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Die ganze Welt des Wissens Podcast von Bayern 2.

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Was wäre der Jazz ohne Saxofon? Sein Erfinder Adolf Sax war Instrumentenbauer, Tüftler und ein cleverer Marketingmann. Bis zu 1500 Saxophone pro Jahr hat er in den 1850er hergestellt und verkauft. Es muss schon seltsam gewesen sein Damals in Brüssel 1841 auf der National Ausstellung bei erklingen neuartige Töne. Aber woher sie kommen, sieht man nicht. Das Instrument ist verhüllt. Es soll keiner nachahmen können. Es handelt sich um eine Erfindung, die in die Musikgeschichte eingehen wird. Das Saxofon.

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Der Name des Erfinders Adolf Sax. Adolf Saks war ein visionärer Erfinder und Tüftler. Das neue Instrument Sein Klang wird eine Lücke in der Orchester Landschaft füllen. Dessen war Sachs sich sicher Das Saxofon soll, so seine Vision, in klassischen Orchestern erklingen. Zwischen Geige, Fagott, Trompete und Klarinette.

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Und es soll den Klang der Militärkapellen voller machen, die auf Freiluft Veranstaltungen auftraten und am Sonntag in Parks Konzerte gaben. Der handwerklich geschickte und überaus musikalische Klang Forscher war ein selbstbewusster und streitbarer Mensch, auch wenn er 1841 noch nicht wissen konnte, was auf ihn zukommen sollte.

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Es gab eine ganze Reihe von Prozessen gegen ihn.

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Klassischer Saxofonist und Saks Experte.

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Der wahrscheinlich spektakulärste war der, dass er der Erfinder, der Saxophonist des Plagiats, beschuldigt wurde. Er soll das Saxofon erfunden haben, sondern schon existiert haben im Ausland. Und das wurde dann dadurch versucht zu belegen, dass man Instrumente bei ihm kauft und die Veränderte ins Ausland schafft. Die Nummern gravierte und neun Stempel drauf machten alles Mögliche, um den Eindruck zu erwecken, dass das alles nicht von ihm kommt.

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Doch noch ist er nur ein junger, aufstrebender Instrumentenbauer, der seine Erfindung nach vorne bringen möchte. Und seine Marketingidee ist gut. Er fährt 1842 mit seinem neu entwickelten Instrument nach Paris, um es Hector Berlioz vorzustellen. Mit Erfolg. Der französische Komponist und Musikkritiker wird zu einem der wichtigsten Förderer von Adolph Sax.

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Er wusste, dass Berlioz einer der wichtigsten Persönlichkeiten im Pariser Kulturleben und Musikleben war. Und wenn Berlioz seinen Segen zu etwas gab, dann hieß es und er hat ihm seine Instrumente vorgestellt. Und daraufhin hat Berlioz eine Hymne auf das Saxofon geschrieben, die dann in einer Zeitung, die viel gelesen war, dem Journal diedebatte veröffentlicht. Und damit war Sachs einen ganz, ganz, ganz großen Schritt weiter.

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Was seinen Klang betrifft, so ist er von einer solchen Art, dass ich kein zurzeit gebräuchliches tiefes Instrument kenne, das ihm vergleichbar wäre. Er ist voll, weich, schwingend, mit einer enormen Kraft und auch geeignet, zurückgenommene zu werden.

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Die Pariser Musikwelt steht Adolph Sachs, der damals noch keine dreißig Jahre alt ist, offen.

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Sachs hat sich als Netzwerker, der erwar mit vielen Komponisten auseinandergesetzt oder zusammengesetzt, sein Instrument erklärt und hat sie gebeten, das Instrument zu komponieren. Das waren vor allem Jean-Baptiste Gängelei.

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Und man, diese beiden Komponisten, haben besonders viel für das Saxofon komponiert. Das waren dann so kleine Stücke, die Sachs in den Pariser Salons vorgestellt hat. Er zog im Jahr 1842 nach Paris und wusste genau Dort sitzt das Geld, und ich brauche Förderer. Ich brauche einfach Mäzene. Das hat auch in gewisser Weise geholfen, aber natürlich nicht ausreichend. Und dieser Wunsch von Sachs, das Instrument, seine neue Erfindung als ein klassisches Orchester zu gehöriges Instrument zu etablieren.

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Dieser Wunsch hat sich nicht ganz erfüllt.

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Umso wichtiger wird für ihn sein nächstes strategisch klug gewähltes Ziel, die Militärkapellen mit seinen Instrumenten auszustatten. In Paris ist der ehrgeizige Instrumentenbauer allerdings nicht überall willkommen.

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Den hiesigen Fabrikanten schwoll der Kamm. Sie sahen die Gefahr, in welche sie der Ausländer brachte.

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Sachs ist ein Belgier, heißt es in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung vom 18. Juni 1845.

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Zu dieser Zeit gibt es in Paris rund 38 Werkstätten, die Blasinstrumente herstellten, und so kämpfte der wackere junge Künstler seit Jahren mit den unglaublichsten Renken und Kabalen. Man mietete seine Arbeiter um höheren Lohn. Man verbreitete falsche Gerüchte, dass seine Instrumente bereits früher existiert hätten. Denn deren vorzügliche Zeit konnte man schon ohne sich lächerlich zu machen, nicht mehr leugnen. Immer gefährlicher wurden die Intrigen, immer heftiger der Streit, dessen wahre Ursache, der Neid, sogar dem König selbst zu Ohren gedrungen sein soll.

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Und die Konkurrenz ist nicht ohne Grund besorgt. 1844 kann Sachs dem französischen König selbst seine Instrumente vorstellen.

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Geboren wurde Adolf Sucks, der mit Vornamen eigentlich Josef hieß. Am 6. November 1814 als erstes von elf Kindern im heutigen Belgien. Schon sein Vater Charles Joseph, ein gelernter Tischler, hatte sich auf den Bau von Musikinstrumenten spezialisiert.

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Die Familie zog dann nach Brüssel, wo der Vater dann ein Instrumentenbauer Werkstatt eröffnete, und Adolf wuchs in dieser Werkstatt auf. Das heißt, dass er schon im Alter von elf, zwölf Jahren alle Teile einer Klarinette fertigen konnte. Und mit 16 hatte eine eigene Flöte gebaut, die aus Elfenbein bestand. Und so ging das sehr schnell weiter. Mit 20 hat er eine eigene Klarinette vorgestellt. Die Familie war eine musisch interessierte Familie, und vier Söhne insgesamt mit Adolf haben das Handwerk des Vaters erlernt.

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Adolph Sax war ein ausgezeichneter Klarinettist. Als 14-Jähriger besucht er das Konservatorium in Brüssel, studiert Klarinette, Flöte, Gesang und Harmonielehre. Mit 18 spielt er bei den Brüsseler Philharmonikern. Er wusste also sehr genau, wie welches Instrument klingt und wo es Verbesserungsbedarf gab.

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Im Grunde genommen hat er die Bassklarinette quasi neu erfunden.

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Heike Fricke ist Musikwissenschaftlerin. Sie arbeitet am Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig.

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Das ist eine tiefe Klarinette, die muss, weil sie einfach größer ist, andere Proportionen haben als die normale Klarinette. Und da hat er sich sehr stark mit beschäftigt und dann Verbesserungen an dem Instrument angebracht.

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So hat er herausgefunden, dass die Tonn Löcher, die man mit den Fingern zudeckt. Die müssen an der Stelle, wo sie sich befinden, immer genau den gleichen Durchmesser haben wie das Rohr von der Klarinette, wie der Korpus der Klarinette an der Stelle. Dazu sind aber unsere Finger viel zu klein haben wir nur die ganz normalen Fingerkuppen, und die Löcher mussten einfach größer sein. Und da hat er ein System erfunden, wie man die Löcher mit Klappen zudeckt. Das sehen wir heute auch am Saxophon.

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Also hat er im Grunde genommen diese Erfindung, die er am Saxophon angebracht hat. Die hat er entwickelt, im Klarinetten bauen.

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1838 stellt er diese neu entwickelte Bassklarinette in Brüssel vor und erhält sein erstes Patent. Und schon damals greift er zu einem Mittel, das er später noch öfter anwenden wird. Den öffentlichen Wettkampf. Als Saks versucht, seine Bassklarinette am Hof Orchester in Brüssel einzuführen, wehrt sich der erste Klarinettist Georges Croatia, Bachmann, der selbst Instrumentenbauer ist und am Konservatorium unterrichtet. Sachs fordert ihn heraus, Bachmann solle zuerst spielen, dann er. Und die Zuhörer sollten entscheiden, wer den Kampf gewonnen habe.

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Der große Meister oder der miserable Schüler?

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Ich finde es interessant, dass er niemals auf die Idee gekommen ist, dass man so einen Wettstreit auch verlieren kann. Er war sehr selbstsicher, dass die Dinge, die er entwickelt hat, auch wirklich Hand und Fuß haben. Im Falle der Bassklarinette kann man sagen, dass es wirklich stimmt.

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Adolf Sax war selbstbewusst und ein kluger Analytiker. Er erkannte, welche Instrumente damals fehlten in den Orchestern und vor allen Dingen in den Freiluft Orchestern laute, tiefe, wendige Musikinstrumente.

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Es ist bekannt, dass Blasinstrumente im Allgemeinen rau oder zu schwach in ihrem Klang Charakter wirken und der eine oder andere dieser Fehler sich besonders im Register bemerkbar mache. Jedermann weiß, dass die Wirkung von Streichinstrumenten bei Darbietungen im Freien gleich null ist, schreibt er in seiner Patentschrift aus dem Jahr 1846.

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Durch diese verschiedenen Misstände berührt, habe ich nach Mitteln und Wegen gesucht, ein Instrument zu schaffen, das durch den Charakter seiner Stimme mit den Streichinstrumenten harmonisiert, das aber mehr Kraft und Gewalt beinhaltet. Dieses Instrument ist das Saxofon.

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Es gab damals bereits die Idee, einen Blechblasinstrumente, das mit einem langen, nach oben gerichteten Schalltrichter gerade vor dem Körper gespielt wird, mit Klappen und einem Mundstück ähnlich der Trompete oder Tuba.

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Adolphe Sax setzt in einem ersten Schritt ein Bassklarinette Mundstück auf diese Office-Suite, und der Effekt war, dass dieses mit Klappen bestückte Instrument chloride, was sehr schnell und wendig spielbar war, auf einmal viel lauter war als vorher mit dem Blechblasinstrumente Mundstück, mit dem Trichter, Mundstück und eine Oktave tiefer. Das war eine revolutionäre Entdeckung, und dann ging alles ganz schnell. Er hat eine neue Mechanik draufgesetzt, hat die Intonation verbessert, hat noch einen Ausgleich am Instrument im Wohnbereich beim Mundstück vorgenommen, damit die Intonation sich verbessert.

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Kleinigkeiten korrigiert. Und dann war das Saxofon erfunden.

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Das Saxofon war nicht seine einzige Erfindung.

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Er konstruierte auch eine Reihe von Blechblasinstrumente, die er dann mit seinem Namenszusatz versah und erfolgreich verkaufte wie die Sax Tuba, wie Sax Strombach, Sax Posaune und die sechs Hörner der Blechbläser instrumentenbau.

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Dafür ist er überhaupt nicht bekannt. Aber er hat unglaublich viel Blechblasinstrumente Bereich bewirkt und verbessert. Das sieht man ja auch an seinen Experimenten. Das hat dann zu diesen sehr merkwürdig aussehenden, aber wunderschönen Instrumenten geführt, mit sieben Schalltrichter und sechs Ventilen, die dann aber nicht praktikabel waren, weil sie einfach viel zu schwer waren. Viel Material bedeutet Gewicht, und damit marschiert man nicht mal eben zwei Kilometer und spielt noch lustig. Also ein Marsch.

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Frank Lunte hat das Buch Saxophone ein Instrument und sein Erfinder mit herausgegeben. Darin sind Fotos jener Experimente abgedruckt wunderschön geschwungene Hörner, Ventile, Posaunen und Ventile, Trompeten, Instrumente, die man so noch nicht gesehen hat. Wahre Kunstwerke.

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22. April 1845 Der Streit zwischen Adolf Sachs und seinem Pariser Konkurrenten erlebt einen Höhepunkt. Sachs stellt sich wieder einmal einem musikalischen Wettkampf, und rund 20 000 Schaulustige finden sich auf dem Pariser Marchfeld ein. Um diesem Schauspiel beizuwohnen Zwei Militärkapellen treten gegeneinander an. Die eine überwiegend mit Instrumenten aus dem Hause Sachs, die andere mit herkömmlichen. Der direkte Vergleich soll zeigen, welche Instrumente besser klingen. Adolf Saks geht als Sieger vom Platz. Nach vielen Irrungen und Wirrungen dieser Wettstreit mit sich brachte, wurden Musiker von Sachs bestochen, damit sie nicht antreten und der Klang schwächer wurde.

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Und all solche Dinge? Nachdem also alles gut ausgegangen war, wurden die Instrumente dann tatsächlich eingeführt in die französischen Militär Orchester. Und das war natürlich eine Auftragslage, die kann man sich gar nicht vorstellen, denn es gab viele militaire. Orchester und Orchester haben ja auch nicht nur zu militärischen Zwecken gespielt, sondern auch schlicht und einfach zur Belustigung der Flaneure am Sonntagnachmittag in den Pavillons der Parks aus waren ganz beliebte Orchester. Und in diese wurden nun die Saks Instrumente in großer Zahl eingefügt.

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Nun steht seinem Erfolg nichts mehr im Weg. Sachs scheint ausgesorgt zu haben. 1847 bekommt er auch noch eine Stelle als Direktor des Bühnen und Orchesters bei der Pariser Oper. Vermutlich nicht nur, weil er ein streitbarer, visionärer Erfinder war. Er war auch ein Meister der Selbstvermarktung, sagt die Musikwissenschaftlerin Heike Fricke.

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Er hatte diesen Fall Sachs in Paris, das heißt, er hatte seinen eigenen Konzertsaal, der in der Tagespresse beworben wurde. Das hat die Leute natürlich angelockt. Sie seien Instrumente gehört haben. Aber es war ein interessantes Konzertprogramm. Bläser, Konzerte, die man sonst nicht gehört hat in Paris. Und da waren die Leute natürlich neugierig, und das war auch eine Methode, sich und seine Instrumente zu vermarkten.

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Und Adolf Sax dachte groß. Er entwarf gleich ganze Instrumenten, Familien, erklärt der Saxofonist und Saks Experte Frank Lunte.

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Die Hörner und die Saxophone sind eigentlich die allerbesten Beispiele. Er hat immer von Sopran bis Bass Instrumenten gebaut, durchgehend, die aber alle mit der gleichen Griffweite bedient wurden, sodass der Spieler und die Spielerin ohne Probleme von Sopran zum Kontrabass Saxophon wechseln kann, weil die Griffe die gleichen sind. Und die Noten sind immer im Juli entschlüsseln notiert. Auch für die Instrumente. Das ist auch eine Besonderheit.

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Aber da hat auch wieder der Unternehmer Sachs mal richtig nachgedacht. Denn er wollte, dass im aufstrebenden Bürgertum des 19. Jahrhunderts, in dem das Laien Musizieren an Bedeutung zunahm, die leichte Erlernbar von Instrumenten in den Mittelpunkt gestellt hat. Und das ist ihm auch geglückt. Die Popularität des Saxophone hat durchaus auch damit zu tun, dass es recht leicht zu spielen ist und dass man diese ganze Familie auch im Grunde ohne größere Probleme bedienen kann.

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Und er kalkuliert als Unternehmer so geschickt, dass er seine STANDARD Instrumente günstiger anbieten kann als die Konkurrenz. Zeitweise beschäftigt er rund 200 Arbeiter, die alle Instrumenten Teile in der eigenen Manufaktur anfertigen.

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Das war eine Neuerung, denn vorher haben viele Instrumente Hersteller von Fremdfirmen ihre Einzelteile fertigen lassen und sie dann nur noch zusammen gesetzt. Und dann Firmen, Stempel drauf und fertig. Aber Sachs wollte die Kontrolle über die einzelnen Teile der Instrumente behalten und auch eingreifen können, wenn er eine Verbesserung hatte. Dass das sofort vonstatten ging und nicht erst durch Fremdfirma davon überzeugen müssen, dass jetzt eine neue Legierung benutzt werden muss oder ein anderes Verfahren. Das hat er unter einem Dach behalten wollen, und zu Hochzeiten des instrumentenbau hat er dann aber trotzdem in einer Art expandieren müssen, die ihm wahrscheinlich gar nicht so gepasst hat.

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Er musste nämlich in das Zentralgefängnis von Möller expandieren und quasi Zwangsarbeit in Auftrag geben, weil er in den eigenen Werkstätten nicht ausreichende Kapazitäten hatte.

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Zwischen 1855 und 1951 hat Sachs dann damit begonnen, Lizenzen zu vergeben. Das heißt, es konnten Instrumentenbauer seine Instrumente bauen. Aber er hat ein Minimum und ein Maximum von Instrumenten festgelegt, das heißt, sie mussten mindestens fünf Instrumente bauen, und wenn sie nicht gebaut und auch nicht verkauft haben, mussten sie trotzdem die Lizenz für fünf bezahlen. Und es gab ein Maximum, das durften sie nicht überschreiten, und diese Instrumente mussten gekennzeichnet werden mit den Buchstaben für Adolf Sachs und dem Zusatz in Lizenz Vergaben.

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Da war er einer der ersten, der da überhaupt so rangegangen ist, so sehr ökonomisch interessiert oder kapitalistisch oder wie man es nennen soll.

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Er hat eben Dinge erfunden, entwickelt, lizensiert und beschränkt. Saxophone nicht. Die hat er nicht lizensiert.

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Mit seiner Marktmacht und dem Monopol für die Ausrüstung der Militärkapellen schwächt er die anderen Instrumentenbauer in Paris empfindlich. Sie versuchen deswegen, Saks zu schaden, wo sie nur können, und überziehen den Konkurrenten mit Prozessen. Mit ein wenig mehr Kühnheit würde man ihn umbringen, schrieb sein Freund Hector Berlioz. In den Prozessen zeige sich der Hass, den Erfinder stets unter jenen ihrer Gegner erregten, die nichts erfinden, etwas alle Prozesse gewonnen, die gegen ihn angestrengt wurden.

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Und er war übrigens auch nicht müde, andere zu verklagen.

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Jetzt hat er auch getan. Er muss ständig irgendwelchen Gerichtsprozessen gesteckt haben, die ihnen Zeit und Geld, vor allen Dingen auch Geld gekostet haben. 46 Patente reichte Sachs insgesamt ein. Er erfand unter anderem auch eine Lungen Heyl Maschine auf tia Basis. Da in seiner Familie Lungen Leiden weitverbreitet waren, ein Eisenbahn Signal und eine Kanone für den Krimkrieg um gesellschaftliche Konventionen, scheint er sich wenig gekümmert zu haben. Er war nicht verheiratet und lebte die meiste Zeit auch nicht mit der Mutter seiner fünf Kinder zusammen.

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Zwei starben bereits im Kleinkindalter. Die anderen drei erkannte er erst spät offiziell als seine Nachkommen an. Ein wirklich erfolgreicher Geschäftsmann ist Adolphe Sax trotz seiner zahlreichen Erfindungen nicht ein Grund, warum er mehrfach in die Insolvenz geht, sind die politischen Umbrüche in Frankreich. 1848 wird nach der Februarrevolution die Republik ausgerufen.

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Entsprechend waren andere Kräfte an der Macht, und die wollten mit Saks Instrumenten nichts mehr zu tun haben. Das war für sie ein Teil des vorherigen königlichen Regimes, und darum wurden ja alle wieder rausgeschmissen. Er hatte keine Aufträge mehr. Er blieb auf seinen Instrumenten sitzen und natürlich auch die Machenschaften seiner Konkurrenten. Tat das übrige, und so musste er zum ersten Mal Konkurs anmelden.

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Nach der Machtübernahme durch Napoleon, den dritten Ende 1851, wendet sich das Blatt dann aber doch wieder zu Gunsten der Sachs wieder an den Hof geholt und wieder diereform der Militärkapellen anvertraut.

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Das war auch in anderen Ländern so. nach Preußen gegangen und hat dort beratende Funktion gehabt, was den Aufbau der Militärkapellen anbelangt, und kam da auch hochdekorierte zurück. Das war ein bekannter Mann und konnte dann bis 1860 diese entstandenen Schulden auch wieder bezahlen. Und der nächste Einbruch kam mit dem nächsten Krieg 1771, wo er praktisch wieder keine Instrumente verkaufen konnte. Und von dieser zweiten Insolvenz hatte er sich eigentlich nicht wieder erholt.

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1871 wird auch die Saxophone Abteilung am Pariser Konservatorium wieder geschlossen, wo Adolf Sax selbst 14 Jahre unterrichtete und 77 kam, dann das endgültige Aus.

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Er musste dann im Grunde alles verkaufen und versteigern und verarmte zusehends.

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Bei seiner letzten Insolvenz muss er auch Teile seiner Werkstatt, Ausrüstung sowie seine umfangreiche Musikinstrumenten Sammlung verkaufen, darunter wahrscheinlich auch die Prototypen seiner Erfindungen. Auch nach Aufgabe seines Ateliers arbeitet Adolf Sax weiter, stellt patentanträge doch seine Zeit, und auch die Der Saxophone ist vorbei. Aus den militaire Orchestern sind sie weitgehend verschwunden. In klassischen Orchestern werden sie kaum eingesetzt. Welche Beliebtheit seine wichtigste Erfindung im 20. Jahrhundert erreichen würde, kann Adolf Sax nicht ahnen, als er am 7. Februar 1894 im Alter von 79 Jahren in Paris stirbt.

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Ich bin ganz sicher, dass er begeistert davon wäre, in welcher Spannbreite das Saxofon heute erklingt vom klassischen, gepflegten, sauberen Ton über den Jazz in all seinen klanglichen, in der experimentellen Musik verfremdet mit Elektronik in der indischen Musik, in der Folklore mit Sicherheit begeistert.

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Ich bin auch ganz sicher, dass er in der heutigen Zeit sich pudelwohl gefühlt hätte mit diesen technischen Neuerungen.

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Er wäre bestimmt der erste gewesen, der ein YouTube-Kanal eröffnet und auf Twitter gepostet hätte.

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Er war ein Kind der industriellen Revolution, und wir befinden uns in einem Zeitalter der digitalen Revolution. Das hätte ihm gefallen. Hundertprozentig. Sie hörten Adolf Sachs. Ein Unternehmer, der das Saxofon erfand von Georg Gruber, Thomas Albus und Herbert Schäfer. Ton und Technik Susanne Herzog, Regie Martin Trauner, Redaktion Nicol Ruch lag eine Sendung von Radio wissen..