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[00:00:04]

Herzlich willkommen zu Handelsblattes Today. Wir sprechen von Montag bis Freitag über aktuelle Nachrichten und ihre Bedeutung für die Finanzwelt. Heute haben wir Dienstag, den 2. März und ich bin Mary Abdelaziz dzu.

[00:00:24]

Zunehmend fällt es schwer, in Deutschlands Städten bezahlbaren Wohnraum zu finden. Stellen. Erschlage May Porno Du bist alleinerziehend, verdienst nicht viel mit deinem Histo und kriegst du keinen. Wenn man als Großstädter mit Menschen vom Land übers Wohnen oder Mieten spricht, dann erntet man oft Fassungslosigkeit, auf jeden Fall aber Mitleid über diese teilweise absurden Preise, die man in Städten wirklich für die letzten Buden ausgeben muss.

[00:00:54]

Der Immobilienmarkt ist ja erstaunlicherweise völlig immun gegen das Virus. Keine Spur von Krise. Häuser und Wohnungen werden weiterhin immer teurer und sind inzwischen für die allermeisten Menschen unerschwinglich.

[00:01:06]

Gerade mal 2000, aber leider. Die eigenen vier Wände wer träumt nicht davon? Allerdings das dürfte ziemlich teuer werden, denn die Preise für das Eigenheim steigen ununterbrochen weiter und das Ganze hat solche Ausmaße angenommen, dass Extra 3 das Satire-Magazin des NDR, genauer gesagt die beiden Autoren Dennis Kaube und Jesko Friedrich diese Misere in Form eines Songs verarbeitet haben. Den Link dazu finden Sie bei Interesse in den Shownotes. Die heiß laufenden Immobilienpreise fallen übrigens nicht nur uns auf, sondern auch der Bundesbank.

[00:01:51]

Im neuen Monatsbericht der Notenbank heißt es aktuellen Sheets. Ergebnissen zufolge lagen die Preise in den Städten nach wie vor zwischen 15 und 30 Prozent über dem Wert, der durch demographische und wirtschaftliche Faktoren angezeigt ist. 15 bis 30 Prozent. Kein Wunder, dass die Sorge vor einer Immobilienblase wächst. Insgesamt haben sich die Preise für selbst genutztes Wohneigentum im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent erhöht. Die Bundesbank mutmaßt jetzt, dass die eigenen vier Wände gerade wegen Coruña für viele noch wichtiger geworden sind.

[00:02:29]

Das freut natürlich die Makler dieser Welt, ärgert aber auf der anderen Seite viele, für die einen Kauf aufgrund des Preisanstiege einfach keine Option mehr ist. Gleiches Unbehagen gilt übrigens auch bei den Mietpreisen. Auch hier geht es weiter bergauf. Außer in Berlin, denn da gibt es seit einiger Zeit den sogenannten Miten Deckel. Ein hoch umstrittenes Projekt. Es gibt auch schon zahlreiche Klagen, mit denen sich derzeit das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe beschäftigt. Ob sich das Konzept der MITEN Begrenzung durchsetzen könnte und dann vielleicht sogar auf weitere Städte übertragen ließe und ob es sich überhaupt noch lohnt, in ein Eigenheim zu investieren, das klären wir gleich mit Carsten Herz, einem unserer in-house Immobilien Experten.

[00:03:22]

Und wir starten die Sendung wieder mit einem Blick auf die heimischen Börsen für unseren täglichen Markt. Bericht ist mir jetzt meine Kollegin Anke Riza mal aus Frankfurt zugeschaltet. Anker Zu Wochenbeginn ist der DAX ja deutlich im Plus gestartet. Heute sieht es eher verlegen aus. Woran liegt das?

[00:03:38]

Ja, der DAX arbeitet sich heute wieder an der bekannten Marke von 14 000 Punkten ab. Abhandelt da drüber und da drunter, hat in der Spitze vier und zehn tausend ein hundert Punkte erreicht. Aber es ist so ein bisschen nach den sehr guten Wochenstart. So ein bisschen Atem schöpfen, warten auf neue Impulse. Das gilt eigentlich auch für die europäischen Märkte. Ist so ein bisschen wie ein, sagen wir mal Rendite Warteraum, sagte ein Markt Analyst. Es wird jetzt drauf gewartet, ob die Notenbanken mit Blick auf die Zinssätze neue Impulse geben, oder?

[00:04:12]

Es ging ja darum, ob die Inflationserwartungen an zu hoch werden, die Anleihe Renditen hochgeschossen sind, wegen der Inflation sorgen. Aber die Anleihe Renditen haben sich jetzt wieder stabilisiert und deswegen ist schon mal allgemeines Abwarten. Außerdem gab es noch eine Warnung aus China vor Spekulationsblasen im Ausland, auch in Europa. Und deswegen ist die Stimmung heute so ein bisschen gedämpft. Nicht extrem schlecht, aber man wartet einfach auf neue Impulse.

[00:04:40]

Okay, lass uns doch nochmal auf die Einzelwerte schauen. Ist da irgendwas Besonderes aufgefallen?

[00:04:45]

Ja, da gab es schon paar Highlights. Der Gabelstapler Hersteller Kia ist aufgefallen an der Börse. Die Aktie ist um bis zu acht Prozent gestiegen. Es gab sehr positive Nachrichten. Es gab einen Rekord Auftragseingang, der dem Gabelstapler Hersteller einen sehr starken Impuls verliehen hat. Außerdem haben Anleger auch bei Mordversuchs stark gekauft. Die Aktien des Biotech-Unternehmen sind um rund drei Prozent gestiegen, nachdem der Konzern seine Finanzer Prognose für das abgelaufene Geschäftsjahr übertroffen hat. Und auf der negativen Seite gab es Verluste beim Koch Bocks Anbieter Hello Fresh.

[00:05:23]

Deren Aktien sind um gut drei Prozent abgerutscht. Aber der Kurs hatte sich ja in den letzten zwölf Monaten auch extrem entwickelt, hat sich vervierfacht, da sehr, sehr viele Leute halt die Koch Boxen bestellt haben. Und jetzt gab es Gewinnmitnahmen Anker.

[00:05:38]

Ganz herzlichen Dank für deine Börsen Update.

[00:05:48]

Jetzt folgt ein kurzer Beitrag unseres Sponsors. Wir sind gleich wieder da. Mein Name ist Karsten Karl. Ich bin leider Wolf Management und Private Banking bei der HypoVereinsbank. Schutz vor Umwelt und Klimaschäden, Förderung von sozialer Teilhabe, gute Unternehmensführung. Immer mehr Anleger fragen sich Lassen sich damit noch attraktive Rendite Chancen erzielen? Ja, mit nachhaltigen Geldanlagen ist das ganz klar möglich. Die HypoVereinsbank betreibt ihre Geschäfte schon lange nach klaren ethischen, sozialen und ökologischen Regeln. Mehr zu nachhaltigen Geldanlagen in unserem Angebot erfahren Sie auf unserer Homepage oder gleich hier in den Shownotes.

[00:06:31]

Es ist keine große Überraschung. Die Immobilienpreise sind in fast allen deutschen Großstädten gestiegen und auch die Mietpreise ziehen immer weiter an. Wo genau sich die Mieten wie verändern, ob sich ein Mieten Decke wie in Berlin auch in anderen Städten durchsetzen könnte und ob es sich aktuell lohnt, in ein Eigenheim zu investieren, das klären wir jetzt mit Carsten Herz, einem unserer Immobilien Experten hier beim Handelsblatt. Carsten Die Bundesbank hatte ja letzte Woche vor zu hohen Preisen am Immobilienmarkt gewarnt. Die Preise lägen in den Städten teilweise bis zu 30 Prozent über dem Wert, der durch demographische und wirtschaftliche Fundamentaldaten angezeigt sei.

[00:07:12]

Was heißt das denn jetzt für den Wohnungsmarkt?

[00:07:14]

Ah ja, richtig. Die Bundesbank hier in Frankfurt schaut sich das Ganze schon länger intensiv an. Es gab bereits im Oktober eine Studie, wo man das Ganze nochmal sich angeschaut hat. Es ist so, dass man offensichtlich bisher nicht wirklich alarmiert ist, dass es eine große Blase ist, die bald platzen könnte. Aber Fakt ist auch natürlich, dass der Markt sich weiter aufheizt. Also der Immobilienmarkt wird mit Geld überschwemmt, die Preise steigen, vor allen Dingen, die für Immobilien gekauft werden, weniger für Mieten.

[00:07:47]

Und das ist natürlich eine Mischung, die durchaus eine gewisse Brisanz hat. Es gibt einen sogenannten Blasen Index, das von einem Forschungsinstitut. Neben Empiriker wird das quartalsweise für die Immobilien in Deutschland aufgestellt und der deutet schon seit längerem jetzt an, dass es da doch langsam eine gewisse Gefahr gibt der Überhitzung. Vor allen Dingen sagen die, kann es mindestens regional zu Preiss Einbrüchen kommen. Insgesamt muss man aber sagen, da der Bedarf an Wohnraum immer noch die Nachfrage übersteigt, ist das quasi so eine Art Netz, das alles absichert.

[00:08:27]

Das ist irgendwie glaube ich nicht in nächster Zeit jedenfalls zu ganz großen Einbrocken kommen dürfte.

[00:08:33]

Lasst uns nochmal ganz konkret auf die Preise Sound, also auf die Preise für 20/20. Wie haben die sich entwickelt für Käufer und Vermieter?

[00:08:40]

Ja, also für Verkäufer. Gute Nachrichten für Leute, die sehr, sehr wahr haben wollen und bieten schlechte Nachrichten. Es ist so, dass praktisch überall die Preise gestiegen sind und zwar auch trotz Coruña. Es gab im letzten Herbst mal die Hoffnung, dass das womöglich der Auslöser sein könnte, dass wir jetzt so eine Art Beruhigung sehen würden. Aber ehrlich gesagt Pustekuchen. Die Preise sind weiter hochgegangen. Also es gibt eine Aufstellung des Verbandes Deutscher Pfandbrief Banken für das vergangene Jahr und danach ist insgesamt der Preis für Wohneigentum um 7,5 Prozent in die Höhe gegangen.

[00:09:16]

Auch Mieter müssen tiefer in die Taschen greifen. Für sie war aber die vergleichsweise gute Nachricht, dass deren Plus weniger stark ausgefallen ist als in den Jahren zuvor. Trotzdem Insgesamt hat sich das Verhältnis von Kaufpreis zu Jahresmiete bei Wohnungen 20/20 jedenfalls weit, weit weg vom durchschnittlichen Mittelwert seit der Wiedervereinigung entfernt. Wir liegen derzeit gut 35 Prozent da drüber.

[00:09:44]

Gerade in Großstädten. Ja, Großstädte. Gutes Stichwort. Lass uns nochmal schauen Wo ist es denn besonders teuer? Ja, da sind wir wieder beim Klassiker. Ich sag mal München. Es ist schon schön, in München zu wohnen, aber es hat eben auch seinen Preis. Also wenn wir da jetzt einen Neubau Eigentumswohnung erwerben möchten, dann musst du für einen Neubau mit drei Zimmern ungefähr durchschnittlich einen Angebotspreis im vierten Quartal des letzten Jahres von 770 000 Euro kalkulieren. Das hat die Woche jetzt das Immobilien Portal in Moskau 24 ausgerechnet.

[00:10:22]

Die gute Nachricht Wenn es denn eine ist, ist das Wachstum unterdurchschnittlich war in München. Das liegt im letzten Jahr nur noch um 4,9 prozent zu und war mit der vergleichsweise geringste Zuwachs unter den großen Städten. Aber es sind natürlich enorme Preise aufgerufen werden auf den Plätzen danach kommen dann Stuttgart und Frankfurt, wo auch der Traum von der eigenen Wohnung immer teurer wird.

[00:10:47]

Gut also das heißt, da müssen wir ein bisschen sparen, um dahin zu ziehen, als laufen wir in die andere Richtung schauen.

[00:10:53]

Gibt es auch Städte, wo die Preise gesunken sind, Preise gesunken sind unter den großen Städten eigentlich nur an einer Stelle, und zwar in Dresden. Dresden hat jetzt im letzten Quartal einen Rückgang gehabt, sogar bei Neubau Häusern von minus 1,9 Prozent. Das war aber auch dann wirklich die krasse Ausnahme. Die gute Nachricht ist, wenn ich in Dresden wohne und ein Einfamilienhaus kaufe, zahle ich mal eben locker. Durchschnittlich natürlich nur gesehen eine Million weniger als in München. Aber die schlechte Nachricht ist Es ist nicht überall im Osten so günstig.

[00:11:29]

Die Stadt, die die höchsten Preise. Zuwächse hat es Leipzig. Leipzig hat im letzten Jahr durchschnittlich natürlich immer alles gesehen auf sieben und zehn komma vier prozent Preissteigerung reagieren müssen, davor im Jahr waren es schon fünf und zehn komma sechs. Das sorgte auch offenbar zunehmend für Verdruss. Danach kommen dann erst so die Klassiker Berlin, Frankfurt und Köln, wo sich die Preise durchschnittlich, also als Vergleich so ungefähr gut zehn Prozent erhöht haben.

[00:11:59]

Lasst uns nochmal über den Miten Decke sprechen, der ist ja hoch umstritten. Mehrere Adressen klagen dagegen bereits. Ja. Wann werden die Berliner Mieter wissen, ob die Regelung rechtlich Bestand hat?

[00:12:09]

Ja, das ist ein guter Punkt, weil das ist auch spannend. Die einzige Stadt große Stadt in Deutschland, wo die Mieten nicht gestiegen sind, war tatsächlich Berlin im letzten Jahr. Der Effekt ist offensichtlich durch den Mieten der Deckel eingetreten. Dennoch ist der natürlich hoch umstritten. Also es gibt zahlreiche Klagen dagegen, unter anderem auch von der Fraktionen der Union und der FDP gegen diesen Mieten deckelt, die in Karlsruhe anhängig sind. Das sind sogenannte Normenkontrollklage. Normenkontrollklage bedeutet, dass man ein Gesetz überprüft auf dessen Vereinbarkeit mit dem Grundgesetzt.

[00:12:43]

Und erwartet wird jetzt, dass die Karlsruher Richter im zweiten Quartal dieses Jahres entscheiden werden. Ein Eilantrag, der im November gestellt worden war, als die zweite Stufe des Miten Deckels in Berlin sozusagen ausgelöst war, haben die Richter dort erst einmal allerdings abgelehnt, weil sie gesagt haben Die Auswirkungen sind jetzt nicht so dramatisch, dass wir sozusagen jetzt schon sofort reagieren müssten. Deshalb guckt jetzt alles ganz gespannt, was wahrscheinlich im zweiten Quartal passieren wird.

[00:13:12]

Ja und gehen wir mal davon aus, der Fall würde eintreten, dass der Miten Deckel als unrechtmäßig verworfen würde. Das erwarten ja viele Kritiker. Was passiert denn dann?

[00:13:21]

Ja, das wäre dann möglicherweise gerade für Leute, die in der Zwischenzeit neu abgeschlossen haben, im Mietvertrag eine ganz schlechte Nachricht, weil in Berlin viele Wohnungseigentümer und Vermieter natürlich dazu übergegangen sind, in die Verträge. Ich sag mal quasi zwei Preise reinzuschreiben. Es gibt den Preis nach Mieten Deckel und es gibt den sozusagen nach deren Vorstellungen Marktwert. Und das alles versehen mit so einer Klausel. Wenn der Mieter den Deckel kippt, dann aber bitte rechnen wir mit dem alten Preis bzw.

[00:13:52]

dem ohne Deckel. Und das heißt im Umkehrschluss, dass für Leute, die den Mietvertrag abgeschlossen haben, unter sozusagen den Regelungen des Mieten deckelt, dann Nachforderungen drohen könnten. Nein, das kommt ein bisschen darauf an, wie groß deine Wohnung ist und wie hoch deine Miete. Das kann manchmal nur ein paar Euro sein. Das kann aber auch schnell mal ein paar hundert Euro sein. Und selbst die Berliner Stadtverwaltung bzw. der Senat ist sich da offenbar nicht ganz sicher.

[00:14:21]

Der zuständige Bausenator hat jedenfalls schon empfohlen, dass Mieter sich sicherheitshalber die eingesparten Gelder doch zur Seite legen sollten, um dann im Fall der Fälle damit die Nachforderungen begleichen zu können.

[00:14:32]

Okay, Carsten, wenn das mit dem Mieten Däke klappt, könnte das Ganze bundesweit Schule machen. Also wenn Karlsruhe zustimmt.

[00:14:40]

Ja, das ist durchaus möglich. Also es gibt mehr große Städte, die sich das glaube ich, sehr genau anschauen. Bisher hat noch niemand was angekündigt. Alles zögert. Ich denke, man wartet darauf, was Karlsruhe entscheidet. Wenn Karlsruhe das ablehnt, wofür manches spricht, ist das Thema ja eh erledigt. Sollte Karlsruhe aber sagen, das Ganze ist völlig in Ordnung oder nur unter ganz kleinen Änderungen sozusagen irgendwie durchsetzbar, dann kann ich mir vorstellen, dass andere Städte folgen werden.

[00:15:11]

Es gab in München bereits eine Initiative, ein Volksbegehren. Das ist dann vom dortigen Bayerischen Verfassungsgerichtshof erst einmal gestoppt worden. Aber auch in Frankfurt wird es immer wieder diskutiert, hier von den Stadtpolitiker beispielsweise, ob man nicht die Wohnungspreise einfrieren sollte. Es ist allerdings bisher so, dass hier die schwarz grüne Landesregierung in Hessen auf diese Vorschläge sehr reserviert reagiert hat. Das kann sich aber alles ändern, wenn es ein anderes Urteil gibt.

[00:15:41]

Jetzt hat sich die Bundesregierung ja letzte Woche auf einem Wun Gipfel ziemlich gefeiert für ihre naja, in Anführungszeichen Erfolge. War das berechtigt aus deiner Sicht?

[00:15:50]

Naja, also das ist wie so häufig in der Politik auch eine Menge PR dabei. Wir sind ja auch im Jahr der Bundestagswahl. Wenn man sich aber genau ansieht, muss man sagen so einfach, wenn man rechts und links mal schaut. Es gibt unglaublich viele Klagen über Wohnungsnot, über Wohnungspreise. Es gibt eine große Unzufriedenheit. Ich bin ja hier in Frankfurt. Wenn man hier entlangläuft die Wahlplakate. Die haben teilweise die Forderung nach mehr bezahlbaren Wohnraum auf den Texten.

[00:16:18]

Der Ruf nach Einschränkungen für Immobilienspekulanten wird da und dort immer wieder laut in Deutschland. Es ist einfach, so glaube ich, dass viele Menschen ganz normale Durchschnittsbürger das Gefühl hat. Die Furcht hat, dass er sich bald seine eigenen vier Wände nicht mehr leisten kann. Und das ist natürlich schon brisant, weil es in Deutschland wie anderswo auch schon als Grundbedürfnis wahrgenommen wird. Und die KfW, also die staatliche Förderbank. Die geht davon aus, dass wir eigentlich jedes Jahr 350 bis 400 000 Wohnungen neu bräuchten, um den Bedarf decken zu können.

[00:16:53]

Davon sind wir weit entfernt. Es ist eine Marke, die haben wir seit 20 Jahren nicht mehr erreicht. Und gerade in Großstädten ist deshalb das Problem groß und es fehlt einfach an Wohnraum.

[00:17:04]

Was müsste denn dann passieren, um die Wohnungsnot zu lindern?

[00:17:08]

So viel hat die Politik in der Hand. Also die stark gestiegenen Baukosten sind einfach ein enormer Preistreiber, gerade bei neuen Immobilien. Und da müsste eigentlich die Bundesregierung stärker eingreifen. Man kann Vorschriften günstiger und einfacher machen. Brandschutz, Umwelt das ist alles vernünftig und richtig. Aber es kostet natürlich den Investor auch unglaublich viel Geld. Schätzungen zufolge sind in den letzten Jahren, also seit 2000, die Ausgaben für diese Dinge um 45 Prozent in die Höhe gegangen. Und dann muss man Bauland schneller ausweisen können und Baugenehmigungen rascher erteilen.

[00:17:43]

Das dauert in Deutschland auch immer noch unglaublich lange. Und dann? Dritter Punkt wäre vielleicht auch, weil man in andere Länder schaut, Großbritannien beispielsweise. In Deutschland wird ja die private Nachfrage wenig oder kaum unterstützt. Also wir haben hier zwar ein bisschen Bau Geld für Familien, aber anderen Ländern gibt's tatsächlich für die erste Immobilie. Wenn sich jemand das kaufen will, praktisch einen Scheck vom Staat. Und wo wir inzwischen bei den Preisen sind, wäre es zumindest ein Gedanke, ob man so ein Modell nicht vielleicht auch in Deutschland implantiert.

[00:18:15]

Und wenn ich höre 45 prozent Kostenanstieg ist natürlich Wahnsinn, welche Aldi all die Regelungen, die in den letzten Jahren dazu kamen. Kassel Was heißt denn all das, was du gerade gesagt hast, jetzt für die Zukunft des Wohnens?

[00:18:28]

Ja, also ich persönlich glaube, dass wir einfach in den großen Städten einfach an unsere Grenzen stoßen werden, weil irgendwann haben wir alles zugebaut. Dann haben wir alles Nachverdichtung oder aufgestockt. Das heißt, ich glaube, wir müssen auf Dauer neu denken. Und das heißt unter anderem auch, dass wir mehr und stärker noch das Umland und das meine ich nicht böse die Provinz ansaugen lich ziehen müssen. Wir müssen schauen, dass das attraktiver wird. Und das heißt unter anderem auch, dass Da5 gehen muss.

[00:18:59]

Da muss ein attraktives Kulturangebot hin. Es geht um Lebensqualität. Also die Leute müssen das Gefühl haben, dass sie nichts verpassen, wenn sie dort wohnen. Und noch ist es ja immer so, dass der Zug in die Städte recht groß ist, was auch damit zu tun hat. A Natürlich, dass da die Arbeitsplätze sind, aber b auch, dass es einfach attraktiver ist, da zu leben. Vom Drumherum Amt Amtshaus gehst ist ne Kneipe. Sowas findest du in kleineren deutschen Städten teilweise nicht mehr oder nicht mehr in ausreichender Form.

[00:19:29]

Und ich glaube, wir müssen einfach das Landleben in Anführungszeichen auch für junge Menschen attraktiver gestalten und diesen Apparat in Gang zu bringen.

[00:19:38]

Dazu braucht es natürlich ganz viele verschiedene Dinge. Also ich glaube, es ist ein ein riesengroßes Projekt, aber der Ansatz, der ist natürlich gut. Glaubst du, es ist, wenn wir jetzt mal in die Zukunft schauen? Nochmal in Bezug auf die Preissteigerung ist ein Ende in Sicht.

[00:19:51]

Also ich möchte ja keine schlechte Laune machen, aber ich glaube, vorerst müssen wir uns darauf einstellen, dass die Preissteigerungen anhalten werden, weil wir haben anhaltende Nullzinspolitik. Das sorgt dafür, dass die Deutschen nach irgendeiner Form von Anlage schauen, die noch so ein bisschen Rendite abwirft. Und das ist neben Aktien weiter in Deutschland auch die Immobilie. Dann haben wir immer noch extrem günstige Baud Zinsen. Das macht den Schritt sozusagen zum Erwerb von Immobilien attraktiv. Und in der Mischung spricht wenig dafür, dass wir mittel oder kurzfristig da ein ganz riesen Kämpfer sehen werden.

[00:20:28]

Langfristig gibt's natürlich Perspektiven, warum es vielleicht dann doch mal wieder nochmal günstiger wird. Weil wir werden ja tendenziell eher älter und wir werden weniger. Und das heißt, dass der ganz große Bedarf an zusätzlichen Wohnraum. Sagen jedenfalls Statistiker vielleicht in 20 Jahren nicht mehr ganz so groß ist. Andererseits muss man auch immer sehen Diese Prognosen über 20, 30 Jahre sind mit großer Unsicherheit behaftet. Da würde ich mich persönlich jetzt nicht komplett drauf verlassen. Kurzfristig glaube ich auch durch die Sorge um Inflation ist da keine Chance, dass es ganz deutlich runtergeht.

[00:21:03]

Glaubst du, ein Immobilienkauf lohnt sich jetzt noch? Pauschal ist das ehrlich gesagt manchmal schwer zu beantworten. Das hängt ein bisschen von der Lage ab, das hängt von der Lebenssituation ab. Das hängt auch davon ab, wie meine berufliche Perspektive ist. Gehe ich davon aus, dass ich vielleicht in drei Jahren schon wieder umziehen muss. Generell kann man aber sagen Wer nicht genug Eigenkapital habe und die monatliche Belastung sozusagen nach dem Kauf für mich. Nicht okay ist, dann ist es in vielen Städten außerhalb der Großstädte immer noch sozusagen von der Belastung her annähernd dasselbe, ob ich sage, ich miete oder ich kaufe.

[00:21:42]

Und insofern kann man sagen, wer da mit der Idee spielt, macht keinen Fehler, wenn er sich zumindest mit dem Gedanken beschäftigt. Wer es allerdings nur als Geldanlage siegt. Da würde ich dann jetzt inzwischen sagen vorsichtig ja. Also wir sind in Bereichen, wo auch die Zeiträume, in denen sich eine solches Investment amortisiert, doch immer, immer länger werden. Und da muss man schon genau hinschauen, was man kauft. Es gibt sicher immer noch Sachen, die sich völlig lohnen, die attraktiv sind.

[00:22:13]

Aber es ist auch nicht mehr so, dass da sozusagen das alles nur noch attraktive Investments sind. Man kann damit auch auf die Nase fallen und das sollte jeder wissen. Und vor allen Dingen sollte man, wenn man noch nicht gekauft hat, auch im Kopf haben. Es gibt erhebliche Nebenkosten und das muss man bei jeder Kalkulation mit berechnen.

[00:22:32]

Absolut. Carsten, ganz herzlichen Dank für das Gespräch. Ja, danke dir. Und bis zum nächsten Mal.

[00:22:45]

Und das war's für heute von Handelsblatt Today. Redaktionsschluss war wie gewohnt um 16 Uhr. Die Producer dieser Sendung sind Christian Heinemann und Alexander Voss. Haben Sie Fragen, Anmerkungen, Lob oder Kritik vor uns? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an Today at Handelsblatt.com. Und wenn Ihnen die Sendung heute gut gefallen hat, dann bewerten Sie uns doch gerne auf Ihrer Podcast Plattform. So können wir weitere Menschen auf unser Format aufmerksam machen. Und jetzt wünsche ich Ihnen einen schönen Feierabend und wenn Sie uns morgens hören, einen guten Start in den Tag.

[00:23:19]

Bleiben Sie gesund.