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SWR 2 wissen.. Ich würde mal weiter Geld in einen anderen Bericht an dieser Frage Ergotherapeutin Katja Steinert spricht mit drei Frauen und zwei Männern im Dresdner Altenheim Kultus.

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Die Bewohnerinnen und Bewohner sind zwischen 65 und 95 Jahre alt. Heute Vormittag findet für sie die sogenannte Mags Therapie statt. Diese Gruppenstunden soll leicht an Demenz erkrankte Menschen ohne Medikamente anregen und aktivieren. Mit Gedächtnistraining, gemeinsamem Kuchenbacken, Bewegungsübungen und anderen Dingen des täglichen Lebens.

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Roboter im Altenheim von Silvia Platzl.

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Mal sehen, wie die Sterbende heute für Sie steht. Das ist sehr wichtig für uns, um zu wissen, wie.

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Die Zeitungshaus ist ein Bestandteil der Therapie und wird heute begleitet von Anna, einem Roboter. Anna steht in dem kleinen Raum neben Katja Steinert. Die Roboter Stimme trägt Artikel vor, die die Techniker heute Morgen eingegeben haben.

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Kategorie Gesundheit haben wir heute viel Energie, die ungenutzt in ihnen schlummert, und Sie diese Energie bei Sport und Spiel. Abund haben Sie Spaß?

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Der Roboter Anna ist etwa einen Meter sechzig hoch und sieht aus wie eine übergroße Halma Figur. Auf dem cremefarbenen, kegelförmigen Unterbau dreht sich ein durchsichtiger Kohlkopf hin und her. Zwei nachgebildete Augen im Inneren dieser Kugel sind ständig in Bewegung, auf der Suche nach einem Dialogpartner. Leuchtdioden blinken immer wieder auf, um Aufmerksamkeit zu erwecken und zu signalisieren. Obenauf ist eine 3D Kamera angebracht, die, sich schwenkend und neigend, alle Aktionen und Reaktionen rund um aufzeichnet. Und am Rücken trägt der Roboter einen großen Bildschirm, an dem auch schon mit ihm scart gespielt wurde.

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Anna kommt regelmäßig hierher und soll die Therapie unterstützen. Einem Mann gefällt das.

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Ich kenne nur drei Frauen, meinen, so ein Roboter sei eben ein Roboter.

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Aber allgemein kommt die Diskussion besser. Unterhalten wir uns vom Hundertsten ins Tausendste, kann die alleine machen.

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Doch irgendwo draußen auf dem Gang zwitschern Wellensittiche in einem Käfig, und vor dem Therapie steht Mandy Müller, die dieses Haus des Dresdner Senioren Pflegeheims der Kultus gGmbH leitet. Von Anna hält sie viel.

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Sie ist ein Roboter, der unterstützend tätig ist und aktiv am Bewohner handelt. Und das ist mir halt schon einfach. Wichtig ist soll nutzen für den Bewohner und sein Nutzen von Mitarbeiter. Genau deswegen.

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Anna zeichnet Audio und Bilddateien auf, und die beteiligten Fachleute sehen sich das Material regelmäßig an, um herauszufinden, ob der Roboter eine stimulierende Wirkung auf die leicht dementen Frauen und Männer hat. Kann die Ergotherapeutin aufmerksamer bei den Menschen sein? Weil Anna sie entlastet, sie zum Beispiel nicht selbst laut vorlesen muss?

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Eine sogenannte Fußgruppe möchte erforschen, ob der Roboter die Demenz Therapie bereichert.

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Auch Anna rollt jetzt fast lautlos aus dem Therapy Raum und wendet sich einem der Informatiker zu. Frank Bahman von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden.

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Sie kommt mir irgendwie bekannt vor.

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Der Roboter versucht irgendwie auf natürliche Art und Weise, mit dem Menschen, der vor ihm steht, zu interagieren. Und die Therapeuten, Angestellten und Bewohner müssen stückweise verstehen. Wie funktioniert die Entwicklung von so einem Proporzsystem? Was kann man sich wünschen? Was ist umsetzbar? Was können wir möglichst schnell sinnvoll in die Praxis einbringen? Das ist ein Mehrwert bringt.

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Gleichzeitig sollen die Informatiker begreifen, wofür ein Roboter wie Anna eingesetzt werden kann und welche Technik dafür geeignet ist. Die Entwickler müssen den genauen Alltags und Pflegebedarf. Personen kennen, die sie unterstützen wollen. Frank Bahman erklärt, was das für Anna in der Demenz Therapie bedeutet.

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Die Problematik, die Interaktion zu verstehen mit den Menschen, mit kognitiven Einschränkungen. Da das schon sehr stark von dem abweicht, was normale Mensch-Maschine Kommunikation ausmacht irgendwie kann man eben nicht zu normalen Indikatoren benutzen, um das herauszubekommen.

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Zwei Szenarien sorgen unter dem plakativen Schlagwort Pflege Roboter für aufgeregte Diskussionen. Einmal sind von Informatikern programmierte sogenannte Systeme im Einsatz für alte und kranke Menschen, gehen auf sie ein und übernehmen eine klar definierte Aufgabe. Das andere Mal sind selbstgefällige, selbst lernende Maschinen am Werk, die gerade hilfebedürftige Menschen eher entmündigen, als ihnen zu dienen.

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Die meisten kennen durch die Medien, dass Roboter TIR Paro eine plüschige, knuffige Robbe und den humanoiden der menschlichen Gestalt nachempfundenen und sehr kindlich auftretenden Pepper mit großen Glubschaugen und einem Touchscreen vor der Brust. Er stellt sich in einem Internet-Video im YouTube-Kanal selbst vor.

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Die japanische Firma Softbank Robotics hat Pepper entwickelt.

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Er wurde in Paris gefertigt, und viele Informatiker weltweit arbeiten nun mit ihm weiter.

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In Halle an der Saale etwa wurde der Pepper Roboter in Tear umbenannt und soll jetzt Patienten zu ihrer Mert Untersuchung begleiten. Immer mehr solcher Computersysteme verlassen die Labore. Sie können Medikamente bringen, beim Aufrichten helfen, den Notdienst alarmieren. Roni von der Hochschule Niederrhein unterstützt beim Anziehen und leert den Mülleimer. August Der Smarte übernimmt Zitz Wachen, und der virtuelle Billy aus Bielefeld möchte dabei assistieren.

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Die Tage gut zu strukturieren, all dies ist in zahlreichen YouTube-Videos im Internet zu sehen. Hallo!

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Hast du kurz Zeit? Ja, ich habe Zeit. Dann gehen wir jetzt den Rest dieser Woche durch. Gut. Mittwoch um 9 Uhr ist Frühstück, um 16.30 hast du Geld? Ich habe noch einen Termin. Gut. Also ein neuer Trainer möchte am Mittwoch gerne schwimmen gehen. Gut, okay.

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Inzwischen stehen auch im Bundestag die Pflege Roboter auf der Agenda. Es geht um die technischen Möglichkeiten und die Grenzen ihrer Anwendung. Zum einen möchte die Bundesregierung die zweckmäßige Weiterentwicklung der Technik fördern. In ihrer neuen Pflege Praxis Zentren in Hannover, Freiburg, Nürnberg und Berlin wird in den nächsten Jahren die Zukunft der pflegerischen Versorgung erprobt von Robotern, die desinfizieren oder Patienten im Krankenhaus begleiten.

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üBer Pflegebetten, die mit Sensorik die Liegeposition der Patienten anpassen, bis hin zur besseren Vernetzung von Kliniken, Altenheimen und der ambulanten Pflege.

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Zum anderen erfordert der rasante technische Fortschritt eindeutige politische Richtlinien, juristische Regelungen und die Klärung ethischer Fragen. Bei einem komplexen Thema wie den Pflege Robotern berät auch der Deutsche Ethikrat dem Bundestag. Adelheid Kohlmeise Medizin, Soziologin und Gerontologie AN ist dort Mitglied.

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Ich bin sehr kritisch, was Technik angeht. Und doch, denke ich, ist jetzt die Zeit angebrochen, wo wir alle eigentlich auch sehen können. Wenn wir es richtig und gut machen, könnte die Technik uns helfen.

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Adelheid Kohlmeier leitet das Institut für Medizin Soziologie an der Berliner Charité. Sie betont, dass ein solcher Technik Einsatz einen Versicherungs und Datenschutz benötigt, aber auch ganz eigene Kontrollinstanzen.

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Der Professorin schwebt ein TüV für die Pflege Robotik vor. Der neu entwickelte Systeme erst freigeben muss, gekoppelt an die Auflage an die Techniker, sich mit ihrem Computersystem gleich den Menschen und ihrem Alltag zu stellen. Und noch viel genauer zu prüfen, welche rechtlichen und auch ethischen Aspekte und Probleme sie berühren.

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Die ethische Frage ist für mich Wem dient diese Technik anwenden. Und sie muss in erster Linie natürlich den Betroffenen dienen.

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Die Gerontologie orientiert sich an positiven Alters Bildern. Der Erhalt der Selbstständigkeit im Alter ist ihr Wegweiser. Eine richtige und gute Technik unterstützt also die Autonomie der Person, die Hilfe braucht. Das Institut für Medizin, Soziologie. Selbst seit Jahren das Arbeiten mit Tablets in Pflegeheimen an Demenz Erkrankte schauen dabei Fotos aus ihrem früheren Leben und Fotos vom Ausflug des Vortags an. Und diese Fotos werden durch gleiche oder ähnliche Alltags Erlebnisse miteinander verknüpft. Das regt das beeinträchtigte Kurzzeitgedächtnis der Erkrankten oft wieder an.

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Ein Computersystem kann dann spezielle Fotogalerie zusammenstellen und weitere Angebote machen.

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Stellen Sie sich ein Memory Spiel vor, dass, wenn es Patientinnen und Patienten an einem Tag mal nicht so gut geht, automatisch der Computer auf ein niedrigeres Level umschaltet, das dann für den Patienten das Signal Es richtig gemacht. Für uns aber auch ein Signal aus Achtung der Gesundheits respektive Krankheit Zustand desjenigen verändert sich jetzt vielleicht achte insbesondere auf diesen Patienten. Und dann könnten wir, ohne dass wir diesen Patienten einer erneuten Diagnostik unterziehen. Solche Informationen bekommen.

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Es ist eine Gratwanderung Wie lange und auf welche Weise fördert ein sogenanntes selbst lernendes Computersystem die Autonomie einer Person? Eine Maschine, die diese Person analysiert, die ihr Verhalten, ihre Bewegungen, ihre Gestik und Mimik und ihre äußerungen aufnimmt. Daraus Schlüsse zieht und dann nach technischen Vorgaben eigenständig handelt. Im besten Fall wiederum im Sinne dieser Person mit ihr. Die Fachleute nennen Es kollaborieren. Mensch und Maschine interagieren und arbeiten direkt zusammen mit gemeinsamen Zielen und unter Zielen. Welche selbstbestimmte Rolle dabei der Mensch?

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Welche Rolle die Maschine einnimmt, kann nur für jeden Einzelfall immer wieder neu abgewogen werden. Gerade bei Menschen, deren Körper und Geist alters oder krankheitsbedingt nachlassen. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesforschungsministeriums im Jahr 2015 ergab, dass 26 Prozent der befragten Deutschen sich vorstellen können, von Robotern gepflegt zu werden. Die Landbevölkerung zeigt sich dabei insgesamt aufgeschlossener für neue Technologien als Städter und Städter. In der Studie Mein Freund, der Roboter des Berliner Instituts für Sozialforschung sagten 2011 bereits 52 Prozent der beteiligten Seniorinnen und Senioren, sie würden Service Roboter im Alltag akzeptieren.

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Diese sollten allerdings einfach zu bedienen und robust konstruiert sein und sich auf schwindende Fähigkeiten einstellen. Viele Menschen äußern gleichzeitig aber auch die Sorge, von einer Maschine abhängig zu werden.

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In einer Seniorenresidenz, die nicht genannt werden möchte, ist gerade Mittagszeit und einige Seniorinnen und Senioren essen im Café. Andere werden auf den Stationen oder in ihren Zimmern versorgt. Eine Pflegekraft kann sich nicht wirklich vorstellen, diese Essensausgabe einmal an eine Maschine abzugeben.

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Die Zeit ist ja so schon zwischen den Bewohnern und uns begrenzt. Muss ich keine halbe Stunde mit hinsetzen oder irgendwas? Die Bewohner sind aber trotzdem dankbar, dass man da sind und das machen, was wir brauchen. Wenn ich mir vorstelle, dass jemand, der nichts Menschliches an sich hat, ja, da hätte vielleicht mehr Zeit können, eine halbe Stunde vielleicht dort stehen. Aber so an sich kann ich mir nicht vorstellen.

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Die Pflegedienstleiterin des Hauses ist etwas aufgeschlossener. Sie hat darüber nachgedacht, was sie von der sogenannten assistieren denn Robotertechnik im Alltag erwartet.

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Im Bereich des sinn. finden im Leben, im Alter die Einsamkeit zu bekämpfen. Das mit dem Zimmer ist, einfach dort präsent ist und vielleicht auch im Notfall Hilfe holen kann. Hilfe holen kann die Fachkraft holen kann, das man dann einfach sicherer ist. In seinem Dasein nicht Angst haben muss. Was passiert jetzt, wenn ich stürze? Oder wenn wir es jetzt plötzlich schlecht geht? Und natürlich die Beschäftigung am Tag. Nichts ist schlimmer, wie wenn man den ganzen Tag an die weiße Wand guckt oder in den Fernseher guckt.

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Man sollte mehr oder Freund des Aussatz werden, den man im Alter vielleicht verloren hat.

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An welcher Stelle Roboter die Pflegekräfte entlasten und am Ende womöglich sogar ersetzen sollen, ist die derzeit am meisten diskutierte Frage. Ende 2018 erschien dazu ein wissenschaftlicher Sammelband mit den aktuellen technischen, sozialen und ethischen Standpunkten. Unter dem Titel Pflege Roboter der österreichische Geriatrie.

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Professor Christoph Giesinger schreibt darin Die Frage ist nicht ob, sondern wie genau und wann intelligente, autonome technische Systeme bei der Unterstützung von Menschen mit erhöhtem Risiko von oder bereits tatsächlich eingetretene Pflegebedürftigkeit eine wichtige Rolle spielen werden. Die Vorstellung, dass ein dann als Pflege Roboter bezeichnete System genau die Tätigkeit einer Pflegeperson abbildet, erscheint jedoch naiv.

[00:15:13]

Für die EU Forschungsprojekte Hobbit und Strassennetz beobachtet die Giesinger ab dem Jahr 2011. Im Großraum Wien assistieren der Roboter Systeme in einer Pflege und Rehabilitation, Einrichtung und in Privatwohnungen, in denen Personen leben, die über 70 Jahre alt sind. Die Roboter übernahmen Aufgaben von der Notfall Erkennung bei den Alleinlebenden bis zum Schrittmacher einer Nordic Walking Gruppe in einem Pflegeheim. Die Maschine fuhr voraus durchs Gebäude und animierte Patientinnen und Patienten mit einer fortgeschrittenen Demenz durch Vander Lieder zum Mitsingen und rhythmisierte Irrgang.

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Bild Christoph Giesinger stellte grundsätzlich eine Akzeptanz für solche Assistenten fest und hält ihren Einsatz auch für praktikabel.

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Die Vorstellung, dass Roboter physische Kraft erfordern, die Tätigkeiten übernehmen, zweifelt er jedoch an. Die pflegebedürftigen Personen seien dafür mit im Durchschnitt mindestens 75 Kilo zu schwer.

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Daher erscheinen Pfleger Roboter mit Aufgaben in den Bereichen Sicherheit, Therapie, Holen und bringen Vermittlung von Erlebnissen, Information, Kommunikation und Unterhaltung. In absehbarer Zeit eher realisierbar.

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Der Ausgangspunkt ist immer die Lebenswelt des Einzelnen. Wir gucken uns genau an Wie sieht eigentlich das Leben einer zunehmend hilfsbedürftigen Person aus?

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So beschreibt es der Sozialarbeiter Ulrich Bionic, der sich darauf spezialisiert hat, neue Angebote in der Altenhilfe aufzubauen.

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Wir gucken dann Wo können wir sozusagen Technik einsetzen, damit die Personen erst einmal autonomer und selbstbestimmter agieren kann? Wie können wir über Technik als Hilfsmittel jemanden in seiner Selbsthilfe Kompetenzen stärken?

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Ulrich Lunik arbeitet in Bielefeld in der Unternehmensentwicklung der Altenhilfe Bethel, der von Bodelschwingh Stiftungen Bethel. Er saß im Beirat des EU-Projekts Trans.

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Den Roboter Pepper, der sich auf YouTube selbst auf Englisch vorstellt, haben Janik und seine Kolleginnen und Kollegen bei einer Firmen Präsentation in Deutschland kennengelernt.

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In dem Video der Firma Tech Inside bietet der Roboter an, ihm Fragen zu stellen. Ein solches Dialogue Angebot finden auch alte Menschen unterhaltsam.

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Wir haben überlegt, ob man Pepper zum Beispiel in einem Gemeinschaftsraum testweise einsetzen könnte, um.

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Für Präsenz zu sorgen oder aber, dass Pepper auf Gefahren Momente hinweist Abweichungen von der Regel. Da ist ein Stuhl umgefallen, da ist Flüssigkeit auf dem Boden. Aber soweit ist das System im Augenblick noch nicht.

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Seit 2010 prüft Ulrich Bionic für Bethel, ob und wie nicht nur Robotik, sondern auch spezielle Technik in Pflege und Betreuung eingesetzt werden kann.

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Altenheim Leiterin Birgit Michels Rihs hat dies ab 2011 vor Ort begleitet. Mit neuer digitaler Technik in einem neu gebauten Haus, dem Seniorenzentrum Bray Pohls Hof.

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Die beiden treffen sich zu einer Bestandsaufnahme Sicherheit, Assistenz und Kommunikation. Was ist hilfreich für den Bewohner und was unterstützt die Mitarbeiter?

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Es beginnt mit Bewegungsmeldern im Zimmer, die eine stark Sturz gefährdete Person nach einem schweren Infekt vor einem Schutzgitter am Bett bewahren. Setzt sich diese Person auf die Bettkante, wird ein Licht Ruf! Im Dienstzimmer und auf dem Telefon der Pflegekraft ausgelöst. Und diese kann ins Zimmer kommen, wenn für die Bewohner der richtige Zeitpunkt ist, um zur Toilette begleitet zu werden. Bei manchen Demenzpatienten wäre auch ein Kontakt möglich, von dem wir wissen Der verlässt nachts manchmal sein Zimmer.

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Aber wir würden immer die Bevollmächtigten darüber informieren und deren Einverständnis einholen.

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Nur wenn ich weiß, durch den Einsatz eines Bewegungs oder Präsenz Melzers kann ein Sturz, Ereignis oder eine drohende Gefahr abgewendet werden.

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Nur dann würde ich auch Sensorik einsetzen.

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Für die Beatle Fachkräfte geht es darum, eine zeitliche Lücke zu schließen, sei es im Notfall oder für die Zeit, in der gerade kein Pfleger oder keine Pflegerin bei den Bewohnern sein und sich persönlich kümmern kann. Diese Phase kann ein technisches System begleiten, sie wäre sonst nicht abgedeckt.

[00:19:46]

Das gilt für den Typ Contact wie für die Roboter Robbe Paro. Wird Paro gestreichelt, hört man Geräusche, und die Robbe sucht durch ihre Augenbewegungen auch Blickkontakt.

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Es gibt auch Therapie Hunde, die regelmäßig in die Einrichtung kommen. Aber Paro bleibt solange in einem Kontakt, mit dem Menschen wie der Ehrenamtliche ist. Dort lässt der Hund sagt Irgendwann ist genug und geht weiter. Dadurch ist es gelungen, Bewohner zu erreichen, die wir sonst nicht erreicht hätten.

[00:20:12]

Richtig eingesetzt, soll jedes maschinelles System jedem Menschen individuell behilflich sein. Defizite ausgleichen, Kompetenzen stärken, das Personal entlasten. Zum Beispiel auch jetzt in der Coruna Pandemie. Birgit Michels Rihs kann sich gut vorstellen, dass ein Roboter im Eingangsbereich eines Heimes den Besucherinnen und Besuchern die Hygienevorschriften erklärt und ihre Körpertemperatur misst, wie es gerade in einem Seniorenheim in Linz in öSTERREICH getestet wird. Ist ein Roboter im Haus unterwegs, könnte er die Menschen immer wieder daran erinnern, den gebotenen Abstand zu wahren.

[00:20:49]

Eine aktuelle Robotik Idee aus Thailand mit ferngesteuerten Carin, die den Patientinnen und Patienten Essen und Medikamente bringen, ist für die deutsche Heimleiterin allerdings keine Option. Denn der menschliche Kontakt sei in dieser Situation wichtiger. Ständig müssen neue Möglichkeiten ausgelotet und Grenzen gezogen werden. Denn die technische Entwicklung geht weiter.

[00:21:11]

Hallo? Hast du kurz Zeit?

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Und dann sagte Billy Was gar nicht für dich tun. Helga Berg, 70 Jahre alt. Sie erzählt, dass sie Billy, eine virtuelle Gestalt, zwei Wochen lang in ihrer Privatwohnung zu Gast hatte. Billy steckte in einer Art Schrank, haßten und sprach wie eine Comicfigur mit menschlichen Zügen aus einem Bildschirm heraus.

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Billy ist der Alltages Assistent, der mir dazu verhelfen sollte, meine Tagesstruktur irgendwie zu ordnen und mich dran erinnern zu lassen, wann ich einkaufen gehe oder meine Augentropfen nehme.

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Das fand Helga darin Berg interessant. Sie beteiligte sich an dem Projekt Kompass des Bielefelder Seitig Instituts, das Belly entwickelt hat. Der virtuelle Assistent, ein sogenannter Avatar, soll mit älteren, alleinlebenden Menschen ihren Alltag planen und einen elektronischen Kalender führen. Wenn klar sei, was mit ihren Daten geschehe und wer auf ihre Kommunikation mit Billy Zugriff habe, wer nicht. Dann könne sie sich das in der Zukunft gut vorstellen, sagt die technikaffine und mobile alte Dame.

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Noch habe sie ihren Alltag gut im Griff, aber wenn das alles mal nicht geht, dann wäre für mich wichtig, dass Billy als Assistent dann auch was weiß. Ich würde ja ein Sofa oder Bett liege, dann mal sagt Hallo Helga. Oder im Programm sehen oder so. Oder dass man vielleicht auch noch mal sagt Billy, ich möchte gern telefonieren, kannst du nicht mal Heidi anrufen?

[00:22:47]

Dann ist es so, dass höhere gut ist. Der Verbleib in der Wohnung. Und. Unterstützender dann vielleicht manchmal auch eher in Kauf genommen wird. Folglich muss ein Computersystem auch quasi eigenständig handeln. Der Informatikprofessor Stefan Kopp von seitig erklärt, was dabei in der Maschine vor sich geht.

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Hier muss von sich aus heraus, wenn es nötig ist, die Person daran erinnern, zum Beispiel in der Medizin zu nehmen oder sich auf den Weg zu machen. In einer halben Stunde ist der Termin beim Friseur. Demzufolge hinterlegen wir eben auch diese mentalen Kategorien, eigentlich auch in diesen Systemen so etwas wie ein Ziel ãberlassen Plan, dessen Intention Du musst ihn jetzt eben auch fassen und auch verfolgen. Du hast auch nicht, bevor das erfüllt ist.

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Doch genau dann, wenn eine Maschine derart hartnäckig und unnachgiebig agiert, wird eine sehr wichtige ethische Frage berührt.

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Adelheid Kohlmeise Entscheidend ist Es sollte diesen Knopf geben und diese Möglichkeit, selber zu sagen bis hierhin und nicht weiter.

[00:23:47]

Stephan Kopp arbeitet daran, dass solche kognitiven, selbst lernenden Computersysteme wie Billy sich auf alte und demente Menschen einstellen können.

[00:23:57]

Und das wäre aus ganz vielen Daten von erfolgreichen oder weniger erfolgreichen Interaktionen zu lernen. Was richtiges Verhalten wäre. Das andere wäre aber auch zu lernen, indem man einfach ausprobiert und dann sieht, was passiert. Das sogenannte Verstärkungen lernen mit lernen zu machen. Das versuchen wir auch, denn man möchte eigentlich ein System haben, das sich an die Person anpasst.

[00:24:17]

Es muss noch an vielen Stellschrauben gedreht und ein Computerprogramm geschrieben werden. Bis diese Roboter den Alltagstest bestehen. Anders in dem EU-Projekt Mario, in dem zum ersten Mal humanoide Assistenz Roboter bei isolierten oder dementen älteren Menschen über ein Jahr lang konstant im privaten Zuhause waren. In Irland, Italien und Großbritannien. Die Universität Passau beteiligte sich mit der Sprache Software an dem Roboter, das Mario Projekt Gehzeit Anfang 2018 als erfolgreich abgeschlossen. Die Pflege Patientinnen und Patienten konnten sichtbar autonomer leben, ihre Isolation reduziert werden, und ihre Pflegekräfte mussten weniger Alltagsdinge erledigen und hatten mehr Zeit, sich ihnen persönlich zu widmen.

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Daneben zeigte sich Wenn Mario zum Beispiel auch mit einem Puls Armband der alten Menschen verbunden war, konnte er auch Puls Veränderungen als Signal verstehen und reagieren. Je nach eingespeichert oder eingeschätzte Gefahrenlage ein Getränk holen oder einen Notruf absetzen. Je mehr private Daten ein Roboter System kennt, desto passgenauer kann es helfen.

[00:25:30]

Ich denke, es ist Zeit für ein wenig Musik. Kommt ein Vogel im Angebot, kommt ein Vogel geflogen.

[00:25:42]

In Dresden stimmt der Roboter Anna in der Maks Demenz Therapy ein Lied an. Diese Karaoke Funktion haben sich die Bewohnerinnen und Bewohner gewünscht.

[00:25:57]

Professor Hans Böhme, der Projektleiter für Anna, sagt Ich denke, ich bin jetzt mal ganz kühn, in 50 Jahren auch den technologischen Stand nicht erreicht haben, Personen völlig von autonomen Systemen fliegen zu lassen.

[00:26:12]

Der Weg ist allerdings eingeschlagen, und er erfordert klare Entscheidungen, ob für oder gegen eine technische Hilfestellung. Mit allen Konsequenzen vonseiten der Gesetzgeber muss es klare Vorgaben geben, national wie international. Darauf warten auch viele Hersteller. Noch sind die Prototypen der Assistenz Roboter mit um die 20 000 Euro viel zu teuer. Es steht jedoch fest Die Robotik wird die Pflege und das Leben im Alter verändern. Sie wird das Pflegepersonal wohl nicht vollständig ersetzen, aber sie kann einige Lücken füllen und vielleicht auch zuweilen eine Alternative sein.

[00:26:50]

Die maschinelle Körperpflege etwa gilt als tabu. Doch schon jetzt schließen manche alten Menschen es nicht kategorisch aus, sich etwa von einem Automaten waschen zu lassen. Dies ist für sie weniger mit Scham besetzt.

[00:27:05]

Robotik im Alter wird immer eine Abwägung jedes Einzelnen sein, resümiert die Gerontologie Adelheid Kohlmeise.

[00:27:13]

Und wir sollten uns wir, die wir alt werden, überlegen. Was könnten wir uns vorstellen?

[00:27:19]

Wir sind ja auch schon wieder Generationen, die Techniken näher als unsere Eltern oder hochbetagten Generationen aufgewachsen sind. Die Welt verstehen. Jeden Tag SWR 2 Wissen, Manuskripte und weiterführende Informationen zu unserem Podcast und den einzelnen Folgen gibt es unter SWR 2 wissen. De.