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SWR 2 wissen.. Mit der SWR 2 Aula und dem Thema der McFit und die Krise des britischen Königshauses am Mikrofon. Ralf Caspary Im Mai 2018 verheilten Prinz Harry und Meghan Marcel. Ihre royale Traumhochzeit Anfang 2020 haben beide ihre Adelstitel zurückgegeben, sind kurz darauf in die USA gezogen, um sich dort ein bürgerliches Leben aufzubauen. Die öffentlichkeit nimmt Anteil am Schicksal des Paares, das mit seinen glamourösen Auftritten an die üblichen Bilder aus europäischen Königshäusern erinnert. Aber verbirgt sich dahinter eine fundamentale Krise des britischen Königshauses, dessen Werte und lebensmuster einfach nicht mehr zur Moderne zu passen scheinen?

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Denn eins ist ja klar Der Ausbruch von Harry und Meghan geschah im Namen der Authentizität Suche, und das ist ein wichtiges Element der modernen bürgerlichen Gesellschaft. Hören Sie dazu den Vortrag des Soziologen Professor Tilman Allert.

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Die europäische Monarchie und wir greifen für das Folgende exemplarisch eine Konstellation des englischen Falles auf hat, gemessen an der Bedeutung des Königtums, in vormodernen Zeiten einen Funktionsverlust erlitten. In England seit 1888, der sogenannten Glorious Revolution, die zum ersten Mal die uneingeschränkte Macht des Königs parlamentarisch begrenzt hatte mit Durchsetzung des Prinzips der Volkssouveränität Schrumpf Macht und Einfluss auf die symbolische Funktion der Kontinuität Sicherung zusammen im Bühnenraum des monarchischen Alltags, also innerhalb der vier Wände des Hauses, als dessen Mitglieder sich die weitverzweigte, bei genauer Betrachtung Europa weit verzweigte Verwandtschaft versteht, stehen die Angehörigen vor der Herausforderung, die traditions Verpflichtung mit der innovations Verpflichtung in Einklang zu bringen.

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Darin erweist sich zwar ganz allgemein die Anpassungs, Elastizität jeder sozialen Ordnung und der sie bestimmenden Institutionen.

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Aber in welchem Verhältnis stehen Tradition und Innovation? Wenn sich der funktions Auftrag nicht etwa auf wechselnde Anforderungen auf Klassen oder Institutionen kämpfe, sondern auf das Dasein beschränkt, auf Repräsentation, auf das Versprechen, ewig da zu sein?

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Die Personen, die im Generationenwechsel der Institution ein besonderes Gesicht verleihen und für das kollektive Gedächtnis Erinnerungsfetzen halten, können weder im Insistieren auf dem immer schon geltenden Kontinuität versprechen, in eine Starre verfallen noch den modischen Strömungen des Zeitgeistes nacheifern und in eine geschichtslos sterile Modernität sich stürzen. Aber wie gelingt das, wenn nicht etwa politische Macht und der Kampf der Interessen das Geschehen diktieren? Für den Verlauf der Geschichte bestimmt sind, sondern wenn der Auftrag und damit der Lebenssinn der Königshäuser auf das zusammenschrumpft, was man nennen könnte Dasein als Beruf, repräsentieren als Beruf, Meinungs, Verzicht und mit Blick auf unser Thema Sohn als Beruf oder Thronfolger als Beruf.

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Wir wollen zunächst etwas begrifflich voranstellen, und das machen wir mit den schon erwähnten Altmeistern der Soziologie. Um nachvollziehen zu können, wie unabdingbare Gestaltungsprinzipien der Monarchie mit der Kommunikations, Logik von Liebes und Familienbeziehungen kollidieren, sei zunächst, dass für diese Räume jeweils spezifische bestimmt. Gelten nicht nur in der Lebensführung der Protagonisten unseres Essays, sondern gelten bei allen Personen, die überdies Tendenz Blutsverwandtschaft oder Allianz vorehelichen in den Genuss einer atemberaubend luxuriös ausgestatteten Privilegien Struktur geraten sind, zu deren Kehrseite die Verpflichtung zu kontinuierlicher Status Demonstrationen gehört dem Dienst am Königshaus, der Hingabe an Aktivitäten exemplarischer Wohltätigkeit zum Wohle der Königin.

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Wie Prinzessin an. Die einzige Tochter von Königin Elisabeth, 18 Monate jünger als Prinz Charles, die im übrigen jüngst ihren siebzigsten Geburtstag feierte. So lakonisch wie treffend formulierte ITS all about. Man macht seinen Dienst, und in diesem Dienst heißt es Weitermachen, immer weitermachen. Schauen wir in einem ersten Kapitel auf das Königtum, nicht die verfassungsrechtliche Seite, die ebenso interessant ist, sondern schauen wir auf den Bühnenraum der Monarchie. Manche sprechen von der Firma. Hier geht es seit der Durchsetzung des Prinzips der Volkssouveränität tagtäglich um nichts anderes, als um Kontinuität zu versprechen und um Präsenz.

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Dazu denken müssen wir den Resonanzraum für all das, was im Alltag der Monarchie geschieht. Die öffentlichkeit in der Vielfalt der Medien sorgt ununterbrochen für Erwähnung. Es mag manche überraschen, das ist ein Knochenjob. Mögen noch so viele Paläste und Landsitze Kensington Palast, Schloss, Balmoral oder mögen noch soviel Sommer, Hüte für Empfänge zur Auswahl stehen. Wir werden noch hören, Präsenz, Anwesenheit zeigen also nicht etwa fachliche Kompetenz, sondern Selbstdarstellung. Im Dienst einer exemplarischen Sittlichkeit, für die das Königshaus als Ganzes eintritt, wird intern wie ein beruflicher Auftrag interpretiert, der strategisch für die Reputation Sicherung des Hauses eingesetzt wird.

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Jeder hat gleichsam ein eigenes Königshaus um sich ein Wohltätigkeit orientiertes Team, Elefanten, Schutz, Kinderkrankenhaus, Aids-Hilfe oder was auch immer dabei untereinander in Qualität und Quantität verglichen. Prinz Charles etwa, Erster in der Thronfolge, Vater von William und Harry, gilt als einer der fleißigsten Royals überhaupt.

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Mit landauf, landab über 550 Einsätzen im Jahr. Und was ist die Jopp Definition? Händeschütteln und Orden verleihen.

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Und Tag für Tag, Jahr für Jahr Landsleuten, die sich in Vereinen oder auch ehrenamtlich verdient gemacht haben. Heute würde man sagen als systemrelevant erwiesen, haben diesen Landsleuten pausenlos zurufen Dann on the job. Wir kommen auf das Tätigkeiten profil des Adels, auf das, was man macht, wenn man einfach nur da ist, sogleich zu sprechen. Der Adel, schreibt der Soziologe Georg Simmel vor mehr als hundert Jahren, genießt das Vorrecht, vieles nicht tun zu dürfen. Erarbeitet nicht.

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Er beschäftigt sich. Einige werden sich an das unselige Schicksal des einstigen Verteidigungsministers Freiherr zu Guttenberg erinnern, der mal eben auf die Status Vorteile des Adels, noch die des bürgerlichen Berufs draufsetzen wollte. Bei diesem Vorhaben allerdings in seinem Herkunfts Habitus, den man bekanntlich nicht einfach ablegen kann, wie ein Jackett gleichsam hängenblieb. Der Mann hatte nicht promoviert, er hatte sich mit einer Promotion beschäftigt.

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Zurück zum Königshaus. Das Dasein, Präsenz und gelingende Präsenz zeigen ist nur die eine Seite. Die andere Seite ist die schon angesprochene Ambivalenz der Kooperation mit den Medien. üBer das Händeschütteln muss auch berichtet werden. Drei Merkmale des Königshauses gilt es herauszustellen. Und das deshalb, weil die moderne Monarchie umgeben ist von kontrastierenden Gestaltungsprinzipien des sozialen Lebens. Zu dem wichtigsten Wir haben es schon erwähnt zählt der Erwerb von Anerkennung über erbrachte Leistungen in einem Beruf. Demgegenüber handelt es sich bei dem, was den Angehörigen des Königshauses auferlegt ist, um einen beschäftigt sein, mehr nicht.

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Keine Qualifikation oder gar Kompetenz, keine Fach spezialisiert hat, sondern die Lebensführung beschränkt sich darauf, beständig darzustellen, dass man über die klassischen Tugenden des aristokratischen Lebens verfügt.

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Treue und Kampfbereitschaft im Dienst des Königs, so klang es in früheren Zeiten. übersetzt in die moderne Zeit. Aber genau genommen noch auf die alten Tugenden verweisen. Wäre die Qualifikation als Kunst, schlagfertig zu sein? Geistige und körperliche Wendigkeit zu zeigen, zu bezeichnen? Die eingangs schon erwähnte Prinzessin Ant, Schwester von Charles, in der Thronfolge weit abgeschlagen auf die hinteren Plätze verwiesen, gilt im übrigen als eine Virtuosin schlagfertiger Selbstdarstellung.

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Sportlichkeit und Conversation Fähigkeit wird kultiviert, in Schulungen anerzogen und kommunikativ ständig unter Beweis gestellt, dass alles nicht über Leistungsorientierung erworben, also nicht ergibt, wie die Soziologie es nennt, sondern Skript zugeschrieben auf der Grundlage einer immer schon vorgegebenen Zugehörigkeit.

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Und darauf wollen wir im Folgenden nur am Rande eingehen. Aber erwähnt werden muss es doch vom englischen Steuerzahler üppig, gelegentlich murrend finanziert, also auf der Grundlage einer Art bedingungslosen Grundvermögen.

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Wenn Sie mir die etwas respektlose Anspielung auf eine laufende Debatte verzeihen, institutionalisiertes alltäglich das Charisma. So hatten wir das Königshaus umschrieben. Seine Funktion beschränkt sich auf Repräsentation und mehr noch auf Kontinuität Versprechen. Fragt man weiter, wie angesichts der Endlichkeit des Lebens Kontinuität gewährleistet werden kann, rückt die Genealogie nach vorne.

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Eine Blutsverwandtschaft gedachte Kontinuität, den Glauben also, dass das Charisma qua verwandtschaftliche Zugehörigkeit zum Haus weitergegeben wird. Hieraus leitet sich das zweite Struktur Merkmal des Königshauses ab. Die hierarchische Anordnung der Familienmitglieder man kann auch sagen die Asymmetrie im Verhältnis zueinander mit einer Präferenz für das Charisma des Blutes veranschaulicht im erstgeborenen Kind beziehungsweise einer im Kern durch die männlichen Nachfolger vorgegebenen Reihenfolge.

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Diese jahrhundertealte Regel wurde im übrigen durch einen Parlamentsentscheidung im Jahre 2011 erst geändert. Die sozialen Beziehungen untereinander sind somit über determiniert.

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Zum einen über den institutionellen Auftrag, das Königshaus als Träger einer exemplarischen Sittlichkeit und Güte zu präsentieren, zum anderen über die eingebaute und korrigierbar Asymmetrie in der Position möglicher Nachfolger. Das berühmte Göthe Wort.

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Was du ererbt von deinen Vätern, erwirbt es, um es zu besitzen, in die seelische Befindlichkeit eines Kindes, eines Heranwachsenden aus dem Adelsmayr übersetzt hieße somit Was du ererbt von deinen Vätern, besitz du schon längst hast du es erworben.

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Was für eine grandiose Verführung zur Devant, zum lässigen bis nachlässigen Warten auf den Moment der Nachfolge. Die Geschichte der Königshäuser kennt nicht nur Biografien exemplarischer Sittlichkeit. Die Missbrauchsvorwürfe um Prinz Andrew, zweiter Sohn und drittes Kind von Königin Elisabeth, seien an dieser Stelle kurz erwähnt. Als drittes Merkmal merken wir uns die Bereitschaft zum Verzicht auf eigene Meinung. Genau genommen ist das eine Implikation des Kontinuität, des Versprechens. Sie rückt die Monarchie von vornherein aus dem politischen Tagesgeschehen heraus, transzendiert die dauerhafte, im politischen Interessen Kampf zum Ausdruck kommende notwendige Gegensätzlichkeit der Gestaltungs Vorhaben im Umkreis von Frieden und Gerechtigkeit, dass die Politik systematisch bedeutsame ewige Ziele, um das gerungen wird.

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Unser nächstes Kapitel widmet sich den Struktur Merkmalen, die für den kommunikationsraum Liebe, Partnerschaft, Familie bestimmend sind. Auch hier beschränken wir uns Abkürzen auf drei.

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Sie sind handlungs wirksam, besonders in der modernen Gesellschaft einer Gesellschaft, die einen gigantischen Entwicklungsschub dadurch erfahren hat, dass im Verhältnis von Verwandtschaft und Familie die sanctions Zuständigkeit der Herkunftsfamilie erloschen ist. Normativ gilt Jedes Paar macht sein eigenes Ding, um es etwas salopp zu formulieren.

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Sowohl Partnerwahl als auch die Entscheidung für oder gegen eine Familiengründung, so wie im Falle der Familiengründung. Die Frage nach der Erziehung der Kinder obliegt der Gestaltungs, Autonomie des Paares und niemandem sonst. Nun? Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer.

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Schon dieser Befund, von dem nur das bäuerliche Milieu Familienunternehmen und unser Thema, die Aristokratie, eine Ausnahme bilden, lässt erahnen, dass moderne Königshäuser durch die Konfrontation mit modernen Vorstellungen von Liebe, Partnerschaft und Familie von einer besonderen Dynamik erfasst sind, wodurch nicht vorgegebene Asymmetrie, sondern Symmetrie erstes Merkmal nicht Hierarchie, sondern Gleichrangigkeit nicht vorrangig keit und Nachdenklichkeit in der Geschwister Reihenfolge, sondern affektive Gleichrangigkeit unter den Nachkommen.

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Zweites Merkmal zählen zu den Gestaltungsprinzipien und alles gebündelt, drittens im wechselseitig zugestandenen Anspruch auf Authentizität. Die Partner wie die Kinder erscheinen nicht als Träger eines institutionellen Auftrags, vielmehr als Personen mit einem Anspruch auf Authentizität. Im Horizont eines auf demonstrative Perfektion, auf die Bewährung des königlichen Charisma ausgerichteten höfischen Lebens erscheinen somit die Stationen Partnerwahl, Eheschließung und Kindererziehung als Kristallisation, Orte einer besonderen Dynamik für die Institution Orte der Bewährung, für die Personen anspruchsvolle Herausforderungen im Hinblick auf die eigenen Gestaltungs, Wünsche und die Verpflichtung dem Haus gegenüber.

[00:16:00]

Ist es nach all dem Gesagten überhaupt sinnvoll, von einer Krise der Monarchie zu sprechen? Ja und nein.

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Gewiss ist der hier aufgezeigte Konflikt zwischen Status, Orientierung und Person Orientierung zwischen der personalen Ebene einer authentischen Liebe sowie dem Anspruch auf Privatheit einerseits und dem Verpflichtung Kanun, den die Institution auferlegt Dauerpräsenz und Privatheit, Verzicht in der Generationenfolge der Herrscherhäuser geradezu eingebaut. Ja, man darf nicht übersehen, dass in der Unvereinbarkeit zweier Gestaltungsprinzipien sogar ein enormes Potenzial für die anpassungs Elastizität der Monarchie liegt. Wollte man also überhaupt von einer Krise sprechen, dann wäre es eine, die eher die kulturelle Bedeutung der Institution sichern hilft.

[00:16:59]

Aber ein Einwand liegt nahe. Denn zweifellos gewinnt die angesprochene, geradezu immanente Gegensätzlichkeit an Bedeutung. Je Milieu heterogener die Partnerwahl verläuft, je weniger skandalös es erscheint, wenn sich die Aristokratie nicht auf eine selbst Rekrutierung zukünftiger Angehöriger beschränkt, sondern die Personen aus bürgerlichen, mehr Kommens, Milieus oder wie im Falle Macmillans aus dem unteren Mittelstand stammen, wie es anspielungsreich von den erfahrenen Beratern des Palastes formuliert wurde. schikanös Lot of budget. Damit sind wir bei unserem Paar nicht ganz Wie eingangs angekündigt, lässt sich die Geschichte der beiden ohne die Vorgeschichte von Harris und Williams Eltern Prinz Charles und Prinzessin Diana überhaupt nicht rekonstruieren.

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Kaum muss man daran erinnern, als Prinzessin Diana 1997 auf der Flucht vor Sensationsgier Paparazzi in Paris verstarb, waren William 16 und Harry 13 Jahre alt. Die Ehe mit Prinz Charles war seit einem Jahr geschieden. Es wäre eine eigene Sendung, dem Scheitern der innovationsprozesse nachzugehen, die mit der Eheschließung von Charles und Diana, die im englischen Königshaus gleichsam frei Haus geliefert wurde, in unzureichender Verkürzung dazu. An dieser Stelle nur zwei Hinweise, die ganz nebenbei auch verdeutlichen, wie aufschlussreich die hier in Anspruch genommene soziologische Begrifflichkeit sein kann.

[00:18:42]

Charles, der vorgesehene Thronfolger, dessen Leben verstreicht, ohne die Chance einer Bewährung im Amt, beschränkt sich auf die Konformität gegenüber der Institution. Folgt in der affektiven Wahrnehmung seiner Partnerwahl also Diana, dem Mätressen Modell aus den Zeiten vormoderner königlicher Partner Beziehungen, heiratet Indiana, die Mutter seiner Kinder. Am Tag der Eheschließung telefoniert er ausgiebig mit seiner Freundin aus den Jugendtagen, Camilla Parker Bowles, der Frau, die er nach dem Tod von Diana heiraten wird. Auf die Frage, ob er verliebt sei, erfolgt die berühmte Antwort What ever means alive to you Interpretation?

[00:19:31]

Charles beschränkt sich auf die artikulationen Amtsjahres ethischer Verpflichtung, bleibt in der Ehe affektiv gehemmt, und nur wenige Monate erfahren die Eheleute eine wechselseitige Zuneigung im Schicksal von Diana.

[00:19:48]

Wiederum lässt sich ein Vorgang beobachten, der in seiner Entstehungsgeschichte, also im Hinblick auf den Anfang, schwer zu beurteilen ist. Das personale Charisma tritt bei allen Auftritten zunehmend in den Vordergrund, also nicht, wie er es formuliert hatte. Jetzt baut Surfing. Wahrgenommen wird die Yana nicht als Frau des möglichen Thronfolgers, sondern als ein glamouröser Star. Eine Frau, der der Aufstieg in die Status Ränge der Prominenz gelungen ist. Wir können hier nicht verfolgen, wem das zuzurechnen ist einer medialen Aufmerksamkeit, die die Vorgänge im Königshaus notorisch skandalisieren will, oder einer Reaktion auf das institutionelle Korsett, indem ihr Ehemann ihr begegnet ist und authentisch, steif und versessen auf die Konformität gegenüber den Anforderungen der Institutionen.

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Wie dem auch sei, bewusst oder unbewusst beginnt. In dieser Konstellation die Geschichte von Harry und Megan. Sie ist in hohem Maße überschattet von dem Trauma, das der pubertierende Junge durch den plötzlichen Tod seiner Mutter erlitten hat. Einer Mutter, die als Antwort auf das Scheitern der eigenen Ehe in ihren Kindern, besonders im zweit geborenen Sohn Harry, einen Trost gefunden hatte. Die hingegen nach ihrer Scheidung als Medien Prominente in eine glamouröse Welt sich zunehmend hat ziehen lassen, die kaum noch Bezüge zur Repräsentation der Verpflichtungen des Königshauses aufwies.

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Und es kommt hinzu Die Position in der Reihenfolge der Thronfolger Harry Sexta wird ein starkes Motiv, sich von den Aufgaben als Sinha Roy zurückzuziehen und auf den Titel Königliche Hoheit zu verzichten. Ausdruck eines Authentizität des Wunsches. Und je nachhaltiger infolgedessen die Einschränkungen sind, die Harry im Gegensatz zu seinem Bruder William bei seinen eigenen Charity Projekten hinnehmen muss.

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Man stelle sich vor, wie alle männlichen Nachkommen erfolgt auch bei Harry eine Ausbildungszeit beim Militär. Man liest Harry war im Krieg in Afghanistan eingesetzt. Neben ihm steht der institutionell vorgeschriebene PP, der Personal Protection Officer, da ein Auge darauf hatte, dass dem möglichen Thronfolger nichts geschieht. Harry war Soldat, aber er hat doch Soldat, also unter Landsleuten, die bereit sind, ihr Leben zu opfern. Den Soldaten doch nur gespielt? In einer solchen Situation kontinuierlicher Authentizität Einbußen gewinnt die Aussicht, sich der Verpflichtung des Hauses vollständig zu entziehen, dann an Fahrt, wenn die Partnerin mengen mit dem aktivistische optimistischen Pathos ihres Berufes und getragen vom beharrlichen Aufstiegswillen ihres Milieus die Initiative ergreift, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein gemeinsames, authentisches Leben zu beginnen.

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Harrys Geschichte berührt möglicherweise auch deshalb, weil die in hohem Maße nachvollziehbaren Gründe, auf den Titel des königlichen Seniors zu verzichten. Die Vorgeschichte die Existenz eines Mitglied des Königshauses nicht tilgen können. Man kann nicht nicht Königshaus Angehöriger sein. So ließe sich die berühmte Formulierung des Kommunikationstheorie Oetkers Watzlawick modifizieren. Schließlich riskiert der radikale Auszug aus dem Bühnenraum der Monarchie auch einen Bruch mit dem Vermächtnis seiner Mutter, an deren authentisches Engagement gerade Harry als der jüngere der beiden Söhne so stimmig angeschlossen hat.

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Und sich darüber mit den verzweifelten exaltation seiner Mutter versöhnt hat. Sie setzte sich bekanntlich ein für ein weltweites Landminen Verbot. Invictus Games heißen die Spiele, sportliche Wettkämpfe für Sport, versehrte Soldaten, die Prinz Harry 2014 ins Leben gerufen hatte, die ähnlich wie die Paralympics Menschen mit Körper Traumata zusammenführt, die über den Sport von den dunkelsten Orten ins Leben zurückgeführt werden sollen. Nicht mehr Invictus Games, sondern Black Lives Metals so lautet die Konstruktion einer gemeinsamen Wirklichkeit, die das Paar in den Vereinigten Staaten beginnt zu entwerfen.

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Es gehört zur hier angesprochenen Logik, dass wir nun auch sagen können Ihre Geschichte ist nicht zu Ende, wir werden mehr erfahren. Kommen wir zum Schluss unserer Betrachtung noch einmal auf das Wartezimmer beim Zahnarzt. Wer sind wir, die Beobachter? Wieso kommt es überhaupt zu einer geradezu kontinuierlichen Aufmerksamkeit auf die Prominenz, also auf Personenkreise, die dem Alltags Menschen ausschließlich dadurch bekannt sind, dass sie erwähnt werden? Der Mikrokosmos des Königshauses mit seinem glamourösen Außen, mit den Postkarten Arrangements auf dem Balkon des Buckingham Palast übernimmt eine wichtige Funktion.

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Eine latente und gerade darin wirksame dazu sei eine weitere Einsicht der Soziologie eigentlich der Anthropologie erinnert trivial wie das Königshaus, aber bedeutsam und folgenreich. Die Selbstdefinition des Menschen ist ohne Bezugnahme auf andere nicht denkbar. Im Lichte der anderen sehen wir uns selbst. Bevor das Kind die Personalpronomina Wendung ich gebraucht, spricht es bekanntlich aus der Perspektive der Menschen, die es umgeben. Menschen vollziehen, mit anderen Worten ihr Leben im SPIEGEL des Gegenüber. Der Königshof nicht zwingend. Der Königshof, aber eben auch der Königshof ist Referenzrahmen für die Reflexion auf die Trivialität des eigenen Lebens, auf die alltägliche Plackerei, auf die Höhen und Tiefen des eigenen Lebens.

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Referenz in zweierlei Hinsicht. Er eröffnet die Möglichkeit, Wünsche und Hoffnungen in die demonstrierte Lebens Perfektion zu projizieren. Harmlos natürlich und anpasser. Mein Gott, hast du das Kleid von morgen gesehen? Dieser Schnitt, dieses Blau ist das von der Backe.

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Oder ist das von Mary McCarthy entworfen oder umgekehrt als Ernüchterung oder gar Trost durch den Blick auf Scham ein Skandal evin in the Royal Family das nicht Gelingen von Familienbeziehungen, das nicht gelingende Kindererziehung, Scheidung, kleine und große Skandale all dies füllt die Seiten der Gazetten und stets auch der seriösen Medien. Das sind Nachrichten, die sich zu der wiederum trivialen Gewissheit bündeln lassen, dass Vermögen und Reichtum von Schicksalsschlägen nicht schützen.

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Sogar die Angehörigen der Königshäuser selber kommen ohne die Bezugnahme auf die SPIEGEL, die idealisierten Bilder ihrer selbst, in denen sie sich darstellen und in denen sie dargestellt sich sehen, nicht aus. Und all dies gewollt und ungewollt, um im lebenslangen Bemühen um Authentizität für das Gegenüber glaubhaft zu sein.

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Im Lichte dieser wie soll man es nun nennen Max Weber würde sagen Kultur Bedeutsamkeit des Königshauses zieht gerade das Abenteuer von Harry Mengen, das vor allen Dingen Frieden, wie der Titel der in diesen Tagen erschienenen Biografie lautet. Besondere Aufmerksamkeit auf sich. Wir sind nicht auf Shakespeares Bühne, aber der Rückzug aus der Position der Royals hat durchaus tragische Dimensionen. Man kann nicht nicht königlich sein. You cant get kak. Entlarvend Das normative Gewicht einer Institution, deren Philosophie man in Kindheit und Jugend Tag für Tag verinnerlicht hat, lässt sich nicht ablegen wie die Uniform der Royal Navy, in der sich Prinz Harry jahrelang gern gezeigt hatte, sich dem Blitzlichtgewitter entziehen und ein Leben jenseits der massenmedialen Dauerbeobachtung zu führen, der Rivalität mit dem Bruder William aus dem Wege ging.

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Das Vorhaben einer Existenzgründung in den USA erinnert so an das Motiv juveniler Aussteiger, die sich ans Ende der Welt begeben. Australien etwa, um sich den Zumutungen der erwachsenen Welt zu entziehen.

[00:29:19]

Ob es gelingt, sich dem Diktat der Institutionen zu entziehen? Dazu kann die Soziologie Fragezeichen setzen. Aber jenseits dessen wünschen wir dem Paar und ACI einen guten Start.

[00:29:34]

Das war die SRF 2 Aula heute mit dem Thema der McFit und die Krise des britischen Königshauses. Sie hörten einen Vortrag des Soziologen Professor Tilman Allard. Sie können diese und alle anderen Aula Vorträge wie immer nach Hören und Nachlesen.

[00:29:47]

Infos dazu finden Sie auf der Homepage www. Svea 2D Schrägstrich wissen.. Die Welt verstehen. Jeden Tag SWR 2 Wissen, Manuskripte und weiterführende Informationen zu unserem Podcast und den einzelnen Folgen gibt es unter SWR 2 wissen. De.