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Grenzenlos! Montag bis Freitag die ganze Welt des Wissens. Kurz nach neun Uhr und 15 Uhr. Das Foto zeigt den japanischen Kaiser Hirohito als älteren Herrn kleiner Schnauzbart, Nickelbrille, das Gesicht nach rechts gewandt, der Mund leicht geöffnet, erscheint seinem Nebenmann etwas sagen zu wollen. Man ist einen halben Kopf größer als Hirohito. Es handelt sich um Mickymaus. Aufgenommen wurde das Foto im Oktober 1975 in Disneyland Kalifornien.

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Micky Maus, König des Disneyland und Hirohito, Kaiser von Japan, Tenno in Südkorea, China oder Südostasien oft genannt wird der Hitler Asiens.

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Am 29. April 1901 wird Hirohito im Palast in Tokio geboren. Er ist dazu bestimmt, der einst Kaiser von Japan zu werden. Der 124. Tenno in einer ungebrochenen Linie göttlicher Herrscher. Der Kronprinz wächst unter der Obhut zahlreicher Bediensteter auf, getrennt von seinen Eltern und vollständig isoliert von der Außenwelt.

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Jahrhundertelang hatten Japans Kaiser praktisch keine politische Macht. Die Regierung lag in den Händen des Shogun, des obersten Vertreters des Krieger Adels. Doch 1868 mit der sogenannten Meiji-Restauration, ändert sich dies. Wird abgeschafft und der Tenno, der Kaiser wieder in sein politisches Amt eingesetzt? Japanische Staatsmänner reisen nach Europa und in die USA, um vom Westen zu lernen.

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Dabei, erklärt der amerikanische Historiker Professor Peter Wexler, stellen sie fest In Westeuropa, insbesondere in der deutschsprachigen Raum, ist die christliche Religion sehr wichtig für die Staatspolitik und die Akzeptanz von Staatspolitik unter der Bevölkerung in Japan. Was können wir aufbauen? Das könnte ein uralter Mythos, niedergeschrieben im achten Jahrhundert, besagt, dass Japans Kaiser Nachfahren der Sonnengöttin Amaterasu sind und somit selbst göttlich.

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Dieser Kult wird Ende des 19. Jahrhunderts wieder aufgewärmt. Der Kaiser ist jetzt zwar Teil einer konstitutionellen Monarchie, doch die Verfassung von 1890 sagt auch ganz klar Artikel 3 Der Kaiser ist heilig und unverletzlich. Am 10. November 1928 besteigt Hirohito im Kaiserpalast von Kyoto mit 27 Jahren den Chrysanthemen Thron. Für seine Regierung wählt er, wie es die Tradition verlangt, eine Devise. Er entscheidet sich für erleuchteter Friede.

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Doch die Zeiten sind alles andere als friedlich. Japan ist gespalten einerseits das Japan der Großstädte industrialisiert und zunehmend Verwestlichung, andererseits das ländliche Japan. Hier lebt immer noch die Mehrheit der Japaner nach traditionellen Werten und dank anhaltende Wirtschaftskrise in bitterer Armut. Der Hunger nagt an den Menschen.

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Viele Bauern haben sich verschuldet, ihr Land verloren, die Steuerlast erdrückt sie und die Regierung? All diese feinen Minister tun so gut wie nichts. Doch es gibt Hoffnung. Politiker einer anderen Sorte sie sind glühende Patrioten, Ultranationalisten.

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Diese Ultranationalisten finden ihre Anhänger zunächst vor allem unter jungen Offizieren, die selbst aus verarmten Bauernfamilien kommen und einen tiefen Hass hegen gegen Politiker und Wirtschaftsbosse, die in ihren Augen das Volk ausbeuten und die gemeinsame Sache machen mit den Westmächten, die ihrerseits auf das japanische Volk herabsehen.

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Viele Japaner fühlen sich deshalb in ihrem Stolz und Ehrgefühl gekränkt.

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Was den Ultranationalisten und jungen Militärs vorschwebt, ist eine sogenannte Shower Restauration.

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Gegen die zunehmende Macht liberaler Ideen und Politiker, gegen die westliche Idee des Individualismus und für eine Rückkehr zu traditionellen japanischen Werten.

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Die Figur des göttlichen Kaisers ist dabei für die Militärs das zentrale Objekt der absoluten Hingabe und Selbstaufopferung.

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Für die Militärs besaß der Kaiser zwei Funktionen Das eine ist seine verfassungsgemäße funktionale Rolle als Oberbefehlshaber der Armee bedeutet also Alles, was die Militärs tun, tun sie im Namen des Kaisers. So wurde es sowohl den Soldaten als auch der Bevölkerung erklärt.

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Der Japanologie Professor Reinhard Zellner von der Universität Bonn Die zweite Funktion ist ideologisch nicht.

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Der Kaiser verkörpert in den Augen der nationalistischen Ideologie die japanische Nation.

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Er tut dies nicht als Mensch, sondern als Abkömmling einer langen, eigentlich ewigen historischen Reihe von Stellvertretern der Götter. Und so ist in seiner Person die japanische Nation vereint und kann nichts anderes tun, als die göttliche Mission zu erfüllen, die dem Kaiser mit auf den Weg gegeben wurde.

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18. September 1931 Eine Bombe explodiert in Nordchina. Es scheint klar ein chinesischer Anschlag auf die von Japan verwaltete und durch japanische Truppen beschützte Eisenbahn.

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Doch in Wirklichkeit haben die japanischen Truppen selbst den Bombenanschlag inszeniert, um einen Vorwand zu haben, in die chinesische Mandschurei einzumarschieren. Die Regierung in Tokio inklusive des Premierministers sowie der Kaiser, das offizielle Oberhaupt der Armee, wissen zunächst nichts von diesen Plänen. überhAUPT lässt sich sagen Der Kaiser gilt zwar als gottgleich und als Oberhaupt des Staates, doch wirklich eigene Entscheidungen trifft er nicht. Artikel 55 der Verfassung Die betreffenden Staatsminister haben dem Kaiser ihren Rat zu geben und sind dafür verantwortlich für keine politische Aktionen verantwortlich.

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Er hat schon sehr detaillierte Besprechungen teilgenommen mit Generalstabschef, Admiral, Stabschef und so weiter. Gewisse Aktionen. Und er hat tatsächlich gewisse Aktionen Operationen sehr stark gefordert. Erfolg? Wurde er einfach? Der eigenmächtige Einmarsch der japanischen Truppen in China und die Eroberung der Mandschurei wird vom Kaiser und seinen Ministern im Nachhinein genehmigt. Auch weil man nicht zugeben will, die eigene Armee nicht im Griff zu haben. Denn das wäre eine Blamage vor der internationalen Staatengemeinschaft. 1932 in der Mandschurei wird der neue Staat gegründet, offiziell mit Chinas ehemaligem Kaiser Pu Yi als Staatsoberhaupt.

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Tatsächlich aber ist man Schüco ein japanischer Marionetten Staat. Die westlichen Staaten sind über Japans Vorgehen empört und weigern sich man, Yuko anzuerkennen. Die japanische Bevölkerung reagiert darauf wütend.

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Es geht im Westen doch nur darum, Japan weiterhin klein zu halten. Die Japaner sollen wohl ewig ein Volk zweiter Klasse bleiben.

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Japan tritt aus dem Völkerbund aus. Die Ultranationalisten und das Militär gewinnen mehr und mehr an Fahrt. Kritische Stimmen aus der Regierung werden zunehmend zum Schweigen gebracht. 1936 kommt es erneut zu einem Putschversuch von Militärs, die dadurch ihre eigene Position und die des von ihnen glühend verehrten Kaisers stärken wollen.

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Dabei wurden Politiker getötet, und der Kaiser war darüber sehr aufgebracht und erklärte persönlich, dass dieser Putsch und der Bunten oder nieder geworfen werden müsse. Da hat er sich also tatsächlich selbst politisch positioniert gegen die Putschisten, ohne dass man ihn vorher um Rat gefragt hätte.

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Die Schuldigen werden hingerichtet, einige Militärs ihres Amtes enthoben. Trotzdem geht das Militär insgesamt gestärkt aus der Sache hervor und bekommt immer mehr Rückendeckung vonseiten des Parlaments und der Bevölkerung. Viele glauben, dass nur das Militär in diesen wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeiten Stabilität garantieren könne. Die Gleichschaltung der Bevölkerung beginnt von der Grundschule über die Universitäten bis in die Zeitungen, lautet die Parole.

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Das japanische Volk ist eine Familie mit dem Gott Kaiser an der Spitze. In seiner Kultur und seinen Tugenden ist es den übrigen Völkern dieser Welt klar überlegen.

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Wer das anders sieht, bekommt es bald schon mit der Geheimpolizei zu tun. Im Juli 1937 beginnt der zweite chinesisch japanische Krieg.

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13. Dezember 1937 Japanische Truppen besetzen die chinesische Stadt Nanjing, das Zentrum des Anti japanischen Widerstands. Die japanischen Soldaten sind im Rausch.

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Zivilisten werden von japanischen Soldaten auf offener Straße zu Tode gefoltert, kleine Kinder massakriert, die japanischen Soldaten plündern, vergewaltigen Hunderttausende Zivilisten verlieren in Nanjing auf entsetzliche Weise ihr Leben. Es ist eines der furchtbarsten Kriegsverbrechen in der Geschichte und längst nicht die einzige Gräueltat der japanischen Armee. Der Kaiser.

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In seinem Labor im Palast taucht Hirohito ab in eine andere Welt. Hier ist er nicht Kaiser, sondern Meeresbiologe. Während seine Soldaten ungehindert morden, notiert Hobbyforscher Hirohito akribisch Besonderheiten und leistet einige wertvolle Beiträge zur Meeresbiologie. War der Tenno weniger Staatsmann und vielmehr weltfremder Wissenschaftler?

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Der Historiker und Hirohito Biograf Peter Hebel, seine Persönlichkeit und individuelle Geschehnisse wusste Hirohito gar nichts von den Gräueltaten, welche die japanische Armee in seinem Namen verübte.

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Einige behaupten, dass diese Person müsste dem Kaiser, um ihn zu schützen, damit der Kaiser später nicht für das Vorgehen der Armee verantwortlich gemacht werden konnte.

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Wie der Krieg geführt wurde, war Sache des Generalstabs. Der Kaiser war nominell der Oberbefehlshaber und damit auch für die Leitung des Generalstabs verantwortlich. In der Praxis haben aber die Militärs und die Strategen im Generalstab den Krieg selbst entworfen und die Einheiten vor Ort umgesetzt. Daran hat sich der Kaiser nie eingemischt.

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Die japanische Armee hat eine Mission Asien. Den Asiaten. Unter Japans Führung soll Asien sich von den westlichen Kolonialmächten befreien. Eine große ostasiatische Wohlstandsverlust unter japanischer Führung das ist der Plan einer Verbündeten. Dafür gibt es auch von Japan wegen seiner militärischen Siege bewunderte Nazi-Deutschland. Nachdem Deutschland erfolgreich in Frankreich einmarschiert ist, erobern japanische Truppen 1941 französisch Indochina. Die Alliierten reagieren auf Japans Voranschreiten mit einem Embargo. Die USA drängen Japan den ölhahn zu. Für das rohstoffarme Inselreich eine Katastrophe. Es kommt zu Verhandlungen mit den USA.

[00:13:20]

Präsident Roosevelt fordert Japans kompletten Truppenabzug aus Indochina und China für Japan inakzeptabel. Es gibt nur eine Lösung. Japan muss die Flucht nach vorne antreten, die USA mit einem militärischen überraschungsangriff schwächen. Ein hoch riskanter Plan. Das wissen alle. Kaiser Hirohito ist dagegen. Zunächst Die Armee hat, um seine Meinung zu ändern. Passiert ist.

[00:13:57]

In den frühen Morgenstunden des 7. Dezember 1941 bombardieren japanische Marine Luftstreitkräfte die amerikanische Pazifik Flotte in Pearl Harbor. Es ist der Eintritt Japans und der USA in den Zweiten Weltkrieg. Bald gewinnen die Alliierten im Kampf gegen Japan die Oberhand. Gezielte Bombardements sollen Japans Wirtschaft zerstören. Das trifft vor allem die Bevölkerung. Lebensmittel und Rohstoffe werden immer knapper. Japan steht kurz vor dem Kollaps.

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Im Oktober 1944 wird die amerikanische Armee zum ersten Mal von Japans, dem Kamikaze japanische Marine Flugzeuge rammen einen Flugzeugträger der US-Navy. Die jungen japanischen Piloten explodieren samt der Bombe, die sie an Bord haben. Sie fliegen sehenden Auges in den Tod und das Vaterland.

[00:14:55]

Kaiser Hirohito wurde einen Tag nach der ersten Attacke über den Einsatz der Selbstmord Piloten informiert. Angeblich waren seine Worte darauf sind wir schon soweit gekommen.

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War das wirklich nötig?

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Nicht nur diese Taktik von den Offizieren, die das angenommen hatte?

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Nein, nicht der Götterwelt kann die Feinde nicht aufhalten. Japan steht mit dem Rücken zur Wand. Also Kapitulation ja oder nein? Die Alliierten fordern nichts Geringeres als die bedingungslose Kapitulation. Die japanische Regierung zögert.

[00:16:02]

Am 6. August 1945 werfen die USA die Atombombe auf Hiroshima ab. Drei Tage später folgt der Atombomben. Angriff auf Nagasaki?

[00:16:13]

Die japanische Führung stimmt ab. Bedingungslose Kapitulation ja oder nein? Doch endlich tut Hirohito das, was er schon längst hätte tun sollen. Er greift ein. Der Tenor stimmt für Kapitulation und beendet den Krieg.

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In Japans zerbombten Straßen haben sich die Menschen um einzelne Radio Lautsprecher versammelt. Die Köpfe der Menschen sind nach vorne gesunken, ihre Gesichter versteinert. Sie stehen unter Schock.

[00:16:44]

Zum allerersten Mal in ihrem Leben hören sie die Stimme des Tenno, ihres göttlichen Herrschers, der nie zu ihnen öffentlich gesprochen hat, für den sie alles geopfert haben. Doch kaum einer versteht die Worte, die der Kaiser da durch das Rauschen des Radio Lautsprechers an sie richtet.

[00:17:02]

Der Kaiser verkündet in dieser seiner allerersten Rundfunkansprache Japans bedingungslose Kapitulation. Doch Hirohito hält seine Rede in einer offiziellen höfischen Sprache, die noch aus dem 11. Jahrhundert stammt und kaum etwas mit dem modernen Umgangs Japanisch zu tun hat. Der Kaiser hat nie gelernt, wie er sich mit seinen Untertanen austauschen kann.

[00:17:28]

Zahlreiche japanische Regierungsvertreter und Militärs werden im Tokioter Kriegsverbrecherprozesse angeklagt und hingerichtet. Hirohito selbst übernimmt die Verantwortung für den Krieg und bittet darum, dass ihm der Prozess gemacht werde. Der amerikanische General Douglas MacArthur, der Oberkommandierende der alliierten Mächte in Japan, lehnt das ab. Warum wird Hirohito nicht der Prozess gemacht?

[00:17:56]

Nutzen die Besatzung Japans, um den Volk zu beruhigen und sicher zu sein, dass diese Politik in der Nachkriegszeit in eine Richtung ging, dass sie es haben wollte?

[00:18:09]

Der Tenno wird im Amt belassen. Aus Angst vor einem Aufstand der japanischen Bevölkerung. Doch die bald verabschiedete neue Verfassung legt fest, dass der Kaiser nur mehr ein Symbol der Nation ist ohne jegliche politische Macht. In einer öffentlichen Ansprache verneint Kaiser Hirohito ein für allemal dem japanischen Volk gegenüber seine angebliche Göttlichkeit. Dass sowohl der Tenno als auch die Japaner selbst recht glimpflich davonkommen, ist für die Amerikaner von großem Interesse. Sie brauchen Japan als loyalen Verbündeten, wie Professor Peter Wexler erklärt.

[00:18:45]

In der Nachkriegszeit haben Japan, da ein riesiger Flugzeugträger gegenüber China und Russland im Kalten Krieg eine sehr wichtige Rolle zugeschrieben.

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Aus dem stets Uniform tragenden Gott Kaiser ist ein alter Herr geworden, der Opa der Nation auch scherzhaft genannt hat. In Anzug und Krawatte stattet er seinem Volk offizielle Besuche ab. Mit vorsichtigen Schritten tapst er an Menschenmengen vorbei, richtet zaghaft das Wort an stolze Bauern, und wer ihm sonst so vorgestellt wird, was er da sagen sollte zu den Leuten.

[00:19:29]

Er stellt eine höfliche Frage. Es kam eine Antwort. Statt das Gespräch weiterzuführen auf eine irgendwie locker und entspannt, hat er dann einfach nur gesagt Ach so, und weil er überhaupt nicht kommunikativ geschult war im Umgang mit seinem eigenen Volk, bürgerte sich ganz schnell der Spitzname für ihn ein Der Kaiser.

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Ach so, und das zeigt ein bisschen wieder die Verlegenheit, in der er steckte. Für diese Rolle war er nicht gemacht. Er war nicht der große Kommunikator.

[00:20:05]

1975, 14 Jahre vor seinem Tod, gibt Hirohito einem Journalisten der amerikanischen Newsweek ein seltenes Interview. Der alt gewordene Kaiser erklärt, dass der Zweite Weltkrieg die traurigste Zeit in seinem Leben war. Die Entscheidungen seines Kabinetts habe er damals nichts ausrichten können. Entspricht das der Wahrheit?

[00:20:28]

Professor Reinhard Zöllner Er war ja nie zu der Rolle erzogen worden. Der große, mächtige Herrscher zu sein, der seine eigene Meinung, seine eigenen Ansichten dann auch noch im Widerstand gegen andere hätte durchsetzen wollen. Er hat vermutlich zu wenig aus seiner eigenen Position gemacht. Wahrscheinlich, weil er nicht verstanden hat und nicht übersehen hat, welche faktische Bedeutung es gehabt hätte, wenn der Kaiser in dieser einmaligen Situation als Oberbefehlshaber der Armee einfach gesagt hätte Schluss, es ist vorbei. Wir führen diesen Krieg nicht.

[00:21:02]

Insofern Er war kein wagemutiger Politiker. Er war jemand, der sich in die Umstände ergeben hat. Aber ganz bestimmt war er nicht der große Böse, der große übeltäter, der im Hintergrund versucht hat, die Welt und Japan in einen unheilvollen Krieg zu ziehen. Das wäre zu viel gesagt. Er war es ironisch ausdrückt. Ein Mitläufer? Hirohito, der Gott Kaiser, um dessen Kult herum eine ganze Diktatur geschaffen wurde, der Hitler Asiens, wie ihn viele ostasiatische Länder heute noch nennen, einfach nur ein Mitläufer, bloß ein kümmerlicher politischer Versager.

[00:21:51]

Auch der amerikanische Historiker und Hirohito Biograf Professor Peter Wetzlarer sieht die Frage, ob Hirohito ein Kriegsverbrecher war, Zwiespältig.

[00:22:01]

Da ist jetzt die Meinung War es ein Krieg? Zu rechtfertigen? Ist es ganz anderes, als es Anfang Mitte des 20. Jahrhunderts war. Ich meine, er hat. Aber er war nicht mehr oder weniger ein Kriegsverbrecher als andere Kriegstreiber. Damals. Die letzten Jahrzehnte seines Lebens erfüllt Hirohito fleißig und pflichtbewusst seine repräsentativen Aufgaben als Symbol der Nation. Einer seiner vielen Staatsbesuche führt ihn 1975 in die USA.

[00:22:40]

Hirohito wünscht sich ein Souvenir, ein Andenken an Amerika, jenes Land, das sein Kaiserreich vernichtend besiegte und aus ihm, dem einst göttlichen Tenno, den Opa der Nation machte. In Disneyland wird er fündig. Kaiser Hirohito entscheidet sich für eine Micky Maus Armbanduhr.

[00:23:07]

Sie hörten Tenno Hirohito, der Hitler Asiens von Isabella aguzzi. Heiko Ruprecht und Peter Weiss. Ton und Technik Andreas Luckey. Regie Christiane Glenz. Eine Sendung von Radio wissen..