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Die ganze Welt des Wissens Podcast von Bayern 2.

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Wenn ich ein Seesternen wäre, könnte ich mich mit oder ohne Sex vermehren.

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Ich könnte neue Seesternen machen, indem ich meinen Körper aufteilte.

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Ich kannte so viele Seesterne machen, wie ich will. Um sich fortzupflanzen, braucht man keinen Penis. Was die Schauspielerin Isabella Rossellini hier so sinnlich und verschmitzt über ihr Leben als Seestern erzählt, kann man sich kaum vorstellen. Trotzdem Wissenschaftlich ist es völlig korrekt.

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Seesterne können sich auch selbst teilen, und es wäre, wie wenn ein Teil von mir nach links laufen würde und der andere Teil von mir nach rechts laufen würde. Christians entstehen. So könnte es Seesternen, sodass sich geschlechtlich fortpflanzen müssen, um sich zu vermehren.

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Christian Lafarge, Professor für ökologie an der Universität Bayreuth und Leiter eines Forschungsprojekts Dornenkrone. Auch für ihn ist die sogenannte autonome Teilung bestimmter Seesternen Arten faszinierend, aber kein Rätsel.

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Das bedeutet, Sie haben ein spezielles Bindegewebe, das sie abschließen können, den eigenen Körper einfach so ganz absichtlich selbst aufspalten und verdoppeln. Für uns Menschen vollkommen außerhalb unserer Möglichkeiten, für einige Seesternen Arten eine zusätzliche Option, um sich zu vermehren.

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Isabella Rossellini zeigt das sehr witzig in ihrem knapp einminütigen Seesternen Kurzfilm, einer von 18 kürzesten Filmen ihrer Serie Green Porno. Darin erklärt sie kuriose Praktiken aus dem Tierreich, indem sie jeweils selbst eines der Tiere darstellt. Im Film steckt sie dazu in einem bauchig gepolsterten einarmigen Seestern Kostüm und wirft einfach mal einen einzelnen Seestern arm ab. Neben Isabella Rossellini eine Seesternen Puppe ins Bild ausschaut wie Rossellini als Original.

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Ein Spezialfall ist der sogenannte Kometen. Dort entwickelt sich aus einem Abend dann lauter kleine weitere armeezeit, was dann auch der Name. Das heißt, sie sind Extreme, was ihren Körper betrifft.

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Eine Option, die manche Seesternen Arten in Gefahr nutzen können. Nicht jede der weltweit knapp 2000 Seesternen Arten beherrscht die autonome Teilung und verdoppelungen so perfekt wie beispielsweise der Dornenkrone. Sie sterben im tropisch warmen Meer.

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Alle Seesterne sind aber wahre Reproduktionsmediziner, wenn sie die für Tiere gewöhnliche geschlechtliche Vermehrung praktizieren in beeindruckenden Größenordnungen.

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Bis zu zweieinhalb Millionen Eier kann zum Beispiel ein einziges Weibchen der Art ins Meerwasser abgeben innerhalb von zwei Stunden. Die sogenannten gemeinen Seesterne leben in den Gewässern Europas und Nordafrikas Küsten. Sie besitzen fünf kräftige Arme und sind orange, rot bis violett gefärbt.

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Alle Arten von Seesternen besitzen in ihren Armen passend zur extremen Reproduktion Fähigkeit imposante Keimdrüsen. Die münden in jeder Achsel oder besser in armen Winkel nach außen. Wie bei Weibchen.

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Sobald die weiblichen Seesterne spüren, dass Spermien ihrer Seesternen Art in der Nähe umher schweben, stoßen sie ihre Eier ins freie Wasser ab.

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Millionenfach sind chemische Substanzen über diese merken, dass momentanes gerade wieder Zeit ist, um sich fortzupflanzen. Ansonsten wird es keinen Sinn machen, wenn ich nur meine Spermien befruchten können, sodass alle das Semotan machen.

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Wenn die mikroskopisch kleinen Seesternen Eier tatsächlich von einem umher schwimmenden Seestern Spermium befruchtet werden, entwickeln sie sich zu winzigen, durchsichtigen Larven. In dieser Phase ihres Lebens bildet der Seestern Nachwuchs einen Teil des Plankton aus. Die Larven haben noch kein bisschen ähnlichkeit mit Seesternen, eher mit einem durchsichtigen Faden. Wirrwarr driftet einfach mit der Strömung davon. Schon nach 24 Stunden ist die Metamorphose von der Larve zum winzigen Seestern abgeschlossen. Auch für Spezialisten wie Christian Lafarge wird es danach bald schwierig, das Alter eines Sterns zu schätzen.

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Von der Größe her kann man nicht bestimmen, wie alten Seestern bedeutet. Wenn sie viel fressen, können sie größer werden. Wenn sie weniger fressen, werden sie wieder kleiner. Dementsprechend ist Die Altersfrage ist sehr, sehr schwierig zu beantworten. Im Regelfall geht man davon aus, so zwischen fünf und 15 Jahren. Aber wenn Sie sich an die vermeidungsstrategien erinnern, sind Sie auch potenziell unsterblich. Denn wenn ich mich immer wieder teilen kann, lebt. Selbst wenn der eine Teil abstirbt, der andere Teil weiter.

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Dann teilt man sich wieder und wieder weiter, sodass die Altersfrage ist sehr, sehr schwierig zu beantworten.

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Biologen schätzen, dass Seesterne in der Regel bis zu sieben Jahre alt werden. In der frühen Lebensphase sind Seesterne aber vor allem eins Futter für andere Meeresbewohner. Trotzdem halten sie sich seit mehreren hundert Millionen Jahren höchst erfolgreich auf unserem Planeten.

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Die Seesterne gibt es schon sehr, sehr lange, viel länger, als es uns auf der Erde gibt. Zu der Zeit, als sich die Seesterne entwickelt haben, gab es den großen Kontinent Gondwana, den super Kontinent. Aber das meiste Leben hat sich im Meer abgespielt. Es war im sogenannten Kambrium vor zirka 540 Millionen Jahren, ein ziemlich weit vor den Dinosauriern. Die Dinosaurier kamen circa vor 235 Millionen Jahre auf die Erde.

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Aber im Gegensatz zu den Dinosauriern und man kann sie in allen Meeren und Temperatur Zonen finden. In kalten Polarmeer unter arktischen Eis siedeln Seesterne ebenso wie in tropisch warmen Gewässern. Ein Ausschlusskriterium ist allein der Salzgehalt des Wassers. Im Süßwasser kann kein Seestern überleben.

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Seesterne kommt tatsächlich in allen Weltmeeren vor und vor allem nicht nur an der Oberfläche, wo sie vielleicht beim Schnorcheln sind, sondern sie kommen in den Küstenregionen vor Sandstränden, an Stränden aber bis in die Tiefsee, wo sie sich dann beispielsweise von dem organischen Material des Langsam nach unten rieselt, ernähren. So vielfältig wie ihre Lebensräume, so unterschiedlich und bizarr haben sich im Lauf von Jahrmillionen ihre Körper gestaltet. An die 2000 Arten können Experten voneinander unterscheiden, untergliedert in 350 Gattungen, und die wiederum teilen sich in 31 große Familien auf.

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Bei einer allerersten Einteilung orientiert man sich vor allem an der äußeren Form der Seestern Körper.

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Schon die Anzahl der Arme variiert stark und reicht von meist fünf Sternen bis zu den gern mal 45 Seesternen, die in allen Meeren und Meerestiefen vorkommen. Aber es gibt auch die ganz anderen Seesterne, die deren Arme nicht einmal mehr zu erkennen sind. Ihre bizarren Körper erinnern eher an kleine, eckige Sofakissen als an einen Stern. Auch der Körper Dicke haben sich verschiedenste Arten gebildet von Sternen, die fast schon wie kleine Kugeln aussehen, bis zu extrem flachen Kampfstoff, die sich wie die Flunkern gern im Meeresboden verstecken, gibt es alle nur erdenklichen Abstufungen.

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Unter den Seesternen erreichen Spannweiten bis zu einem Meter zwanzig.

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Während die kleinsten Arten nur wenige Zentimeter groß werden, könnten sich von Seesternen vielfältige Inspiration holen anmutige Musterungen in Farben von Rot, Orange bis hin zu kräftigem Ultramarin blau. Monochrome Arten gibt es ebenso wie die mit Perlen, Besatz bis zu Stacheln.

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stachelig sind nämlich nicht alle Seesterne. Manche Arten haben nur eine Stacheln lose Lederhaut, obwohl alle zum Stamm der stachelhäuter gehören. So wie Menschen zum Stamm der Wirbeltiere, zu stachelhäuter als nächste Verwandte des Seesterne. Stacheln gehören also in der Regel zum Seestern dazu oder nur an den Kanten ihres Körpers.

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Sehr wehrhaft auch der Dornenkrone, wie der Name schon andeutet.

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Zu den wehrhaften Arten wird auch am Institut für ökologie der Bayreuther Universität erforscht. Im Kellergeschoss hinter einer der vielen Stahltüren verbirgt sich dort ein Raum, in dem es sprudelt und plätschert. In seiner Mitte steht ein stattliches Aquarium. Es hat leicht die Größe von sechs Badewannen und beherbergt prächtige Korallen und viele bunte Korallenriffe. Die Dornenkrone bewohnt allerdings eines der vielen kleineren Aquarien, die rundherum an den Wänden stehen, ein Becken sogar. Außer dem prächtigen blauen Seestern mit seinen 14 Armen ist darin nicht viel zu sehen.

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Es sieht sehr schön aus, aber der Dornenkrone Seestern ist leider Gottes auch sehr giftig. Wenn man sich den Stachel richtig schön unter die Haut schiebt, kann das Gewebe. Das abstirbt.

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Seine giftigen Stacheln sind aber nicht der Grund für die Einzelheiten. Eher das, was ihm Dornenkrone, Seestern Aquarium am Sandboden liegt.

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Kleine Daumen, lange Korallen und, wie man sieht, der frisst das Ganze leer, sodass nur weiße Korallen Skelett übrigbleibt, ihn mit in das artenreiche Korallen Becken neben anzusetzen wäre also keine so gute Idee. Für seinen großen Appetit auf Korallen ist die Dornenkrone berüchtigt. Diese Seesternen Art taucht seit Jahren immer wieder in den Schlagzeilen auf, wenn es um das Great Barrier Reef geht.

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Das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens und bildet mit seinen über tausend Korallen Inseln das größte Riff unseres Planeten. Sein Artenreichtum ist legendär. In den letzten 30 Jahren hat es allerdings die Hälfte seines Korallen Bestandes eingebüßt. Das heißt, die Gefräßigkeit des Dornenkrone hätte allein 38 Prozent davon verschuldet. Eine Fläche so groß wie 84 000 Fußballfelder.

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Nun wollen alle Rif Schützer diesen berüchtigten Seestern besser kennenlernen. Verständlich, meint TIR ökologe Christian Nachforschung.

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Die ersten Versuche, diesen Dornenkrone Seestern Herr zu werden, waren nicht ganz so optimal, denn am Anfang hat man versucht, die auseinander zu schneiden. Doch die Regenerationsfähigkeit der Seesterne hat man am Anfang den Fehler gemacht, dass man sie nur an den Strand gelegt hat, nahe der Brandung. Und wenn Seesterne gestresst sind, geben sie ihre Eier und Spermien ins Wasser ab. Und die waren alle an einem Fleck, sodass die Befruchtung die Wahrscheinlichkeit extrem hoch war. Das heißt, man hat am Anfang sehr, sehr viel Fehler gemacht.

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Klar ist jedenfalls eins Wie die allermeisten Vertreter der Spezies Seestern ist auch die Dornenkrone ein Raubtier der Meere, und seine liebste Beute kann ihm nicht davonschwimmen. üBer die Steinkorallen kann er sich in aller Ruhe hermachen.

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Der Dornenkrone Seestern ist ein Spezialist, der sich an seine Nahrungsquelle, die Steinkorallen, sehr gut angepasst hat. Im Laufe der Evolution Steinkorallen sind sehr gut verteidigt, so genannte Nesselzellen, mit denen sie verteidigen können. Die machen aber nichts aus, sodass es tatsächlich um eine große Fläche rumliegen kann und dann die einzelnen Polypen von dieser Koralle komplett verdauen kann. Frisst nicht nur einen ganz kleinen Teil von dieser Koralle, sondern kann teilweise den ganzen Korallen Stock tatsächlich verdauen.

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So einen Wagen, der sich wie eine Hosentasche nach außen stülpen lässt, besitzen viele, die sich auf ganz andere Beute spezialisiert haben auf Muscheln zum Beispiel.

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Eine lebende Muscheln nur mit den Fingern zu öffnen wäre uns Menschen nicht möglich.

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Sie schaffen das, indem sie die beiden Muschelschalen sehr ausdauernd und der Muschel mit den Armen gleichzeitig die frisch Wasserzufuhr und damit die Sauerstoffversorgung abschneiden.

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Das kann Stunden dauern. Aber sobald die Muschel sich einen kleinen Spalt breit öffnet, öffnet der Seestern seinen Mund, der sich mitten auf der Unterseite seines Körpers befindet. Lässt er seine Lappen in das Innere der Muschel hinein? Damit hat die Muschel verloren. Seesterne haben keine Zähne oder andere Werkzeuge, um ihre Beute zu zerkleinern. Darum wird alles, was nicht durch die Mundöffnung passt, außerhalb des Körpers verdaut.

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Man sieht die Stacheln an der Oberfläche, aber leider Gottes die Unterseite schlecht.

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Gerade die erstaunliche Unterseite eines Seesterne würde Professor Christian Lafarge gerne noch demonstrieren. Er krempelt einen ärmel seines Hemdes hoch und greift mit der bloßen Hand in Seesternen Becken, um die Dornenkrone umzudrehen. Gefährlich sei das angeblich nicht bei diesem ungefähr hand. großen Exemplar mit Stacheln, lang und dick wie Streichhölzer. Die können wir ja nicht aktiv in die Haut rein bohren, sondern muss schon selber zu doof sein und rein in die Stacheln, das kann ich schon auf der Haut haben, und hier sieht man den Magen wieder ausgestelltes.

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Und hier sieht man auch die ambulanten Barfüßigen, weil es keinen Halt mehr hat, dass sie ganz lang sind. Irgendwo Halt zu bekommen. Füßchen sind eine Spezialität der Evolution und faszinierend. Besitzen sie denn anders als Wirbeltiere oder Insekten haben sie keine stabilen Beine, die von einem Skelett verstärkt werden. Seesternen Beine sind sehr zarte, mit Flüssigkeit gefüllte Schläuche, die am Ende mit einer Art Saugnapf ausgestattet sind. Mit dem kann sich jedes dieser Füßchen am Boden anheften oder von ihm abstoßen.

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Das funktioniert wie bei einer Pipette, die Flüssigkeit ausstößt oder ansaugt. Von oben betrachtet Beim Schnorcheln schaut es aus, als würden Seesterne wie sehr langsame kleine Raumschiffe über den Meeresboden gleiten. Tatsächlich werden sie von Hunderten ihrer kleinen Füßchen getragen, die keineswegs alle im Gleichschritt voranschreiten. Arbeitet unabhängig von den anderen. Um sich so fortbewegen zu können, haben Seesterne ein ganz eigenes organsysteme entwickelt. Kanäle, die mit Flüssigkeit gefüllt sind und den Seestern ringförmig durchziehen. In jedem Winkel zwischen zwei Armen kann durch ständig frisches Meerwasser in dieses Kanalsystem einströmen.

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Die vielen Füßchen steuert der Seestern aber nicht über ein zentrales Gehirn. Sein gesamter Körper ist von einem sensiblen Nerven Geflecht durchzogen, das alles auch seine Sinneszellen miteinander verbindet.

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Die Dornenkrone, Seesterne sehen wie andere Seesterne auch mit umgewandelten ambulant crawl Füßchen, die sich zu augen. entwickelt haben, viele kleine Augen, die sich an der Spitze des Armes befinden. ähnlich wie in Insekten Auge aufgebaut. Dabei haben sie zwar kein hohes Auflösungsvermögen, das heißt, sie können keine Details großartig erkennen, aber sie können große Strukturen erkennen.

[00:17:08]

Dass Donum Kronen Seesterne sich tatsächlich mit Hilfe ihrer Augen orientieren, wenn sie von Riff zu Riff wandern, hat die Arbeitsgruppe um Christian Laa Forscher herausgefunden. Zunächst im Labor und dann direkt in der Korallenriff Region.

[00:17:23]

Bei Feldforschungen festgestellt haben wir das Ganze. Da haben wir uns natürlich auch die Regenerationsfähigkeit der Seesterne zunutze gemacht, indem wir die Spitze abgetrennt haben, sodass das Auge kurzfristig nicht vorhanden war, was natürlich wieder nachbilden können. Wir haben dann die Seesterne im Feld ausgesetzt, haben auf Sandboden Attrappen gebildet. Das heißt, wir haben Felsblöcke nachgebildet, um dann zu untersuchen, ob die Seesterne mit und ohne augen. zielgerichtet zu diesen Attrappen laufen. Dabei gesehen, dass sie mit Augen zielgerichtet zu diesen Attrappen laufen.

[00:17:56]

Ohne Augen, aber an diesen Attrappen vorbeilaufen. Und somit konnte man mit Sicherheit sagen, dass sie diese Attrappen tatsächlich sehen und nicht nur riechen. Korallenriff schützt vor Australiens Küsten wissen nun, dass sie die Massen von Dornenkrone nicht nur mit chemischen Fallen locken können, sondern auch mit Attrappen. Warum die Dornenkrone Seesterne, die ja seit eh und je zum ökosystem Korallenriff gehören, seit rund 30 Jahren in so bedrohlichen Massen auftreten? Dazu gibt es bisher eine ganze Reihe von Thesen.

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Zum einen liegt es daran, dass wir durch die überdüngung unserer Flüsse sehr viel Nährstoffe ins Meer transportieren, sodass die Larven wahrscheinlich mehr Nahrung haben und dann mehr Larven überleben als sonst überlebt hätten. Es gibt aber auch eine Hypothese, die besagt, dass wir sehr viele von den Räubern abgefischt haben und deswegen weniger Räuber vorhanden sind und von denen wir es eher zu Massen vorkommen.

[00:18:58]

Sieht so aus, als ginge der schlechte Ruf der Dornenkrone eigentlich auf die Kappe unserer Spezies. Ohne Menschen keine überdüngung und überfischung der Meere.

[00:19:08]

Ohne Menschen wäre das ökosystem, in dem Seesterne sich seit mehreren hundert Millionen Jahren erfolgreich eingerichtet haben, auch vor Australiens Küsten vermutlich noch im Gleichgewicht.

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Ich mag es auch, wenn der Mensch die Seesterne in manchen Teilen des Meeres bekämpft.

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Insgesamt wirkt diese Spezies sehr gut gegen Feinde gerüstet.

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Ihr Skelett besteht aus vielen einzelnen Kalke Plättchen, die gegeneinander beweglich sind und in der Unterhaut des Sterns liegen. Nach oben ragen Stacheln aus diesen Plättchen heraus, die mit Haut überzogen sind. Zur Unterseite hin werden die Arme des Sterns mit kräftigen, länglichen, kalten Platten verstärkt. Sie greifen fast zu eng ineinander wie unsere Wirbel in der Wirbelsäule.

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Und auch für die Atmung ist der Seestern bestens ausgestattet.

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Seestern hat keine Lunge, so wie wir. Wir brauchen unsere Lunge als Oberflächen Vergrößerung, um möglichst viel Sauerstoff aus der Umgebungsluft aufzunehmen. Beim Seestern hat es viel einfacher seine Häutchen über seine gesamten Körperoberfläche. Dann hat er noch kleine Bläschen an der Körperoberfläche sogenannte. üBer die kann er den Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen. Das heißt, er braucht gar kein spezielles Organ, um den Sauerstoff aus dem Wasser aufzunehmen. Seesterne machen den Eindruck, wir bräuchten uns nicht um sie zu sorgen.

[00:20:40]

Vermutlich werden sie unseren Planeten noch lange bevölkern. Wenn Menschen hier nicht mehr leben können. Hilflos sei diese Art nicht, sagt Christian Lafarge und legt die Dornenkrone zurück an den Boden des Einzelbetreuung. Sogar wenn sie wie ein Käfer auf dem Rücken liegen, kommen sie zurecht. Seesterne können, auch wenn sie umgedreht sind, vielleicht mal demonstrieren. Können sie sich selber wieder umdrehen? Purzelbaum.

[00:21:24]

Sie hörten Seesterne, bizarre Schönheiten der Meere von Anja Münsing, es sprachen Laura Meer und Stefan Wilkening Ton und Technik Roland Böhm, Regie Christiane Glenz. Eine Sendung von Radio wissen..