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Herzlich willkommen zur Lage der Nation Ausgabe Nr. 197 heute wieder als spezielle Sommer.

[00:00:08]

Mit unserem beliebten Format Ask me anything. Ihr könnt uns alles fragen an den Mikrofonen. Wie in jeder Woche. Ulf bohmeyer Das bin ich, Jurist aus Berlin und am anderen Ende der Leitung.

[00:00:20]

Viele Banse, ganz herzlich willkommen auch von mir. Schön, dass Sie wieder eingeschaltet habt. Wir hatten das ja schon angekündigt. Wir sind noch ein paar Tage in der Sommerpause. Ende Juli geht's weiter. Bis dahin wollen wir euch aber nicht völlig alleine lassen. Und angedacht? Ja, weil immer mal wieder Fragen auch in den Kommentaren bei der Lage von den E-Mails an uns herangetragen werden, die wir so in der normalen Lage eigentlich nicht beantworten können, weil sie damit eigentlich nix zu tun haben.

[00:00:46]

Haben wir gedacht, es wäre mal ein schönes Format, wenn wir diese Fragen in so einer Sommerlager beantworten. Deswegen hatten wir ja darum gebeten, E-Mails zu schicken an die Lage der Nation. Punkt. Eine ganze Menge Leute von euch gemacht, und wir dachten, wir gehen es jetzt einfach mal durch. Sie fangen an, so wie wir das bei der Lage live aufmachen und gucken, was wir beantworten.

[00:01:10]

Die Welt der Weine ist ja wirklich spannend, aber auch ziemlich kompliziert, denn die Auswahl an Weinen ist schier unüberschaubar. Um es euch ganz einfach zu machen, haben die Experten von Wein führst hochwertige Weine mit hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis für euch zusammengestellt. Auf Wein Fürst D erhaltet ihr jetzt als Neukunde oder Neukunden mit dem Gutschein KOD. Bereits ab 60 Euro Warenwert einen Rabatt von 30 Euro entdeckt. Also eure neuen Lieblings Wein, ein Paket oder ein Angebot und löst euren Gutschein. Ganz einfach im Warenkorb auf.

[00:01:51]

Wein führst D. Und sollte euch doch mal einen Wein nicht schmecken, bekommt ihr unkompliziert euer Geld zurück, so das Versprechen.

[00:01:59]

Jetzt zu Wein, Fürst de Schrägstrich de Werbung alles sind halt einfach wirklich so viele spannende Fragen dabei, dass wir uns gedacht haben Machen einfach mal zwei Folgen draus, dann ist es auch für euch ein bisschen anregender vielleicht. Und für uns auch insofern. Wir starten jetzt mal mit der ersten Frage. Carolin hat uns geschrieben, und Carolin fragt Wie entsteht eigentlich eine Folge? Lage der Nation? Philipp Wie entsteht eine Folge?

[00:02:29]

Ich würde sagen So ganz im Kern ist es so erst einmal mit einem durchatmen, wenn die eine raus ist.

[00:02:35]

Das ist schon mal das erste. Und das ist schon ziemlich gut. Das ist immer ein guter Moment. Und dann gibt's auch mal einen Tag Pause, wo ich den gesonnene. Jetzt lese ich mal nichts. Und jetzt entspannen wir mal und so. Aber dann ist es eigentlich schon so, dass ich relativ schnell auf meinem Smartphone in Google Docs ein neues Dock anlege. Was da heißt, was auch immer 796 und ja anfange, weiß ich auch nicht. Dann mal ein Stichwort rein zu schreiben oder mal eine überschrift oder ein Thema, was wir auf jeden Fall machen oder ein Argument, was ich irgendwo lese oder höre, was ich denke.

[00:03:12]

Ach, das müssen wir, sollten wir deswegen nicht vergessen.

[00:03:16]

Ich muss mir darüber reden, so dass da so eine Art for Strukturierung sich ansammelt.

[00:03:22]

Ich finde, ich finde, eigentlich fängt die Vorbereitung der Lage ja noch einen kleinen Tick früher an, nämlich tatsächlich beim Lesen.

[00:03:29]

Das klang bei dir jetzt auch so an In einem Google Doc sammeln wir ja Stichworte für die Sendung. Die Sendung ist nie scripted oder steht normalerweise nicht. Ulf, sagt Philipp, sagt, sondern die Sendung dieses Doc. Die Grundlage für die Sendung ist eine Gliederung. Das heißt, da gibt's große überschriften unter drunter, dann Stichworte und dann häufig auch irgendwie noch Untergliederungen, um einfach so ein bisschen eine logische Struktur in die Sendung zu bringen. Aber da steht eben nicht, wer was sagt, und da stehen nur die wesentlichen Punkte drin, die wir sagen wollen.

[00:04:00]

Aber das fällt nicht vom Himmel. Also das, was da drinsteht. Das ist so eine Mischung aus. Wir lesen einfach so Zeitung, und dann fallen uns Dinge auf, und die schreiben wir als Stichwort rein. Das macht vor allem Philipp. Oder wir sammeln die Stichworte in einem Slacker, kennen vielleicht viele von euch. Das ist so eine Art Chat Format, wo man in verschiedenen Kanälen diskutieren kann. Und wir benutzen das vor allem dazu, dass wir halt einfach links sammeln.

[00:04:25]

Wenn wir irgendwelche interessanten Artikel finden, in der Zeitung oder auf Twitter oder so. Dann packen wir die in Slack. Und dann gibt's. Das heißt, die Lage besteht im Wesentlichen aus dem, was wir selber lesen über die ganze Woche, und uns dann merken, entweder gleich im Dock oder im Slack. Und dann kommt die Lage eben zustande.

[00:04:43]

üBer eine Resa Recherche Sitzung sag ich mal, das heißt, Philipp und ich setzen uns zusammen. Wir versuchen das, wenn es irgendwie geht, live zu machen, also quasi, uns am selben Ort zu treffen. Manchmal machen wir es aber auch, wenn einer im Urlaub ist, zum Beispiel, indem wir uns zusammenschalten.

[00:04:58]

Und dann? Ergänzen wir beide dieses Google-Tochter und strukturieren das Versuchen, uns zu überlegen Was sind so die Punkte, die uns besonders wichtig sind?

[00:05:07]

Und dann entsteht in einigen Stunden dieses Google Doc, würde ich denken, kann man sagen als Grundlage einer Sendung oder als grobe Struktur für eine solche Folge.

[00:05:16]

Und dann würden wir manchmal so ein bisschen die Themen. Da muss hier noch einmal etwas geklärt werden, da kommst du nicht drum, und ich übernehme dann mal das, und dann geht man halt wieder auseinander. Und dann recherchiert jeder nochmal vor sich hin, hat so ein bisschen besprochen, in welche Richtung es gehen soll, was uns noch interessieren, was dann noch fehlt. Und dann füllt man sozusagen die Lücken, und wir haben auch dann bereden, welche Themen wir machen und welche wir auch nicht machen.

[00:05:40]

Und warum? Und das sind eigentlich für mich manchmal mit fast mir die schönsten Momente, weil man einfach merkt, es sind nur wir. Beide ist eben niemand da, der irgendwie von uns verlangt, wir müssten irgendwas machen.

[00:05:52]

Es gibt viele Vorschläge von euch. Es gibt auf Twitter überall Kommissar. Macht doch mal hier, mal da. Klar kann man drüber reden.

[00:05:57]

Aber letztlich ist ja auch keine inhaltliche Diskussion zwischen uns beiden, was wichtig darüber reden will. Und das machen übrigens die ganzen Showdowns, die immer so sehen. Das sind all die Links, die wir in diesem slec. Haben wir uns so ein kleines Lämmchen, kann man fast ein bisschen viel gesagt programmieren lassen. Was alle Sachen, die wir in diesem SLEC sammeln, in diesem Werkzeug alle Links, alle Dokumente, alle Hinweise, die kommen da in einen Kanal.

[00:06:22]

Und diese kleine Software, die zum Programmieren lassen die Hummel da halt diese ganzen Links raus, formatiert die so ein bisschen, um das sie als schön in diesem Blogpost passen und die dann nochmal inhaltlich und macht das alles ein bisschen schön im Dopplungen raus. Und das ist nochmal ein Sack voll Arbeit. Und dann landen halt auf diesem Wege all die Sachen, die wir lesen. Und sind so ein bisschen nachvollziehbar für euch. Gut und gern.

[00:06:46]

Und dann werden wir uns an einem Tag zusammen machen. Nochmal ein bisschen Feinschliff. Guckt noch mal hier, guckt noch mal da, vielleicht noch ein Interview auf, und dann legen wir los. Ich schneide das dann hinterher, immer nochmal so ein bisschen. Aber das ist wirklich so ein bisschen kosmetisch. Man muss da raus oder irgendwie Versprecher. Oder wo wir hinterher gemerkt haben Das war falsch, das muss raus. Also so was. Aber im Kern wird da nicht mehr viel gemacht.

[00:07:09]

Insbesondere, dass wir irgendwie ganze Minuten schneiden. Das kommt nicht vor. Es ist wirklich nur im Wesentlichen ein bisschen Audio aufpolieren. Genau das war die Frage von Carolin und direkt im Anschluss daran und zufälligerweise auch direkt danach eingetrudelt bei uns. Die Frage von Achim Achim fragt nämlich Wie sieht euer berüchtigtes Laage Pet genau aus? Ich habe es schon so kurz angedeutet. Es ist ein Google Google-Tochter, wenn man einfach die Erfahrung gemacht haben, dass man in Google Docs relativ gut tatsächlich gemeinsam bearbeiten kann und das quasi zwei Menschen zur selben Zeit am Dokument arbeiten.

[00:07:42]

Und das besteht halt aus der großen überschrift Lage der Nation vom Sohn so viel, dass wir uns da nicht versprechen bei der Anmoderation und dann große überschriften und da drunter SPIEGEL Striche, die dann eben häufig noch so verschiedene Ebenen aufweisen, also z.B. Was ist so ein Ding, das mir besonders wichtig ist, dass wir versuchen, eine logische Gliederung reinzubringen, beispielsweise, wenn wir irgendwie darüber reden wollen, dass es bestimmte Argumente gibt zu einem bestimmten Thema. Dann würde ich da die überschrift schreiben.

[00:08:12]

Da so ist umstritten, und dann würde ich Strich darunter machen. Pro und dann nochmal wieder eingerückt zwei, drei pro Argumente und dann wieder zurück Contra und dann wieder eingerückt nochmal. Also, dass man einfach in diesem Pfad möglichst schnell schon sieht, wie die logische Struktur dessen ist, so dass Philipp einfach quasi die Sachen schon mal recherchiert, so unter der Woche hat. Philipp Denke ich da den größeren Anteil an seinem Bett, und ich versucht dann vor der Sendung nochmal so ein bisschen durchpflügen, Sachen raus.

[00:08:39]

Das ist ja auch immer so eine Arbeit. Wenn ich da rein schreibe und mir Sachen denke und so oder so mache. Dann sind das ja auch Input an dich. Und wenn du dann halt nochmal darüber gehst und das Ordners, dann ist das ja auch nochmal so ein Aneignen, Verstehen, Ordnen, Aussortieren. Das ist, wie so ein asynchronen Diskussionsprozess eigentlich manchmal.

[00:08:57]

Genau so würde ich das auch beschreiben. Genau das haben wir ja auch noch. Eine schöne Frage, finde ich. Wie viel Zeitaufwand beansprucht die Recherche?

[00:09:07]

Das passt inhaltlich.

[00:09:09]

Lea Ja, ich kann mir sagen Dieser Produktionsteam ist, wenn es der Freitag ist, von morgens bis abends weg. Dann gibt es schon viele Stunden, die man so liest, die ich so lese, wo man telefoniert, mit Leuten redet. Und dann ist natürlich auch noch so ein bisschen Verwaltung, Kommunikation, Pipapo. Da schon. Ich würde schon sagen drei, vier Tage bei mir, eine Woche.

[00:09:39]

Bei mir ist das schon deutlich weniger, weil bei mir ist es halt. Ich lese natürlich auch wahnsinnig viel Zeitung, aber das ist ja jetzt für mich nicht so landesspezifischen. Ich würde ja sowieso Zeitung lesen. Keine Ahnung zum Frühstück und abends nochmal irgendwie ins Bett geht und so Zeitung oder Twitter oder sowas lese ich sowieso.

[00:09:58]

Ansonsten ist es bei mir. Vor allem der Tag, wo wir aufnehmen, das sind vielleicht so Ich sage mal grob, wo wir uns zusammensetzen drei Stunden plusminus, wo wir das peppt, nochmal bearbeiten.

[00:10:08]

Dann ist es ja meistens so ein bis zwei Stunden Aufnahme, wenn man Interviews führen und sogar noch ein bisschen länger.

[00:10:14]

Ich würde so einen Arbeitstag etwa die Woche, weil bei mir ja noch die komentar Moderation dabei dazukommen. Das mache ich natürlich kontinuierlich hier mal ein bisschen da, mal ein bisschen. Aber ich denke, alles in allem ist es bei mir etwa ein Arbeitstag wäre meine Schätzung.

[00:10:27]

Dann war hier noch eine Frage, die ich mir ganz spontan interessant fand.

[00:10:31]

Was ich Leuten raten würden jetzt Abiturienten, die den Berufswunsch Journalist haben?

[00:10:39]

Da würde ich sagen, da hatte ich neulich eine Diskussion mit schon ein bisschen erfahreneren Journalistin, aber irgendwie auch noch Berufsanfängern. Und ich würde immer sagen, es war noch nie so einfach, Dinge auszuprobieren. Sicherlich Praktika machen, das ist immer eine gute Idee, und es ist völlig egal, ob jetzt beim SPIEGEL oder bei der Regionalzeitung oder der Kreiszeitung. Bei der Kreiszeitung kann man im Zweifel mehr machen. Das sagen alle. Da könnt ihr rumlaufen, da könnt ihr sofort schreiben, da könnt ihr sofort Erfahrungen sammeln.

[00:11:09]

Aber es war halt auch noch nie so einfach, selber zu publizieren ohne irgendein anderes Medium dazwischen Instagram, Twitter, Facebook, Blog, YouTube.

[00:11:20]

Und wenn jemand sich nicht irgendwie zum Radio kommt und ich bin da und soll einstellen oder da, kommt zum Podcast und wer einen Podcast machen und hat irgendwie ein Studium schon hinter sich und ich dann ja mal probieren, Podcast aufzunehmen. Die Antwort ist Nein, dann werde ich schon ein bisschen misstrauisch. Da muss man schon ziemlich gut erklären können, warum man 2020, wenn man sich denn für Radio interessiert und Journalismus noch nie und den Berufswunsch hat, vielleicht einen Podcast zu machen, oder ihn geradezu wie noch nie Podcast aufgenommen.

[00:11:51]

Das muss man schon erklären können. Also das Ding muss nicht erfolgreich sein, darauf kommt es nicht an. Es muss auch nicht ewig gedauert haben und 300 Folgen haben. Aber man muss zumindest mal versucht haben. Wie ist das eigentlich so ein paar Erfahrungen gesammelt? Das war noch nie einfacher, als jetzt irgendwie Sachen zu produzieren, einen Newsletter an Newsletter aufzusetzen. Es gibt Journalisten, die verdienen, und Journalisten, die verdienen ihr Geld damit, dass sie einmal eine Woche Newsletter schreiben, für ihre Leser, Leserinnen Euro einwerfen und einen Newsletter zu schreiben zu einem bestimmten Thema.

[00:12:21]

Das ist nicht so komplex, und das interessiert da.

[00:12:27]

Egal, welches Thema sowie Nische, das ist egal. Wenn das dein Thema ist, dass du dich interessierst, dann finde ich das auf jeden Fall ein Versuch wert. Und dann einfach versuchen, Praktika zu machen. Einfach bewerben, Brief schreiben und dann auch sagen können Ja, ich mach hier schon mal ein Blog, oder Ich mache hier den ich betreibe hier den Twitter-Kanal zum Thema X oder das Instagram Ding oder wottawa den YouTube-Kanal. Und dann ist die Chance auch nicht schlecht.

[00:12:52]

Also, das finde ich, ist ein ganz wichtiger Punkt. Früher keine Ahnung, als ich Abi gemacht habe, zum Beispiel Philipp dazu Abi gemacht hast.

[00:12:59]

Da war das wirklich schwierig, journalistisch tätig zu sein, außer eben in einem klassischen Medium. Da gab es immer ein bisschen dieses Problem. Wie kriegt man das allererste Praktikum? Die einzige Ausnahme war die Schülerzeitung oder Schülerinnen Zeitung, was man immer schon mal machen konnte. Dieses Argument zählt heute nicht. Heute wird man, finde ich, völlig zurecht gefragt Was hast du denn schon gemacht, so wie Philipp das gerade schon geschildert hat? Und deswegen, glaube ich, ist das tatsächlich die zentrale Frage Was hat man denn schon gemacht?

[00:13:25]

Und man kann ja ganz viel machen. Man kann Audio machen, man kann quasi Print machen, indem man was bloggt. Man kann auch Videos machen und darstellen. Ich glaube, das ist, glaube ich, der zentrale Tipp, man sich ein kleines in Anführungsstrichen Portfolio zusammenzustellen. Von journalistischer Arbeit und dann, wenn das gut ist, denke ich, hat man auch nicht so ein Riesenproblem, Praktikum zu bekommen.

[00:13:46]

Probieren, ausprobieren muss man. Was man jetzt mag, mag man eher. Bild Mag man eher. Toma man beides eine Kombination davon. Steht man lieber vor der Kamera oder hinter der Kamera. Recherchiert man lieber und lässt das andere präsentieren, ist man eher so ein Zahlenmensch, der sich so rein gräbt. Und was ausgräbt, aber nicht in der öffentlichkeit groß wirkt und so, dass da, da muss man viel brühen und, und, und. Da gibts genug Möglichkeiten.

[00:14:11]

Bei der Gelegenheit kann man noch dazu sagen Wir bieten keine Praktika und auch sonst keine Ausbildung an. Einfach weil wir keinen festen Redaktionsalltag haben. Wir kriegen immer mal wieder Bewerbungen, und es tut uns immer total leid, wenn die Leute sich der Mühe gemacht haben. Bei Gelegenheit mal ausdrücklich sagen lãge Praktikum gibts leider nicht, weil wir einfach nicht die Möglichkeit haben, euch zu betreuen. Und einfach nur auf dem Papier macht das auch keinen Sinn. Es gibt ja keine Laage Redaktion, wo ihr irgendwie zu Gast sein könnte.

[00:14:36]

Wir haben das auch schon mal ausprobiert. Das hat überhaupt nicht funktioniert. Insofern bitte bitte, bitte keine Bewerbung schicken, denn das ist einfach nur vergebliche Liebesmüh.

[00:14:45]

Cannabis legalisieren? Auf jeden Fall würde ich auch sagen Absolut Geldverschwendung.

[00:14:53]

Ja, ich finde es total Geldverschwendung, dass das sehen sogar die allermeisten Polizistinnen und Polizisten. So jedenfalls die, mit denen ich spreche, sagen auch was ein Quatsch, dass wir da verheizt werden. Irgendwie sinnlos, im Görli irgendwelche Migrantinnen durch die durch die Gegend zu schicken oder zu gehen, durch die Gegend zu jagen. Das ist wirklich ein Bereich von ich sage jetzt mal etwas böswillig synthetischer Kriminalität. Wir stellen irgendwas unter Strafe, was überhaupt nicht strafwürdig ist, und wundern uns dann, dass die Leute es trotzdem tun.

[00:15:20]

Also ich persönlich hab ja noch nicht mal eine Zigarette geraucht, geschweige denn Joint. Ich persönlich habe null Interesse daran, aber ich sehe einfach, ich sehe einfach gesellschaftlich, dass das ausschließlich Probleme macht. Das kostet Stunden bei der Polizei. Das kostet Aufwand bei der Staatsanwaltschaft, bei den Gerichten. Das führt einfach nur zu Leiden an allen Ecken und Enden.

[00:15:40]

Ich finde, sauberes Cannabis in der Apotheke soll so reguliert werden, wie man auch Alkohol regulieren kann und genau dort Tabak oder so klar ist, dass für Jugendliche Monster schädlich.

[00:15:52]

Und so gibt es eben erst ab 18 und, und, und manchmal auch therapeutisch wirksame, aber im Grunde genommen jetzt eine Droge ist mit allen Nebenwirkungen, die Drogen ebenso haben können, geschenkt. Deswegen muss man es regulieren. Dazu sind wir in der Lage als Staat. Wir machen das an tausend anderen Ecken auch regulieren und kontrollieren.

[00:16:12]

Der Witz ist halt einfach auch. Insofern ist die Frage schon wirklich sehr spannend. Wir leben in Deutschland häufig in dieser Illusion. Wenn man etwas verbietet, dann gibt es das nicht mehr. Und so läuft es halt einfach nicht. Ganz im Gegenteil, gerade in diesem Bereich. So viel Polizei kannst du gar nicht auf die Straße schicken, dass die Leute nicht mehr kiffen. Das ist jedenfalls auch in meinem Bereich. Ich wäre wirklich umgeben von Menschen, die bürgerlich sind bis in die Haarspitzen oder allenfalls eher Künstler.

[00:16:39]

Milieu sowieso oder kreativen Milieu ist es sowieso. Aber selbst die ganz bürgerlichen bis hin in die Justiz rauchen hier und da mal ihren Joint. Insofern also, das versteht einfach kein Mensch.

[00:16:50]

Wieso das eigentlich?

[00:16:50]

Ich kenne, ehrlich gesagt, nur einen einzigen Richterkollegen, der, der wirklich hart ist gegen die Cannabis Legalisierung. Es gibt bestimmt ein paar mehr. Aber ich habe im persönlichen Gespräch erst einen einzigen kennengelernt. Der Cannabis muss verboten sein. Was haben wir hier noch?

[00:17:07]

Genau studieren also zum Beispiel wollten wir schon immer studieren, was wir studieren haben. Wie war das bei dir? Ja, ich bin da so ein bisschen, glaube ich, einfallslos, so rein tapst. Also, ich hab ja Geschichte, Russisch und Politik studiert. Politik und Russisch hat mir gut gefallen. Geschichte würde ich jetzt nicht nochmal machen. Weiß nicht, was ist die Frage, was wir studieren wollen würden, wenn wir nochmal könnten?

[00:17:28]

Oder so, wie ob wir immer schon wussten, was wir studieren wollen? Die Frage kommt von verschiedenen Leuten. Ehrlich gesagt, ich wusste es auch nicht. Als ich studiert habe, was ich studieren will, sagen wir es mal so. Wenn ich heute normal machen würde, ich würde einfach Politik im Hauptfach machen und VWL wahrscheinlich noch dazu. Und eine Sprache? Ich glaube, so etwas würde ich machen. Warum ich das damals nicht gemacht habe? Faulheit.

[00:17:51]

Andere Probleme können bei der Gelegenheit Philipp, wo es hier schon quasi um unsere persönliche Geschichte geht, die Frage, wie wir uns kennengelernt haben. Es kommt immer wieder, und dieser Mann war sehr schön.

[00:18:02]

Genau gibt's auch gibt. Es ist sogar dokumentiert im Internet. In diesem Internet kann man das nachlesen und sogar sehen. Da gibt's ein Foto.

[00:18:08]

Ich habe ja mit anderen Kollegen zusammen ein paar Jahre das Radio gemacht. Gibt's auch heute noch ONLINE Radio? Und da sind wir immer durch die Stadt laufen, um Leute interviewt und irgendwie Erlebnisse gehabt. Eines davon war auf dem Chaos Communication Congress vor einigen Jahren, als er noch im Berliner Kongresszentrum am Alexanderplatz stattgefunden hat. Und genau da haben wir uns dann irgendwann mit Tanzens Constanze Kurz und hier in einen fensterlosen Raum unter der Treppe gesetzt.

[00:18:35]

Der Raum war krass und haben wir das Radio aufgenommen, und da haben wir zuerst mal so richtig kennengelernt und danach einfach so Kontakt gehalten.

[00:18:46]

Ja, genau, denn der Abend ging für mich auch sehr schön weiter bei der podcaster von Philipp, der da mit dabei war. Nee, der war nicht dabei. Aber der podcaster vom Radio hat nämlich an dem Abend eine große Party geschmissen, und zwar vor allem ein großes Essen. Was er noch in seiner Wohnung in Schöneberg.

[00:19:04]

Und genau das war ein wirklich ein wunderschönes Format, weil die eine große Runde eingeladen hatte. Ich hätte mal so 30, 40 Leute, Freunde, eine riesengroße Tafel, die hätte bestimmt zu acht Meter Kantenlänge in so einer großen Berliner Altbauwohnung, und jeder konnte was mitbringen. Es war also einfach ein wunderbares, riesengroßes Befehl gesagt, und da war eigentlich Philipp eingeladen, und er hat mich einfach spontan mitgeschleppt. Nach dieser Aufnahme war irgendwie gut verstanden haben.

[00:19:29]

Und so haben wir den Abend dann weiter gequatscht, genau. Und für mich immer nach Hause gebracht. Da haben wir uns ja wirklich ein bisschen kennengelernt, und doch sehen wir uns doch mal wieder. Und habt ihr regelmäßig abseits vom Wodkas Kontakt? Wir hatten ja gerade vorgestern. Hab ich, würde ich gekocht.

[00:19:47]

Genau da hatte ich hatte Geburtstag. Vor drei Wochen, etwa Anfang Juni, hab ich Geburtstag.

[00:19:53]

Wir senden das ja ein bisschen später. Wir nehmen das jetzt. Wir nehmen das heute auf, am 18. Juni. Ich hatte vorher aber am Anfang Juni Geburtstag, und Philipp hat mir zum Geburtstag eine Einladung geschickt geschenkt, zu einem Dinner bei sich daheim. Und da haben wir einfach Dienstag abend bei Philipp gesessen, und es war ein Fest.

[00:20:10]

Es war viel und lecker und sehr gut. Also ich finde, das kann natürlich, könnte immer noch mehr sein. Finde ich so, dass wir uns so unter der Woche sehen. Aber tun wir schon.

[00:20:22]

Vorbilder? Haben wir Vorbilder? Fragt Nico Nicolas Nicolas hat Reihe Fragen gestellt, unter anderem, ob wir Vorbilder haben. Fällt dir spontan jemand ein Bild?

[00:20:42]

Das ist ein bisschen schwierig. Es gibt immer wieder Menschen, die mich sehr beeindrucken.

[00:20:49]

Muss ich ganz ehrlich sein Vorbild? Ich finde, ich finde, ich finde generell den Begriff Vorbild deswegen so schwierig, weil er so ein bisschen impliziert. Man soll werden wie ein anderer. Das finde ich falsch. Jeder Mensch lebt. Sein ganz eigenes Leben unterliegt ganz eigenen Einflüssen. Das hat ja auch mit dem sozialen Umfeld zu tun, mit den Menschen, die man sich verliebt. Und ich weiß nicht, was nicht alles und welche Berufe man wählen soll. Gibt es einfach 100 000 Einflüsse, denen man so unterliegt in seinem Leben?

[00:21:13]

Deswegen finde ich den Beruf des Vorbilds schwierig. Aber ich finde viel spannender den Begriff des role models, also Menschen, die in ganz bestimmten Lebensbereichen Dinge so machen, dass sie einen beeindruckt haben. Das kann ich schon sagen. Zum Beispiel habe ich ja mal am Bundesverfassungsgericht gearbeitet, als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Winfried Hassemer, einem Frankfurter Strafrechtsprofessor, war auch mal Datenschutzbeauftragter in Hessen und so. Und den fand ich zum Beispiel intellektuell sehr beeindruckend. Wir haben da in dem sogenannten Dezernat am Bundesverfassungsgericht Hassemer und seine vier wissenschaftlichen Mitarbeiter.

[00:21:49]

Das waren damals, als ich da war, tatsächlich alles Männer. Da haben wir ganz häufig über neu eingehende, besonders relevante Fälle diskutiert, und das waren einfach ganz tolle Diskussionsrunden. Und da fand ich es beeindruckend, wie Hassemer das moderiert hat, wie er Fragen gestellt hat, wie er auch zugehört hat, mir so als Greenhorn mit noch nicht einmal irgendwem Justiz, Erfahrung und so. zugehört hat. Das fand ich, das fand ich ziemlich beeindruckend. Ich fand, ich habe mich auch mal ein Praktikum bei einem Hamburger Strafverteidiger oder meine beiden Praktikum und Radarstation beeindruckt bei Gerd Strate.

[00:22:22]

Der hat mich sehr geprägt. Würde ich denken. Ein Hamburger Strafverteidiger. Aber ich könnte jetzt auch eine Reihe anderer Menschen nennen, die mich in meinem Leben auf verschiedene Weise beeindruckt haben. Zum Beispiel? Unser Pfarrer bei uns im Ort hat auf seine Weise mich sehr geprägt. Rüdiger Vid, der leider auch schon verstorben ist, aber jetzt etwas willkürlich herausgegriffen. Aber keinem dieser Menschen wird ich als Vorbild bezeichnet, bei deren Menschen, deren Leben jeweils sehr anders war als mein Leben.

[00:22:49]

Und trotzdem hatten die Aspekte, die mich sehr geprägt haben und denen ich so ein Stück weit überlegtes, auch die ganze Zeit.

[00:22:59]

Ich bewundere Leute, die es schaffen, gesellschaftlicher Ebenen nach demokratisch und freiheitlichen Prinzipien zu leben und ihr Berufsleben zu gestalten.

[00:23:12]

Gleichzeitig. Es schaffen, ein gleichberechtigtes und schönes Familienleben zu organisieren.

[00:23:25]

Wo sie auch sind und nicht alles nur Arbeit und Geld und Karriere ist und gleichzeitig sich diesen Werten aber auch treu bleiben. Es schaffen, so einen Mittelweg zu finden, zwischen einerseits nicht ideologisch starr zu sein, aber trotzdem seinen Werten treu zu bleiben, so flexibel zu sein und sich aber trotzdem dabei nicht zu verraten.

[00:23:51]

Es ist ein bisschen abstrakt, aber ich empfinde das als eine ziemlich schwierige Lebensaufgabe, muss ich ehrlich sagen, das unter den Hut zu kriegen, dass du dich nicht verbiegt für die Kohle, dass du dir immer einen SPIEGEL in die Augen gucken kannst.

[00:24:07]

Du schaffst es, mit einem Partner deiner Partnerin ehrlich Augenhöhe umzugehen und ein Familienleben zu organisieren, das jetzt mit Kindern oder ohne Kinder oder mit anderen Erwachsenen ist oder so. Jedenfalls Gemeinschaft so dauerhaft organisiert zu bekommen und gleichzeitig vielleicht auch noch davon leben zu können, was von dem, was man so macht. Das, finde ich, finde ich irgendwie erstrebenswert, ohne dass mir jetzt konkret ein Mensch oder so einfallen würde, der das so gemacht hat.

[00:24:38]

Vielleicht noch eine Frage zur Lage direkt, die ich ganz lustig fand. Martin fragte uns ganz bald schon nachdem wir den Aufruf gestartet hatten, zum Arma. Martin fragte nämlich Nach welcher Lage Folge? Hattet ihr das Gefühl, dass euer Format richtig erfolgreich werden könnte? Vielleicht gab es da so einen Moment für dich?

[00:24:58]

Nee, da kann ich mich nicht dran erinnern. Mir war das eher so ein Prozess. Ich habe ja schon das eine oder andere Podcast Format angefangen. Und doch das eine oder andere Podcast Format wieder begraben, weil es nicht funktioniert, aus tausend Gründen. Und ich war bei diesen schon recht sicher, dass das eine gute Idee ist und dass das tragen kann und wohin das führt. Keine Ahnung, aber das war jetzt ja auch nicht so ein einzelner Sprung oder so.

[00:25:24]

Sondern es gab ja so eine konstante Kurve, die dann irgendwie abrufzahlen und Interesse nach oben zeigte.

[00:25:31]

Und was nicht als erste Spenden eingingen und erste Abos abgeschlossen wurden. Und so dachte ich auch vielleicht.

[00:25:42]

Also, ich muss ganz ehrlich sagen Ich erinnere mich noch sehr genau an die erste Folge. Na, die war ja irgendwie im März 2016 aufgenommen haben und sie ins Netz gestellt haben. Und dann haben wir die ja zunächst mal über Twitter vor allem verbreitet, über unsere beiden Twitter-Accounts. Und ich weiß noch, dass du schon sehr zurückhaltend, was die Zahlen angeht. Wir dachten, so ein paar hundert vielleicht. Als dann schon die erste Folge deutlich vierstellig runtergeladen wurde, da weiß ich noch haben wir beide irgendwie Gesimse oder telefoniert, weil mehr.

[00:26:12]

Da dachte ich, das ist ja doch ein gewisses Interesse spürbar. Und ich würde mal sagen, das hat dann bei mir jedenfalls schon ziemlichen Optimismus geweckt und auch einen ziemlichen Enthusiasmus für die zweite Folge dritte Folge und so, dass ich so das Gefühl hatte, wir senden jetzt jedenfalls nicht so völlig in den Orkus, und wir reden jetzt nicht die Wand an! Es könnte, könnte irgendwie sein, dass sich Menschen dafür interessieren. Das ging eigentlich immer bei mir, jedenfalls schon bei der ersten Folge los.

[00:26:38]

Dann frag ich mich auch so eine Sache, wo ich nicht genau weiß, ob die Leute uns jetzt wirklich immer auseinanderhalten können.

[00:26:45]

Es gibt hier so Fragen, wo ich eher das Gefühl hat, dass es auf mich bezogen ist. Also zum Beispiel mit dem Unterbrechen. Wie ich mich fühle, wenn du mich unterbricht. Ich habe aber eher das Gefühl, dass ich dich unterbreche. Und es gibt das zweite. Die zweite Frage Wer fragt sich, wenn er damit konfrontiert wird, rassistische Gedanken zu reproduzieren? Fühlst du dich da angesprochen, weil das ja, was war, was ich in der Lage war, diese Geschichte mit dem Geldautomaten, mit dem Geld?

[00:27:13]

Insofern weiß ich auch nicht so richtig. Ich finde, ich finde jedenfalls, das muss man gar nicht auf diesen Rest beziehen. Generell finde ich Ich mache ja bei uns vor allem die komentar Moderation, und generell freue ich mich über jeden Kommentar, und zwar insbesondere dann, wenn er, wenn er kritisch ist und konstruktiv. Was mich nervt Leserkommentare, Kommentare, wo Leute im Wesentlichen sagen Ihr seid doch alles Vollpfosten und Rassisten und Idioten. Da, das hilft irgendwie niemandem weiter, was mir wichtig ist, ist das ein Kommentar von einer grundsätzlichen Sympathie für uns und für die Lage getragen ist.

[00:27:46]

Denn ich glaube, sonst kann man auch gar keine konstruktive Kritik äußern, wenn man, wenn einem nicht ein Format oder die Menschen dahinter irgendwie am Herzen liegen. Ich meine, wir sind ja auch nur Menschen, und wenn jemand da irgendwie so sehr viel negative Energie rüberbringen, dann finde ich es einfach irgendwie schade. Aber ansonsten, finde ich, finde ich jede konstruktive Kritik gut. Und z.B. wenn man da mit anderen Sichtweisen konfrontiert wird, dann lernt man ja immer daraus.

[00:28:11]

Manchmal finde ich die Kommentare auch unfair. Aber manchmal habe ich so ein bisschen das Gefühl, Menschen interessieren sich halt für ein Thema ganz besonders und verlieren sie ein bisschen aus dem Blick, das wir in der Lage versuchen. Wie soll ich sagen, die die Lage Nation umfassend darzustellen? Wieso war jetzt mein Thema nicht Thema Nummer eins? Zum einen ist gar keine Priorisierung damit verbunden, weil wir, ob wir ein Thema an erster oder an dritter Stelle besprechen. In der Lage sind die hinteren Themen ja sogar länger an.

[00:28:38]

Zum anderen ist das einfach der Tatsache geschuldet, dass wir verschiedene Zielgruppen ansprechen wollen. Aber grundsätzlich finde ich konstruktive Kritik sehr wertvoll, vor allem, wenn man noch das Gefühl hat, dass die Leute eigentlich die Lage mögen.

[00:28:49]

Ich kann das auf eine Art schon verstehen, dass Leute, die sich, weil es eben Rassismus gibt, zwangsläufig seit Jahren mit diesem Thema auseinandersetzen müssen, weil sie eben Opfer und Objekt von Rassismus sind. Das denen irgendwann die Puste ausgeht, wenn sie zum ersten Mal Zusammenhang erklären sollen oder zum dreißigsten Mal erklären soll, warum dieser und jener Ausdruck verletzend ist oder, oder, oder, oder. Ich kann das total verstehen. Trotzdem ist es halt so, dass wir sowohl als weiße Männer in dieser Mehrheit Teil des Problems und Teil der Lösung sind.

[00:29:30]

Natürlich sind wir Teil des Problems, weil es diesen Rassismus halt gibt. Weil ich mich auch damit ewig nicht beschäftigt habe. Weil ich dachte wieso. Mir geht es doch gut. Wo ist das Problem? Natürlich, wenn man beschließt, Teil der Lösung sein zu wollen, und dann sich auch als weißer Mann anfängt, damit zu beschäftigen, zu informieren, zu lesen und halt diesen ganzen Mechaniken und Mechanismen auf die Schliche kommt. Natürlich steht man da am Anfang und ist an einem Punkt, wo andere Leute schon vor 20 Jahren waren.

[00:30:01]

Und ich kann verstehen, dass das viele total frustriert.

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Trotzdem ist das halt eine Folge dieser uralten rassistischen Struktur, dass einige eben seit Jahrzehnten oder noch länger sich damit beschäftigen müssen und andere immer noch nicht drauf gekommen sind und, wenn sie drauf kommen, halt so ein bisschen bei null anfangen. Und dass es da manchmal hitzig wird und dass da manchmal Leute echt die Geduld verlieren. Ich kann das total nachvollziehen. Ich kann da nur um Verständnis bitten, dass wir uns wirklich Mühe geben, uns da rein zu denken, Mühe geben, unsere eigenen Verhaltensweisen zu durchleuchten.

[00:30:36]

Mühe geben, das bei anderen aufzudecken und anzusprechen. Punkt.

[00:30:42]

Ja, genau. Genau wie du. Das schildert Philipp. Das war jetzt ja sehr spezifisch für dieses Thema, für Thema Rassismus. Na, das ist ja was, womit wir uns intensiv beschäftigen, wo wir dem wir sehr viel Raum einräumen. Was wir in der Lage immer wieder thematisieren. Und deswegen sehe ich zum Beispiel die Lage da als Teil der Lösung und nicht Teil des Problems. Und deswegen? Deswegen wird ja gerade gesagt Das ist irgendwie verständlich, wenn Leute, die da persönliche Erfahrung gemacht haben, auch genervt sind.

[00:31:10]

Das kann ich persönlich auch sehr gut verstehen. Auf der anderen Seite würde ich mir wünschen, dass man da vielleicht jedenfalls vom Tonfall her irgendwie konstruktiv bleibt. Denn ich meine, was ja offenkundig ist. Ist der gute Wille gerade auch noch mal gesagt? Wir wollen ja versuchen, gerade auch mit der Reichweite, die wir haben, aufzuklären. Menschen die Augen zu öffnen über unser aller rassistisches Verhalten zum Beispiel.

[00:31:36]

Wie siehst du das? Ich nicht. Mein Fokus liegt eher so ein bisschen auch darauf, selber zu lernen und bei mir selber zu gucken. Und bei meinem Verhalten nachzuforschen und gespiegelt zu bekommen und zu sehen.

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Wie verhält man sich? Was halten wir für völlig normal? Was für Privilegien wir haben und die Privilegien, die wir haben, in großen Teilen komplett daraus bestehen aus der Abwesenheit von Problemen. Wir müssen uns einfach mit so wahnsinnig viel Fragen überhaupt nicht beschäftigen. Wir können hier einfach links liegen lassen, weil sie uns nicht betreffen. Kann ich irgendwie rausgehen? Den Arbeitsplatz vielleicht nicht, weil ich irgendwie anders. Heyse Wäre ich irgendwie angemacht, angeschrieben, weil ich aussehe so, das sind alles Fragen.

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Mit denen musste ich mich noch nie beschäftigen, und das ist so mein Lernprozess, zu gucken und zu sehen und diese Perspektivwechsel wahrzunehmen. Und das ist auch mit so banalen Sachen. Wenn ich mit Frauen rede, die jetzt 20, Anfang Mitte 20 sind, und die Tochter von einer Freundin mit ihren Freundinnen hat hier übernachtet. Die gehen durch die Stadt und kommen zurück und erzählen Dinge, wo mir die Kinnlade runterfällt, wie die angemacht werden, was die sich alles anhören mussten, was die sich alles verteidigen müssen, das ist für die Alltag, und das sind so Sachen.

[00:32:57]

Ich denke, das ist eine völlig andere Welt, in der er lebt. Ich habe damit nichts zu tun. Ich muss mich mit diesem Scheiß nicht beschäftigen persönlich. Das sind eher so meine ersten Schritte, mir gewahr zu werden, dass ich meine Welt, in der ich lebe, die hineingeboren wurde. Privilegiert ist der nächste Schritt ist zu sehen, dass es nicht geht und dass man da werben muss und selber wahnsinnig viel lernen muss. Mehr kann ich jetzt eigentlich nicht so sagen.

[00:33:27]

Ich bin halt in der Lernphase und versuche dann, wenn mir denn was klargeworden ist, vielleicht, dass in der Lage, auch zu benennen, weil und das ist zum Beispiel ein Vorwurf, der mir manchmal gemacht wird, auch in anderen Sendungen. Du erzählst ja nur von dir. Du erzählst von deinen Erfahrungen und die Erfahrung, von den Schwarzen beispielsweise, die mit in der Runde sitzen, die kommen erst mal gar nicht vorhaben. Das kann ich verstehen. Das ist so, aber mein Ansatz dabei ist, dass ich es als meine Aufgabe, als weißer Mann, als Angehöriger dieser privilegierten Gruppe sehe, andere weiße Männer anzusprechen und sie auf Probleme aufmerksam zu machen.

[00:34:03]

Und das funktioniert in meinen Augen am besten, indem ich halt von mir erzähle, weil ich vielleicht jemand bin, mit dem sich weiße Männer noch am ehesten identifizieren können. Das ist mein Riesending dabei, und da sehe ich so ein bisschen die Funktion.

[00:34:18]

Mal so viel vielleicht als für den ersten Block unseres ersten eine gute halbe Stunde. Fragen und Antworten kann man da nur sagen Bleibt dabei. Wir melden uns in Kürze wieder mit der zweiten Hälfte. Bis dahin wünschen wir euch einen schönen Sommer und sagen bis bald Okay, dann schalte ich wieder rein.