Transcribe your podcast
[00:00:01]

Shteyngart Warning Briefing der Podcasts. Einen schönen guten Morgen allerseits. Mein Name ist Gabor Steingart, und der startet jetzt gemeinsam in diesen neuen Tag. Heute ist Dienstag, der 18. August. Das wäre wirklich der Clou des Jahres. Erst dieser Look down und dann als Belohnung eine saftige Arbeitszeitverkürzung. Nur noch vier Tage, 30 Stunden pro Woche. Das fordert der Chef der IG Metall. Damit würde unsere wöchentliche Lebenszeit nur noch zu 17 Prozent mit Arbeit gefüllt sein. Hurra! Selbst die Engel im Himmel müssen wahrscheinlich härter ran.

[00:00:50]

Die Linkspartei in Gestalt ihrer Parteichefin Katja Kipping findet diesen Rückzug aus der Arbeitswelt richtig prima.

[00:00:59]

Natürlich geht es bei Arbeitszeitverkürzung um Verfügung über die eigene Lebenszeit und darum, die Seite der Beschäftigten zu stärken. An die Adresse der Unternehmen kann ich nur sagen, dass dadurch natürlich die Gesundheit zunimmt und die Zufriedenheit am Ende auch gut für die Produktivität.

[00:01:15]

Aber was, bitte wollen wir mit der vielen Freizeit anfangen? Das Einkaufen steht ja auch unter keinem guten Stern. Mehr Abstand halten und Maske tragen. Der Colfer verstört Görg kaum noch.

[00:01:30]

Zeit zum Feiern? Richtig, die Sektkorken knallen lassen, Musik auftreten.

[00:01:36]

Wir werden einfach alle Mitglieder der Party und Events Szene, die ja in Stuttgart und in Frankfurt ihren großen Auftritt hatte.

[00:01:44]

Wenn da nicht dieser Spielverderber von Bundesgesundheitsminister wäre.

[00:01:50]

Was wir sehen, ist Feierlichkeiten Veranstaltung. Dort überträgt es sich sehr, sehr schnell, und deswegen, finde ich, müssen wir mit den Ländern noch einmal schauen Was sind die Grenzen? Was sind die Regelungen für die Größe etwa von Veranstaltungen? Ich verstehe, dass man eine Hochzeit mit 100, 150 Gästen feiern will. Eine Hochzeit wird irgendwann sehr gemütlich. Okay, wir halten fest. Gemütlich ist nicht mehr erwünscht und den ganzen Tag Netflix schauen und auf den Boten von Amazon warten.

[00:02:24]

Macht ja auch keinen Spaß. Da freut man sich doch aufs Büro.

[00:02:29]

Vielleicht ist ja die Revolution eine erste Idee der Gegenwart. Genau diese eine wuchtige Arbeitszeitverlängerung für alle.

[00:02:42]

Unsere weiteren Themen heute? FDP-Chef Christian Lindner will seine Generalsekretärin Lindner Nehberg ersetzen durch einen Mann wie Frauen in und außerhalb der liberalen Partei. Diesen Schritt. Das erfahren wir gleich von der Vorsitzenden der Jungen Liberalen, Riha Schröder, und von der ehemaligen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Außerdem Im Gespräch mit der Chefredaktion gibt Steffen Seibert einen Einblick in sein Leben als Angela Merkels Regierungssprecher.

[00:03:19]

Ich habe heute Regierungs Pressekonferenz gehabt, da bilde ich mir doch nicht für eine Sekunde. Eines könnte darum gehen, was ich denke Nein. Und unsere Börsen? Reporterin Sophie Schimanski berichtet über das neue Ungemach, das den chinesischen Telekommunikationsanbieter Huawei in den USA bedroht. Die Art und Weise, wie Huawei Geschäfte machen kann. Da hat jetzt die USA noch einmal ganz deutlich weiter eingegriffen.

[00:03:45]

Wir erklären mal auf, wie sich eine Prognose des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder schneller erfüllt, als ihm lieb sein kann. Und außerdem Wir erinnern uns an ein Ereignis, das noch heute weltweit nachwirkt. Die Einführung der Antibabypille heute vor genau 60 Jahren in den USA.

[00:04:13]

So hat man Christian Lindner lange nicht gehört Fast schon staatsmännisch klang der FDP-Chef gestern vor die Presse trat und die Lage seiner Partei mit fester Stimme analysierte.

[00:04:28]

Wenn sich die Lage im Land und die Themen, über die diskutiert werden, verändern, dann muss sich auch die Aufstellung einer Partei daran orientieren. Und genau das wollen wir tun.

[00:04:41]

Und dann kam der Paukenschlag. Frau gegen Mann getauscht.

[00:04:45]

Ich werde deshalb auf dem kommenden Bundesparteitag unseren Freund und Kollegen Dr. Volker Wissing vorschlagen, als neuen Generalsekretär der FDP aus.

[00:04:57]

Für die Generalsekretärin Linda Nehberg. Erst im April letzten Jahres stellt Sie der FDP-Chef als seinen neuen Trumpf der öffentlichkeit vor.

[00:05:08]

Ja, ich habe heute früh dem Präsidium in einer Telefon schallten und jetzt gerade der Hauptstadt der Hauptstadt, Medien erläutert, dass ich als neue Generalsekretärin der FDP vorschlagen werde. Eine erfahrene Politikerin, die schon lange Zusammenarbeit im Bundesvorstand kenne. Auch früher, als wir gemeinsam Kollegen in Landtagen Brandenburg und Nordrhein-Westfalen war.

[00:05:31]

Und auch Linda klang damals ganz zuversichtlich, als sie sich artig auf die neue Aufgabe freut.

[00:05:40]

Ich freue mich sehr über das Vertrauen, dass sich unser Bundesvorsitzender mit diesem Vorschlag entgegenbringt, und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit, damit wir Freien Demokraten konsolidieren und ausbauen, was wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben.

[00:05:53]

Genau daraus ist nichts geworden. Die Wahlen in Sachsen, Brandenburg und das Debakel in Thüringen. Da wurde nicht konsolidiert, da wurde alles geigt. In Hamburg flogen die Liberalen im Februar aus der Bürgerschaft. Das allerdings lag weniger, sondern an dem Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Emmerich.

[00:06:16]

Ich zeige den höchsten, größten Respekt vor der neuen Aufgabe und danke ausdrücklich allen, welche diese in der Vergangenheit ausgeführt haben. Ramelow ist nicht mehr im Hause. Ich danke ihn persönlich.

[00:06:31]

Der Mann. Wir erinnern uns wurde von Christian Lindner zunächst gestützt.

[00:06:41]

Jetzt schaltet Lindner wieder um aus dem Hut gezaubert Frau wird dorthin zurückgesteckt.

[00:06:48]

Befreiungsschlag oder Sargnagel? Drei Frauen, drei Meinungen. Haben zunächst die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger um ihre Kommentierung gebeten.

[00:07:00]

Ja, ich finde es richtig, dass Christian Lindner heute mehrere personelle neue Weichenstellungen getroffen hat. Wir sind vor einem ganz entscheidenden Ja, und ich denke, wenn es nicht das nötige Vertrauen zwischen Parteivorsitz und Generalsekretär Sekretärinnen gibt, dann ist es richtig, auch rechtzeitig eine andere Entscheidung zu treffen.

[00:07:21]

Kritik kommt dagegen von Ria Schröder. Sie ist die Vorsitzende der Jungen Liberalen und findet gar nicht gut, auf welche Art und Weise hier mit Lindner Beck umgegangen wird.

[00:07:34]

Ehrlich gesagt, finde ich üBer die Zeitung zu kommunizieren ist kein respektvoller Umgang. Wenn ich ein Problem mit Meinung habe, dann darf ich zum Telefonhörer, oder ich schreibt eine SMS. Aber ich rede damit nicht mit Journalisten darüber, dass mich dafür nicht zitieren. Das ist keine Art und Weise, in der man miteinander umgeht, und das erwarte ich auch nicht von einer respektvollen Kommunikation, den Blick der unabhängigen Beobachterin besitzt.

[00:07:57]

Eva Padberg Sie ist nicht FDP-Mitglied, sondern sie ist Vizechef, Redakteuren der Rheinischen Post und leitet die Parlaments Redaktion in Berlin. Sie hat eine differenzierte Meinung zur Causa Lindner zu bieten. Hören wir hier zu.

[00:08:15]

Inhaltlich kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Frau Berg ist es nicht gelungen, an Ihrer Aufgabe als Generalsekretärin zu wachsen. Die FDP steht im Moment schlecht da, mit rund fünf Prozent in den Umfragen. Und Frau Nehberg war ja vor allen Dingen auf 2019 Generalsekretärin geworden, weil drei Landtagswahlen im Osten bevorstand und man sich erhofft hatte, dass sie da einen Schub geben kann. Jetzt wird sie nicht mehr gebraucht und quasi ins Regal zurückgestellt. Und das ist der unschöne Teil an der Sache, weil Lindner im Grunde genommen sich bei ihr ja vergriffen hat, eine falsche Personalentscheidung getroffen hat und unbedingt damals eine Frau nach vorne schieben wollte, auf den Generalsekretärs posten.

[00:08:58]

Und jetzt hat es inhaltlich nicht so gut funktioniert, und sie wird abgesägt. Und an ihre Stelle kommt ein Mann, der sicherlich viel Kompetenz mitbringt, der sehr viel konzeptionelle Kraft mitbringt, der am Ende aber als älterer Herr. Ein Signal ist. Die FDP ist eben doch eine Männerpartei. Und sie stellt sich auf, wie man das früher in den 80er und 90er Jahren gemacht hat.

[00:09:21]

Gerade was die Außenwirkung angeht, sieht Eva Padberg ein Problem für die FDP, das sich mit flotten Plakaten und Videos höchstwahrscheinlich im kommenden Jahr nicht wird lösen können.

[00:09:35]

Ich finde, dass man im Jahr 2020 sich so nicht mehr aufstellen kann, was die Verteilung von Spitzenposten an Männer und Frauen angeht. Das Problem der FDP ist, dass sie im Moment tatsächlich keine Frau hat, die sie auf diesen Generalsekretärs Posten schieben könnte. Eine, die nach vorne geht, die offensiv ist, die auch laut ist. Die einzige, die mir da als aktive Politikerin einfällt, ist Agnes Strack Zimmermann, die Frau, die jetzt in Düsseldorf als Oberbürgermeister Kandidatin antritt und die sicherlich diesen Job nach ihrer bisherigen Karriere nicht mehr haben wollte.

[00:10:08]

Das Problem liegt in der Vergangenheit. Lindner und Co. haben es versäumt, Frauen in der Partei wirklich systematisch zu fördern und ihnen auch Raum zu geben, sich zu entfalten. Und jetzt ist die Quittung da.

[00:10:22]

Christian Lindner hat für einen großen Knall mitten in der Sommerpause gesorgt. Erst wenn sich der Rauch verzogen hat, sehen wir wirklich, wer im Gesicht die Schmauchspuren trägt womöglich auch der Sprengmeister selbst. Gestern war Regierungssprecher Steffen Seibert auf der Payerne zusammen mit ihm an Bord sind wir gut eine Stunde an seinen beiden Haupt Einsatzorten vorbeigefahren, am Bundespresseamt und am Sitz der Bundeskanzlerin. Das Oberdeck auf dem Schiff war voll besetzt mit neugierigen Pioniers, und meine beiden Kollegen Michael Bröker und Gordon Repin sprachen mit Seibert seit immerhin zehn Jahren als Merkels Bauchredner im Dienst über das oft schwierige Verhältnis von Sprache und Politik.

[00:11:17]

Na ja, das ist so etwas, wenn ich das so sagen darf. Etwas formelhafte Vorstellung. Man entwickelt Sprache, und dann wird das so gesagt und von ihnen auch genauso entgegengenommen. Sprache entwickelt sich. Journalisten haben damit mindestens so viel zu tun wie Regierungssprecher. Zwei Beispiele Es hat ewig gedauert, bis man bei dem Abkommen zwischen der EU und der Türkei in Sachen Flüchtlingsfragen mal von dem Wort türkei-deal wegkam. Und ehrlich gesagt Bei manchen ist man heute noch nicht davon weggekommen.

[00:11:46]

Ich persönlich bin gegen das Wort Deal, weil Deal immer etwas leicht Anrüchiges hat und sicherlich von denen, die das Wort benutzen, auch genau so gemeint ist. Anderes Beispiel Es gab ein langes Hin und Her. üBer die sogenannte Herdprämie fand ich auch einen ganz schlimmen Begriff. Ich will Ihnen nur sagen Politik kann nicht für sich beanspruchen, die Wörter zu prägen, die dann tatsächlich in einer freien Gesellschaft, die von einem unabhängigen Journalismus informiert wird, auch tragen. So funktioniert das nicht.

[00:12:17]

Und dann waren die Pioniers dran und durften Fragen stellen. Und da wollte man zum Beispiel wissen, ob ein Regierungssprecher eigentlich immer erreichbar sein muss und ob das Handy tatsächlich immer an ist.

[00:12:31]

Das ist schon ziemlich schlimm mit mir. Ich bin gestern Abend. Nun war das ein ganz ruhiges Wochenende, also relativ ruhiges Wochenende. Es gab nicht viele Journalisten Anfragen, Empa, aber nicht viel. Und dann bin ich abends spazieren gegangen mit meiner Frau und habe das Handy zu Hause vergessen. Dann hab ich noch so 200 Meter von der Wohnung gedacht, musste jetzt umdrehen. Aber andererseits Du bist ja auch vielleicht nur eine halbe Stunde weg, und ich war zu faul umzudrehen, und es war so heiß, oder ich gedacht OK.

[00:12:58]

Aber ich war nicht total entspannt. Ein Regierungssprecher muss halt erreichbar sein. Punkt.

[00:13:04]

Und welchen Satz muss man als Regierungssprecher auch im Schlaf draufhaben?

[00:13:08]

Zu operativen Angelegenheiten der Nachrichtendienste berichtet die Bundesregierung ausschließlich den dafür zuständigen, geheim tagenden Gremien des Deutschen Bundestages.

[00:13:18]

Und was genau ist die oberste Prämisse für einen Regierungssprecher?

[00:13:23]

Er darf nie die Unwahrheit sagen. Dabei muss es immer bleiben. Das wäre die Cardinal Sünde.

[00:13:28]

Wenn wir das nächste Mal auf große Fahrt gehen mit einem Politiker, einem Wirtschaftsboss, einer Wissenschaftlerin oder jemandem aus dem Kulturlebens, seien Sie doch einfach dabei. Melden Sie sich an auf der Pionier. Punkt.

[00:13:46]

Und was war heute Nacht an der Wall Street los?

[00:13:49]

Für den chinesischen Telekommunikationsanbieter Huawei wird die Situation in den USA immer bedrohlicher. Huawei steht auf einer schwarzen Liste der USA. Bisher gab es allerdings eine Ausnahmeregelung. Doch die ist ausgelaufen. Und mit einem weiteren Schlag erschwert das amerikanische Handelsministerium den Chinesen das Geschäft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mehr. Weiß unsere Börsen. Reporterin Sophie Schimanski in New York.

[00:14:20]

Ich freue mich auf sie, einen wunderschönen guten Morgen, Sophie aus New York genauso wie sieht die Situation für Huawei aktuell in den USA stammt heute früh aus.

[00:14:31]

Es geht jetzt eigentlich gar nichts mehr für Huawei, denen sie die Hände komplett gebunden. Denn mit der neuen Regelung stopft das US-Handelsministerium ein Schlupfloch, das Huawei genutzt hat, um die alte Regelung zu umgehen. Wir haben nämlich über Parteien gehandelt. Die US-Regierung hat deswegen jetzt auch dritte Firmen auf eine Sanktionsliste gesetzt. Es geht um 38 Huawei Töchter in 21 Ländern, darunter auch Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Auch sie dürfen künftig wie der Mutterkonzern keinerlei Software oder Technologie, vor allem Halbleiter aus den USA kaufen, die in technischen Geräten verbaut sind.

[00:15:13]

Das Handelsministerium hofft, dass die Beschränkungen jetzt wasserdichter sind. Ziel war es ja schon immer, den Zugang des chinesischen Konzerns zu Chips und zu Technologie einzuschränken.

[00:15:25]

Das ist jetzt in diesem weiteren Schritt nochmal auf eine ganz neue Art und Weise gelungen.

[00:15:33]

Was hatte ich heute Morgen wirklich überrascht?

[00:15:36]

Dass die Vorahnung von Markus Söder dann doch so schnell? Erst vor ein paar Tagen hatte er nach der großen Panne in Bayern auf einer Pressekonferenz gesagt Ich sage jetzt schon voraus, das ist eine Zwischenetappe, eine Panne.

[00:15:52]

Wir werden noch viele Probleme in den nächsten Wochen bekommen, und prompt ist sie da.

[00:15:57]

Die neue Panne. Ein Mitarbeiter der Station Donautal Ost an der A 3 bei Passau für die bayerischen Gesundheitsbehörden, die Coruna Tests an zurückkehrenden Urlaubern durchgeführt hat, ist nun selbst auf Coruña positiv getestet worden. Seine Kolleginnen und Kollegen sind schon mal komplett in der Quarantäne verschwunden. Und bei einigen Heimkehrern dürfte sich jetzt ein doch sehr mulmiges Gefühl breitmachen der Corona Test als superfoods Breda Event. Irgendwie ist da eine Lücke im System. Baum testet eigentlich keiner den Tester.

[00:16:39]

Und was geht eigentlich gar nicht? Dass der erste Bundeskanzler der Republik, Konrad Adenauer, sich so Granaten mäßig vertan hat. Er hat damals gesagt Kinder bekommen die Leute immer und hat dieser. Er glaubte Tatsachenbehauptung. Heute weiß man Meinung, dass ein Versicherungssystem aufgebaut. Doch Konrad Adenauer hat die Rechnung ohne eine Innovation der Pharmaindustrie gemacht. Die Antibabypille wurde heute vor genau 60 Jahren in den USA auf den Markt gebracht. Ein Jahr später dann auch in Deutschland. Und sie polarisierte.

[00:17:21]

Vielleicht ist das sogar noch untertrieben ausgedrückt Sie automatisiert die Liebe und versaut die Moral.

[00:17:31]

Ich meine, wenn Jugendliche die Pille nehmen, wird die Sexualität ausschweifender, kann von Liebe keine Rede mehr sein.

[00:17:37]

Ich hatte ein Mädchen, das die Pille nimmt, für moralisch nicht krankhaft.

[00:17:41]

Die Kirche witterte sogar die Aufweichung der sittlichen Zucht. Die Bedenken konnten den Siegeszug der Pille nicht stoppen. Moralisch hat es die Gesellschaft schließlich verkraftet. ökonomisch allerdings nicht. Adenauers Irrtum blieb. Die Geburtenzahl pro Jahr hat sich seit den sechziger Jahren halbiert. Mit allem, was das für unsere Rentenversicherung bedeutet. Aber heute Morgen wollen wir die Pille nicht kritisieren, sondern feiern. Und wir schaffen das auch, ohne an die Rente zu denken. Denn ohne die Pille wiederum hätte es die freie Liebe und den Summer of Love in Woodstock nicht gegeben und das Leben ohne Lebensfreude ja auch wenig Sinn macht.

[00:18:31]

Feiern wir diesen Tag zusammen mit John Bake in Woodstock als einen Glücklichen?

[00:18:41]

Ich wünsche Ihnen einen unbeschwerten Start in diesen neuen Tag. Bleiben Sie mir gebogenes, grüßt Sie auf das Herzlichste. Gabor Steingart.