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[00:00:05]

Guten Morgen und herzlich willkommen bei was jetzt? Dem Nachrichtenportals von Zeit ONLINE heute, Dienstag, der 25. August. Heute geht's hier im Podcast um den Parteitag der US-Republikaner. Und dann spreche ich darüber, wie sich die Lage in Belarus in den letzten Tagen weiterentwickelt hat. Vorher gibt es aber wie immer erst mal die Nachrichten. Guten Morgen! Das Auswärtige Amt hat den Großraum Paris und die Kota Region in Südfrankreich als Coruna Risiko Gebiet eingestuft und warnt vor nicht notwendigen Reisen.

[00:00:35]

Als Grund wird genannt, dass in diesen Regionen die Zahl der Coruna Neuinfektionen 50 Fälle pro 100 000 Einwohner übertreffe. Das bedeutet, dass Raise Rückkehrer aus diesen Gebieten in Deutschland einen kostenlosen Coruña Test machen müssen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen diesen Test und eine Testfälle hingegen abschaffen. Die Labore in Deutschland würden inzwischen an ihre Grenzen stoßen. Stattdessen soll es wieder eine verpflichtende Quarantäne geben. Die Republikaner in den USA haben Präsident Donald Trump formell als ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl nominiert.

[00:01:08]

Trump kam beim Parteitag in Charlotte wie erwartet auf die notwendige Mehrheit der Delegiertenstimmen. Die Republikaner nutzen den ersten Abend ihres Parteitags für scharfe Attacken gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden, der Sohn von Präsident Trump. Donald Trump junior warf beiden Linksradikaler Politik vor, die die wirtschaftliche Erholung in der Coruna Krise stoppen würde. Außerdem kritisierte er beiden schwache Haltung gegenüber China. Zum Parteitag der Republikaner gibt es jetzt mit Moses Fendel Redaktionsschluss für diesen Podcast.

[00:01:39]

Erst fünf Uhr. Gestern Abend haben die Republikaner in den USA ihren Nominierungsparteitag begonnen. Der dauert insgesamt vier Tage und findet wie schon der Parteitag der Demokraten neulich wegen Coruña vor allem online statt. Der Kandidat steht fest. Trotzdem finde ich es wichtig, genau hinzuschauen, was gerade in den USA passiert. Deswegen habe ich mit unserem Korrespondenten Jörg Sena gesprochen. Kleiner Transparenz. Hinweis Wir haben schon gestern Nachmittag geredet, bevor alles losgegangen ist. Hallo Jörg, grüßt dich, Moses, hi!

[00:02:11]

Wenn doch der Kandidat sowieso schon feststeht, warum sollten wir uns hier in Deutschland für den Parteitag interessieren?

[00:02:17]

Du hast es schon richtig gesagt dieser Parteitag, der ist mehr oder minder eine Showveranstaltung. Also alles, was mit Programmen zu tun hat, ist im Vorhinein schon ausgemacht. Es geht eigentlich darum, dass man seinen eigenen Kandidaten präsentiert, besonders gut aussehen lässt und einem Millionenpublikum vertraut macht. Und die Demokraten haben das letzte Woche schon versucht, mit Joe Biden eine starke Fokus gesetzt auf Einheit. Ganz viele Republikaner durften sprechen, Parteilinke eher nicht. Die Botschaft ist auch Von uns sind jetzt keine, keine großartigen Reformen zu erwarten.

[00:02:49]

Stattdessen viel blumige Metaphern. Man möchte das Land aus der Dunkelheit hinaus ziehen und wieder ins Licht führen. Das ist so ein bisschen, wie die Demokraten sich inszenieren, und Trump dürfte das wahrscheinlich ein bisschen anders aussehen.

[00:03:02]

Eine Botschaft der Einheit wird es bei Trump aber eher nicht geben, oder? Davon würde ich ehrlich ausgehen. Trump nutzt seine Plattform natürlich, um gegen die Demokraten zu wettern, gegen den bösen Sozialismus, den offensichtlich die Demokraten einführen wollen. Seiner Meinung nach. Der gesamte Parteitag ist auch komplett auf Trump selbst ausgerichtet. Jede Menge Mitglieder seiner Familie sprechen enge Vertraute ein. Parteiprogramm gibt es nicht, mal das Jahr 2016, selbst unter Trumps ja doch recht plakativen Botschaften noch länger als 50 Seiten.

[00:03:31]

Und jetzt gibt es überhaupt nichts, sondern nur ein paar SPIEGEL Striche auf Trumps Homepage. Es wird also eine einzige Trump Show. Ob sich das jetzt in irgendeiner Art und Weise dann wirklich auch auf Ergebnisse auswirkt, das wage ich zu bezweifeln. Die Demokraten haben jetzt einen Prozentpunkt zugelegt in einer Umfrage von Morning Consult. Es wirkt einfach generell so ein bisschen deplatziert, so pompöse Veranstaltungen abzuhalten in einer Zeit, in der es nun wirklich Millionen Leute in diesem Land wegen der Wirtschaftskrise ganz grausam geht.

[00:04:04]

Jetzt hast du die Stichworte Korona und Wirtschaftskrise genannt. Wie steht Trump denn gerade da im Land?

[00:04:10]

Ich meine, seine Umfragewerte waren schon immer eigentlich durch seine Präsidentschaft ganz furchtbar. Ich glaube aber, dass er besser dasteht, als die allgemeine Wahrnehmung ist. Seine Umfragewerte sind zuletzt wieder hochgegangen, er liegt in den Umfragen fast durchgehend 100 Prozent hinter Joe Biden. Aber wenn man sich die wichtigen Wechselwähler anschaut, da sind die Abstände teilweise viel geringer 6 7 Prozent. Das kann sich bis zur Wahl noch ändern. Vor allem, weil jetzt auch die Cove zahlen. Wieder sinken die Arbeitslosenzahlen auch.

[00:04:38]

Es ist also nicht so, dass man Trump jetzt schon tot sagen könnte. Und wir wissen ja auch alle aus 2016, dass die Umfragen nicht immer stimmen müssen. Ich glaube, dass er wesentlich besser dasteht im Land, als allgemein wahrgenommen wird.

[00:04:53]

Und was erwartest du für die kommenden Tage? Passt Trump seine Botschaft etwas an, oder müssen wir uns auf die altbekannten Botschaften einstellen?

[00:05:00]

Ich fürchte, es sind die altbekannten Botschaften. Sein neues Lieblingsthema ist ja die Warnung vor Sozialismus, der irgendwie durch die radikalen Demokraten irgendwie drohe. Dieses Land liegt gerade in Trümmern. Ich glaube nicht, dass die Sozialismus Angst besonders groß ist bei den Leuten. Aber darauf wird er natürlich wieder setzen, und er stellt sich hinter die Polizei. In dieser Frage von rassistischer Polizeigewalt in den USA immer noch diskutiert wird, müsste sich ja eigentlich nur hinstellen und ein bisschen ernster nehmen und ein bisschen staatsmännischer auftreten.

[00:05:32]

Stattdessen versucht er nach wie vor, seine Basis einzuheizen, mit hasserfüllten Botschaften auf seine Gegner. Das kann funktionieren. Das hat ihn 20.10 auch funktioniert, weil Joe Biden hat im Prinzip keine Anhänger. Selbst die Leute, die ihn wählen, sagen in Umfragen, dass sie hauptsächlich deshalb tun, weil sie nicht Trump wählen wollen. Das ist natürlich ein geringerer Anreiz, als wenn man wirklich von seinem Kandidaten begeistert ist. Ich glaube ganz ehrlich, dass dieser Parteitag in keine Richtung besonders viel bewegen wird.

[00:05:59]

Alles hängt im November davon ab, wie sich die Situation mit Coruna und der Wirtschaft entwickelt. Danke Jörg, sehr gerne.

[00:06:11]

Und sonst so Seit Monaten gibts an der Virus Front vor allem schlechte Nachrichten. Heute habe ich zur Abwechslung mal eine positive. In Afrika scheint das Polio Virus auch bekannt als Kinderlähmung besiegt zu sein. Die Krankheit trifft vor allem Kinder unter fünf Jahren und kann innerhalb von Stunden zu Lähmungen und auch zum Tod führen. Schon seit den 50er Jahren gibt es einen Impfstoff. Beim Kampf gegen die Krankheit hat es aber immer wieder Rückschläge gegeben. Jetzt ist es offenbar gelungen, sie mit Impfkampagnen in Nigeria und dem Südsudan auszurotten.

[00:06:42]

Leider gibt es auf der Welt trotzdem noch zwei Länder, in denen das Virus vorkommt. Pakistan und Afghanistan sind noch nicht frei von Polio. Die Proteste in Belarus sind auch zwei Wochen nach der wahrscheinlich gefälschten Präsidentenwahl nicht weniger geworden. Erst am Sonntag sind in der Hauptstadt Minsk schätzungsweise mehr als 200 000 Menschen auf die Straße gegangen, um friedlich für freie Wahlen und gegen Alexander Lukaschenko zu protestieren. Neben beeindruckenden und berührenden Szenen gibt es aber auch immer wieder beunruhigende Bilder und Nachrichten.

[00:07:15]

Und mir ist es wichtig, dass dieses Thema nicht einfach wieder verschwindet. Ich habe deswegen heute wieder Olga Rheindorfer in den Podcast eingeladen. Sie ist Politikwissenschaftlerin und Redakteurin der Zeitschrift Belarus Analysen an der Uni Bremen. Hallo Olga, in was für einer Phase sind die Proteste gerade?

[00:07:31]

Proteste sind gerade in einer Aktienpreise in zwei landesweit das, was wir letzte Woche gesehen haben. Die Solidarität mit der russischen Gesellschaft ist noch hoch. Die Menschen unterstützen, die streiken bei den staatlichen Unternehmen, und es gibt auch mehr Campaigning. Diejenigen, die Arbeit verloren haben zum Beispiel oder die Opfer der Repressionen. Die Proteste werden vor allem dezentral organisiert, unter anderem über soziale Medien. Es gibt kein politisches Zentrum, das die zentrale Kommunikation ist sehr wichtig. Die Menschen gewöhnen sich jetzt einfach daran, dass sie den öffentlichen Raum für politische Aussagen benutzen.

[00:08:15]

Am Sonntag gab ich Bilder gesehen, die ich irgendwo zwischen bizarr und beängstigend einordnen würde Lukaschenko mit einer Maschinenpistole im Magazin übrigens, wie er sich bei Mitgliedern seines Sicherheitsapparates bedankt und die Demonstrierenden beleidigt. Gestern sind zwei Mitglieder des Koordinierungsrat der Opposition festgenommen worden. Gibt es irgendwelche Anzeichen, dass die Staatsmacht auf die Protestierenden zugeht oder ein Dialog sucht?

[00:08:40]

Ja, ich sehe tatsächlich keine Zeichen der Bereitschaft für einen Dialog. Der Präsident ist offensichtlich einfach ideologisch nicht bereit, das neu gebildete Koordinations Komitee als Regieteam wahrzunehmen. Es wurde ja schon auch ein krimineller Verfahren dagegen initiiert, und es sollen demnächst weitere Aktionen und Festnahmen erwarten, die auch einzelnen Menschen sind, die zu den aktivsten gehören. Und das hat ja eigentlich schon letzte Woche gestartet.

[00:09:10]

Ich glaube, dass Lukaschenkos Strategie ist es ja anscheinend die Proteste zu Geo politisieren. Er behauptet zumindest immer wieder, sie seien aus dem Ausland gesteuert, und wahrscheinlich versucht er damit sicherzustellen, dass in Russland weiterhin unterstützt. Wie erfolgreich ist er damit?

[00:09:26]

Ja, das ist eine gute Frage. Einerseits berichten russische staatliche Medien ständig darüber, dass die Protestierenden ein ukrainisches Szenarien erzielen, das heißt Revolution und Krieg, Menschen und so weiter. Aber andererseits betont das Aktionskomitee der EU-Politik Kein Thema ist ihre Arbeit, und die Protestierenden haben ja auch beide Lagen, also die offizielle rote und diese historische, russische, rot weiße Lagen mitgebracht zu zeigen, dass sie die Gesellschaft nicht spalten möchten. Für mich ist eine große Frage Wer sind eigentlich diese Bevölkerungsgruppe, die an diesen politischen Diskurs immer noch glaubt?

[00:10:08]

Und ebenso ist für mich die Frage, inwieweit Russland das Ganze glaubwürdig findet, weil ich natürlich auch nicht nur ein Dankeschön Olga gerne und das war was.

[00:10:22]

Jetzt am Dienstagmorgen. Heute Nachmittag meldet sich Simon Gaue wieder mit dem Update. Bis dahin freue ich mich über Ihre Fragen oder gerne auch Kritik. Die können Sie mir schicken. An was jetzt? Zeit.de? Ich heiße Moses Fendel.

[00:10:33]

Machen Sie es gut. Wie geht's dir eigentlich gerade persönlich persönlich geht es mir sehr unterschiedlich. Von Euphorie bis zu depressive Stimmung sozusagen. Und genau so geht es ja auch meinen bekannten verwandten Familie in Belarus. Ich bin mit Menschen da ständig in Kontakt.