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[00:00:05]

Sie hören was jetzt den Nachrichten Podcast von Zeit ONLINE heute, Freitag, der 21. August. Mein Name ist Erica Singer. In Deutschland werden immer mehr kunerts durchgeführt. Wie sinnvoll das in der Masse ist, darüber sprechen wir im Podcast. Und wir blicken auf das Champions-League-Finale am Sonntag. Jetzt aber erst einmal die Nachrichten.

[00:00:25]

Ich bin Christina fälschten Guten Morgen! Der bekannte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny soll nach einer möglichen Vergiftung in Berlin behandelt werden. Heute Morgen startete ein Flugzeug, das ihn von Russland nach Deutschland holen soll. Wenn alles gut geht, kommt er heute noch in der Berliner Charité an. Die russischen Behörden hatten die Verlegung genehmigt. Die Kosten übernimmt eine Privatinitiative, die schon vor zwei Jahren einen vergifteten Aktivisten der Künstlergruppe Pussy Riot nach Berlin geholt hat. Zuvor hatte Angela Merkel eine Behandlung in Deutschland angeboten und dringende Aufklärung gefordert.

[00:01:00]

Der Oppositionsführer hatte auf einem Flug von der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau plötzlich das Bewusstsein verloren. Er liegt inzwischen im Koma. Nawalny Sprecherin ist davon überzeugt, dass er absichtlich vergiftet wurde. Er müsse die russische Klinik auch aus Sicherheitsgründen verlassen, sagte sie. Ein behandelnde Arzt beschrieb den Zustand des 44-Jährigen als ernst, aber stabil. Eine Vergiftung schließt er nicht aus. Auf dem Parteitag der US-Demokraten hat Joe Biden seine Nominierung als Präsidentschaftskandidat angenommen. Er versprach, das Land nach vier Jahren Trump zu einen.

[00:01:34]

Die Coruña Krise in den Griff zu bekommen und Millionen Jobs zu schaffen. Außerdem will er eine Antwort auf rassistische Ungerechtigkeit geben und entschieden gegen die Klimakrise handeln. Beiden sagte Donald, Trump interessiere sich nur für sich selbst, nicht für das Land. Er habe vier Jahre lang Hass und Zwietracht gesät. Redaktionsschluss für diesen Podcast ist fünf Uhr.

[00:02:01]

In Deutschland wird immer mehr getestet. Vielleicht haben sie das selbst schon in den letzten Wochen erlebt, als Sie zum Beispiel zurück aus dem Urlaub gekommen sind. Man will Couvert 19 Infizierte ausfindig machen, lokalisieren und so vermeiden, dass es zu weiteren Infektionen kommt. Klingt erst mal plausibel. Wie schafft man das? Indem man eben testet, immer und immer mehr zu testen. Muss aber nicht unbedingt sinnvoll sein. Das klingt jetzt erst einmal paradox. Was dahinter steckt, bespreche ich jetzt mit meinem Kollegen Jan Schweitzer aus dem Ressort der Zeit.

[00:02:30]

Er hat sich für die aktuelle Ausgabe dazu Gedanken gemacht. Hallo Jan, hallo?

[00:02:35]

Seit Beginn der Pandemie in Deutschland hieß es ja immer wieder Testen, testen, testen. Das wurde dann von Politikern wie Gesundheitsminister Jens Spahn fast schon wie ein Mantra vorgetragen. Wieso zeigt sich denn jetzt, dass dieses Viel hilft, viel Quatsch ist?

[00:02:50]

Ja, das zeigt sich an genau diesen Dingen. Nämlich das Beispiel Reise Rückkehrer getestet werden. Das ist im Prinzip nicht so schlecht, die zu testen. Allerdings ist der Zeitpunkt der falsche. Denn die meisten Rückkehrer werden ja getestet, wenn sie zurückkommen. Am Flughafen zum Beispiel landen. Da wird ein Test gemacht, und dann bewegen sie sich relativ frei, zum Beispiel nach Hause. Und im besten Falle ist es dann tatsächlich so, dass Sie einen Tag später das Testergebnis bekommen.

[00:03:18]

Wenn Sie dann tatsächlich positiv getestet sind, kann es sein, dass Sie während dieser Heimfahrt vom Flughafen nach Hause jemanden angesteckt haben. Das ist dann schon mal problematisch. Viel problematischer ist aber ein anderer Fall, nämlich dass Sie negativ getestet sind, obwohl Sie sich eigentlich im Urlaub angesteckt haben. Das heißt zum Beispiel in den letzten beiden Urlaubstagen kann das passiert sein. Der Test sehen Sie dann aber bei der Rückkehr gemacht haben. Der fällt dann negativ aus. Da gibt es auch schon Beispiele.

[00:03:46]

Zum Beispiel ein Arzt, der negativ getestet war, aber eigentlich doch infiziert war und dann andere Leute angesteckt hat.

[00:03:53]

Wir haben das jetzt in Bayern gesehen, da diese riesige Panne. üBer 900 Menschen wurden tagelang nicht über ihr positives Testergebnis informiert. Und dabei ist Bayern ja das Bundesland, das sich quasi zur Aufgabe gesetzt hat, so viele Bürger wie möglich zu testen. Muss man jetzt da auch mit dem Beispiel Was du genannt, das vielleicht einfach sagen? Da passen politischer Wille und tatsächliche wissenschaftliche Argumente einfach nicht zusammen.

[00:04:18]

Ja, ich glaube, das könnte man so sagen. Ich habe das Gefühl, dass man sich als Politiker gerade bei der Bevölkerung beliebt machen will, indem man viele Tests anbietet, wie es zum Beispiel Markus Söder in Bayern macht. Der bietet ja seinen Bayern an, dass sie sich kostenlos und ohne Anlass testen lassen können. Und da gibt es einfach zwei Probleme. Das eine Problem ist das, was vielleicht gar nicht vielen so klar ist, nämlich Wir haben nicht unbegrenzte Test Kapazität.

[00:04:43]

Es gibt dann diese Zahl von 1,2 Millionen in der Woche, wie das RKI schreibt. 1,2 Millionen Tests in der Woche sind möglich. Das ist tatsächlich auch so. Aber eben nicht über einen längeren Zeitraum. Im Moment, wird geschätzt, hält man das vielleicht sieben Tage durch. Und Markus Söder möchte die Kapazitäten Bayerns jetzt sogar noch steigern. Weit mehr als 200000 Tests am Tag. Und das ist das, was gerade in Gesamtdeutschland gerade mal in höchste Zeiten geschafft wird.

[00:05:15]

Welches Vorgehen wäre denn jetzt stattdessen sinnvoller?

[00:05:19]

Eigentlich ist ein gezieltes Vorgehen sinnvoll, dass man sich mal über eine richtige Test Strategie Gedanken macht. Bei den Raise Rückkehrern. Da sagt die Frankfurter Virologen Sandra Flisek zu Recht, man könnte es ganz anders handhaben. Nämlich, dass man die Reise Rückkehrer, die auf Risikogebieten kommen, dass man die einfach alle fünf Tage in der Quarantäne schickt und dann nach diesen fünf Tagen einen Test durchführt. Und wer negativ getestet ist, der darf sich dann wieder frei bewegen. Und ansonsten ist die Strategie, dass man sich darauf konzentriert, was man wirklich braucht.

[00:05:50]

Wir werden jetzt im Herbst in Situationen kommen, da werden die Fälle noch weiter ansteigen. Dann wird es wieder Ausbrüche geben, und da werden wir uns darüber Gedanken machen müssen, ob Kitas geschlossen werden müssen, ob Schulen geschlossen werden müssen. Man muss also wirklich viel getestet werden. Dann müssen wir überlegen, ob wir Krankenhauspersonal testen, ob wir Pflegepersonal testen. Und dafür brauchen wir dann die Kapazität.

[00:06:12]

Ich danke dir, Jan Und den Text vom Kollegen Jan Schweitzer. Den finden Sie in der aktuellen Zeit oder auch online. Wir verlinken ihn gerne.

[00:06:25]

Und sonst so ein Stipendium fürs Nichtstun? Um genau zu sein. 1600 Euro? Einfach so. Ja, das klingt erst mal ziemlich verlockend. Einfach so? Stimmt auch nicht ganz. Man muss konträr zum ganzen Konzept vom Nichtstun doch etwas dafür tun. Die Hamburger Hochschule für Bildende Künste hat das Stipendium ausgeschrieben. Drei Stipendien Plätze gibt es, wenn man denn die Jury überzeugen kann. Sieht folgendermaßen aus Die Bewerberinnen müssen angeben, was genau sie nicht tun möchten und wie lange sie beabsichtigen, das nichts zu tun.

[00:06:59]

Im Zentrum soll da immer die Frage stehen Was kann ich unterlassen, damit mein Leben keine negativen Folgen für das Leben anderer hat? Die Bewerbungsfrist geht noch bis zum 15. September. Wenn Sie also gerade nichts zu tun haben? Vielleicht ist es ja ein Versuch wert.

[00:07:20]

Mit Bayern und Leipzig waren zwei deutsche Klubs in der Finalrunde der Champions League gelandet, am Ende blieb nur Bayern übrig. Die Mannschaft hat am Mittwoch im Spiel gegen Olympique Lyon zu null gewonnen. Damit haben die Bayern jetzt das Finale erreicht. Am Sonntag trifft der deutsche Rekordmeister damit auf Paris. Ich hab mir mal meinen Kollegen Fabian Scheler geschnappt. Der ist ja aus dem Sportredakteur. Hallo Fabian.

[00:07:47]

Das Spiel der Bayern, das war ja nicht wirklich ein Selbstläufer, da am Mittwoch abend ganz schön kämpfen. Was ist denn jetzt aber fürs Finale am Wochenende da zu erwarten? Kannst du den kurzen Ausblick geben?

[00:07:58]

Du sagst es. Die Bayern mussten hart arbeiten. Lyon hatte gerade am Anfang ziemlich gute Chancen. So war es ja auch schon im Viertelfinale gegen Barcelona. Das ging dann aber trotzdem noch sehr gut aus für die Bayern. Na ja, die Bayern waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft am Ende. Die Ergebnisse sind ja eindeutig. Aber sie waren anfällig. Gerade in der Abwehr. Gerade über die Flügel, wie man im Fußball sagt, also über die Außenpositionen. Und da ist Paris natürlich besonders stark, denn bei Paris spielen zwei der teuersten Fußballer der Welt.

[00:08:27]

Neymar, ein Brasilianer und ein Franzose sind beide sehr, sehr schnell und sehr, sehr technisch begabt. Und das Spiel von Paris beruht vor allem auf den beiden. Und das wird sehr interessant sein am Sonntag eben dieser Clash der Pariser Künstler und die Bayern, die bisher sehr gut als Mannschaft aufgetreten sind, mit einer Mannschafts Taktik. Aber man muss sagen Bei diesem sehr speziellen Turnier Format, wie es gerade gespielt wird, waren das schon die beiden besten Mannschaften.

[00:08:55]

Ich bin vielleicht nicht die richtige Person, um die Frage zu stellen. Aber ich bin jetzt mal Sofies. Hat sich denn überhaupt jemand für diese Champions League interessiert? Abgesehen von Leuten wie mir, die sich nicht so viel für Fußball interessieren?

[00:09:08]

Ich schon. Ich habe sehr viel wieder geschaut. Na ja, findet ja in Lissabon statt, so als quasi in so einer Blase. Die ganzen Mannschaften sind da untergebracht. In Lissabon selber. Was man hört und mitbekommt, sind wohl keine Zuschauer, sind ja weiterhin Geisterspiele. Es ist also ein reines. Das funktioniert, glaube ich schon. Die Leute gucken bei mir. Auf der Straße sind zwei Fußball Kneipen, die sind beide brechend voll. Meiner Meinung nach auch zu voll, was die Anstandsregeln betrifft.

[00:09:36]

Die Champions League ist ja ohnehin im Gegensatz zu den nationalen Ligen ein bisschen das Turnier. Das ist so ein bisschen losgelöst von lokalen, folkloristischen Inhalten, sondern es ist das globale Fußballturnier.

[00:09:53]

Der FC Bayern hatten ja eine ganz lukrative Beziehung, sage ich mal zu Katar. Der dortige ist ja großer Sponsor, und ebenfalls involviert ist der Emir bei Paris. Ich habe gesehen, dass bei Twitter schon die Frage aufgeworfen Wem drückt denn jetzt der Emir von Katar die Daumen am Sonntag? Welcher Verein ist ihm mehr wert?

[00:10:11]

Ja, es ist tatsächlich das erste Finale, bei dem die beiden Mannschaften einen Duty free Shop am Flughafen in Katar haben. Sie sind beide sehr eng verbandelt mit Katar. Paris natürlich deutlich stärker der katarischen Investmentfonds Kukulies. Der ist Hauptsponsor bei Paris. Der hat da sehr viel Geld investiert, über eine Milliarde in den letzten Jahren. Das ist natürlich schon deren Projekt. Bei den Bayern sind Sie nur in Anführungszeichen, sage ich mal, als Sponsor involviert. Das ist jetzt nicht die ganz enge Verbindung wie bei Paris.

[00:10:43]

Und tatsächlich ist seit Jahren das große Ziel der katarischen Besitzer, dass sie die Champions League mit Paris gewinnen. Und zwei Jahre vor der WM in Katar wäre das, sage ich mal, der vorletzte Schritt für Katar, dann in zwei Jahren. Die WM vor Ort. Katar hat sich da auf den Weg gemacht, zu einer globalen Sport Macht zu werden.

[00:11:02]

Am Sonntag dann also um 21 Uhr, das Finale der Champions League. Das ZDF überträgt das Spiel sogar live. Danke Fabian, sehr gerne. Das war's mit dieser Sendung. Und was jetzt für diese Woche? Am Nachmittag erwartet Sie dann noch unser Abdecke, wenn Sie mögen, auch von mir moderiert. Schreiben Sie uns gerne an Was jetzt? Mein Name ist Erica Zingsheim.

[00:11:29]

Abgesehen vom drückst du die äußerst neutral fifty fifty.