Transcribe your podcast
[00:00:00]

Hi. Ich melde mich zu einem Special fähig durch die Coruña Zeit gekommen bin oder noch kommen. Hallo Hallo Guten Tag. Hallo Hallo, hallo, schönen guten Tag. Es war wirklich wie so eine Vollbremsung, wie ich sie bisher noch nie erlebt habe. Auf einmal war dann alles komplett anders.

[00:00:23]

Ehrlicherweise war ich erstmal erleichtert, weil dieser erste Lockdown bei mir ein Bedürfnis gestellt hat, was ich schon ganz lange hatte, nämlich dass die Welt bitte und wenn es nur 10 Minuten ist, doch einmal still stehen möge.

[00:00:38]

Für mich scheint auch dieses Jahr länger an zu dauern als alle anderen Jahre zuvor.

[00:00:44]

Es scheint wirklich, als würde die Zeit fast stillstehen und alles passiert auf einmal. Es passiert so viel, wie sonst in fünf Jahren zusammen passiert.

[00:00:54]

Für mich war das letzte Jahr so abwechslungsreich wie kein anderes. Mindestens einmal pro Monat wechselte mein Befinden in eine für mich überraschende Stimmungslage. Für mich war das Jahr 2020 das schönste, aufregendste Ereignis reichste, produktivste und beste Jahr eines Lebens bisher. Was ich sehr, sehr gerne zurück. Ich bin im Oktober letzten Jahres Vater geworden und für mich ist und war das das größte und schönste Erlebnis meines ganzen Lebens. Ich bin vor anderthalb Jahren von New York nach Deutschland gezogen und habe deswegen diese erste Welle in New York an vielen Freunden mitbekommen.

[00:01:39]

Und auf einmal starben bei uns im Freundeskreis die Leute oder wurden schwer krank. Und dadurch haben wir diese Sache sehr ernst genommen, von Anfang an. Wir haben einen kleinen Sohn, das wird demnächst drei, da haben wir Recht aus der Kita geholt. Dann haben wir seit einem Jahr nicht mehr eine Kita geschickt. Dadurch haben mein Söhnchen und ich jetzt ganz Berlin erkundet und das hat unheimlich viel Freude gemacht. Dann gab es eben das Lächeln von dem Kleinen, der dann alles immer total cool fand und uns ganz viele Schnuller gegeben hat und viele Drücke und viel Liebe.

[00:02:04]

Das waren so die Sachen, die uns unheimlich viel Freude bereitet haben. Ich bin Lehrerin und seit einem Jahr Hobby Virologen. Ja. Was hat mich durch diese Zeit gebracht? Das Lachen. Ich habe sehr viel online gelacht.

[00:02:17]

Podcasts spielen auch eine große Rolle in dieser Zeit.

[00:02:21]

Nebenher hab ich dann letztendlich mir eine Werkstatt aufgebaut und habe angefangen, Holz zu werken.

[00:02:26]

Ich habe sehr viel online getanzt. Mich hat durch die Coruña Zeit vor allem das hier gebracht Sprachnachrichten.

[00:02:32]

Mir hat besonders wirklich dieser Podcast mit dem Kono Virus Update geholfen.

[00:02:37]

Ich habe ein Online-Kurs in Verhaltens Genetic belegt.

[00:02:40]

Cartoon zeichnen hab ich auch online gelernt und ich habe Aquarell malen gelernt. Hab meine freie Zeit vor allem mit Schreiben verbracht. Tagebuchschreiben Jehovah, sehr viel gestrickt, Meditation und ich bin sehr viel spazieren gegangen.

[00:02:58]

Noch nie war ich so viel an der frischen Luft wie im letzten Jahr.

[00:03:03]

Ich erinnere mich, dass ich mir irgendwie gesagt habe Du musst wenigstens jeden Tag zwei oder drei Stunden spazieren gehen.

[00:03:10]

Ich habe das Glück, vor der Haustür Feld, Wald, Wiese zu haben und die Natur einfach zu genießen.

[00:03:19]

Ich hab mir dann eine Vogel Identifizierungen App auf das Handy runtergeladen. Ja, ich bin jetzt nicht so Ornithologen geworden, aber es gab so kleinere Erfolgserlebnisse, dass ich sagen konnte Oh, das ist ein Kleiber.

[00:03:33]

Die Waldkauz Dame hat ein ein Käuzchen ausgebrütet. Ich nannte es Hervey. Keine Ahnung ob Weibchen oder Männchen, aber das hab ich dann immer beobachtet, wann ich wollte und biss. Hab sogar erwischt, wie es dann ausgeflogen ist.

[00:03:48]

Anfang Dezember hat eine Henne bei mir angefangen zu brüten. Normalerweise hätte ich sowas unterbunden, aber da ich mir dachte, dass der Coruña Winter düster wird, sind diese Küken dann tatsächlich Weihnachten zur Welt gekommen und im Karton vor dem Kamin und später dann in der Dusche groß geworden und durften jetzt ausziehen. Und das hat doch diesen harten Winter um einiges erträglicher gemacht.

[00:04:13]

Ich habe diese Postkarten mit Bildern von Carl Larsson an Freundinn versendet, die dann Geschichten zu den Bildern auf ihrer Postkarte schreiben mussten, und zwar so, dass sie zu der Geschichte von der vorhergehenden Postkarte passte. Diese Bilder und diese Geschichten haben wir dann in Word in einer WhatsApp-Gruppe geteilt und hatten zum Schluss einen kleinen Roman.

[00:04:42]

Und zwar haben wir oder ich angefangen zu fotografieren, aber nicht einfach so, sondern ich habe mir überlegt, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

[00:04:53]

Also alltägliche Dinge, die im Haus sind, die ich auf Spaziergängen, die ich alleine gemacht habe, gesehen habe. Das Ganze hat Kreise gezogen. Also wir haben diese Bilder, die wir gemacht haben, gesammelt, haben hin und wieder Fotos auch online gestellt. Es haben sich viel mehr Leute angeschlossen.

[00:05:12]

Und tatsächlich hat dieser Blickwinkel dazu geführt, eine positivere Einstellung zu kriegen. Zu vielen.

[00:05:24]

Was uns sehr fehlt, sind die sozialen Kontakte, natürlich. Zum Beispiel habe ich virtuell mit ganz vielen Freunden Kontakt gehalten. Also Freundschaften haben mir ganz arg geholfen, aber ein eine tägliche Verabredung mit meinen Enkelkindern per Telefon, per Video. Vor genau einem Jahr, am 15. März 2020, habe ich mich mit meiner Tochter in häusliche Isolation begeben, auf ärztliches Anraten, weil wir beide haben eine seltene, kaum bekannte neuro muskuläre Erkrankung und krank werden nicht nur mit Coruña, aber besonders mit Coruña ist für uns gefährlich.

[00:06:06]

Das heißt, wir meiden seit einem Jahr jetzt jegliche Kontakte. Der Anfang war recht schwierig, aber so nach und nach hat sich alles eingespielt. Ja, und ich versuche unser kleines Häuschen etwas bewohnbar zu machen. Also Coruña hat nun dafür gesorgt, dass wir Hals über Kopf hier einziehen mussten. Aber mittlerweile haben wir es geschafft, dass wir zumindest warmes Wasser und ein paar Steckdosen haben. Gekocht wird mit dem Camping Kocher. Leider haben wir keine Heizung, d. h.

[00:06:34]

die Kältewelle letztens hat uns sehr, sehr hart getroffen und wir hatten ganz große Angst, dass wir aus unserer Isolation raus mussten. Und jetzt hoffen wir nur, dass wir bald eine Impfung bekommen, weil so langsam nach einem Jahr wird der Lagerkoller halt doch immer größer, vor allen Dingen auch für meine Tochter.

[00:06:55]

Ich bin 72 Jahre alt. Ich bin Wissenschaftlerin und eigentlich im Ruhestand. Wenn ich nicht mich zurück begeben hätte in meine Wissenschaft mehr Studien Gebiet ausgefuchster weiter ausgebaut hätte, wäre ich verrückt geworden. Ich habe Freunde, die sind zum Teil 75 80 Jahre alt, die für ein Kaninchen auf die Corona gucken und. Sich nicht aus dem Haus trauen. Hallo, wir sind eine fünfköpfige Familie und das, was uns durch dieses Coruña begleitet hat und immer noch begleitet, ist ein abendliches Ritual.

[00:07:35]

Am 18. März des letzten Jahres hat die Evangelische Kirche Deutschland die Aktion Balkonien Sing mit dem Lied Der Mond ist aufgegangen gestartet. Und da mein Mann die Tuba spielt und ich selbst Trompete, haben wir uns daran beteiligt. Zuerst war es nur dieses eine Lied und dann sind wir ganz schnell wieder reingerutscht, weil wer weiß, was die Nachbarn sagen. Und manchmal war es auch einfach nicht so schön. Naja, und dann merkte ich, dass das Musizieren aber ein guter Gegenpol zu meiner Unruhe und den Sorgen und auch der etwas bedrückenden Gesamtstimmung war.

[00:08:07]

Dann haben wir jeden Abend einfach gespielt und dann hat es auch gar nicht so lange gedauert, dass unsere Nachbarn hellhörig wurden und jeden Abend nach draußen kamen. Und inzwischen ist es wirklich ein liebgewonnene Brauch geworden.

[00:08:23]

Im ersten Lockdown haben wir ganz viel draußen im Garten gemacht, können jetzt Brot backen, Bananen, Brot und Ingvar Brot sind unsere Specials.

[00:08:35]

Also dann ganz viel selber ausgesät. Dieses Jahr, letztes Jahr. Und das war wundervoll. Dinge keimen und wachsen und dann auch blühen zu sehen.

[00:08:45]

Ich hab mir einen langersehnten Wunsch erfüllt und hab noch einmal studiert und eine Zusatzqualifikation erworben.

[00:08:51]

Ich habe im letzten Jahr das Home Sitting als Motivation benutzt, ein Buch zu schreiben und somit bin ich dabei, meinen Jugendtraum zu verwirklichen.

[00:09:02]

Meine Eltern sind verstorben. Ich habe damals die ganzen Fotos zu mir genommen und habe jetzt im zweiten Lockdown ein Fotobuch gemacht zu eine Art Hommage an unsere Elternzeit und hab's auch meinen Geschwistern geschenkt. Ich musste einfach die neuartigen und ungewöhnlichen Inhalte für mich festhalten und fing an, Fotos und Karikaturen aus unserer Tageszeitung und der Süddeutschen auszuschneiden, mit Datum zu versehen und erst einmal zu sammeln. Was ist nicht alles zu sehen?

[00:09:33]

Gibt z.B. die ersten selbstgenähten Stoff Masken ausgeräumt, Regale im Supermarkt, menschenleere Fußgängerzonen und Autobahnen mit Flatterband, abgesperrte Kinderspielplätze, Auto, Kinos, Trekker, Discos, Schwimmbäder ohne was?

[00:09:53]

Ich bin selbstständiger Hörakustiker und bei Maske tragen haben viele Hörgeräte Träger ihre Hörgeräte verloren und dann haben wir im 3D-Druck getüftelt und daraus sind dann unsere jetzigen praktischen Ohren Rether entstanden, die wir zuerst dann nur an unsere Kunden und dann an Arztpraxen, an Krankenhäuser, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen gespendet haben.

[00:10:24]

Ich bin leidenschaftlicher Brettspiele und habe kurz vor der Pandemie mein immer noch jetziges Lieblingsspiel geschenkt bekommen. Und zwar ist das das Spiel Flügelschlag und wie man sich wahrscheinlich denken kann. Die ganze Pandemie Situation hat dann dazu geführt, dass so gut wie keine Spieleabende stattgefunden haben. Und in der Zeit hatte ich dann aber die Idee, dass man zu dem Spiel noch eine App entwickeln könnte. Und das hat mir tatsächlich extrem durch die Pandemie Zeit geholfen. Das hat am Ende dann doch tatsächlich geklappt, dass es die App bis in die Stores von Apple und Android geschafft hat.

[00:11:11]

Mir als Künstler sind alle Messen ausgefallen, alle Ausstellungen und dann war ich relativ frustriert, dass wir im Atelier wusste, ich habe überhaupt keine Arbeit mehr. Was danach passierte, war ein enormer Schwung an Solidarität, der mir entgegengekommen ist. Also ganz viele Menschen meldeten sich bei mir und haben gesagt, ich wollte schon mal Kunst kaufen. Wenn, dann jetzt. Sodass ich dann aus meinem Homeoffice Atelier viel mehr Arbeit als vorher hatte.

[00:11:34]

Ich konnte also viel, viel mehr Kunst machen, als ich gedacht habe und hab mich dann hier über Monate im Atelier eingeschlossen. Für mich um eine Frau war Coruña eigentlich ein Segen, weil meine Frau ist schwer krank und seit letzten März war ich halt durchgehend im Homeoffice und wir hatten noch eine eine unglaublich intensive Zeit nochmal miteinander verleben können und gemeinsam verbringen können, die uns so nicht mehr beschert worden wäre, weil sie es Anfang Januar verstorben. Aber ich bin so dankbar für diese Zeit, die wir noch hatten.

[00:12:17]

Das war mit die schönste, die wir noch haben konnten.

[00:12:20]

Und das wäre ohne diesen Virus einfach nicht passiert, weil wir jeden Tag mindestens 9 Stunden außer Haus gewesen und kaputt von der Arbeit nach Hause gekommen. Und so waren wir den ganzen Tag zwar nicht immer füreinander da, aber miteinander da. Und ja, es hat uns ganz viele schöne und intensive Momente beschert, für die ich sehr dankbar bin.

[00:12:52]

Ich gehe schon seit einem Jahr nicht mehr in das kleine Kammerorchester, indem ich Bratsche spiele. Das nicht mehr zu können, nicht mehr Musik machen zu können. Das war ein echt herber Verlust. Also hab ich mir für den Preis von etwa einmal Essengehen eine Musik Bearbeitung Software gegönnt. Jetzt spiele ich also mit aufgedrehter Musikanlage die schönsten Konzerte unter den tollsten Dirigenten. In dem Tempo, das ich mithalten kann, das ich vorgebe.

[00:13:21]

Mit einem guten Freund hab ich mich zusammengetan und zum ersten Mal gemeinsam einen Song kreiert. Und das war eigentlich immer der Höhepunkt der Woche haben wir uns getroffen haben, über den Text uns hergemacht haben und die verschiedenen Instrumente eingespielt haben. Das war nicht mein sehr, sehr schöner Lichtblick.

[00:13:44]

Ich habe mich mit Desinfektionsmitteln vertraut gemacht. Also habe ich auf der Basis von Spiritus das ist nicht erhältlich ist und billig Silber Desinfektionsmittel hergestellt.

[00:13:57]

In dem letzten Jahr Pandemie hab ich Corona gehäkelt, die ich gegen Spenden in meinem Freundes und Bekanntenkreis verteilt habe.

[00:14:08]

Meine Idee oder meine Aktion From Sporting ist zwar keine Karuna Idee, aber ich habe in Coruña viel mehr in diese Richtung gemacht, weil ich gemerkt habe, dass es einen Nerv trifft in der jetzigen Zeit. Frames Voting was man mit Frames Voting ich ich hänge von mir gemachte Bilder gerahmt in den in der Stadt auf und jede Karte darf sie mitnehmen. Es hängt ein Zettel dabei, wo drauf steht, dass man das Bild mitnehmen darf, dass es ein Geschenk ist und dass ich den Leuten damit eine Freude machen will.

[00:14:38]

In der jetzigen Zeit, um besser sinnvolles zu machen, habe ich meine Nähmaschine wieder ausgepackt und habe eine alte Leidenschaft in wieder gefunden und hab dein Talent in mir entdeckt, von dem ich nicht wusste, dass es da war. Ich habe ein kleines Label gegründet und versuche damit ja jetzt irgendwie Erfolg zu haben.

[00:14:58]

Ich habe die Coruña Zeit genutzt, um meinen eigenen Podcast aufzuziehen, weil ich immer den Podcast gehört habe und mache jetzt als Zocker Vater nun Podcast über das Vatersein. Ich bin von donnerstags bis samstags sonntags in der Regel immer so um die 40 Kilometer gewandert und habe dann zwischendrin dann eine Homepage entwickelt, wo ich meine Wanderungen vorgestellt habe, sodass jeder praktisch sowas nachvollziehen konnte.

[00:15:31]

Im Sommer letzten Jahres haben ein Freund und ich die Idee zu einem Süd-West gehabt, wie wir es liebevoll nennen und ohne großartig Startkapital, ohne besonders viel Ahnung von dem Gebiet. Einfach mal machen war unsere Devise. Und im Januar diesen Jahres sind wir dann mit unserer ersten kleinen Fair Fashion Kollektion an den Start gegangen.

[00:16:05]

Ja, ich bin eine Großmutter mit zwei wunderbaren Enkelinnen. Und das vergangene Jahr mit der Coruña Epidemie ist natürlich sehr davon geprägt gewesen, dass ich die beiden Enkelinnen nicht so oft sehen konnte und nicht so viel Kontakt haben konnte, wie ich eigentlich wollte. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, Geschichten zu schreiben und dann hab ich angefangen, Geschichten als Audiodatei zu erzählen. Und da sind mittlerweile ganz schön viele zusammengekommen, die mein Sohn alle in einem Datei Ordner gesammelt hat. Und für mich ist es eine richtig große Freude zu hören, dass die Kleine, die immer wieder gerne anhört und auch tatsächlich fast mittlerweile auswendig kann.

[00:16:56]

Ich bin Student, ich bin 29 Jahre alt und so habe ich mich Heiligabend bei meiner Tante angesteckt, die in einem Krankenhaus arbeitet, und mein Verlauf war ausgesprochen hart. Ich lag zwei Wochen flach und die Nachwirkungen spüre ich heute noch. Also ich habe ein Stechen im Herz, wenn ich zu wenig schlafe. Ich habe mangelnde Ausdauer. Meine Lungen machen nicht mehr so gut mit und ich bin dauer müde.

[00:17:23]

Ich hatte eine Brustkrebs Erkrankung, war gerade soweit mit der Therapie durch, dass ich wieder am öffentlichen Leben teilhaben konnte. Und dann wurde das öffentliche Leben halt runtergefahren und muss sagen ja, Kontakt, Beschränkungen, Lockdown, alles schwierig. Aber ich kann spazieren gehen, ich kann atmen. Ich schmecke wieder was. Es ist alles erträglich. Es geht noch viel, viel schlimmer.

[00:18:04]

Was kann man noch tun gegen die Coruña Einsamkeit? Ich koche sehr gerne Freunde und Familie. Da ich die Sava nicht sehen kann, nicht einladen kann, mache ich mittlerweile Koch Videos und die Untermalte ist dann einmal mit ganz lustiger Musik. Wenn ich mal ne Pizza backe, dann kommt da eine klassische Pizza Musik.

[00:18:26]

Wir gehen mit unserem Kochtöpfen auf Reisen. Das heißt, wir einigen uns unter der Woche auf ein Gericht, das er am Wochenende nachkochen wollen. So fühlen wir uns, als würden wir gemeinsam an einem Tisch sitzen. Damit geben wir den Corona Blues keine Chance.

[00:18:40]

Als ich dann letztens an einem dieser schönen sonnigen Tage mit meinem Fahrrad in der roten Ampel hielt, neben mir ein Mann im Cabrio, der machte die Musik an A Day in the Life war das von den Beatles und ich fand das so cool, dass ich irgendwie rüber geschaut hab und der Mann total angegrinst hat.

[00:18:55]

Und dann stand ich einfach lächelnd weiter an der roten Ampel. Und dann hab ich aber hinter mir gehört, wie jemand den Text laut mitsingt. Das war dann der Radfahrer hinter mir.

[00:19:02]

Und das fand ich auch so cool. Dann hab ich den angekränkelt und dann standen wir drei für einen kurzen Moment gemeinsam an dieser roten Ampel und haben zusammen die Beatles gehört. Und ich hab das irgendwie total gerührt in dem Moment, weil ich da so richtig gemerkt habe, wie sehr ich einfach ausgehungert bin nach gemeinsam erlebter Musik oder Konzerten, nach Momenten, die man mit wildfremden Menschen teilt und hernach so zufälligen Begegnungen halt, indem man tunlichst aus dem Weg geht.

[00:19:30]

Grad was bei mir für etwas Licht in der tristen Zeit von Corona gebracht hat, war, dass wir von der d'Art Abteilung des FC Sankt Pauli in der Mannschaft virtuell seit dem letzten Frühjahr dort spielen.

[00:19:46]

Wir haben jedes Wochenende immer an irgendeiner schönen Stelle außerhalb von Köln am Rhein ein schönes Feuerchen gemacht, uns am Feuer gewärmt, ein Bierchen getrunken und auf den Rhein geguckt.

[00:20:00]

Unseren eigentlichen Sport konnten wir nicht mehr ausüben, aber wir konnten Radfahren und wir haben angefangen, miteinander die Gegend zu erkunden und uns jedes Wochenende getroffen und immer ausgebuffte Fahrradtouren hier in der Umgebung gemacht.

[00:20:13]

Mit Beginn der Coruña Krise begann ich zu laufen und zu joggen.

[00:20:18]

Ich habe jetzt in dem Jahr 55 Kilo abgenommen und habe jetzt endlich wieder mal einen gesunden BMI.

[00:20:25]

Und was soll ich sagen, es ist ein Jahr rum und ich wiege 15 Kilo weniger, bin so fit wie wahrscheinlich noch nie zuvor in meinem Leben. Und merke, dass es irgendwie dann doch für mich persönlich einen positiven Effekt hatte.

[00:20:48]

In einem ersten und in einem letzten Notizbuch Splitter des Jahres 2020 ist meine Corona Geschichte, so erzählt Januar die erste Sorge des Jahres assoziiert eine Krone. Naja, um ehrlich zu sein, eher eine mexikanische Biermarke. Der letzte Tag des ersten Monats bringt bestes Lauf. Wetter. Dezember. Anruf aus dem sächsischen Pflegeheim eingeschlafen. Die erste Sorge des Jahres hat die letzte Bindung an die Kindheit gekappt. Ich werde auch immer komischer und auch einsamer. Aber ich kann es ertragen.

[00:21:34]

Aber das Problem ist eigentlich, dass ich das Gefühl habe, dass mein Leben zu Ende geht, ohne dass ich irgendwie Luft kriege. So geht es nicht ewig weiter und es muss jetzt ein Ende haben. Und ich hoffe wirklich sehr auf diese Impfung, dass ich dann wieder normal leben kann und ich ja auch wieder Freude an Sachen habe, nicht nur Interesse und vielleicht noch einen Nachtrag, weil das ja ihre eigentliche Frage war Was hat mich ermutigt?

[00:22:11]

Jeder Mensch, der was Gutes für wen anders getan hat, hat mich ermutigt. Und jeder Mensch, der sich nicht von der ganzen Berichterstattung ins Bockshorn jagen lassen, sondern gesagt hat Hey, das wird schon wieder. Und die Menschheit hat schon ganz andere Krisen überstanden und wir schaffen das schon. Und solche Leute z.B. wie dieser englische Gentleman, der mit dem Rollator um seinen eigenen Garten gelaufen ist, der gesagt hat Okay, Ärmel hochkrempeln, was müssen wir machen? Los geht's.