenden Buchstaben in Hakel Me durch Aster Risken drei kleine Sternchen ersetzt. Es erscheint paradox. Der Drink wirbt damit, keine Milch zu sein, will aber nicht nur so heißen, sondern sie langfristig sogar überflüssig machen.

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Wir haben hier ein Produkt, was wesentlich nachhaltiger ist als Kuhmilch, beispielsweise vom Ressourceneinsatz. Der ist ja nur ein Bruchteil von dem, was man braucht, um eben Kuhmilch herzustellen. Also ich glaube tatsächlich, dass wir uns 2050 überhaupt nicht mehr leisten können, indem maßstabes Tierprodukte zu konsumieren wie heutzutage. Insofern, glaube ich, werden sich Tierprodukte, vor allem Fleisch, aber auch Milchprodukte, Käse und so weiter werden sich eher zu einem Luxusartikel entwickeln.

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Momentan ist sein HFA Drink der Luxusartikel. Der Liter Biomilch wird beim Discounter aktuell für unter einen Euro angeboten. Ein Liter Hafenmole kostet im Laden zwei Euro 79 plus Pfand fast das Dreifache. Ein Grund dafür, sagt Günther, sei die finanzielle Privilegierung der Milch.

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So erhalten Milchbauern und Bäuerinnen nicht nur jährlich Flächen abhängige Subventionen aus dem üppigen EU Agrarhaushalt. In Deutschland gilt für Milch zudem der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent und würden sich dann auch noch der CO2-Fußabdruck und die Landnutzung im Preis widerspiegeln, sagt Günther. Dann wäre Kuhmilch deutlich teurer.

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Wir müssen halt einfach selber schauen, dass wir irgendwie ein Produkt herstellen, das sich selbst trägt. Und wenn diese ganzen Kosten, die bei der Milchproduktion entstehen, wenn der Verbraucher die Verbraucherinnen tragen würde, dann würden wir auch bei drei, vier Euro pro Liter liegen. Und dann hätten wir eben auch ein wirklich konkurrenzfähiges Produkt.

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Trotz des hohen Preises werden die Milch Alternativen immer beliebter. In den Supermarktregalen steht schon längst nicht mehr nur Hafer, Soja oder Mandelmilch, sondern auch Hasel oder Erdnuss. Milch. Milch aus Kokos, Dinkel, Buchweizen, Quinoa oder Lupinen. Zwischen Juli 2009 und Juni 2020 hat der. Pflanzlichen Ersatz getränken laut Christian Däubler vom Marktforschungsinstitut GfK um vierzig Prozent zugenommen und jeder dritte Haushalt habe mittlerweile zumindest einmal pflanzliche Milch Alternativen gekauft. Tendenz steigend.

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Alles Konzepte, die den Zeitgeist entsprechen. Man muss jetzt nicht irgendwie große Flächen unter Umständen roden, und man muss das nicht um die halbe Welt daneben schippern, sondern es kann theoretisch auch regional alles angebaut werden. Und viel mehr Menschen beschäftigen sich mit der persönlichen Ernährung. Und dann kommt eben auch die Milch in Verruf. Wurde ja auch nachgesagt, dass Krebs bildend und, und, und. Und da sehen wir auch mit ein Grund, dass eben diese Konzepte auch stärker nachgefragt werden.

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Zwar liege deren Marktanteil im Segment der Trinkmilch noch bei unter fünf Prozent, doch die Nische wächst und erreiche laut Daimler längst nicht mehr nur die rund 1,3 Millionen vegan lebenden Menschen in Deutschland. Parallel zu dieser Entwicklung hat der Pro-Kopf-Konsum von Kuhmilch 2019 im Vergleich zum Vorjahr um fast vier Prozent abgenommen und lag Mitte der 90er noch bei über 60 Kilogramm, ist er nun erstmals auf unter 50 Kilogramm gesunken. Ein historisches Tief. Einziger Hoffnungsschimmer Die Nachfrage nach Biomilch wächst stetig. Trotzdem treibt die Beliebtheit der pflanzlichen Konkurrenz dem gesamten System Milch Sorgenfalten auf die Stirn.

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Denn ihr Aufstieg könnte weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen sowohl für die Molkereien als auch für die Milchbauern und Bäuerinnen. Und am Ende sogar für die gesamte Landwirtschaft.

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Angst haben wir nicht, wir haben Respekt davor.

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Eckhard Heuser ist Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie Verbandes MIV, dem Interessensvertreter von etwa 80 Unternehmen der deutschen Milchindustrie, der größten Branche der deutschen Ernährungsindustrie, darunter viele große Molkereien. In seinem Büro in Berlin-Mitte gibt er sich angesichts der neuen Konkurrenz gelassen.

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Wir verkaufen derzeit 17 mal so viel wie die pflanzlichen Alternativen. Wir sind da noch gut geschützt. Aber die Welt verändert sich und das game changer, diese Produkte.

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Heuser hat gleich mehrere Dokumente und Zahlen vorbereitet, mit denen er die Dominanz der Kuhmilch untermauern will. So sei die Nachfrage von Trinkmilch zwar demografisch bedingt seit Jahren rückläufig, da ältere Menschen weniger Milch trinken. Milchprodukte wie Käse oder Butter verzeichneten dafür seit 2017 jährliche Wachstumsraten. Und trotzdem gesteht der Milch Lobbyist ein.

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Jeder Liter von Pflanzen dringt in den Tetra Paks. Abgefüllt wird, wird nicht abgefüllt mit Kuhmilch. Dieser Liter fehlt uns, ganz klar. Wir sind aber selber mit im Geschäft. Die Maschinen, die Kuhmilch abfüllen, können genauso gut wie Hafer Drinks abfüllen. Das machen wir auch. Die großen Handels Anteile bei diesen Pflanzen? Trinks laufen bei den Discountern, und dort sind wir vertreten. Wir sind ein Abfüller dieser Produkte aus dem Soja Bereich, Mandel, Bereich et cetera.

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Die Technik können wir.

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Die großen Molkereien haben Ihr Portfolio also längst erweitert und bieten die Produkte an, die ihren wichtigsten Rohstoff, die Milch, ersetzen könnten. Doch Heuser ist zuversichtlich.

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Milch ist ein welthandels Produkt, mindestens ein Europa handels Produkt. üBer 50 Prozent der deutschen Milch Erzeugnisse werden im Ausland verkauft, und da verdienen wir dann auch unser Geld für die Landwirte, zum Beispiel in China nach dem europäischen Ausland der zweitwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Milchindustrie.

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Dort werde der Hunger auf Milchpulver und Milch, Erzeugnisse wie Käse, gerade erst richtig geweckt.

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Insgesamt hat die Milchindustrie in Deutschland 2009/10 rund 28 Milliarden Euro verdient, deutlich mehr als in den drei Jahren zuvor. Nur bei den mehr als 61 000 deutschen Milchbauern und Bäuerinnen, deren vier Millionen Milchkühe jährlich 33 Millionen Tonnen Rohmilch produzieren, kommt davon viel zu wenig an ein bekanntes Problem. Um kostendeckend wirtschaften zu können, wäre für konventionelle Milch ein Literpreis von etwa 43 Cent nötig. Derzeit sind es teilweise je nach Region und Molkerei nicht einmal 30 Cent. Die Konsequenz Pro Jahr hören etwa fünf bis sechs Prozent der deutschen Milchvieh Betriebe auf, alle zehn Jahre die Hälfte.

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Auf der anderen Seite werden die verbleibenden Betriebe immer größer in der Hoffnung, so auf ihre Kosten zu kommen. Ein Teufelskreis, sagt Hans voll. genauer am Telefon. Er ist selbst konventioneller Milchbauer und zugleich Sprecher des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter BDM, der nach eigenen Angaben rund ein Drittel der deutschen Milcherzeuger innen repräsentiert. Der Rest wird vom Deutschen Bauernverband vertreten, von dem sich der Industrie kritische BDM vor Jahren abgekoppelt hat.

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Bei der Frage Wie kann oder muss die in Zukunft getrimmt worden, möglichst viel Milch? Aus einem Tier aus unserem Betrieb auch von uns abzuverlangen. Und auch da muss drüber nachgedacht werden.

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Schuld an diesem Leistungsdenken sei nicht der Trend hin zu pflanzlichen Milch Alternativen, sondern die seit Jahrzehnten gefahrene Ausrichtung in der Agrarpolitik, die Ernährungsindustrie mit billigen Rohstoffen versorgen zu müssen.

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Genauer kritisiert das derzeitige Credo, das da lautet Je mehr Milch am Markt ist, desto günstiger können Milchindustrie und Handel ihre verarbeiteten Produkte anbieten. Wirkungsvoller für seinen Berufszweig wäre es, die Milchmenge zu reduzieren, damit irgendwann die Preise wieder steigen würden und mehr bei den Erzeugenden ankomme.

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Nur wir können natürlich aus diesem EU Agrarstaat System, das nach wie vor ausgerichtet ist, auf Intensivierung nicht in größerem Maße ausbrechen. Wir haben einen Betrieb gebaut. Die Investition ein Risiko. Da kann ich nicht von heute auf morgen sagen, da mache ich einfach viel mehr. Hafer liefert dann den Rohstoff für die Hafer Milchproduktion. Weil die Konzerne, die die Hafer Milch herstellen, auch dort bedacht sind, wie bei der Milch, ihren Hafer ihren Rohstoff möglichst billig zu bekommen.

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Tatsächlich wimmeln sich auf dem Markt der pflanzlichen Milch Alternativen, nicht nur regionale genossenschaftliche Projekte, sondern schon längst auch multinationale Konzerne. Denn der internationale Umsatz mit pflanzlichen Milch, Alternativen aus Hafer, Soja oder Reis ist lukrativ und hat sich seit der Jahrtausendwende verdreifacht. Vor allem, da Rohstoffe wie Hafer am Weltmarkt pro Liter nur sechs Cent kosten und im Endprodukt nach Wasser nur die zweitwichtigste Zutat sind. Bei Verkaufspreisen im Einzelhandel von teilweise mehr als zwei Euro kommt vielen Konzernen das positive Image ihrer Produkte nicht ganz ungelegen.

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Vor diesem Hintergrund treibe ihm der Trend zu pflanzlichen Milch Alternativen durchaus Sorgenfalten auf die Stirn, sagt Hans genauer.

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Wobei es natürlich eine unserer Aufgaben eines Verbandes zu kommunizieren, welche Vorteile wir von Milchprodukten, Milch überhaupt sehen gegenüber pflanzlichen Alternativen.

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Zum Beispiel, dass Milch ein gesundes Naturprodukt sei, das es den Menschen mit Energie in Form von Zucker eiweißreiche im Fett sowie zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen versorge. Andererseits gibt es immer mehr Studien, die der Milch ihren Nimbus als uneingeschränkt gesundes Nahrungsmittel versagen. Auch wenn Ernährungswissenschaftler zumindest umstritten ist, ob die teils hoch verarbeiteten Milch Ersatzprodukte, denen Kalzium und Vitamine oft zugesetzt werden, zwangsläufig gesünder sind. Noch sieht Hans Moldenhauer die Geschäftsgrundlage der Milchbauern und Bäuerinnen nicht gefährdet.

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Doch die Voraussetzung sei, dass reagiert werde, wenn weniger Milch nachgefragt wird. Weil der Trend im Moment hin zu pflanzlichen Produkten geht, dann heißt es Was sind wir gehalten, etwas weniger zu produzieren. Das ist natürlich im Widerspruch zu dem, was die Molkerei Almwirtschaft will und im gleichen Atemzug stellen, sind Teile ihrer Produktion auf pflanzliche Produkte. Das heißt im Klartext, dass die Wertschöpfung für unsere Milch eher zurückgeht, wenn man noch mehr über Mengen produzieren.

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Keine guten Aussichten für die Branche, die zugleich damit zu kämpfen hat, dass die intensive Tierhaltung in Fleisch und Milchwirtschaft immer mehr in Verruf gerät. Seit einigen Jahren schon sehen sich Milch, Bäuerinnen und Bauern Vorwürfen ausgesetzt, sie seien Klimasünder und Tierquäler. Während längst nicht mehr nur Umweltschützer eine Welt ohne Kuhmilch herbeisehnen. Laut verschiedener Studien lassen sich pflanzliche Milch, Alternativen, sehr viel Klimaschonende herstellen als Kuhmilch. Im Vergleich zu konventioneller Kuhmilch Produktion ist der CO2-Ausstoß bei Hafer, Milch und Co.

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rund ein Drittel geringer. Ganz pauschalisieren lässt sich das nicht. So schneidet zum Beispiel Bio besser ab als konventionelle Kuhmilch. Und bei den pflanzlichen Getränken steht Soja zum Beispiel aufgrund von Gentechnik und der Abholzung von Regenwäldern in der Kritik. Mandeln wiederum benötigen im Anbau extrem viel Wasser.

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Die Frage, ob alternative Produkte zur Milch oder Kuhmilch ist eigentlich keine Frage von Entweder oder, sondern es kann sehr wohl beides geben, sagt Johannes Stein, Agrarforschung und Leiter der Abteilung Grasland Wissenschaft an der Universität Göttingen.

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Hafer, dessen Anbaufläche in Deutschland zuletzt um 30 Prozent auf rund 160 000 Hektar gewachsen ist, bereichere zum Beispiel die Acker baulichen fruchtfolgen. Die Milchproduktion wiederum übernehme für Grünland, das laut EU-Recht nicht mehr in Acker umgewandelt werden darf, wichtige ökosysteme Leistungen, Gewässerschutz, Kohlenstoff, Bindung im Boden als.

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Gegen den Klimawandel, Erhaltung der Vielfalt? All diese Funktionen werden in hohem Maße durch die milcherzeugung gewährleistet, indem nämlich die Tiere das Gras fressen.

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Voraussetzung für ein Nebeneinander sei jedoch, dass die Intensität der gesamten milcherzeugung abnehme und mehr Erzeuger innen auf die derzeit beliebten und nachhaltigeren Produkte wie Bio, Weide oder Milch umsteigen. Nur so ließe sich auch die Menge der klimaschädlichen Gase Methan und Stickstoff, die bei der Wiederkäuer Haltung unvermeidlich entstehen, langfristig reduzieren. Alternativ schlägt der Göttinger Agrarforschung Schlußstein vor Wir haben natürlich auch viele Betriebe.

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Die sogenannte gemischte Betriebe sind die Ackerflächen, und sie haben Grünland, Flächen.

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Und solche Betriebe könnten dann sagen Ich werde jetzt meine Kumi stärker vom Grünland produzieren und baue auf der Ackerfläche, auf die ich zuvor Mais angebaut habe. Um meine Kühe damit zu füttern, baue ich zum Beispiel auch Hafer an und mache einen weiteren produktionszweige auf, nämlich Pflanzen basierte Ersatzprodukte für die Milch. Das wäre durchaus vorstellbar.

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Dass ein solcher produktionszweige sogar isoliert von der Milchwirtschaft lohnenswert sein kann, zeigt die Kooperation, die der Biobauer Carlo Horn mit dem Berliner Hafer Milch Startup Corn Werk eingegangen ist. Ein Projekt von drei jungen Gründerinnen. Für sie baut Horn 40 Kilometer östlich von Berlin auf zehn seiner insgesamt 77 Hektar. Neben klassischen auch alte, vom Aussterben bedrohte HFA Sorten an. Das ist eine ganz klassische, das ist in Gelbhaar. Dann haben wir noch ein weißhaariger, und dann haben wir noch einen Fahnen HFA also, wo wir hinwollen.

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Das Konzept von Cornwell ähnelt dem von Havel Mie, regional, biologisch und in Mehrweg Glasflaschen. Mit einem Unterschied. Vornweg produziert nicht selbst, bezieht seinen Rohstoff jedoch direkt von Landwirt Carlo Horn, dessen Familie den Hof seit 20 Jahren ökologisch bewirtschaftet. Ursprünglich mit Rinderzucht, heute mit Pferden und hochwertigem Futter, Gräsern und nun eben auch Hafer.

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Der Landwirt wird momentan forciert, der in Folge sehr großer Flächen Ausstattung sehr kostengünstig produzieren kann und große, homogene, einheitliche Partien auf den Markt liefert. Betriebe mit dieser Faktor Ausstattung definieren dann den Marktpreis für das Produkt. Und genau dieser Problematik nimmt sich Hornberg an, indem sie sagen Nein, wir kaufen nicht unseren Hafer auf dem Weltmarkt, dort, wo er am billigsten ist, sondern wir wollen einen Erzeuger, der in unmittelbarer Fahrrad Reichweite zum Konsumenten steht.

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Kleine Landwirtschaftsbetriebe wie seiner würden von Cornwell über die Preispolitik bevorzugt. Das Motto Je kleiner und artenreicher der Betrieb, desto höher der Preis für 100 Kilogramm Hafer. Der Preis für die gesamte Abnahme Menge des Havas wird in Raten über das Jahr ausgezahlt. Das, sagt Horn, biete ihm schon vor der Aussaat Planungssicherheit.

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Und insofern ist das eine solidarische Haftungsgemeinschaft, wie ich das nenne, wo der Landwirt nicht mit allen seinen Kummer, Sorgen und Nöten alleingelassen wird, sondern der Verarbeiter an seiner Seite wohlwollend begleitet. Und das ist ein Weg, wie ich ihn beispielgebend für die gesamte Landwirtschaft sehe.