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Die ganze Welt des Wissens Podcast von Bayern 2.

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In dieser Schlacht sind die Männer zu Weibern und die Weiber zu Männern geworden. Ein Zitat des persischen Königs Xerxes nach der Seeschlacht von Salamis im Jahr 480 vor Christus Kurz nach dieser Aussage ließ er einige seiner Admiräle hinrichten, weil sie von der griechischen Flotte vernichtend geschlagen worden waren. Aber eine Frau hob Xerxes besonders hervor. Artemisia, die erste, die einzige Admiral in der Epoche und eine Heldin, die so gar nicht ins vermeintliche Frauenbild der Antike passt.

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Die Frauenrolle in dieser Zeit war aber anders, als man es vermuten würde. Wir wissen aus vielen Quellen, dass gerade in aristokratischen Kreisen oft Frauen bestimmen, wo es lang ging. Nur nach außen hin hatten die Männer das Sagen. Und wenn die Frauen nicht offizielle Entscheidungen treffen konnten, haben sie durch Intrigen Einfluss genommen. Das Patriarchat der heutigen arabischen Welt ist erst viel später entstanden. Artemisia passt genau in diese Rolle einer cleveren, vielleicht sogar hinterlistigen Macht Person.

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Der Archäologe Taifuns Selcuk ist der Direktor des Unterwasser Museums im westtürkischen Bodrum, dem antiken Hooliganismus zur Zeit der Perser Kriege war Artemisia die erste Dirigenten dieser strategisch wichtigen Hafenstadt.

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Nachdem die Lüder 546 vor Christus von den Persern geschlagen werden, beginnt hier in diesen Gebieten die Epoche der Perser. Die Städte und Provinzen wurden von persischen Satrapen regiert. Lag damals der Vater. Der Artemisia war der Satrapi von Halle. Er hatte keine Söhne, weshalb die Macht an seinen Enkel piksen Delhis überging, der aber noch minderjährig war. So übernahm Artemisia für ihren Sohn die Herrschaft und etablierte sich dabei als mächtige Herrscherin und erfolgreiche Admirale.

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Das Museum auf der Festung des heutigen Bodrum zeigt vor allem Relikte, die aus versunkenen antiken Schiffen geborgen wurden.

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Taifuns Seldschuken und seine Kolleginnen und Kollegen schleifen, feilen, hämmern im Labor des Museums an Tausenden von Einzelteilen.

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Wenn ich mir vorstelle, dass Artemisia hier auf diesen Steinplatten schon gegangen ist, erfüllt mich das mit viel Ehrfurcht. Und ich leite daraus auch viel Energie ab, meinen Mitmenschen den Wert dieser Relikte klarzumachen. Wir leben hier auf historischem Boden. Das sollten wir schätzen und respektieren.

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Zu Zeiten von Artemisia der ersten war Hooliganismus eine wohlhabende Stadt mit großer Handelsflotte, mit großen Steinplatten, gepflasterten Straßen hörte man vielerlei Sprachen.

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Naxos war aufgrund seiner Lage ein Knotenpunkt. Wir waren aber auch für Sprachen und Ideen. Hier trafen sich Händler und Seeleute aus dem gesamten Mittelmeerraum, vom griechischen Festland, aus Kreta, aus Italien, aus Nordafrika und aus dem Nahen Osten. Es war einer der ersten Schmelztiegel zwischen Ost und West.

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Und Artemisia, die erste, regierte die blühende Stadt. Wie lange, ist nicht überliefert. Der Name Artemisia ist abgeleitet von der Göttin Artemis. Der Name Ihres Ehemannes ist nicht bekannt. Er starb wohl sehr früh. Die Fürstin war wohlwollend geduldet von den Persern, die die gesamte kleinasiatischen Küste unter ihrer Herrschaft hatten. Die Ausgangslage für die Perser Kriege auf griechischer Seite Um 500 vor Christus erschien themis topless auf dem Athener Polit Parkett. Er forderte die Stadtväter auf, Geld in die Seestreitkräfte zu investieren, weil der Kampf um die Macht über das östliche Mittelmeer künftig mit Schiffen ausgetragen werden würde.

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Es dauerte aber einige Jahre, bis er die Athener überzeugen konnte. Im Jahr 493 vor Christus entschied die Athener Regierung, einen geschützten Hafen mit Werften, den Piräus, und eine Kampfhähne Flotte mit 200 Kriegsschiffen aufzubauen. Die Bevölkerung von Athen stimmte mehrheitlich zu. Ein paar Jahre später sollte die weise Voraussicht des themis topless Athen retten. Denn die Perser planten, in einem großen Feldzug ganz Griechenland zu unterwerfen. Im Jahr 480 vor Christus begann Xerxes seinen Großangriff. Der Krieg sollte auf dem Meer entschieden werden.

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Es ließ 200 Trinkerin mit über 30 000 Ruderern ausstatten. Reiche Bürger mussten diese dreistöckigen Kriegsschiffe ein Jahr lang finanzieren. Als sogenannte Trey erreichen, wurden sie verpflichtet, ganze Schiffe zu bezahlen zum Wohle des Vaterlandes.

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Weniger vermögende Bürger beteiligten sich an symmetrieachse und teilten sich mit anderen die Kosten einer Art Kriegs Steuer. An den Rudern saßen die Vertreter der untersten Schichten, vor allem Tagelöhner und kleine Handwerker oder importierte Sklaven.

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Wie solche antiken Schiffe aussahen, wird im Unterwasser Institut von Bodrum nach konstruiert.

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Wir finden hier im Meer Reste von Handels und Kriegsschiffen. Die Kriegsschiffe sind meistens Drehtüren, die auf Rahmen ausgelegt waren.

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Sie haben einen schweren bronzenen Sporn am Bug, mit dem die gegnerischen Schiffe zertrümmert wurden. Die Herren waren auch sehr wendig, dafür sorgten viele Ruderer 25 bis 30 pro Seite. Die Schiffe waren zwischen 30 und 35 Meter lang.

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Unter Wasser Archäologe Orkan Kühler Ghazi Yolo und sein Team bergen auf Tauchgängen Teile von Jahrtausende alten Schiffswracks und machen sich dann an die Puzzlearbeit. Wir sind bei den Holz Gegenständen wird zunächst das Salzwasser entzogen. Dann haben wir ein sehr trockenes Holz. Das Zerbröseln dieses lagern wir monatelang in destilliertem Wasser. Dadurch bekommen wir eine längere Lebensdauer. Schließlich wird es mit einer Art Wachs überzogen, um es vor Verwitterung zu schützen.

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Hier sind die Fundstücke in Polyurethan getaucht. Sie reichen von Zahnstocher, Größe bis hin zu meterlangen Planken.

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Bis wir dann aus all diesen Brüssel Stücken ein Schiff zusammengesetzt haben, vergehen Jahre. Manchmal arbeitet ein Archäologe sein ganzes Leben lang an einem großen Schiff.

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In den Kriegsschiffen saßen die Ruderer leicht versetzt übereinander, damit sich ihre Ruder nicht verhedderten.

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In Dreierreihen 12 oben 12 in der Mitte, 12 unten, geschützt durch eine Verschlankung, aber trotzdem anfällig für direkte Attacken. Und solche Schiffe sollten also den Krieg zwischen Griechen und Persern entscheiden. Die Ausgangslage vor dem Perse Kriegen auf persischer Seite Nachdem im sechsten Jahrhundert vor Christus das Reich der Lüder mit dem legendären Herrscher Krösus zerfallen war, fehlte ein Puffer Staat zwischen Persien und Griechenland. Im schnell Schritt brachten die Perser die wichtigsten Kleinstaaten der Region unter ihre Kontrolle. Ihr König Kyros, der zweite nannte sich Herr der vier Erdteile.

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Konkreter Auslöser für die Perser Kriege war der Aufstand der ionischen Städte an der kleinasiatischen Küste gegen die Perser um 550. Weil diese von den griechischen Stadtstaaten unterstützt wurden, blies der persische König Dareios der erste zur Attacke auf Griechenland. Die folgenden Schlachten gehören zu den blutigsten der Antike 490 vor Christus.

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Die Schlacht von Marathon Die Perser brachten ihre gefürchteten Bogenschützen und Reiter auf Schiffen in die Bucht von Marathon, wo sie auf das vor allem aus Athenern bestehende Heer trafen. Obwohl die Perser in großer überzahl waren, wurden sie von der griechischen Phalanx überrannt. Ob Artemisia an Marathon schon beteiligt war, ist nicht bekannt. Zehn Jahre später folgte der Rachefeldzug der Perser jetzt unter König Xerxes, dem ersten mit 200 000 Soldaten, rückte er in Richtung Athen vor. Auf dem Land und dem Seeweg.

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Die enormen Streitkräfte, die nicht nur Griechenland, sondern das ganze südöstliche Europa erobern wollten, bestanden aus Kämpfern aus 46 selbständigen Ländern und Städten vom Kaukasus, dem Schwarzen Meer, aus Indien, Nubien, Arabien. Sie ritten auf Pferden, Eseln, Kamelen. Sie trugen laut Herodot seltsame Waffen. Lakos zum Einfangen von Menschen, Speere mit Spitzen aus Nashorn, Hörnern. So kam es zum nächsten Aufeinandertreffen.

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August 480. Die Seeschlacht bei Artemisinin vor der Insel Euböa hier war Artemisia die erste laut Herodot als Befehlshabern dabei.

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Was die männlichen Generäle auf Seiten der Griechen aufschreckt Gegen eine Frau wollten sie unter keinen Umständen kämpfen oder gar unterliegen. Nach der Schlacht, die unentschieden endete, setzten sie ein hohes Kopfgeld aus für denjenigen, der Artemisia ausliefern sollte tot oder lebendig. Zeitgleich wurde auch an Land gekämpft.

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August 480. Die Schlacht bei Sparta stellten sich der weit überlegenen persischen Truppe entgegen. König Leonidas und alle Soldaten Spartas starben, retteten aber damit die verbündeten Griechen, vor allem die Athener, die ihre Stadt rechtzeitig vor dem Eintreffen der Perser evakuieren konnten. Vor allem aus diesem aufopfernden Kampf resultierte der Helden Mythos von Sparta. Die Entscheidung war abermals aufgeschoben, sie fiel einige Wochen später.

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September 480 Die Seeschlacht von Salamis vor der Schlacht riet das Orakel von Delphi den griechischen Befehlshabern, gegen die Perser eine hölzerne Mauer zu errichten.

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Die Heerführer deuteten das Orakel so, dass sie noch mehr Schiffe zimmern sollten. Auf der anderen Seite mobilisierte der persische König alle verfügbaren Truppen. Serkis forderte alle verbündeten Städte auf, Flotten auszurüsten. Gemeinsam sollten sie Griechenland angreifen und erobern. Xerxes rief Kara Dorer. Andere Stadtstaaten, auch abtrünnige griechische Städte und Inseln, zum Kampf auf. Je nach Größe der Staaten variierte auch die Größe ihrer Schiffs Verbände. Manche kleine Inseln lieferten nur ein einziges Kriegsschiff. Andere 30 oder 40.

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Malika Naxos stellte sicherlich einen beträchtlichen Teil, da es in der Hafenstadt traditionell viele Werften gab. Angeblich befehligte Artemisia einen Flottenverband von etwa 20 Schiffen. Allerdings war sie die einzige der Admiralität, die Xerxes vor dieser Attacke auf Griechenland warnte. Alle anderen Befehlshaber, alles Männer, stimmten für den Angriff auf See. Hätte Xerxes mal auf Artemisia gehört?

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Archäologe Taifuns Selcuk hat sich intensiv mit der ersten Admirale der Antike beschäftigt, die aus seiner Heimatstadt, dem heutigen Bodrum, nach Salamis gesegelt war.

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Dort kam es zur letzten Unterredung der persischen Heerführer. König Xerxes fragt in die Runde, wann die persische Flotte angreifen sollte. Artemisia riet als einzige stattdessen, lieber zum Isthmus von Korinth zu segeln und von dort auf dem Landweg nach Athen zu ziehen. Als einzige Frau in diesem Kreis orientalischer Herrscher wurde sie überstimmt. Xerxes schätzte die Fürsten zwar für ihren Mut noch mehr als zuvor, folgte aber der Meinung der Mehrheit.

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Das sollte fatale Folgen haben. Artemisia, die erste, fügte sich dem königlichen Befehl, bestand aber darauf, selbst an Bord zu gehen und das Kommando zu führen.

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äußerst ungewöhnlich in einer Zeit, in der Frauen auf Schiffen eigentlich tabu waren.

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Frauen an Bord bringen Totschlag und Mord hieß schon damals das Motto der Seeleute.

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Artemisia wollte alle ihre Schiffe unter ihrem persönlichen Befehl haben und fuhr deshalb mit auf See. Das zeigt, dass sie nicht nur ein Machtmensch war, sondern auch eine überzeugte militärische Führerin. Und dass die Kapitäne aus den anderen Stadtstaaten sie als flotten Chefin akzeptierten, beweist, wie einflussreich und angesehen sie war.

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Zwar ging die Seeschlacht für die Perser katastrophal aus, aber alle, inklusive Xerxes, lobten die Fähigkeiten der Artemisia, die ihre Schiffe als einzige aus der griechischen Umklammerung befreien konnte. Durch eine List.

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Artemisia befehligte die verbündeten Schiffe von Hanika, Naxos, Koss, Syrers und Kalender. Laut Herodot die am besten ausgerüstete flotten Einheit auf Seiten der Perser.

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Herodot, der ebenfalls aus Hanika, Naxos stammte, ist die ausführlichste Quelle bezüglich Artemisia Rolle in den Perser Kriegen. Sie wird aber auch von anderen Geschichtsschreiber wie Plutarch oder Pausanias erwähnt.

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Alle schildern sie als mutig, clever, wenn nicht sogar intrigant. Die griechische Flotte bestand aus 358 Schiffen, die vor allem aus Athen, Korinth und von der Insel Edina abgestellt wurden. Das gesamte Aufgebot der Perser war fast doppelt so groß wie das der Griechen. Einem größeren Flottenverband als den ihren gab es erst wieder im 20. Jahrhundert. Klar war, dass die Perser mit ihren hoch bodigen, viel größeren Schiffen eine offene Seeschlacht gewinnen würden. Deshalb wählten die Griechen, nachdem sie den Göttern geopfert und ihren Schlacht Gesang Payerne angestimmt hatten, eine spezielle Strategie.

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Sie lockten die Perser in die enge Bucht von Salamis, wo sich die großen persischen Kriegsschiffe gegenseitig behinderten. Sogar kollidierten. Mit ihren kleineren, wendigen Booten konnten die Griechen viel schneller reagieren. Sie rammten die spitze Sporn ihrer Boote in die Flanken der persischen Schiffe, versenken oder enterten sie. 700 Schiffe kämpften auf engstem Raum gegeneinander. Mit einem furchtbaren Ausgang für die Invasoren aus Persien. Nach zwölf Stunden war die Schlacht geschlagen. Ein Großteil der persischen Flotte war zerstört. Das Meer und das nahe Ufer waren übersät mit toten Seeleuten.

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Laut Herodot starben bis dato nie so viele Menschen in einer einzigen Schlacht. Artemisia aber konnte sich retten mit einer List In der unübersichtlichen Situation befahl sie ihrem Kapitän, ein verbündete Schiff zu rammen und zu versenken. Damit täuschte sie vor, zur griechischen Flotte zu gehören beziehungsweise übergelaufen zu sein, wurde verschont und konnte mit ihren Schiffen aus der griechischen Umklammerung entkommen.

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Das verbündete Schiff, das sie versenkt hatte, gehörte dem König von Kalender, einem ihrer größten Kritiker Xerxes beobachtete die Schlacht vom Land aus, sah es auf seinem provisorischen Thron auf einem Hügel und konnte als einzigen Lichtblick seiner Admirale Artemisia bewundern. Einige seiner Generäle und Admiräle ließ der persische König später köpfen, nicht aber die kluge Artemisia. Vielmehr vertraute er, der Artemisia, seine beiden Söhne an, um sie nach Ephesos in Sicherheit zu bringen.

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Doch noch war der Krieg nicht zu Ende. Die Perser zerstörten Athen nahezu komplett, verloren aber die nächste Schlacht 479. Danach traute sich Xerxes Truppe nicht mehr auf das griechische Festland. Vormals militärisch unbedeutende Stadtstaaten hatten ein Weltreich besiegt, die Sieger wurden zu Helden stilisiert, mit denen Homers gleichgesetzt wurden. Die historischen Spuren der Artemisia verlieren sich in Ephesus In ihrer Heimatstadt Naxos, dem heutigen Bodrum, erinnert zwar kein steinernes Monument an die große Fürstin und Admirale, ihre Taten sind aber in Erinnerung geblieben.

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Etwa beim Meltem Schein, der Geschäftsführerin einer Jahrhunderte alten Werft etwas außerhalb von Bodrum.

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Ich habe riesigen Respekt davor, was diese Frau in der Antike geleistet hat und auch, was sie für die hiesige Seefahrt geleistet hat. An der Schiffsbauer Universität war ich auch die einzige Frau im Studiengang, und hier in der Werft bin ich ebenfalls die einzige Frau, die Hand anlegt. Naja, mit dem, was Artemisia geschafft hat, ist das natürlich nicht zu vergleichen.

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In den hohen Hallen der Werft werden auf traditionelle Weise Holz Schiffe fabriziert. ähnlich wie zu Zeiten der Artemisia hier entsteht gerade ein typisches Bodrum. Violett wie in der Antike verwenden wir möglichst viel Zedernholz aus Kostengründen, aber auch Kiefernholz. Die Machart hat sich seit Jahrtausenden nicht verändert. Das Handwerk wurde auch in dieser Werft über die Generationen weitergegeben. Nur haben wir immer mehr Probleme, gute Handwerker zu finden. Die Entwicklung des Schiffbaus von der Antike bis heute ist im Schifffahrtsmuseum von Bodrum dokumentiert.

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Sema Saragat ist die Direktorin.

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In der Antike wurde ein Großteil der Schiffe an der kleinasiatischen Küste aus Zedernholz gebaut. Ein sehr robustes, stabiles, auch wertvolles Holz mit langer Lebensdauer.

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Marcus Antonius hat Kleopatra weite Waldflächen rund um das heutige Bodrum geschenkt. Und sie hat dort massiv Zedern Bäume abholzen lassen, um ihre Flotte aufzurüsten.

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Deshalb findet man heute nur noch in höheren Lagen Zedern.

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Natürlich hat sich auch die Museumsdirektorin ausführlich mit der ersten Admirale in der Antike beschäftigt.

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Auf Artemisia können alle Frauen stolz sein. Nicht nur die Frauen hier in Bodrum.

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Solch eine Tapferkeit vor zweieinhalbtausend Jahren ist schon bemerkenswert. Das hat auf jeden Fall unsere Geschichte geprägt. Als Frau, die ihr ganzes Leben mit dem Thema Seefahrt zu tun hat, bin ich äußerst fasziniert von den Taten der Artemisia.

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Fast 400 Jahre nach ihrem Tod taucht Artemisia die erste wieder in der Literatur auf.

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Der griechische Lyriker Pathé Neos dichtete der heldenhaften Admirale eine unglückliche Liebesgeschichte an Sie habe sich nach ihrer Flucht nach Ephesos in einen Prinzen verliebt, der ihre Leidenschaft aber nicht erwidert.

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Aus Liebeskummer habe sie sich in die Wogen gestürzt und sei ertrunken. Sicher mehr Dichtung als Wahrheit. Im ersten Jahrhundert nach Christus erwähnt der griechische Schriftsteller Pausanias, dass in der Ruhmeshalle von Sparta eine Marmor Statue der Artemisia gestanden habe, sie also sogar von ihren ärgsten Feinden geerbt wurde. Allerdings ist diese Statue niemals gefunden worden Ein echtes Relikt aus dieser Zeit ist ein Seip Gefäß von König Xerxes mit einer persönlichen Schrift von ihm. Archäologen haben es bei Grabungen rund um das Mausoleum in Bodrum gefunden.

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Vermutlich war es ein persönliches Geschenk von Xerxes an Artemisia, das von ihr an die folgenden Regenten von Hanika Naxos weitergegeben wurde. Das Gefäß steht heute im British Museum in London. Artemisia bestach durch List und Schlauheit, aber auch durch Diplomatie und überzeugungskraft. Sie muss eine dominante Persönlichkeit gehabt haben. Ansonsten hätte sie sich in der persischen Militär Männerwelt nicht behaupten können. Weil ihr kleines Herrschaftsgebiet rund um Hooliganismus zu unbedeutend war, nahm sie keinen prominenten Platz in der antiken Geschichtsschreibung ein.

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An keiner Stelle Erwähnung findet, zeugt davon.

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Artemisia wäre wohl gänzlich in Vergessenheit geraten, hätten nicht moderne Historiker die Schriften Herodots eingehend studiert. Und auch die Hollywood Verfilmung Hundred Rise of an Empire hat dazu beigetragen, die antike Admirale ins Scheinwerferlicht zu rücken. Dass die historische Artemisia eine erotische vom Fatal wie die im Film war, davon berichten die Quellen allerdings nichts.

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Sie hörten die Admirale in der Antike Artemisia von Bernd Uwe Gutknecht sprachen Franziska Ball, Shania Lacher, Stephan Märki, Silke von Balakow, Rahel Comtesse und Florian Schwarz. Ton und Technik Roland Böhm. Regie Christiane Glenz. Eine Sendung von Radio wissen..