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[00:00:19]

Sie willkommen bei den Menschen.

[00:00:25]

Hallo Hallo Gr├╝ezi liebe Leute! Um es kurz abzuk├╝rzen wie geht es euch?

[00:00:34]

Ich hoffe wir werfen erst euch geht es gut. Wir hoffen. Ja. Ich habe einen. Wundervollen. Sch├Ânen. W├╝rden. Wundervoll. Angenehmen. Guten Morgen. Egal wann ihr gerade.

[00:00:42]

Den Podcast in Weg. ├ťber die Fahrt. Gerade ├╝ber die Br├╝cke. ├ťber die sch├Âne Hohenzollernbr├╝cke. Oder ├╝ber die Zugbr├╝cke. Die finde ich super sch├Ân und komme auch gerade ├╝ber die Hohenzollernbr├╝cke kann man glaub ich gar nicht fahren. Oh Gott, das ist eine verneinende Zug dr├╝ber hin k├Ânnen. Auf jeden Fall. Oder ihr fahrt gerade wie da dr├╝ber und schaut auf den K├Âlner Dom. H├Ârt gerade unseren Worten zu und denkt euch, was f├╝r ein geiler Tag ist das gewesen?

[00:01:05]

Richtig. Wir haben heute ein etwas anderes Thema als sonst. Wir haben heute mal wieder eine @gast Podcastfolge und zwar haben wir gleich die liebe Antonia Wesseling bei uns zu Gast. Sie ist 22 Jahre alt, kommt aus K├Âln 21. Sie wird sonst w├╝rden sie wird bei uns wohnen.

[00:01:23]

Oh ok. Da hat mich Tim direkt berichtigt und wir werden mit ihr heute ├╝ber das Thema Essst├Ârung und Magersucht sprechen. Genau hier auch direkt vorab eine Triggerwarnung an euch, falls euch das Thema belastet. Ihr mit dem Thema nicht umgehen k├Ânnen. Es nichts dar├╝ber h├Âren wollt.

[00:01:40]

Genau. Schaltet ab oder sucht euch vielleicht eine Person, mit der ihr den Podcast zusammen anh├Âren m├Âchtet. Wir werden keine schlimmen Dinge oder sonstiges hier aufdecken, aber wir werden nat├╝rlich ├╝ber Themen sprechen, die nat├╝rlich sehr intim und sehr privat sind und vielleicht auch dem einen oder anderen nahe gehen werden. Und wir m├Âchten mit dem Podcast nat├╝rlich auch versuchen, so ein bisschen unseren Blickwinkel zu weiten und ja, auch ein bisschen aufzukl├Ąren. Und ja, ich w├╝rde sagen, wir holen jetzt die liebe Antonia mal rein und dann h├Âren wir mal zu.

[00:02:10]

Was sie uns zu erz├Ąhlen hat, is uns ja.

[00:02:14]

Herzlich willkommen, liebe Antonia. Bei uns im. Bei den johnsons. Quasi. Bei den. Johnsons. Im wohnzimmer. Jetzt. Haley.

[00:02:21]

Im virtuellen. Danke f├╝r die Einladung. Ich freue mich sehr, dass ich mit euch ein bisschen reden darf. Ja, wir freuen uns auch sehr, dich heute mit am Start zu haben. Du bist ja heute hier unser Gast, um deine Geschichte ein bisschen zu erz├Ąhlen und unsere Zuh├Ârer auch ein bisschen aufzukl├Ąren. Wir haben dich heute eingeladen, um auch selber dazuzulernen, unseren Blickwinkel so ein bisschen zu erweitern und vor allem dir zuzuh├Âren. Und haben nat├╝rlich auch die Hoffnung, dass wir mit dem Podcast und mit der Folge auch vielleicht so ein St├╝ckchen weit was bewegen k├Ânnen.

[00:02:52]

Ja, genau. Es gibt ja ganz viele.

[00:02:54]

Also wenn wir jetzt nochmal hier die, die da drau├čen, vielleicht auch ich Schwierigkeiten haben, gerade in der Jugend, nee, weil gerade bei dir hat das ja auch mit 14 Jahren angefangen und na ja, vielleicht kannst du ja nur so eine kleine Introduction, genau wie du durch das Leben gegangen bist und heutzutage oder wie du heutzutage durchs Leben gehst, da kommen wir auf einen Vergleich drauf.

[00:03:16]

Also richtig. Wir ja noch ein bisschen Zeit. Vielleicht zuerst einmal und erz├Ąhlst uns Wer bist du? Wie alt bist du? Woher kommst du? Und wie hat ja das ganze gro├če Thema damals bei dir angefangen?

[00:03:28]

Okay, also ich hei├če Antonia. Ich werde aber eigentlich von allen Toni genannt und ich bin 21 Jahre alt und ich schreibe eigentlich. Also hat angefangen, dass ich Jugendb├╝cher geschrieben habe. Und ich habe irgendwann auch angefangen, auf meinem YouTube-Kanal und auf Instagram ├╝ber meine eigene Geschichte zu sprechen. Denn es war mir halt eben auch ganz wichtig, mich da irgendwann auch mal zu ├Âffnen, weil es halt so ein sehr langer Teil meiner Jugend gewesen ist. Und zwar bin ich magers├╝chtig gewesen.

[00:03:59]

Also ich bin halt mit 14 krank geworden und habe ungef├Ąhr ich. Man kann das halt jetzt nicht. Man kann jetzt keinen genauen Tag nennen, wann es an angefangen und aufgeh├Ârt hat. So ein schleichender Prozess wahrscheinlich. Genau.

[00:04:11]

Also es waren ungef├Ąhr 5 Jahre, die ich wirklich aktiv damit zu tun hatte. Und ja, es war quasi meine ganze Jugend und ich hab halt auch in der Zeit mit YouTube angefangen. Also ich hab dort B├╝cher vorgestellt und irgendwann hab ich halt auch gedacht, dass meine Zuschauer haben halt irgendwann auch gemerkt nat├╝rlich, dass es mir nicht gut geht. Und dann kam auch immer so Nachrichten und irgendwann hab ich angefangen, halt ├Âffentlich dr├╝ber zu sprechen, was ja erst sehr schwerfiel, weil ich tats├Ąchlich nie in meinem Freundeskreis dr├╝ber gesprochen hatte.

[00:04:42]

Also ich hab mit meiner Familie sehr offen gesprochen, aber ich hab nie meinen Freunden das Wort Magersucht genannt. Also wir haben nie ├╝ber diese Diagnose so an sich gesprochen und pl├Âtzlich war es halt so, dass so viele Menschen das halt wussten, was sich rumgesprochen f├╝hlt.

[00:05:02]

H├╝h hat das hat sich quasi herumgesprochen, so dass das viele sich dann so Sorgen gemacht haben oder was man meinen Freunden ja genommen.

[00:05:11]

Ja, also wir haben das halt auch mitbekommen, weil ich ja auch in die Kline. Also ich war ja auch war dreimal insgesamt in einer Klinik und die haben das dann halt mitbekommen. Anfangs, also es hat halt 2013 angefangen und nach einem Jahr ungef├Ąhr war mein erster Klinikaufenthalt und ich wei├č noch, dass bei meinen Gro├čeltern. Und ich habe auch meinen Freundinnen und meinen Mitsch├╝lern erz├Ąhlt, dass ich eine Stoffwechsel Krankheit h├Ątte, damit sie halt nicht wissen, dass ich psychisch krank bin.

[00:05:37]

Weil das f├╝r mich halt ganz, ganz schlimm war und ich Angst hatte, dass sie mich jetzt anders sehen und irgendwie auch irgendwie so Vorurteile haben. Und es war irgendwann haben sie es halt quasi gemerkt. Beispielsweise auch, weil sie mir Post in die Klinik geschickt haben und jeder halt gesehen hat, dass es die geschlossene Psychiatrie war und. Ja, aber ich hab's trotzdem nie wirklich ausgesprochen. Und ich glaube, zum Beispiel in der Schule, da wusste es, wussten es auch die meisten.

[00:06:05]

Aber sie waren taktvoll genug, um zumindest nichts zu sagen.

[00:06:09]

Also das ist ja schon mal schon mal ein gro├čer Schritt.

[00:06:11]

Also ich w├╝rde ich. Ich w├╝rde auch. Ich finde das auch so krass, weil dann Instagram Kanal Toni pur hei├čt.

[00:06:19]

Es ist der Name, der da, wenn man da quasi mal so da das anschaut, das Profil, das, da sieht man das ja gar nicht so an die ja jetzt so.. Ich finde es nett. Du siehst ja auch aus wie ein wie ich sag mal wie normales M├Ądchen.

[00:06:33]

Na du bist ja quasi so wie das eine M├Ądchen von nebenan und da sieht man ja gar nicht, was du durchgemacht hast und sowas, ne? Und ich finde es auch so krass. Du hast es doch gerade gesagt. Das ist halt eine psychische St├Ârung. Naja, was ja auch viele vielleicht gar nicht so sehen. Viele versagen. Ja, ja, ein Problem, sondern? Aber dieses Problem ist ja nicht nur nicht einfach so so ja, ich will jetzt einfach nichts essen, weil ich jetzt trotzig bin, weil jetzt ein kleines Nein, ich sage mal in Anf├╝hrungszeichen irgendwie wie so ein wie ein dreij├Ąhriges M├Ądchen sagt Nein, ich will jetzt nicht essen, sondern es ist ja wirklich so!

[00:07:04]

Nee, das ist ja wie so eine Art Ja, wie gesagt, du hast ja ganz andere Gef├╝hle dazu gehabt.

[00:07:09]

Und ich glaube, das ist eben ganz interessant, wenn man das mal so, ich sage mal so ein bisschen aufrollt und sagt Okay, woher kommt das denn ├╝berhaupt? Weil du hast ja auch einen ganz anderen Blick jetzt da drauf. Dadurch, dass du diese Krankheit ja auch erforscht hast durch durch deine eigenen Erfahrungen, aber auch durch Aufenthalte zum Beispiel wie hier in der Klinik. Naja, wo du dann halt gemerkt hast alles klar.

[00:07:28]

Okay, was. Also was ist das ├╝berhaupt, was mit mir vorgeht, sozusagen.

[00:07:33]

Ja, ich glaube zu diesem Thema herrscht auch super viel Unwissenheit. Einfach immer. Also es ist ja generell so, dass halt schnell Vorurteile irgendwie gef├Ąllt werden. Deswegen finde ich das gerade so sch├Ân, dass ich halt deine Mitsch├╝ler oder deine Freunde damals sehr zur├╝ckgenommen haben und sehr sensibel mit der Thematik umgegangen sind. Weil wir haben uns nat├╝rlich auch im Vorfeld viel ├╝ber dieses Thema informiert und mit dir da so ein bisschen ins Gespr├Ąch zu kommen. Und wir konnten auch schon sehr, sehr viel Neues dazulernen.

[00:07:59]

Und oftmals ist es ja immer so, dieses Klischee. Ach ja, die M├Ądels, die kriegen alle ein schlechtes Vorbild durch Germany's Next Topmodel oder durch Instagram und durch die ganzen Model Match Magazine und wollen denen dann nacheifern. Aber eigentlich ist das gar nicht so, oder?

[00:08:14]

Also das ist halt ein ganz, ganz, ganz gro├čes Problem. Und ich fange nochmal ganz vorne an, zum Beispiel zu meinem Instagram-Profil. Also mittlerweile geht es mir auch wieder sehr gut und deswegen ist es auch halt kein Thema mehr von Instagram oder so Ich habe eine Zeit lang zu dem Thema auch Videos gedreht und auch auf Instagram dar├╝ber erz├Ąhlt. Aber mittlerweile merke ich einfach, dass ich mich davon distanziere, dass das halt. Ja, ich hab damit abgeschlossen. Ein Teil von mir.

[00:08:39]

Ja genau, es war. Es war meine Vergangenheit. Und mittlerweile merke ich halt, dass eben auch meine wahre Pers├Ânlichkeit wieder hervorkommt und die interessiert sich halt f├╝r B├╝cher. Ich lese halt sehr, sehr viel. Ich stelle B├╝cher vor, ich geh Buchtipps und ich schreibe halt eben auch selbst B├╝cher. Und ich m├Âchte dann halt auch wieder das ich ich bin und nicht die magers├╝chtige Nasi dazu. Nat├╝rlich auch noch. Und das ist ganz, ganz wichtig. Man sieht es eben nicht jedem an.

[00:09:05]

. Also ich hab ich kenne sehr viele Betroffene, die genau darunter leiden und es war bei mir auch so. Ich habe w├Ąhrend meiner Erkrankung sehr, sehr h├Ąufig gesagt bekommen Aber du siehst doch gar nicht magers├╝chtig aus. Ja, ich glaube, das ist so dieses Klischee, weil viele Menschen denken eben an so ein abgemagerten K├Ârper. Aber es gibt halt eben auch so viele Menschen, die vielleicht nur am Untergewicht kratzen oder die eventuell noch im Normalgewicht sind und trotzdem diese Probleme haben.

[00:09:35]

Und bei meinem zweiten Klinikaufenthalt beispielsweise war ich. Ich war leicht untergewichtig, aber ich war nicht so untergewichtig, wie ich zum Beispiel an anderen Zeitpunkten war. Aber es ging mir psychisch sehr schlecht und ich wollte halt unbedingt Hilfe haben. Und als ich dann einer Mitsch├╝lerin erz├Ąhlt habe, meinte sie zu mir, sie versteht das nicht, weil sie. Ich w├╝rde ja nicht magers├╝chtig aussehen und sie hat es ├╝berhaupt gar nicht verstanden. Aber f├╝r mich war das halt wirklich so ein richtiger.

[00:10:02]

Jetzt mal so zu sagen Das war ein Schlag in die Fresse, weil sich die Krankheit in mir quasi nicht gesehen gef├╝hlt hat. Und es war, als w├╝rde sie sagen Es ist ja alles gar nicht so schlimm. Stell dich nicht so an, du brauchst keine Hilfe.

[00:10:13]

Und ich glaube, das ist n├Ąmlich auch weil weil ich hab das tats├Ąchlich auch jetzt, wo du das auch sagst Fall fallen mir noch zwei Freunde von mir ein, gerade aus meinem aus meiner heftigen Bodybuilding Zeit sag ich mal ne, wo man auch denkt so gut, ne. @David Die fressen ja eh ohne Ende und ich hab das da ganz krass auch mitbekommen, dass da auch sehr sehr viele Essst├Ârungen stattfinden.

[00:10:35]

Na wo dann irgendwie dann mit den Jungs mal beim Ball bei Burgerking waren und hat mir auch ein Kumpel erz├Ąhlt, dass der dann quasi da ist? Hab ich jetzt quasi ein paar Jahre sp├Ąter erst erfahren, dass er dann zu der Zeit ne mega krasse Figur hat, dann quasi Burger mit gegessen, also mit den Jungs hey hey und ist dann dann noch auf Toilette gegangen und hat das dann wieder ausgekotzt, weil er dann gesagt hat Nee, weil er halt gesagt hat, dass das nee, das ist meine Di├Ąt.

[00:10:56]

Nee. Das w├╝rde meine meine, also seine seine Muskeln jetzt zerst├Âren. Halt Lensing und ich meine, ich hab das.

[00:11:03]

Also ich hab auch ich sehr, sehr viel gegessen. So und deswegen war das auch f├╝r mich so okay. Nee, das war dann auch in dem Moment so voller Schlag in die Fresse.

[00:11:10]

Hab ich immer gedacht, hab Okay, da, der ern├Ąhrt sich, der muss sich ja voll diszipliniert ern├Ąhren und Bock voll geil, dass der mal, dass da mal ein Burger essen kann.

[00:11:17]

Und ja, man kann ja passiert nichts. Nee, ├╝berhaupt nicht, sondern das war halt dann auch so eine. So eine Situation, wo ich dann auch dann mir gedacht habe Wow, so, das ist ja schon irgendwie so next level, sondern das ist ja und man hat sie mir auch nicht angesehen.

[00:11:29]

Das waren so ein Voll. Also der hatte die riesen Muskeln, der hatte, der war alles. Also da hat er nat├╝rlich auch seine 6 prozent K├Ârperfett oder sowas. Was ja auch super gering ist. Aber im Bodybuilding ist das halt eben, wenn du auf die B├╝hne gehst oder wenn du. Ich hatte ja auch schon eine Zeitlang, wo ich 6 prozent auf 5 5 prozent K├Ârperfett hatte.

[00:11:47]

Aber das ist ja dann auch irgendwo, wo man da super super krass aufpassen muss, weil man dann ganz schnell in eine ganz ├╝ble Falle sagt Ich ist sowieso ein Strudel rein fallen kann tun.

[00:11:58]

Ich hab noch ne Frage an dich. Du meintest eben, dass diese eine Freundin das gar nicht richtig nachvollziehen konnte oder so, dass so ein bisschen abgethan hat unter dem Motto Jetzt stell dich mal nicht so an. Man sieht ja gar nicht, dass du so magers├╝chtig bist. Hattest du dann das Gef├╝hl Oh Gott. Ich bin vielleicht gar keine richtige Magers├╝chtige. Ich muss ja irgendwie noch mehr abnehmen, damit sie sieht, wie schlecht es mir wirklich geht. Ja, also bei mir hat das Thema krank genug, einen ganz, ganz, ganz gro├čes Thema gespielt w├Ąhrend der ganzen Erkrankung, dass ich immer gedacht habe, ich bin nicht krank genug.

[00:12:28]

Und tats├Ąchlich hab ich irgendwie. Ich hatte sehr h├Ąufig diesen Gedanken im Kopf. Ich muss erst einmal ein bestimmtes Gewicht erreicht haben. Ich muss einmal an die Magensonde, ich muss einmal irgendwie von von Menschen. Ich muss kurz am Tod vorbei rasen. Ich habe immer ich m├Âchte, ich m├Âchte einmal kurz tot sein. Quasi. Ist es aber nicht. Und wenn ich wie quasi kurz tot bin, dann hab ich mir gezeigt, dass ich an mein Limit gekommen bin.

[00:12:54]

Also f├╝r mich war die Essst├Ârung halt auch ganz, ganz, ganz viel Disziplin. Aber ich wollte mal meine Disziplin, meine St├Ąrke zeigen und es ging mir halt darum. Und das ist halt irgendwie so der gro├če Schmerz. Es ging mir nie darum, sch├Ân zu sein. Also ich bin zu dem Zeitpunkt, als ich krank wurde, sehr schlank gewesen. Ich galt mein ganzes Leben lang immer als tendenziell eher d├╝nn. Bei mir hat Essen nie eine Rolle gespielt.

[00:13:18]

Also ich w├╝rde sagen, ich bin mit einem sehr intuitiven Essverhalten gro├čgeworden. Ich durfte immer S├╝├čigkeiten essen, wann ich wollte. Aber ich hab nie viel S├╝├čigkeiten gemocht und ich habe mir nie Gedanken um meinen K├Ârper gemacht. Aber ich war unzufrieden mit mir. Und das ist halt eben der gro├če Trugschluss, dass viele eben denken, dass Social-Media oder nur Germany's Next Topmodel sowas ausl├Âst. Aber es ist halt eben eine psychische Krankheit und es ist kein kein Trend und es ist kein einfach nur ein verzerrtes Sch├Ânheitsideal.

[00:13:48]

Und ich finde, es ist ganz wichtig, dass man da nochmal unterscheidet zwischen einem gest├Ârten Verhalten. Also es gibt sehr viele M├Ądels und Jungs, die halt durch Social Media vielleicht auch oder auch eben durch Models, Serien, Einsendungen vielleicht denken Oh, ich muss weniger essen. Aber das ist halt noch nicht das Ausma├č einer psychischen Krankheit. Und ich will damit nicht sagen, dass das andere nicht schlimm ist oder keine Hilfe verdient und man das nicht ernst nehmen sollte.

[00:14:15]

Aber es hat irgendwie einen eine andere, oft auch andere Ursachen. Und bei mir waren die Ursachen halt beispielsweise und das ist halt bei der Anorexie ja nerv├Âser. Also bei der psychischen Erkrankung Magersucht, so dass die Magersucht eigentlich eher eine Schutz Strategie ist. Also beispielsweise ich nenne jetzt mal ein Beispiel, was f├╝r viele vielleicht sehr greifbar ist. Was auf mich jetzt eben nicht zutrifft, ist, dass manche Frauen nach einer Vergewaltigung in so eine Essst├Ârung reinrutschen, weil sie ihren K├Ârper so abmagern, damit sie f├╝r M├Ąnner nicht mehr attraktiv sind.

[00:14:48]

Ich habe gerade im Netz mit einer Zuschauerin geschrieben, die als Kind wohl schwere etwas sehr Schlimmes erlebt hat. Und das war ihr zum Beispiel ihre Begr├╝ndung, dass sie halt sagt, sie m├Âchte von M├Ąnnern nicht mehr gesehen werden. Und das ist, wie gesagt, das trifft nicht auf mich zu. Das ist ein sehr hartes Beispiel. Es gibt auch kleinere Verletzungen, die zu sowas f├╝hren. Aber daran sieht man, es ging eben nicht darum, einfach nur sch├Ân zu sein.

[00:15:13]

Und deswegen ist halt so was wie Body Positivity oder so, das ist alles super, wirklich. Ich finde das ganz toll, aber das ist nicht der Weg, um eine Essst├Ârung zu behandeln.

[00:15:22]

Ja, ich glaube auch, weil das ist halt da. Da sind ja auch ganz andere Bilder bei den bei den Betroffenen, sag es mal im Kopf halt einfach da ist ja nicht irgendwie, weil die sind ja in einer ganz anderen Situation, weil die halt eben nicht dann vielleicht auch den Also ich habe mir diesen Luxus haben, Anf├╝hrungszeichen positiv ├╝ber ihre Figur nachzudenken.

[00:15:42]

Nee, so, da sind ja ganz andere Faktoren, die dann irgendwie gerade so Platz haben im Kopf und die, wie du auch schon gesagt hast, gar nicht irgendwie unbedingt so auf dieses, auf dieses Sch├Ânheitsideal zur├╝ckzuf├╝hren.

[00:15:55]

Es ist halt glaub ich eher so, dass man den eigenen K├Ârper als Sprachrohr nach au├čen verwendet, dass man halt die haben will. Hey, ich kann zwar gerade nicht ausdr├╝cken, wie schlecht es mir eigentlich geht, aber ihr sollt sehen, dass ich schlecht aussehe oder nicht krank aussehe oder irgendwie sowas, dass die Leute das auch sehen k├Ânnen.

[00:16:13]

Nicht genau. Ich habe mal gesagt, das ist eine Leinwand f├╝r meine Gef├╝hle, also dass ich meine Gef├╝hle sichtbar gemacht habe. Und ich finde es ganz interessant. Ich war, bis ich krank wurde, also bis ich die Essst├Ârung entwickelt habe, der felsenfesten ├ťberzeugung, ein ganz normales Leben eines pubertierenden M├Ądels zu f├╝hren. Wenn ich aber heute meine Tagebucheintr├Ąge sehe, was ich mit 12 13 in mein Tagebuch geschrieben habe, bevor ich meine Essst├Ârung entwickelt habe. Ich habe.

[00:16:37]

Ich war. Ich war depressiv. Ich war wirklich. Ich war. Ich kann mit meinem ganzen Leben nicht mehr. Nicht klar. Ich war so unzufrieden mit mir selbst. Ich habe mal gesagt, dass mich, dass ich mich selbst nicht aushalte. Dass ich, dass ich das Gef├╝hl habe, ich bin zu viel. Ich. Ich belaste immer nur Menschen. Das ist vielleicht auch Ich habe z.B. als Kind sehr viele Wutanf├Ąlle bekommen. Also ich war ein sehr anstrengendes Kind und mir wurde das halt auch immer wieder gesagt.

[00:17:03]

Also meine Eltern sind wirklich ganz liebevolle Eltern und die haben das nie b├Âse gemeint. Ich habe letztens z.B. einen Spruch gelesen, den finde ich sehr wahr. Blo├č weil Eltern. Also es gibt Eltern, die geben ihr Bestes und es ist trotzdem nicht das, was die Kinder brauchen. Und das ist total frustrierend. Aber vielleicht irgendwie auch nochmal gut zu h├Âren, dass es eben nicht um Schuld oder sowas geht. Also nicht darum, dass Eltern vielleicht einfach nur sich nicht gek├╝mmert haben oder so.

[00:17:27]

. Aber bei mir war es halt wie gesagt so, dass ich halt diese Wutanf├Ąlle hatte und schon mit 5 6 und meine Mama dann zum Beispiel mal so Spr├╝che gesagt hat. 8 Horny F├╝r dich h├Ątte ich 2 normale Kinder kriegen k├Ânnen und sie hat mich dann in den Arm genommen und mich dann irgendwie wei├č nicht irgendwie fest gedr├╝ckt und gesagt Aber ich hab dich trotzdem lieb. Aber in meinem Kopf kam an Ich bin wieder die Belastung und ich glaube solche Glaubenss├Ątze. Also durch solche Aussagen bilden sich eben Glaubenss├Ątze in den Katalog von Menschen und die Glaubenss├Ątze.

[00:18:01]

Die ziehen sich halt durch das ganze Leben. Und ich habe teilweise auch noch heute sehr schnell Angst, Menschen zu belasten, Menschen zu viel zu sein, Menschen eine Zumutung zu sein. Weil ich sehr schnell spreche, weil ich viel spreche, weil ich gro├č bin, solche, solche Sachen. Klar, man kann immer noch drauf, die halt irgendwie.

[00:18:20]

Also naja, jetzt wo du das sagst, ist es halt so. So so nee, das ist halt so. Klar, man macht sich dann halt so Gedanken.

[00:18:29]

Halt so, ne. Und ich finde es halt. Ich finde es so kraftvoll, dass da ja ganz normale Sachen eigentlich. Nee so ich bin ja auch jemand z.b. Sehe ich jetzt pers├Ânlich. Ich laber den ganzen Tag. Den ganzen Tag.

[00:18:39]

Ich habe mir auch manchmal. So oft. Wie wir gesagt haben.

[00:18:42]

Was ich den leuten gesagt habe. Denke ich mal..

[00:18:46]

Ja genau. Aber da sind es halt. Irgendwie. Vielleicht. Dann. Dann. Dann doch. Irgendwie. Weil wenn ich jetzt. So ├╝ber diese. Bada. ├ťber deine. ├ťber deine worte. Beispiel nachdenke. Bei mir war es zum Beispiel so Ich habe in der Schule immer sehr viel geredet und die ganze Klasse oder nicht, die ganze Klasse, aber doch eigentlich die ganze Klasse von meiner ganzen Schulzeit. Ich hab immer viel geredet, immer viel geredet und immer viel um um um den hei├čen Brei geredet.

[00:19:10]

Genau, viel reden will ich. Also das war bei mir immer der Fall.

[00:19:14]

Und da immer die ganze Klasse hat immer hat sich immer aufgeregt dar├╝ber haben sie gesagt.

[00:19:18]

Ungesagte Worte, immer auf zu labern und sowas.

[00:19:20]

Aber die einzige, die einzigen, die immer das gefeiert haben, waren die Lehrer. Und dadurch hatte ich quasi bei mir den positiven und diesen diesen positiven Effekt. Und zuhause, also meine Eltern war das egal wie viel ich geredet habe.

[00:19:34]

War dann wieder zur├╝ck geantwortet oder dann hab ich schon mal mit meinen drei Br├╝dern oder mit der Wand.

[00:19:40]

Und ich hab alle drei Br├╝der. Dann hab ich halt auch unfassbar viel geredet und die reden halt auch viel. Nee, so wei├čt du aus Fabio. Vielleicht ist eher der Ruhige das mein Mann, mein dritter Bruder.

[00:19:50]

Naja, auf jeden Fall genau ist das also jetzt w├╝rde sodass erz├Ąhlst ist es halt schon krass so, weil weil das sind halt dann das m├╝ssen ja Schl├╝sselmomente sein in.

[00:20:01]

Leben die sich halt quasi immer wieder wiederholt, haben sich dann immer weiter, quasi sagen wir so ich sage ich mal wieder so einen kleinen Riss in die Scheibe quasi hier gemacht hat und dann halt Asphalt irgendwann. Nee, war, da war die Scheibe so gerissen, dass sie eben geplatzt ist. Und dann ist dann wahrscheinlich auch bei dir dieser dieser Faden geplatzt hat einfach dieser.

[00:20:19]

Ich beschreibt es. Ich beschreibe das gerne als fast. Das hab ich zum Beispiel auch in meinem. In meinem Buch hab ich so ein Beispiel genannt und das fand ich halt irgendwie auch sehr passend, dass man ein Fass hat und das wird mit jedem Risikofaktor quasi weiter gef├╝llt und irgendwann l├Ąuft es ├╝ber. Ja und deswegen spreche ich auch nicht eigentlich. Ich hab's jetzt hier gesagt, aber ich finde es irgendwie auch schwierig zu sagen, ich bin 2013 krank geworden, weil ich immer sagt, da ist da irgendwie die Essst├Ârung ausgebrochen.

[00:20:43]

Aber ich hatte ja vorher eben diese ganzen anderen Faktoren schon in mir drin. Die waren halt eben nur nicht sichtbar. Und das sind halt noch mehr Verletzungen gewesen. Also es war jetzt nicht nur das. Das waren aber alles kleine Verletzungen. Also es war nichts, was vielleicht jetzt als f├╝r Au├čenstehende als Trauma gilt. Aber das ist halt eben auch das gro├če Problem, dass Kinder teilweise Dinge als traumatisch wahrnehmen, die halt von uns jetzt vielleicht objektiv gesehen ├╝berhaupt gar nicht so schlimm waren.

[00:21:11]

Und jedes Kind auch anders reagiert beispielsweise. Meine Therapeutin meinte das nur. Ich glaube, 40 prozent aller vergewaltigten Frauen reagieren darauf mit einem Trauma. Die anderen leben einfach weiter. Und es gibt ja also jeder Mensch ist halt anders und jeder Mensch reagiert darauf anders. Das hat mit der Genetik zu tun, also auch mit Anf├Ąlligkeiten und so. Das hat aber auch etwas damit zu tun, wie viel Selbstwertgef├╝hl man hat, wie viel, also wie widerstandsf├Ąhig man einfach ist.

[00:21:39]

Und das sammelt sich halt eben an und deswegen finde ich es irgendwie auch immer schwierig, wenn in Dokumentationen oder so gesagt wird beispielsweise Mobbing war Ursache f├╝r die Magersucht. Das hab ich letztens auch erst gesehen. Ich wei├č nicht, ob ihr wisst, auf was ich anspiele. Das ist ja Mobbing. Mobbing ist mit eine Ursache, aber meistens ist es halt die eben diese Anf├Ąlligkeit schon gegeben. Das bringt dann halt quasi alles zum ├ťberlaufen. Viele sind halt Resultiere nicht gemeint.

[00:22:05]

Genau. Viele sind resilient genug, um das dann halt ich sag mir besser zu verkraften oder wegzustecken als andere. Und wie du schon sagtest, das Fass f├╝llt sich immer mehr und dann irgendwann bringt man es dann halt zum Ausdruck. Ja und das ist halt eben dann quasi der Zeitpunkt, wo die Essst├Ârung ausgebrochen ist. Und da finde ich irgendwie halt immer sehr wichtig, dass man die Essst├Ârung halt eben als Schutz Strategie sieht und nicht als Problem mit dem Essen.

[00:22:32]

Also bei mir war es ja z.B. auch nie und das wei├č ich auch von anderen Betroffenen, dass ich einfach mir das Essen nicht geschmeckt hat oder ich einfach nicht essen wollte oder ich keinen Hunger hatte oder so. Sondern ich hab das Essen halt f├╝r etwas benutzt und da gibt es auch ein ganz ganz sch├Ânes Bild, was ich auch meine Buch gelesen habe. Stellt euch mal vor, ihr seid in einem Fluss und ihr geraten in einen Strudel und ihr fahrt. Also ihr merkt, dass ihr fast ertrinkt und dann wirft euch jemand einen Baum ins Wasser und ihr krabbelt euch an diesen Baumstamm fest und so ein bisschen.

[00:23:07]

So ist das halt mit der Magersucht halt auch, dass man man ist im Wasser und man ist mit seinem Leben ├╝berfordert, aus verschiedensten Gr├╝nden. Und dann wirft irgendeine Gelegenheit einen Baumstamm rein. Bei mir war es beispielsweise damals, dass ich ungl├╝cklich verliebt gewesen bin und ich dachte, dass der Junge auf mich aufmerksam wird, wenn ich irgendwie krank bin. Ich glaube, das war so ein bisschen der Grund. Ich wollte abnehmen, Aufmerksamkeit und ich dachte auch, ich wollte auch, dass er denkt, ich bin krank, damit er sich Sorgen macht und mich besch├╝tzt oder so.

[00:23:34]

Ich glaube, das waren so Gedanken. Ja, ich glaube, das ist halt so diese typischen Gedanken, die man halt auch als Teenager hat. Jetzt, vielleicht heute mit einem Erwachsenen darin klarer im Kopf denkt man nat├╝rlich auch nochmal ganz anderes dar├╝ber. Und wahrscheinlich kannst du auch aus heutiger Sicht sagen, dass es wahrscheinlich vielleicht sogar das Gegenteil bewirkt hat. Bei ihm oder bei dir oder bei ist, wei├č ich gar nicht.

[00:23:53]

Das wei├č ich gar nicht mehr. Ich hab dann auch die Schule gewechselt. Das hei├čt, ich hatte keinen Kontakt mehr zu ihm. Aber das war quasi damals zu bauen.

[00:24:02]

Es wird sicherlich nicht zum Ziel gef├╝hrt haben und dieser Baumstamm, der quasi ins Wasser rein geworfen. Und das ist halt die Magersucht. Also an der Magersucht hab ich mich fest krabbeln k├Ânnen in dem Wasser, was quasi halt mich runter gerissen hat. Und jetzt kommt aber das Problem. Dann kommen Menschen, Therapeuten, Lehrer, Freunde, Eltern und sagen Hey, schwimm doch einfach zum Beckenrand, dann kommst du raus. Du und dann? Das ist quasi. Lass doch die Magersucht los.

[00:24:29]

Das Ding ist aber W├╝rdet ihr etwas loslassen, was euch das Leben gerettet hat? Und w├╝rdet ihr euch trauen am Beckenrand pl├Âtzlich Ihr m├╝sst ja, damit ihr euch hochzieht. Am Beckenrand oder am Ufer m├╝sst ihr ja den Baumstamm erstmal loslassen, weil man braucht ja beide H├Ąnde frei und ihr m├╝sst quasi dieses Vertrauen haben, dass ihr in dieser in diesem Moment, indem ihr von dem von dem Baumstamm loslassen, auch dem Sprung nach oben schafft. Und ich glaube, das ist der Punkt.

[00:24:54]

Die meisten Essgest├Ârte haben nicht das Vertrauen in sich selbst, dass sie jetzt loslassen d├╝rfen, weil sie glauben, ich ertrinke sonst. Ich habe letztens das war es wohl auch das sagst fand ich jetzt auch super. Also finde ich es auch super passend. Wir haben letztens tats├Ąchlich auch wieder genau das Gegenteil gesehen und zwar mein Leben mit drei. Nee, nicht einmal Limiter Kilo. Einmal dick, immer dick, hie├č es, glaube ich.

[00:25:17]

Diese Dokumentation. Und zwar war da ein junges M├Ądchen, die war. Die war mit 14, mit 13 und dann mit 14 145 Kilo gewogen. Mit 14? Nein, das ist quasi das Geld. Ich ├╝berleg mal, das war da muss ja das. Das. Das drei Vierfache dann von von dem sein, was du dann wahrscheinlich in dein. In deiner Situation dann wahrscheinlich sogar. Nehmen wir jetzt mal, ne. Ich hab ja auch gelesen. Also von Kilos und Gewicht redet man eigentlich nicht, weil das ja immer so ein bisschen negativ behaftet, k├Ânnen wir sp├Ąter noch mal dr├╝ber reden.

[00:25:46]

Das mache ich. Genau. Genau. Und dir? Das war so krass, weil in dieser Dokumentation das war spielte V oder sowas. Die haben die quasi dann 2000 10 begleitet oder sowas. Wie gesagt, da war die. Da war die dann 16, da hatte die quasi nach 2 Jahren 40 Kilo abgenommen. Hat dann die 100 Kilo Marke gebrochen und dann ist sie quasi aus ihrem Camp wieder nach Hause. Und dann haben die die quasi zwei Jahre sp├Ąter wieder wieder quasi getroffen.

[00:26:16]

Und dann haben die und dann hat sie halt 150 Kilo gewogen. Also sie ist quasi ne sie hat man.

[00:26:22]

Sowas ist mega wichtig, dass man eben die das das ist das Problem. Ich glaube, das war auch mein Problem bei mir damals. Das ist wahrscheinlich auch das, was du gerade meintest. Die man ist in der Klinik beispielsweise und man bekommt einen Ern├Ąhrungsplan.

[00:26:34]

Meistens eine, die genau genommen wirst du von der Welt genau das ist was das tempor├Ąr halt zunehmen.

[00:26:39]

Ich habe in den Klinikaufenthalt und das ist meine sehr gro├če Kritik an Klinik auf, also in vielen Kliniken, die p├Ąppeln wieder auf. Also hei├čt man nimmt an Gewicht zu. Wenn man nach Hause kommt, f├Ąllt man wieder zur├╝ck. Und das ist eben eben das Problem, weil ich stelle euch vor, ihr ich nenne das jetzt mal beim ├ťbergewicht einfach viele Leute sagen Ja, warum macht man denn nicht einfach den Magen kleiner? Und so eine Magen OP oder sowas.

[00:27:02]

Aber das ├Ąndert ja nichts daran, weil die Menschen, die so so ├╝bergewichtig werden, die essen ja nicht, weil ihnen das Essen so gut schmeckt. Genau. Teilweise essen die eben um Gef├╝hle zu Falz, um sich voll zu studieren und nicht mehr zu f├╝hlen.

[00:27:14]

Es ist ein Alkoholiker, trinkt auch keinen Alkohol, weil er das so geil findet, sondern weil er und weil er damit irgendetwas komplett traumatisches oder sowas kompensiert. Und so ist es eben auch bei der Magersucht und viele Kliniken. Beispielsweise mein erster Klinikaufenthalt in der Psychiatrie. Ich sage es euch ich war knapp drei Monate in dieser Klinik. Das einzige war, dass ich sehr zugenommen hatte und ich kam nach Hause und ich stand wieder vor meinem urspr├╝nglichen Problem.

[00:27:37]

Ja, das ist halt das Problem. Und ich glaube, da ist es auch ganz gleich, ob man jetzt soviel isst und ├ťbergewicht hat und sich vollstopft, stopft oder ob man gar nichts oder sehr wenig ist. Weil letzten Endes sind es wahrscheinlich unterm Strich mehr oder weniger fast die gleichen Probleme, weil man mit dem Essen, also mit dem ├╝berm├Ą├čigen Essen oder mit dem so gut wie gar nichts und sehr wenig Essen halt versucht, die eigenen Gef├╝hle zu kompensieren. Und ich fand die Metapher auch total sch├Ân, die du uns erz├Ąhlt hat.

[00:28:05]

Das mit dem Fluss dann nochmal kurz darauf zur├╝ckzukommen. Du meintest ja, das ist super schwierig, etwas loszulassen. Also zum Beispiel den Baumstamm, der dich damals gerettet hat aus seiner schwierigen Phase. Viele Essgest├Ârte reden ja auch da dr├╝ber, quasi, dass sie in ihrem Leben nie etwas gut kannten oder konnten und sie endlich in der Essst├Ârung sich gefunden haben, weil sie so diszipliniert waren, auf dieses Essen zu verzichten oder auf Gel├╝ste zu verzichten und das ja wirklich gesagt haben.

[00:28:36]

Guckt euch mal an, ihr sitzt hier am Tisch und ihr schafft es nicht, auf dieses leckere Essen zu verzichten. Aber ich bin so diszipliniert und ich bin da so gut drin, dass ich das nicht brauche, dieses Essen. Und vielen f├Ąllt das halt schwer, dann davon zur├╝ckzutreten. Das hat mich gerade daran erinnert. Doch so meinte es, diesen Baumstamm loszulassen, weil ich vergleiche das jetzt mal mit einem ganz anderen Beispiel Wenn du zum Beispiel jahrelang Eiskunstlauf betreibst und pl├Âtzlich kommt der eine oder andere und sagt ja doch einfach auch mit dem Eiskunstlauf und du sagst Nee, aber das ist mein Leben, daf├╝r habe ich mein Leben lang oder jahrelang trainiert oder sowas.

[00:29:08]

Das f├Ąllt mir auch super schwer. Dann einfach ich sag mal so dieses gro├če Talent einfach fallen zu lassen oder beiseite zu legen. Und ich glaube, man kann das auch so ein bisschen vergleichen damit, oder?

[00:29:19]

Das ist ein ganz gro├čes Identit├Ątsproblem auch. Und ich glaube, dass das auch einer der Gr├╝nde ist, warum viele in der Pubert├Ąt da reinrutschen, weil man in der Pubert├Ąt halt eben noch mehr seine Identit├Ąt sucht. Ich habe beispielsweise auch w├Ąhrend meines letzten Klinikaufenthalt eine Frau kennengelernt. Ich glaube, die war ├╝ber vierzig. Ich versuche jetzt mal so ein bisschen die Identit├Ąt zu anonymisieren, indem ich jetzt ihren Beruf ├Ąndere. Aber sie hat ihr Leben lang halt einen ein sehr anerkannten renommierten Beruf gehabt.

[00:29:48]

Also ich sag jetzt einfach mal, sie war Juristin oder sowas. Also auf jeden Fall einen ein sehr, sehr anerkannter Beruf. Und dann hatte sie einen Unfall und ist k├Ârperlich quasi so! Instabil geworden, also k├Ârperlich, rein k├Ârperlich. Dass sie den Beruf nicht mehr aus├╝ben konnte und krankgeschrieben war. Und das hat bei ihr die Magersucht ausgel├Âst. Denn sie war zu Hause und sie hatte das Gef├╝hl, man h├Ątte ihr etwas weggenommen und sie hat nichts mehr. Und pl├Âtzlich hat sie angefangen, die Essst├Ârung quasi mit ihrem ihrem Essst├Ârung ihr Leben zu kontrollieren.

[00:30:22]

Und das finde ich, zeigt halt eben auch so gut, dass es eben halt mehr ist, als einfach nur dieses d├╝nn sein wollen, sondern halt die Kontrolle ├╝ber alles haben. Bei mir war es auch. Ich hab halt immer, ich h├Ątte meiner Kindheit schon mit Zw├Ąngen zu k├Ąmpfen. Also ich hab halt beispielsweise immer sehr schlimm aufr├Ąumen m├╝ssen. Ich habe mein ganzes Zimmer mal aufger├Ąumt und bin durchgedreht, wenn irgendwas nicht an Ort und Stelle war. Und die Essst├Ârung war eine Art von Kontrolle ├╝ber mein Leben ├╝bernehmen.

[00:30:50]

Und pl├Âtzlich wurden die Zw├Ąnge auch. Teilweise wurden die Zw├Ąnge dann zumindest was das Thema angeht, manchmal besser, weil ich das Gef├╝hl hatte, das Essen ist etwas, was ich kontrollieren kann. Du kannst ja bestimmen, was ich esse und was du wiegst. Und wenn du weniger isst? Magst du am n├Ąchsten Tag weniger. Und das funktioniert nach einem 1+1 gleich 2 Prinzip und die Kontrolle ├╝ber sein eigenes Leben haben, wenn man das Gef├╝hl hat, alles ist zu viel.

[00:31:18]

Das funktioniert halt eben nicht. So einfach kann ich nicht. Eins plus eins ist zwei machen.

[00:31:22]

Ja und wenn du halt ├╝ber alles irgendwie so total unlogisch. Aber man sucht halt etwas, wo man sich festhalten kann, obwohl es ├╝berhaupt gar nicht der Ort. Also das ist ja gar nicht das, wo man sich, wo man eigentlich die Kontrolle gerade braucht. Man verschiebt es quasi auf etwas. Es ist denn m├Âglich, sag ich mal so. Diese extreme Disziplin, Disziplin oder wie man es auch nennen mag, auf irgendetwas anderes umzulenken. Also du hast es ja auch da rausgeschafft aus der Magersucht.

[00:31:49]

Hast du vielleicht irgendwie eine Idee, ob das klappen k├Ânnte? Sag ich mal, wenn man ja wenn das quasi das einzige Ziel ist im Leben, dass man halt das Essen kontrolliert und somit halt auch den eigenen K├Ârper kontrolliert. Ob man diese extreme Disziplin, die es ja auch tats├Ąchlich dazu braucht, erstmal an diesen Punkt zu kommen, umzulenken auf irgendwas anderes, dass man sagt ich mache jetzt Sport oder irgendetwas anderes, was mir halt psychisch, k├Ârperlich und seelisch halt guttut.

[00:32:15]

Also ich glaube, dass sehr viele Essgest├Ârte danach auch in eine Art Sportwagen fallen. Ich bekomme das zum Beispiel auch auf Instagram h├Ąufig mit, dass ich das, das ich mitbekomme, dass M├Ądels, die ich damals kannte, pl├Âtzlich mit Sport irgendwie auch mehr oder weniger rausschaffen. Ich sehe das aber immer ein bisschen kritisch, weil ich denke, das ist ja letztendlich nur eine Symptom Verschiebung. Und wenn ich Beispiel dann abh├Ąngig von Sport bin und dann schlie├čen die Fitnessstudios, dann hab ich davon auch nichts, weil dann drehe ich auch durch das Engagement anderer.

[00:32:45]

Genau. Ich w├╝rde sagen, dass man also ich pers├Ânlich habe es auch nicht zu 100 prozent w├╝rde ich sagen. Ich bin immer noch sehr ehrgeizig und ich stecke mittlerweile eigentlich all mein Ehrgeiz ins Schreiben rein. Also dass ich halt eben B├╝cher schreibe und dass ich halt da. Aber das war schon immer so, auch als Kind, dass ich halt da schon mal Fu├č fassen wollte. Ich habe als Kind immer gesagt, ich m├Âchte Autorin werden und ich m├Âchte Jugendb├╝cher schreiben.

[00:33:09]

Ich m├Âchte andere Kinder zum Lesen bringen und ich stecke da jetzt sehr viel Kraft und Zeit rein. Aber letztendlich ist glaube ich das Allerwichtigste, dass man irgendwann auch versteht, dass man auch wertvoll ist, wenn man nicht die Beste ist, wenn man nicht alles leistet. Und dass das irgendwie eher das Ziel der Therapie sein sollte, dass man auch dann wertvoll ist, wenn man den ganzen Tag im Bett gelegen hat und Netflix geguckt hat, dann ist man immer noch genauso wertvoll, wie wenn man den ganzen Tag irgendwie was ganz Produktives getan hat.

[00:33:41]

Absolut. Und deswegen ist eine Ern├Ąhrungsumstellung, wenn ich sage, ich esse jetzt nur noch gesund oder ich mache zu Profisport nicht die L├Âsung.

[00:33:48]

Ja, ja, absolut. Denn das ist genau das, was ich ja bei vielen, gerade auch in einem, ich sage mal in so einem sensiblen Alter wie z.B. 13 bis 16, 17, 18 vor allem ich habe so das Bild, die Bef├╝rchtung, dass sich das Ganze durch die neuen Medien auch ganz krass nach vorne verschiebt. Naja, also fr├╝her. Ich sag mal so also ich habe mit 16, also mit 15 habe ich tats├Ąchlich noch mit Actionfiguren wie wie.

[00:34:21]

Also hab ich mich bei mir im Zimmer gesessen und hab Quarte quasi immer noch so diese diese Hobbys gehabt, wo man sagt die hat da 19j├Ąhriger. Nee, da hab ich ganz ganz normal habe ich meine Panini Hefte voll geklebt, meine meine Pokemon Karten gesammelt, meine wie heute.

[00:34:37]

Ja genau so wie heute. Sind alles. Unsere Gesellschaft wird immer leichter. Ja genau so und das ist halt.

[00:34:44]

Na da bin ich auch mega dankbar f├╝r das meine Eltern da nie irgendwie. Also die haben immer gesagt es macht. Machen wir das was du machst, dann geht zur Schule. Hauptsache ich gehe ├╝berhaupt zur Schule die Wand und ich hab wieder ich ├╝berhaupt zur Schule gegangen bin.

[00:34:54]

Ne weil weil das waren halt auch ganz viele in meinem Alter, die das eben nicht gemacht haben oder oder Klassenkameraden oder was auch immer, die halt dann wirklich so irgendwie total abgedreht sind, geraucht habe und alles drum und dran. Ich hab nie sowas gemacht, weil ich halt immer irgendwie meine Zuflucht dann bei mir, also im Zimmer mit meinen Br├╝dern oder meinen Freunden dann hatte und mit denen dann irgendwie meine Fantasien, also meine so so Fantasiewelten aufgebaut habe.

[00:35:18]

Halt quasi konnte noch Kind sein, war ja voll, voll, voll und das hab ich so das Gef├╝hl muss ich auch ganz ganz ehrlich sagen. Das ist so in Zeiten von Social Media einfach nicht so, ne?

[00:35:28]

Wenn ich mir teilweise TecDax ticktack durchs Colle und dann sind dann da wirklich Zw├Âlfj├Ąhrige, die total depressive Gedanken haben und aber auch so so extrem erwachsen irgendwie so oder oder so erwachsen spielen irgendwo auch ne, weil man muss ja auch sagen das ne werden.

[00:35:47]

Wenn man dann zum Beispiel sieht, dass die dann wei├č ich nicht Lieder von Billy eilig, die dann irgendwie so super s├Ąht sind irgendwie so oder keine Ahnung.

[00:35:56]

Nee, also dieses das wird ja immer so bel├Ąchelt irgendwie so nee, da machen sich halt quasi ├Ąltere Leute oder ├Ąltere oder so so im Mittelalter nicht Mittelalter im mittleren Alter.

[00:36:07]

Ich das 30 j├Ąhrige konnte machen sich eben da dr├╝ber lustig. Ich hab das nicht an das Kabel kommen bitte. Und zwar machen die sich dar├╝ber lustig, dass die dann halt eben so auf erwachsen tun und wo ich mir halt so denke. Ganz ehrlich. Klar, die sind halt, die kommen in eine Welt, haben vielleicht vom vom Elternhaus, vielleicht nicht so die Aufmerksamkeit oder vielleicht in ihrer Umgebung, vielleicht nicht so die Aufmerksamkeit und verlieren sich dann im Internet und dann kommen wir halt eben.

[00:36:33]

Kann man halt relativ schnell dann irgendwie so ne, weil gerade so ein Algorithmus funktioniert halt so, dass der dir egal ob Instagram, Facebook, YouTube oder was auch immer so ein Algorithmus spielt. Ja genau das, was du gerade f├╝hlen willst. Naja so und wenn du, wenn du, wenn du dich einmal packt, dann schmei├čt du dich noch viel tiefer in das Rabbit.

[00:36:53]

Hol rein hin und dann kommst du halt irgendwann an einem Ende raus, was dann einfach nicht mehr so geil findet.

[00:36:59]

Es ist halt einfach so, dass die das die Kinder und Jugendlichen heutzutage viel schneller erwachsen werden m├╝ssen, alleine schon durch das genau verfr├╝hte Abitur oder Geschichten. Das sind halt alles so Kleinigkeiten, die aber irgendwie trotzdem dazu beitragen, dass die Kinder und Jugendlichen gar nicht mehr richtig sich ausleben und entwickeln k├Ânnen. Die werden so schnell in den Job geschmissen und m├╝ssen mit 16 schon entscheiden, was als was m├Âchtest du denen jetzt abgenommen und sowas. Und das finde ich halt einfach super super schwierig.

[00:37:25]

Und da entsteht halt wie du eben schon mal ein Dystonie in unglaublich hoher Leistungsdruck und ein Druck von au├čen, von den Eltern, von Freunden oder sonstiges, die hat vielleicht schon eine Ausbildung haben und du wei├čt immer noch nicht, was du machen willst und sowas. Also ich glaube wirklich, dass man gerade in der Zeit der Pubert├Ąt halt mit unglaublich vielen Problemen zu k├Ąmpfen hat. Und deswegen verfallen wahrscheinlich auch die meisten in diesem Alter dann in Essst├Ârungen oder ├Ąhnlichem.

[00:37:48]

Ja, das glaube ich auch. Man sagt also, man sagt das halt die Ursache sozial bzw. halt das Umfeld und auch allgemein unsere Kultur nat├╝rlich mit rein spielt. Dann halt eben das Psychologische, also ganz viel eben auch Erziehung. Und da ist halt eben wichtig, dass man halt von seinen Eltern so eine Art Urvertrauen auch mitbekommt und eben was ich auch, was ich eben halt schon meinte. Es ist nicht so und das finde ich eben so so wichtig, dass es halt nicht die nur Kinder sind, die aus vernachl├Ąssigten Zuhause oder sowas kommen.

[00:38:19]

Denn wie gesagt, ich bin super liebevoll gro├č, also gro├č, weil meine Eltern haben ganz ganz ganz viel daf├╝r getan, dass ich halt gl├╝cklich bin. Aber es sind halt Verletzungen, mit denen sie gar nicht gerechnet haben. Beispielsweise hat mein Vater uns immer gesagt Ja, du kannst alles schaffen, was ihr wollt. Und er hat immer uns damit so motivieren k├Ânnen, an uns zu glauben. In mir hat es aber eine Art Druck ausgel├Âst, dass ich immer dachte, wenn ich etwas nicht schaffe, hab ich nicht genug gewollt.

[00:38:44]

Also ich bin quasi ich muss immer alles schaffen. Ich wei├č, dass wir bei uns. Keller Wir haben so ein Sporttreiben im Keller und da h├Ąngt hing ganz lange. Ich wei├č nicht, ob es da immer noch h├Ąngt, so ein. So ein Bild. Manche Menschen tr├Ąumen vom Erfolg, andere sind wach und arbeiten hart. Und ich wei├č, dass ich als Kind schon immer diesen Spruch angeguckt habe. Arbeite hart, muss hart.

[00:39:04]

Dieses. Dieses. Dann sind Menschen stolz auf dich. Und ich glaube, das hat eben auch ganz viel ausgel├Âst. Da ich das ich mich nie genug gef├╝hlt habe, total widerspr├╝chlich. Auf der einen Seite hab ich eben gesagt, ich hab mich oft zuviel gef├╝hlt, auf der anderen Seite hab ich mich nicht genug gef├╝hlt. Es ist halt schwierig. Intensive. Ja total. Dann diese intensiven Gef├╝hle, die ich schon immer hatte. Also ich hab eben als Kind schon so intensiv gef├╝hlt, dass ich eben diese Wutausbr├╝che und sowas bekommen habe.

[00:39:33]

Und wisst ihr, die Magersucht kompensiert halt auch diese Gef├╝hle so hervorragend. Gut, das ist wie eine Art Droge, die pl├Âtzlich einem das Gef├╝hl gibt, man muss das nicht mehr wahrnehmen. Und das ist wie eine Art Rausch. Also ich hab mich. Es hat sich angef├╝hlt, als w├Ąre ich in einem Rausch. Dann ist die Essst├Ârung auch eine Art Selbstbestrafung. Teilweise. Also wenn man selbst einfach in so einem in so einen Selbsthass rein ger├Ąt, dann ist die Magersucht gewisserma├čen auch eine Form von Selbstverletzung.

[00:40:04]

Viele Menschen denken bei Selbstverletzung eben nur anders an das Schneiden. Aber es ist halt eben auch eine Selbstverletzung. Bei mir war es zum Beispiel so Wenn Menschen was zu mir gesagt haben wie Du machst das falsch oder irgendwie sei es auch nur. Sei doch mal still, hab ich das nicht Essen ausgehalten? Also dass ich mich selbst daf├╝r bestraft habe, dass ich wieder b├Âse gewesen bin. Okay. Und wie gesagt, es gibt halt so ganz viele Glaubenss├Ątze. Ich nenne das mal Glaubenss├Ątze, weil das halt eben so in der Kindheit ist.

[00:40:34]

Ich bin nicht genug, ich bin zu viel. Ich werde nicht ausreichend geliebt. Meine Gef├╝hle sind b├Âse. Diese Gedanken sind, die halt da entstehen. Und was man halt auch nicht untersch├Ątzen darf, ist halt auch so einer. Ein biologischer Aspekt, der halt mit reinkommt. Das ist nicht nur die Genetik, sondern teilweise auch das. Wenn wir anfangen weniger zu essen, wir ein ├ťberlegenheitsgef├╝hl bekommen, das ist biologisch nachher nachgewiesen worden. Und zwar ist das auch total sinnvoll, denn stellt euch vor, ihr seid ausgehungert, dann m├Âchte euer K├Ârper ja ganz dringend Nahrung haben.

[00:41:10]

Das hei├čt, er sch├╝ttet so eine Art Kraft aus, um euch auf die Suche nach Nahrung zu machen. Und das ist halt in ihr bei vielen Essgest├Ârte eben so. Dieses Gef├╝hl von Ich bin jetzt stark und das ist biologisch erkl├Ąrbar. Und das muss man halt unterbrechend halt eben durch eine Art Entzug. Also dass man halt eben damit aufh├Âren muss. Du hast ja eben gesagt, dass du vor deinen Freunden oder auch vor den Mitsch├╝lern. Ja, das ist quasi immer die Essst├Ârung so versucht hast zu verstecken.

[00:41:41]

Bei deinen Eltern warst du dann aber komplett offen damit. Also hast du mit ihnen. Ich sag mal so, als du gemerkt hast, so irgendwie drifte ich gerade in so eine Richtung ab. Hast du indirekt davon erz├Ąhlt oder haben sie dich darauf angesprochen oder wie kam das zustande?

[00:41:56]

Also ich habe relativ schnell mit meiner Mutter versucht zu sprechen, weil ich ein sehr gutes Verh├Ąltnis zu meiner Mutter hatte oder habe auch immer noch. Aber ich hab ihr gesagt, dass ich halt irgendwie Angst habe, dass ich etwas Ungesundes rein rutsche. Und dann hat sie auch versucht, das zu verstehen. Aber ich glaube, sie hat den Ernst trotzdem nicht den Ernst der Lage.

[00:42:17]

Trotzdem irgendwie nicht so wie da standen, da drin war oder das mal selber. Wenn man sich wirklich verfiele, also wirklich damit besch├Ąftigt hat, dann ist es auch super schnell und vor allem wenn man hier Du und B├╝rgern so krass sieht. Also ja genau.

[00:42:29]

Sie hat ich glaube ich war zu dem Zeitpunkt auch noch nicht so stark irgendwie untergewichtig oder so. Und dann sind wir zum Arzt gegangen und die Ärztin hat dann halt gesagt hab mich gewogen und dann gesagt Ja, wenn es noch weniger wird, musst du eine Therapie. Und es war wieder so es wurde mega auf nicht nur geachtet und ich hatte das Gefühl okay, hier bekommst du keine Hilfe. Also hab ich angefangen zu lügen und gesagt Okay, ist wieder gut, weil ich irgendwie so ich verzweifelt quasi war.

[00:42:56]

Und dann war das halt auch eine lange Zeit wieder versteckt. Dann hab ich auch Lehrer irgendwann angesprochen und dann ist es quasi offiziell einfach rausgekommen. Als meine Mama irgendwann an meinem Bett stand und gesagt hat Hey, irgendwas stimmt doch mit ihr nicht. Und ich dann ist es aus mir herausgebrochen und ich hab's ihr erz├Ąhlt. Und das war auch der Zeitpunkt, wo sie dann wirklich gemerkt hat Okay. Und dann hab ich eine Therapie angefangen. Aber das Problem ist halt, dass sehr viele Therapien und sehr lange bei mir halt eben nur das Essverhalten behandelt wurde.

[00:43:26]

Also ich wei├č das bei meiner ersten Therapeutin. Sie meinte zu mir wir rechnen jetzt mal dein BMI aus. Und dann hat sie gesagt der ist ja viel zu niedrig. Und dann meinte sie Okay, ja dann. Wie schaffen wir das denn wieder, dass du mehr ist?

[00:43:38]

Und das war wirklich eine Therapeutin, die das zu mir gesagt, sondern so und da war ich jahrelang professionell.

[00:43:46]

Ja, es war einfach. Es ist. Ich bin fassungslos, dass es sowas, dass es solche Tja, ist halt so!

[00:43:51]

Ja und dann war ich halt jahrelang in Behandlung bei dem bei meinem Chefarzt, bei einem Chefarzt der Kinder und Jugendpsychiatrie bei uns aus der Stadt. Und er hat mich dann das erste Mal mit dem Satz konfrontiert Das Essen ist gar nicht dein Problem und ich habe das nicht verstanden. Ich dachte, er nimmt mich nicht ernst. Ich dachte, er glaubt, ich habe kein Problem. Also ich hab das so verstanden. Das Essen ist nicht dein Problem. Du hast kein Problem.

[00:44:15]

Aber er wollte sagen nicht das Essen ist dein Problem, sondern andere Dinge. Und ich war dann halt mehrere Jahre bei ihm in Therapie und ich hab irgendwann angefangen gegen ihn zu k├Ąmpfen. Also er war f├╝r mich. Er war mir sehr wichtig. Ich habe eine sehr emotionale Bindung zu ihm gehabt und da mein Vater immer sehr viel gearbeitet hat, hab ich in ihm eine Art Vaterersatz glaub ich auch gesucht. Das hei├čt, ich hatte Angst, dass ich von ihm loslasse.

[00:44:40]

Also wenn ich gesund werde, dass er ich ihm dann egal bin. Und deswegen hab ich dann immer weiter abgenommen, um ihm zu zeigen, dass er auf mich aufpassen muss. Ich bin dann in die Therapie Stunden gegangen und hab mir dunkels dunkle Lidschatten unter meine Augen gemacht, damit er denkt ich sehe schlechter aus.

[00:44:57]

Ist so richtig so. Auch da.

[00:45:00]

Wieder ne wieder dieses immer tiefer rein. Quasi. Dass man. Dass man erstmal in dieser Situation sich verliert. Krass.

[00:45:07]

Wie ist das dann? Ich sag mal, wenn man jetzt eine Essst├Ârung hat, auch vielleicht. Vielleicht f├╝hlt sich ja auch jemand angesprochen, der jetzt gerade hier zuh├Ârt oder kennt. Jemanden, wo man sich vielleicht Sorgen um denjenigen machen k├Ânnte oder hat da vielleicht eine Vermutung oder sowas? Wie reagiert man dann am besten als Angeh├Âriger, wenn sich jetzt z.B. eine essgest├Ârte Person sich ja einem Freund oder eine Freundin, Mutter, Vater wie auch immer offenbart? Oder wie spricht man das Thema an, wenn man den Verdacht hat Oh, irgendwie sich so ersch├Âpft aus?

[00:45:41]

Du bist nicht mehr wie fr├╝her, du bist nicht mehr so lebenslustig. Ist alles okay. Du nimmst immer weiter ab. Wie kann man da am besten als Angeh├Âriger quasi an der essgest├Ârte Person herantreten?

[00:45:52]

Also ich pers├Ânlich kann jetzt nur von mir sprechen. F├╝r mich war immer das Beste, wenn Menschen gar nicht, dass mein Zustand vom Gewicht abh├Ąngig gemacht haben, also nicht gesagt haben Du nimmst Updikes schlecht, weil das war quasi eine Best├Ątigung f├╝r mein Verhalten, dass ich abnehmen muss, damit Menschen mich wahrnehmen, sondern halt vielmehr vielleicht Du wirkst traurig. Also ich, ich habe das Gef├╝hl, du bist nicht. Du bist traurig. Ist was mit dir so? Und das finde ich auch ganz wichtig, dass man die Person auch ernst nimmt.

[00:46:21]

Also wenn ich beispielsweise mit einem normalen Gewicht zu meiner meiner besten Freundin gehe oder zu meinem besten Freund gehe und sage Hey, ├Ąhm, mir. Mir geht es nicht gut. Ich hab das Gef├╝hl, ich rutsche ne Essst├Ârung rein. Dann ist der allerschlimmste Satz wirklich. Wenn jemand dann sagt Ja, aber du siehst halt eben nicht so aus. Also das Gewicht bitte unbeachtet lassen und auch ├Ąlter. Ich finde es ganz schlimm. Ich h├Âre immer wieder, dass Eltern denken, mein Kind kommt aus der Klinik.

[00:46:45]

Es wirkt wieder normal viel. Und jetzt geht es ihm gut. Das Gewicht hat nichts damit zu tun, wie es einem geht. Es gibt depressive Menschen, die lachen. Nach au├čen und nach innen sind die tot, krank und bringen sich irgendwann um. Und genauso gibt es auch Essgest├Ârte, die normales Gewicht haben, aber deren Seele in tausend Teile zersplittert ist. Und das finde ich halt ganz, ganz, ganz wichtig, dass man das eben sieht. Und ansonsten w├╝rde ich mich eigentlich immer der betroffenen Person anpassen.

[00:47:13]

Also willst du dr├╝ber reden und das dann akzeptieren. Also mich nicht dr├╝ber hinwegsetzen. Und was ich halt auch wichtig finde ist, dass man sich ein bisschen dar├╝ber informiert und halt eben. Nicht das Essen als Symptom, also nicht das Essen, das Symptom Essen sieht, sondern versteht, was dahinter steckt und dass es Gr├╝nde gibt, die dazu gef├╝hrt haben, dass es mit mehr Essen eben nicht getan ist. Und. Und was ich halt eben auch da, was mir am meisten geholfen hat, war, wenn Menschen sich f├╝r mich interessiert haben als Mensch und nicht als als essgest├Ârte Person.

[00:47:51]

Also f├╝r mich, weil mir das Allersch├Ânste ich wei├č. Zum Beispiel w├Ąhrend meines letzten Klinikaufenthalt durfte ich eine Lesung halten. Ich habe aus meinem Buch vorlesen d├╝rfen, in der Klinik unter dem anderen Patienten. Und es war f├╝r mich so die beste Therapie. Etwas zu tun, was ich liebe und von anderen daf├╝r gesehen zu werden. Also nicht als Essst├Ârung gesehen zu werden, sondern als Autorin zu sehen, gesehen zu werden, was ich halt immer sein wollte. Das ist echt sch├Ân.

[00:48:18]

Da, wo wir gerade bei diesem Stichwort sind Autorinnen und ein eigenes Buch. Wir haben dein eigenes Buch hier gerade neben uns liegen. Das hei├čt, wie viel wiegt mein Leben? Magst du uns daraus ein bisschen was erz├Ąhlen oder wie du auf das Buch gekommen bist? Was war da der Intention dahinter? Wann hast du das Buch geschrieben? Wie lange hast du an dem Buch geschrieben?

[00:48:38]

Also ich habe 2019, Anfang 2019 damit angefangen. Was mir eben wichtig war, die Ursache zu behandeln. Ich hab halt das Buch auch gegliedert und ich hab beispielsweise auch eine, ja mehrere Abschnitte zum Thema Mein Leben mit der Magersucht, wie ich quasi gelebt habe Schule, Freundschaften, Familie. Aber halt auch so Themen wie z.B. Sexualit├Ąt und sowas ist es auch. Es existiert quasi nicht. Und dann habe ich halt auch sowas. Was verbirgt sich dahinter? Und dann hab ich das Buch eben in diese Glaubenss├Ątze eingeteilt, beispielsweise in dieses Ich bin zu viel, ich bin nicht genug.

[00:49:18]

Und wie das bei mir entstanden ist. Also was dazu gef├╝hrt hat, dass ich diese Glaubenss├Ątze entwickelt habe. Und dann kam es halt dazu. Also wirklich die Heilung. Was hat mir geholfen? Welche Ans├Ątze haben dazu gef├╝hrt, dass ich loslassen konnte? Und ich habe halt sehr h├Ąufig in B├╝chern eben sowas gelesen wie Ich bin in die Klinik gegangen und da wurde mir geholfen. Aber ich habe nie verstanden, was wurde denn da gemacht. Also was haben die gemacht?

[00:49:44]

Und ich wollte halt eben. Es ist keine Anleitung. Man kann keine Anleitung schreiben. Das Thema ist zu komplex. Aber was hat mir dabei geholfen? Und das waren beispielsweise eben solche Sachen, wie ein Sinn in meinem Leben finden. Also zu schauen, wer bin ich ohne die Krankheit ├╝berhaupt? Und bin ich? Bin ich denn liebenswert, wenn ich nicht abnehme? Und wie ich quasi geschafft habe, diese Glaubenss├Ątze wieder aufzul├Âsen? Wie ich geschafft habe, mit meinen Gef├╝hlen konstruktiv umzugehen und sie nicht quasi gegen mich zu wenden und mich zu zerst├Âren damit.

[00:50:15]

Und ja, genau diese Ans├Ątze waren mir eben daf├╝r wichtig. Ich wollte nicht einfach nur meine Leidensgeschichte erz├Ąhlen und anderen Leuten erz├Ąhlen Schau mal, so hab ich gelitten, sondern ich wollte wirklich anderen Menschen auch Mut machen. Und ja, sehr, sehr sch├Âne Worte von dir. Auf jeden Fall. Und wir haben das Buch ja wie gesagt neben uns liegen. Und es ist ja sogar ein Spiegel Bestseller. Also Gl├╝ckwunsch! Auf jeden Fall auch von unserer Seite. Und das ganz bestimmt auch nicht nur an deiner Geschichte, sondern auch daran, dass du ja eine tolle Autorin bist.

[00:50:47]

Also ja, ganz ganz gro├čen. Gro├čes Lob von unserer Seite aus. Also links nochmal genau. Allerdings nochmal zu deinem Instagram-Profil. Definitiv. Also jetzt auch nur an der Stelle und nat├╝rlich auch zu deinem Buch haben wir unten in den Shownotes auf jeden Fall.

[00:51:02]

Also falls da drau├čen jemand ist, da w├╝rde ich das gerne mal durchlesen. Da sind alle links dazu viel von den Shownotes ja eben auch nicht.

[00:51:11]

Es ist eben vielleicht auch noch wichtig ist es nicht nur f├╝r Betroffene, sondern halt eben auch nicht unbedingt nur f├╝r Angeh├Ârige, sondern vielleicht auch f├╝r Menschen, die sich einfach mit, ja mit dem mit Gef├╝hlen und sowas besch├Ąftigen. Ich finde auch an Gef├╝hlen umgehen m├Âchte, weil es eben was mir wichtig ist zu zeigen, dass die Magersucht halt nur ein Symptom ist und es noch ganz viele andere und ganz viele andere M├Âglichkeiten in Anf├╝hrungszeichen gibt, mit denen man seine Gef├╝hle kompensieren kann, die absolut destruktiv sind.

[00:51:41]

Ich finde es auch super interessant, weil wie gesagt auch gerade so Thema Depression und ganz viele anderen andere Thematiken finden da ja auch statt. Und ich finde auch so krass, weil auch in meinem Bekanntenkreis ist. Hab ich auch ├Âfter mit Menschen zu tun gehabt, die an Depression geleitet haben und geleitet die gelitten haben.

[00:52:01]

Ich hab eben noch nie gesagt das so ab einer Stunde Konzentration ein bisschen nach. Und genau das kommt manchmal einfach raus. Da muss man einfach laufen lassen.

[00:52:13]

Und zwar. Und da fand ich das auch immer so krass, weil ich das ja hautnah mitbekommen habe.

[00:52:18]

Auch das Wie, wie einfach diese, diese, diese bisherigen Methoden.

[00:52:22]

Wenn du halt quasi denkst Okay, ich habe eine Depression, okay, ich gehe zu einer Klinik, okay, da wird mir geholfen, sondern ist eher Thema Nummer eins in Medikamente. Und das ist halt immer, das ist halt immer das Worst Case. Also das ist, das ist das Schlimmste, was er machen kann. Eigentlich so wie ich das jetzt auch mitbekommen habe, wie gesagt hat, also hautnah und das ist einfach gar nichts bringt so, das bringt gar nichts.

[00:52:41]

Und das ist die. Ist die. Die Haupt Methode wie Depression behandelt Probleme Aufschiebung mit Antidepressiva. Aber das ist halt einfach nur, weil man einfach gesagt hat Ja gut, funktioniert halt so, nur bei den meisten. Aber es ist halt beschissen.

[00:52:55]

Tats├Ąchlich. Tschuldigung, ich wollte gar nicht unterbrechen, aber ich wollte sagen, dass es tats├Ąchlich interessant. Es ist tats├Ąchlich nicht nur eine Problem Aufl├Âsung, denn Depressionen sind halt eben auch biologisch erkl├Ąrbar. Das hei├čt, das Gehirn von Menschen mit Depressionen funktioniert an manchen Stellen einfach anders. Und es ist genauso wie bei einem Diabetiker, der auf sein Insulin angewiesen ist. Bei manchen Depressionen halt auch schon sinnvoll, das mit Medikamenten zu behandeln. Aber ihr habt Recht. Ich finde es auch problematisch, aber es ist allgemein so.

[00:53:23]

. Ganz ehrlich. Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden bei uns mit Medikamenten, mit Betablocker oder sowas behandelt, anstatt mal Ern├Ąhrung und Sport oder so was. Richtig? Richtig? Ja genau. Also es muss auf jeden Fall auf anderem Wege geben.

[00:53:36]

Ich kann trotzdem sagen, dass ich habe auch jahrelang Antidepressiva genommen. Das ist bei mir auch geholfen hat. Aber es ist nicht der einzige Weg und es ist nichts so, dass man eine Happy Pille schluckt und dann ist alles gegessen. Also man muss auf jeden Fall ein guter Psychiater oder ein guter Arzt wei├č das auch das die besten Erfolge. Also auf jeden Fall eher mit beidem erreicht werden und nicht mit einfach nur einer Pille.

[00:54:02]

Ja richtig, richtig. Man muss halt an dem Leben generell was ver├Ąndern, weil weil irgendwas muss ja da sein, was einen belastet. Und dann muss man herausfinden, was das ist. Und es kann ja auch sein, dass es ne das ist ganz ganz pragmatisch Sachen sind oder ganz, ganz einfache Sachen, vielleicht auch teilweise, vielleicht ohne Job oder vielleicht auch nur eine Person bei dem Job oder sowas auf der Arbeit.

[00:54:22]

Eine toxische Person genau w├╝rde eine toxische Beziehung oder vielleicht aber auch ein grunds├Ątzliches Problem mit irgendeiner Art das kann ja auch einfach nur ich sage mal, jetzt kannst du auch ganz bl├Âd, manchmal auch vielleicht einfach ein Bild sein, was an der Wand ist, was eine Erinnerung aus dem aus dem Haus, aus der Vergangenheit wieder herausholt, was man gar nicht wei├č, was da wirklich teilweise sind.

[00:54:42]

Sogar Medikamente, viele Frauen, die durch die Pille beispielsweise eine Depression entwickeln und es wird einfach nicht erkannt und dann kriegen die obendrauf noch Antidepressiva und anstatt dass man vielleicht was an der Pille ver├Ąndert oder so voll.

[00:54:55]

Liebe Tony, magst du uns vielleicht ein paar abschlie├čende Worte nochmal sagen, wie du es dann geschafft hast, aus deiner Essst├Ârung herauszufinden? Also gab es da irgendetwas, wo du gesagt hast war da? Da war irgendwie ein Knackpunkt in meinem Leben oder? Das hat mir besonders gut geholfen. Es gab eine Person in meinem Leben oder ich habe angefangen umzudenken. Gab es da irgendwas Bestimmtes? Also ich glaube, mein letzter Klinikaufenthalt war f├╝r mich schon sehr wichtig. Das war 2018 in einer ich sag es doch extra dazu, weil ich sehe es schon kommen, dass mir eine geschreiben werden.

[00:55:27]

Welche Klinik ist. Zwar das ist eine Privatklinik, das hei├čt, die nehmen nur Privatpatienten auf oder Selbstzahler. Tut weh, ich wei├č. Ich habe das Gl├╝ck, dass meine Eltern mich zu meiner Geburt privat versichert haben und ich heute vom profitiert habe. Aber da hatte ich zum ersten Mal das Gef├╝hl, dass ich als Mensch gesehen werde und dass ich halt mehr bin als einfach nur eine Essst├Ârung. Und sie haben mich sehr viel mit Gef├╝hlen. Es ging ganz, ganz viel um Gef├╝hle und darum, wie ich mit meinen Gef├╝hlen umgehen kann, wenn ich gerade diesen Druck in mir habe, anstatt dass ich jetzt nicht essen muss.

[00:56:07]

Und dann hat mir auch sehr viel auch meine Selbsttherapie geholfen. Also ich habe unheimlich viele B├╝cher gelesen. Ich habe mich ganz viel mit mir selbst besch├Ąftigt, beispielsweise Kind, das Kind, in dem es Heimat finden. Ich wei├č, jetzt kennt Sie das Buch vom H├Âren.

[00:56:20]

Nein, aber das ist ein Glaubenssatz. Also das, das, das hatten wir ja genau.

[00:56:24]

Das Kind, indem es Heimat finden ist ein ganz bekanntes Buch von Stefanie Stahl. Das Kennen. Da habe ich schon sehr h├Ąufig auch bei gro├čen Influencern gesehen. Deswegen dachte ich mir vielleicht Kennt ihr auch hier ist ein ganz empfehlenswertes Buch. Da geht es halt darum, wie wir in unserer Kindheit halt eben mit diesen Pr├Ągungen erfahren und die sich durch das ganze Leben ziehen. Und mit solchen Themen hab ich mich eben besch├Ąftigt. Und letztendlich immer der Untertitel meines Buches Warum wir bei Magersucht ├╝ber den Tellerrand schauen m├╝ssen was steckt dahinter, was hat mich ├╝berhaupt da rein getrieben?

[00:56:55]

Und ich glaube, das ist eben auch ganz wichtig. Was ist meine Motivation, wieder rauszukommen? Was ist mein Leben? Was erwartet mich, wenn ich, um auf das Beispiel von eben zur├╝ckzukommen, den Balken loslasse? Denn es muss sich lohnen. Es muss irgendetwas geben, f├╝r das ich bereit bin zu trinken, wenn ich, wof├╝r ich bereit bin, das Risiko aufzunehmen, zu ertrinken. Und das gab's fr├╝her bei mir nicht, weil mein Leben vorher, bevor ich es in die Essst├Ârung entwickelt habe, halt eben mit sehr mit Depressionen und sowas, die ich halt damals nicht gemerkt habe, aber halt die sp├Ąter erst erkannt wurden.

[00:57:31]

Aber ich hatte halt vorher ein Leben, f├╝r das es sich quasi f├╝r mich nicht gelohnt hat und man braucht ein Leben, f├╝r das es sich lohnt. Und das war dann halt teilweise eben das. Ich will jetzt zu meinen B├╝chern gefunden habe, dass ich. Mein YouTube-Kanal hat mir auch sehr geholfen, weil ich mich mit Menschen ausgetauscht habe, die genau die gleichen Leidenschaften haben wie ich das Lesen, schreiben. Und ich glaube, das ist ganz individuell. Manchen Menschen hilft es, ein bestimmtes Hobby zu haben.

[00:57:54]

Ich habe ein M├Ądchen kennengelernt. Sie hat es beispielsweise mit dem Reiten angefangen und die hat die ganze Kraft in diesen Pferden gefunden. Und ich glaube, das ist ich ja, wie gesagt. Es ist dann halt bei jedem anders. Aber das Leben muss sich wieder lohnen. Absolut.

[00:58:06]

Ja. Mega super, super sch├Ân. Also sehr sehr sch├Âne Schlussworte. Auf jeden Fall nochmal.

[00:58:13]

Ja, wir freuen uns nat├╝rlich auch, dass du es geschafft hast. Ich will sie finden und sie schaffen. Ich glaube, das ist. Es hat sich gelohnt. Nicht ganz so einfach. Aber genau.

[00:58:22]

Und jetzt kannst du halt quasi auch anderen aus diesem Weg raushelfen. Das ist glaube ich auch echt sehr, sehr sch├Ân. Nat├╝rlich neben den anderen Projekten, die man mit Sicherheit auch nach und nach lesen kann. Und ich bin sehr, sehr gespannt auf den Liebesromanen, den du gerade schreibst.

[00:58:35]

Ja, vielleicht ist ja irgendwann mal auf der gro├čen Leinwand oder vielleicht auf Netflix oder so. Und aber bis dahin dauert es noch ein bisschen.

[00:58:45]

Mal gucken. Manchmal geht es schneller als man denkt. Sofort. Ja, mega. Vielen, vielen Dank, Antonia, dass du dir die Zeit genommen hast.

[00:58:53]

Und wir werden uns mit Antonia jetzt im Anschluss auch nochmal ├╝ber ein paar Beratungsstellen austauschen. Die werden wir euch auf jeden Fall auch nochmal in die Inox reinpacken. Dass falls ihr jemanden kennt oder vielleicht auch selbst betroffen seid, da auf jeden Fall Hilfe suchen k├Ânnt und nochmal nachschauen k├Ânnt.

[00:59:08]

Ja, genau. Ja Antonia, vielen, vielen Dank f├╝r deine Zeit. Und genau wir machen jetzt hier schon mal eine kleine Verabschiedung von dir. Und genau. Ja, ich w├╝nsche dir alles. Alles. Liebe.

[00:59:19]

Genau. Ich m├Âchte auch. Dankesch├Ân. Tanja Thies Wow!

[00:59:26]

Ja, was f├╝r eine Folge. Also da ist auf jeden Fall glaube ich echt viel jetzt an Wissen in die K├Âpfe geflossen. Und ich glaube dieser Podcast hilft ganz, ganz vielen da drau├čen. Uns auch unter anderem da viel sensibler mit dem Thema umzugehen. Viel fr├╝her vielleicht auch zu erkennen.

[00:59:44]

Nein, ich sage ja auch immer so also man kann ja oft, wenn man auf die richtigen Zeichen h├Ârt oder die richtigen Zeichen sieht, kann man viel fr├╝her ich sage mal in einem gr├Â├čeren ├ťbel aus dem aus dem Weg gehen und deswegen unterst├╝tzen und eingreifen.

[00:59:58]

Was mir nat├╝rlich die Stunde jetzt auch wieder gezeigt hat, ist, dass man auf jeden Fall nicht zu fr├╝h verurteilen sollte, weil wir alle haben unseren eigenen K├Ârper und wir haben alle unsere eigenen Gef├╝hle und wir stecken nicht in den K├Âpfen von dem gegen├╝ber uns. Genau, wir sollten. Ich sag mal Warnungen ernst nehmen oder Zeichen ernst nehmen und nicht so Sachen, nicht Sachen herunterspielen.

[01:00:19]

Man wei├č ja nie. Vielleicht. Wie ich gerade mit dem Bodybuilding gesagt habe das gibt's in jedem Bereich.

[01:00:25]

Und ja, wir danken Antonia auf jeden Fall f├╝r diese Zeit. Haben wir nat├╝rlich auch im Voraus gesagt Wenn ihr Themen zu weit gehen oder sie eine Pause braucht, soll sie Bescheid sagen. Dadurch, dass sie ja ihr Buch geschrieben hat und auch auf ihren Kan├Ąlen gelegentlich ├╝ber das Thema berichtet, ist sie da nat├╝rlich ein bisschen abgeh├Ąrtet, wie sie gesagt hat. Und sie war super offen und ehrlich zu uns. Vielen, vielen Dank auch nochmal an dieser Stelle und das ganze vertrauen uns.

[01:00:51]

Genau. Wir packen euch alle m├Âglichen Links, ├╝ber die wir heute gesprochen haben, unten in die Infobox. Genau. Wir hoffen, euch hat der etwas andere Podcast heute gefallen und genau freuen uns schon auf n├Ąchsten Samstag dies dann erwartet euch eine weitere Episode und mehr von uns bekommt ihr auf Instagram oder Anna Johnson und Tim Johnson EEGs.

[01:01:12]

Richtig, richtig macht's gut.

[01:01:13]

Trink not und wir w├╝nschen euch einen wundervollen Tag Abend. Wie gesagt.

[01:01:18]

Wie auch immer, morgen bleibt gesund in dieser verr├╝ckten Richtung. Wir h├Âren uns n├Ąchste Woche wieder Techau.