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Die ganze Welt des Wissens Podcast von Bayern 2.

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Hormone steuern unser Leben von der Zeugung bis zum Tod. Sie bilden eine Art inneres Kommunikationssystem, vergleichbar vielleicht mit einem Brief, der an einer bestimmten Stelle eingeworfen wird. öffnet ihn der Empfänger, ist die Information angekommen und löst auf der zellulären oder organischen Ebene bestimmte Veränderungen aus. Adrenalin hilft uns bei Gefahr, Endorphine verringert Schmerzen, thyroxin ist wichtig für den Energiestoffwechsel. Melatonin bestimmt, wann wir müde werden. Oxytocin spielt bei der Geburt eine große Rolle. Insulin regelt unseren Zuckerstoffwechsel.

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Diese und viele andere Hormone steuern den menschlichen Körper. Der Begriff Hormon stammt aus dem Griechischen auf Deutsch in etwa Beweger oder Antreiber. Hormone sind also so etwas wie Impulsgeber für unseren Körper. Das Hormonsystem wird auch als endokrine System bezeichnet. Endokrine bedeutet nach innen absondern. Dieses Absondern durch Drüsen findet ständig statt, erklärt der Endokrinologen Professor Martin Reinke vom Klinikum der Universität München.

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Hormone steuern unser Leben von der Zeugung bis zum Tod. Es gibt eigentlich keinen einzigen Bereich, der ausgespart ist. Alle großen Lebensabschnitte werden ganz entscheidend von Hormonen gesteuert und reguliert.

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Damit der menschliche Körper funktionstüchtig und überlebensfähig ist, müssen alle Organe zusammenarbeiten, um die Aufgaben richtig zu steuern und zu verteilen. Verfügt der Körper über verschiedene Steuerungssysteme? Das Nervensystem, das Immunsystem und das Hormonsystem. Beim Nervensystem werden Informationen über Nervenzellen und elektrische Impulse transportiert. Das Immunsystem bekämpft Viren und Bakterien, die in den Körper eindringen. Das Hormonsystem arbeitet mit biochemischen Botenstoffen.

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Ihre Signale werden je nach chemischer Zusammensetzung unterschiedlich übersetzt und lösen damit auch jeweils eine andere Reaktion aus. Bereits eine sehr geringe Hormon Menge ist dafür ausreichend.

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Der Endokrinologie Martin Reinke Das Hormonsystem ist ein inneres Kommunikationssystem, das wie eigentlich die Deutsche Bundespost funktioniert. Ein Brief wird an einer Stelle eingeworfen in einen Briefkasten, mit dem Blut an eine andere Stelle transportiert. Dort wird der Brief geöffnet, und die Information kommt an. Und an der Stelle, wo der Brief geöffnet wird, verändert sich was auf Zellulärer oder Organ. Produziert werden Hormone von verschiedenen Hormonen, Drüsen, den sogenannten endokrinen Drüsen, zu den Haupt Drüsen, auch Drüsen genannt, zählen der Hypothalamus und die Hypophyse.

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Beide befinden sich im Gehirn.

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Der Hypothalamus empfängt Informationen beispielsweise über Kälte oder Hitze Reize. Je nach Botschaft produziert diese wichtige Drüse bestimmte Hormone und leitet diese an die Hypophyse weiter. Die Hypophyse wiederum setzt eigene Hormone frei, die dann andere endokrine Drüsen wie die Schilddrüse, die neben Niere, Hoden oder auch Eierstöcke stimulieren.

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Ein typisches Beispiel für eine hormonelle Steuerung ist der 28 tägige weibliche Zyklus. Dabei nimmt die Konzentration von Hormonen im Blut ähnlich einer Wellenbewegung zu und ab.

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Professor Martin Reinke Es ist ein sehr sorgfältig eingespieltes Zusammenspiel von Eierstock, Hormonen, Hirnanhangsdrüse und Zwischenhirn. Hormonen, die gemeinsam dafür sorgen, dass zunächst in einem Eierstock ein eine Eizelle heranreift, dann im Zyklus Mitte freigesetzt wird. üBer den Eileiter in die Gebärmutter wandert und dort sich, wenn diese Eizelle befruchtet wird, auch einnisten kann. Und diese 28 Tage passiert jeden Tag etwas anderes. Obwohl es dieselbe Steuer Hormone sind und dieselben Hormone die ganze Zeit am Werke sind.

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An der Steuerung des Zyklus sind östrogene beteiligt. Sie spielen auch in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Die Hormone, die in geringer Konzentration auch beim Mann vorkommen, werden bei Frauen vor allem in den Eierstöcken, aber auch in der Plazenta und der Nebennierenrinde produziert. Die befruchtete Eizelle wiederum kann sich nur deshalb zum Embryo und dann zum Fötus weiterentwickeln, weil Hormone wirken. Professor Heinrich Schmidt, Pädiatrische Endokrinologie am Dr. von Kinderspital in München.

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Wir wissen, dass die Hormon Wirkung bereits im Mutterleib einsetzt und dass schon relativ früh das im Mutterleib sich sogar eine kleine Pubertät, eine allererste Pubertät bei jedem menschlichen Lebewesen, wahrscheinlich bei jedem Säugetier abspielt, das nicht nur die Steuerung des Haushaltes, sondern auch die Steuerung des Körpers Längenwachstum hormonell getriggert ist, dass die Funktion für die Entwicklung des Gehirns von großer Bedeutung ist und auch für das Wachstum des gesamten Organismus. Von Bedeutung ist das zur Wirkung des eigenen Hormons, nicht des Hormons, das von der Mutter auf das Kind übertragen wird, bei der Geburt durch Hormone nicht nur den Körper der Mutter, sondern auch des Säuglings.

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Beim Neugeborenen ist der erste Schock des ersten Appartments. Der erste Kälteschock führt dazu, dass interessanterweise die Schilddrüse zu einer massiven Funktion angeregt wird. Hätten wir diesen Schock nicht, würden wir wahrscheinlich die ersten paar Tage in einer Unterfunktion leben. Aber dadurch kommt es zu einer Ausschüttung von Hormonen aus der Hirnanhangsdrüse, das die Schilddrüse anfeuert. Und so überbrücken wir diese Tage. Der Säugling wächst noch unter dem Einfluss von bestimmten GfdS Hormone, die in der Leber synthetisiert werden, auch hin auf das Kommando vom Wachstumshormon.

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Er durchläuft nochmal eine Pubertät im ersten Lebensjahr, die sogenannte Mini Pubertät, die wenig bekannt ist. Dabei gibt es durchaus auch mal Schamhaare oder eine Vergrößerung oder häufigere Erektionen beim männlichen Säugling.

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Noch ein anderes Hormon, nämlich Oxytocin, spielt bei der Geburt eine große Rolle. Aber nicht nur da. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie leicht Gebärenden. Der britische Biophysiker Sir Henry Hewlett entdeckte das Hormon 1906 in der Hypophyse Oxytocin, wurde 1953 erstmals von dem US amerikanischen Biochemiker Vincent Davignon isoliert und synthetisiert. Zwei Jahre später erhielt er dafür den Nobelpreis für Chemie.

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Oxytocin wirkt als Hormon und als Neurotransmitter, regt also auch Nervenzellen an das Hormon leitet unter anderem die Wehen ein und regt nach der Niederkunft zudem die milchdrüsen an. Ein ganz, ganz essentielles Hormon Oxytocin, von dem man bis vor 20 Jahren dachte, es sei nur dafür da, dass es nach der Geburt die mütterliche Plazenta ausstößt durch Kontraktionen des Uterus der Gebärmutter. Man weiß aber jetzt, dass ohne Oxytocin keine Bindung zwischen Mutter und Kind möglich ist. Das bindungs Hormon ist das Gefühl, es ist ein essenzielles Hormon.

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Oxytocin ermöglicht aber nicht nur eine enge Bindung zwischen Mutter und Kind, sondern auch körperliche Nähe zwischen Paaren, erklärte Endokrinologen Reincke.

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Es ist ja ganz klar, dass zum Beispiel die reine koerper Berührung zwischen zwei sich relativ fremden Menschen zunächst mal eher etwas Unangenehmes ist. Klassisches Beispiel ist im Fahrstuhl zusammen Der Fahrstuhl ist super voll, und man steht sozusagen dicht bei dicht, nur wenige Zentimeter vom anderen Körper entfernt von einem Menschen, den man nicht kennt. Jeder kennt diese Situationen, weiß, dass das eigentlich unangenehm ist. Häufig kommt dann doch eine gewisse Stille hinzu, und man ist absolut erlöst, wenn man diese Fahrstuhl wieder verlassen kann.

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Diese körperliche Nähe, die mich hier ungewollt eintritt, ist Stress. Das Oxytocin ist ein Hormon, das uns körperliche Nähe als angenehm empfinden lässt und uns auch tolerieren lässt, dass wir längere Zeit mit jemandem eng zusammen sind, vertraut zusammen sind, ohne dass wir gleich das Weite suchen und Bäckerin.

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Heutzutage werden Säuglinge schon kurz nach der Geburt genau untersucht. Beim sogenannten neugeborenen Screening können Mediziner unter anderem Stoffwechsel, aber auch Hormonstörungen erkennen, erläutert Kinderarzt Heinrich Schmidt.

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Das eine ist die angeborene Unterfunktion, und das andere ist das sogenannte Adriano Genitale Syndrom. Das sind Buben wie auch Mädchen gleich häufig betroffen, die eine Störung in ihrer Kortisol Synthese haben. In der Synthese des Stresshormons. Diese Patienten bilden statt dem Stresshormonen vermehrt männliche Sexualhormon. So können Mädchen mit einem männlich veränderten Genitale auf die Welt kommen, und bei den Buben sieht man meistens keine dramatische Veränderung am Genitale, nur dass es etwas dunkler Pigmentierung ist und die Hoden etwas kleiner sind als bei den anderen Kindern.

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Aber diese Kinder können in den ersten Lebenswochen eine Satzverlust Krise durchlaufen, bei der früher viele Kinder daran gestorben sind. Das ist eine Phase mit einem Erbrechen, mit Kreislauf, Versagen, Unterzuckerung, schwerkranke Kinder.

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Wenn bei Babys, die am Adriano Genitale Syndrom, kurz aacs leiden, frühzeitig mit einer Hormonersatztherapie mit Hydro Cortison begonnen wird, können gefährliche Krisen und ein Großteil der Symptome verhindert werden. Statistisch gesehen ist eines von etwa 14 000 Kindern von AAC betroffen. Eines von etwa 3500 Neugeborenen leidet an einer Hypo, einer angeborenen Unterfunktion der Schilddrüse. Unbehandelt führt diese Erkrankung zu schweren Störungen. In der körperlichen und geistigen Entwicklung. Bekommen die Kinder aber frühzeitig Schilddrüsenhormone thyroxin verabreicht. Entwickeln sie sich meist normal.

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Inzwischen weiß man, dass Stress bei werdenden Müttern wie beispielsweise Ernährungskrise in unterentwickelten Ländern oder auch familiäre Probleme einen Einfluss auf das Hormonsystem des Kindes haben. Und Psychologen von der University of Wisconsin haben nachgewiesen, dass fehlende Zuwendung das Hormonsystem von Kleinkindern verändert.

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Die Wissenschaftler verglichen Kinder, die in intakten Familien aufwuchsen, mit Kindern, die adoptiert wurden und ihre ersten Lebensjahre in Waisenhäusern verbracht hatten. So hatten Kinder aus Familien zum Beispiel höhere Oxytocin Werte als Waisenkinder. Aber nicht nur diese Werte unterscheiden sich. Kinder, die innerhalb des ersten Lebensjahres keine feste Bindung erfahren, haben höhere Kortisol Werte und zeigen dadurch auch ein schlechteres Wachstum.

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Auch bei der Entwicklung des Kindes kann es zu hormonell bedingten Störungen kommen. Das Wachstumshormon Grossfirmen genannt wird. Bestimmt die zu groß oder zu klein sind? Professor Reincke. Nehmen wir also Wachstumshormonen, wird es nicht ausreichend gebildet. Dann wächst ein Kind nicht richtig, und es wird kleinwüchsig sein und bleiben, wenn wir nicht versuchen herauszubekommen, warum das Kind nicht wächst und gegebenenfalls das fehlende Hormon ersetzen oder durch andere Maßnahmen wieder normalisieren, wird zu viel von diesem Hormon gebildet.

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Dann wird man Großwerk sich, da wird man ein riesen Mensch, also Körpergröße über zwei Meter zwanzig im Extremfall.

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In der Pubertät wird der Körper von Hormonen geflutet. Etwa ab dem achten Lebensjahr ist eine stärkere Aktivität der Nebennieren zu sehen. Ein bis zwei Jahre später schüttet der Körper unter anderem vermehrt andere Jón aus. Ein Steroid und Sexualhormon Testosteron bzw. östrogen Konzentration im Blut nimmt zu. Jungen werden muskulöser, ihre Stimme wird tiefer, Penis und Hoden wachsen. Mädchen entwickeln Brüste und bekommen ihre erste Monatsblutung. Der Körper ist für Jahre eine Baustelle, so Jugendarrest Heinrich Schmidt.

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Man geht davon aus, dass das die praktische Neuschöpfung eines Individuums ist. Einige Grundzüge bleiben erhalten, aber die Veränderung, die sich vollzieht, ist wirklich dramatisch. Es werden neuronale Verbindungen gelöst und ganz frische neue gebunden, geknüpft. Und das ist erst in den letzten zehn, 15 Jahren als revolutionär erkannt worden.

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Auch spätere Veränderungen im Leben des Menschen sind hormonell bedingt. Bei Frauen in den Wechseljahren stellen die Eierstöcke zunehmend ihre Funktion ein. In der Folge nimmt auch die Produktion der körpereigenen Geschlechtshormone ab. Es kann zu einem östrogen Mangel kommen, oft verbunden mit einem Mangel an weiteren Hormonen wie.

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Der Mangel an Hormonen kann zu Symptomen führen wie Hitzewallungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder auch depressiven Verstimmungen.

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Der Münchner Endokrinologen Reincke Das Altern, also zum Beispiel das Eintreten der Wechseljahren, ist ein hormonell bedingter Prozess. Aber auch viele andere Alterungsprozesse, bei denen wir heutzutage überzeugen, dass es da eine gewisse Fehlsteuerung des Hormonsystem gibt, was dazu führt, dass unser Körper altert.

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Das wichtigste Geschlechtshormon des Mannes heißt Testosteron. Auch bei Frauen kommt es vor. Bei gesunden Frauen allerdings in deutlich niedrigeren Mengen als beim Mann. Testosteron entsteht in den sogenannten Leidig Zellen des Hoden. Diese werden von Hirnanhangsdrüse und dem Hypothalamus reguliert. Außerdem produzieren die Nebennieren und geringe Mengen Testosteron. Bestimmte Faktoren wie Stress, hohes Alter oder Drogen können den Testosteron Wert sinken lassen.

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Aber auch bei schweren Erkrankungen wie zum Beispiel Hodenkrebs kann der natürliche SPIEGEL fallen. Dies führt dazu, dass Männer feminine Züge annehmen und zum Beispiel ihr Brustgewebe wächst.

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Diese und andere Fehlsteuerungen im Hormonsystem verlaufen meist nach demselben Schema, so der Endokrinologen Reincke.

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Eine Fehlsteuerung im Hormonsystem bedeutet, dass bei dem Bild der Post zu bleiben, das entweder der Brief bei einem falschen Adressaten ankommt oder dass der Adressat überhaupt gar keine Briefe mehr empfängt, sondern unempfindlich wird gegen diese Briefe oder dass der Transportweg ausgedünnt.

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Im Alterungsprozess wird sehr stark angenommen, dass bestimmte Hormone nicht mehr in der Menge gebildet werden, wie es bei einem jungen Organismus der Fall ist, und dass dieses zum Beispiel ein Prozess wie das Auftreten von Muskelschwäche im hohen Alter bedingen könnte. Eines der großen Themen der Altersmedizin Warum werden Menschen gebrechlich? Und sie werden ganz wesentlich gebrechlich am Knochen und Muskulatur? Weil das Verhältnis von Abbau und Aufbau nicht mehr stimmt. Es wird also mehr abgebaut als aufgebaut, und das ist wohl ein hormonell, teilweise auch hormonell geregelter Prozess.

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Rund 70 Prozent aller Hormone werden von der zentrale Steuerung im Gehirn aus reguliert, also von Hypothalamus und Hypophyse. 30 Prozent werden von anderen Drüsen separat gesteuert. Die Zirbeldrüse im Gehirn liegt, stellt zum Beispiel eigenständig Melatonin her. Die Produktion des Hormons richtet sich nach der Helligkeit bzw. Dunkelheit und steuert so unseren Schlafrhythmus. Sobald es dunkel wird, wird Melatonin freigesetzt, und zwar zehnmal mehr als. Die Folge Wir werden müde. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Einnahme des Hormons hilft, Jetlag Symptome nach Fernreisen zu lindern.

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Mit dem Botenstoff stellt sich unser Körper schneller auf die richtige Zeitzone ein.

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Auch der Zuckerstoffwechsel ist unabhängig von der Steuerung im Gehirn, so der Endokrinologie Reincke zum Beispiel.

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Die Bauchspeicheldrüse ist auch eines unserer großen Hormon bildenden Organe für die innere Sekretion. Und da werden die Hormone Insulin, Glukose und weitere Hormone gebildet. Und die sind unabhängig von der Hirnanhangsdrüse. Hier sieht man ganz klar Der Zuckerstoffwechsel ist so entscheidend, dass hier keine zentrale Poststelle im Bereich der Hirnanhangsdrüse mit eingeschaltet wird. Das muss automatisch funktionieren.

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Insulin senkt den Blutzucker, Gun hebt den Blutzucker, ein Mangel an Insulin führt zu erhöhten Blutzuckerwerte. Der Patient leidet dann unter der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Der Münchner Mediziner Reincke.

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Der Blutzucker soll ungefähr um die 100 Milligramm pro Deziliter liegen, wenn er den toleranzbereich zwischen 80 und 120 fallen lässt. Dann kommt der Körper in Gefahr. Das heißt, die Bauchspeicheldrüse und die angeschlossenen Hormonsystem werden alles daran setzen, den Blutzucker in diesen normalen Bereich zu halten. Und das gelingt auch beim Stoffwechsel Gesunden.

[00:18:40]

Anders bei Kranken. Ihnen muss Insulin zugeführt werden Wenn die chronische Stoffwechselerkrankungen nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, können Schäden beispielsweise an Herz, Augen und Nieren entstehen. Schätzungen zufolge leiden sieben bis acht Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes. Damit ist die Zuckerkrankheit eine der großen Volkskrankheiten.

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Auch im nebennieren Markt werden eigene Hormone hergestellt. Nervenimpulse steuern die Produktion von Adrenalin und Noradrenalin. Wird Noradrenalin beispielsweise bei Stress, Erschöpfung oder Schock freigesetzt, beschleunigt sich sofort die Herzfrequenz. Kleinste Blutgefäße verengen sich. Es geht um die Entscheidung. Flucht oder Kampf?

[00:19:28]

Der US amerikanische Physiologe Walter Cannon prägte den Begriff Fight of Flight Response. Er beschreibt die schnelle körperliche und seelische Reaktion auf Gefahrensituationen oder eben Stress.

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Das Adrenalin ging es uns schlecht. Sie fahren auf Ihrem Fahrrad weg und das Auto rechts von Ihnen direkt ab und schneidet Ihren Weg ab. Das ist schlimmer als gefährlicher als jeder. Da brauchen Sie nur was eine andere Situation. Sie gehen im Schwimmbad schwimmen und bekommen einen Tritt in den Bauch. Ihnen wird schlecht, verschlucken sich und fangen an zu wussten, es geht ihnen gar nicht gut. Hier hilft ihnen das Adrenalin, was sofort freigesetzt wird. Diese lebensbedrohliche Situation des beinahe Trinkens zu überstehen, indem alle Kräfte sofort aktiviert werden, damit sie mit wenigen Schwimmflügel den Beckenrand erreichen.

[00:20:24]

Bei extremen körperlichen Anstrengungen schüttet der Körper zudem Endorphine aus. Das sind körpereigene Opiate. Endorphine verringern zum Beispiel Schmerzen.

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Martin Reinke vom Klinikum der Universität München das ist also ein inneres Opiat, das von bestimmten Nervenzellen und Hirnregionen gebildet wird, um Schmerz Modulationen hervorzurufen, also zum Beispiel bei extremst Anstrengung. Wir empfinden das ja als positiv. Haben wir einen Langstreckenlauf gemacht und sind eigentlich ganz erschöpft? Die erfolgreiche Anstrengung, das Erreichen des Ziels, macht uns so glücklich.

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Die Ausschüttung der Endorphine führt dazu, dass der Sportler zum Beispiel bei einem Marathon die Muskel, Gelenk und Sehnen Schmerzen zunächst nicht spürt und ohne oder nur mit geringen Schmerzen ins Ziel kommt. Einen Tag später merkt der Sportler die Erschöpfung dann aber deutlich. Nicht nur, weil zum Beispiel Bänder und Sehnen gereizt sind, sondern auch, weil die Wirkung der Endorphine dann nachgelassen hat.

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Adrenalin, Endorphine, Melatonin, Oxytocin, Insulin, Glukose. Ohne diese und viele andere Hormone gäbe es kein Leben. Hormone steuern viele Prozesse wie die Zeugung, die Geburt, das Wachstum, die Entwicklung, das Altern und auch den Tod durch das Hormonsystem. Schafft es unser Körper, Körperfunktionen im Gleichgewicht zu halten und mögliche Veränderungen auszugleichen? Wenn Hormone, Drüsen oder Steuerungs Zentren Versagen, keine oder falsche Mengen von Signalstoffe ausgeschüttet werden, wirkt sich das auf den ganzen Körper und auf unser Wohlbefinden aus.

[00:22:12]

Schon kleinste Veränderungen der Hormone Konzentration können große Auswirkungen haben, zum Beispiel auf unsere Stimmung, unseren Stoffwechsel oder auch auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Hormone, Signalgeber und Botenstoffe das war ein weiterer Radio Wissen Podcast aus unserer Serie über den menschlichen Körper. Dieses Mal von Claudia Steiner. Es sprachen Katja Amberger und Christian Baumann Technik. Monika Chorsänger, Regie Dorit kreißl Redaktion. Dr. Gerda Kuhn Eine Sendung von Radio wissen..