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Grenzenlos! Montag bis Freitag nach neun Uhr Nachrichten. Prolog. Am 13. Mai 1717 wird dem österreichischen Kaiser Karl dem Sexton und seiner Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig Wolfenbüttel.

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Nur ein Mädchen? Die Eltern wünschen sich einen männlichen Thronfolger. Doch auf Maria Theresia folgen zwei weitere Töchter. Bereits vier Jahre zuvor hatte Kaiser Karl der sexte die Trond Nachfolge neu geregelt Das Recht, wonach ausschließlich ein männlicher Nachkomme den Thronerben konnte, wurde außer Kraft gesetzt. Die neue Vereinbarung, die pragmatische Sanktion, bestimmte, dass im Fall des Aussterbens der männlichen Linie der Habsburger die Tochter des letzten treuen Inhabers zur Herrscherin werden solle und nicht etwa angeheiratete männliche Verwandte.

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So vorausschauend der Kaiser in dieser Hinsicht handelte, so nachlässig war er bei der Erziehung. Die älteste Tochter erhielt keine Ausbildung, die sie darauf vorbereitet hätte, einmal Regent in einer Großmacht zu werden. Die junge Prinzessin tanzte gern, machte Musik und führte ein geborgene Leben in ihrer Familie. Sie war übrigens recht hübsch, wie der preußische Gesandte Graf Devil's feststellte. Ihr Gesichtsausdruck ist offen und heiter, ihre Anrede freundlich und anmutig. Man kann nicht leugnen, dass sie eine schöne Person ist.

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1936 heiratete Maria Theresia den neun Jahre älteren Herzog Franz Stephan von Lothringen, den sie schon seit ihrer Kindheit kannte.

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Es war äußerst ungewöhnlich in den Kreisen des Hochadels eine Liebesbeziehung bis zum Tod Franz Stefans im Jahr 1965 waren die beiden 29 Jahre verheiratet oder, wie Maria Theresia berechnete.

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Mein glücklicher Ehe stand Jahr, 29 Monat, 335 Wochen, ein tausend fünf hundert vierzig Tage 1781 Stunden 258 1744.

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Eine Frau auf Habsburgs Thron. 1740 starb Kaiser Karl der VI. Maria Theresia wurde zur Herrscherin über viele unterschiedliche Länder.

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Königin zu Ungarn, Böhmen, Dalmatien, Kroatien, Slowenien, Erzherzogin zu öSTERREICH, Herzogin zu Steyer Kärnten und Krein Schlesien, Brabant, Limburg, Luxemburg, Mailand, Mantua, Parma, Piacenza, Maack, Gräfin zu mehrin, Fürstin zu Siebenbürgen, gefürchtete Gräfin zu Tirol und Flandern, Marc Gräfin des Heiligen Römischen Reiches zu Burgau.

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Dass sie den Thron tatsächlich besteigen konnte, schien zunächst alles andere als selbstverständlich. Maria Theresia musste damit rechnen, auf viel Widerstand zu stoßen, sowohl bei den Regenten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation als auch bei den Untertanen ihrer vielen Länder. Einigermaßen verblüfft konstatierte der venezianische Gesandte in Wien, dass die neue Herrscherin schnell allgemein anerkannt wurde Aus den Provinzen kommen täglich Berichte von der geleisteten Huldigung.

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Alles vollzieht sich in bewunderungswürdig und gleichsam unerwarteter Harmonie.

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Das Erbe, das sie antrat, war kein glanzvolles. Sowohl die Armee als auch Wirtschaft und Verwaltung ihrer Länder waren marode.

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Niemand glaube, ich werde widersprechen, dass ein gekrönte Haupt in schwerer und mißlichen Umständen seine Regierung als ich angetreten habe.

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Doch die erst 23 Jahre junge Frau ließ sich nicht entmutigen. Sie machte sich sofort daran, eine der prägenden europäischen Herrscher des 18. Jahrhunderts zu werden und ihr Land durch Reformen voranzubringen. Der Historiker Karl K, Leiter des Instituts für Geschichte der Universität Wien Was sie charakterisiert hat, ist, dass sie als Frau in eine Männerrolle schlüpfen musste, zur Herrschaft gelangt ist, ohne große Vorbereitung. Ihr Vater hat, obwohl er wusste, dass sie seine Nachfolgerin wird, sie dennoch nicht vorbereitet auf diesen Job, auf diese Funktion.

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Ich habe die Beherrschung so weitsichtiger und verteilter Länder erforderliche Erfahrung und Kenntnis umso weniger besitzen können, als meinem Herrn Vater niemals gefällig war, mich zur Erledigung weder der auswärtigen noch inneren Geschäfte beizuziehen noch zu informieren. Es hört sich also eigentlich mit Hilfe vieler Berater natürlich sehr gut geschlagen auf diesem Gebiet. Das bisschen Ruhm, das ich mir in der Welt erworben habe, schulde ich der guten Wahl meiner Vertrauten. Ich habe das Glück gehabt, verdienstvolle und rechtschaffene Leute zu finden.

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Bei aller Bescheidenheit Maria Theresia war zum Herrschen geboren, noch einmal der venezianische Gesandte.

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Sie ist in der Tat nach allgemeinem Urteil so, dass man niemand anderen als sie zur Bewahrung des Erbes des Hauses Habsburg auswählen würde. Wenn man die Möglichkeit hätte, frei die Erbin in der ganzen Welt zu suchen. Kindersegen, oder man kann nicht genug davon haben. In diesem Punkt bin ich unersättlich. Bereits ein Jahr nach der Hochzeit brachte Maria Theresia ihr erstes Kind zur Welt. Die Tochter Maria Elisabeth, die im Alter von drei Jahren starb. Eineinhalb Jahre später, im Oktober 1938, kam Maria Anna, und im Januar 1940 folgte eine weitere Tochter, die aber nur ein Jahr alt wurde.

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Am 13. März 1941 dann endlich der ersehnte Thronfolger Josef.

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Zwischen 1937 und 1956 gebar Maria Theresia 16 Kinder. Das macht in 19 Jahren 16 Schwangerschaften und Geburten. Sechs ihrer Kinder starben im Kindes oder Teenageralter. Die übrigen zehn überlebten ihre Mutter.

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Die physische Leistung, die Maria Theresia erbrachte, ist kaum vorstellbar. Neben den zahlreichen Schwangerschaften und Geburten musste sie schließlich einen Kriegs geschüttelten Vielvölkerstaat regieren.

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Arbeiten. Wir leben in dieser Welt, um unseren Mitmenschen Gutes zu tun. Denn wir sind nicht für uns selbst da oder gar nur, um uns zu amüsieren. Maria Theresias Einstellung zur Arbeit war vorbildlich Sie stand um halb sechs Uhr in der Früh auf und ging zur Messe. Um halb acht Uhr begann sie mit der Arbeit. Sie las Akten oder ließ sie sich vorlesen und empfing ihre Sekretäre und Minister zum Referat. Das dauerte bis zwölf Uhr mittags am Nachmittag, dann vier Uhr bis sechs Uhr Explodieren, Schreiben, Audienzen.

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Der preußische Gesandte Pooh Devil's berichtete an seinen König. Sie beschäftigt sich viel mit ihren Staats Angelegenheiten und bemüht sich, genaue Kenntnis von ihnen zu bekommen. Sie liest die meisten Berichte ihrer Gesandten, prüft die Entwürfe der Schriftstücke, unterhält sich oft mit ihren Ministern und wohnt in Konferenzen bei, die über Staatsgeschäfte von irgendwelcher Bedeutung abgehalten werden. Militärisches, oder? Abscheuliches Geschäft. Er ist gegen die Menschlichkeit und gegen das Glück. Die junge Königin saß kaum auf ihrem Thron. Da begann Friedrich von Preußen einen Krieg.

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Der König, nur ein paar Monate vor Maria Theresia gekrönt, nutzte die Gunst der Stunde. Denn die Habsburger Herrscherin stand ohne schlagkräftige Armee da.

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Ihr Vater hatte es unterlassen, das Armée Wesen zu reformieren, die ihren Feinden so fürchterlich eher dessen kaiserliche Truppen, die für die erste in Europa gehalten wurden. Verloren bei Freund und Feinden den größten Teil ihres Ansehens Friedrich der Zweite warf einen begehrlichen Blick auf das reiche Schlesien. Was ihn antrieb, aus dem Nichts einen Krieg zu beginnen, beschrieb er selbst so Beim Tod meines Vaters fand ich ganz Europa in Frieden. Ich war im Besitz schlagfertiger Truppen, eines gut gefüllten Staatsschutzes und von lebhaftem Temperament.

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Das waren die Gründe, die mich zum Kriege mit Thérèse von öSTERREICH, Königin von Böhmen und Ungarn, bewogen. Der Ehrgeiz. Mein Vorteil, der Wunsch, mir einen Namen zu machen, gaben den Ausschlag, und der Krieg ward beschlossen. Also wurden Tausende Soldaten in Marsch gesetzt. Ein verlustreicher Krieg begann, in dem es hauptsächlich um Eitelkeiten, Gier und Machtansprüche ging. Im Dezember 1940 fiel der preußische König in Schlesien ein. Der öSTERREICHISCHE Erbfolgekrieg hatte begonnen. Er dauerte insgesamt acht Jahre.

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Sämtliche europäischen Mächte waren mehr oder weniger involviert. Gekämpft wurde auf verschiedenen Schauplätzen in Europa. Bündnisse wurden geschlossen und sofort wieder gebrochen. Wenn es der eigene Vorteil Geburt.

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Aus einer Position der Stärke heraus verlangte Friedrich der Zweite, dass man ihm das besetzte Schlesien offiziell überlasse. Als notorischer Frauenfeindlich dachte er anscheinend, die junge, unerfahrene Königin mit seinem rechtswidrigen Verhalten und der Stärke seiner Armee einschüchtern zu können. Doch Maria Theresia widersetzte sich und ließ ihrem Widersacher mitteilen Die Königin hat nicht die Absicht, ihre Regierung mit der Zerstückelung ihrer Staaten zu beginnen. Sie kann weder eine Gesamt noch einer Theil Abtretung Schlesiens zustimmen.

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Auf Maria Theresias Seite standen England als Erzfeind Frankreichs Russland und der unsicherer Kantonist Sachsen. Während sich Preußen mit Frankreich, Bayern und Spanien verbündete. Der öSTERREICHISCHE Erbfolgekrieg ist ein verwirrendes Hin und Her, bei dem Maria Theresia nicht nur gegen Preußen und Frankreich, sondern auch gegen den bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht kämpfen musste.

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Dieser hatte die pragmatische Sanktion nicht anerkannt und erhob Ansprüche auf einige Länder des Habsburger Reiches, da er mit einer Cousine Maria Theresias verheiratet war.

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Oberösterreich und Böhmen wollte er sich gemeinsam mit den Franzosen erkämpfen. Doch das misslang. Einen Erfolg konnte Karl Albrecht allerdings verbuchen Im Februar 1942 wurde er in Frankfurt zum deutschen Kaiser gekrönt. Als er drei Jahre später starb, änderte sich die Lage. Sein Sohn, Kurfürst Max, der dritte Joseph, schloss Frieden mit Maria Theresia und versprach, die Wahl ihres Mannes Franz Stephan zum deutschen Kaiser zu unterstützen.

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Die Gefahr Aus Bayern war Maria Theresia nun los. Nicht aber die aus Preußen. Und der Krieg ging weiter. Friedrich der Zweite blieb Maria Theresias lebenslanger Feind. Maria Theresia Friedrich von Preußen gehasst. Sie nennt ihn Scheitz. Und sie hat ihn zutiefst zur Abschottung gehasst. Man hat diese Abneigung auch verstehen können, weil ihr in letzter Instanz der Beginn der ganzen Auseinandersetzung, die dann mit den beiden schlesischen Kriegen und dem Münsterschen Erbfolgekrieg acht Jahre der Herrschaft Maria Theresias ausfüllen, natürlich durch diesen Anführungszeichen räuberischen überfall Anführungszeichen zu Friedrichs von Preußen auf Schlesien ihren Anfang genommen hat.

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Acht Jahre Krieg Nachdem der Erbfolgekrieg im Oktober 1948 mit dem Frieden von Aachen beendet wurde, blieben Maria Theresia nur acht friedliche Jahre, bis es 1956 mit dem Siebenjährigen Krieg wieder losging. Sie hat den Krieg im Prinzip grundsätzlich abgelehnt, aber keine großen Alternativen gehabt, als Kriege zu führen. Sie war keine große Kriegshelden in dem Sinne, dass sie eine Freude am Krieg hatte, sie den Krieg als ein notwendiges übel der Politik der damaligen Zeit betrachtet. Die Kaiserin. Mit dem Tod des bayerischen Kurfürsten wurde im Januar 1945 der Kaiser Titel wieder frei.

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Eigentlich hätte er Maria Theresia gehört, denn die Habsburger stellten schon seit Jahrhunderten den deutschen Kaiser.

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Aber für das Deutsche Reich galt die pragmatische Sanktion nicht. Hier war es unmöglich, dass eine Frau die Kaiserkrone erhalten konnte. Daher wurde Maria Theresias Ehemann Franz Stefan im Oktober 1945 zum Kaiser gekrönt. Kaiserin Maria Theresia fortan nur als Ehefrau des Kaisers. Reformen? Nicht nur die Armee musste reformiert werden. Maria Theresia stand vor der Aufgabe, Verwaltung, Wirtschaft, Justiz und das Bildungswesen ihres Landes zu erneuern. Sie begann mit einer Heeresreform. Denn die Schlesischen Kriege hatten gezeigt, dass die österreichische Armee im europäischen Vergleich nicht bestehen konnte oder, wie ein Bonmot aus späterer Zeit lautete.

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öSTERREICH hinkt immer nach um eine Idee oder ein Jahr oder eine Armee.

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Einerseits waren die Reformen in der Monarchie notwendig. Schlesien ging im ersten Schlesischen Krieg an Preußen verloren, und innerhalb kürzester Zeit hat sich herausgestellt, dass Preußen imstande war, mehr Steuern aus diesem Schlesien heraus zu wirtschaften als das der Habsburgermonarchie davor gekontert. Und das hatte gezeigt, dass hier dringende Reformen des Systems notwendig sind. Dort beginnt es auch eigentlich mit der Steuerpolitik. Man versucht, die adeligen Stände zu entmachten und die Steuerpolitik ganz zu einer Aufgabe des Staates zu machen. Das zieht dann viele, viele andere Reformen nach sich.

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Im Wesentlichen kommt es zu einer Zentralisierung der Verwaltung. Der Versuch, diese Haltung auch in unterschiedlichen Schichten aufzubauen, also bis in die untere Ebene hinein bis in die Kreisebene hinein, gab es dann Kreise, die sowohl Einfluss auf die Politik des Kreises nahmen, aber auch nach Wien berichteten, also auch diesen Zentralismus verstärkt haben.

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Im Gegensatz zu anderen Großmächten war öSTERREICH ein Vielvölkerstaat. Die verschiedenen Länder, die er vereinigte, hatten unterschiedliche Sprachen, Gesellschaftsordnungen, Rechtssysteme und auch unterschiedliche Armeen und Militär Ausbildungen. Dies alles galt es anzugleichen.

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Es gab Reformbedarf in vieler Hinsicht. Etwa eine Frage, die in ganz Europa zu diesem Zeitpunkt diskutiert wurde War die allgemeine Verpflichtung zum Unterricht. In öSTERREICH gibts keine Schulpflicht. Bis heute soll nur eine Unterhaltspflicht Maria Theresia eingeführt hat. Aber auch in vielen anderen Bereichen gab es Reformen, Ansätze, die im Geist der Zeit auch lagen. Es ist letztlich eine Zeit, in der Gedanken der Aufklärung eine Rolle spielen. Selbst in Maria Theresia nicht als aufgeklärte Monarchin zu bezeichnen ist, so ist doch ihr Umkreis sehr stark von diesem reformgeist der Aufklärung beeinflusst gewesen.

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Die alten Werte, oder? Nichts ist so nützlich und heilsam wie die Religion. Obwohl Maria Theresia viele Reformen auf den Weg brachte und durchaus einen pragmatischen Modernismus pflegte, hielt sie konservative Werte sehr hoch. Als tief gläubige Katholikin besuchte sie regelmäßig die Messe, unterzog sich Exerzitien und hielt die Festtage ein. Als Herrscherin und Mutter versuchte sie, ihre Landeskinder und ihre eigenen Kinder vor schädlichen Einflüssen zu bewahren, vor aufklärerischen Gedanken zum Beispiel. Eine Zensurbehörde hatte Schriften zu verbieten, die die katholische Religion oder die gesellschaftliche Ordnung infrage stellten.

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Laster und Unmoral ihrer Untertanen versuchte Maria Theresia mit teilweise drastischen Mitteln zu bekämpfen. Eine Keuschheit sollte dafür sorgen, dass Prostituierte von den Straßen verschwanden und bestraft wurden. Auch die Freier, oft verheiratete und angesehene Mitglieder der besten Gesellschaft, sollten überwacht werden.

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Das Gut der Ehe war eines der höchsten für Maria Theresia. Sie war glücklich mit Franz Stephan verheiratet und hielt ihm selbstverständlich lebenslang die Treue.

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Er hingegen hat auch durchaus andere Abenteuer gehabt. Böse Zungen haben, behauptet schon Zeitgenossen und behauptet, dass Maria Theresias Einrichtung der Kaltz Schiedskommission nicht zuletzt ein überwachungs Mechanismus für ihren Rumtreiben Ehe Gemahl gewesen sein könnte. Der Tod des Kaisers? Ich lebe dahin wie ein Tier, habe kein Gefühl und keine Vernunft. Ich vergesse alles. 1765 lag Kaiser Franz Stefan in Innsbruck einem Herzinfarkt. Kaiser Franziskus Mein Gemahl hat gelebt 56 Jahre, acht Monate, zehn Tage, 18. August, 17 65 gestorben, halbe zehn Uhr abends.

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Maria Theresias Witwen schafft, sollte 15 Jahre dauern. Sie litt.

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Doch ihr Pflichtgefühl verbot es ihr, sich ganz von der Regierung zurückzuziehen. Ihr Sohn wurde nach dem Tod seines Vaters zum neuen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt und von Maria Theresia zu ihrem Regenten ernannt. Mutter und Sohn oder ist für ein großes Unglück mit dem besten Willen verstehen wir uns nicht.

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Josef, der Zweite, war von all den Herrschern des 18. Jahrhunderts ganz sicher der am weitesten mit dem Gedankengut der Aufklärung vertraute und auch das Gedankengut Aufklärung umsetzen. Die zwei Kernfragen der Aufklärung hat ja Maria Theresia schon unter dem Einfluss ihres Sohnes gelöst, nämlich die Frage der Abschaffung der Folter. Und auf der anderen Seite der zweite große Diskurs die religiöse Toleranz, die selbst unter Josef dem zweiten zustande gekommen. Marie-Thérèse war ja religiös sehr intolerant als sehr eifrige Katholikin. Die Zusammenarbeit von Mutter und Sohn hat natürlich nicht sehr gut geklappt.

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Die beiden waren grundverschieden von ihrer Zugang zu den Dingen, und es gab einen heftigen Generationenkonflikt, weil Joseph II. In vieler Hinsicht sehr viel radikaler die Gedanken der Aufklärung vertreten hat, als dass seine Mutter je gekonnt hat.

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Ihre Vorstellungen in politischen und gesellschaftlichen Fragen klafften weit auseinander. Und der Versuch, übereinstimmungen zu finden, zermürbte beide.

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Ich bin so unglücklich, den Kaiser meistens nicht von meinen Absichten überzeugen zu können. Er hat sehr oft andere. Das bringt viele Nachteile für die Geschäfte mit sich und macht mir das Leben unerträglich.

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Das Ende? Ich kann mich nicht beklagen. Der Mensch muss aufhören nach all den Schwangerschaften und Geburten, den Sorgen um ihr Land und der schwierigen Regentschaft mit ihrem Sohn war Maria Theresia im Laufe der Jahre müde und krank geworden.

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Sie war sehr korpulent, kurzatmig und fast blind. Am 29. November 1880 starb sie im Alter von 63 Jahren in öSTERREICH und hat es ganz sicherlich einen bis heute prägenden Eindruck hinterlassen.

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Man spricht von der Maria Theresia Epoche. Maria Theresia ist eine der beliebtesten Persönlichkeiten, auch heute noch, wenn man österreicher befragt. Fast gleichauf mit Leuten, die Mozart. Und zweifellos hat ihre Epoche, die eine Epoche der Modernisierung des Staates ist, wo es einen erheblichen Modernisierungsschub gegeben hat, eine Verwaltung geschaffen wurde, die grundlegend bis zum Ende der Monarchie bestanden hat und in manchen Elementen darüber hinaus ihre Wirkung gehärtet hat eine ganz, ganz große Vorbildrolle gespielt und ist ganz eine wichtige Epoche, zumindestens für die Geschichte der Habsburger Monarchie und die österreichische Geschichte.