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[00:00:01]

Shteyngart Warning Briefing der Podcasts. Einen schönen guten Morgen allerseits, mein Name ist Gabor Steingart, und wir starten jetzt gemeinsam in diesen neuen Tag. Heute ist Donnerstag, der 20. August. Alexander Lukaschenko ist richtig sauer. Diesmal richtet sich der Zorn des gekränkten Herrschers auf die Europäische Union. Er diktierte der staatlichen Nachrichtenagentur seines Landes in die Feder. Zitat Bevor Sie mit dem Finger auf uns zeigen, sollten Sie die Themen wie die gelbe Westen in Frankreich oder die schrecklichen Unruhen in den USA auf die Tagesordnung ihrer Treffen setzen.

[00:00:48]

Lukaschenko Plötzlich eine Stimme der weltweiten Gerechtigkeit? Na sowas. Woher kommt das? Der Despot aus Weißrussland, der auf seinem Stuhl sitzt wie mit festgeklebt, bekommt verschärften Druck von außen, und zwar von genau dieser Europäischen Union.

[00:01:07]

Die Bundeskanzlerin erkennt nämlich die von ihm gefälschten Wahlen nicht mehr an. Es gibt für uns als Mitglied des Europäischen Rates keinen Zweifel daran, dass es massive Regelverstöße bei den Wahlen gegeben hat. Die Wahlen waren weder fair noch frei. Deshalb kann man die Ergebnisse dieser Wahlen auch nicht anerkennen.

[00:01:29]

Gleichzeitig erhebt Lukaschenkos offizielle Gegenkandidatin, die mittlerweile das Land verlassen hat. Verlassen musste weiterhin ihre Stimme. Swetlana Geier meldet sich aus dem Exil in Litauen zu Wort. Sie erklärt noch einmal, worum es hier geht dass Demonstranten eingesperrt werden, brutal verletzt und auch getötet. Und das mitten in Europa.

[00:02:25]

In der Tat, mitten in Europa. Minsk liegt dichter bei Berlin als Rom. Lukaschenko sollte auf sein Volk hören, denn die Weißrussen sind, jetzt zitiere ich die Nationalhymne seines Landes, ein friedliches Volk mit dem Herzen treu, dem Vaterland. Sie sind gute Freunde und stärken sich in einer tüchtigen und freien Familie. Das ist genau der Text, den Alexander Lukaschenko selbst vor rund 20 Jahren als damals neue Nationalhymne durchgesetzt hat. Wahrscheinlich hat er sie selbst gedichtet. Unsere weiteren Themen hatte der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama hat auf dem gerade stattfindenden Kongress der Demokratischen Partei heute Nacht gesprochen.

[00:03:29]

New York Times Die wichtigsten Momente gleich hier. Mit dem Vorstandsvorsitzenden des Energiekonzerns Juniper, Andreas schierenbeck, spreche ich über die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 und warum er sich den Amerikanern widersetzt und noch immer an einen Erfolg dieser Unternehmung glaubt.

[00:04:00]

Wirklich eher ein Thema der Politik. Und ich glaube, im Endeffekt wird sich die normale Diskussion dahin bewegen, die Pipeline fertigstellen, während unsere Börsen Reporterin an der Wall Street zu Schimanski berichtet.

[00:04:12]

Warum sich die Aktien der amerikanischen Einzelhändler trotz guter Quartalszahlen nicht nach oben bewegen. Wir schauen nach Chile, wo sich eine tapfere Lehrern mit dem amerikanischen Hollywoodstar Mel Gibson angelegt hat. Und so viel sei verraten. Außerdem Sie hören, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg seine journalistischen Waffen streckt und künftig keine Sommerinterview mit Politikern mehr machen will, nur weil er eines gründlich für 7. Der Parteitag der Demokraten in den USA ist zwar weitestgehend eine virtuelle Veranstaltung über Summ, aber er schlägt Wellen in der realen Welt.

[00:04:58]

Vor allem nach der heutigen Nacht haben nämlich viele Redner das Wort ergriffen. Seit Montag aber, der wichtigste, trat heute Nacht ans Rednerpult Barack Obama.

[00:05:19]

Der Mann hat geliefert, mit wohl gewählten, aber dennoch, muss man sagen sehr deutlichen Worten hat er seinem Nachfolger, dem amtierenden Präsidenten Donald Trump, die Leviten gelesen.

[00:06:07]

Donald Trump.

[00:06:12]

Und dann noch wichtiger Vielleicht empfahl Obama der öffentlichkeit und seiner eigenen Partei den Gegenkandidaten Joe Biden als neuen, als künftigen Präsidenten. Hinter verschlossener Tür hatte er sich auch schon anders geäußert. Angeblich hat er da gesagt, dass Joe Biden vielleicht nicht so richtig geeignet für die Position Nummer eins sei. Und gerade wegen dieser Gerüchte musste diese Wahlempfehlung heute Nacht demonstrativ und eindrucksvoll ausfallen. Und wie das geht, weiß keiner besser als der begnadete Rhetoriker Obama, der, wenn er nicht schon den Friedensnobelpreis abgeräumt hätte, heute Nacht sicherlich den Redner Preis verdient hätte.

[00:08:03]

Das Objekt dieses Streits, um den es jetzt geht, ist tausend zwei hundert dreißig Kilometer lang. Dieses ominöse Etwas startet an der russischen Küste, läuft am Boden der Ostsee lang und endet in der Nähe des kleinen Städtchens Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Provinzielle Kulisse. Aber weltpolitische Bedeutung? Die Rede ist von Nord Stream 2 das ist jene Gas-Pipeline des russischen Konzerns Gazprom, mit der Deutschland seine Energieprobleme lösen will, die sich durch den Ausstieg aus Atomkraft und Kohleverstromung ergeben haben. Aus Sicht der Amerikaner erzeugt diese Pipeline mit dem Russen Gas eine gefährliche Abhängigkeit von Putin.

[00:08:47]

Das Ganze sei ohnehin ein großer geopolitischer Fehler. Die USA drohen deshalb mit Sanktionen.

[00:09:04]

In diesen Tagen und Wochen werden die letzten Kilometer der Gaspipeline Nord Stream 2 fertig gebaut. Oder eben auch nicht. Trump tobt und droht, Merkel schaltet auf stur. Mittendrin in diesem Konflikt befindet sich Andreas schierenbeck aus Düsseldorf, der Chef von Juniper. Dieses Energieunternehmen ist mit 950 Millionen Euro, also fast einer Milliarde Euro, an der Finanzierung der Pipeline beteiligt.

[00:09:40]

Einen schönen guten Morgen! Andreas schierenbeck Schönen guten Morgen, Herr Shteyngart, Herr Beck, Sie sind ja einer der wesentlichen Finanzierer der Gaspipeline Nord Stream 2, die Deutschland mit russischem Gas versorgen soll. Die amerikanische Regierung ist strikt dagegen und sagt Ihr begebt euch in die Abhängigkeit von Putin bei so wichtigen Angelegenheit wie der Energieversorgung. Ihr schwächt Europa. Damit haben die Amerikaner nicht ein bisschen recht.

[00:10:08]

Das ist eine sehr gute Frage, und ich glaube, die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte. Wir importieren in Deutschland seit über 50 Jahren Gas, sehr verlässlichen Art und Weise. Und wir hängen in Deutschland und Europa natürlich sehr stark vom Gas ab. Und von der Warte aus sehe ich diese Abhängigkeit einseitig nicht. Es ist vielmehr so, dass die Gasversorgung, wenn man sie sicher gestalten wollen. Nord Stream 2 benötigt. Weil Wir werden in den nächsten Jahren in Europa wesentlich weniger Gas produzieren als heute.

[00:10:36]

Und diese Lücke müssen wir schließen mit einer Pipeline, aber auch mit allem gehen.

[00:10:40]

Aber ihn selbst sind ja Zweifel gekommen, ob dieses ambitionierte Projekt überhaupt fertiggestellt wird oder ob nicht womöglich ihre finanzielle Beteiligung dort. Immerhin reden wir über fast eine Milliarde, die Sie zur Finanzierung beitragen. Ob dieser Beitrag zur Finanzierung nicht womöglich fehlgeleitet ist, wenn es nicht zustande kommt?

[00:11:00]

Wir glauben an das Projekt, und ich glaube an das Projekt. Wir glauben auch an die Notwendigkeit des Projekts. Und das ist technisch fertiggestellt wird. Daran habe ich überhaupt keine Zweifel.

[00:11:10]

Aber wir reden ja über Politik. Und da zählt im übrigen auch, was die Gasversorgung angeht. Und wenn nur ein einziger Kilometer fehlt, wird es kein Gas aus Russland geben.

[00:11:18]

Auf den Punkt wollte ich gerade hinauskommen. Das Projekt ist natürlich auch zum politischen Spielball geworden, und das macht das natürlich etwas komplizierter. Weil als Ingenieur kann man technische Risiken viel besser bewerten als politische Risiken.

[00:11:30]

Aber in einem Zwischenbericht Ihres Hauses heißt es, dass sich die Wahrscheinlichkeit erhöht habe, dass es zu Verzögerungen beim Bau der Gasleitung oder womöglich nicht zu einer Fertigstellung komme. Das haben Sie ja, weil Sie das auch müssen, an Ihre Aktionäre adressiert. Sie haben darauf hingewiesen, dass hier womöglich dieser nicht ganz unbeträchtliche Beitrag, den Sie ja zum Bau dieser Pipeline leisten, im Feuer steht.

[00:11:53]

Es gehört bei uns zum normalen Tagesgeschäft, dass wir uns große Projekte angucken, von technischen und auch von anderen Risiken betrachtet. Und das haben wir in diesem Bericht auch gemacht. Der Beitrag war in den vorigen Risiko berichten im Prinzip in wesentlich gleicher Form auch so erwähnt, weil es ist ein politisches Thema geworden. Und darauf haben wir natürlich hingewiesen.

[00:12:12]

Man hat aber das Gefühl, es braut sich hier etwas heftiger zusammen. Das sind Kräfte, die womöglich auch selbst im Fall einer Wahlniederlage von Donald Trump nicht verschwinden werden. Oder?

[00:12:24]

Wir werden sehen, wie die Amerikaner sich entscheiden in der Wahl. Aber auf der anderen Seite haben sie einen wichtigen Punkt angesprochen. Ich glaube, die Banken der Welt ein bisschen aus der Reihe geraten. Das Thema öL war früher ein wichtiger Exportschlager für Europa, war für die Energieversorgung geht ein Stück weit zurück. Die USA haben natürlich auch im öL beträchtliche Interessen. Und früher war es nur so mal lang zwischen ölimporte in Europa und Gasimporte, wesentlich aus Russland. Wenn öL jetzt, sage ich mal noch schneller in der Bedeutungslosigkeit verschwindet oder zurückgeht als Gas, dann wird das ein bisschen einseitig.

[00:12:58]

Auf der anderen Seite sind wir genau bei Juniper damit befasst, auch die Versorgungssicherheit sicherzustellen. Und deswegen sagen wir Wir brauchen die Pipeline. Und wir brauchen auch in allen geht Terminal in Wilhelmshaven, um dort wirklich nichts nur von einer Seite abhängig zu sein.

[00:13:12]

Das ist das Terminal, das das Fracking Gas aus den USA nach Deutschland importieren soll.

[00:13:17]

Nicht nur Fracking Gas, sondern jede Form von. Weil das Thema entgehe, ist natürlich ein sehr, sehr flexibler Markt. Doch uns ist es schon passiert, dass gekaufte und zugesagte Energielieferungen mitten auf dem Atlantik umgedreht worden sind und nach Asien geschafft worden sind, weil dort einfach ein besserer Preis geboten wurde. Also nur von Energie. Kann man auch nicht abhängig sein.

[00:13:36]

Aber erhalten wir jetzt nicht die Quittung einer Energiewende, die von Frau Merkel und anderen vielleicht nicht bis zu Ende gedacht war? Es bleiben die Alternativen, die Regenerativen, die aber eben nicht Schwankungen sicher sind. Und diese Lücke muss jetzt ja mit irgendwas gefüllt werden. Und so kam ja, dass Russen Gas ins Spiel.

[00:13:55]

Ja und nein. Ist das richtig? Die Energiewende wird den Bedarf unserer Meinung nach Gas erhöhen, weil Atomkraft abschalten. Wenn wir Braunkohle und Steinkohle abschalten, werden wir, auch wenn wir die renewables weiter ausbauen, mehr Gas brauchen, um die Spitzen abzudecken, um Ausfälle abzudecken, erfährt runterzukommen. Natürlich, und das würde ich sagen. Der größere Grund Das, was in Europa passiert, ist das unsere eigene Erzeugung von Gas. Meiner Meinung nach dramatisch zurückgeht. Wir erzeugen heute in Europa ungefähr 140, 150 Milliarden Kubikmeter Gas, in Norwegen, den Niederlanden, auch in Großbritannien.

[00:14:30]

Und das geht bis 2035 auf zirka 80 Milliarden Kubikmeter zurück. Die Felder werden leer. Groening Den Niederlanden wird schneller runtergefahren, weil dort. Erdbeben auftreten und diese Lücke kommen natürlich erschwerend dazu und die muss jetzt geschlossen werden. Dabei hätten wir doch in Deutschland, habe ich zumindest gelesen. Auch Fracking, Gas im Schiefergestein, gespeicherte Gas, Vorräte, die man durchaus akquirieren könnte. Aber das Ganze wird von der deutschen Bevölkerung offenbar so eingeschätzt, dass es sich hier um ein Risiko handelt und deswegen kein Politiker dran geht.

[00:15:05]

Ist das richtig so. Diese Information jetzt bin ich ja nicht in der Förderung, sondern eher im Handel und in der Verteilung und Erzeugung von elektrischem Strom. Aber ich würde diese Aussage genauso sehen. Wir haben eigentlich genug Reserven in Deutschland, aber wir wollen diese Technologie nicht einsetzen. Das ist zurzeit der Stand der Lage, ändert aber nichts daran, dass wir alle Energie brauchen. Wir haben uns ja jetzt entschieden.

[00:15:28]

Die Politik hat sich entschieden. Nord Stream 1 2. Gerhard Schröder im Verwaltungsrat. Frau Merkel ist auch willig und entschlossen, das zu tun. Ihre Einschätzung nochmal Sie haben da ja ein Betrag im Spiel, der Ihren operativen Jahresgewinn übersteigt. Das heißt, für Sie als börsennotiertes Unternehmen wäre hier, wenn dieser Kredit, den Sie dort gegeben haben, kürzer? Artjom tatsächlich nicht zur Rückzahlung käme oder das Projekt insgesamt in Schieflage gerät, wäre doch Ihr Jahresergebnis massiv in Gefahr oder bilanziell sich auswirkt.

[00:16:05]

Da würde ich jetzt nicht viel zu sagen. Das muss man sich angucken, wenn es soweit ist. Und ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird, weil das Projekt wohl fertiggestellt werden. Es ist eine größere Investition. Aber ehrlich gesagt sind wir in dem Geschäft, große Investitionen zu treiben. Und auch andere Investitionen, die wir haben, sind in der Größenordnung, also allein, um unser Portfolio bis 2035 CO2 neutral zu gestalten. In Europa und auch den unsere Interessen, die wir sonst wahrscheinlich nie haben, werden wir über 1,2 Milliarden in den nächsten Jahren ausgeben.

[00:16:34]

Neu investieren in Wachstums, Projekte und auch der Bau von Kraftwerken durchaus in derselben Größenordnung. Also ist es kein besonders großes Thema, was wir nicht kennen oder beherrschen oder was wir sonst nicht machen würden.

[00:16:45]

Das ist ja doch jetzt hier Weltpolitik. Sie sind betroffen, aber in gewisser Weise auch Spielball. Wer wird sich durchsetzen? Putin und Merkel? Trump in diesem Dreieck?

[00:16:54]

Ich glaube, die Pipeline wird fertiggestellt werden. Es ist eine gute Kompromisslösung mit dem gleichzeitigen Bau und hoffentlich dem Bau von Wilhelmshaven als engagierter Manager, um dort einen Markt zu schaffen. Wir sind als Juniper das einzige deutsche Unternehmen, was derzeit Flüssiggas aus USA importiert. Das machen wir bereits seit einiger Zeit, und ich glaube, das ist wirklich nur ein politisches Thema. Schließlich importiert die Uefa auch öL und Gas von über 10 bis 14 Milliarden jährlich aus Russland. Und wir importieren als Europa noch für zirka neun Milliarden Euro Gas aus Russland.

[00:17:27]

Ist wirklich eher ein Thema der Politik. Und ich glaube, im Endeffekt wird sich die normale Diskussion dahin bewegen, dass wir diese Pipeline fertigstellen werden.

[00:17:36]

Aber am Wahlabend werden Sie aufbleiben und mit Interesse verfolgen, wie das in den USA weitergeht, in der Hoffnung vielleicht, dass ein Regierungswechsel auch Ihre Schmerzen lindert, oder?

[00:17:46]

Das würde ich nicht so sehen. Aber ich würde mir die Wahl auf jeden Fall angucken. Und ich hoffe, dass das Ergebnis noch rechtzeitig und schnell dann zur Verfügung steht und unabhängig davon, wie die Position so Nordjemen sind. Ist das wirklich eine interessante Wahl dieses Jahr und Ihre Sympathien?

[00:18:02]

Ich kenne es beide nicht wirklich so gut, dass ich sagen kann, da habe ich eine Sympathie für den einen oder anderen. Möge der Bessere gewinnen.

[00:18:09]

Sie bleiben das Kind in der Mitte, politisch auch. Dann bedanke ich mich für das Gespräch und drücke die Daumen, dass Sie Ihr Investment in den nächsten Monaten nicht verlieren werden. Vielen Dank! Andreas schierenbeck Vielen Dank!

[00:18:22]

Und was war heute Nacht an der Wall Street los? Gestern hatten wir schon über den amerikanischen Einzelhandel gesprochen. Walmart hatte erstaunliche Zahlen vorgelegt, und die Aktie machte einen schönen Sprung. Mal gucken, wie es dem Rest der Branche so geht. Wir schauen nach New York, und ich sage an Wunderschönen guten Morgen sowie Guten Morgen, Gabo.

[00:18:45]

Jetzt kommen ja die nächsten Zahlen sowie von den Einzelhändlern Lovis und Target. Sind die Ergebnisse vergleichbar toll wie die von Walmart?

[00:18:54]

Ja, absolut. Beide hatten wie Walmart etwas, das man hier ein Monster Quartal nennt oder ein Blow out Quartal. Und bei Target war es sogar noch besser als bei Walmart z.B. bei Tage gibt's eigentlich alles Schreibwaren, Möbel, Klamotten, Kosmetik. Und Sie sind in der Pandemie umgestiegen auf Herbstzeit, Pick up. Man bestellt online, und dann kann man es eben abholen, und die Sachen werden ins Auto geladen, möglichst wenig Kontakt, und in diesem Bereich ist der Umsatz um 700 Prozent gestiegen.

[00:19:28]

Sie haben alles richtig gemacht. Der Gewinn ist um 80 Prozent gewachsen, und damit haben Sie Ihren Marktanteil insgesamt deutlich erhöhen können um 5 Milliarden. Der CEO Brian Cornell im TV Interview nach den Ergebnissen hat gesagt Sie haben wirklich in allen Bereichen sich Marktanteile von der Konkurrenz genommen.

[00:20:13]

Und dann gabs noch Zahlen von der Baumarktkette los.

[00:20:16]

Ebenfalls ein starkes Quartal 30 Prozent Umsatzplus, fast 70 Prozent plus im Gewinn und vor allem stark auch hier der ONLINE Umsatz. Der hat um 135 Prozent zugelegt. Wir sehen überall das gleiche Muster. Alle, die es geschafft haben, auf online umzusteigen oder online auszubauen, haben eigentlich gewonnen.

[00:20:39]

Schlägt sich das denn auch im Aktienkurs nieder? Teilweise nicht durch die Bank weg. Target hat gestern deutlich zugelegt im zweistelligen Bereich. Aber Home Depot und Walmart zum Beispiel sind gefallen, Coles ebenfalls. Das ist eine Kaufhauskette. Die Frage, die für alle Einzelhändler gleich gilt, und der Erfolg der Aktie hängt eigentlich davon ab, wie sie diese Frage beantworten können. Wie lange kann das so weitergehen? Weder Tage noch Walmart haben zum Beispiel einen Geisels gegeben, also ein Ausblick.

[00:21:12]

Was für Thalwil z.B. jetzt eigentlich wichtig gewesen wäre, wäre die Back to School Saison. Also wenn die Schüler nach den Sommerferien wieder in die Schule gehen. Nur weiß natürlich niemand, ob sie das flächendeckend tun werden. Und wenn ja, wie lange sie in der Schule bleiben werden? Oder gibt es nochmal eine Seite? Homolka Und dann noch in News sozusagen eine Meldung wert? Auf jeden Fall, dass Appels. Eine weitere Decke durchbrochen hat. Die marktbewertung liegt jetzt bei über 2 Billionen Dollar, also damit größer als die von elf Ehebett, also der Google Mutter und Facebook zusammen.

[00:21:52]

Und was ist eigentlich heute in der Hauptstadt los? In der Hauptstadt tobt ein ziemlich bizarrer Streit auf der Ebene der Ministerien um das Vermächtnis dieses bedeutsamen Kanzlers.

[00:22:19]

Hier stehen bleiben und mir gehören zusammen Helmut Kohls Verdienste um die Einheit sollen unter den Tisch gekehrt werden.

[00:22:33]

Dazu war es mein Kollege Rasmus Buch Steine aus der Hauptstadt Redaktion von Der Pionier Hallo Rasmus, was ist da los, bitte?

[00:22:40]

Ja, aber es gibt handfesten Streit in der Hauptstadt, in der Regierung. Die Regierung sitzt gerade im Jahresbericht Deutsche Einheit und ist in diesem Jahr, 30 Jahre danach, natürlich besonders wichtig. Das Wirtschaftsministerium will sozusagen die große Linie zeigen und nicht zuspitzende auf eine Person, nicht auf Helmut Kohl und unbedingt keine Namen nennen. Das Verteidigungsministerium sagt Das geht so nicht aus Gründen. Geschichtswissenschaftler Seriösität müssen wir den Helmut Kohl nennen. Und dieser Streit, diese Posse, die wird jetzt wahrscheinlich auf höherer Ebene entschieden werden müssen.

[00:23:16]

Von den Ministern vielleicht sogar.

[00:23:17]

Und was denkst du, wer wird sich durchsetzen? Helmut Kohl. Aber jetzt, wo die ganze Sache öffentlich ist, denke ich schon Helmut Kohl, zwei CDU Ministerien, die müssten doch am Ende doch in der Lage sein, mit einer Formulierung wie auch immer dann tatsächlich diese Beamten Posse zu beenden und der historischen Wahrheit gerecht zu werden. Aber. Geht eigentlich gar nicht. Die Anwälte des Schauspielers Mel Gibson so töricht waren, sich mit einer chilenischen Lehrerin anzulegen Die Frau Santiago Juana wurde erst wegen des Coruna Lock Downs in ihrer Heimat arbeitslos, hatte dann aber schnell eine ziemlich clevere Geschäftsidee.

[00:24:04]

Sie stellte nämlich fest, dass der Vorname des Filmstars fast so klingt wie das spanische Wort für Hoheneck. Und so schuf sie die Marke Mel Gibson und vertrieb kleine Gläschen ihres Produkts im Internet. Prompt gab es die juristische Abmahnung aus. Mit der Androhung von saftigen Schadensersatzforderungen.

[00:24:30]

Die Frau wollte eigentlich schon aufgeben, als sie sich an eine Schlüsselszene des bekanntesten Films von Mel Gibson erinnerte.

[00:24:38]

Braveheart kämpft und stirbt. Vielleicht liegt. Sie mögen mir die Freiheit nehmen, aber niemals meinen Chronic, dachte sie dann wohl. Und sie tat das, was Mel Gibson in dem Film auch getan hat Sie kämpfte, sie ging an die Presse, und der Fall schlug schließlich weltweit so hohe Wellen, dass die Kanzlei die Abmahnung zügig zurückzog.

[00:25:30]

Irgend jemand in Los Angeles muss dann doch noch sein Kopf eingeschaltet haben. Der PR Schaden war deutlich größer als die entgangenen Lizenzeinnahmen aus dem Honig von Joanna.

[00:25:46]

Was hatte ich heute Morgen wirklich überrascht? Dass der B&B der Rundfunk Berlin-Brandenburg künftig auf das beliebte politische Fernsehformat Sommerinterview verzichten Politik am See hieß die Reihe in diesem Jahr.

[00:26:04]

Geladen wurde auch der damals noch Fraktionsvorsitzende der Brandenburger AfD im Landtag, Andreas Calvins. Sie wissen schon der Mann, der seinen Parteikollegen zur Begrüßung gern mal auf die Milz schlägt. Gallwitz wird vom Verfassungsschutz offiziell als rechtsextrem eingestuft. Da hätte man von der Politik am See, also dem Interview des RBB, natürlich kritische Fragen erwartet. Stattdessen war das Ganze so lieblich wie das Setting. Lauschige Atmosphäre am Ufer des Sees von Sensing bei Königs Wusterhausen, Trauerweide im Hintergrund, Korbsessel im Sand.

[00:26:44]

Und da saß dann der Rechtsradikale und durfte über Umwelt und Wirtschaftspolitik plaudern und sich auch über den Verfassungsschutz auslassen.

[00:26:53]

Der Verfassungsschutz wird ganz klar instrumentalisiert. Gerade im Osten ist die Sensibilität ja viel größer. Da weiß man, was es heißt, wenn die Regierung den Geheimdienst losschicken muss gegen die Opposition, weil sie mit Argumenten nicht mehr beikommt. Wir wären dagegen auf dem Rechtsweg vorgehen, was eine Sache einfach falsch ist.

[00:27:10]

Der RBB, der brav das Mikrofon gehalten hatte, musste sich danach eine Menge Kritik gefallen lassen. Und zerknirscht gestand der Chefredakteur Christoph Singe Stein sein Name öffentlich ein.

[00:27:23]

Ich denke, dass wir das, was wir an Expertise im Haus haben, an dieser Stelle nicht gut genug mit in das Interview haben einfließen lassen.

[00:27:33]

Da hätten wir deutlich besser als jetzt, Wochen später, die unfassbare Entscheidung. Zukünftig wird der Sender, nein, nicht bessere, härtere, kritischere Interviews führen, sondern es wird im RBB keine Sommerinterview mit Politikern mehr geben. Offizielle Begründung Das Format des Sommerinterview sei veraltet. Naja, so sehen Kapitulationserklärung des öffentlich rechtlichen Rundfunks aus. Offenbar hat jemand für sich das Motto von Christian Lindner angewandt Lieber kein Interview als ein schlechtes Interview. Aber was bitte ist das denn für eine publizistische Haltung?

[00:28:16]

Mehr Mut möchte man den Kolleginnen und Kollegen vom RBB zurufen. Und zur Selbst Ertüchtigung spielen wir für sie und für euch. Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute Morgen Never give up. Ich wünsche Ihnen und allen kämpferischen Start in diesen neuen Tag. Bleiben Sie mir gewogen ist sie auf das herzlichste Ihr Gabor Steingart.