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Die ganze Welt des Wissens Podcast von Bayern 2.

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Sie rauben uns nachts den letzten Schlaf, sie vermiesen uns schöne Sommerabende im Freien. Stechmücken sehrinde Plagegeister, die nicht nur lästig, sondern auch gefährlich sein können. Aber diese kleinen Tierchen sind auch sehr interessant, nicht nur für die Wissenschaft. Das spannende Element ein romantisch verwendetes Familiengrab auf dem alten Zwölf Apostel Kirchhof mitten in Berlin. Im Gebüsch neben dem Einfassungen Mäuerchen des Grabes macht sich eine junge Frau mit Pferdeschwanz zu schaffen. Sie hebt einen schwarzen Plastikbecher, gießt den Inhalt in eine durchsichtige plastikwanne und untersucht den Inhalt.

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Ein Friedhofsgärtner kommt näher. Was macht sie da? Sie fängt Mücken, sagt die Biologin Nadja Pernod und erklärt weiter.

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Da legen die Mücken ihre Larven, und dann nehme ich die mit Agrarlandschaft, um Zuwanderer zu identifizieren.

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Welche Arten?

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Mücken in der Stadt?

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Dass es sie gibt, davon weiß sicher jeder aus eigener leidvoller Erfahrung zu berichten. Was aber gefällt den Blutsaugern ausgerechnet an Friedhöfen? Eine Antwort hat Dr. Helge Kampen, medizinischer Homologe, also Insektenforscher am Friedrich-Loeffler-Institut bei Greifswald.

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Wenn ich Mücke wär, ich würd mir immer ein Friedhof aussuchen. Viele Friedhöfe sind ja sehr Pflanzenreich. Da finden die Mücken also schattige Plätze, um sich auszuruhen. Dadurch sind auf Friedhöfen auch häufig sehr viele Vögel, Eichhörnchen, kleinere Nager etcetera und natürlich die Menschen, die als Blutwerte dienen können. Und dann haben die Mücken eben durch die Blumenvasen, Tränken etc. jede Menge Möglichkeiten.

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Die Stechmücken Forschung erlebt in Deutschland seit einigen Jahren eine Renaissance nicht zuletzt durch die invasiven, also zugewanderten Arten, von denen auch der Berliner Friedhofsgärtner bereits gehört hat.

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2011 wurden in Weil am Rhein die ersten Weibchen der asiatischen Busch Mücke und der Asiatischen Tigermücke gefunden.

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Die Mücke, die aus einer ähnlichen Klimazone stammt, hat sich seitdem bei uns breitflächig etabliert, wo welche Arten in Deutschland in welcher Menge leben, welche Krankheiten durch diese Mücken übertragen werden könnten.

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Das sind Fragen, an denen Entomologen forschen. Seit 2012 zählen sie dabei auf eine wachsende Schar von Amateur Forschern der Mücken Atlas des bei Berlin gelegenen Zentrums für Agrarlandschaft Forschung kurz genannt, ist eines der großen Citizen Science Projekte Deutschlands und dient der Kartierung der Stechmücken.

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Auf der Internetseite www. Mücken. Atlas. Dot. Com wird erklärt, in welchem Zustand und mit welchen Angaben zu Fundort und Finder die Mücken gesendet werden sollen. Jede Einsendung wird beantwortet, bis Mitte 2018 waren es über 20 000. Welche Mücken sind dabei eigentlich gefragt? Dr. Doreen Walther, Biologin und Initiatorin des Mücken Atlas, erklärt, dass längst nicht alle Mücken stechen.

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Wenn jemand mir die Frage stellt Was ist eine Mücke, dann geht natürlich die ganze Bandbreite auf. Wir haben in Deutschland 28 verschiedene Mücken, Familien, die morphologischen Ausprägungen. Wie eine Mücke aussieht, kann schon sehr vielgestaltig sein. Es gibt zum Beispiel viele Menschen, die Trauer Mücken in ihrem Wohnbereich haben. Das sind die kleinen schwarzen Viecher, die aus dem Blumentöpfen beispielsweise rauskommen. Jeder kennt vielleicht die Schnaken, die so groß und behäbig im Frühjahr über die Wiesen fliegen.

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Auch das sind Mücken. Zum anderen gibt's da noch verschiedene andere Mücken, Familien, die zum Beispiel in Abflussrohr leben oder im Komposthaufen sich entwickeln. Aber all diese Mücken sind dadurch gekennzeichnet, dass sie Mundwerkzeuge haben, die nicht zur Aufnahme von einer Blutmahlzeit befähigen. Wir haben in Deutschland vier verschiedene Mücken, Familien, die das können. Und das sind zum einen natürlich die Stechmücken, die jeder kennt. Zum anderen aber sind es auch die Mücken, die dann eine ganz kleine Gruppe innerhalb der Schmetterlings Mücken, Griebel, Mücken schnitzen können.

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Ebenfalls sehr lästig sein, sogar gefährlich. Die Blauzungenkrankheit, eine tödliche Tierseuche, wird beispielsweise von bestimmten Arten übertragen.

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Für den Mücken Atlas sind aber nur die Stechmücken relevant, weil wir davon ausgehen, dass die meisten Menschen Stechmücken erkennen können, also in ihrem Umfeld mit bloßem Auge erkennen können. Auch in der Lage sind, diese einzufangen. Bei den anderen drei blutsaugenden Familien ist es so, dass sie eine sehr, sehr kleine Körpergröße haben, die sich zwischen zwei bis vier Millimeter bewegt. Der Laie ist nicht wirklich in der Lage, diese Mücken, Familien von anderen Mücken, Familien oder sogar Fliegen Familien wirklich zu unterscheiden.

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Und wir natürlich darauf angewiesen sind, nicht nur Beifang zu bekommen, sondern wirklich auch Material, was wir verwerten können.

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Wir bauen eine weitere Sammlung auf Im Wandschrank von Doreen Walthers Labor bei der Forschungsgruppe Mücken Atlas liegen gut erhaltene Fundstücke nach Art sortiert, Insekten, Sammel, Kästen säuberlich genagelt und mit Schildchen zu Fundort und Finder versehen.

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Nur vollkommen intakte Exemplare finden Eingang in die Sammlung.

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Unter dem Mikroskop lässt sich erkennen, warum Mücken Flügel zum Beispiel sind mitnichten so glatt, wie es mit bloßem Auge erscheint.

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Da sind Härchen und Schuppen drauf, und die sind wichtig. Deshalb brauchen wir die wirklich nicht so totgeschlagen, weil man macht ja meistens. So ist die Mücke sozusagen zerstört, selbst wenn sie noch da ist, für uns unbrauchbar für die Bestimmung, also für die morphologische Bestimmung.

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Deshalb sollte man die Mücken lebendig fangen, im Gefrierfach einfrieren und in einem Müncheberg schicken.

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Mücken gehören wie die Fliegen in der Klasse der Insekten zur Ordnung der zwei Flügel. Von den knapp eine Million bis heute beschriebenen Insektenarten stellen die zwei Flügel rund 160000. Ein Flügel ist zu den sogenannten Schwing Kälbchen umgebildet, die es der Mücke gestatten, die Flugrichtung zu halten oder sehr schnell zu ändern.

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Stechmücken Arten gibt es weltweit rund 3500, in Deutschland kommen über 50 davon vor. Und wo leben diese Stechmücken? Außer auf Friedhöfen natürlich.

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Dr. Doreen Walter Stechmücken sind typische Lebewesen, die verschiedene Lebensräume besiedeln. Das heißt, für Ihre Entwicklung brauchen Sie den aquatischen Bereich. Das Weibchen legt ihre Eier ab, entweder auf der Wasseroberfläche oder in der Nähe einer Wasseroberfläche. Und wenn die Eier mit dem Wasser in Berührung kommen und bei einer bestimmten Temperatur schlüpfen. Die Larven ernähren sich dann von Algen detritus verschiedener Bestandteile, die sie in ihrem Medium finden sich dreimal. Das heißt, wir durchlaufen vier larvenstadien. Das sind fräst Stadien, weil die Mücke natürlich auch wachsen muss.

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Sie muss Energie anhäufen. Dann geht sie in das Puppen Stadium über. In diesem Stadium findet die komplette Metamorphose statt, das heißt, das Insekt wandelt sich um, und aus dieser Puppe schlüpft dann letztendlich die flugfähige Mücke, die dann wieder in der Lage ist, sich durch die Kopulation Befruchtung fortzupflanzen, weiterzuentwickeln.

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Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bei Greifswald widmet sich seit 1910 der Erforschung von Tierseuchen und ihren übertragungswege.

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Und seit einigen Jahren auch Krankheiten, die von Mücken auf Menschen übertragen werden.

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In einem hermetisch von der Außenwelt abgeriegelten Labor werden hier Mücken zu Versuchszwecken gezüchtet, erklärt Mandy Schäfer, die am FLI an Mückenarten, die als krankheitsüberträger infrage kommen, forscht. Sie nimmt ein kleines, mit einer ziemlich trüben Brühe gefülltes Aquarium aus dem Regal. Hier sieht man große und kleine Larven dabei. Die Larven sind diese zappeligen Tierchen, die sich jetzt wieder an der Oberfläche mit dem Hinterteil nach oben. Was hier an der Oberfläche haften und dadurch atmen, atmen, Sauerstoff.

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Leere Puppen schwimmen auf dem Wasser, einige geschlüpfte Mücken sitzen bereits am Beckenrand. Buschige Fühler sind die Männchen. Betrachtet man eine Mücke unter dem Mikroskop, dann kann man die Theiß genau erkennen. Den langen Stech Rüssel, der sich lang z. artig ineinander schieben lässt, und die buschigen Fühler der Männchen einen Rüssel haben sowohl Männchen als auch Weibchen, aber nur die Weibchen gebrauchen ihn zum Stechen und Blut saugen. Die Männchen leben strikt vegetarisch und ernähren sich von zuckerhaltigen Pflanzen Säften.

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Sie leben auch viel kürzer. Besteht doch ihr Lebenszweck einzig darin, ein Weibchen zu finden und zu begatten. Dr. Helge Kampen Mücken Weibchen werden nur einmal im Leben befruchtet, und zwar ziemlich am Anfang ihres Lebens. Ziemlich bald nach dem Schlupf aus der Puppe Hülle. Und die haben dann, wie übrigens viele Insektenarten, Sperma, Taschen. Da verwahren sie das Sperma für den Rest ihres Lebens auf und befruchten dann die Eier daraus. Männchen und Weibchen müssen nicht oft aufeinander treffen.

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Warum aber dieser Blutdurst der Stechmücken? Weibchen? Haben Sie einfach einen extravaganten Geschmack? Oder gibt es noch einen anderen Grund dafür? Zur eigenen Ernährung brauchen Sie das Blut nicht? Führt Helge Kampen aus. Sie brauchen Proteine, also Eiweiß, damit sich die Eier entwickeln können.

[00:11:51]

Die Mücken haben die Möglichkeit, Blut einzustecken, wenn sie saugen. Es gibt auch Mückenarten. Da kann man sogar beobachten, dass noch während des blutsaugenden, am hinteren Ende der öffnung eine Art Serum eine Flüssigkeit abgeben, die es viel heller als das Blut, also das Blut bzw. Blut. Proteine werden schon während der Blut Aufnahme konzentriert in der Mücke. Und die werden dann in der Mücke umgebaut in die Proteine und der dieProduktion zugeführt.

[00:12:27]

Stechmücken stechen Tiere und Menschen. Es gibt Arten, die bei ihren Blutwerten nicht sehr wählerisch sind, und andere, die nur bei sehr ausgesuchten Opfern Blut saugen. Es ist übrigens ein Irrglaube, dass Mücken besonders süßes Blut oder eine bestimmte Blutgruppe bevorzugen.

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Sie finden ihre Opfer durch das CO2 in der Atemluft und durch bestimmte Duftstoffe im Schweiß.

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Auch durch Licht werden Sie nicht angelockt. Sind doch die meisten Stechmücken dämmerung oder nachtaktiv.

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Die Mücke kommt in zwei Biotopen vor. Der bereits erwähnten Kulik Festus etwa schmeckt besonders das menschliche Blut. Die eng verwandte kolek saugt am liebsten bei Vögeln den Namen Haus. Mücke trägt das Insekt nicht umsonst, und die Menschen sorgen oft selbst dafür, dass diese Mücken sich besonders gut vermehren können.

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Es sind also Mücken, die sehr gerne künstliche Brut Habitate aufsuchen, wie zum Beispiel Regentonnen, Blumentöpfe, Vasen, Gießkannen, irgendwelche anderen Container, die sich vielleicht im gartenbereich befinden. überALL kann sich Regenwasser sammeln, selbst in den kleinsten Cola-Dosen oder in Papierkörben. Das hält die Mücken schlüpfen, und ihnen wird ein gedeckter Tisch geboten. Und der Weg von der Regentonne in den Schlafzimmer Bereich oder in den Wohnbereich ist meistens nicht sehr weit.

[00:13:59]

Stechmücken sind lästig. Ihre Stiche jucken und führen zur Haut Schwellungen. Gefährlich werden sie, weil sie mit dem Stich Krankheitserreger übertragen können. Die Mücken fungieren als Vektoren, das heißt, sie beherbergen Erreger, die sie mit dem Blut eines Wirtes aufnehmen. Und diese Erreger mit dem Speichel in den Blutkreislauf eines anderen Opfers transportieren. Speichel fließt reichlich beim Mückenstich.

[00:14:28]

Er verdünnt das Blut und enthält eine leicht narkotisiert Substanz, damit der Blut wird. Erst nach dem Stich etwas merkt und erst zuschlägt, wenn die Mücke sich bereits in Sicherheit gebracht hat.

[00:14:42]

Krankheitserreger können Parasiten sein, etwa im Fall der Malaria, die durch die Anopheles Mücke übertragen wird. Aber auch verschiedene Viren, die gefährliche, fiebrige Krankheiten auslösen, wie das Gelbfieber, das Dengue-Fieber oder das West Nil Fieber. Entscheidend dafür, ob eine Mücke ein Virus übertragen kann, ist die Umgebungstemperatur. Je wärmer und feuchter es in dem Habitat der Mücke ist, desto schneller vermehrt sich das Virus in der Mücke, ausgehend vom Verdauungstrakt. Erst wenn das Virus in den Speichel der Mücke gelangt ist, kann es auch übertragen werden.

[00:15:25]

Hier im Hof Sicherheits Labor des Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems wird außer der Haus Mücke eine weitere Mücken Art in ihrem Käfig mit Gaze wenden. Die Asiatische Tigermücke Aedes Pikettys im Labor vermehrt sie sich hervorragend. Die Tigermücke breitet sich seit den 90er Jahren vor allem in Südeuropa aus. Dort kommt es seitdem gelegentlich zu Ausbrüchen das Dengue-Fieber. Das geschieht, wenn ein infizierter Raise Rückkehrer von einer Tigermücke gestochen wird und diese mit einem weiteren Stich durch das im Speichel enthaltene Virus eine andere Person infiziert.

[00:16:09]

Anders als die haus. Mücke ist sie eine sogenannte überflutung Mücke und stammt ursprünglich, wie der Name schon sagt, aus Asien.

[00:16:19]

Dr. Helge Kampen Legen die Eier oberhalb der Wasseroberfläche ab. Kleben sie an feuchte Strukturen, Pflanzen oder auch künstliche Untergründe, und die Larven schlüpfen erst dann aus den Eiern, wenn der Wasserspiegel gestiegen ist. Und wenn die Eier, dann, die da irgendwo kleben, in Kontakt mit dem Wasser kommen. Und das kann passieren, wenn die Eier in gebrauchte Reifen kleben. Da gibt es in Asien sehr viel Handel mit internationalen Handel, aber die werden üblicherweise erst mal gesammelt.

[00:16:55]

Da liegen dann auf einer Wiese rum, und dann regnet es da rein, ein bisschen Wasser drin, und das ist dann für die Stechmücken interessant. Dann kleben sie ihre Eier da rein, und dann werden sie irgendwann verschifft, nach Europa, Nordamerika, weltweit. Und dann liegen sie wiederum im Freiland, und wenn es dann wieder regnet und der Wasserspiegel steigt, dann schlüpfen die Larven. Und dann hat man da ganz schnell eine Population von einer Art, die da nicht hingehört.

[00:17:22]

Seit einigen Jahren kommt das kleine Insekt zunehmend auch nach Süddeutschland. Aber den weiten Weg werden die Tigermücken ja wohl kaum aus eigener Kraft fliegend überwinden. Wie gelangen Sie dann zu uns?

[00:17:36]

Bei der Asiatischen Tigermücke wissen wir, dass die regelmäßig aus Südeuropa eingeschleppt wird, und zwar mit dem Fernverkehr, mit Autos, Lkw, Zügen. Weil die Mücken, die Weibchen, die ja Blut saugen und stechen wollen, sehr aggressiv sind. Die sind doch zum Teil aktiv, und die fliegen den Menschen ins Auto hinterher, weil sie stechen wollen. Und wenn wir Pech haben in Deutschland, dann werden die mit dem Auto Hunderte von Kilometern aus Südeuropa nach Deutschland verschleppt und steigen da wieder aus.

[00:18:10]

Zum Beispiel auf einem Rastplatz an der Autobahn. Seit dem ersten Tigermücken Fund zeigt das Monitoring, dass die fünf tatsächlich ein Einfallstor für diese invasive Mückenarten nach Deutschland ist. In Süddeutschland, in der warmen Rheinaue findet sie gute Lebensbedingungen vor. Denn die Tigermücke ist wärmeliebende und kommt mit Frost im Winter nicht zurecht.

[00:18:36]

Aber auch das kann sich ändern, wenn die Mücke sich an die kälteren Temperaturen anpasst und andererseits die Temperaturen in Deutschland durch den Klimawandel nach oben gehen.

[00:18:47]

Die Zusendungen Mücken Atlas zeigen, dass die Tigermücke inzwischen an mehreren Stellen in Deutschland stabile Populationen aufgebaut hat, in Jena sogar die nördlichste Population weltweit. Was kann man aber tun, um die Mücken wieder loszuwerden? Zum Beispiel in Jena.

[00:19:05]

Wir finden immer wieder die Asiatische Tigermücke Exemplare, aber die ist auch nicht so auf einen Ort beschränkt. Da finden Nordchina zwei Exemplare in einem anderen Stadtteil. Ursprünglich waren sie auch auf dem Friedhof konzentriert. Einige Maßnahmen eingeleitet. Das simpelste ist natürlich leerstehende Blumenvasen auf den Kopf stellen. Da kann man schon viel Wohnmöglichkeiten eliminieren. Aber die Mücke war 2010 immer noch da. Mal gucken, wie es sich weiterentwickelt.

[00:19:42]

Die Badische Zeitung berichtete 2017 von einer Taskforce, die in Freiburg auf Tigermücken Fang geht und systematisch Kleingärten durchforstet. Leichter ist die Bekämpfung bei einer einheimischen Art der überschwemmung Schmücke edis, die schon von Goethe gehasste entsetzliche Reinsch. Schnörkel macht Anwohnern der südlichen Rheinauen seit je her das Leben schwer.

[00:20:10]

In Mannheim hat sich Anfang des 20.Jahrhunderts eine Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Plage gegründet, die heute noch existiert.

[00:20:20]

Diese überschwemmungen treten immer dann in Massen auf, wenn bei Wärme der Wasserspiegel steigt und Tausende Mückenlarven gleichzeitig schlüpfen.

[00:20:31]

Was man heute macht, ist in der Regel Eiweiß aus bestimmten Bakterien. Produziert wird das sogenannte Bacillus thuringiensis Toxin, das ein bakteriell Eiweiß, was die Mückenlarven mit der Nahrung aufnehmen und deren Darm zerstört. Dann sterben die Larven. Das kann man auftragen auf Eiskristalle, sodass die Eiskristalle im Wasser schwimmen. Und die Mücken? Larven knabbern dann an den Eiskristallen an der Wasseroberfläche und nehmen dieses Eiweiß auf. Deswegen, weil man es so ausbringen kann, kann man es auch gut per Hubschrauber großflächig verteilen.

[00:21:14]

Viele würden den Stechmücken keine Träne nachweinen, wenn es sie eines Tages nicht mehr geben würde. Andererseits beklagt man, dass Insekten sterben und kann sicher keine Welt herbeiwünschen, in der nur uns genehme Insekten ein Recht auf Leben besitzen. Stechmücken erfüllen wie alle anderen Arten auch, ihre Rolle im ökosystem, nicht zuletzt als Futter für Schwalben und Frösche.

[00:21:41]

Wir haben aber so viele Tiergruppen, die auch schon räuberisch von Mückenlarven leben oder auch von den fliegenden Mücken. Die würden dann natürlich auch nicht entsprechend zur Entwicklung kommen. Und dann würden wir gefühlt natürlich viel mehr Veränderungen in der Umwelt wahrnehmen.

[00:21:59]

Und wie sie es selbst mit den Mücken töten. Masochistisch sei sie nicht, meint Dr. Doreen Walther vom Zentrum für Agrarland Forschung. Natürlich schlage ich auch zu.

[00:22:10]

Die Hemmschwelle von uns ist sehr herabgesetzt. Es ist schon ein Unterschied, ob man einen Schmetterling tötet oder eine Stechmücke tötet. Natürlich rufen wir nicht mit Spaß und Freude zum Töten von Stechmücken auf, wenn wir darum bitten, dass die Mücke, die man sowieso totschlagen würde, für uns für Forschungszwecke eingefangen und dann auf eine schonende Art und Weise abgetötet wird. Die Mücke schläft nämlich mehr oder weniger ein. Das ist der gleiche Prozess, dem sie unterliegt, wenn sie in den Winterschlaf geht.

[00:22:43]

Wenn sie also ihren Stoffwechsel herab fährt. Nichts anderes passiert im Gefrierfach.

[00:22:50]

So endet das Leben vieler surrender Sauger im Schrank der Mönche Berger Referenz, Sammlung und hier ist noch reichlich Platz für weitere Sammel Kästen.

[00:23:08]

Das war ein weiterer Radio Wissen Podcast aus der Welt der Tiere. Christiane Seiler begab sich auf Spurensuche nach klitzekleinen Plagegeister, die wohl bei keinem ein hohes Ansehen genießen den Stechmücken. Regie führte Eva Demmel. Huber in der Technik war Roland Böhm. Es sprachen Ruth Geishas Berger und Burkhard Albinos. Redaktion Bernhard Kastner.