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In Geschichten Folge 405 Corona Borealis und Corona Australis. Heute geht es um die Krone beziehungsweise um zwei Kronen. Beide befinden sich an unserem Nachthimmel. Es handelt sich um die Sternbilder der nördlichen und südlichen Krone oder Corona Borealis und Corona Australis, wie die offiziellen Namen heißen und was nichts anderes ist als die lateinische übersetzung von nördlicher Krone und südlicher Krone.

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Die Nördliche Krone lässt sich auch ganz ohne Hilfsmittel sehr gut sehen, auch wenn es ein sehr kleines Sternbild ist. Von den 88 Sternbildern, die der Himmel zu bieten hat, sind nur 110 noch kleiner als die nördliche Krone. Wer sehen will, der muss zwischen die ebenfalls sehr gut sichtbaren und bekannten Sternbilder Herkules und Behren Hüter schauen. Genau in der Mitte ist ein kleiner Bogen aus Sternen, der vielleicht eher wie eine Halskette ausschaut als mit der Krone. Aber es soll ja auch keine zackige Krone sein, die wir aus den Märchen Königen kennen oder auch vom Mittelalter, sondern eher um eine Art Kranz, die man auf den Kopf setzt und der zur Stirn hin offen ist, sowie die Lohrberg grenze, mit denen zum Beispiel die römischen Kaiser oft abgebildet sind.

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Die nördliche Krone ist ein altes Sternbild. Das ist eins der 48 Sternbilder, die schon der griechische Astronom Claudius Ptolemäus in der Antike beschrieben hat. Und wie alle antiken Sternbilder gibt es auch hier natürlich eine passende Geschichte aus der Mythologie. Die hat mit Ariadne und Theseus zu tun. Die gute Ariadne hat kein einfaches Leben gehabt. Ihr Vater, der war Minos, König von Kreta, und ihr Halbbruder war der Minotaurus, ein Wesen, halb Mensch, halb Stier.

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Dieses Monster hat man in einem Labyrinth in Kreta eingesperrt. Und weil Minos irgendwann mal Athen erobert hat, mussten die Athener alle neun Jahre sieben junge Frauen und sieben junge Männer abliefern, die vom Minotaurus gefressen wurden. Das haben die Athener natürlich nicht so toll gefunden, ganz besonders nicht Theseus, der Sohn des Königs von Athen. Der hat sich aufgemacht, um in Kreta den Minotaurus umzubringen. Ariadne hat Theseus gesehen, und wie das halt so ist bei Königs Kindern haben die beiden sich ineinander verliebt.

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Ariadne hat Theseus versprochen, ihm zu helfen, den Minotaurus zu besiegen und wieder aus dem fiesen Labyrinth rauszukommen. Dafür hat sie ihm einen langen Faden mitgegeben, mit der er den Weg markieren und den Ausgang finden kann. Das klappt alles. Und die beiden fliehen gemeinsam aus Athen. Ein Happy End war das leider nicht. Denn der fiese Theseus nämlich lässt Ariadne unterwegs einfach auf der Insel Naxos sitzen und reist alleine nach Hause weiter. Ariadne liegt jetzt also auf der Insel rum, und als sie einmal am Strand schläft, kommt der Gott Dionysos vorbei.

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Der war wesentlich dazu als Theseus. Er hat sie geheiratet und eine coole Krone geschenkt. Als Ariadne dann schließlich stirbt, holt Dionysos sie in den Olymp, zu den restlichen Göttern, und ihre schicke Krohne landet am Himmel, wo man sie heute noch als Sternbild sehen kann.

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Das ist eine schöne Geschichte, aber natürlich nicht die einzige. Wir neigen heute dazu, nur die griechisch römische Antike zu beachten. Aber selbstverständlich haben sich überall, auch sonst Menschen auf der Welt, Geschichten über den Himmel erzählt. Bei den Kelten zum Beispiel waren die Sterne keine Krone, sondern das Spinnrad der Göttin Arian Roth. Die arabischen Astronomen haben das Gebilde All WKA genannt, was ungefähr soviel heißt wie zerbrochen und auf eine zerrissene Halskette hindeutet. Amerikanische Ureinwohner haben in den Schalen das Loch gesehen, doch das Rauch über dem Feuer in den Himmel steigt.

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Und bei den australischen Ureinwohnern waren die Sterne selbstverständlich ein Bumerang. Der Himmel ist voll mit Geschichten, und auch wenn die nichts mit Naturwissenschaft zu tun haben, sollte man die trotzdem nicht gering schätzen. Diese Geschichten zeigen uns, wie sehr uns die Sterne im Lauf der Zeit beeinflusst und inspiriert haben. Ich will aber trotzdem auch ein bisschen über die echten Sterne der nördlichen Krone und ihre astronomischen Eigenschaften sprechen. Der hellste Stern dort, der heißt Gemma, lateinisch für Edelstein bzw.

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mittlerweile Heister offiziell Al Ficker sowie die Araber das ganze Sternbild genannt haben. Das ist ein sehr heller Stern. Was daran liegt, dass er nicht nur sehr hell leuchtet, sondern auch vergleichsweise nahe an uns liegt. Seine Entfernung zur Erde beträgt nur 8 Lichtjahre, und der Stern hat zirka die 60 fache Leuchtkraft unserer Sonne. Das ist ein sehr heißer Stern, und er ist nicht alleine. Er wird von einem kleineren Stern umkreist, man mit freiem Auge aber nichts sehen kann.

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Als Häcker leuchtet, weiß, was auch viele andere Sterne tun. Als Wecker tut's aber quasi hochoffiziell die Farbe eines Sterns. Die ist in der Astronomie nämlich nicht nur ein subjektiver. Druck ist nun eine objektive und messbare Größe, bis man die Stern Farben aber auch vernünftig messen hat können. Hat es ein bisschen gedauert? Früher hat man nämlich wirklich einfach nur hinschauen können und sagen Okay, der ist gelb, weiß, rot und so weiter. Genauso hat man die Helligkeiten der Sterne nur mehr oder weniger genau abschätzen können.

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Später hat man dann immerhin Fotos machen können und Helligkeiten schon ein bisschen besser messen. Weil man jetzt danach schon konnte, wieviel Licht auf der Fotografie gelandet ist. Nur Was heißt hier Licht? Genau? Ein Stern auf einem Foto, der kann heller oder dunkler erscheinen, als mit den Augen betrachtet, weil unser Auge nicht auf die gleiche Weise lichtempfindlich ist wie das Material, das bei einer Fotografie belichtet wird. Und unterschiedliche fotografische Materialien sind unterschiedlich empfindlich. Wenn man das Ganze irgendwie vergleichbar machen will, muss man also ganz genau dazusagen, um welches Licht es geht, also um welche Wellenlänge des Lichts.

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Deswegen haben die amerikanischen Astronomen Harold Johnson und William morgen in den 1980er-Jahren das sogenannte UBV System entwickelt. Da werden genau drei Wellenlängen betrachtet ultraviolettes Licht mit 364 Nanometern, blaues Licht mit einer Wellenlänge von 442 Nanometern und gelbes Licht mit 540 Nanometern. Bei jeder Wellenlänge hat ein Stern typischerweise eine andere Helligkeit. Und wenn man diese Helligkeiten vergleicht, kann man daraus einen exakten Wert für die Farbe eines Sterns bestimmen, also berechnen, ob er eher rötlich oder bläulich leuchtet.

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So etwas nennt sich Farb Index. Und damit das alles wirklich exakt und nachvollziehbar ist. Braucht es natürlich auch noch einen Nullpunkt, wenn man einen Stern hat, der weder rot noch blau leuchtet, sondern wirklich rein weiß. Dann muss er auch in den Farb Index von null haben. Und wenn man das ganze System entsprechend einrichten will, braucht man dazu helle Sterne, die weiß leuchten einen, seinen Stern, die morgen und schon benutzt haben, um System zu kalibrieren.

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Das war als Wecker ein offiziell farbloser Stern. Aus der nördlichen Krone kann man aber noch mehr astronomische Geschichten erzählen. Vom Stern Epsilon Korona Borealis zum Beispiel. Der ist 230 Lichtjahre von der Erde entfernt, ungefähr so alt wie die Sonne, aber deutlich heller und größer. Das ist in orange riesen Sternen, und der ist nicht alleine, sondern bildet mit einem orangenen Zwerg Stern ein Doppelsternsystem. Der große Stern. Der wird aber auch noch von einem Planeten umkreist. Das hat man 2012 entdeckt einmal in 48 Tagen Kreis, dort ein großer Gas Planet mit Kicker, der siebenfachen Masse des Jupiters um den großen Stern herum.

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Auch bei anderen Stern im Sternbild der nördlichen Krone hat man schon Planeten entdeckt, zum Beispiel bei Kappa Korona Borealis. Da hat man nicht einen Planeten gefunden, sondern auch noch eine Scheibe aus Staub, die den Stern umgibt. All das ist mit Abstand der hellste Stern der nördlichen Krone zwischen 18, 66 und 19 46, hatte aber Konkurrenz bekommen, und zwar durch die Korona Borealis, der 2 000 Lichtjahre weit weg und eine so genannte wiederkehrende Nova. Das ist ein roter Riese, der sich in unmittelbarer Nähe eines Weißen Zwerg Sterns befindet.

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Diese beiden kreisen in engen Abstand umeinander, so nahe, dass immer wieder Material vom Roten Riesen Stern auf den Weißen Zwerg Stern fallen kann, wenn dort genug Material gelandet ist. Dann wird dieser eigentlich schon tote Stern plötzlich wieder lebendig. Für kurze Zeit kann wieder Kernfusion stattfinden. Der leuchtet hell auf. Bis dann alles irgendwann wieder vorbei ist und der Weiße Zwerg erneut ruhig und dunkel. Mit großen Teleskopen kann man in der nördlichen Krone auch jede Menge Galaxien sehen. Da gibts einen ganzen super Haufen aus Tausenden Galaxien, der deswegen sogar den Namen Corona borealen Souk behauen bekommen hat.

[00:09:20]

Diese gewaltige Ansammlung von Galaxien ist so weit weg, dass das Licht fast eine Milliarde Jahre bis zu uns braucht. Und das ganze Ensemble aus Galaxien ist 330 Millionen Lichtjahre groß. Es geht noch mehr zu sehen in der nördlichen Krone. Wir schauen jetzt aber kurz zum südlichen Gegenstück Korona australis oder die südliche Krone. Die wurde ebenfalls schon in der Antike von Claudius Ptolemäus beschrieben. Hier gibt es aber keine schöne mythologische Geschichte mehr. Vermutlich hat die Gruppe ihren Namen einfach deshalb bekommen, weil die ebenso wie eine bogenförmige kruppe ausschaut wie die nördliche Krone.

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Man kann das Sternbild von Mitteleuropa nur im Sommer kurz sehen und dann auch nur zum Teil. Wer die südliche Krone komplett und länger beobachten möchte, der muss weiter nach Süden reisen. So spektakulär wie die nördliche Krone ist sie aber eh nicht. Die hellsten Sterne kann man mit freiem Auge auch noch gut sehen. Aber. Alles nicht so spektakulär aus wie das nördliche Gegenstück dem genauen Blick der Astronomie sind aber im Laufe der Zeit auch hier jede Menge spannende Objekte aufgefallen.

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Da ist zum Beispiel die Korona Australis Molecular Cloud, eine große dunkle Wolke aus Gas in 430 Lichtjahren Entfernung, in der neue Sterne entstehen. Es handelt sich um eins der uns am nächsten gelegenen Stern Entstehungs. Gebiete, die wir kennen muss es auch noch gibt. Sind die Korona Australien ein Meteor Strom, also ein Sternschnuppen? Schauer, der es ein Maximum jedes Jahr mit dem März erreicht und bei dem Sternschnuppen aus der Richtung der südlichen Krone zu kommen scheinen? Um auf die Erde zu fallen.

[00:10:59]

Es ist allerdings nur ein sehr schwacher Sternschnuppen, Schauer nicht zu vergleichen mit den viel prominenteren Perseiden oder Leonies.

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Was die südliche Krone ebenfalls noch zu bieten hat, ist ein Mitglied der glorreichen Sieben. So nennt man sieben junge Neutronensterne, die sich alle relativ nahe an der Erde befinden. Keiner ist weiter als tausend sechs hundert dreißig Lichtjahre weit weg, und alle sind sehr jung. Nur ein paar hunderttausend Jahre alt. Der erste dieser sieben Neutronensterne wurde 1290 entdeckt. Trägt dem bisschen sperrige Bezeichnung er XJ eins acht fünf 6.5, Strich drei sieben fünf vier und ist einer der uns am nächsten gelegenen bekannten Neutronensterne.

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Er ist nur knapp 400 Lichtjahre weit weg, und als man ihn damals entdeckt hat, war das erstens prinzipiell eine coole Sache und zweitens eine mögliche Revolution. Denn der Stern hat zwar wie alle Neutronensterne ungefähr die 1,4 fache Masse der Sonne, aber nur einen Durchmesser von elf Kilometern, was ein bisschen kleiner ist, als Neutronensterne üblicherweise sind. Das war spannend, denn wie ich im Podcast ja schon oft erzählt habe, sind Neutronensterne das, was von einem großen Stern übrig bleibt, wenn dort keine Kernfusion mehr stattfindet.

[00:12:17]

Die ganze Materie, aus der der Stern besteht, die krachten zu einem eigenen Gewicht in sich zusammen. Die Atome werden in Neutronen umgewandelt, also Bausteine des Atomkerns und enorm dicht zusammengequetscht. Es gab und gibt Vermutungen, dass unter bestimmten Umständen die Materie noch weiter komprimiert werden kann, sodass sie nur noch aus einzelnen Quarks besteht, also den Elementarteilchen, die man normalerweise nur im Verbund mit anderen Quarks finden kann und aus denen die gesamte Materie aufgebaut ist. Das wären dann ganz seltsame Objekte, die ganz anders funktionieren als alles, was wir bisher kennen.

[00:12:55]

Ich habe in Folge 279 schon ausführlich über solche Quarks Sterne erzählt. Ihre Existenz nachzuweisen ist schwierig und bis jetzt noch nicht gelungen. Aber wenn es sie gibt, dann schauen die ungefähr so aus wie Neutronensterne. Nur ein bisschen kleiner als üblich. Also genau so wie das Ding in der südlichen Krone. Allerdings hat man dann später festgestellt, dass man sich bei der Bestimmung der Größe dieses Sterns geirrt hat. Der ist größer als elf Kilometer und damit kein Kandidat von den Quarks Sternen.

[00:13:26]

Es gebe in den beiden himmlischen Kronen noch jede Menge mehr zu sehen und zu entdecken. Natürlich, denn so ein Sternbild ist ja nur eine willkürliche Grenze, die wir am Himmel gezogen haben. Der Blick auf ein Sternbild ist immer ein Blick auf einen Teil des gesamten Universums mit all seinen unterschiedlichen Objekten und Phänomenen. In einem Sternbild findet man alles Sterne, Kometen, Planeten, Galaxien und so weiter. Man könnte doch einfach irgendwo anders am Himmel eine beliebige Region markieren und würde dort die gleiche Vielfalt an Phänomenen finden wie in der nördlichen und südlichen Krone.

[00:14:01]

Aber wir Menschen sind eben Menschen. Wir brauchen unsere willkürlichen Definitionen und Grenzen. Und der Himmel braucht die Geschichten, die wir darüber erzählen.