Happy Scribe Logo

Transcript

Proofread by 0 readers
[00:00:04]

Herzlich willkommen bei Handelsblatt Today. Wir berichten von Montag bis Freitag über aktuelle Nachrichten und ihre Bedeutung für die Finanzwelt. Heute ist Donnerstag der vierte März und mein Name ist Maximilian Norwood.

[00:00:39]

Einmal am Morgen ein Buch The Terminal C eher Berkshire Hathaway Hey, wo ist das Dingo Most sechsspurigen Wastl Century nähren. Ich werde jetzt Märker. Wenn es an der Börse so etwas wie Influenza gäbe, dann wäre er sicherlich der weltweit Größte. Warren Buffet, legendärer Investor und Chef der Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway Mit einem Privatvermögen von fast 100 Milliarden Dollar gehört er zu den reichsten Menschen der Welt. Und weil er mit seinen Investment Ideen so häufig so richtig liegt, nennen sie ihn das Orakel von Omaha.

[00:01:23]

Und genau dieses Orakel, das hat am Samstag gesprochen oder besser gesagt geschrieben, nämlich seinen jährlichen Brief an die Aktionäre und unsere New York Korrespondentin Astrid Dörner. Die hat sich mal genau angeschaut, wie Warren Buffet in diesen Zeiten sein Geld investiert. Sie wird uns gleich im großen Interview erzählen, was Privatanleger von der neunzigjährigen Investoren Legende noch so lernen können. Vorher sprechen wir aber noch über die spannenden Neuigkeiten von gestern Abend. Nicht aus der Berliner Politik, sondern von der Frankfurter Börse.

[00:01:56]

Der Deutsche Aktienindex und auch der MDax und der DAX werden nämlich Ende des Monats ihre Zusammensetzung verändern. Welche Unternehmen auf und welche absteigen und was das für ihr Depot bedeutet, auch das lernen wir in der heutigen Sendung.

[00:02:18]

Wie immer werfen wir aber zuerst einen Blick auf die Finanzmärkte und schauen, was die Börsen an diesem Donnerstag bewegt. Dafür ist mir jetzt unser Frankfurter Finanz Redakteur Peter Köhler zugeschaltet. Peter Ich schaue gerade mal auf die DAX Anzeigetafeln und sehe da ein minimales Minus. Ist das eine Reaktion auf die gestern beschlossene Lockdown Verlängerung?

[00:02:38]

Nun ja, ein bisschen hat natürlich die Lockdown Verlängerung die Börsianer beschäftigt. Nach den Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin hat sich der jüngste Trend an den Aktienbörsen fortgesetzt. Die hoch bewerteten Papiere und die Krisengewinnler, die werden verkauft und die sogenannten Substanz, Titel und die Profiteure von offenen Strategien. Die werden eher gekauft. Und das war halt heute so beispielsweise der Chiphersteller Infineon und auch das Softwarehaus SAP standen eher auf der Verkaufs Liste. Dagegen legten Daimler, Bayer und der Energieversorger Eon zu.

[00:03:12]

Aber was die Börsianer mehr beschäftigt, ist eigentlich im Moment die Angst vor Inflation. Und das ist auch weiterhin im Markt.

[00:03:19]

Was haben wir heute ja auch mehrere Unternehmen neue Zahlen veröffentlicht. Was waren denn da so die spannendsten Ergebnisse?

[00:03:24]

Naja, was echt interessant war ist beispielsweise die Merck Aktie. Die ist ein großer Profiteur der Corona Pandemie, denn der Auftragsbuch im Life Science Geschäft hat hierfür gute Zahlen gesorgt. Denn Merck ist ein wichtiger Zulieferer für Pharma und Biotech-Unternehmen und der Darmstädter Konzern unterstützt mehr als 50 Impfstoff Projekte. Und deshalb hat die Aktie heute 2 prozent zugelegt, obwohl die schon sehr hoch bewertet ist. Und bei Henkel? Da war es eigentlich ein gemischtes Bild. Einerseits gibt's da Rückgänge bei den Umsätzen mit den Friseuren, aber die Geschäfte mit war schon Reinigungsmitteln, die laufen gut und die online Umsätze, die haben auch angezogen und der Ausblick war positiv und deshalb hat die Aktie hier auch zugelegt.

[00:04:09]

Ja und dann hat ja auch noch die Lufthansa heute Zahlen veröffentlicht für das Gesamtjahr 2020, das ganz im Zeichen von Coruña stand. Wie hat das denn den Aktienkurs beeinflusst?

[00:04:18]

Naja, die Lufthansa hat es wie erwartet sehr gebeutelt im letzten Jahr. Bei der Bilanz Vorlage für 2020 kamen mit 6,7 Milliarden Euro an Rekordverlust heraus. Außerdem gibt es auch einige unerfreuliche Neuigkeiten. Beispielsweise wird die A380 Flotte überhaupt nicht mehr in Dienst gestellt und die Börsianer haben das mit einem Minus von über 2 prozent quittiert. Aber man muss sagen, angesichts dieser Horrorzahlen war das eigentlich noch ein relativ schwacher Abschlag. Das heißt, viele haben das auch erwartet.

[00:04:50]

Alles klar? Vielen Dank, Peter, für diesen Überblick von den Finanzmärkten. Ich danke dir, Markschies.

[00:05:02]

Jetzt folgt ein kurzer Beitrag unseres Sponsors. Wir sind gleich wieder da. Für Unternehmer, Betriebe oder Freiberufler ist diese Pandemie die schwierigste Erfahrung unserer Zeit. Vielen geht es an die Existenz. Aber es gibt zahlreiche staatliche Hilfen. Ich bin offenste Popovic und ich leite bei der Hypo-Vereinsbank das Geschäftskunden Segment. Gleich mit Beginn der Pandemie haben wir bei der HypoVereinsbank unsere Energie und Expertise dahin gelenkt. Schnell, unbürokratisch und punktgenau zu helfen. Für viele Unternehmen gibt es spezielle Kredite, um in der Korona Krise die Liquidität zu sichern.

[00:05:36]

Ob etabliertes Unternehmen, junge Firma oder Gründer wir arbeiten hier eng mit dem Förderbanken wie beispielsweise der KfW zusammen, um praktikable Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln. Und dazu gibt es auch noch unsere Coruña Solidaritäts Kampagne von zinsfrei Krediten für Pflegekräfte über Schüler nachhelfen bis hin zu Spenden für Kultur und Sozialprojekte. Wir bei der HypoVereinsbank fühlen uns als ihre Bank an ihrer Seite, auch in schwierigen Zeiten. Schauen Sie doch mal bei uns vorbei. Mehr über uns finden Sie in den Shownotes.

[00:06:15]

In der Fußball-Bundesliga. Da wissen wir ja erst Ende Juni, wer die auf und wer die Absteiger sind. In der Börsen Bundesliga dagegen steht schon seit gestern fest, wie sich die Indizes neu zusammensetzen. Am Spielfeldrand steht daher für uns jetzt Andrea Können, Finanz Korrespondentin in Frankfurt. Andrea, erzähl doch mal, wie wird sich denn der DAX jetzt verändern?

[00:06:36]

Ja, ab 22. März. Da bekommen wir die erst Ende September von Siemens abgespalten und an die Börse gebracht Energietechnik Tochter Siemens Energy in den DAX.

[00:06:47]

Und sie ersetzt dort den Hamburger Konsumgüter und Kosmetik Hersteller Beiersdorf, der über zwölf Jahre im DAX war.

[00:06:53]

Okay, und woran liegt dieser Wechsel?

[00:06:56]

Ja, ganz simpel ausgedrückt Siemens Energy hat Beiersdorf an der Börse überholt. Die Deutsche Börse, die misst das anhand von zwei Kriterien Erstens die Marktkapitalisierung der Aktien im Streubesitz und zweitens der Börsen Umsatz im Handel mit den Aktien in beiden Punkten. Da war Siemens Energy halt einfach besser. Dazu muss man wissen Die Abspaltung von Siemens Energy, die war mit einer Marktkapitalisierung von 16 Milliarden Euro die bislang größte, die es in Deutschland je gegeben hat. Und bis Ende Februar, dem Stichtag für die nächste Entscheidung, da stieg der Kurs um 42 Prozent.

[00:07:33]

Die Aktie von Beiersdorf hat dagegen ihre besten Zeiten längst hinter sich. Der Kurs ist in den vergangenen anderthalb Jahren um rund 30 Prozent eingebrochen. Aber ein Trost für Beiersdorf Im September wird der Dax im Zuge der großen Index Reform um zehn auf 40 Unternehmen erweitert. Dann dürfte Beiersdorf zumindest aus heutiger Sicht wieder in der ersten Liga mitspielen.

[00:07:55]

Viele Fachleute hatten ja erwartet, dass Hello Fresh in dem Fall einer der großen Coruña Gewinner mit den Koch Boxen in den DAX aufsteigen wird. Warum hat das nicht geklappt aktuell?

[00:08:06]

Ja, das liegt auch an der großen Index Reform, die jetzt schon zum Teil umgesetzt wird. Neu ist Unternehmen, die in den DAX als in die erste Börsengänge aufsteigen. Die müssen nachweisen, dass sie zwei volle Jahre nacheinander ein Betriebsgewinn erwirtschaftet haben. Das hat Hello Fresh geschafft. Aber der Geschäftsbericht, der kam erst am 2. März. Und um für den DAX Aufstieg berücksichtigt zu werden, hätte Hello Fresh die Zahlen spätestens Ende Februar vorliegen müssen.

[00:08:33]

Alles klar? Soviel zur Börse. Bundesliga zum DAX. Was ändert sich in den Ligen, darunter also z.B. im MDax?

[00:08:39]

Ja, da haben wir mehr Wechsel Beiersdorf. Die steigen jetzt ab in den MDAX, der 60 großen Mittelunternehmen. Und am spannendsten ist vor allem ein Aufsteiger unserer Branche die Porsche Holding. Die war lange in keinem Index notiert, feiert jetzt aber ein Comeback und steigt in den DAX auf. Auch das liegt jetzt wieder in den neuen Index Regeln. Porsche als VW Großaktionär ist nur im Börsen Segment General STANDARD notiert, weil Porsche lange keine Quartalsberichte vorgelegt hat.

[00:09:10]

Die waren aber nötig um im Börsen Segment Prime STANDARD aufgenommen zu werden. Bislang kamen aber nur Unternehmen aus eben diesem Segment Prime STANDARD für die Aufnahme in einen Index in Frage. Jetzt im Zuge der Reform können auch Unternehmen aus dem General STANDARD wieder in einen Index aufsteigen, wenn sie den Quartalsberichte vorlegen. Und genau das macht Porsche seit längerem wieder. Noch spannender Branche gilt sogar als Kandidat für den DAX 40 im September. Und außerdem haben wir noch zwei Aufsteiger, und zwar in den Solar und Windparks, BetrÃger in Caves und in Windanlagen Bauern, Nordex.

[00:09:45]

Also bei Öko Aktien, die neuen den Endlagers kommen.

[00:09:48]

Okay. Und dann gibt es ja noch den DAX. Das heißt, die Liga der 70 kleineren börsennotierten Unternehmen. Was hat sich da getan?

[00:09:55]

Da passiert jetzt mit fünf Wechsel am meisten. Wobei einige der Namen, die sind jetzt nicht so bekannt. Estas Aufsteiger Da sind der Münchner Halbleiter Hersteller Sys Micro Tec und der Autozulieferer Leoni. Die waren vorher in keinem Index gelistet. Dann haben wir drei Unternehmen, die von den MDAX Aufsteigern verdrängt werden und zwar die Areal Bank, der Handelskonzern Metro und der Lichttechnik Konzern Osram absteigen, aus dem Es werden die Südzucker, Tochter Kropp, Annelies, die IT-Firma SNB Schneider Neu Reiter und die Baumarktkette Hornbach.

[00:10:31]

Sie werden jetzt künftig in keinem ausfÃllen Index mehr notieren.

[00:10:35]

Und was bedeutet es eigentlich für den Börsenkurs eines Unternehmens, wenn es in einem Index entweder auf oder absteigt?

[00:10:41]

Ja, oft gar nicht so viel, wie man zunächst denken könnte. Der Großteil der Bewegung ist schon vorher gelaufen, sonst käme es ja gar nicht zum Auf bzw. Abstieg. Und manchmal gibt es sogar Gegenbewegungen. Zum Beispiel heute die Siemens Energy Aktie. Die steht unter Druck. Die Beiersdorf Aktie steigt. Prinzipiell gilt aber speziell für den DAX Index Unternehmen werden von internationalen Investoren stärker wahrgenommen. Und außerdem müssen Fonds, die sich an einem Index orientieren oder in dem Falle von Börsen gehandelten Indexfonds sogar komplett nachbilden, die Aufstellung.

[00:11:14]

Kaufen. Das ist natürlich prinzipiell schon mal gut für den Kurs. Alles klar, Andrea, vielen Dank dir für diese Analyse. Ich danke.

[00:11:26]

Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie hätten 1987, also in meinem Geburtsjahr, eine einzige Aktie von Berkshire Hathaway gekauft, dem Unternehmen von Warren Buffett. Sie hätten damals rund 4 000 Dollar bezahlen müssen. Natürlich ein stolzer Preis, aber heute wäre Ihr Anteilsscheine über 350 000 Dollar wert. Zahlen wie diese beweisen, warum Warren Buffet als einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten gilt. Über Jahrzehnte hat er es geschafft, mit seiner Anlagestrategie den Markt zu schlagen, also besser abzuschneiden als die großen Börsen Indizes in jüngster Zeit.

[00:12:06]

Aber da hat seine Performance etwas nachgelassen. Und deshalb fragen sich einige, ob Buffett mit seiner eher langsamen und werteorientierten Art der Investments überhaupt noch als Vorbild für das eigene Depot dienen sollte. Warum der Amerikaner nicht vom Coruña Börsenboom profitieren konnte, wieso er im großen Stil eigene Aktien zurückgekauft hat und wie man ihn quasi als privaten Fondsmanager engagieren kann, ohne gleich 350 000 Dollar zahlen zu müssen. All das klären wir jetzt im Gespräch mit unserer New Yorker Korrespondentin Astrid Dörner.

[00:12:40]

Astrid. Warren Buffett hat ja am Wochenende seinen vielbeachteten Brief an die Aktionäre veröffentlicht. Was meinst du, was können Investoren heute noch von ihm lernen?

[00:12:48]

Phil Es ist vor allem eine gute Erinnerung. Das ist noch eine andere Welt gibt als die, die wir in den vergangenen Monaten vor allem in den Schlagzeilen gesehen haben. Buffets Welt ist die, in der Investoren sozusagen auf Qualität von Unternehmen schauen und wirklich verstehen, was sie da tun und langsames Wachstum in Kauf nehmen. Überzeit statt große Schwankungen wie z.B. bei Game Stop oder bei Bitcoin, wo es schnell rauf, aber auch sehr schnell runter gehen kann. Buffett ist also genau nicht Elon Musk, der mit einem Tweet den Kurs von Dogecoin nach oben treibt.

[00:13:26]

Und es ist auch genau nicht jemand wie David Daytrader. Es ist einer der großen Stars hier, der sich auf Twitter eine Marke aufgebaut hat und den Aktienmarkt vor allem zum Zocken nutzt und nicht zum Investieren. Buffett ist so, wie er ist. Der war schon immer so. Der wird sich auch nicht ändern. Das heißt, dass er auf ganz viele Trends eben nicht aufspringt, damit vielleicht auch Rendite verpasst. Aber das heißt eben auch, dass so wie er Bergschuhe aufgebaut hat, dass er ganz viele Stürme überstehen kann.

[00:13:55]

Du sagst, Buffett ist, wie er ist, aber vor allem Bayer. Ja. Und ist er auch immer noch ein sehr erfolgreicher Anleger? Allerdings in den vergangenen beiden Jahren. Das kann man auch sehr gut sehen in diesen Börsen. Brief hat seine Anlagestrategie, also die von Berkshire Hathaway, eine deutlich schwächere Rendite abgeliefert als z.B. der amerikanische Börsen Index SNB if hundred. Was meinst du, warum konnte Buffett nicht so sehr von den Corona Börsenboom profitieren?

[00:14:18]

Ja, das ist schon länger ein Problem bei Berkshire. Aber es ist quasi ein Luxusproblem, wenn du so willst. Ein Grund dafür ist, dass der SNB im vergangenen Jahr und auch schon davor vor allem von den großen Tech-Konzerne dominiert wurde. Davon ist aber nur Äpfel in Bergers Portfolio und zu einem kleinen Teil Amazon. Und dann sucht Berkshire ja auch schon seit Jahren neue große Übername Ziele, was dann ja auch dem Aktienkurs helfen würde. Aber Buffett war sehr zögerlich und er war auch jetzt in der Coruña Krise zögerlich.

[00:14:51]

Ich glaube, er hat ein bisschen unterschätzt, wie schnell sich die Aktienmärkte und auch die Wirtschaft erholen wird.

[00:14:58]

Ja, wo du gerade die Investments in denen ansprichst, das ist ja wirklich eine spannende Entwicklung. Berkshire Hathaway hat im vergangenen Jahr 25 Milliarden Dollar eingesetzt, um eigene Aktien zurückzukaufen. Da kann man sich ja schon fragen Warum machen die das eigentlich? Also gehen denn so langsam die Ideen aus?

[00:15:14]

Ja, ist eine gute Frage. Buffett hält nichts von Spex und auch nichts davon, einfach in Börsengänge zu investieren, wie jetzt zum Beispiel Airbnb oder Doralt, der Hesch oder so, die neulich an die Börse gegangen sind. Er kauft seine Aktien dann zurück, wenn er glaubt, dass sie vergleichsweise günstig bewertet sind. Und er hat betont auch nochmal in einem Aktionärs Brief zum Beispiel, dass er sich von anderen CEOs unterscheidet, die Schulden aufnehmen, um die eigenen Aktien zurückzukaufen und die die Aktien auch dann zurückkaufen, wenn der Kurs steigt.

[00:15:48]

Das macht Buffett nicht. Du musst bedenken, Buffett hat oder Berkshire hat 140 Milliarden Dollar an Cash Reserven, die da liegen. So und damit verglichen sind 24 Milliarden Dollar nicht besonders viel. Und er sagt eben Ich tue mein Aktionären damit etwas Gutes. Ich sorge dafür, dass sie sozusagen mehr an Berkshire halten und er glaubt an sein Unternehmen. Und deshalb ist das jetzt seine Goto Strategie, bis er was besseres findet.

[00:16:15]

Dann hat er ja noch mehr als 100 Milliarden Dollar in der Kriegskasse, sozusagen um auch mal eine schnelle Idee umzusetzen. In diesem Brief taucht auch mal wieder sein legendärer Satz auf Never Beatriz. Amerika. Was genau hat er denn jetzt eigentlich in diesem konkreten Jahr damit passiert? Ist ja bekannt für seinen langen Planungshorizont und er hat auch schon viele Krisen miterlebt und auch viele Aufschwünge. Das hat er, glaube ich, vielen von uns voraus. Für einige ist es ja die erste oder vieleicht die zweite große Krise, die man mitmachte.

[00:16:45]

Von daher will er damit sagen Amerika ist so groß und wirtschaftlich so stark, dass es für ihn immer noch der beste Ort ist, um Geschäfte zu machen. Und auch wenn es gerade mal wirklich dem Land sehr, sehr schlecht geht, es lohnt sich nicht, auf den Untergang von Amerika zu wetten und das Geld irgendwo anders anzulegen, weil Amerika auch nach schweren Krisen immer wieder zurückkommen wird.

[00:17:08]

Normalerweise äußert sich Warren Buffett ja in seinem Aktionärs Brief nicht nur zu Investment Ideen, die ja auch sehr gerne sehr lyrisch kommentiert, sondern auch zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Dieses Mal aber gab es nichts zu Coruña und auch nichts zu Black Lives Matter. Warum eigentlich?

[00:17:23]

Buffett konzentriert sich im Moment zu 100 Prozent auf sein Unternehmen und auf seine Mitarbeiter und darauf, dass die möglichst gut durch die Krise kommen. Alles, was kontrovers ist oder vielleicht politisch, würde davon nur ablenken. Und dann müsste er vielleicht mal ein Interview geben, um das zu erklären und so. Und er will einfach im Moment sich nicht ablenken lassen und auch nicht, glaube ich, seinen Mitarbeitern realisieren, dass er über Gott und die Welt spricht und eigentlich Ideen hat, sondern dass er 100 prozent einfach sich auf das konzentrieren, was im Moment vor ihm liegt.

[00:17:58]

Berkshire ist auch von La Coruña Krise getroffen, ganz viele Unternehmen ganz unterschiedlich. Und da gibt's einfach viel zu tun. Und er hat entschieden Das mache ich und das mache ich richtig und alles andere muss eben warten. Glaubst du denn, dass bei diesem Fokus, der natürlich aktuell hat, demnächst auch mal mehr Investitionen in Technologie Werte rumkommen werden? Ein bisschen was haben wir davon schon gesehen. Berkshire ist letztes Jahr bei dem Klout Startup Slow Flagg eingestiegen, kurz vor dem Börsengang.

[00:18:28]

Das wäre früher undenkbar gewesen. Und Berkshire ist jetzt auch investiert in Verizon und T-Mobile USA, die ja auch stark auf 5G setzen. Neue Mobilfunk Standards. Also ich glaub nicht alles kommt von Buffett selbst. Er hat zwei Investment Manager, die mit ihm das Aktien Portfolio verwalten, das mittlerweile 280 Milliarden Dollar schwer ist. Und seine beiden Manager haben alle Freiheiten und die nutzen die auch. Aber Berkshire wird kein Tech Konzern werden auf absehbare Zeit und wird auch das Portfolio nicht komplett umschichten in jetzt nur Tech Aktien.

[00:19:05]

Das beeindruckende bei Warren Buffett finde ich ehrlich gesagt neben dem ganzen Investment Erfolg auch sein schieres Alter, denn der Mann wird ja im August 91 Jahre alt. Was würdest du denn sagen? Verdient er weiterhin den Spitznamen Das Orakel von Omaha oder ist das vielleicht schon so ein bisschen aus der Zeit gefallen?

[00:19:21]

Buffett hat einen entscheidenden Fehler gemacht, den er auch offen zugibt. Er hat vor paar Jahren schon immer wieder damit kokettiert, dass er in nichts investiert, was er nicht versteht und hat sich daher lange von Tech Investments fern gehalten. Und jetzt stellt sich heraus Es war eigentlich viel zu lange. Er hätte sich natürlich viel schneller in Geschäftsmodelle von Amazon und Google einlesen können. Er hätte sich Dinge erklären lassen können. Das wäre natürlich jetzt im Nachhinein betrachtet sehr, sehr gut gewesen für Berkshire, wenn er früh in Google investiert hätte oder in Amazon, aber es jetzt auch nicht so, dass ihm gar nichts gelungen ist.

[00:19:57]

2016 ist er ja in bei Apple eingestiegen, auch weil seine zwei Investment Manager ihn davon überzeugt haben, dass es ein guter langfristiger Konzern ist. Und das war das beste Investment aller Zeiten. Buffett hat insgesamt 30 Milliarden Dollar in Apple gesteckt und der Anteil ist jetzt 120 Milliarden Dollar wert.

[00:20:16]

Wahnsinn! Und diese beiden Investment Manager, die du schon erwähnt hast? Wie? Wie ist das? Also kann man sich die auch als mögliche Nachfolger von Warren Buffett vorstellen, weil er ist ja immerhin schon seit über 50 Jahren Chef von Berkshire.

[00:20:29]

Ja, er hat das schon sehr früh geregelt. Und wenn er nicht mehr an der Spitze ist, wird sein Job auf ganz viele Schultern verteilt. Die 2. Investment Manager Ted Wesseler und Todd Comes, die werden sich dann um das ganze Portfolio kümmern, also um die im Moment 280, wahrscheinlich dann noch mehr Milliarden Dollar und dann wird es ein CEO geben. Das wird wahrscheinlich der Chef der jetzigen Energie Sparte, die zu Berkshire gehört. Und dann wird es noch einen, vielleicht einen Co-Chef geben, der im Moment das Versicherungsgeschäft leitet.

[00:21:06]

Und so wird das eben aufgeteilt. Und Buffett, ältester Sohn, der wird den Verwaltungsrat führen und da ein bisschen drüber wachen, dass die Firmenkultur von Berkshire erhalten bleibt.

[00:21:17]

Wenn ich jetzt als Privatanleger oder Privatanleger Rinn weiterhin auf Warren Buffett vertraue und ihn sozusagen als Fondsmanager installieren will für mein Depot. Welche Möglichkeit habe ich denn eigentlich, in Berkshire Hathaway zu investieren und damit auch in deren Anlagestrategie?

[00:21:31]

Ja, also Berkshire hat Aktien von zwei Klassen die A-Klasse. Das ist sozusagen die Haupt Aktie, die ist über 300000 Dollar wert im Moment. Ich glaube sogar 340 000 oder so. Sie teuerste Aktie in Amerika. Es gibt aber auch eine B-Klasse Aktie, die hatten nicht so viel Stimmrechte. Kostet aber auch nicht so viel. Die kostet 250 Dollar, glaube ich im Moment. Also so kann man da einsteigen. Die DB Aktie ist aber auch in einer Reihe von ETFs drinnen, also könnte man Börsen, Börsen, gehandelte Indexfonds.

[00:22:05]

Das heißt, man könnte sich also auch so quasi indirekt an Bergschuhe beteiligen.

[00:22:10]

Ja und dann noch eine Frage zum Schluss Angenommen, ich würde solch eine Aktie kaufen, dann wäre ich ja auch Investor von Berkshire Hathaway und könnte damit teilnehmen am legendären Investoren Meeting. Es ist ja immer eine regelrechte Großveranstaltung. Einmal im Jahr pilgern da so rund 40000 Menschen nach Omaha. Also in Buffets Heimatstadt. In diesem Jahr aber soll dieses Meeting in Los Angeles stattfinden. Zum allerersten Mal. Warum?

[00:22:31]

Ja, letztes Jahr, mitten in der Pandemie, war das Meeting zum ersten Mal voll virtuell, also ohne Aktionäre. Und normalerweise sitzt Buffett auf der Bühne mit Charlie Manger. Das ist der Vize Verwaltungsrat, Chef von Berkshire, mit dem Buffett schon seit Jahrzehnten zusammenarbeitet und alle wichtigen Entscheidungen bespricht. Und das ist wirklich Slapstick. Comedy. Die beiden sitzen da Manger es 97 Schaffe des 91 und spielen sich die Bälle zu. Also ein bisschen wie bei der Muppet-Show, weil man.

[00:23:02]

Na ja, ja. Und letztes Jahr konnte Manger eben nicht kommen wegen der Pandemie. Und dieses Jahr im Mai wird es wird das Meeting wieder virtuell stattfinden. Und weil Buffett jetzt der Jüngere ist von den beiden, hat er gesagt Okay, ich komme einfach zu. Und dann können sie beide quasi wie gewohnt auf der Bühne sitzen, auch wenn es jetzt in Ellas und nicht in Omaha.

[00:23:25]

Super! Ich freue mich schon sehr auf diese Show und danke dir, Astrid, für dieses bereichernde Gespräch. Jederzeit.

[00:23:36]

Das war's für heute von Handelsblatt Today. Der Redaktionsschluss war wie immer um 16 Uhr. Unsere Sendung wird produziert von Christian Heinemann und Alexander Foss. Wir sind jetzt natürlich sehr gespannt zu erfahren, wie Ihnen unsere Arbeit gefällt und freuen uns über Ihre Nachricht. Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail mit Fragen, Anmerkungen, Lob oder Kritik an Today at Handelsblatt.com. Und wenn Sie diese Folge mit Gewinn gehört haben, dann freuen wir uns, wenn Sie uns in Ihrer Podcast App eine Bewertung dalassen.

[00:24:08]

Ich danke Ihnen sehr fürs Zuhören und wünsche Ihnen einen wunderbaren Feierabend oder falls Sie uns am Morgen hören, einen erfolgreichen Start in den Tag und.