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Shteyngart Morning Briefing der Podcasts Einen schönen guten Morgen allerseits. Mein Name ist Gabor Steingart und wir starten jetzt gemeinsam in diese neue Woche. Heute ist Montag, der 15. Februar. Früher hatten ja Schlagersänger und Politiker eines gemeinsam Sie machten ihre Tournee Touren quer durch Deutschland. Die Schlagersänger durch Bierzelte, Festivals, Konzertsäle.

[00:00:31]

Du bist nicht blöd. Und die Politiker durch ihre Wahlkreise? Die regionalen Parteitage und natürlich tauchten sie auch in den Bürgersprechstunden auf. Die Schlagersänger pausieren derzeit wegen Corona und die Politiker sind entweder bei Anne Will in der ARD. Oder sie sind gar nicht. Gestern versammelten sich da wichtige Berliner Köpfe. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz war gekommen. Der vielleicht Kanzlerkandidat der Union. Markus Söder, die wahrscheinliche Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock und FDP-Chef Christian Lindner, der die Liberalen als Spitzenkandidat in das Wahlkampfjahr führt.

[00:01:21]

Grund genug, heute Morgen mal einen Blick auf die Situation im Ring zu werfen. Wer konnte Treffer landen und wer stand da mit herunter hängenden Ärmchen?

[00:01:39]

Annalena Baerbock war eine Göth Idioms Birgit. Sie war für mich die Siegerin nach Punct. Das Thema Korona lag ihr. Sie punktete als Politikerin, als Mutter, als Mensch mit einer eher dickeren Sprache, die nicht an Politiker spreche. Immer. Sie gab dem Publikum eine Botschaft deutlich zu verstehen. Ich will gestalten. Opposition ist Mist, hat Franz Müntefering einmal gesagt. Und 16 Jahre Opposition für die Grünen scheinen Obermotz zu sein. Sie schlug eine ganz, ganz große Koalition der anwesenden Parteipolitiker vor, drei Parteivorsitzende unterschiedlicher Parteien, die in Ländern mitregieren, die zum Teil im Bund regieren.

[00:02:22]

Ein Kanzlerkandidat ist fast wie ein Parteivorsitzender. Wir können hier gemeinsam entscheiden. Nächste Woche, nächste Sitzungswoche im Bundestag bringen wir ein fraktionsübergreifenden Antrag in den Bundestag ein. Zum Schutz unserer Kinder. Jedes Kind wird jeden Tag erreicht. Schnelltest an die Schulen und an die Kitas und vor allen Dingen etliche Unterstützungsmaßnahmen für die Klassen, die dann danach kommt. Luftfilter da, wo es nicht möglich ist. Das wäre unsere gemeinsame Kraftanstrengung. Ich glaube, wenn wir hier alle mit dabei sind, dann können wir richtig was bewegen.

[00:02:50]

Jetzt braucht es Pragmatismus und nicht dieses hin und Her Geschiebe. Wer wäre denn hätte dann könnte.

[00:02:55]

Und sie kritisierte scharf diese Politik des auf Sicht Fahrens der Bundesregierung.

[00:03:02]

Politik ist dafür da jetzt. Der Gesundheitsminister habe ich voll bei Frau Amann oder der Wirtschaftsminister oder die Kanzlerin, mir ist das ziemlich egal, wer von denen einer muss koordinieren und alle anfragen wie viel Impfstoff ist da, wieviel Kanülen brauchen wir dafür, wieviel Kühlung brauchen wir, wieviel Krankenschwestern, Pflegekräfte brauchen wir zum Impfen? Das muss eine Strategie sein, mit den Ländern gemeinsam auf der PK zu beschließen. Und wo impfen wir denn dann auch?

[00:03:28]

Das saß staatsmännisch versöhnlich, man kann auch sagen langweilig präsentierte sich Markus Söder im Ring. Der CSU-Chef erklärte seine Politik der Vorsicht und zeigte mehrfach, wie sehr er die Grünen doch gerne hat.

[00:03:44]

Immerhin Wir erleben da schon jetzt, gerade auch in der Debatte von Frau Baerbock, schon die zwei Seiten. Auf der einen Seite sollen wir sehr aufpassen. Wir sollten uns auch zurückhalten. Und das teile ich auch. Was sie sagt. Auf der anderen Seite haben aber die Folgen für die für die Kinder. Sie erleben z.B. in Baden-Württemberg, was wir, so Winfried Kretschmann, den ich persönlich schätze, wenn ich das so sagen darf, wollt ihr Schulen öffnen, sogar nach dem letzten Gipfel.

[00:04:04]

Vor allen anderen hat es dann wieder zurückgezogen.

[00:04:07]

Herr Söder, Sie konnten das nicht sehen. Aber als Sie gesagt haben, der Distanz Unterricht funktioniere doch gut, haben sowohl Herr Lindner als auch Frau Baerbock mit dem Kopf geschüttelt. Frau Baerbock, kommen wir zurück auf den Punkt mit den Schulen.

[00:04:17]

Ich darf mich aber fragen Warum darf ich aber fragen, warum ich hier? Beides sind engagierte und großartige Bundespolitiker. Aber es sind nicht täglich mit den Schulfragen beschäftigt. Das ist kein Vorwurf, sondern einfach Realität.

[00:04:29]

Christian Lindner, das sind Kampfgewicht in den vergangenen Monaten sichtbar abgenommen hatte, hängt politisch derzeit etwas in den Seilen. Das einstige Schwergewicht tritt nun als Mittel Gewicht auf. Er übte sich demonstrativ in nüchterner Zurückhaltung, was ihm gar nicht schlecht stand. Er vermied den Angriff, kam aus der Deckung kaum heraus, was der Situation seiner Situation angemessen scheint. Nicht großspurig, sondern analytisch. Klar tänzelte er durch den Ring.

[00:05:00]

Denkbar ist, dass wir eine Mutation bekommen, bei der der Impfstoff nicht wirkt. Denkbar ist, dass es eine neu zur Nose, eine neue Erkrankung gibt, die nichts mit dieser Pandemie zu tun hat. Und da müssen wir doch gerüstet sein. Da würde ich gerne vorschlagen, dass wir lernen, dass wir sofort die schützenden Masken verwenden, dass wir Luft Reiniger nutzen in den Schulen, im öffentlichen Raum, in der Kultur. Es gibt auch ein Bedürfnis nach Kultur.

[00:05:25]

Wir vertrocknen ohne kulturelle Angebote.

[00:05:27]

Und Olaf Scholz ruderte ratlos durch die Sendung. Er war in den Status quo verliebt, hatte für alles wortreiche Erklärungen und versuchte die verkorkste Pandemie Politik seiner Regierung zu erklären. Seine Brille trug erkennbar rosarote Gläser. So wurden die Fragen von Anne Will für ihn zu Kinnhaken, die er nicht retournieren konnte. Sie sind Jurist.

[00:05:53]

Werden Ihr Grundrecht im Stile eines politischen Gnadenakt gewährt? Nein. Erstens finde ich das sehr gut, dass in Deutschland nicht irgendein mächtiger Mann oder eine mächtige Frau alles alleine entscheidet, sondern dass wir das zusammen mit den 16 Ländern und der Bundesregierung und dann auch in den Landesparlamenten und im Bundestag diskutieren. In der Reihe wird dazu das wird alles miteinander gleichzeitig diskutiert und ich finde, es führt zu besser abgewogenen Entscheidungen als anderswo.

[00:06:19]

Fazit Das war nur die Vorrunde. Wenn Corona so weiter wütet, sieht man sich doch bald schon wieder im Ring von Anne Will. Unsere weiteren Themen heute morgen Dr. Gerhard Scheuch ist Aerosol Physiker ja, sowas gibts tatsächlich und er klärt uns gleich auf über Corona Viren in der Luft und warum das Maske tragen im Innenraum Sinn macht, aber im Freien. Grober Unsinn ist. Und wir sprechen darüber, warum die Politik ihn oft den Kopf schütteln lässt.

[00:06:53]

Ich glaube, dass dieser große Hammer Lockdown eigentlich nicht das macht, was man eigentlich erreichen. Man könnte sehr viel gezieltere Maßnahmen durchführen. Ich wundere mich immer noch, dass z.B. in Alten und Pflegeheimen noch immer keine Raumluft Zelter eingesetzt werden. Das macht man nicht. Ich verstehe es bis heute nicht, warum das nicht gemacht wird.

[00:07:16]

Außerdem Der Chefredakteur von The Pionier, Michael Bröker, verrät uns, dass Baldi Schnelltests für jedermann kommen. Unsere Börsen Reporterin Sophie Szymanski erklärt, warum die Investoren sehr, sehr gespannt auf die Autofirma fort schauen. Und wir ziehen den Hut vor dem Erfindungsreichtum der Karnevalisten, die heute zum Rosenmontag vor allem wie Rahl ausrücken. Und wir leiden. Und wir leiden mit den einstigen Superstars von aber aus Schweden, die soeben im deutschen Fernsehen die Niederlage des Jahrzehnts hinnehmen mussten. Denn die Betonung liegt eben auf Einstigem.

[00:07:59]

Alle reden vom Virus Der Virologe hat in diesen Tagen und Wochen seinen ganz großen Auftritt. Denn er ist der Experte für Curve 19 das gefährliche Virus. Aber wie kommt dieses Virus eigentlich vom einen zum anderen Menschen? Mit genau dieser Frage betreten wir das Spezialgebiet des Physikers, genauer gesagt des Aerosol Physikers. Denn die Pandemie basiert auf der Ansteckung über Aerosole, die wir ausatmen und mit denen wir im Fall der Fälle eben andere Menschen anstecken oder angesteckt werden. Das Virus ist also, um mit einem Sprachbild zu sprechen, der Brief und das Aerosol ist die Postkutsche, die diesen Brief transportiert.

[00:08:47]

Der große deutsche Experte für Postkutschen, sprich für Aerosol, ist Dr. Gerhard Scheuch. Er ist Aerosol Physiker. Er war lange Jahre der Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin. Und er berät heute die Arzneimittel Agentur in Europa. Viele pharmazeutische Unternehmen außerdem und jetzt berät er gleich Sie und mich. Das Gespräch mit ihm gibt es jetzt in einer Kurzfassung kostenfrei. Die ebenfalls sehr interessante Langfassung. Ich würde sagen, rund eine halbe Stunde hören Sie dann auf der Palantir Punkt D und dann allerdings müssen Sie zahlen, und zwar für guten und unabhängigen Journalismus.

[00:09:28]

Jetzt aber erst mal die Morning Briefing Kurzversion. Los geht's. Einen schönen guten Morgen, Dr. Gerhard Scheuch Schönen guten Morgen, Herr Shteyngart. Herr Scheuch, Sie waren jahrelang Präsident einer internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin. Da habe ich nur gedacht, was es nicht alles gibt, oder?

[00:09:53]

Ja, das stimmt. Aerosole gibt es. Was sind Aerosole? Außer dass das irgendetwas ist, was einem wie eine Wolke um den Mund schwebt und diese Viren transportiert. Dachte ich. Wir sprechen mal miteinander, um diesem Phänomen der Aerosole und ihrer Gefährlichkeit oder auch Ungefährlichkeit etwas näher zu kommen. Also was sind das für Viecher? Also in einem Satz gesagt sind Aerosole ein Gemisch aus Luft mit irgendwelchen flüssigen oder festen Bestandteil. Das ist im Prinzip das Aerosol. Also wenn ich gehe, mal ein Beispiel Wenn Sie z.B. einen Zigarettenrauch oder eine Wolke Zigarettenrauch auspusten sehen, dann ist das ein Aerosol.

[00:10:37]

Oder wenn Sie durch eine Nebelwand fahren, dann ist das auch ein Aerosol. Wir leben immer in einem Aerosol. Ich war auf meiner ersten internationalen Konferenz, war Anfang der Achtzigerjahre. Da hat ein Professor aus den USA gesagt Aerosol a juke Beckwith iss. Ich habe dieses Wort noch nie gehört. Quotes Aerosole sind allgegenwärtig. Wie?

[00:11:03]

Wie dicht muss ich in einem Menschen eigentlich kommen, um mit ihm Aerosole auszutauschen? Solange ich mich mit meinen eigenen ja nur beschäftige, ist das ja, wenn ich kein kurvig habe, ungefährlich.

[00:11:13]

Aber wie dicht muss man sich kommen, dass es zum Austausch kommt, wenn sie an gepustet werden? Also wenn es um Zigarettenrauch einatmet und pustet sie mit spitzen Lippen an, dann kann dieses Aerosol schon mal ein, zwei, fast zwei Meter weit fliegen. Aber wenn Sie normal sprechen, so wie wir beide jetzt. Dann ist das Aerosol eigentlich so Nach einem halben Meter vor dem Mund ist das eigentlich dann schon ziemlich stark verdünnt. Sie können das mal ausprobieren, wenn Sie sich vor eine Kerze setzen und Sie schreien die Kerze an.

[00:11:48]

Die Kerze wird sich, wenn die nicht sehr dicht am Mund ist, fast gar nicht bewegen.

[00:11:53]

Werde ich heute Abend ausprobieren. Das mit dem Ende der Kerze muss man aufpassen, dass einen keiner sieht. Dabei könnte man eingeliefert werden. Aber ich sage dann Herr Doktor Scheuch hat gesagt Kerze anschreien.

[00:12:06]

Sagen Sie, wie ist das?

[00:12:07]

Wenn ich jetzt mit jemandem spreche, mit dem Rauch, haben Sie gesagt Ja, dann rieche ich, dass der Raucher nicht so gut riecht mit seinem Rauch. Aber ist das schon gefährlich, wenn ich sozusagen für wenige Sekunden mit einem Jogger, mit einem Raucher oder mit im Supermarkt einer Zufallsbegegnungen jemanden demm und seinem Atem zu nahe kommen? Reicht das schon für eine Ansteckung? Bei Kurve 19 reicht das nicht. Das ist bei anderen Viren zum Teil anders Masern sind sehr, sehr ansteckend.

[00:12:35]

Bei Masern kann so eine kurze Begegnung schon ausreichen. Bei den Corona Viren, mit denen wir es jetzt zu tun haben, braucht man eigentlich mindestens das Sagen. Inzwischen mindestens 5 bis 15 Minuten relativ dichtem Zusammenstehen, um sich direkt zu infizieren. Das ist natürlich ein Schätzwert, dass wenn jemand ein ganz, ganz empfindliches Immunsystem hat, dann kann das sicherlich auch weniger sein. Aber am bei einem Vorbeigehen kann man sich nicht anstecken. Das ist unmöglich. Da kriegt man einfach viel, viel zu wenige Viren ab, dass die Infektion starten kann.

[00:13:14]

Da braucht man überhaupt keine Angst haben.

[00:13:15]

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit, ich würde sagen, das war so in dem ersten Lockdown mit einem Coruña Infizierten mir das Taxi geteilt. Wir haben uns ungefähr 15 Minuten, würde ich sagen, angeregt unterhalten einem Kollegen von mir, der dann, wie sich später herausstellte, Coruña hatte. Ich hab's nicht bekommen. Warum hab ich es dann nicht bekommen? Obwohl wir in diesem Jahr doch engem Taxi auf dem Rücksitz beieinander waren? Warum habe ich es nicht bekommen?

[00:13:40]

Erschien euch in dem Augenblick war die Gefahr für sie ziemlich groß. Sie haben wahrscheinlich das große Glück gehabt, dass sie einen der Infizierten getroffen haben, den wir nicht als super BrÃder bezeichnen. Es ist im Augenblick so, dass nur etwa 10 bis 15 prozent der Infizierten überhaupt andere anstecken. Es gibt. Man weiß inzwischen aus epidemiologischen Studien, aber auch aus anderen Untersuchungen heraus, dass 75 prozent der Patienten überhaupt niemanden anstecken. Warum nicht? Das wissen wir doch nicht so genau.

[00:14:20]

Wir vermuten, dass diese Patienten nicht genügend Viren ausatmen abgeben, um einen anderen zu infizieren. Man beobachtet das sehr oft, aber man hat es am Anfang der Pandemie schon gesehen. Man hat damals schon publiziert, dass die sogenannte Secondary Attack Rate, wie viel Prozent der Leute überhaupt andere anstecken, nur bei 14 prozent liegt. Es gibt also das Phänomen, dass Leute Coruña infiziert sind, sehr krank sind, mit ihrer Familie zusammenleben und sich kein einziges Familienmitglied ansteckt.

[00:14:54]

Umgekehrt gibt's aber auch Leute, die z.b. Ich denke mal an Heinsberg, die dann z.B. auf eine Karnevals Veranstaltung gehen und die da den halben Saal anstecken. Es ist unglaublich. Es gibt's eine eine chinesisch australisch amerikanische Studie, gerade im letzten Herbst auch publiziert. Die haben einfach mal Patienten coruña Patienten in einen Filter pusten lassen und die haben dann das gleiche gefunden. 73 prozent der Patienten haben überhaupt keine Viren ausgeatmet, aber sie haben einen Patienten gefunden, der hat pro Minute 400 000 Viren ausgeatmet.

[00:15:28]

Wenn sie mit so einem natürlich dann zusammen sind, dann kann es schon mal knallen. Und das ist natürlich dann insbesondere ein Innenraum Problem. Das heißt, im Außenbereich ist nicht Verdünnung. Dieser Aerosol Wolke geht so schnell, dass eine Ansteckung im Außenbereich nahezu ausgeschlossen ist.

[00:15:49]

Und im Umkehrschluss heißt es aber überall da, wo nicht gelüftet werden kann. Nehmen wir mal an, zum Beispiel in Fahrstühlen oder wo nur wenig Luftzug herrscht in einem solchen Fahrstuhl, denn am Hochhaus hoch und runter fährt, das man überall dort besonders gefährdet ist. Das ist sogar schon nachgewiesen, dass sich einige Leute in einem Fahrstuhl angesteckt haben und weil genau die Wolke dort eben in einem engen Raum konzentriert sein kann und da können Sie sich natürlich damit infizieren.

[00:16:17]

Wohin geht das Virus denn? Geht das nach oben weg wie der Zigarettenrauch oder fällt das nach unten auf den Boden, auf den Tisch, auf die Stühle?

[00:16:25]

Dummerweise ist das Virus ungefähr genauso klein wie der Zigarettenrauch und es verteilt sich im ganzen Raum. Es geht im Prinzip, wenn Sie ausatmen, erst einmal nach oben weg. Aber dann verteilt es sich relativ schnell und gleichmäßig im ganzen Raum.

[00:16:38]

Aber alles, was Sie sagen, Herr Scheuch, sagt mir, dass die bisherige naja, Regel oder das Grundverständnis. Ich betrete einen Raum. Ich trage Maske in der Gastronomie, in der Bahn oder am Arbeitsplatz und setze mich hin. Und wenn ich dann zum Sitzen gekommen bin, darf ich die Maske endlich befreit abnehmen, wie ich es ja auch im Deutschen Bundestag und überall gehandhabt wird. Dass das ein Mehr an Sicherheit nicht unbedingt bringt, weil die Aerosole sich wie beschrieben im Raum verteilen und überall sein können, für mich unsichtbar sind und insofern eigentlich die Maske permanent getragen werden müsste, kann ich Ihnen nur vollkommen recht geben.

[00:17:15]

Im Innenbereich haben Sie Recht. Da macht es natürlich Sinn, eine Maske zu tragen. Deswegen ist es ja auch so, dass wenn Krankenschwestern und Pflegepersonal Pfleger in ein Krankenzimmer gehen, in dem ein Patient liegt, dann gucken sie sich mal an, wie sie sich die vermummt haben. Die haben eine richtig gute Maske auf und die haben dann auch meistens noch andere Schutzausrüstung. Taucherbrille hab ich gesehen. Ja, zum Teil Taucherbrille. Ja, das ist dann schon eine richtige Vermummung, um eben diese Ansteckung zu entgehen.

[00:17:46]

So müsste man sich eigentlich verhalten. Man befürchtet, dass ein Infizierter in einem Raum ist. Das machen wir alle nicht. Das ist natürlich klar. Aber im Prinzip wäre es eigentlich wichtig, den Mund Nasenstüber. Auf alle Fälle dann auch noch zu tragen.

[00:18:02]

Sind Sie denn mit der Corona Politik, die ihr jetzt nochmal eine Verlängerung erfahren hat, in Summe zufrieden aus fachlicher Sicht gesprochen? Ist das die Rezeptur, die wir jetzt brauchen, auch wenn sie unbequem ist? Oder fehlt da was? Also ich glaube, dass dieser große Hammer Lockdown eigentlich nicht das macht, was man eigentlich erreichen will. Man könnte sehr viel gezieltere Maßnahmen durchführen. Ich wundere mich immer noch, dass z.B. in Alten und Pflegeheimen noch immer keine Raumluft Filter eingesetzt werden, wo man die Raumluft ja auch mit filtern kann.

[00:18:38]

Man muss nicht immer nur lüften. Man kann natürlich lüften. Das ist prima, wenn man lüftet. Das, was Professor Bila immer sagt. Lüften, lüften, lüften. Natürlich Frischluft in den Raum lassen. Das hat das verhindert. Natürlich die Ansteckung, weil das Virus Konzentration damit verdünnt wird. Aber man kann auch eine andere Maßnahme machen. Man kann z.B. mobile Raumluft Filter installieren, die die Luft ständig säubern von irgendwelchen Aerosolen, auch von den Viren. Das macht man nicht.

[00:19:03]

Ich verstehe es bis heute nicht, warum das nicht gemacht wird. Das sind einige bürokratische Hemmnisse, wo ich dann wirklich als Wissenschaftler nur den Kopf schütteln kann, dass das nicht geschieht. Und die Gesellschaft für Aerosol Forschung hat im letzten Herbst ein Positionspapier dazu herausgegeben, welche Maßnahmen eigentlich sinnvoll wären. Dazu gehört Lüften. Dazu gehören Masken, dazu gehören mobile Raumluft, Filter. Dann kann man, wenn man all das einsetzt, z.B. in Schulklassen. Dann könnte man eigentlich die Schulen wieder nicht zu einem Regelbetrieb, aber doch zu einem relativ guten Betrieb wieder öffnen.

[00:19:37]

Kindergärten öffnen, indem man eben genau solche Maßnahmen macht. Und da bin ich etwas enttäuscht, dass man zwar immer wieder von der Politik sagt Wir wissen jetzt sehr viel mehr, aber man nutzt dieses Wissen gar nicht. Man macht immer noch die gleichen Maßnahmen wie zu Beginn, die manchmal über das Ziel hinausschießen siehe Masken im Freien. Völliger Unsinn. Man braucht im Freien eigentlich keine Maske. Auf der anderen Seite macht man Maßnahmen. Dann macht man Öffnungen, die man machen konnte.

[00:20:07]

Die lässt man nicht zu, obwohl man eigentlich relativ sicher sein kann.

[00:20:12]

Und müssen wir uns jetzt Ihrer Einschätzung nach darauf einstellen, dass wir mit dem Virus und der Aerosol Wolke, die dasselbige transportiert, dass wir damit leben müssen? Oder glauben Sie daran, dass wir das in absehbarer Zeit tatsächlich ausgerottet bekommen? Ich bin kein Virologe. Dazu kann ich mich nicht äußern und würde ich mich auch nicht trauen zu äußern. Ich bin Aerosol Physiker und allerdings bin ich, wenn Sie mich nach Glauben fragen. Ja, ich glaube, wir werden damit relativ lang leben müssen.

[00:20:44]

Aber das ist jetzt meine Meinung als Bürger und nicht als Wissenschaftler.

[00:20:50]

Ihre Grundstimmung Ich bin ein positiver Mensch und denke, dass man mit Mithilfe von solchen Maßnahmen durchaus in einen relativ geregeltes und vernünftiges, lockeres Leben zurückfinden kann. Und man sieht das ja. Im Sommer war ja auch das Virus kein großes Thema mehr, weil sich dann eben die Menschen doch öfter im Freien aufhalten. Also von daher bin ich eigentlich optimistisch, dass wir wieder Konzerte besuchen können, dass wir Fußballspiele in vollen Stadien erleben werden. Das wird sicherlich wieder möglich sein.

[00:21:23]

Na endlich mal ein Experte, der uns nicht Angst vorm Weltuntergang macht. Herr Dr. Scheuch, ich bedanke mich sehr für dieses Aufklärungsgespräch. Ich bin schlauer geworden.

[00:21:32]

Das finde ich sehr schön. Wenn das so ist. Und ja, ich bedanke mich, dass er mir die Gelegenheit gegeben hat, mal das Aerosol für sich vorzustellen.

[00:21:46]

Wie gesagt, die Langfassung ist jetzt für Pioniers freigeschaltet auf The Pioneer Punkt D. Prädikat sehr erhellend, würde ich sagen. Denn wir reden mit Dr. Scheuch über die Grenzen der P2 Maske, über seine Idee, die Luft mit mobilen Geräten zu filtern, über die Luftqualität im Flugzeug bei der Lufthansa und deine eigene Forschung an den super BrÃder. Also ich denke, es lohnt sich. Unabhängiger Journalismus finden ich und finden übrigens auch immer mehr Menschen. Lohnt sich doch ohne hin.

[00:22:20]

Und was Gabor ist eigentlich heute in der Hauptstadt los?

[00:22:27]

Na ja, da reden plötzlich alle gar nicht mehr über die Impfung, peinlich genug, sondern über die Schnelltests. Und warum jetzt alle Politiker auf einmal über die Schnelltests reden. Das hoffentlich weiß Michael Bröcker, der jetzt bei mir am Telefon ist. Guten Morgen, MKG.

[00:22:42]

Guten Morgen, Gabor. Was hat es mit den Schnelltests auf sich?

[00:22:47]

Ja, für viele Politiker könnte das so ein bisschen der Gamechanger in der Pandemie Bekämpfung werden. Das, was sie bei den Impfungen verpasst haben, wollen sie jetzt auf keinen Fall bei den Schnelltests auch wieder verpassen, nämlich Coruña Tests für die private Anwendung zuhause oder mobil, die man kurz vor dem Restaurant Eingang einwerfen kann und dann mit dem Negativ Test vielleicht ins Restaurant gehen kann. Also ganz wichtig für die Öffnungs Konzepte auch für Schulen.

[00:23:12]

Kitas nehme ich an. Für die öffentliche Verwaltung insgesamt, auch für das Leben in den Firmen wahrscheinlich. Lufthansa könnte das interessant sein? Richtig?

[00:23:21]

Richtig. Aber die Tests sind seit einem dreiviertel Jahr von verschiedenen Forschern und Wissenschaftlern immer als die strategische Idee eigentlich benannt worden, um die Öffnungen vorzubereiten, um in der Pandemie endlich wieder mal Herr der Dinge zu werden. Leider sind wir spät dran. Jetzt soll es aber sonder Zulassungen geben für 30 Anbieter, die diese privaten Schnelltests ermöglichen. Und das muss man sich sehr leicht vorstellen. Da wird in ein Röhrchen gespuckt, das vermischt sich mit einer Flüssigkeit. Dann wird es auf ein kleines Plättchen drauf gekapselt und dann erkennst du innerhalb von 5 Minuten, ob du positiv oder negativ bist.

[00:23:54]

Traue ich mir ja kaum zu fragen. Aber bei der Impfung wussten wir ja auch die Zulassung war das eine und die bestellte Menge dann das andere. Also meine Frage hätten wir dann genug dieser Schnelltests in kürzester Zeit verfügbar in Deutschland?

[00:24:08]

Ja, ich glaube schon. Es gibt das Problem. Bei diesen Schnelltests ist offenbar nicht die Produktion, auch nicht die Herstellung, sondern die Zulassung. Und das Bundesinstitut für Arzneimittel hat eine Sonder Zulassung jetzt genehmigt. Anfang März sollen 30 Tests bereits in den Apotheken verfügbar sein, die man sich einfach kaufen kann, die man mitnehmen kann und die alle ähnlich wirken. Bei einigen 95 prozentige Sicherheit. Und ich glaube, das kann bei den Konzepten, die ja dann im März anstehen, tatsächlich eine wichtige Wegmarke sein.

[00:24:39]

Wer negativ ist, darf Freiheiten zurückbekommen.

[00:24:42]

Michael Da bedanke ich mich für diesen Schuss Zuversicht und diesen Hoffnungsschimmer am Horizont dieses schönen Montagmorgen. Vielen Dank. Bitte, Gabor.

[00:24:52]

Und was war heute Nacht an der Wall Street los? Die Börse an der Wall Street zumindest die bleibt heute geschlossen an diesem Montag. Denn in den USA ist heute President Day zu Ehren. Nicht direkt von Donald Trump, sondern eher wohl von George Washington und Abraham Lincoln. Wir werfen aber dennoch einen Blick auf die Highlights dieser Woche und zwar mit unserer Börnsen Reporterin in New York mit Sophie Szymanski. Einen wunderschönen guten Morgen Sophie.

[00:25:20]

Hi, schönen guten Morgen, Sophie.

[00:25:22]

Was wird in dieser Woche wichtig? Insbesondere vielleicht mit Blick auf Ford, denn es werden Neuigkeiten des Autobauers erwartet, die auch uns in Deutschland positiv betreffen könnten, sowie Worum genau geht es genau?

[00:25:37]

Es ist bislang Gemunkel gewesen, aber diese Woche soll es eine offizielle Ansage geben von Ford, dass sie in einem Fenster weg in Köln Merkel nicht! Elektroautos bauen wollen. Das glaubte unter anderem die Fachzeitschrift Automobil Woche. Es ist aber insgesamt eine spannende Woche. Die Gameshow Saga geht weiter. Sie geht vor den Kongress der Gründer von Hedgefonds Heta Day, z.B. Ken Griffin, der sie auf von Robin Hood und leitende Angestellte vom Hedgefonds Melvin Capital sollen in der Anhörung des Repräsentantenhauses Aussagen dazu.

[00:26:13]

Und die Berichtssaison ist auch noch nicht zu Ende. Wir hören unter anderem Ergebnisse von CVS Health, vom chinesischen Baidu, von JP von Walmart und von Roku Oka Gabor.

[00:26:28]

Und was hatte ich heute morgen wirklich überrascht? Na, mit welchem Erfindungsreichtum die Karnevalisten in diesem Land der Absage der Straßenkarneval trotzen und ein Teil des närrischen Treibens einfach ins Internet verlegen. Bei den Sitzungen im Netz heißt es eben nicht mehr Bühne frei, sondern Stream ab. Und auch diese Frage stellt sich nicht.

[00:27:02]

Nein, bitte nicht reinlassen, sondern wegen der Ansteckungsgefahr draußen bleiben. Die Jecken produzieren Büttenreden und Songs auch in diesem Jahr von zuhause. Sie erreichen das Publikum genau dort via WhatsApp und YouTube.

[00:27:20]

Corona kann man nicht runterziehen und dort lassen man es so. Komm, lass mal Single. Dann jede schlechte Laune von. So klingt die Band Doc Hannes. Dahinter steckt Dr. Hans Walter €000, ein Rechtsanwalt aus dem Rheinland, der Künstler wie Roland Kaiser ihre Rangiere BAP oder auch die Prinzen vertreten. Und jetzt verbreitet er mit seinem musikalischen Rosenmontagszug eine einfache, aber ich denke hilfreiche Botschaft, die da lautet Nur nicht verrückt machen lassen. Die Kneipen sind alles zu mosern und auch Friedhofsruhe statt Nestern fädelt sucht zu Stunden muss man alleine spazieren und das alles finde ich wirklich blöd.

[00:28:10]

Und Bendels Londons Vorschwärmen lasse ich mich nicht runterziehen. Ne Steeg Kräutertee.

[00:28:19]

Und was Gabor geht eigentlich gar nicht? Dinev. Na, dass die junge Generation offenbar so gar nichts mehr mit aber anfangen kann.

[00:28:37]

Am vergangenen Dienstag gab es auf ProSieben im Fernsehen den großen Aber Abend einen kompletten Mitschnitt ihres Konzerts im Londoner Wembley-Stadion 1979. Und dann noch die ebenfalls sehr große, aber documentation Songs für die ewig schwedische Gruppe.

[00:28:59]

Aber hat mit ihren Feelgood Songs die Popmusik verändert. Wenn man diese Klänge hört, weiß man sofort Das kann nur aber sein. Niemand kommt an sie heran.

[00:29:11]

Man kann sie nur schwer kritisieren. Es ist kein Pop und kein Rock. Es ist aber.

[00:29:23]

Mit mehr als 380 Millionen verkauften Tonträgern hat aber Musikgeschichte geschrieben. Naja, aber das mit der Ewigkeit funktioniert eben immer nur für ein paar Jahre, dann endet meistens die Ewigkeit. Auch die der Superstars. Die Quoten für ProSieben jedenfalls in der werberelevanten Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren. Diese Quoten waren unterdurchschnittlich schlecht. Nur 600 000 Zuschauer und Zuschauerin wollten die Dokumentation sehen. Und beim Konzert Mitschnitt ging dann nochmal 150 000 Menschen von DFA bei Germany's Next Topmodel mit Heidi Klum.

[00:30:06]

Auch eine Pro7 Produktion liegt im Vergleich der Marktanteil in derselben Zielgruppe fast drei bis viermal so hoch. Naja, oder um es in der Sprache von aber zu sagen für ProSieben war dieser Abend ein komplettes. Ich wünsche Ihnen einen heiteren Start in diese neue Woche. Bleiben Sie mir gewogen. Grüßt Sie auf das herzlichste. Ihr Gabor Steingart.