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[00:00:05]

Herzlich willkommen bei was jetzt? Wir sind der Nachrichtenportals von Zeit ONLINE. Heute ist Donnerstag, der 24. September. Ich heiße Moses Fendel. Hier geht es heute um Rechtsextremismus bei der Polizei und um ein Fußballspiel, das für Kopfschütteln sorgt. Jetzt kommen aber erst mal die Nachrichten. Ich bin Kristina. Felchen Guten Morgen! Was passiert, wenn Donald Trump die Wahl am 3. November verliert? Bei einer Pressekonferenz hat er erneut klargemacht, dass er nicht garantieren will, dass er die Macht im Fall einer Niederlage friedlich an Joe Biden übergibt.

[00:00:37]

Auf eine entsprechende Reporter Frage sagte Trump, man müsse abwarten. Er warnte vor Betrug durch die Briefwahl und behauptete, ohne Betrug sei ihm eine zweite Amtszeit sicher. So stirbt die Demokratie, schrieb der Minderheit Führer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, in einer ersten Reaktion. Die beiden Campagne schrieb in einer Stellungnahme Das amerikanische Volk wird diese Wahl entscheiden, und die Regierung der Vereinigten Staaten ist durchaus in der Lage, Unbefugte aus dem Weißen Haus zu eskortieren. Der Tod der schwarzen Biljana Theiler durch Polizei Kugeln in ihrer eigenen Wohnung hat die USA aufgewühlt.

[00:01:13]

Jetzt hat die US-Justiz entschieden, die Schüsse seien rechtmäßig gewesen, weil ihr Freund als Erster geschossen hatte. Ein Polizist wird zwar angeklagt, aber nur, weil er Nachbarn gefährdet habe. Nach dem Urteil protestierten Tausende Menschen in der Stadt Louisville in Kentucky durch Schüsse. Bei der Demonstration wurden zwei Polizisten verletzt. Redaktionsschluss für diesen Podcast ist fünf Uhr.

[00:01:41]

Hitler Bilder und Karikaturen von Flüchtlingen in einer Gaskammer, gepostet in privaten Chats, Gruppen von Polizeibeamten aus Mülheim an der Ruhr. Das ist nur das jüngste Beispiel. Aber rechtsextreme Vorfälle gibt es immer wieder bei der Polizei. Was seit Monaten die Frage aufwirft Ist das ein strukturelles Problem? Oder sind das immer nur Einzelfälle? Und wie sehen das eigentlich die Polizistinnen und Polizisten selber? In der heute erschienenen Zeit sind mehrere Stimmen von früheren und immer noch tätigen Polizeibeamten zu lesen. Zusammengetragen hat sie unter anderem meine Kollegin Jana Simon.

[00:02:13]

Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den Polizistinnen und Polizisten, die er befragt habt?

[00:02:17]

Was viele verbindet von den Beamten, die wir gesprochen haben, ist, dass sie alle sagen, ihr polizeiliches Gegenüber sind oft Migranten, und die würden sich sehr respektlos verhalten. Und noch dazu sei es eben so, dass sie offensichtlich die große Mehrheit bilden. In ihren polizeilichen Ermittlungen, sozusagen ihr Gegenüber, ihr polizeiliches Gegenüber, sind sehr oft Migranten, und dadurch sehen sie natürlich immer nur die Kriminellen oder die auffälligen Migranten oder Ausländer.

[00:02:51]

Viele berichten ja, dass sie schon mal Erfahrungen mit rechtem Gedankengut im Beruf gemacht haben. Warum fällt es Ihnen so schwer, das auch zu melden?

[00:02:58]

Ganz viele goutieren das überhaupt nicht. Ich finde es ganz schlimm, diese Art von Bilder und auch das rechtsextreme Gedankengut. Nur es ist etwas anderes, ob man solche Bilder zugeschickt bekommt. Eben ungewollt auch, und sich erst einmal auch tatsächlich gar nicht so richtig dagegen wehren kann, weil man bekommt die und hat die halt dann auch auf seinem Handy. Das Problem ist Wenn man, dann müsste man eigentlich ja konsequent sein und sagen Ja, ich gehe sofort zu meinem Vorgesetzten und melde das.

[00:03:26]

Das macht aber natürlich kaum jemand. Wie verhält man sich, wenn man mit einem jeden Tag auf Streife geht und vielleicht auch zum Teil gefährliche Situationen zu meistern hat, wo man sich auf den anderen verlassen muss? Natürlich geht da niemand zu dem Vorgesetzten und schwärzt seine Kollegen an, das ist relativ selten. Das haben ziemlich viele von denen erzählt. Dann gilt man natürlich dann innerhalb des Kollegenkreis schnell als Nestbeschmutzer.

[00:03:54]

Ist es denn nun ein strukturelles Problem, oder sind es lauter Einzelfälle?

[00:03:57]

Einzelfälle? Das kann man tatsächlich nicht mehr sagen. Dazu passiert das zu häufig, und es sind auch zu viele Beamte darin involviert. Da würde man das verharmlosen. Ich weiß nicht genau, ob es ein strukturelles Problem ist.

[00:04:12]

Mir kommt es so vor, dass die Beamten auch gesagt, dass sie vermuten, dass diese Art Bilder schätzt, dass es so ein Ventil ist für die Beamten, dass sie sich darüber abreagieren, praktisch das, was sie auf der Straße manchmal erleben, eben manchmal auch in eine große Respektlosigkeit oder sogar Gewalt ihnen gegenüber. Dass sie das auf diese Art und Weise abreagieren, obwohl das überhaupt nichts entschuldigt, und das sagen die auch, das geht natürlich einfach vollkommen zu weit und geht überhaupt nicht.

[00:04:43]

Aber das wäre so ein Erklärungsansatz, den die angeführt haben.

[00:04:48]

Danke, Jana und die vollständigen Protokolle können Sie nachlesen in der neuen Zeit.

[00:04:58]

Und sonst so? Vorsorge ist besser als Nachsorge, das ist eine ziemliche Binsenweisheit. Fragen Sie mal Ihre Krankenkasse, wie die das sieht. Auf Englisch gibt's dieses Prinzip auch. Nur ein bisschen blumiger ausgedrückt Es Dietsch, intime Safes? Nein, den Satz hat Premier Boris Johnson vorgestern Abend in seiner Fernsehansprache verwendet und wollte damit wohl ausdrücken, lieber rechtzeitig die Korona Maßnahmen ein bisschen zu verschärfen, als später wieder einen lock down riskieren. Offenbar kannten viele Britinnen und Briten das Sprichwort aber nicht.

[00:05:28]

Denn um kurz nach 20 Uhr haben es sehr viele auf einmal gegoogelt. Die haben also nebenbei auch noch ein bisschen Englisch gelernt, und gelernt hat offensichtlich auch Johnson selbst. Viele meinen, dass er im Frühjahr zu spät und zu zögerlich auf die Corona Pandemie reagiert habe. Großbritannien ist mit mehr als 40 000 Toten das am stärksten von der Pandemie getroffene Land in Europa.

[00:05:53]

Endlich wieder Fußball mit Fans! Mit diesem Gedanken war ich glaub ich nicht alleine letztes Wochenende. Auch wenn die Freude etwas getrübt wurde, weil in gleich zwei Städten mit Bundesliga-Klubs die Stadien dann doch leer geblieben sind. Heute Abend findet in Budapest ein Spiel statt, zu dem bis zu 20 000 Leute kommen könnten. Man muss dazusagen, dass die ungarische Hauptstadt wegen hoher Corona zahlen seit letzter Woche als Risikogebieten Geld. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen Reisen dorthin. Ein Thema, über das ich mit Fabian Cela sprechen will, den muss ich Ihnen nicht mehr groß vorstellen.

[00:06:26]

Deswegen sage ich einfach nur Hallo, hallo Moses, Fabi, was ist das für ein Spiel heute Abend? Und welchen sportlichen Wert hat es?

[00:06:31]

Es ist der sogenannte Supercup der Uefa, also der Gewinner des einen großen europäischen Wettbewerb, nämlich der Champions League, spielt gegen den Gewinner des anderen Uefa Wettbewerbs, nämlich der sogenannten Europa League. Und das sind der FC Bayern München und der FC Sevilla. Und der sportliche Wert von diesem Spiel ist ehrlich gesagt ziemlich gering. In beiden Ländern, also in Deutschland und Spanien, hat die Saison gerade angefangen. Das Spiel ist eigentlich jedes Jahr eher ein Schaulaufen der beiden besten Mannschaften Europas aus der vergangenen Saison.

[00:07:04]

Budapest ist ja jetzt Coruna Risikogebieten. Warum halten die Verantwortlichen denn trotzdem an der Austragung des Spiels fest? Ich meine, die kennen doch auch die Zahlen.

[00:07:13]

Ja, das stimmt. Man muss natürlich fragen, welche Verantwortlichen der Bayern-Trainer Hansi Flick. Der sagte zum Beispiel, es sei eine Sache, die man jetzt nicht unbedingt versteht. Und das ist schon eine deutliche Kritik an der Austragung dieses Spiels. Der Bürgermeister von Budapest, ein linker Grüner, würde ich mal sagen, würde er am liebsten vor leeren Rängen spielen. Aber das hat er auch gesagt. Ungarns Premierminister Viktor Orbán ist ein großer Fußballfan. Der will dieses Spiel unbedingt austragen, und zwar mit Fans.

[00:07:44]

Das ist so eine Art Prestigeobjekt. Die Uefa wiederum, die dieses Spiel veranstaltet, hatte im August beschlossen, mit Zuschauern um so eine Art Testlauf oder Vorzeigebeispiel zu haben. Für die kommenden Monate, denn auch für die Uefa geht es um viel Geld. Sie will ihre Wettbewerbe wieder anfahren, auch mit Zuschauern. Da waren wir Infektionsherd in Budapest aber noch viel geringer als jetzt. Und es geht jetzt auch nicht bei der Debatte um die Sicherheitsvorkehrungen an sich. Es wird alles tipptopp organisiert sein, sondern eher um die recht dämliche Idee.

[00:08:15]

Muss man nicht sagen. überhAUPT ein Spiel mit Zuschauerinnen und Zuschauern in einem Risikogebieten auszutragen und dafür auch noch Zuschauer aus Deutschland und Spanien kommen zu lassen.

[00:08:25]

Ziemlich eindeutiges Urteil von dir und ein paar Reaktionen hast du ja auch schon erwähnt. Was sagen denn die Vereine, die Fans? Und was sagt die Politik?

[00:08:34]

Markus Söder CSU, Ministerpräsident in Bayern Der war sehr deutlich. Der hat den Bayern-Fans eigentlich abgeraten von der Reise. Er kann sie nicht verbieten. Aber er hat sie so schwer wie möglich gemacht, hat die Quarantäne Bestimmungen noch einmal kurzfristig geändert. Und er sagte auch Man soll sich das ganz genau überlegen, denn er will, und das ist ein Zitat, kein Fußball. Ischgl Reading Event mit anschließendem Reiseverkehr. Die Bayern selber, der Verein, die waren verantwortungsvoll. Die werden nur mit denjenigen Leuten anreisen, die wirklich nötig sind für das Spiel.

[00:09:03]

Das sind so ungefähr 30 Leute. Ebenso wird es dagegen aus Wir machen von den 2100 Tickets, die Bayern-Fans gekauft haben wurden, bis Anfang der Woche 800 wieder zurückgegeben. Es werden also etwa 1300 Fans aus Bayern dort sein. Die werden trotzdem hinreisen. Aus Sevilla kommen etwa 500. Und ja, die werden alle vorher getestet. Bayern-Fans dürfen sich auch danach kostenlos testen. Es gibt Vorkehrungen, aber es wird schon ein sehr seltsames Spiel mit der allerbesten Symbolwirkung in die Geschichte eingehen.

[00:09:31]

Egal, wie es ausgeht.

[00:09:32]

Danke, Fabian, gerne. Das war was jetzt am Donnerstagmorgen. Ich freue mich über Ihre Mails. An was jetzt? Zeit.de. Und Sie können uns auch heute Nachmittag gerne wieder hören. Ab 17 Uhr steht das Update online. Ich bin Moses Fendel. Danke fürs Zuhören. Machen Sie es gut und Tschüss! Guckst du dir das Spiel trotzdem an. Ich bin selber am Trainieren, aber vielleicht ist es ja wirklich nicht.