Happy Scribe
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Shteyngart Morning Briefing Der Podcast einen wunderbaren Guten Morgen, mein Name ist Dagmar Rosenfeld und ich freue mich, Sie in den Tag begleiten zu dürfen. Heute ist Freitag, der zweite Oktober. Es gibt Sätze in der Politik, die bleiben, auch wenn sie sich im Nachhinein als unwahr erweisen, wie z.B. dieser Satz von Walter Ulbricht Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten oder auch dieser von Norbert Blüm Die Rente ist sicher.

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Und dann gibt es in der Politik noch Sätze, die sich im Nachhinein als so wahr erweisen, dass sie bleiben. So einen Satz hat Alexander Gauland gesagt.

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Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Wir sind ein gieriger Haufen.

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Gefallen sind diese Worte schon vor Jahren. Doch in dieser Woche hat sich mal wieder gezeigt, wie viel Wahrheit in diesem Satz steckt, wie Gerich also verdorben die AfD ist.

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Die AfD ist wichtig und das ist halt schizophren. Das haben wir mit Gauland lange besprochen. Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD. Das ist natürlich scheiße für unsere Kinder. Deine.

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Aber wahrscheinlich erhellt uns, dass diese Aussage des Gauland vertrauten und mittlerweile ehemaligen AfD-Fraktion Sprechers Christian Lüt hat eine Dokumentation von ProSieben öffentlich gemacht, was die Alternative für Deutschland also tatsächlich unter für Deutschland versteht. Mehr Posten, mehr Ämter, mehr Abgeordnete besitzen nicht fürs Land, sondern für sich selbst. Damit ist die womöglich entscheidende Erzählung der AfD, ihr Gründungsmythos, an sein Ende gelangt. Die Alternative zu allen anderen Parteien zu sein, von der AfD verächtlich Altparteien genannt, Parteien, denen sie posten, Versessenheit und Selbstbeschäftigung unterstellt, das Wohlergehen der eigenen Partei über das Wohlergehen des eigenen Landes zu stellen, wie es die AfD offensichtlich tut.

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Das ist mal wirklich eine alternative Definition von Patriotismus, eine ebenso zynische wie gnadenlose. Und womöglich schadet das der AfD mehr bei ihrer Wählerschaft als das offen gezeigte rechtsextreme Weltbild eines Björn Höcke oder eines Andreas Kalbitz. Denn zur traurigen Wahrheit gehört, dass beide als Spitzenkandidaten bei Landtagswahlen die AfD zur zweitstärksten Kraft gemacht haben. Und weil es der AfD nur um die AfD geht, wie die Lüt Aussagen sehr deutlich machen, werden Nationalismus, Antisemitismus und Extremismus eingepreist.

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Oder wie Alexander Gauland gesagt hat Ich habe klar gesagt, dass Björn Höcke mitten in der AfD steht. Und so ist mit dir auch zu verstehen. Die brutale Konsequenz eines solchen Kurses geben folgende Worte von Christian Lüth wider, die er an seiner Erklärung angefügt hat warum es für die AfD gut sei, wenn möglichst viele Migranten nach Deutschland kämen.

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Wir können dir nachher immer noch alle erschießen. Das ist überhaupt kein Thema. Oder vergasen oder wie du willst. Mir egal.

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Zwar hat die AfD Lüt entlassen. Andreas Kalbitz ist vor kurzem ausgeschlossen worden. Parteiintern gibt es Widerstand gegen den Gauland Kurs und es zeigen sich Zerfallserscheinungen wie der Verlust des Fraktionsstatus in drei Landtagen. Dennoch gilt Die AfD ist ein gieriger Haufen. Zumindest in diesem Punkt ist Gaulands Wort alternativlos. Unsere weiteren Themen heute. Der Autor Henryk Broder spricht über die schwierigste Herausforderung seines Lebens, die in Zeiten von Coruña noch schwieriger geworden ist. Das Altwerden, das Ãltesten unvermeidliches Unglück. Und es ist nichts da, was ein hinwegtrösten könnte.

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Und wo wir schon beim Thema Altwerden sind. Wir stellen heute auch erstaunt fest, dass der Playboy noch einmal die erschlafften Muskeln spielen lässt und sich zurück in die Finanzwelt kämpft. Wir sprechen auch über neue Pläne für eine kraftvolle deutsche Außenpolitik. Und wir reden über Armin Laschet. Bisher dachten wir, dass für ihn alle Wege nach Berlin führen. Aber jetzt ist er doch in Rom gelandet.

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Ein alter Kalenderspruch besagt, dass jeder Mensch alt werden will, nur alt sein. Das will keiner. Einer, der damit ganz offen umgeht, dass er überhaupt nicht damit einverstanden ist zu altern und dass er obendrein nun auch noch als Risikogruppe tituliert wird, ist Henryk Broder, Journalist, Buchautor und jetzt mein Gast im Podcast. Guten Morgen, Herr Bruder. Guten Morgen, Frau Rosenfeld. Ich habe Herrn Broder heute bei mir sitzen, weil ich mit Herrn Broder über etwas reden möchte, was Philip Roth ein Massaker genannt hat, und zwar in seinem Roman Jedermann geschrieben.

[00:05:10]

Das Alter ist ein Massaker. Das war noch untertrieben. Wieso, Herr Broder? Naja, über ein Massaker kommen die Überlebenden hinweg. Aber beim älter werden gibt's keine Überlebenden.

[00:05:24]

Wir sind hier aber noch sehr lebendig. Lieber Herr Broder und jetzt in Zeiten von Corona hat sich ja auch der blick. Thema massaker. Auf die alten. Verändert. Also bis eben. Waren sie noch. Die goldene. Aja. Die Silber haarig und agil durch den Lebensabend fast gehüpft sind. Kann man sagen. Und jetzt sind sie die Risikogruppe seit Corona. Wie geht es ihnen als Mitglied der Risikogruppe? Nun gut.

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Silber. Harich bin ich schon lange. Hüpfen tue ich lange nicht mehr und ansonsten war ich schon immer eine Risikogruppe. Ich bin zu klein. Ich habe Übergewicht, eine leichte Neigung zu ungesunde Ernährung. Und mein einziges Alibi ist. Ich rauche nicht und ich trinke nicht und deswegen halte ich mich für kerngesund.

[00:06:09]

Aber durch Coruña hat sich nichts für sie dann verändert. Also der Blick auf ihre Altersgruppe, zumindest von außen ist ja schon ein anderer geworden. Spüren Sie das nicht?

[00:06:18]

Und wie ich das spüre Ich brauche mich auf den Blick von außen gar nicht einzulassen. Ich höre nur auf meine innere Stimme und diese innere Stimme schlägt jeden Tag Alarm, und zwar aufs Neue. Ich bin 74 und der natürliche Gedanke ist, dass die Zeit, die vor einem liegt, höchstwahrscheinlich kürzer ist als die Zeit, die man hinter sich gebracht hat. Aber auch diese vermutlich nicht allzu vielen Jahre sind dann mit einem Risiko besetzt. Nämlich nicht nur, dass man nicht weiß, wie Kurz diese Jahre sein werden, man weiß auch genau oder ich weiß genau, dass sie wahrscheinlich schrecklich sein werden.

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Und was wir jetzt erleben, ist nicht ein kleiner historischer Unfall. Ist es wirklich eine Katastrophe, wenn Sie so wollen, eine unvorhersehbare Katastrophe? OP-Saal Obwohl seit 2012 ein Gutachten im Bundestag liegt, das ziemlich genau diesen Fall vorhergesagt hat. Aber damit hat niemand gerechnet. Und wenn ich mal eine Runde angeben darf seit Jahren ist mir klar, dass irgendetwas passieren wird. Völlig im Ernst. Ich kann es nicht konkreter formulieren und war immer klar, dass irgendetwas passieren wird außerhalb der Parameter, die wir gewohnt sind.

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Wir können mit dem Zusammenbruch des Euro rechnen. Wir können damit rechnen, dass vielleicht Frankreich Deutschland den Krieg erklärt oder Deutschland Frankreich. Was für ein Weltbild haben Sie? Ein realistisches, ein sehr realistisches. Aber ich wusste irgendwann Was wird dieser wahnsinnige, friedens aufgeladene Atmosphäre stören, dieses Gerede vom Friedensprojekt Europa, dieses Gerede. Uns ging es ja noch nie so gut. Dieses Gerede. Wir sind moralisch verpflichtet, die Welt vor dem Untergang zu reden und diese unglaubliche Hybris, dem Klima vorzuschreiben, wie er sich verhalten soll.

[00:07:54]

Und zwar auf eine relativ unübersehbarer Zeit bis 2100. Was ich nicht vorausgesehen habe und wahrscheinlich niemand es sehen konnte, dass so ein banales scheiß Virus sein würde, dass uns die Panik treibt. Und dieses Virus ist offenbar hochintelligent. Es macht mit uns, was es will. Kaum glauben wir, wir haben es gebändigt, zeigt es uns den Zeigefinger und sagt Ich bin auch noch da. Und über dieses Virus könnte man wieder anfangen, an Gott zu glauben. Ich glaube, es ist eine Art von göttlicher Strafe für menschlichen Übermut.

[00:08:25]

Sind Sie durch das Virus wieder gläubig geworden? Nein. Oder wieder nicht. Ich war nie gläubig, aber ich könnte jetzt gläubig werden, ohne mich auf eine bestimmte Konfession festzulegen, weil.

[00:08:35]

Finden Sie denn Trost bei Gott? Nein, nein, nein, nein. Ich finde keinen Trost bei Gott. Im Gegenteil. Wo ich Frau Trost finde auf meine alten abgewetzten blauen Ikea Sofa bei mir zu Hause, umgeben von Zeitungen, die ich noch nicht gelesen habe, die ein halbes Jahr alt sind. Ich lese wahnsinnig gerne alte Zeitungen. Wenn, dann sehe ich, dass der Irrtum zu den Grund tatsachen unseres Gewerbes gehört. Vor allem bei Leuten, die sich trauen Vorhersagen zu machen.

[00:09:03]

Ich werde nicht religiös, aber ich fange an, an Gott zu glauben.

[00:09:06]

Das sind zwei verschiedene Sachen von Gott zur Weisheit und nochmal zum Alter zurück. Wie würden Sie denn alt Alter definieren? Die Alten? Wie sehen Sie die?

[00:09:18]

Naja, das ist Altwerden, ist ein unvermeidbares Unglück. Und ich habe lange versucht, das Alter nicht zur Kenntnis zu nehmen. Es ist mir auch weitgehend gelungen. Ich hab's einfach ignoriert.

[00:09:29]

Aber wissen Sie, dann ging das nicht mehr. Das Ignorieren. Seit kurzem. Seit ungefähr zehn Jahren. Ich bin jetzt Mitte 70 und ab Mitte 60. Wenn meine Kollegen. Wenn meine Kollegen alle in die Rente gingen und oder irgendwelche ehrenamtlichen Tätigkeiten beim Technischen Hilfswerk Wuppertal ankamen, da wusste ich Die Krise ist da. Aber trotzdem das Ãltesten unvermeidliches Unglück. Und es ist nichts da, was ein hinwegtrösten könnte. Und ich schaue immer mit Entsetzen. Wenn ich auf einer Autobahnraststätte halte, schaue ich dann, wer da so alles aus den Reisebussen fällt?

[00:10:03]

Das sind meine Altersgenossen aus meiner Kohorte. Da sehe ich, wie die gehen und wie sie reden und wie sie von ihren Ehefrauen oder Ehemännern kujoniert werden. Dann fahre ich sofort weiter. Ich bleibt da nicht stehen mit meinem alten Volvo, ich will da weg. Ich will nicht mal in die Nähe kommen, um vom dem altes Gehen oder alte Virus nicht angesteckt zu werden.

[00:10:24]

Also Sie haben gerade jetzt gesagt, auch das Alter, wenn man das bei den anderen, bei den Gleichaltrigen oder der Kohorte, der man zugerechnet wird, sieht, dann denkt man mal Oh Gott, sind die alt?

[00:10:34]

Ja und sehe ich auch so aus, gehe ich auch, so rede ich auch. So lasse ich mir auch alles gefallen. Peter Wo ist die Brieftasche? Die hab ich dir doch gerade gegeben. Nein, du hast sie mir genommen. Grauenhaft. Da gibt es ja diesen tröstlichen Satz Man ist so alt, wie man sich fühlt. Was für ein Unsinn! Ich hab das immer I have a dream des Älterwerdens genossen. Und ich finde, das endet immer dann, wenn die Eigenwahrnehmung auf die Außenwahrnehmung der anderen trifft.

[00:11:00]

Genau so ist das. Ich bin jetzt 46 passiert in Hamburg, in der Einkaufs Zone. Da gingen vor mir zwei Jungs, die Wandfläche 18/19 und die drehten sich die ganze Zeit nach mir um. Ich hab natürlich gedacht, die drehen sich nach mir um, weil ich eine attraktive Frau bin. Und irgendwann fangen sie an zu tuscheln und dann drehen sie sich um und kommen auf mich zu. Und mein Gedanke ist ehrlicherweise gewesen Gott, was machst du jetzt, wenn die dich fragen, ob du mit ihnen Kaffee trinken gehen willst?

[00:11:28]

Und dann sprechen sie mich an und sagen Entschuldigen Sie! Da wusste ich schon mit Sie. Das kann hier nicht mehr um Kaffeetrinken gehen, sondern um irgendwas anderes.

[00:11:37]

Gin Tonic. Ja, es wäre schön gewesen. Sie sagten dann Entschuldigen Sie, dürfen wir Sie was fragen? Da ist vielleicht nochmal kurz der Gin Tonic aufgeflammt. Ich habe ja gesagt. Dann sagten Sie Sind Sie Frau Kittel?

[00:11:51]

Habe ich gesagt Nee, ich bin nicht Frau Kittel. Ach, Sie sehen genauso aus.

[00:11:56]

Ich habe mich gefragt Wer ist denn Frau? Keine Frau Kittel hatte ich gerade? Fragt unsere alte Grundschullehrerin. So viel zu so alt, wie man sich fühlt. Haben Sie solche Erlebnisse auch?

[00:12:05]

Ja, ja. Ich bin neulich gefragt worden, wo ich den Zweiten Weltkrieg überlebt habe. Im Ernst, was haben Sie geantwortet?

[00:12:13]

Ich weiß nicht mehr. Ich glaube, ich bin beleidigt, davongelaufen und Unterlassung irgendeines Fluches. Definition von Alter Da haben sich viele dran versucht. Ich finde was ganz Bemerkenswertes, hat die Schriftstellerin Monika Maron gesagt. Sie hat nämlich gesagt Das Alter ist doch viel differenzierter und weniger eindeutig als das Geschlecht. Im Ausweis darf man heute eintragen, wie man sich fühlt. Männlich, weiblich oder divers. Beim Alter darf man das nicht. Wer 74 ist, ist 74 Punkt.

[00:12:42]

Aber sie sagt dann Wenn das Geschlecht doch ein soziales oder Konstrukt ist, dann müsste das Alter ist doch erst recht sein. Warum kriegen wir das nicht hin?

[00:12:50]

Weil wir es noch nie versucht haben. Es gibt beim Alter keine Flexibilität und dann gibt es keine Alters Gerechtigkeit. Ich glaube, das ist die einzige Eigenschaft, an der man überhaupt nichts ändern kann. Sie können an Gewicht zunehmen, abnehmen. Sie können Ihre Haarfarbe ändern. Sie haben inzwischen die Auswahl zwischen 70 verschiedenen Gender Optionen. Ich denke immer, wie alt müsste ich werden, um jeden neuen Monat auszuprobieren? Ja. Aber beim Alter ist nichts das sich bewegen können.

[00:13:19]

Das finde ich extrem ungerecht. Und ich glaube, wir brauchen, wir brauchen. Das wäre doch eine Aufgabe. Frau Giffey Ja, eine Art von Alters, Differenzierung, Feststellung US-Gesetz. Das würde dann drinstehen.

[00:13:30]

Da würde dann drinstehen. Henryk Broder 44, wenn auch schon seit 30 Jahren und dann vielleicht der neueste Blut Testergebnissen ich gerade letzte Woche gemacht habe. Sind Ihre Blutwerte gut? Kerngesund. Kerngesund. Ich bin ein Hypochonder. Bei mir spielt sich alles im Kopf ab. Sagen Sie mir eine Krankheit. In fünf Minuten habe ich die Symptome. Und wann ist sie wieder geheilt? Waren weitere 10 Minuten. Großartig. Ich hänge davon ab, wer gerade vor mir geht und wer sich nach mir umdreht.

[00:14:01]

Lassen Sie uns nochmal auf Alter und Corona kommen. Es gibt ja so Corona. Romantiker nenne ich die, die schwärmen davon, dass das Virus uns Entschleunigung gelehrt hat. Ja, also alles wird ein bisschen mehr geerdet. Wir werden etwas bedächtiger und endlich ein bisschen langsamer in dieser schnelllebigen Welt. Ich muss bei solchen Verlangsamung Liebhabern immer an einen Vers von Rilke denken. Wunderliches Wort. Die Zeit vertreiben. Sie zu halten wäre das Problem. Denn wen ängstigt es nicht?

[00:14:34]

Wo ist ein Bleiben? Wie geht es ihnen mit dem Entschleunigen und mit dem Bleiben?

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Schöner wäre es, wenn Rilke ich Rilke nie gelesen, weil er hatte, glaube ich, die gleiche Geliebte sich geteilt mit Karl Kraus. Und dann hab ich und sie haben zu Kraus ich habe immer zu Kraus gehalten, egal was, was er macht oder was er nicht machte. Ja, das ist so, das ist so. Es gibt eine unglaubliche Coruña Romantik, die fing auch paar Tage nach dem Ausbruch in Deutschland an. Und damals hat der jetzige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, ich glaube, er heißt Georg Bätzing, gesagt, Corona könnte zum Glücksfall der Geschichte werden, weil es uns eine Chance gibt, unser Leben anders zu gestalten.

[00:15:11]

So gesehen war der Zweite Weltkrieg ein phantastischer Glücksfall der Geschichte, und zwar von Auschwitz bis Gulag. Laute Gelegenheiten, das Leben neu zu gestalten, sie zynischer oder? Nein, realistisch. Wenn jemand angesichts des Todes anderer von einem Glücksfall der Geschichte spricht, dann ist er zynisch. Ich zitiere ihn nur. Ich bin sozusagen der Zitat Zyniker, aber nicht der Zyniker an sich. Und jetzt hat Herr Bätzing wieder eine neue Stellungnahme veröffentlicht, auf der Suche nach der einmal gewesenen Zeit spielt so ein bisschen glaube ich, auf Proust an und in diesem fantastischen Aufsatz auf der Suche nach der einmal gewesenen Zeit schreibt er.

[00:15:49]

Egal wie es ausgeht, wörtlich Wir werden sagen können, wir sind dabeigewesen. Ja, das sagten die Bataillone an der Ostfront auch.

[00:15:58]

Also überlegen Sie sich schon, so ein T-Shirt zu drucken. Korona. Ich war dabei. Gute Idee. Darf ich die klauen? Dürfen sie aber nur, wenn ich auch ein T-Shirt kriege. Sie kriegen eins, sie kriegen eins. Und zwar mit dem Zitat Georg Bätzing.

[00:16:14]

Ich freu mich drauf, wie der Berliner sagt. Ich hab jetzt Philip Roth zitiert. Ich habe Rilke zitiert. Ich habe Monika Maron zitiert. Ich kann dieses Gespräch nicht beenden, ohne auch einmal Broder zitiert zu haben. Gute Idee, finde ich auch. Deswegen tue ich jetzt auch. Sie haben einmal gesagt, die Sache mit dem Alter ist heikel. Sobald einem bewusst wird, wie alt man ist, wird es gefährlich. Ein Schlafwandler, der merkt, dass er auf dem Sims geht, stürzt ab.

[00:16:42]

Stehen Sie auf dem Sims, Herr Broder?

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Theoretisch ja, praktisch praktisch. Praktisch weniger, weil ich mir dieser Situation bewusst bin. Also ich bin schon ein Schlafwandler. Ich bin neulich aufgewacht und habe in der Küche eine angebrochene Knäckebrot Packung gefunden und einen halb verbrauchten Hüttenkäse. Und ich weiß nicht, wer es war. Es kommt eigentlich nur ich infrage. Ich hab's wirklich nicht mitbekommen.

[00:17:04]

Also ich tendiere schon zu sind aber alle anderen sehr kargen mein Knäckebrot und Hüttenkäse. Ich halte ich jede. Ich halte Diät. Deswegen kein. Keine. Keine unnötigen Naschereien. Seit zwei Wochen macht sie das glücklich? Nein, das macht mich völlig unglücklich. Tun Sie es dann meinem Arzt zuliebe. Er freut sich dann drüber. Das ganze Leben ist eine Wanderung auf dem Sims. Ich weiß, eine furchtbare Banalität, wenn mir das jemand sagen würde, dann würde ich sofort scheiden.

[00:17:31]

Binse Nicht so etwas wie die Basis ist die Grundlage des Fundaments. Das stimmt ja auch immer. Zukunft ist für alle. Zukunft ist für alle da. Kein Mensch ist illegal. Dichter. Wir hätten da noch einiges zu bieten.

[00:17:45]

Na schön, so eine ganze T-Shirt Kollektion. Ja, ja. Ausgezeichnete Idee. Nein, das ist immer eine Gratwanderung. Und am Ende meint man immer, es hätte ein anderes Dach sein sollen.

[00:17:55]

Aber zu spät, zu spät ist ein tolles Schlusswort. Ich finde, es ist nie zu spät und auch nie zu früh. Es war mir ein Fest, mit Ihnen zu reden. Lieber Herr Broder, bleiben Sie so, wie Sie sind.

[00:18:07]

Frau Rosenfeld, Ihretwegen würde ich noch zwei Stunden eher aufstehen. Großartig.

[00:18:12]

Und Dagmar? Was ist heute in der Hauptstadt los? Da waren gestern das halbe diplomatische Korps und die Außenpolitiker des Bundestags zu Besuch auf der Pionier ohne die Münchner Sicherheitskonferenz hatte ja in ihrem Report eine selbstbewusstere Rolle Deutschlands und Europas bei den großen Krisen gefordert und mehr finanzielles Engagement in der NATO. Wie die Politik darauf reagiert hat, das will ich jetzt von Michael Bröcker wissen, dem Chefredakteur von The Pionier.

[00:18:44]

Ja, Dagmar. Und die Politik war sich parteiübergreifend einig, dass der Sicherheits Report von der Münchner Sicherheitskonferenz die richtigen Schwachstellen in der deutschen Außenpolitik anspricht. Zu wenig Verantwortung, zu wenig Strategie und zu wenig Geld. Allerdings Wie das zu lösen ist, da gab es dann doch unterschiedliche Akzente. Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner wünscht sich einen Friedens Rat und natürlich mehr Geld für Entwicklungshilfe und Friedensprojekt. Während Alexander Graf Lambsdorff und Katja Leigt von der FDP und von der CDU sich doch deutlich mehr auch Erhöhung des Verteidigungsetats wünschten.

[00:19:22]

Und der SPD-Politiker Nils Schmid, immerhin der Vertreter des SPD geführten Außenministeriums, war der Meinung Eigentlich passiert doch schon genug. Wir tun doch viel in der internationalen Politik. Beispiel Ukraine Beispiel Iran Verhandlungen. Insofern eine spannende Diskussion. Und all das, was dort auf dem Podium bei uns auf der Pardona passierte, haben wir natürlich zusammengefasst auf The Palme. Punkt D lohnt sich.

[00:19:47]

Und Dagmar, was hat dich heute überrascht? Dass der oberste Hirte der katholischen Kirche Besuch bekommen hat vom obersten Hirten Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet war bei Papst Franziskus in Rom und hatte danach folgendes zu berichten.

[00:20:05]

Er beschreibt diese Krise als etwas, in der sich entscheidet, ob es zum Guten oder zum Schlechten sich entwickelt. Deshalb der Appell an uns alle, alles zu tun, dass wir gestärkt aus der Krise hervorgehen und dass unsere Gesellschaft solidarischer ist und nicht egoistisch.

[00:20:24]

Am Ende erhofft sich Laschet vielleicht ein bißchen göttlichen Beistand beim Rennen um den CDU Parteivorsitz, sodass es am Ende heißt Habemus Kanzlerkandidat.

[00:20:44]

Und Dagmar, was geht eigentlich gar nicht, dass der Gründer des Playboy Konzerns, Hugh Hefner, das leider nicht mehr erleben wird. Sein selbst aufgebautes Bunny Imperium steckte in den letzten Jahren tief in der Krise. 2011 wurde der Playboy dann von der Börse genommen. Zu groß wurde die Konkurrenz aus dem Internet. Der Playboy steckte sozusagen in der Midlife-Crisis. Aber die hat man gut genutzt. Das leicht Bierbaum Ichigo Image wurde gestrafft und der Playboy hat sich aus seinem angestaubten Bademantel geschält und erstrahlt jetzt neu als sogenannte Multimedia Lifestyle Breath.

[00:21:23]

Und auch die Börse hat den Playboy wieder lieb. Bald soll es wieder an die Nester gehen. Doch trotz Neuausrichtung wird es künftig die Ausgabe des US Playboys nur noch online geben. Dann liest man halt die guten Reportagen im Internet.

[00:21:39]

G Tageslauf Schiffbau Tiefblau. Bleiben Sie aufrecht irgendwie Ihre Dagmar Rosenfeld. Neves. Dezember weiter. Oh ju. Weiter Jubelarien weiter. You do you know? Naja. Neves. P w t t t t t t t t. Do you do you?