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Die ganze Welt des Wissens Podcast von Bayern 2.

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Wenn die Mauersegler wieder über den Dächern ihre Kreise ziehen, wenn ihre typischen Rufe erklingen, dann ist er zurück. Der Sommer. Doch der außergewöhnliche Langstreckenflieger hat mit der sich verändernden Umwelt zu kämpfen.

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Der Luftzug sieht die Form von der Sichel oder Halbmond ungefähr und kann sich schon vorstellen, dass man da mit dieser Form eigentlich ganz ähnlich fast wie ein Baum falcke, ich wahnsinnig schnell unterwegs sein kann. Und der einzige, der ihn vielleicht auch nur mal versucht zu jagen, ist der Baum Falke, lieber Schwalben als Mauersegler, weil er einfach zu schnell, zu wendig ist, sagt Professor Dr. Volker Zahner von der Hochschule Weihenstephan. Der Zoologe hat geraume Zeit über den Mauersegler geforscht.

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Er ist fasziniert von dem Flug Künstler, der den Sommer in unseren Breiten verbringt. Meist sieht man ihn in großen Höhen. Ein Segler von großer Leichtigkeit und Eleganz. Seine schmalen Flügel bewegt er nur kurz, mit großer Kraft. Dann aber breitet er sie aus, und es scheint, als schwimme oder schwebe er in der Luft nur so dahin. Swift, so nennen die Engländer den Mauersegler. Was nichts anderes ist als eine ziemlich treffende Bezeichnung für seine hervorstechenden Eigenschaften.

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Schnell, flink, geschickt und geschwind ist dieser dunkle Vogel, der im Sommer durch die Häuserschluchten unserer Städte jagt. Sommer und Wärme.

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Der Mauersegler kommt bei uns in der letzten Aprilwoche Anfang Mai. Da hört man aber nicht so richtig.

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Sobald es aber richtig schön warm wird, hört man dann schon diese sozialen Spiele um die Mauersegler Sommer, Plätze, Stadt. Das passt einfach zusammen, wenn die Mauersegler spätestens Anfang Mai zurückkehren aus ihren Winterquartieren, den weiten Savannen Südost Afrikas, manchmal auch aus dem östlichen Indien.

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Dann scheinen sie die Wärme und den Sommer gleich mitzubringen in die Städte und Dörfer Mittel und Nordeuropas, und dort fliegen sie dann an warmen Tagen durch die Lüfte, jagen sich gegenseitig, stürzen waghalsig in die Tiefe und gewinnen ebenso rasch wieder an Höhe. Und das alles über Städten, zwischen Häusern und Mauern.

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Mauersegler eben. Mauersegler suchen während der Brutzeit die Nähe menschlicher Siedlungen.

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Sie nisten in den Mauern, Nischen hoher Gebäude, in Türmen, hohen Lager, Silos, gemauerten Hauswänden. Doch das war nicht immer so. Vor einigen Jahrhunderten noch lebten die Mauersegler in den weiten Wäldern Mittel und Osteuropas. Hier gab es unzählige alte Bäume mit großen Höhlen in den Kronen, groß genug, um ein Mauersegler paar mitsamt seiner Brut aufnehmen zu können. Und Mauersegler sind relativ große Vögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 Zentimetern. Professor Volker Zana. Deshalb kamen auch nicht irgendwelche normalen Spechte Höhlen, Buntspecht, Höhlen infrage, sondern eigentlich Buntspecht, Höhlen, die ausgebaut sind, und zwar über viele Jahrzehnte.

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Da gibts auch schöne Untersuchungen, die zeigen, dass so eine normale Buntspecht Höhle nicht geeignet ist, sondern dass sie über mehrere Jahrzehnte weiter ausbauen muss. Dass so ein großer Vogel wie der Mauersegler mit 40 Zentimeter langen Flügeln entsprechend Platz darin findet, sind auch keine ganz normalen Bäume, sondern in der Regel Eichen, die weit oben in der Krone ihre Höhlen haben. Das entsprechende hohe Wärmestube zustande kommt. Solche uralten Eichen, etwa drei oder vierhundert Jahre alt, findet man in heutigen Wäldern nur mehr ganz selten.

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Am ehesten vielleicht noch im Spessart. Die Mauersegler mussten sich also andere Nist Möglichkeiten suchen, hochgelegenen vor Feinden geschützt und warm genug für die Brut. Sie fanden sie in den Städten, wo sie heute im Sommer zum gewohnten Bild gehören.

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Und dort sieht man die Mauersegler oft in großen Gruppen. Sie sind eben sehr soziale Vögel. Sie leben während der Brutzeit in der Regel in Kolonien. Viele ihrer Aktivitäten dort sind synchron, etwa die sozialen Flugziele, die man bei gutem Wetter meist abends beobachten kann. Screaming Parties nennen sie die Wissenschaftler, weil dann die lauten Rufe der Mauersegler gleich dutzendweise zu hören sind. Die Mauersegler bilden dabei eine Art Schwarm. Sie kreisen in großer Höhe und sausen immer wieder in hoher Geschwindigkeit ganz dicht an ihren Listenplätzen vorbei.

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Alle Vögel der Kolonie sind daran beteiligt. Auch die Brutvögel und im Spätsommer sogar die Jungvögel, sobald sie flügge sind. Dabei zeigen die Mauersegler eine Reihe von Flugmanöver, am intensivsten in der Zeit kurz vor ihrer Abreise in den Süden. Möglicherweise dienen diese Flug Spiele der sozialen Synchronisation, der Abstimmung der Kolonie untereinander.

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Auch zur Balz Zeit kurz nach ihrer Ankunft in unseren Städten jagen sich die Mauersegler in der Luft. Vermutlich verfolgen die Männchen in einigem Abstand die Weibchen, die sie dann schnellstmöglich zu erreichen versuchen. Das wiederum scheint andere Mauersegler zu animieren. Sie schließen sich an oder eröffnen die Jagd auf einen anderen Vogel. Oft gehen solche kollektiven Balz Flüge ganz plötzlich in Nahrungssuche über Mauersegler.

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Paare finden sich in der Luft oder eben am Nistplatz. Wer zuerst eingetroffen ist, hält die Nester besetzt. Meist ist es das Nest aus dem Vorjahr, nicht selten auch der NIST Partner aus dem Vorjahr. Mögliche Eindringlinge am Nest werden lautstark mit Schreien und Drogisten empfangen. Die Vögel sind aufgeregt, richten sich auf. Erst wenn die Situation sich entspannt. Gehen sie dazu über, sich gegenseitig das Gefieder zu putzen. Ein Zeichen dafür, dass das Paar zusammengefunden hat. Bei Jungvögeln, die zum ersten Mal brüten, kann die Partnersuche in den ersten Maiwoche ziemlich aufwendig sein und auch schmerzhaft verlaufen.

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Im Wettstreit um die Weibchen bekämpfen sich die Mauersegler. Männchen in der Luft jagen einander nach, hauen auch schon mal die scharfen Krallen in Brust und Federkleid des Konkurrenten. Mauersegler zanken sich oft tagelang unter lautem Geschrei. Die Männchen attackieren sich oft wütend in der Luft, krallen sich fest ineinander und verletzen sich. Ihre schärfste Waffe die Füße mit ihren Krallen, die können Sie auch einsetzen, um etwa einen Konkurrenten, einen Spatz, einen Star oder eine Schwalbe aus Ihrer bruthöhle zu vertreiben.

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Das ist ein wenig überraschend, wo doch die zoologische Bezeichnung für den Mauersegler apus ist. Doch wirken die Vögel nur, weil die kurzen Beine im Flug nicht sichtbar sind und die Mauersegler ohnehin die meiste Zeit in der Luft sind ihrem wahren Element.

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Sie haben sehr kleine Beine, die auch Krallen bewertenden, und mit diesen Beinen können sie auch durchaus etwas anfangen. Sie können sich zum Beispiel auch in Trupps bei schlechtem Wetter an Wänden hängen, nebeneinander oder auch an die Baumrinde. Und sie können damit Nester freiräumen. Sie kommen ja relativ spät. Und wenn da Stare zum Beispiel ihre Nester besetzt haben, dann werfen sie die einfach raus, die Nester plus allem, was dazugehört.

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Die Menschen in früheren Zeiten dachten, die Mauersegler wären nur in der Luft unterwegs. Man hatte keine Vorstellung, wo sie wirklich sind. Ja, man dachte sogar, sie wären Geschöpfe des Himmels, die nie Kontakt hätten mit der Erde, dem Boden. Und tatsächlich sind sie auch nahezu permanent in der Luft, außer in der Brutzeit.

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Schauen wir uns doch die Mauersegler etwas genauer an. Alles an diesem Vogel ist aerodynamisch aufs Fliegen ausgelegt, ohne allzu großen Widerstand in der Luft. Der Kopf rundlich, gedrungen wie ein Torpedo. Auch das Gewicht, maximal 40 Gramm für einen ausgewachsenen Vogel dieser Größe, ist sehr gering und ziemlich flugtauglich. Das Auffälligste an dem Mauersegler aber sind die langen, bogenförmig geschwungenen Flügel Spannweite rund 40 Zentimeter. Professor Dr. Volker Zana zeigt uns die Flügel an einem Modell aus der Sammlung der Hochschule.

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Entsprechend sieht man ein ganz, ganz kleiner, oberarmknochen, ganz langer Unterarm. Entsprechend macht er eben nur sehr feine, kleine, kurze Bewegungen. Damit kann er enorme Geschwindigkeiten erreichen. Der Schwanz ist ganz stark stoß, Federn sind ganz stark, und die braucht er auch so, um zu navigieren, umzusteuern, stoß.

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Der Schwanz ist zur Lenkung da.

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Bis zu 100 Stundenkilometer schnell fliegt der Mauersegler, sagen Wissenschaftler. Es kann aber auch bedeutend mehr sein. So würden die flinken Vögel im Sturzflug sogar bis zu 200 Stundenkilometer erreichen, so viel wie ein ICE auf gerader Strecke.

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Wegen der dunklen Farbe ihres Gefieders würden die Mauersegler in England früher auch als Devil's Birds bezeichnet. Des Teufels Vögel vielleicht, weil ihr plötzliches Erscheinen zu Beginn des Sommers einigen Menschen unheimlich war.

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Man wusste ja schließlich lange Zeit nicht, woher sie kamen und wohin sie zogen. Da musste eben die Mythologie weiterhelfen.

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Doch verantwortlich für die dunkle Farbe des Federkleid sind Melani ohne Pigmente, die für die Färbung von Haut, Haaren und Federn sorgen. Die Federkiel des Mauersegler sind, wie bei allen schnell fliegenden Vögeln, mit dunklen Pigmenten gefüllt. Das verleiht ihnen die dunkle Farbe und auch die Stabilität.

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Die Farbe ist braun, und auch gerade die Flügel sind so braun schwarz, das heißt, die sind mit Melanin verstärkt. Und wenn man da mal hin fast merkt, man sind unglaublich elastisch, aber auch fest und hart, und damit kann er richtig hohe Geschwindigkeiten erreichen.

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Kaum ein Vogel fliegt so hoch und so weit. Ein Mauersegler kann bis zu 20 Jahre alt werden. In dieser Lebensspanne fliegt er wohl gut hundert Mal um die Erde oder fünfmal zum Mond und zurück. Sagen die Vogelkundler. Flughöhe gerne mal vier bis 5000 Meter. Wenn Mauersegler nicht brüten, verbringen sie so gut wie die ganze Zeit ihres Lebens in der Luft. Wissenschaftlern gelang es an einigen Mauersegler ein Bewegungssensoren zu befestigen. Deren Auswertung verblüffte auch sie. Einer der Mauersegler hatte in mehr als 300 Tagen gerade mal eine Flug Pause von zwei Stunden eingelegt, vermutlich wegen schlechten Wetters.

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Es gibt also keinen anderen Vogel, der es so stark an den Lebensraum Luft angepasst ist wie der Mauersegler. Er lebt quasi in der Luft. Er legt im Jahr 200 000 Kilometer zurück, 200 000 Kilometer, also fünfmal um die Erde herum. Er dringt in der Luft, schläft in der Luft und braucht entsprechend natürlich auch seine Nahrung in der Luft. Er paart sich mit Luft. Und da ist natürlich Afrika mit großen Tier, großen Tier. Menge natürlich ideal für Mauersegler.

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Der Mauersegler lebt und liebt in der Luft ja, richtig, Mauersegler paaren sich schon auch im Nisthilfen, aber sie paaren sich auch in der Luft selbst. Um zu trinken, müssen Mauersegler nicht landen. Sie machen das sozusagen im Vorbeiflug. Und was die Nahrung betrifft Im Flug sperrt der Mauersegler seinen Schnabel weit auf und fischt sich kleinste Lebewesen aus der Luft. Insekten. Je mehr, umso besser. Wuffli sind wie etwa in Afrika. Da gibt es auch viele Insekten.

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Doch wenn der Mauersegler so gut wie nie den Boden berührt, wenn er so lange Strecken am Stück zurücklegen kann irgendwann muss er doch auch einmal schlafen. Wie das gehen soll, weiß Professor Volker Zahner.

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Man geht davon aus, dass der Mauersegler verschiedene Bereiche des Gehirns, also die eine, dann die andere Hemisphäre ausschalten kann und mit der anderen noch aktiv ist. Was so eine gewisse Navigation noch ermöglicht. Er fliegt halb schlafend und kann sich dann mit der Strömung treiben lassen und kann dann entsprechend wieder zurück navigieren.

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Nur mit einer Gehirnhälfte können übrigens auch Delfine und Wale und einige Reptilien schlafen. Ein erstaunlicher Schutzmechanismus der Natur.

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Für eine übernachtung im Flug bevorzugen Mauersegler Höhen bis zu 3500 Metern. Mal fliegen sie einzeln oder in Schwärmen, stets lautlos. Am Abend steigen sie in große Höhen auf. Von dort oben verlieren sie im Laufe der Nacht im Gleitflug nur langsam an Höhe. Oft entfernen sich Mauersegler im Flug bis zu 200 Kilometer von ihrer Familie und dem Nest, sind dann aber wieder schnell zurück. Auch bei der Nahrungssuche entfernen sich die Mauersegler bisweilen weit von ihrem Nest.

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Bause gläsern, sehr schneller Flieger. Und ich denke nach wie vor, dass das Nahrungsangebot in der Stadt bei weitem nicht so gut ist wie auf dem Land. Aber er ist halt ein schneller Flieger und kommt von hier nach da ziemlich schnell. Man kennt Beispiele bei Schlechtwetter, Zyklone. Das hat er Hunderte Kilometer weit woanders, jagt zum Teil tageweise weg, ist seine Junge alleine, lässt die Fallen dann in eine keltisch Metropole fahren, die Energie total runter. Und dann, nach zwei, drei Tagen, kommen die Altvögel wieder in die Jungen hoch und füttern die mit einem Energiepaket.

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Das kann und macht so kein anderer Vogel bei uns. Die würden, wenn die zwei, drei Tage nicht gefüttert würden, würden sie einfach sterben. Die werden nach wenigen Stunden nämlich gewärmt oder gefüttert würden, wären sie tot. Beim Mauersegler ist das völlig anders.

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Mauersegler jagen in speziellen Luftschichten dort, wo durch die Thermik aufsteigende sogenanntes Luft Plankton herumliegt. Kleinste Spinnen, Blattläuse fliegen. Die Vögel fliegen mit großer Geschwindigkeit durch diese Plankton, Wolken hindurch. Ihre Jagd ist sehr effizient. Mit ihrer Beute, einem großen Knäuel toter Insekten im Schnabel, kehren sie zur bruthöhle zurück. Dann gibt es Energie, Nahrung für den Nachwuchs im Nest.

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Wenn man mit Fotofallen oder mit Kameras eigentlich in so einem Mauersegler Nest mal schaut, sieht man die Altvögel und auch die Jungvögel. Die können den Schnabel quasi um 180 Grad aufklappen, ist richtig groß. Und was dann so übergeben wird von Vogel zu Jungvogel, das schaut fast aus wie eine Mozartkugel. Eine richtige Energie, Kugeln mit Insekten, die vom Vogel in den Jungvogel hineingestopft werden. Was das größenmäßig genau bedeutet, kann ich nicht sagen. Aber an guten Tagen kommen die Altvögel fünf, sechs Mal mit Sonnenenergie Kuchl.

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Die Jungvögel müssen hier schnell zu Kräften kommen und bald flügge werden. Gerade mal zwölf Wochen verbringen die Mauersegler auf der nördlichen Erdhalbkugel. In dieser Zeit brüten die Paare im Schnitt zwei bis drei Eier aus.

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Wenn die Jungen flügge sind und die Menschen noch lange nicht an das Ende des Sommers denken, also Ende Juli, brechen die Mauersegler bereits wieder auf in ihr Winterquartier in Afrika. Und dabei überwinden sie weite Strecken, fliegen über die Alpen, das Mittelmeer, ja sogar in einigen Fällen direkt über die Sahara. Mauersegler sind auch gut im Navigieren. So finden sie meist im nächsten Jahr ihr altes Brot Nest in Europa wieder. Wie das geht, weiß man nicht so genau.

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Gut beobachten kann man dagegen, dass es die Mauersegler ziemlich verwirren kann, wenn ihr angestammter Nistplatz nicht mehr da ist zugemauert oder bei der Sanierung des Gebäudes verschwunden. Dabei kann man, wenn man ein bisschen auf die Nisthilfen achtet, viel tun für die Mauersegler, sagt Professor Volker Zahner.

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Bei Neubauten kann man das ganz gezielt vorsehen, dass man die mit einbaut. Ziegel formen, die kann man so richtig wunderbar mit einmauern, um dann bei alten Gebäuden, die saniert werden müssen, einfach aufpassen, dass man diese Nischen nicht verschließt. Dass man da ein Herz beweist für diese Mitbewohner. Diese spannenden.

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Mittlerweile versuchen Vogelschützer immer öfter, auch neue Nistplätze für die Mauersegler anzubieten. Gerade bei modernen Neubauten in der Stadt, wo zunehmend auch auf die ökologie geachtet wird, bietet sich das an. Doch es reicht offenbar nicht, den Mauersegler einen neuen InStyle anzubieten, damit die Mauersegler sie annehmen. Muss man die Vögel auch ein wenig überlisten?

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Zum Beispiel? An der Fakultät haben wir neue Nistkästen angebracht, speziell Mauersegler, Nistkästen weit oben am Gebäude unter dem Dach. Mauersegler sind aber sehr konservativ. Es ist gar nicht einfach, dass sie solche Nisthilfen wahrnehmen. Es kann zum Teil sehr lange dauern, und da gibt es sogar extra CDs, wo man eben solche sozial Rufe vorspielen kann. In der Zeit, wenn die wiederkommen. Schneller und einfacher auf solche neuen Nisthilfen aufmerksam werden. Das funktioniert ganz gut. An ihren Rufen erkennen sich die Mauersegler untereinander, und an ihren Rufen werden die Mauersegler am leichtesten von uns Menschen erkannt und vor allem von den Schwalben unterschieden.

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Denn als Schwalben werden Mauersegler oft fälschlich bezeichnet. Dabei singen, Fliegen, Leben, Schwalben ganz anders als die viel größeren Mauersegler, die mit ihnen auch überhaupt nicht verwandt sind. Mauersegler sind erstaunlicherweise mit dem Kolibri verwandt, und sie sind keine Singvögel. Sie haben keinen Apparat, keine Syriens, wie sie eben nur Singvögel haben.

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Der Mauersegler hat ganz normale Stimmbänder, mit denen er die markanten Laute erzeugt, an denen ihn jeder erkennt. Doch welche Funktion haben die Rufe der Mauersegler? Man sagt, sie sind sozial Laute.

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Darüber synchronisieren sich letztlich die Mauersegler Gruppen und sind auch so eine Art Synchronität. Ballspiele. Letztlich aber finden das ganze Jahr über statt. Also eigentlich ein Ausdruck? Kann man sagen, dass es der Mauersegler in dem Moment gut geht? Das machen sie nämlich wirklich nur, wenn sie genügend Nahrung haben. Wenn die Temperaturen entsprechend günstig sind, wenn es kalt und regnerisch ist, da hört man keinen Mauersegler mit Rufen unterwegs sein.

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Eine oder zwei Wochen Dauerregen und kühle Temperaturen, die es hierzulande eben auch geben kann im Juni und im Juli, sind schlimm für den Mauersegler. Dann kommen die Jungen nicht durch. Der Nachwuchs verhungert im Nest. Langanhaltende warme und trockene Perioden im Sommer, wie es sie in Zeiten des Klimawandels auch geben kann, sind dagegen für den Mauersegler günstig.

[00:19:45]

Sollte ein schlechter Sommer dafür sorgen, dass der ganze Nachwuchs eines Jahres stirbt, dann kann die Mauersegler Population das noch relativ gut abkupfern. Wenn aber in extremen Sommern mit viel Regen. Selbst die Altvögel sterben, dann kann es oft mehrere Jahre dauern, bis sich die Mauersegler Population in einer Region wieder ganz erholt.

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Gerade in Zeiten des Klimawandels können die Sommer hierzulande ins eine oder ins andere Extrem verfallen. Daher sind Prognosen für das überLeben der Mauersegler schwierig. Nach dem Vogel macht nicht nur das Wetter zu schaffen.

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Insgesamt, denke ich, haben sie eher einen leicht negativen Trend. Und das dürfte vor allen Dingen unter anderem an dem Platzangebot liegen, dass in den Städten, wenn Kirchen Häuser renoviert werden, häufig auch tatsächlich die Brut Nischen für Mauersegler verschwinden, zugemauert werden. Saniert werden. Eine andere Geschichte, die möglicherweise auch eine Rolle spielt, ist der enorme Rückgang der Insekten um 70 Prozent 80 Prozent. Wie Studien zeigen. Der Mauersegler als reiner Insektenfresser hängt da natürlich unmittelbar dran.

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Ob also die Mauersegler auch in Zukunft an warmen Sommertagen am Himmel über den Städten durch die Luft jagen? Das liegt auch in der Verantwortung von uns Menschen. Der Mauersegler braucht den Menschen, seine Häuser, seine Städte.

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Genauso brauchen die Menschen ihn, meint Professor Volker Zahner. Letztlich ist das ja auch Was unsere Umwelt prägt, ist eine Art psycho trop, also was für unsere Seele letztlich. Und allein diese Freude, wenn wir diese Fluc sieht, diese Lebensfreude, die dieses Riu für den Sommer ausdrücken, eigentlich. Das allein ist schon dieses Gefühl in unserer Stadt. Da gehörte einfach Helmut dazu.

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Das war ein weiterer Radio Wissen Podcast aus der Welt der Tiere. Werner Bada berichtete über den Mauersegler, den Vogel, der im Flug schläft und auch sonst ein ganz außergewöhnliches Tier ist.

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In der Regie war Susi Weichsel Bauma. Für die Technik verantwortlich war Miriam Böhm. Es sprachen Katja Amberger und Johannes Hitzlsperger Redaktion Bernhard Kastner.