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Hi! Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mordlust Mein Name ist Polina Graser und ich bin Laura Wohlers, und wir haben eine kleine Ergänzung zu unserer letzten Folge.

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Genau. In meinem letzten Fall ging es ja um einen Mörder, das eine SMS Phantásien an seinen Opfern auslebte, zu dem Thema sind und danach noch zwei lustige Geschichten eingefallen. Bei mir geht es um einen Porno Raumschiff und die Geschichte zum Porno Raumschiff. Die spielt in einem kleinen Ort in Hessen. Dort lebt nämlich der 35 jährige Elektriker Jürgen. Der lebt noch bei seiner Mutter und hat im Keller sein eigenes Reich, sich gebaut, sein Hobbykeller. Und da sitzt er sich jeden Tag nach der Arbeit direkt rein, und an der Kellertür hängt ein Warnschild mit der Aufschrift Sperrgebiet Raumschiff.

[00:01:01]

Direktor Jürgen ist aber Direktor mit C. Geschrieben auf Englisch Direkte.

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Jürgen ist, und an einem Morgen im Dezember 2017 ruft dann Jürgen Chef zu Hause an, die Mutter geht ran, und der Chef sagt Ja, wo ist denn eigentlich Jürgen? Der ist nämlich nicht zur Arbeit erschienen. Und auch die Mutter hatte ihn zwei Tage nicht mehr gesehen. Und dann geht sie die Treppe runter in den Keller, kriegt irgendwie das zahlen. Schloss auf, und in dem Keller findet sie dann allerdings keinen normalen Hobbykeller, sondern ein Porno Raumschiff.

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So hatte das zumindest die Bild genannt, und ich finde das eigentlich ganz treffend, weil die Wände und der Boden und alles drumherum war aus so glänzenden Metallplatten zusammengeschustert, und auf der einen Seite ist so ein Cockpit mit Monitoren, Schaltern und Hebeln, und auf dem Stuhl vor dieser Kommandozentrale sitzt ihr Sohn nackt und tot.

[00:02:03]

Jürgen hatte sich einen aufwendigen Vöge, Roboter gebaut mit einem Flaschenzug. Damit hat er sich scheinbar erwürgt. Er hat die ganze Zeit Pornos gesehen und sich gewürgt. Die Story, an die ich mich noch erinnern hab, fand ich auch genial, spielt in Zürich, und zwar ein 27 jähriger Bauzeichner, und seine Geliebte, die, sagen wir mal, mochten es gerne ein bisschen härter und spiele.

[00:02:29]

Bereits früher hatten sie sich auf ein Codewort geeinigt, was man ja so macht für den Fall der Fälle. Und die beiden kamen auf die super Idee, sich das Codewort Schwamendingen Oerlikon auszudenken.

[00:02:44]

Am besagten Tag hatte sie das natürlich vergessen, und der Mann ist bei dem Akt etwas über die Stränge geschlagen. Und obwohl die Fraud Worte wie Halt, Stopp und Nein rief, hörte er nicht auf, war quasi wie in einem Rausch. In der Anklageschrift heißt es später, dass sie in der Lage war, sich irgendwie aus dieser Situation zu befreien, er aber sofort sie an den Haaren zurückzog und sie mit dem Hinterkopf gegen den Boden prallte. Danach schlug er ihr zweimal ins Gesicht und drückte eines seiner Knie gegen ihren Kehlkopf.

[00:03:19]

Und dann packte er nochmal mit beiden Händen zu und wirkte sie fast zu Tode.

[00:03:24]

Sie konnte sich dann doch noch irgendwann losreißen. Voller Panik ist sie dann in die Küche geflüchtet und hat sich ein Küchenmesser geschnappt und hat den ganzen Schnittverletzungen am Oberarm zugefügt.

[00:03:34]

Spätestens da merken müssen, dass eskaliert hier gerade.

[00:03:41]

Er musste sich, wie gesagt, vor Gericht dafür verantworten, aber sie hat ihn dann Entlasse gesagt. Es war ein Unfall, und er musste dann nur die Hälfte der Gerichtskosten tragen und 10 000 Franken Strafe zahlen. Dieners wird einfache Codewörter. Und baut euch kein Porno Raumschiff.

[00:03:59]

Ja, dann würde ich mit meinem Fall für die Woche loslegen. Und zwar geht es um Armin Meiwes, besser bekannt als der Kannibalen von Rotenburg. Genau. Ich habe erst überlegt, ob ich den Fall überhaupt machen soll, weil der schon so bekannt ist und eigentlich jeder davon schon mal was gehört hat. Aber bei meiner Recherche ist mir dann schnell klargeworden, dass ich denen machen muss, weil erstens ist die Tat an sich ja schon einfach unglaublich. Und was mir nicht klar war Bevor ich mich damit beschäftigt habe, war das die rechtliche Einordnung des Falls auch.

[00:04:29]

Interessant ist die Frage nach dem Urteil. Also Armin Meiwes wird am 1. 12. 1961 geboren, und schon früh so zwischen 9 und 12, meint er, hätte er seine ersten Kannibalismus Fantasien gehabt. In der Pubertät stellt er sich dann beim Masturbieren vor, wie er Menschenfleisch isst. Und im Jahr 2000 stößt Armin im Internet dann zum ersten Mal auf eine Seite namens Flesch Bones. Das ist eine Seite für Menschen, die sich für Kannibalismus interessieren oder Phantasien haben. Und dort findet er Gleichgesinnte, und Armin ist selbst erstaunt, wie viele Menschen es da gibt, die gefressenwerden wollen.

[00:05:05]

Und zu dem Zeitpunkt ist er 39 Jahre alt und von Beruf computertechniker. Ermutigt von den Menschen, die da ähnliche Fantasien wie er haben. Er dann auch auf dieser Seite, und zwar unter dem Pseudonym Franky und sucht einen normal gebauten Mann im Alter von 18 bis 25 Jahren für reale Schlachtungen und verspeisen.

[00:05:26]

Laut Armin melden sich dann auf seinem Inserat auch Hunderte Menschen. Daraufhin baut er sich dann in seinem Haus ein shall gedämmten Schlacht Raum.

[00:05:35]

Er wohnt übrigens auf einem Gutshof mit 38 Zimmern alleine, und es dauert dann aber doch, bis sich jemand meldet, der es wirklich ernst meint.

[00:05:43]

Und dann Bernd, ein 43 jähriger Diplomingenieur aus Berlin. Dass es am 5. Mai 2001. Da meldet sich Bernd unter dem Pseudonym Kantor bei Armin, und Bernd ist ebenfalls auf der Suche nach jemanden, der ihn schlachten und essen soll. Der hatte nämlich auch schon inseriert, und der Titel seiner Annonce war übrigens Jörg Dünne. Darin schrieb er Ich biete mich an, mich von euch bei lebendigem Leib verspeisen zu lassen.

[00:06:11]

Wer das wirklich will, braucht ein richtiges Opfer. Sein primärer Wunsch von Bernd. Das schreibt er halt in seinen Nachrichten. An Armin ist es dabei, bei lebendigem Leib entmannt zu werden. So heißt es.

[00:06:24]

Er möchte, dass man ihm den Penis abreißt. Das ist ihm am wichtigsten, das ist sein Lebensziel. Bernd und Armin haben sich gefunden und verabreden sich für den 9. März 2001. An dem Tag kommt Bernd um zehn Uhr fünfzehn am Bahnhof in Kassel an, und Armin ist auch schon vorbereitet. Er hat nämlich eine Schlacht Anleitung für lang. Schweine aus dem Internet heruntergeladen. Menschen werden in dem Kannibalismus Umfeld übrigens lang Schweine genannt. Zuhause angekommen, gehen die beiden dann schnell zur Sache und haben Sex.

[00:06:55]

Danach soll Armin Bernd dann auch gleich einen Penis abbeißen. Ganz kurz nur war das quasi von beiden eine sexuell motivierte Sache gewesen.

[00:07:05]

Also was ich weiß, ist, dass für Bernd vor allem darum ging, dass es seine sexuellen Triebe sozusagen damit befriedigt werden sollten. Er ist auch homosexuell gewesen, und Armin gibt an, dass er bisexuell ist. Aber ihm ging es nicht wirklich um den Sex. Er hat dann mit ihm Sex gehabt. Aber eigentlich wollte er nur, dass es jetzt dazu kommt, wofür sie sich eigentlich verabredet haben, und zwar eben zur Schlachtung, sozusagen.

[00:07:33]

Also Armin soll Bernd ja dann in den Penis beißen. Das versuchen sie auch, aber es fließt halt kein Blut. Und Bernd bekommt dann erste Zweifel, ob Armin überhaupt der Richtige für den Job ist, ob er hart genug sein kann und das durchziehen kann, dann halt wirklich so fest zuzuweisen, dass er den wirklich abweist. Und dann kommen die beiden auf die Idee, dass Bernd erst mal Schlaftabletten nehmen soll, damit der ruhiger wird und auch nicht so dolle Schmerzen verspürt, wenn die das dann durchziehen.

[00:07:58]

Und außerdem trinkt er noch eine Flasche Hustensaft. Aber Bernd wird nicht müde, sondern der wird eher noch nervöser. Schließlich will er auch abbrechen und zurück nach Hause. Die beiden setzen sich dann ins Auto und fahren zurück zum Bahnhof. Im Auto soll Bernd dann noch gesagt haben Wenn ich einschlafe, kriegst du sofort um. Aber er schläft nicht ein. Am Bahnhof kauft sich Bernd dann ein Ticket, und die beiden warten auf den Zug. Dann geht Bernd auf Toilette und kommt wieder.

[00:08:21]

Und dann hat er sich umentschieden. Es werden noch mehr Tabletten genommen und noch eine Flasche Hustensaft getrunken. Die beiden fahren zurück, und um 18 Uhr 15 holt Armin ihn aus der Küche. Ein Schneidebrett. Die beiden sind übrigens im Schlacht Raum, und es läuft eine Kamera. Amy versucht Bernd dann, den Penis abzuschneiden. Das klappt aber erst mal nicht so gut. Dann holt er ein anderes Messer. Und dann klappt es. Die Wunde wird dann verbunden, und der Penis soll gegessen werden, und zwar roh.

[00:08:51]

Aber das funktioniert nicht so richtig, weil das Fleisch eben viel zu c: ist. Und dann geht Amy in die Küche und brät den Penis in einen zweistündigen Interview. Was ich mir reingezogen habe auf YouTube wurde ich mal gesehen.

[00:09:03]

Da redet der, da erzählt Armin das ungefähr so, ja, dann hab ich den Halt blanchiert, mit Pfeffer und Salz Paprika gewürzt.

[00:09:14]

Aber das Fleisch hat so frischer was irgendwie direkt zusammengeschrumpft. Und dann konnte man es halt nicht wirklich essen. Naja, er redet halt irgendwie. Es ist total surreal, wie er da darüber redet. Irgendwie. Als wäre das ein Rezept für Spaghetti, oder? Na ja, aber Bernd will danach erst mal in die Badewanne. Es ist nämlich kalt, und dort verliert er dann relativ viel Blut. Dann geht Armin in ein anderes Zimmer und hört um so gegen 23 Uhr ein Poltern.

[00:09:38]

Muss er mich auf die Toilette, ist aber vor dem Bett zusammengebrochen? Bewusstlos geworden, und Armin sagt, danach hätte er ihn nicht mehr wach gekriegt und bringt den zu dem Zeitpunkt ja noch bewusstlosen Bernd in den Schlaf. Traum und macht die Kamera wieder an ein, behauptet, er habe Bernd zu dem Zeitpunkt für tot gehalten, als er ihn da hinlegt. Das Video, was danach dann die Polizisten anschauen mussten, zeigt aber, dass Bernd noch gelebt hat, weil er zuckt und atmet, und bewegt auch mal wieder seinen Kopf.

[00:10:12]

Ja, und dann sticht. Armin Berndt in den Hals und gibt ihm somit den Todesstoß. Danach fängt er an, den Leichnam auszuweisen und zu zerteilen. Dabei stellt er sich wohl sehr amateurhaft an, denn er braucht ziemlich lange. Das Video geht übrigens viereinhalb Stunden. Auf jeden Fall packt er dann 30 Kilo Fleisch in seine Tiefkühltruhe und beschriftet 35 Tüten. Und unter anderem steht dann auf den Tüten so etwas wie Rumpsteak. Den Kopf und andere Teile des Körpers vergräbt er in seinem Garten, und 20 Kilo hat er übrigens insgesamt gegessen, sagt er.

[00:10:45]

Und das Video hat er sich übrigens danach noch mal angeschaut und dabei auch masturbiert. Nach der Tat ist Armin dann relativ schnell wieder in diesen Kannibalismus Foren unterwegs und sucht sein nächstes Opfer.

[00:10:56]

Im Juli 2002, also mehr als ein Jahr später, schreibt ihn dann ein Student aus Innsbruck an, und in dem Chat macht Armin Andeutungen zur Tat, und deshalb meldet sich der Student dann bei der Polizei. Danach und im Dezember desselben Jahres durchsucht dann die Polizei ins Haus, findet die Videoaufnahmen auf seinem PC. Das Fleisch in der Kühltruhe und auch Leichenteile im Garten.

[00:11:20]

Er hat Kontakt mit diesem Studenten aufgenommen, der auch gegessen werden wollte.

[00:11:25]

Und er erzählt ihm, dass er sowas schon mal gemacht hat, und der andere verschafft ihn ja so ungefähr. Er hat nicht genau die Tat zugegeben, bei diesem Student im Chat aber sehr krasse Andeutungen gemacht, sodass der Student davon ausgegangen ist, dass der eventuell ein Mörder sein könnte. Und dann hat er das bei der Polizei, aber doch dann auch ermordet werden viele Leute, die da sind, und deswegen hat es dann doch ein bisschen länger gedauert, bis er wirklich den Bernet gefunden hat.

[00:11:53]

Sind er da, um Fantasien auszuleben? Und es war auch so, dass sich der Armin viel mit Leuten getroffen hat. Und dann haben sie das sozusagen gespielt. Und dann hat er bei denen irgendwie, die den Körper mit einem Filzstift abgezeichnet, wo was abgeschnitten wird und so was aber genauso interessant ist wie die Tat, ist jetzt der Prozess, der danach kommt.

[00:12:14]

Denn die rechtliche Einordnung ist nämlich gar nicht so einfach. Das Gericht stellt sich die Frage War es nun Mord, wie die Staatsanwaltschaft plädiert oder Totschlag? Oder war es vielleicht Tötung auf Verlangen, wie die Verteidigung plädiert? Und während des Prozesses wird dann natürlich wieder ein psychiatrisches Gutachten zur Schuldfähigkeit gestellt. Und zwei Gutachter halten Armin trotz einer schweren seelischen Abartigkeit für voll schuldfähig. Also nicht krank? Das ist wichtig für den Ausgang des Urteils. Und auch für das Opfer wird eine Einsichtsfähigkeit und Steuerungsfähigkeit attestiert.

[00:12:48]

Beim Schlussplädoyer erklärt die Staatsanwaltschaft auf jeden Fall, dass die Einwilligung des Opfers unerheblich sei, weil es vielmehr das Bestreben des Angeklagten war, ein Mensch zu schlachten. Und der Verteidiger beharrt aber auf Amins Opferrolle und sagt, Armin habe nur aus Mitleid getötet. Am 30. Januar 2004 wird Armin dann verurteilt, und zwar zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten. Es war laut dem Richter also kein Mord. Bei deinem letzten Fall haben wir ja diese Merkmale kennengelernt.

[00:13:17]

Die Staatsanwaltschaft hat ja für Mord plädiert. Also hat Mord Merkmale vorgetragen. Und jetzt ist meine Frage diesmal an dich Was glaubst du denn, was die Staatsanwaltschaft für Mord Merkmale vorgetragen hat? Ich muss dazu vielleicht einmal kurz sagen, dass ich die Merkmale hier gerade auch vorliegen habe, weil das in meinem Fall gleich auch eine Rolle spielt. Ich würde sagen, Mordlust war bestimmt auf jeden Fall dabei. Deswegen war ja im Forum unterwegs Befriedigung des Geschlechtstrieb sicherlich auch so, sagt es.

[00:13:45]

Er war als Kind schon sexuell darauf gepolt, und dann würde ich auf jeden Fall auch sagen, dass er ihnen grausam auf grausame Art und Weise ermordet hat, auch wenn es quasi für das Opfer ja nicht grausam war. Die drei, würde ich jetzt sagen, standen sich ja zur Debatte, dass Mord, Merkmal, Befriedigung des Geschlechtstrieb. Ist es schon mal richtig? Das haben Sie auch angegeben, die Staatsanwaltschaft. Und zwar ja, weil Armin Ja gesagt hatte, er hatte sich das Video im Nachhinein noch einmal angeguckt und sich dabei einen runter geholt.

[00:14:12]

Außerdem haben sie niedrige Beweggründe angegeben. Und zwar sprechen die Staatsanwälte davon, dass die Schlachtungen Armin ein Gefühl der Macht gegeben hat, und dadurch hat er sein eigenes Selbstwertgefühl verbessern wollen, sozusagen. Und das ist für die ein niedriger Beweggrund. Und was noch wichtig ist, dass mir auch direkt eingefallen ist. Ist das Mord Merkmal der Ermöglichung einer anderen Straftat, und zwar in dem Fall der Störung der Totenruhe, weil er danach dann schändet und zersägt? Und was weiß ich auch.

[00:14:41]

Allerdings ist auch wichtig zu sagen, dass Kannibalismus im deutschen Rechtssystem kein Tatbestand ist. Der Richter sah das aber nicht genügend bewiesen, und deswegen hat er ja eben nicht auf Mord entschieden, sondern auf Totschlag. Und es ist ja am Ende immer die Auslegung des Richters, den besten Argumenten er mehr glaubt. Die Staatsanwaltschaft ist natürlich nicht zufrieden mit dem Urteil und legt Revision ein, weil die bemängeln, die Prüfung des Merkmals, der Befriedigung, des Geschlechtstrieb ist. Die sagen, das hat nicht ordentlich genug stattgefunden, das zu prüfen, weil, wenn der Angeklagte sagt, dass er den Film nochmal angeschaut hat.

[00:15:13]

Bei ONANIERT hat müsse geprüft werden, ob dieses Video deswegen erstellt wurde, damit der Angeklagte nachher nochmal angucken kann und sich ein runterholen kann oder ob er vielleicht schon während der Tat sexuelle Befriedigung dadurch erlangen wollte oder erlangt hat? Ja, auf jeden Fall. Die Verteidigung ist unzufrieden, weil Syrien ja von der Tötung nach verlangen. Aber die Staatsanwaltschaft hat dann letztendlich Erfolg, und es kommt dann zu einem zweiten Prozess. Und während dieses zweiten Prozess wird dann ein Sheet Protokoll zugelassen, und in diesem erklärt Armin seinem Chatpartner, dass er sich immer selbst befriedigen muss, wenn er sich das Video anschaut, und somit wird das Mord Merkmal Befriedigung des Geschlechtstrieb es belegt.

[00:15:50]

Und auch im zweiten Prozess wird Armin übrigens als voll schuldfähig eingestuft. Und nach nur 18 Tagen, und zwar am 9. Mai 2006, wird Armin dann dieses Mal tatsächlich wegen Mordes verurteilt, und zwar zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Diesmal sieht das Gericht zwei Merkmale erfüllt, und zwar einmal hier Tötung zur Befriedigung des Geschlechtstrieb und Tötung zur Ermöglichung einer weiteren Straftat. In dem Fall ja die Störung der Totenruhe.

[00:16:15]

Was denkst du, ist das Urteil richtig? Ist es Mord, wenn der andere umgebracht werden möchte? Oder ist es in diesem Fall vielleicht Tötung auf Verlangen?

[00:16:25]

Also ich finde schwierig. Ich finde, wenn der andere umgebracht werden möchte, sehe ich das generell eigentlich nie als Mord an. Ich denke da natürlich aber eher an sehr kranke Personen. Ich habe ja am Anfang relativ forsch gesagt, dass ich das als Tötung auf Verlangen oder Beihilfe zum Selbstmord sehen würde. Ich kann natürlich nachvollziehen, warum das Urteil jetzt eben doch Mord war. Ja, weil es ja nicht nur um die Bedürfnisse von Bernd ging, sondern vor allem auch um seine eigene Befriedigung.

[00:16:55]

Und auch wenn der andere damit einverstanden war, ist das natürlich trotzdem sehr abartig. Und ich kann auf jeden Fall verstehen, warum er zum Mord verurteilt wurde.

[00:17:07]

Ich, ich. Ich finde auch, dass es total schwierig einzuschätzen. Ich glaube, das größere Problem ist auch, wie du gesagt hast, dass die Gutachter ihn als voll schuldfähig eingestuft haben, also nicht als krank? Genau. Jetzt sitzt er halt 15 Jahre im Gefängnis, und wenn er da mal rauskommt, dann wäre das übrigens 2021. Er hatte aber schon im Dezember 2017 die Chance, das erste Mal rauszukommen. Aber sein Antrag wurde abgelehnt. Und dass er bald rauskommt, ist auch relativ unwahrscheinlich, weil die Gutachter ihm auch keine positive Sozialprognose gestellt haben oder so.

[00:17:38]

Die haben ja, die haben mal gesagt, dass es gut möglich wäre, dass er nochmal rückfällig wird.

[00:17:43]

Ja, und das war mein Fall vom Kannibalen von Rotenburg. In meinem Fall geht es um ein mörderisches Ehepaar und um Satanismus. Der Fall ist bekannt, als der Satans Mord von Witten mal gehört.

[00:17:59]

Nein, ich glaub nicht.

[00:18:01]

Im Mai 2000 sucht Daniel Ruda, damals 24 Jahre alt, eine Frau. Er selbst ist zu dem Zeitpunkt laut eigener Aussage schon Satanisten und hat es satt, sich immer mit Frauen zu treffen, die nachts ein Vampir machen und tagsüber sich aber quasi in ihr Strickjacken werfen und von Normalos nicht zu unterscheiden sind.

[00:18:21]

Er wohnt damals noch bei seinen Eltern und arbeitet als Autoverkäufer. Er entscheidet sich, eine Kontaktanzeige in einschlägigen Magazinen zu veröffentlichen, und schreibt sehr romantisch pechschwarze Vampir sucht Prinzessin der Finsternis, eine düstere Fee, die die Menschen verachtet und alles und jeden hasst. Das bist ich.

[00:18:44]

Angeblich erhält er daraufhin 200 SMS-Nachrichten, darunter eine Nachricht von der 21 jährigen Manuela. Er ist von Anfang an von ihr angetan. Sie nennt sich selbst Allegra, und sie hat ein Faible für Vampire.

[00:18:58]

Sie kleidet sich auch so und schläft bei ihr Zuhause in einem Sarg.

[00:19:04]

Sie läuft außerdem mit Vampir Zeno rum. Beide schreiben sich zu Beginn an Briefe. Sie hat aber wenig Zeit für ein Treffen. Irgendwann entscheidet er sich von Herten, wo er wohnt. Nach Witten zu fahren und einfach den Brief persönlich bei ihr abzugeben. So lernt sie sich dann das erste Mal kennen. Bis Januar 2001 haben die beiden eher ein freundschaftliches Verhältnis. Von Beginn an, hat er gesagt, hätte er bei ihr nämlich eine nicht menschliche Aura gespürt. Er kam quasi gar nicht auf die Idee, die jetzt irgendwie als Liebhaberin zu betrachten und damit quasi sein Sexualtrieb zu befriedigen.

[00:19:39]

Weil das wäre ja ein menschliches Bedürfnis gewesen, und er war der Ansicht, denen hätte sie sich abgesprochen. Er habe später dann aber doch auch noch gesagt, dass sie schon manchmal auf Toilette ging oder in ein Tempo schnauzt.

[00:19:51]

Mehr als sechs Monate, nachdem sich die beiden kennengelernt haben, verlieben sie sich erst ineinander, obwohl Daniel zu dem Zeitpunkt eigentlich mit einer anderen Frau liiert ist, von der er sich aber für Manuela trennt. Sie verbringen viel Zeit auf den Friedhöfen und balzen sich gegenseitig in den Hals und trinken das Blut des jeweils anderen. Die meiste Zeit aber verbringen sie in ihrer Wohnung. In der Wohnung hängen Ketten von den Decken, die Wände sind alle schwarz gestrichen.

[00:20:18]

überALL findet man umgedrehte Kreuze, natürlich auch auf dem Sarg Totenköpfe, Pentagramm und ganz viele Grablichter.

[00:20:27]

Bis März verbringen die beiden eine für ihre Verhältnisse normale Zeit. Aber dann, so sagt es Daniel später vor Gericht, hätte er erstmals Befehle des Teufels wahrgenommen.

[00:20:38]

Diese Befehle hatten mit der Zahl 6 6 6 7 zu tun gehabt. Am 6. 6 sollte er Manuela heiraten, und einen Monat später, am 6. 7., werde der Teufel persönlich in seinen Körper fahren, um sich eine Seele zu beschaffen. Daniel setzt also diesen vermeintlichen Auftrag des Teufels in die Tat um. Und die beiden heiraten am 6. 6. Und für den Auftrag für den 6. 7. interpretiert Manuela etwas herein, und zwar töte, bringe Opfer und bringe Seelen.

[00:21:11]

Sie suchen sich drei Opfer aus und laden sie unter einem Vorwand zu einer Abschiedsparty zu Manuela nach Hause ein.

[00:21:18]

Ich erkläre später, warum Abschiedsparty.

[00:21:21]

Nur einer tappt in die Falle, und das ist Frank haben ein ehemaliger Arbeitskollege von Daniel Ruda. Der hat zu diesem Zeitpunkt schon seinen Job gekündigt. Daniel und Frank er nennt ihn Frankie, kennen sich seit zwei Jahren.

[00:21:34]

Also ist Frankie vielleicht Pfarrer. Parallel Parallele.

[00:21:39]

Beide Frenkie, beide 2001.

[00:21:41]

Sie erzählen ihm, er wäre Ehrengast auf ihrer Party.

[00:21:47]

Er wird arglos mit einem Hammer niedergeschlagen und danach abwechselnd mit einer Machete von den beiden durch 66 Messerstichen getötet. Daniel und Manuela sprechen noch ein Gebet, schreiben mit Blut Seiten, ließ hier an ein Fenster und lassen die Leiche zurück. Einen Tag später wird die Leiche entdeckt. Man kann aber nur noch anhand einer DNA-Analyse herausfinden, dass es Frank H. war, wenn man ihn gar nicht mehr erkennt.

[00:22:14]

Die Beine rasieren sich die Haare und flüchten allerdings in einem sehr auffällig beklebten Opel Vectra Auf den Vordertür klebt Kadaver, Verwertung, Anstalt, auf der Heckscheibe ein Pentagramm und die Aufschrift Soko Friedhof und auf dem Kofferraumdeckel das Wort Grab Schönheit.

[00:22:34]

Weil Daniel noch auf weitere Eingebungen des Teufels wartet, kaufen sie eine Kettensäge und Benzinkanister, um eine Kirche in Brand zu stecken. Es zieht die beiden nach Sondershausen. Und das nicht ohne Grund. 1993 wurde hier nämlich der 15 jährige Sandro von drei siebzehnjährigen Mitschülern ermordet, weil er sich über deren Satans Glauben lustig gemacht hat. Und seitdem, das sagen die Leute, die in der Umgebung wohnen. Haben sie das Gefühl, dass der Jesu quasi als Pilgerstätte für Satanisten gilt?

[00:23:08]

Tatsächlich wird die Mutter von seinem Trupp unter Polizeischutz gestellt. Die Polizei hat nämlich den Hinweis bekommen, dass Daniel Ruda bereits früher angekündigt hatte, sie aus Rache irgendwann umzubringen.

[00:23:19]

Nicht nur Sandras Mutter, sondern auch noch 15 weitere Personen bekommen Polizeischutz. Die Ermittler haben nämlich neben der Leiche von Frank K. eine Liste mit 15 Namen gefunden.

[00:23:30]

Warum will er die Mutter von dem Opfer umbringen? Aus welcher Rache habe ich mich auch gefragt?

[00:23:35]

Wahrscheinlich, weil sie den Sohn zur Welt gebracht hat, der sich lustig über den Satanismus gemacht hat.

[00:23:43]

Nach fünf Tagen können Sie in Jena von der Polizei gestellt werden.

[00:23:48]

Ein Beobachter ist das Auto ins Auge gestochen, weil er auch nicht gerade unauffällig und obwohl Sie einheimische Kennzeichen hatten. Hatten Sie geklaut, wirkten die Fahrer halt nicht Ortskundiger. Deswegen hat das gemeldet, was im Gericht passiert ist. Ein reinstes Spektakel. Beide wissen sich zu inszenieren, tauschen diabolische Blicke und Lächeln aus, betreten den Gerichtssaal mit Satans Gruß und zeigen den Fotografen den Stinkefinger.

[00:24:15]

Was ist denn bitte?

[00:24:20]

Kann ich? Daniel nennt es die Pommes Pizza.

[00:24:29]

Ich habe es gerade vorgemacht Wir machen ein Foto und stellen es auf Instagram. Die Bild-Zeitung macht tagelang mit dieser Geschichte auf und im Endeffekt ist klar, dass die beiden diesen ganzen Prozess und das ganze Medienspektakel für sich als Spielwiese genutzt haben.

[00:24:44]

Beide geben vor Gericht an, dass sie Frank H. mochten. Es hätte aber theoretisch auch jeder andere sein können. Sie haben quasi nur im Auftrag ihres Herren gehandelt.

[00:24:54]

Sie bekunden aber stets Es war kein Mord und sagen tatsächlich Wenn jemand mit dem Auto überfahren wird, verurteilt man das Auto ja auch nicht.

[00:25:02]

Sie waren ja quasi nur die Handlanger. Vor Reportern fragt sich Daniel, warum überhaupt so viel Aufwand betrieben wird.

[00:25:09]

Es geht doch hier nur um einen Menschen. Und seine Eltern hätten ja außerdem auch immerhin geheult, wenn er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen wäre.

[00:25:18]

Jetzt kommt Manuela, gestand ihrem Pflichtverteidiger, dass sie maßlos traurig darüber ist, sich nicht in einen Vampir verwandelt zu haben nach dem Mord. Denn in ihrer Welt hätte nämlich eigentlich genau das eintreten müssen. Damit hatte sie auch schon fest gerechnet, denn sie hatte den Weg zu den nächsten Konzert, das sie besuchen wollte, per Luftlinie ausgerechnet.

[00:25:44]

Es während 38 Kilometer Gewicht.

[00:25:50]

Ihr Sargans Glaube wird als Persönlichkeitsstörung gewertet. Was man verstehen kann. Nach der 5 km Story, das heißt verminderte Schuldfähigkeit. Sie wird zu 13 Jahren Haft und zu 15 Jahren verurteilt. Und weil sie einer Therapie gegenüber aber quasi immer aufgeschlossen war, wird sie vorzeitig entlassen. Der Richter wies aber Spekulationen über einen Ritualmord zurück und meinte, man sollte sich von ihrem äußeren Erscheinungsbild nicht trügen lassen. Weil, ließe man das weg, würde quasi nur noch ein grausamer Mord vorhanden sein.

[00:26:20]

Obwohl die beiden immer wieder beteuert haben, dass sie Satans Anwesenheit gespürt haben, hat er ihnen das quasi nicht abgekauft. Kurz nach der Urteilsverkündung ließen sich die beiden scheiden. Daniel Ruda sagte man später noch Kontakt in die rechte Szene nach, und außerdem hat man bei Manuela in der Wohnung rechtsextremistische Symbole gefunden.

[00:26:39]

Daniel Ruda hat, während er im Gefängnis saß, ein Buch geschrieben und zwar fehlerquoten 211 der Satans Mord von Witten. Was wirklich geschah und 211, bezieht sich auf den Mord Paragrafen, wo unsere Merkmale festgehalten sind.

[00:26:56]

Er beschreibt zunächst auf einigen Seiten das, was angeblich passiert ist, und zwar angeblich, weil im Buch nimmt da im Grunde genommen alles wieder zurück, was er vor Gericht schon zugegeben hatte. Und jetzt kommts. Ich musste mich teilweise fast übergeben, denn es geht hier ja quasi um die letzten Stunden, bevor ein Mensch getötet wird.

[00:27:16]

Und er schreibt in seinem Buch darüber, wie sie auf ihn gewirkt hat, wie viel Liebe er ihr gegenüber empfunden hat, und es wirkt quasi wie ein schlechter Liebesroman.

[00:27:29]

Er beschreibt nämlich Eigentlich wäre er früher ein Frauenheld gewesen und Manuela hätte ihn komplett geändert und zu einem ganz anderen Menschen gemacht. Das ist nämlich der Punkt in dem Buch, sagt er nämlich Es ging alles von ihr aus. Er schreibt, in der Zeit habe er sich quasi allem unterworfen, was sie verlangt hätte. Er sei absolut nur noch der passive, ausführende Part gewesen. Er schreibt, sie hätten Frank abgerollt und hätten ihn mit ins Wohnzimmer von Manuela gebracht. Und dann hätte Manuela Daniel gebeten, den Raum zu verlassen, was sie vorher schon mal mitgeteilt hatte, und unterwürfig natürlich, wie er war, hat das dann natürlich auch gemacht.

[00:28:08]

Und er hat eine Zigarette geraucht und ein Bier getrunken. Und er sagt Als herauskam, war Frank schon tot. Er hat angeblich nach seinem Buch nichts mit dem Mord zu tun gehabt und sagt auch, er hätte das ihr von Beginn an auch eigentlich nicht zugetraut. Und sein Plan war der, dass er sich die wüsten Sachen vor dem Gutachter ausdenkt, damit er seine Frau schützen kann. Er hatte also quasi immer einen Sinn, die Schuld auf sich zu nehmen, und hat deswegen nur behauptet, der Satan hätte zu ihm gesprochen, um die an der Nase herumzuführen.

[00:28:40]

Aber eigentlich wäre er nie Satanisten gewesen, und das diente alles nur zu ihrem Schutz. Er schreibt in seinem Buch aber auch, dass er keine Ahnung hatte, warum sie ihn beschuldigt, Frank mit einem Hammer niedergeschlagen zu haben. Das kam für ihn angeblich völlig überraschend. Ganz erschreckend, finde ich dabei.

[00:28:58]

Er appelliert in seinem Buch auch noch an die richtigen Mörder von Frank H. so nach dem Motto Ihr könnt nicht ewig davonlaufen, und ich habe keine Furcht vor euch. Er hat quasi immer offengelassen, dass irgendwelche völlig Fremden daran beteiligt waren. Aber in seinem Buch gesagt Sie Sivas. Er hat gesagt, es gibt zwei Möglichkeiten, sie alleine gemacht. Oder sie hat es gemacht mit Fremden, weil sie während des Abends auch öfter rausgegangen ist zum Telefonieren.

[00:29:31]

Daniel Ruda soll überdurchschnittlich intelligent sein und ein ICO von 119 haben. Und das Ding ist, wenn du das Buch liest. Klingt das schon ganz plausibel? Wer ist nicht blöd? Also das, was er da schreibt, und die Lügen, die er sich ausdenkt, die sind schon alle sehr durchdacht. Man merkt natürlich, dass er sich in dem Buch unfassbar überlegen fühlt.

[00:29:49]

Und natürlich, dass er das Rechtssystem für komplett bescheuert hält, das er in seinem Buch sagt, er habe die Geschichten von Satans Stimme nur erfunden, sah der damalige Gutachter dann quasi auch nur noch als Bestätigung für seine narzisstische Persönlichkeitsstörung an. 16 Jahre nach dem Mord 2017, noch während Daniel in Haft saß.

[00:30:11]

Zu dem Zeitpunkt ist er jetzt 41, sitzt er erneut vor Gericht. Angeblich soll er im Jahr 2010 eine Brieffreundin aus dem Gefängnis heraus beauftragt haben, seine Ex-Frau Manuela umzubringen.

[00:30:24]

Sie sollte sich in die Psychiatrie einschleusen, in der Emanuela zu dieser Zeit einsaß und sie totschlagen. Die Frau wendete sich damit aber später kurz vor der Entlassung an die Polizei. In der Einlassung zu diesem Prozess sagte Daniel, er habe völlig zu Recht für die Tat für den Mord an Frank H. in Haft gesessen. Was heißt nach dem Buch?

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Sagt er jetzt quasi doch, dass er rechtens verurteilt wurde, sagt aber auch Ich sitze jetzt zwölf Monate und siebzig Tage länger. Ich habe meine Strafe abgesessen. Ich wehre mich mit Händen und Füßen gegen die Vorwürfe. Als Beweismittel dienten neben der Zeugenaussage von dieser Frau außerdem seine Briefe. Und daraus war zu lesen, dass er noch sehr viel Wut auf seine Ex-Frau hatte. Er bezeichnete sie dort als die Bekloppte oder die Bild. Aber offensichtlich fanden sie das nicht Beweismittel genug, und von daher wurde die Anklage gegen ihn fallengelassen.

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Nach dieser Aussage erhielt seine Brieffreundin mehrere Morddrohungen, und man legte kleine Särge und Grablichter vor ihrer Haustür nieder.

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Und sie erhielt vor allem auch mehrere Trauer. Bekundungen zu ihrem eigenen Tod. Im September 2017 wurde Daniel Ruda entlassen. Er ließ sich von einer neuen Freundin abholen, die er auch aus dem Gefängnis heraus als Brieffreundin kennengelernt hatte. Manuela und Daniel leben heute unter anderem Namen. Was ist das mit diesem Brieffreundin? Dann frage ich mich.

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Ich frage mich auch Was sind das für Frauen, die sich an diese Mörder wenden? Weil viele Mörder haben ja dann irgendwie heiraten? Ja, dann auch jemanden außerhalb des Gefängnisses. Du möchtest wissen, was für Frauen das sind?

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Ja, ich kann es dir sagen, und zwar genau. Das ist so spannend, fand, und es gibt einige Merkmale, und zwar sind es oft Frauen, die Halt suchen. Und aber auch häufig spielt ein Helfersyndrom eine Rolle, und es gibt ein Buch, das heißt, wenn Frauen Verbrecher lieben von Elisabeth Fist und die Frauen dort erzählen, dass sie oft zu viele enttäuschende Partnerschaften hinter sich hatten. Und sie sind total froh, wenn sie mal jemanden finden, der sich voll und ganz auf sie einlässt, weil die haben ja da auch nichts zu tun.

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Für die ist das der reinste Segen, dass da jemand ist, der sich voll und ganz nur auf die konzentriert.

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Und mein Lieblings Punkt, der nicht weglaufen.

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Das haben die wirklich angegeben.

[00:32:45]

Die wussten quasi, er bleibt da, der geht jetzt nicht weg.

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Und dann habe ich mich gefragt Wie kommen die eigentlich in Kontakt? Ist das so? Die sehen das im Fernsehen und empfinden das dann so, als wären sie eine Art Superstar oder so. Das ist tatsächlich auch ein Grund. Das habe ich später noch gelesen, dass die Frauen quasi denken oder dass jemand Wichtiges überdehnen wird, sogar in den Medien berichtet. Es gibt aber auch so etwas wie ein Tinder für Häftlinge? Nein, nur halt in Mega alt, mit Webseite und so.

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Und zwar heißt es Jail, Mail, Kontakt von drinnen nach draußen, und da werden Häftlinge vorgestellt. In Deutschland ist man da, wenn Häftlinge vorgestellt, und die schreiben dann einen kleinen Text mit Foto zum Profil? Ja, ich fand es total spannend.

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Ich habe dort Erick gefunden, und Eric ist Jahrgang 2000. Das heißt, er ist ein Baby.

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Und er schreibt Ich heiße Eric. Ich bin um die 1 8 groß, wiege zirka 70 bis 72 Kilo. Ich wohne in Schwerte. Draußen habe ich mich gerne mit Kollegen getroffen, gechillt, mal einen trinken gegangen und habe gearbeitet. Leider habe ich noch keinen Schulabschluss oder eine Ausbildung. Das gehe ich zurzeit hier in Haft an. Möchte nun Brieffreundschaft führen und freue mich schon auf ganz viel Post. Der Plan ist, Erik zu schreiben. Und mal sehen, ob er antwortet.

[00:34:12]

Die Seite ist angeblich noch aktiv sind für die Inhaftierten. Dahinter ist das nach und nach auf. Dieser ganze Bekanntenkreis wegbricht, und deswegen möchten die halt neue Kontakte aufbauen.

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Ich hab ja gestern Abend all diese satanischen Sachen recherchiert, und dann haben wir beide telefoniert, und ich hab mich auf Lautsprecher gemacht. Und Laura, du hast mir etwas erzählt, und auf einmal kam ein Schreien.

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Aber mit deiner Stimme aus dem Telefon Du kannst mir sagen, was du willst. Aber es war mega unheimlich. Ich will nicht sagen, dass es Satan gibt. Aber da hat er gestern durch mein Handy und durch deine Stimme mit mir gesprochen. Ich weiß natürlich nicht, was er mir sagen wollte, aber es war wirklich unheimlich gut.

[00:34:58]

Vielleicht sollten wir ja nicht mehr so viel uns mit diesem gruseligen Thema beschäftigen. Oder doch?

[00:35:04]

Wir machen noch ein bisschen weiter, jetzt geradezu benutzt. Und da kommt jetzt wieder wie beim letzten Mal eine Empfehlung für euch und diesmal von uns beiden. Und zwar die Doku-Serie Stärke. Die könnte ja gerade auf Netflix anschauen, und die Doku befasst sich mit dem Fall Michael Petersen. Und da ich glaube, dass viele den Fall von euch nicht kennen, erkläre ich euch zumindest kurz mal den Tathergang. Und zwar am frühen Morgen des 9. Dezember 2001, ruft Michael Petersen aus seiner Villa in Durham, North Carolina, den Notruf.

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Er ist völlig aufgelöst und sagt, dass seine Frau Kathleen die Treppe runtergefallen und bewusstlos ist.

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Als der Rettungswagen dann kurze Zeit später da ankommt, eröffnet sich den Helfern ein Bild des Schreckens. Und zwar liegt Kathleen Petersen voller Blut am Fuße der Treppe. Sie hat Blut unter ihren Füßen, an ihren Fußsohlen und an der Wand sind überall Blutspritzer. Wenn ihr euch die Bilder anschaut, die findet ihr im Internet, dann sieht es für jeden erst einmal aus wie Mord. Und Meike Petersen wird dann auch kurze Zeit später des Mordes angeklagt. Und indes Der Kasse geht es größtenteils um die Gerichtsverhandlung und die Frage Was ist denn jetzt Mord?

[00:36:13]

Oder war es ein Unfall?

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Laura und ich haben uns das jetzt angeguckt, haben aber noch nicht darüber diskutiert. Wir haben uns quasi bis jetzt zurückgehalten. Und deswegen, wenn jemand von euch die Netflix Dokumentation jetzt noch sehen möchte, dann müsst ihr jetzt abschalten. Weil jetzt wird Hardcore bollert.

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Genau. Was denkst du denn, was denkst du denn jetzt nach der Doku? Ist er schuldig oder unschuldig? Also sagen wir mal so Ich ahne, für dich ist der Fall ziemlich klar.

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Ich sage, ob unschuldig oder nicht.

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Er hätte definitiv nicht verurteilt werden dürfen.

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Und ich muss sagen, es spricht natürlich sehr viel gegen ihn. Jetzt mal rein objektiv. Laura dreht gerade mit den Augen Reckless du ja auf. Ich sage, mein Eindruck von ihm ist einfach. Er und seine ganze Familie sind Mega kWp. Das macht ihn aber noch lange nicht zum Mörder. Dann ist herausgekommen, dass die Ermittler von der Staatsanwaltschaft falsche Aussagen getätigt hat. Im Zeugenstand. Und die Verurteilung berief sich ja im Grunde genommen auf seine Aussagen.

[00:37:27]

Deswegen, finde ich, sollte er definitiv nicht verurteilt werden. Was natürlich nicht heißt, dass er nicht schuldig ist. Aber ich finde auf jeden Fall berechtigte Zweifel gab es da auf jeden Fall. Was ich natürlich total absurd fand, ist, dass die Frau aus Deutschland quasi das Gleiche passiert ist und die Tatsache, dass Caitlin keine Knochenbrüche hatte. Aber aufgeplatzte Stellen an der Haut Wunden ist natürlich auch sehr, sehr seltsam, weil wenn du so eine Treppe runter fällt, dann brauchst du dir in der Regel was ja, und hast nicht irgendwelche Schnittwunden oder soll.

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Das würde ja in der Dokumentation nicht behandelt. Und eigentlich wissen wir ja auch, warum. Weil er ja nachher ein Verhältnis mit der Produzentin angefangen hat.

[00:38:16]

Ich habe, da hab ich echt gedacht, dass sie mich jagen wollen, weil bei mir war es eigentlich so, dass ich die Serie geguckt habe, dass sie am Anfang gedacht habe, er ist schuldig, und dann in den letzten 4 Folgen, oder so hab ich mich wirklich dabei ertappt, dass ich ihm geglaubt hab und daran gezweifelt habe, ob er schuldig ist oder nicht. Und nach der Serie hab ich dann auch die Artikel gelesen, die du gelesen hast.

[00:38:37]

Und da steht halt drin, was die Doku alles ausgelassen hat. Welche Fakten? Und dann da unter anderem das mit der mit der Produzentin.

[00:38:46]

Und dann war ich halt irgendwie so sauer da drüber, weil. Ich wusste, dass ich das nur dachte, dass er unschuldig ist, weil mich die Doku in diese Richtung geschoben hat, weil diese Frau der Meinung ist, dass er unschuldig ist und dass auf mich produziert hat, sozusagen. Und am Ende ist es nämlich eine reine Selbstinszenierung von Maikel, vor allem die letzten Minuten. Ich würde an dieser Stelle gar nicht unbedingt der Produzentin die Schuld geben an der Sache, weil ich glaube, dass sie auch ein Opfer in dieser ganzen Geschichte ist und dass Michael Petersen einfach der krasseste Psychopath ist und es irgendwie geschafft hat, alle um sich herum zu manipulieren.

[00:39:24]

Zu aller Anfang seine Kinder, dann seine Verteidiger und am Ende sogar scheinbar die komplette Filmcrew. Und es ist nämlich nicht nur so, dass sie das natürlich nicht in der Doku besprochen haben. Dass Sie da eine Affäre hatten? Ist ja klar.

[00:39:36]

Aber was auch nicht reinkam, war zum Beispiel, dass die Petersens krass viel Schulden hatten 142 tausend Dollar, das Caitlin eine Lebensversicherung im Wert von 1,5 Millionen Dollar hatte. Und übrigens hat Michael 387 000 Dollar davon bekommen, danach und das dann auch für seinen Verteidiger benutzt hat. Ja, und auch zum Beispiel. Ich weiß nicht, ob du das auch gelesen hast. Das würde Mahle da haben die ja auch. Das hat die Schwester zwar im letzten, in der letzten Episode auch gesagt, aber da geht keine Sau drauf ein.

[00:40:11]

Das verstehe ich nicht, wie man das nicht in der Doku thematisiert. Das finde ich auch von Netflix irgendwie recht schwierig. Ehrlich gesagt. Ich meine, dann hätten Sie irgendwie schreiben müssen. Ich meine, da hätten Sie es irgendwie nennen müssen. Was der KKE bei Michael Petersen? Ja, so weißt du, weil so denkst du ja die ganze Zeit. Das ist vielleicht vor allem Sie leiten dich auch am Anfang finde ich ganz gezielt in die Irre, in denen sie sich nämlich manchmal selbst widersprechen lassen, weil er sagt Ja, nämlich am Anfang, das war das letzte Mal, als ich sie lebend gesehen habe.

[00:40:40]

Ach nee, sie lebte ja noch, als ich wieder rein kam. Und dann denkst du nämlich erst Aha, Sie zeigen ja auch diese Seite. Aber das ist denn so minimal, dass ich eher glaube, dass es noch ein Trick ist, um den Zuschauer an der Nase herumzuführen und zu zeigen. Naja, warum?

[00:40:54]

Wir haben doch hier auch die Widersprüche gezeigt.

[00:40:59]

Ich finde das mit den Töchtern so strange. Ich meine, es ist ja immerhin auch deren erste Mutter gewesen, die auf genau diese Weise ums Leben gekommen ist. Dann erleben Sie das nochmal mit deren Adoptivmutter, und die stehen einfach wie eine dicke Wand hinter dem. Ich verstehe das nicht, wie man nicht mal, wie man das nicht einmal hinterfragen kann.

[00:41:20]

Und ganz kurz Wie einig sind wir uns, dass der heiße Sohn da irgendwie mit drin verstrickt ist?

[00:41:26]

Auf jeden Fall. Sorry, aber ja, er hat ja auch. Das war ja auch nicht Teil der Dokumentation, das er sich ja geweigert hat, eine Aussage zu machen und so weiter.

[00:41:37]

Aber zu den Kindern, zu den Töchtern, die ja eigentlich. Die haben halt niemand anderen mehr außer ihnen. Und er hat sie adoptiert. Er hat sie aufgezogen und so weiter. Und er muss einfach so einen manipulativen Tricks Schwein sein, dass er das geschafft hat. Wie? Wie kommt es zu dieser Affäre? Wie unprofessionell ist eine Produzentin? Eine andere Sache.

[00:41:59]

Ich finde, der Notruf von ihm, der klang schon an sich, fand ich. Klang der echt? Aber was ich mich gefragt habe, wenn er nicht weiß, was passiert ist. Warum sagt er, sie ist von der Treppe gestürzt. Das hat mich so verwundert. Gerade wenn du diese Bilder siehst, du siehst, denkst du im ersten Moment an einen überfall oder an einen Mord? Und das hätte er auch tun müssen, wenn er sie so da unten liegt.

[00:42:23]

Wie kann er dann von einem Sturz ausgehen? Das finde ich einfach so Creep, dass das erklärt sich mir nicht so. Und dann möchte ich noch sagen, dass ich generell zeitweise auch Team Eule war.

[00:42:38]

Müssen wir das kurz? Ja, nur kurz dazu. In dieser Gegend gibt es einen speziellen öL. Gibt es einen speziellen ölen Art, die sehr aggressiv auf Menschen reagieren soll und die sehr zahm ist im Sinne von, dass sie keine Angst vor Menschen hat. Und mit dieser Theorie kam ein Nachbar auf, und tatsächlich hat cev Liegen in ihrer Hand Haare, wo zwischen sich Feda Reste von dieser Art befanden. Das haben sie allerdings nachher nicht mit in den Prozess mit rein genommen.

[00:43:05]

Deswegen war es auch nicht in der Doku drin, weil sie quasi von Anfang an gesagt haben Wir bilden hier den Prozess ab und nicht irgendwelche anderen Theorien. Und deswegen ist diese leichten Verletzungen muss da auf Ihren Kopf. Die hätten wohl auch tatsächlich dazu gepasst. Und wenn man sich die anguckt, dann ist das ja auch. QS sieht tatsächlich nicht aus, als hätte er mit einem krassen Gegenstand auf Ihren Schädel eingeprügelt. Aber nach wie vor. Ich bin der Meinung, er hätte nicht verurteilt werden dürfen, weil wo kommen wir da hin, wenn du Beweise zulässt, die ungültig sind?

[00:43:38]

Da geb ich dir vollkommen recht.

[00:43:40]

Er hätte nicht verurteilt werden dürfen, weil man im Zweifel für den Angeklagten hätte entscheiden müssen, und es gab nicht genügend handfeste Beweise, und in Deutschland wäre er wahrscheinlich nicht verurteilt worden. Was du auch gesagt hast mit dem Problem der Betiteln sozusagen. Finde ich auch, dass das in Deutschland niemals als Doku durchgegangen wäre. Das ist zwar kein geschützter Begriff, aber es ist halt so einseitig, weil essenziell wichtige Fakten ausgelassen werden.

[00:44:09]

Trotzdem ist das der Kaz filmisch und auch dramatisch sehr, sehr, sehr gut gemacht. Und ich habe es auch total gesuchtes und du glaub ich auch. Und daher ist es trotzdem eine Empfehlung von uns.

[00:44:21]

Und das war unsere zweite Folge Mordlust denkt daran, uns auf Instagram zu abonnieren. Wenn ihr Fragen habt oder Anregungen, könnt ihr uns auf Instagram schreiben oder auf unsere E-Mail-Adresse Mordlust, Podcast, GMX?

[00:44:36]

Genau. Und wenn ihr vielleicht Vorschläge habt zu fällen, die wir machen sollen, dann freuen wir uns natürlich auch immer darüber. Das, was von uns bis hoffentlich zur nächsten Folge, bis zum nächsten Mal.