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[00:00:03]

Hallo und herzlich willkommen zu Handelsblatt Today, dem börsentäglich ein Podcast aus unserem Newsroom in Düsseldorf. Wir sprechen von Montag bis Freitag über die wichtigsten Nachrichten des Tages und darüber, was sie für die Finanzwelt bedeuten. Heute ist Montag, der 24. August, und ich bin Lena Priya.

[00:00:26]

Zum Unwort des Jahres taugen aus Anlegersicht wohl viele Worte.

[00:00:30]

Sei es der Nullzins. Sparen an sich? Oder noch schlimmer Coruña. Der Crash an den Börsen zu Jahresbeginn hat viele Menschen nicht nur viel Geld, sondern auch viele Nerven gekostet. Mittlerweile erholen sich die Märkte aber wieder. Was nach den Turbulenzen bleibt, ist Unsicherheit. Wohin mit dem Vermögen, wenn eine weltweite Pandemie alles unter sich begräbt, was bislang als normal gegolten hat? Welche Tugend der Schlüssel zur erfolgreichen Geldanlage ist und warum es auch sinnvoll sein kann, auf die vermeintlichen Verlierer der Krise zu setzen, hören wir später von Flossbach von Storch Kapitalmarkt Strategen Thomas Lehr.

[00:01:08]

Außerdem spreche ich mit unserer Technik Redakteurin Larissa Holzhey über ein Unternehmen, das Rebellion gegen die Marktmacht von Apple übt und das Geschäftsmodell des Herstellers damit ganz schön ins Wanken bringen könnte.

[00:01:25]

Zuallererst blicken wir wie immer auf die Märkte. Der deutsche Leitindex ist heute wieder über die Marke von 13 000 Punkten geklettert. Alle 30 Dax-Werte sind damit im Plus. Darüber hinaus haben deutsche Anleger vor allem zwei Unternehmen im Blick. Bei Porsche und der Metro gibt's nämlich Neuigkeiten. Ich habe jetzt Ingo Nawrath aus unserer Frankfurter Finanz Redaktion in der Leitung. Ingo Porsche zeigt sich selbst an der Metro-Chef. Der dankt ab. Gib uns doch bitte einen kurzen Crashkurs. Was ist da los?

[00:01:57]

Nr. 1. Porsche. Es wird gegen Porsche ermittelt, wegen Abgas, Manipulationsverdacht. Und dieses Mal geht es nicht um VW Dieselmotoren, sondern um Benziner. Es ist fast für Buch Freunde, fast eine unendliche Geschichte von Michael Ende in diesem Fall. Doch die Börsianer haken das ab. Der Kurs ist im Plus. Verkaufswelle erzeugt das Thema eben nicht mehr. Und der Aktienkurs läuft ohnehin schon länger nach unten. Thema Nummer 2 Metro ein ganz anderes Ding. Firmenchef Olaf Scholz geht zum Jahresende.

[00:02:29]

Er hat den Handelskonzern umgekrempelt. Aber wie gut oder wie schlecht er das gemacht hat, darüber gehen die Meinungen auseinander. Kritiker werden wohl nur in Erinnerung behalten, dass er gerne Rockmusik hört. Die Anleger sehen das viel freundlicher und entspannter. Die Börse reagiert unaufgeregt. Der Kurs geht leicht nach oben. ähnlich wie bei Porsche. Die Frage ist aber Was bleibt bei Porsche und Metro? Sie sind beide die ökonomie. Fehlt aus Sicht der Anleger einfach die Phantasie. Olaf Scholz, so zitieren die, kommt beide nicht mit Wumms aus der Krise.

[00:03:02]

Oder etwas provozierender gesagt Metro ist nicht Amazon, und Porsche ist nicht Tesla.

[00:03:07]

Jetzt spielen an der Börse aber auch immer wieder historische Daten eine Rolle. Heute erleben wir ja einen Jahrestag sozusagen, den sicher niemand auf der Rechnung hatte.

[00:03:16]

Oder um es genau zu sagen ein halber Jahrestag. Vor einem halben Jahr begann der Einbruch in Europa. Es war der 24. Februar, der Rosenmontag. Helau und Alaaf am Rhein und an einigen anderen Stellen. Die Börsen stürzen in ganz kurzer Zeit. Es war der schnellste Sturz der Geschichte, und dann ging es aber genauso schnell steil aufwärts. Für viele Anleger war das viel zu schnell. Sie konnten. Sie konnten gar nicht reagieren.

[00:03:41]

Sind die Anleger jetzt immer noch zurückhaltend, oder wie sieht's jetzt aus?

[00:03:44]

Ja, es ist ein Paradox. Es gibt null Euphorie am Markt. Aber gleichzeitig sind die Kurse so hoch wie noch nie oder nahe ihren Tops. Normalerweise steigt die Stimmung mit den Kursen aber eben nicht dieses Mal. Gegenteil Alle flüchten in die sicheren Häfen. Wir erkennen das an den internationalen kapitalströmen. Die Zuflüsse in Geldmarktfonds beispielsweise in diesem Jahr sind so hoch wie nie. Allein mit dem Geld in Geldmarktfonds könnten wir jetzt alle Dax 30 Aktien fünfmal kaufen. Dieser Widerspruch von Höchstkursen und fehlender Euphorie muss sich auflösen.

[00:04:16]

Ich vermute, dass die ängstlichen Anleger allmählich die Nerven verlieren, weil sie den steigenden Kursen nicht ewig hinterher schauen können. Sie werden zu kaufen beginnen. Das heißt kurz gesagt Die Aktien Rally geht weiter, wenn auch nicht im Tempo wie bisher. Es erinnert so ein bisschen an den Manager und der Manager in den Fahrstuhl. Steigender Liftboy gefragt. Wohin soll es denn gehen? Seine Antwort Natürlich nach oben. Ingo Danke für das Interview. Bevor wir jetzt gleich in das große Interview starten, haben wir noch eine kurze Empfehlung für Sie, denn das Handelsblatt hat neben der Zeitung, der Website und natürlich den Podcasts noch einige spannende Produkte zu bieten.

[00:04:59]

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[00:05:28]

Wir haben es gerade im Marktbericht gehört Heute ist es auf den Tag genau ein halbes Jahr her, seit die Aktien wegen Coruna abgestürzt sind. Seit dem Tiefpunkt Mitte März sind die Aktienkurse im Schnitt mittlerweile wieder um gut 30 Prozent gestiegen. Der Dax 30 hat seitdem sogar mehr als 50 Prozent zugelegt. Noch nie hätte man mit dem deutschen Leitindex in so kurzer Zeit so viel Geld verdienen können. Wenn man denn den passenden Moment erwischt hätte. Jetzt sind die Aktien nämlich so teuer wie lange nicht mehr.

[00:06:00]

All das wird bei Privatanlegern vor allem eine Frage auf Wie manage ich mein Vermögen in Coruna Zeiten richtig? Denn das klassische Sparbuch oder Konto sparen? Das wissen wir schon lange, ist wegen der niedrigen Zinsen keine rentable Option mehr. Die Antwort auf die Frage ist für Laien also alles andere als intuitiv. Bei mir im Studio ist deshalb jetzt der Flossbach von Storch Kapitalmarkts Stratege Thomas Lehr. Wenn einer eine Antwort darauf hat, dann wohl eher leer. Erst die Panik bei Privatanlegern, weil die Aktienkurse eingebrochen sind und jetzt die Verzweiflung, weil viele Aktien zu hohen Preisen gehandelt werden.

[00:06:38]

Kann ein Durchschnittsverdiener in solchen turbulenten Zeiten überhaupt noch Gewinne machen?

[00:06:43]

Ich glaube, dass es für einen Durchschnitts Anleger und ich bezeichne mich jetzt selber tatsächlich in dem Fall auch mal als Durchschnitts Anleger deswegen an der Börse oftmals so schwer, weil man hier wirklich sorgfältig akribisch jedes einzelne Investment nach seinen Chancen und Risiken untersuchen muss. Und dazu brauche ich nicht nur jede Menge Daten, ich brauche am besten auch den direkten Zugang zu den handelnden Personen. Dann ergibt sich ein Bild. Dazu muss ich mein Handwerk wahrscheinlich verstehen. Und das ist eben etwas in der Kombination, was ein Privatanleger noch war.

[00:07:16]

Ich bezeichne mich in dem Fall auch als Privatanleger kaum leisten kann, weil Sie müssen die übungen ja nicht nur einmal machen. Sie müssen sie im Grunde genommen hundert, 150 Mal machen, weil sie davon ausgehen müssen, dass am Ende möglicherweise nur 25, 30 attraktiv bewertete Investments übrig bleiben. Und deswegen ist es auch für viele Anleger tatsächlich spekulativ.

[00:07:40]

Nicht, weil die Unternehmen und die Investment so spekulativ sind, sondern weil es so schwierig ist, sich selber ein Bild zu machen.

[00:07:45]

Heißt Gewinne machen wird schwierig. Oder wie darf ich das verstehen?

[00:07:50]

Gewinne machen wird jetzt mit Blick auf die Bewertung nicht schwieriger, aber auch nicht leichter als in den Jahren davor. Wenn man sich an der Börse mal anschaut, wie die Bewertungen in der Breite sind, einfach weltweit. Und da gehts nicht um Index Stände, sondern da geht es immer darum. Was bekomme ich denn für mein eingesetztes Kapital, das es beim Unternehmen der Gewinn? Und wenn der Gewinn steigt, darf ich natürlich auch mehr zahlen, ohne dass das Unternehmen deswegen wirklich teurer geworden ist.

[00:08:19]

Dann sind wir von den Bewertungen heute auch nicht viel höher als vor 30 Jahren, als ich mit meiner Ausbildung begonnen habe. Die Aktien sind in der Breite eigentlich nicht teurer geworden, und deswegen halte ich die auch nach wie vor immer noch für wirklich sehr, sehr attraktiv.

[00:08:34]

Wenn wir da mal Ransom, welche Unternehmen und Branchen sind dann am vielversprechendsten?

[00:08:39]

Ich glaube, dass das ganz schwierig ist, somit Schubladen zu arbeiten, das ist auch gefährlich. Klar, man würde jetzt gerade so in Corona Zeiten, das ist ja die überschrift. Da würde man natürlich eher zu Unternehmen neigen, die vielleicht finden im Bereich Pharma, die wir vielleicht finden, im Bereich Technologie. Und möglicherweise würde man eher einen Bogen um Unternehmen machen, die jetzt im Bereich Gastronomie reisen oder so tätig sind. Aber möglicherweise ist das ein Fehler. Also ich glaube nicht, dass es pauschalen Fehler ist.

[00:09:12]

Aber vielleicht ist in der Gewinner Schublade genügend. Vielleicht sind ja genügend Unternehmen, die tatsächlich viel zu teuer sind, die aufgrund der drückenden Konkurrenz nachher es gar nicht schaffen, die PS auf die Straße zu bringen. Und vielleicht ist der vermeintlichen Verlierer Schublade. Aber ein Unternehmen, das davon profitiert, dass der Wettbewerb dünner wird und viele Unternehmen wegfallen und dann der Markt mehr oder weniger ganz alleine bewirtschaftet werden kann oder fast alleine, also immer vorsichtig mit Schubladen und vielleicht wegen der überschrift noch eins dazu Ich glaube tatsächlich, dass sich das Investieren in der Zeit einer Corona Krise, einer Pandemie gar nicht so sehr unterscheiden sollte vom Investieren sonst.

[00:09:54]

Eins ist sicher klar das Thema Digitalisierung, das Thema Technologie, Hardware, Software.

[00:10:02]

Das Thema Social Media ist sicher natürlich etwas bargeldloses Zahlen online einkaufen. Das sind ja alles Trends, die gabs vor der Pandemie schon, und die haben eine wirkliche dynamische Beschleunigung erfahren und sind deswegen auch in den Augen der Anleger jetzt fast noch beliebter als vorher. Dazu kommt, dass da das Wachstum ist und in einer Welt, die wenig.

[00:10:27]

Und in denen es wenig Zins gibt, ist das natürlich etwas, was man gerne im Portfolio haben möchte.

[00:10:34]

Jetzt ist ja das erste Aktien tief überwunden. Theoretisch denkt man jetzt, man kann jetzt durchatmen. Jetzt steigen aber auch wieder auf der anderen Seite die Infektionsherd zahlen. Müssen wir uns jetzt vor einem zweiten Crash fürchten? Das klingt jetzt ein bisschen blöd. Ich fürchte mich eigentlich im Grunde genommen nie vor einem krächzte. Solche Bewegungen sind, auch wenn man mal in den Rückspiegel guckt, ja oftmals temporäre Phänomene. Ich könnte jetzt ganz lapidar sagen Wenn ich am Jahresanfang investiert hätte, was kümmert mich dann noch der Crash im März?

[00:11:08]

Ich hätte ihn im besten Falle vielleicht sogar nutzen können, wenn ich das nicht hinbekommen habe, weil da vielleicht doch ein bisschen die Courage gefehlt hat. Dann bin ich aber wenigstens gut beraten gewesen, dass ich an meiner Anlage festgehalten habe. Und hier meine ich nicht mit Anlage ein konkretes Unternehmen wieder, sondern sozusagen meine Anlage von meiner Anlagestrategie, von der ich im Januar überzeugt war, dass Sie langfristig und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass sie langfristig richtig ist.

[00:11:38]

Mich interessiert als Anleger also vielmehr die Frage Wie sieht denn die Welt im Jahr 2025 aus? Und mit welchem Portfolio werde ich bis dahin und dann ab da auch weiter gut aufgestellt sein als die Frage, ob wir jetzt im dritten oder im vierten Quartal nochmal eine Welle nach unten sehen?

[00:11:58]

Dann lassen Sie uns einmal von Aktien weggehen und über die Wiesen sprechen. Einige Währungen sind ja relativ schwach im Moment. In welcher Währung sollte ich mein Vermögen also anlegen? In welcher Währung ist es am sichersten?

[00:12:11]

Der Deutsche ist das aus der Zeit der D-Mark noch so gewohnt, dass eigentlich alles, was sonst an Währungen im Depot ist, erst einmal ein Währungsrisiko ist? Das ist auch klar, weil viele Jahre war eben die D-Mark so stark, dass tatsächlich viele andere Währungen eher abgewertet haben und ich dann deswegen nach einigen Jahren investierende oftmals weniger wieder zurückbekommen habe. Und deswegen musste ich mich mit dem Thema Währungsrisiko beschäftigen. Jetzt ist der Euro aber nicht die D-Mark. Der Euro ist vielleicht sogar ein bisschen mehr italienische Lira als D-Mark, also eine Währung, die möglicherweise doch auch zu einer gewissen Abwertung tendiert.

[00:12:54]

Zumindest ist das Konstrukt und das ist ja das, was uns die letzten 20 Jahre zeigen, nicht so stabil, wie sich das viele wünschen. Und in so fern macht es sicher auch Sinn, über den Euro Tellerrand hinauszuschauen und andere Währungen im Portfolio mit drin zu haben, welche das dann im einzelnen Fall sind und in welchem Ausmaß. Das ist dann wieder sehr, sehr individuell.

[00:13:21]

Gold ist ja nun mal auch gerade ein Thema. Das muss ich Ihnen, glaube ich, nicht sagen. Der Goldpreis, der changiert irgendwo zwischen 1900 und 2000 Dollar pro Feinunze. Wie viel sollte ich denn von der Währung in meinem Portfolio haben?

[00:13:36]

Auch wieder ein bisschen Geschmackssache. Ich tue mich immer schwer mit konkreten Quoten. Aber ich glaube, wenn man mal sagen um die 100 Prozent, und zwar nicht, weil das jetzt konkret 100 Prozent sein müssen, sondern bei folgender Gedanke dahinter steckt. Wenn ich das Gold brauche, und es wäre vielleicht vor allem dann der Fall, wenn das Vertrauen in die Papier währungen, vielleicht mit Blick auf die steigenden Schulden, mit Blick auf die sehr, sehr expansive Geldpolitik der Notenbanken auf der ganzen Welt.

[00:14:06]

Wenn dieses Vertrauen so ein bisschen Schlagseite bekommt, dann ist das Gold wahrscheinlich gar keine so schlechte Alternative. Dann würde ich aber argumentieren Bringen anderthalb oder zwei oder zweieinhalb Prozent auch nichts. Wenn ich mich weit nördlich von 100 Prozent bewege, wäre mir das aber auch schon wieder zu sehr darauf gesetzt, dass das die richtige Alternative ist.

[00:14:28]

Und das ist, glaube ich, auch die Kunst. Chancen und Risiken anschauen und dann irgendwo so den schmalen Grat, dazwischen die richtige Größenordnung.

[00:14:39]

Da stellt sich mir wiederum als Kleinanleger so ein bisschen die Frage Die kleinste Einheit, die ich beim Goldhändler kaufen kann? Ja, das ist ein ein Gramm Goldbarren für knapp 50 Euro und kriege ich auch noch hin. Lohnt sich das überhaupt, oder kann ich mir das dann eigentlich auch gleich sparen?

[00:14:55]

Fakt ist In den ganz kleinen Größenordnungen sind dann vielleicht Kosten schon wieder so relevant, dass man da tatsächlich achten sollte. Nutzt das denn eigentlich überhaupt was? Und zwar gar nicht mit Blick auf der Gewinnspanne, die dann vielleicht am Ende da drin liegt, sondern Gewinnspanne minus der ja mehr oder weniger absehbaren Kosten.

[00:15:19]

Dann lassen wir uns zum Schluss noch auf den Anleihemarkt gucken. Da könnte sich ja bald einiges tun, wenn die EU so richtig in den Markt einsteigt. Die wollen ja allein zwischen 2021 und 2024 eventuell neue Anleihen mit einem Volumen von 110 Milliarden Euro pro Jahr begeben. Wenn ich mich jetzt für diese Anlageklasse entscheide, wohin sollte ich besonders schauen? Welche Länder lohnen sich vielleicht besonders?

[00:15:46]

Also wenn ich. Bei der Anlageklasse Lande. Und es ist ja augenzwinkernd zu befürchten, dass der ein oder andere Anleger aufgrund der Sicherheit in diesem Segment tatsächlich selbst bei Nullzinsen immer noch nicht die Nase voll hat. Dann gibt's im Grunde genommen eigentlich nur zwei, drei Sachen zu beachten. Punkt eins mit bei enthält. So wie wir das früher gemacht haben.

[00:16:10]

Das ist bei einem normalen Kostenblock und den Renditen, die wir hier haben, nicht nur heute keine sinnlosem, keine volle Leistung, keine sinnvolle üBUNG mehr, sondern auch in ein, zwei, drei, fünf und zehn Jahren voraussichtlich nicht. Und zwar beinahe unabhängig davon, welchen Emittenten ich mir jetzt aussuche. Es mag zwar den einen oder anderen geben, wo die Rendite noch ein bisschen höher ist, aber dann hat das meistens auch einen Grund. Und dann müsste ich eben genau wieder mit der gleichen üBUNG anfangen, die ich als Aktionär auch machen muss.

[00:16:39]

Ich muss mir das Investment ganz genau anschauen.

[00:16:41]

Wollen wir einmal resümieren. Herr Lehr, wie ist das optimale Krisen Portfolio aufgebaut?

[00:16:47]

Augenzwinkernder Weise würde ich jetzt sagen die attraktivste Anlageklasse? Ganz eindeutig die Aktien, weil sie in den letzten 30 Jahren zwar gestiegen sind, aber nicht teurer geworden sind. Das ist ein ganz großer Unterschied. Die Bewertung von Aktien ist als Anlage heute so attraktiv oder unattraktiv wie vor 30 Jahren. Und das, obwohl parallel alle anderen Anlageklassen Schmuck, Oldtimer, Immobilien, Anleihen teurer geworden sind. Also, wenn Sie mich fragen bei nahezu 100 Prozent sicher in diesem Bereich. Da dann aber die Dinge auswählen, die nicht gleich morgen wieder in der zweiten Welle zusammenbrechen, sondern hier so langweilig wie möglich, weil ich möchte ruhig schlafen, und ich möchte den Stress dieser Schwankungen eigentlich gar nicht haben.

[00:17:34]

Ich möchte mir auch in der nächsten Welle gar keine Gedanken darüber machen, ob denn mein Unternehmen noch Gewinn macht oder nicht. Verkauft es Lebensmittel oder Hygieneartikel, habe ich damit ein bisschen weniger zu tun. Das hoffen wir doch.

[00:17:47]

Und dann, wenn man sein Portfolio gefunden hat, heißt es eigentlich nur noch durchhalten, durchhalten, durchhalten.

[00:17:53]

Das ist beinahe das ganz Entscheidende. Nicht die Frage, wie sich die Anlagen verhalten, sondern die Frage, wie ich mich selber verhalte.

[00:18:03]

Herzlichen Dank für das Interview. Gerne. Wenn Sie, liebe Hörer, sich jetzt fragen Aber was ist eigentlich mit Immobilien als Geldanlage, dann ist das natürlich vollkommen berechtigt. Ich kann Sie beruhigen Wir haben es nicht vergessen. Aber darüber sprechen wir ausführlich am nächsten Freitag. Es ist ein Streit wie David gegen Goliath, der Entwickler des bekannten Online-Spieler Fortner mit Epic Games bäumt sich gegen Apple auf. Es geht natürlich um Geld, um Geld und um Souveränität. Mir gegenüber steht die Handelsblatt Technik.

[00:18:38]

Expertin Larissa Holz gegen Larissa. Worum streiten sich denn die beiden Unternehmen? Die beiden Unternehmen streiten sich um Gebühren, die Apple in seinem App-Store erhebt. Was manche nicht wissen, ist ja Wenn ich eine App über den iPhone Store buche und da nochmal was drin kaufe, also zum Beispiel ein Abo des Handelsblatts, dann geht jedes Mal 30 Prozent des Umsatzes wieder an Apple. Und Epic Games will das nicht länger akzeptieren. Und darum geht es jetzt in dem Streit.

[00:19:09]

Wie hat Epic diesen Streit angezettelt? Epic kennen ja viele als Produzent des Spiels Fortner. Und da hat Epic Games seinen Spielern jetzt die Möglichkeit zu geben, in dem Spiel virtuelle Artikel zu kaufen. üBer die eigene Plattform, das heißt, Sie können jetzt den Apple Store sozusagen umgehen. Und da hat Apple dann prompt reagiert. Epic aus dem eigenen Store rausgeschmissen, und Epic hatte natürlich die Klage schon vorbereitet. Das war alles so konstruiert. Ganz schön konsequent von Apple.

[00:19:41]

Warum ist das jetzt relevant für uns, dieses Thema? Naja, es geht abermals um die übermacht und Vormacht der Plattformen. Wird ja gerade von ganz vielen Wettbewerbsbehörden weltweit drauf geschaut. Und da hat sozusagen Epic Games die Gunst der Stunde genutzt. Gegen diese 30 Prozent Kosten geht auch schon Spotify vor. Die haben Wettbewerbs Beschwerde bei der EU erhoben. Ja, und jetzt gucken da natürlich alle drauf, wie es ausgeht und ob es da vielleicht nochmal Sonderkonditionen für die Großen gibt oder ob sich langfristig tatsächlich die Entwickler von solchen Apps und Verlags Angeboten durchsetzen können und mehr von ihnen von ihren Umsätzen behalten können.

[00:20:22]

Jetzt ist mit Spotify noch ein großer Name gefallen. Wer ist sonst noch irgendwie beteiligt? Ganz neu in dem Streit hat sich Microsoft jetzt eingemischt. Die Sache schlägt insofern Wellen, als dass Apple für Epic jetzt auch den Zugang gesperrt hat für sein. Ich sage mal Werkzeugkasten. Also Epic hat auch ein Angebot wie Toby für Unternehmen, das genutzt werden kann, um Visualisierungen darzustellen, und alle, die diese Visualisierung nutzen. Die haben jetzt keinen Zugang mehr zu Apple.

[00:20:54]

Und Microsoft sagt eben, dass es ein ganz großes Problem vor allem für die Games Branche. Ich kann dir aber sagen, es sind auch ganz andere Unternehmen betroffen, die man nicht gleich auf dem Schirm hat. z.B. Gerade hab ich mit dem Chef einer Marketingagentur gesprochen und die machen Visualisierungen von Autos und Flugzeugen und haben jetzt Angst, dass ihre Kunden Fahrzeughersteller das dann nicht mehr in ihren eigenen Apps anbieten können. Weil weil der Zugang zu Apple und den wertvollen iPhone Besitzern dann verschlossen ist.

[00:21:24]

Aber schießt er will sich damit nicht ins eigene Bein? Tja, das ist die ganz große Frage, wer da am Ende der Mächtigste ist. Du hast am Anfang gesagt David gegen Goliath. Manche Beobachter würden das vielleicht ein bisschen anders sehen. Epic hat unheimlich viel Geld gemacht mit Fortner und hat jetzt 350 Millionen registrierte Nutzer. Das ist natürlich noch eine andere, eine andere Größenordnung als Apple mit seinen ganzen iPhone Nutzern. Aber wer sich am Ende durchsetzt, ist noch lange nicht noch lange nicht ausgemacht.

[00:21:54]

Jetzt sage ich Danke für das Interview sehr gerne.

[00:22:03]

Eine weitere Folge, Handelsplatz Today, geht damit zu Ende. Redaktionsschluss war heute um 16 Uhr. Sollten Sie jetzt noch Fragen haben, schreiben Sie uns gerne unter Today Art Handelsblatt Group. Wir freuen uns aber auch genauso über Kritik und Lob in unserem Posteingang. Haben Sie einen schönen Abend? Wir hören uns morgen wieder.