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Shteyngart Smashing Briefing Der Podcast. Einen schönen guten Morgen allerseits! Mein Name ist Gabor Steingart, und wir starten jetzt gemeinsam in diese neue Woche. Heute ist Montag, der 31. August. Auf den Demonstrationen gegen die Coruña Politik der Regierung war am Wochenende einiges los. Ein buntes Völkchen war in Berlin zusammengekommen, ein buntes Völkchen, das an den Rändern allerdings ganz schön braun aussah. Rechtsextreme waren drauf und dran, den Berliner Reichstag zu stürmen.

[00:01:03]

Aber in der Stunde der Not werden auch Helden geboren, und die drei Helden dieses Wochenendes waren mit Sicherheit jene drei Polizisten, die das Symbol unserer Demokratie erfolgreich beschützt haben. Sie hielten tapfer die Stellung und sorgten dafür, dass der vermeintliche Sturm auf den Reichstag schon auf der obersten Treppenstufe wieder zu Ende war. Ohne Schusswaffe, dafür mit grimmigem Blick, mit Polizei, Knüppel und einer Entschlossenheit, die keinen Zweifel ließ, was diese drei an Angst gehabt haben mögen, hat man zumindest auf den Videobildern nicht gesehen.

[00:01:52]

Perspective. Der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte anschließend Zitat Es betrifft uns alle, wenn eine gewaltbereite, ersichtlich rechtsradikale Minderheit den Sitz der Volksvertretung stürmen will. Der Vizekanzler knöpfte sich ebenfalls den Sturmtruppen vor, der mit Reichsbürger Flagge unterwegs war. Auch andere Politiker waren unverzüglich auf Sendung.

[00:02:28]

Es darf einfach nicht hingenommen werden, dass solche Symbole aus dunkler Vergangenheit als Flaggen vor dem Reichstag erscheinen. Ich bin wütend, weil hier aus meiner Sicht ein demokratisches Recht denn Demonstrationsrecht und das Unbehagen vieler Menschen auch in der jetzigen Situation missbraucht worden ist. Kann es sein, dass, wenn von einem Sturm auf Berlin die Rede ist, dass dann nicht ausreichend Polizeibeamte und Polizeibeamte zum Schutz eines demokratischen Symbols unseres Parlaments vorhanden sind? Das geht schlichtweg nicht.

[00:03:00]

Norbert Röttgen von der CDU fordert jetzt für die drei Polizisten Ich finde, sagt er, wir sollten Sie zur ersten Sitzung nach der Sommerpause ins Parlament einladen. Sie sollten teilhaben an dem, was sie verteidigen. Die FDP wünscht sich ein Bundesverdienstkreuz für die Armee. Na ja, in diesem Fall dann vielleicht. Aber nicht aus Blech, sondern aus echtem Gold. Denn die drei Polizisten haben ja auch nicht eine virtuelle Unversehrtheit riskiert, sondern ihre echte. Unsere weiteren Themen heute Michael Bröker und Gordon Repin Sky, der Pionier, waren vor Ort auf der Demonstration dabei, um sich selbst ein Bild zu machen.

[00:03:46]

Ihre Beobachtungen jetzt gleich. Außerdem hören wir, was Professor Lars Feld uns zu sagen hat der Chef der Wirtschaftsweisen, der seinerseits vom Chef des dfw von Marcel Fratzscher in einem SPIEGEL Beitrag hart rangenommen wurde.

[00:04:02]

Es ist zunächst einmal dadurch begründet, dass ich in einem Artikel namentlich genannt werde und mit Dingen kritisiert werde, sehe ich gar nicht gesagt habe. Das finde ich einfach nicht in Ordnung.

[00:04:11]

Unsere Börsen Reporterin aus New York ist heute eine Schwed, die im Urlaub so viel vertritt. Und sie spricht mit uns über den Aktiensplit von Apple und Tesla aus einer Mach 5. Wir schütteln den Kopf über die Computer Muffel an Deutschlands Schulen und hören zwei Chöre, die jetzt Coruña bedingt in einem leeren Parkhaus üben. Wunderbar! Nicht nur Virologen können sich in diesen Tagen streiten. Auch die ökonomen bei den Wirtschaftswissenschaftlern geht es dann allerdings nicht um Mund, Nase, Bedeckung oder crooner Testverfahren, sondern um die Wirtschaftshilfen der Regierung, zum Beispiel um die Verlängerung des Kurzarbeitergeld auf 24 Monate sowie jüngst von der Großen Koalition beschlossen.

[00:05:04]

Richtig so, sagt Professor Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Nicht richtig so, sagt Professor Lars Feld, der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Auf gut Deutsch. Der Chef der Wirtschaftsweisen, Fratzscher, spricht von einem Denkfehler der Dogmatiker und nennt im SPIEGEL als einzigen Lars Feld. Der wehrt sich via Twitter, Fratzscher habe von Ordnungspolitik keine Wahl. Das klingt spannend. Zwei namhafte ökonomen sprechen zur Sache und zur Person. Das gibt es nicht alle Tage.

[00:05:42]

Grund genug, in Freiburg einen schönen Guten Morgen, Professor Lars Feld Einen schönen Guten Morgen, Herr Steingart!

[00:05:51]

Unter der überschrift Die zwei Denkfehler der Dogmatiker hat der Chef des dfw Fratzscher Sie schwerst angegriffen. Sie weisen die Anschuldigungen zurück und schreiben auf Twitter Behauptungen, Interpretationen in Situationen von Dingen habe Herr Fratzscher geleistet, die ich weder gesagt noch gemeint habe. Und von Ordnungs ökonomik eh keine Ahnung. Worum gehts in diesem Streit nun?

[00:06:15]

Anlass ist meine äußerung zur Verlängerung des Kurzarbeitergeld, das mich kritisch äußere. Gegenüber dieser Verlängerung greift Herr Fratzscher auf, aber die einzige Person, die da namentlich genannt ist in dem Artikel Das bin ich und alles andere, was dann dahinter steht, kann mir zugerechnet werden, obwohl ich es eigentlich gar nicht gesagt habe.

[00:06:34]

Er wirft Ihnen ja vor, veraltetes Denken in der Krise müsse man ganz neu denken. Und diese Verlängerung des Bezuges des Kurzarbeitergeld und auch die Aussetzung der Insolvenz Antragsflut sei geradezu ein Segen und eine kluge Politik. Die Regierung solle sich vom Chef der Wirtschaftsweisen hier nicht irre machen lassen.

[00:06:54]

Ja, genau so, wie Sie das am Schluss interpretieren, kann man diesen Artikel sehen. Dass man diese alte Schule nicht hören solle, die ja nicht mehr zeitgemäß ist. Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen, denn der Punkt, den ich gemacht habe, wird ja nicht einfach von mir ins Feld geführt, sondern von vielen anderen. Auch dass das Kurzarbeitergeld eine kurzfristige Maßnahme sein muss. Wir haben sie schon ziemlich stark verlängert, haben auch andere Veränderungen herbeigeführt, beispielsweise diese Staffelung mit den höheren Lohnersatzleistungen im weiteren Zeitverlauf.

[00:07:25]

Für Personen, die länger in Kurzarbeit sind, wenn man sich im Aufschwung befindet, dann bringt eine Verlängerung des Kurzarbeitergeld das eigentlich nicht mehr richtig viel, sondern hält den Strukturwandel eher auf. Und darauf habe ich hingewiesen.

[00:07:36]

Das Kurzarbeitergeld kann man ja auch wirklich nicht mehr kürzen. Denn wenn es dann fast für zwei Jahre gezahlt wird über den Wahltag hinaus, ist man da politisch Ihrer Meinung nach bös gemeint, wenn man da Absicht vermutet, dass hier Zustände insbesondere für Arbeitnehmer, die womöglich sonst arbeitslos würden, verlängert würden über den Wahltag hinaus?

[00:07:56]

Ich halte der Bundesregierung und den Entscheidungsträgern zugute, dass sie in der Situation, in der wir sind, mit diesen außergewöhnlichen Umständen irgendwie umgehen müssen, und kann verstehen, dass Unsicherheit eine Rolle spielt. Ich denke gleichwohl, dass die Bundestagswahl sicherlich wichtig war bei dieser Fragestellung. Man hätte ja auch hingehen können und sagen können Wir verlängern das Kurzarbeitergeld bis maximal 24 Monate Bezug. Wir haben ja jetzt schon 21 Monate. Maximal, die möglich sind, machen das aber nur bis zum ersten April oder bis zum 1.

[00:08:27]

Juli und schauen dann mal weiter. Man hat es dann aber trotzdem schon bis Ende nächsten Jahres gezogen, und das ist meines Erachtens nötig, auch bei den Insolvenz Anträgen dasselbe Spiel.

[00:08:38]

Das wird jetzt das geltende Recht, wenn man so will wird erst einmal ausgesetzt. Aber hatten doch Insolvenz Anträge die Aufgabe, den Rest der Wirtschaft zu warnen? Dass hier Firmen womöglich zahlungsunfähig werden oder es sogar schon sind, um dann nicht eine Kettenreaktion auszulösen. Daher die Frage Ist das überhaupt klug? Und wenn man mittelfristig denkt Angesagt hier die Insolvenz? Anträge tatsächlich die Frist zu verschieben?

[00:09:04]

Ich möchte in zweierlei Hinsicht darauf antworten. Erstens Im Unterschied zum zur Verlängerung des Kurzarbeitergeld gibt es die Verlängerung dieser Aussetzung der Insolvenz Antragsflut nur bis zum Ende diesen Jahres, nicht bis Ende nächsten Jahres, also viel kurzfristiger. Nur die drei zusätzlichen Monate und auch nur noch für den überschuldung, nicht mehr für den Grund der Zahlungsunfähigkeit. Und wenn man sich heutzutage anschaut, jetzt nicht B-Zellen der Coruña Krise, sondern jetzt schon die vergangenen Jahre, dann ist der Zahlungsunfähigkeit immer wichtiger geworden.

[00:09:36]

Von daher finde ich, dass diese Verlängerung bei der Aussetzung der Insolvenzantrag schlicht nicht ganz so problematisch ist wie beim Kurzarbeitergeld.

[00:09:44]

Den Banken fürchtet man allerdings, dass hier doch Zombie Firmen entstehen, dass man über den wahren Zustand des Patienten deutsche Volkswirtschaft insbesondere hier Mittelstand, Familienunternehmen nicht so richtig genau Bescheid weiß und dass hier eine Domino Effekt artige Entwicklung eintreten könnte, die dann in den Bankbilanzen auf einmal brutal zu Buche schlägt, in Gestalt nämlich von Zahlungsausfällen.

[00:10:08]

Das kann im Herbst jedenfalls passieren. Wenn die Insolvenzantrag Pflicht dann ja schon für den Zahlungsunfähigkeit wieder ab 1. Oktober voll einsetzt, dann können deutlich mehr Insolvenzen kommen. Wenn man jetzt den Vergleichszeitraum im Vorjahr nimmt, sind wir sogar trotz der schweren Coruna Krise mit den Insolvenz zahlen niedriger. Bislang also, da scheint schon auch ein bisschen was zurückgestutzt zu sein. Aber ich fürchte schon, dass jenseits der Insolvenz Antragsfrist eben andere Maßnahmen wie beispielsweise das Kurzarbeitergeld einen Strukturwandel benötigen in dieser Situation, in der wir sind, zurückdrängt und wir dadurch über den wirklichen Zustand der Volkswirtschaft unzureichend informiert sind.

[00:10:52]

Man muss ja klar sagen Das, was wir da sehen, ist ja auch eine Mischung von konjunkturellen strukturellen Aspekten. Diejenigen, die hauptsächlich in den Genuss des Kurzarbeitergeld kommen. Das sind Unternehmen der Automobilbranche, des Maschinenbaus, die vorher schon in der Industrie Rezession waren, aber nicht aus Gründen, die mit Crooner zu tun haben.

[00:11:07]

Insgesamt hat man oder zumindest kann man das Gefühl haben, dass hier eine Struktur konserviert werden soll, die schon vorher an der Klippe stand.

[00:11:16]

Ja, in vielerlei Hinsicht ist davon auszugehen, dass man hier so Vorstellungen hat. Bis Februar war alles Nordhang, und diese Strukturen müssen wir jedenfalls erhalten. Das ist sicher verfehlt. Einerseits im Hinblick darauf, dass wir große Herausforderungen haben, die sowieso schon Strukturwandel angestoßen hatten. Wir haben auf der anderen Seite sicherlich durch die Coruña Pandemie selber Strukturveränderungen. Wir sehen deutliche Zuwächse bei bestimmten Konsum, Tätigkeiten, die vorher nicht so stark waren. Und wir werden weiterhin Probleme haben bei Großveranstaltungen oder ähnlichem.

[00:11:48]

Da muss man sich natürlich fragen Lassen sich diese Strukturen überhaupt am Leben erhalten? Und drittens Es geht grundsätzlich in einer Krise immer darum, dass Unternehmen, die vorher nur noch knapp überlebt haben, dann nicht mehr weitermachen können. Und auch diesen Strukturwandel sollte man nicht aufhalten.

[00:12:03]

Ihr scharfer Angriff gegen Fratzscher, der ja einen Gegenangriff war, interpretiert das richtig. Sie sind ja eigentlich sonst ein Mensch. Wohltemperiert, dass es Ihnen dabei nicht nur um eine persönliche Auseinandersetzung geht, sondern dass Sie spüren, dass die Denkschule des Ordoliberalismus hier insgesamt unter Druck gerät von einer Seite, die tatsächlich von der Geldflut bis zu einer größeren Rolle des Staates ein Rollback durchsetzen möchte, das die 70er und 80er Jahre nochmal wie Waisenknabe erscheinen lässt.

[00:12:35]

Es ist zumindest zunächst einmal dadurch begründet, dass ich in einem Artikel namentlich genannt werde und mit Dingen kritisiert werde, die ich gar nicht gesagt habe. Das finde ich einfach nicht in Ordnung. Ich halte mich da meistens zurück gegenüber den Kollegen, oder was heißt meistens? Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in der Vergangenheit mal gemacht hätte und wünsch mir eigentlich schon noch, dass die Kollegen das mir gegenüber so machen. Das ist der erste Grund, der zweite.

[00:12:58]

Es stehen halt auch irgendwelche Behauptungen über die Ordnungshüter genomik bei den Ordoliberalismus drin, die einfach nicht stimmen. Und deswegen meine zweite Bemerkung mit dem Sweat, dass da offensichtlich auch die Kenntnis fehlt. Denn moderne Ordnungssinn, Komik und die ist durchaus modern, ist ganz klar Regel orientiert. Und wir haben in der Makroökonomie, dem Spielfeld von Marcel Fratzscher, ganz, ganz viel Regel, Orientierung. Wenn wir die Geldpolitik beispielsweise denken, dann muss man nicht über Theiler Regeln nachsinnen.

[00:13:28]

Aber man kann sich beispielsweise fragen Warum wechselt denn die amerikanische Notenbank jetzt Regel orientiert auf die durchschnittliche Inflation als Zielgröße und kommuniziert das entsprechend? Das ist Regel orientierte Geldpolitik. Und natürlich hat das mit Ordnungssinn Condomi zu tun. Was denn sonst?

[00:13:47]

Sie glauben nicht an eine moderne Geldschöpfung, dass das keiner bezahlt, sondern Sie glauben, dass es tatsächlich mit höheren Steuern bezahlt werden muss. Das hat ja der Bundesfinanzminister auch bestätigt, indem er Steuererhöhungen angekündigt hat, letztlich auch für den Fall seines Wahlsieges. Steuererhöhungen für die Besserverdienenden? Ist das die logische Konsequenz dieser Rettungsschirme?

[00:14:07]

Politik, wenn man nach dieser Coruña Pandemie wieder zur Normalität zurückkehren möchte. Und es bedeutet auch, dass man die öffentlichen Finanzen wieder konsolidieren muss, um für die nächste Krise gewappnet zu sein. Dann muss man nicht zwingend zu Steuererhöhungen greifen, sondern man kann sehr wohl auch Ausgabenkürzungen vornehmen. Und man muss sich auch fragen Was ist denn nun das richtige Instrument? Vor dem Hintergrund der. Die Corona verursacht die Corona Pandemie ist ein schwerer Produktivitäts Schock und man wird darauf am besten nicht mit Steuererhöhungen antworten, weil das die Produktivität weiter beeinträchtigen wird.

[00:14:48]

Das hört sich immer so wunderschön an, in dieser Verteilungs Diktion in Richtung Besserverdienende zu gehen. Die Besserverdienenden sind zu einem erheblichen Teil in der einkommensbesteuerung Personengesellschaften, Einzelunternehmer, Selbstständige also insofern diejenigen, die Arbeitsplätze schaffen und die diese Wirtschaft auch mit nach vorne bringen sollen. Man sollte also nicht an der Grundlage der Wirtschaftsentwicklung auf diese Art und Weise sägen.

[00:15:13]

Das heißt, der Finanzminister würde einen Fehler begehen, wenn er jetzt ausgerechnet hier an dieser Stelle ansetzt, wo nicht nur hochbezahlte Manager, sondern eben auch Familienunternehmer betroffen wären, die ja ohnehin schwierige Zeiten erleben.

[00:15:26]

Genau. Die Familienunternehmer haben schwierige Zeiten. Die einzelne Unternehmer, wenn wir beispielsweise das Gastgewerbe haben, sehr, sehr schwere Zeiten, mit denen jetzt noch zu sagen Hier wäre dann, wenn ja überlebt, in Zukunft noch höhere Steuern zahlen müssen, ist natürlich nicht besonders günstig. Es ist in der konjunkturellen Phase, in der wir sind, trotz Aufschwung und besserer Entwicklung und allem immer auch kontraindiziert schon gleich zu sagen. Am Ende wird irgendwer die Zeche zahlen müssen. Dann werden sich manche auch zurückhalten und lieber sparen.

[00:15:52]

Gleichzeitig haben sie ja auch gesagt, dass man über Ausgabenkürzungen, wenn es darum geht, wer zahlt, die Zeche dieser Pandemie Bekämpfung nachdenken sollte. Wo sehen Sie Bedarf für Ausgabenkürzungen?

[00:16:03]

Akut sehe ich im Moment keinen Bedarf für Ausgabenkürzungen. Ich würde jetzt nirgendwo ansetzen, um zu konsolidieren, und wir werden dann irgendwann später, also frühestens ab 2022, über die dann kommenden Haushalte reden müssen. Sowohl beim Bund als auch bei den Ländern, wo Kürzungen möglich sind.

[00:16:20]

Und wo ist der Bereich, wo Sie sagen würden Wo, wo kann dieser Staat konsolidieren? Zwei, 20, 2, zwei, 2?

[00:16:28]

Ich finde, dass man grundsätzlich ja immer in allen öffentlichen Haushalten Maßnahmen findet, bei denen man hinterfragen kann, ob die sinnvoll sind oder nicht. Aber was mir am ehesten als wichtigster Bereich erscheint, das sind erstens die Subventionen, die ja sehr, sehr stark in den vergangenen Jahren wieder angezogen haben, auch vor der Coruna Pandemie. Und zweitens müssen wir bei den monetären Sozialleistungen überlegen, ob wir diese Steigerungen uns leisten können, die im Moment angelegt sind. Denn die demografische Entwicklung kommt ja jedenfalls.

[00:16:58]

Abschließend gefragt Werden Sie unter Fratzscher in diesem Leben noch Freunde? Wir hatten bisher keinerlei persönliche Konflikte, und ich glaube, wir können auch dieses Jahr ganz gut ausräumen.

[00:17:12]

Herr Professor, ich bedanke mich für dieses Gespräch sehr gerne. Ersteigert. üBer die neue Mode der ökonomen, die Modern Monetary Theory, habe ich mit Lars Feld auch gesprochen. Na klar, da geht es um die Geldflut und ihre Risiken für unsere Geldwertstabilität. Das war spannend. Aber das verschieben wir, und zwar aus Zeitgründen auf morgen. Denn über die Demonstration von Berlin gegen die Girona Politik der Regierung müssen wir ja auch noch sprechen. Heute Morgen. Das Spektakel schlägt hohe Wellen in den Medien und in der Politik.

[00:17:51]

üBer die versuchte Erstürmung des Reichstages hatten wir schon gesprochen und dass sie glücklicherweise an der Treppe gestoppt wurde. Aber meine Kollegen aus der Chefredaktion von der Pionier Michael Bröker und Gordon Repin SCI waren selbst auf der Demonstration, um sich ein Bild zu machen und zu wissen, wer da eigentlich mitläuft. Mit welchen Motiven. Man hat die beiden gut erkannt, ganz klar nicht nur an ihrem T-Shirt, sondern auch an der Mund, Nase, Maske, die sie fleißig trugen.

[00:18:25]

Michael, was waren das für Leute auf dieser Demo? Bitte kläre uns auf.

[00:18:31]

Eine skurrile, sonderbare und auch gefährliche Mischung aus Menschen, die gegen diese kuroda Beschränkung demonstrieren, aber auch Verschwörungen hinterherlaufen, Zweifel haben, ob die Bundesrepublik überhaupt ein souveräner Staat ist, und handfeste Rechtsradikale, die am Ende dieses Tages dann auch noch versucht haben, den Reichstag zu stürmen. Also eine besondere Zeit das für uns, und wir haben einfach mal die Leute versucht zu fragen Was treibt sie an, was sind eigentlich Ihre Motivation? Warum laufen Sie dort mit? Und es ist natürlich eine Stichprobe, es ist ein Ausschnitt.

[00:19:02]

Nicht alle, die wir angesprochen haben, wollten auch mit uns reden. Detlef Vilsmaier ist Informatiker. Er hat grundsätzliche Zweifel an der Arbeit des Robert Koch-Instituts, wie er uns gesagt hat. Er findet das Ganze nicht mehr verhältnismäßig. Wo ist unsere Pandemie eigentlich? Fragt er sich. Hören wir doch mal kurz rein.

[00:19:18]

Das Robert-Koch-Institut von Anfang an hat sie geschrieben, infizierte. Das ist absolut unwissenschaftlich, weil beide im gleichen Zusammenhang schreiben müssen. Wie viel Leute sind da getestet worden? Ansonsten kann man das nicht einordnen.

[00:19:33]

Dann haben wir Hauke getroffen. Sie ist ärztin. Sie spürt, dass viele ihrer Patienten unter den Bedingungen leiden, die in der Korona Pandemie zu bewältigen waren. Und sie glaubt, dass es langfristige Folgeschäden für diese Gesellschaft gibt.

[00:19:46]

Insgesamt habe die junge Studenten und viele junge Leute, die unter extremen Panikattacken leiden, mit denen sie nicht mehr alltagstauglich sind, die sich fünf Stunden nach dem Einkauf mit einem Waschzwang drei Stunden noch weiter die Lebensmittel desinfizieren, die mir ganz klar sagen Sie haben Angst, dass sie schuld sind, dass sie ihre Mutter oder Eltern oder Omas anstecken und sie dann versterben und sie dann verantwortlich sind für den Tod von Die psychosomatischen Klinik sinnvoll, während sie intensiv freigehalten werden für Coruña Patienten.

[00:20:25]

Ich habe Roland getroffen, einen Referenten, der in der Krise seinen Job verloren hat. Er hatte die Regenbogenfahne um seine Schultern gehängt, ein Friedensbewegte, wie er sagte. Und er sieht sich und seine Freunde und seine Nachbarn in einen Ausnahmezustand, den er nicht mehr als verhältnismäßig wahrnimmt. Er glaubt, das müsste längst alles außer Kraft gesetzt werden. Es gäbe ganz andere Krisen, die Tote hervorbringen, über die sich keiner kümmert.

[00:20:49]

Wären wir hier oder die Medien über diese neu infizierten hysterische Anfälle kriegen, sterben gleichzeitig in der Welt Hunderttausende Kinder an Hunger und Unterernährung und interessiert keinen. Es gibt viel wichtigere Themen als diese, diese Hysterie um eine Ansteckung eines Virus, der ja nicht mal so tödlich ist, wie man gesagt hat.

[00:21:11]

Und dann haben wir einen getroffen, der offensichtlich der AfD nahesteht, diese Partei sogar als einzige Opposition im Land sieht. Und die Medienlandschaft hält er für einen regierungs hörigen Einheitsbrei, für eine korrupte Elite.

[00:21:24]

Man hat den Eindruck Gallensteinen Propaganda. Machen Ihnen manche Positionen innerhalb der AfD nicht Sorge, dass Sie doch zu sehr ins rechtsextremistische, faschistische Lager gehen? Wie äußert sich das? Was muss ich konkret wissen? Beispiel so eine Aussage, die von Herrn Gauland, der das Dritte Reich war, nun Vogelschau in der Geschichte Verharmlosen des Holocaust als meine unglückliche Formulierung käme.

[00:21:50]

Wie genau lautet jetzt dein Fazit?

[00:21:52]

Zunächst einmal Differenzierung. Das ist nur ein ganz kleiner Teil dieses Landes, der dort demonstriert hat. Die große Mehrheit 90 Prozent, sagen aktuelle Umfrage, finden die Korona Politik die Beschränkungen angemessen oder wünschen sich sogar Verschärfungen. Das heißt, wir reden hier über eine radikale Minderheit. Trotzdem ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen, weil eben Menschen zusammenkommen, die vielleicht gar nicht zusammengehören. Denn diese unheilvolle Anti-Atom-Bewegung wird auch gespeist, wird missbraucht, wird instrumentalisiert von harten Rechten, die dieser Gesellschaft, dieser Demokratie, an die Grundfeste wollen.

[00:22:27]

Und dagegen muss sich jeder aufflogen, der auch wissen konnte, dass diese Rechten dort aufmarschieren. Insofern hoffe ich, dass wir diese Bilder, wie wir sie am Reichstag gesehen haben, nicht nochmal sehen werden. Und das? Drang, der auch legitim Kritik oder Zweifel an der Crooner Politik dort mitmarschiert ist, muss wissen, welche Bühne er diesen Rechten geboten hat.

[00:22:46]

Danke für diese Eindrücke, Michael. Ein Text von ihm und von Gordon Repin. SCI über Ihre Beobachtungen lesen Sie heute auf unserer Website Pioneer. Punkt.

[00:22:58]

Und was ist eigentlich heute in der Hauptstadt los? Horst Seehofer ist los, denn unser Innenminister schreibt ein Buch, ein Buch, das vor allem Angela Merkel nicht erfreuen dürfte. Mehr dazu in die Hauptstadt. Das Briefing ist ein von Michael Bröker verantworteten Newsletter. Ja, der kostet Geld. Aber ist es auch wert? Gutes Geld für gute Arbeit?

[00:23:28]

Und was war heute Nacht an der Wall Street los?

[00:23:31]

Heute begrüßen wir in New York mal nicht so viel Schimanski, denn die hat sich in ihren wohlverdienten Sommerurlaub abgemeldet. Deshalb begrüßen wir nicht weniger herzlich alle schwed. An Guten Morgen nach New York. An wunderbaren Guten Morgen. Hallo Anna! Guten Morgen, Gabor!

[00:23:50]

Sag uns doch bitte an diesem Montag! Was wird in der kommenden Börsenwoche an der Wall Street wirklich wichtig für uns sein?

[00:23:57]

Heute werden die Anleger noch drauf schauen, was die US-Notenbank zu sagen hat. Heute spricht nämlich der Fed Vizechef. Der wird wahrscheinlich noch einmal einige Ergänzungen machen zu der neuen Strategie der Notenbank, die er vergangene Woche schon vorgestellt wurde. Außerdem kommt diese Woche wichtige Konjunkturdaten raus am Dienstag der Einkaufsmanagerindex für Industrie, am Donnerstag der für Dienstleistungen und am Freitag der Marktbericht für August. Die Daten sind vor allem interessant, um zu sehen, inwieweit sich der Markt von der Coruna Krise wieder erholt.

[00:24:28]

Und nicht zu vergessen Heute werden auch erstmals die Apple und Tesla Aktien nach den Aktiensplit gehandelt.

[00:24:33]

Du hast dir die beiden Aktiensplit bei Tesla, dem Elektromobilität US-Anbieter und bei Apple gerade angesprochen. Aber was bedeutet das für die Anleger ganz konkret?

[00:24:44]

Das heißt, dass jeder, der am Freitag eine Tesla Aktien seinem Portfolio hatte. Der hat heute zu Handelsbeginn fünf Tesla Aktien, und für jede Apple-Aktien gibts vier neue Aktien. Für neue Anleger heißt das, dass Apple und Tesla Aktien jetzt auch weitaus erschwinglicher sind. Das könnte den beiden Aktien jetzt auch nochmal zusätzlichen Auftrieb geben. Außerdem haben die Aktiensplit Auswirkungen auf die beiden Indizes Dow Jones und SMI. Schieflief handelt. Apple hat durch den Split jetzt nicht mehr so ein starkes Gewicht im Dow Jones SMI behandelt werden, ausgelöst durch den Apple, drei Firmen ausgetauscht.

[00:25:18]

Und Tesla hat durch den Split jetzt auch die Chance, in den nächsten Monaten ebenfalls in den Empfang mit aufgenommen zu werden.

[00:25:25]

Was geht eigentlich gar nicht? Dass man sich in Deutschland so schwer mit der Digitalisierung der Schule tut. Letztes Jahr wurde ja unter großem Tamtam der Digitale Pakt Schule beschlossen fünf Milliarden Euro immerhin für Smart Board, WLAN ONLINE Plattformen und, und, und. Doch von diesem Geld sind bisher nur jetzt festhalten zehn komma sieben Millionen abgeflossen. Das sind sage und schreibe null komma null drei eins vier Prozent der Summe, null komma null drei eins vier Prozent des Bundes. Bildungsministerin?

[00:26:05]

Wie hieß sie nochmal? Na ja, Sie wissen schon, Frau Carli checkt. Die sagt, das hätte mit der Ausnahmesituation wegen Corona zu tun. Ich sage falsche Antwort und falsches Denken. Denn die Corona Pandemie hätte zur sofortigen Ausschüttung der gesamten Mittel des digitalen Paktes führen müssen. Wie ein Jackpot hätte also das Geld in die Schulen gepumpt werden müssen. Aber so wird es in den Schulen wohl auch weiterhin zugehen wie in den alten Pauker filmen Lateinunterricht schön analog wie hier mit den Schülern Heintje und Hansi Kraus.

[00:26:43]

Wir konsumieren jetzt und beginnen mit dem, was ich bin. Da muss Battis. Aber mein Album reicht bis zum Abitur. Was du nie machen wirst.

[00:27:06]

Was hatte ich heute Morgen wirklich überrascht? Naja, das zwei Kölner Chöre jetzt auf eine wirklich kreative Lösung gekommen sind. Eine Lösung, wie man trotz Corona als Chor proben und damit überleben kann. Wir erinnern uns dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, Professor Lothar Wieler. Dem gefällt das Singen in Gemeinschaft nicht sonderlich, denn hier schlummern Risiken.

[00:27:36]

Beim Singen scheint es so zu sein, dass die Tröpfchen besonders weit fliegen.

[00:27:41]

Daher sind Chorproben momentan ein besonderes Unterfangen und stellen, naja, alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Die strengen Hygienevorschriften auch tatsächlich einzuhalten. Und zwei Kölner Chöre waren jetzt sehr, sehr erfinderisch. Und sie treffen sich jetzt seit letzter Woche erst in leerstehenden Parkhäusern in der Innenstadt von Köln. In jeder zweiten Parkbucht steht eine Sängerin oder ein Sänger. Der Mindestabstand ist also gut gelüftet. Ist es in diesem Betonburgen auch? Den Machern gefällt, finde ich es auch cool, weil wir den Pacers mal eine ganz andere Atmosphäre geben.

[00:28:34]

So wirkt direkt freundlicher und heller, wenn wir hier drin singen, und den zufällig vorbeikommenden Passanten draußen auf der Straße denen gefällt. Auch die sind regelrecht begeistert. Das ist fantastisch. Ich finde das klasse, wenn die wieder singen. Und die kreative Lösung perfekt.

[00:28:53]

Ja, genau. Das liegt unter anderem natürlich auch an der guten Akustik in so einem Parkhaus. Denn schon Goethe wusste Wenn das Gebäude widerhallt, fühlt man erst recht des Busses. Ich wünsche Ihnen einen schwungvollen Start in diese neue Woche. Bleiben Sie mir gebogenes, grüßt Sie auf das Herzlichste. Gabor Steingart.