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Shteyngart Warning Briefing der Podcasts. Einen schönen guten Morgen allerseits! Mein Name ist Gabor Steingart, und wir starten jetzt gemeinsam in diesen neuen Tag. Heute ist Mittwoch, der 9. September.

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Die Kultur Branche rebelliert und demonstriert heute in Berlin gegen eine widrige Wirklichkeit Der Liedermacher Bodo VAT Protest liebt für den heutigen Tag gedichtet, komponiert und trägt es uns jetzt vor.

[00:00:31]

Man möchte ja auch gerne mal ins Kino gehen, dass er schließlich dann unversehens kein einziges Kino, kein Konzert, kein Theater, keine Lesungen, Gastronomie, Kultur und Veranstaltungs Branche leidet.

[00:01:14]

Entweder man hat wegen Corona komplett geschlossen, oder man schlägt sich mit Konzepten herum, die aufgrund von Hygienevorschriften nur so viel Publikum erlauben, dass man singend und tanzend in die roten Zahlen rutscht. Dem Kabarettisten Florian Schroeder schwillt da der Kamm.

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Das ist ein Drama. Es gibt nach wie vor für Künstler, für Solo, Selbstständige, der riesige Apparat, der da dranhängt, nichts. Das ist ein politischer Skandal für ein Land, das sich sonst das Land der Dichter und Denker nennt. Es ist wirklich entsetzlich. Hier geht eine Branche kaputt, und er hat recht.

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Es geht hier um unsere Kinos, unsere Theater.

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Ich bin der Geist, der stets verneint. Und das mit Recht, denn alles, was entsteht. Besser wäre es, wenn nicht alles, was mein eigentliches Element unsere Klubs. Rund um die ganz großen Konzerte Erlebnisbad. Daher will die Branche sich heute in Berlin mit einer Großdemonstration Gehör verschaffen. Unter dem Motto Alarmstufe Rot trifft man sich zu einer symbolträchtigen Zeit um fünf nach zwölf am Berliner Alexanderplatz, um für eine Perspektive zu kämpfen. Zahllose Künstlerinnen und Künstler aufgerufen dazu.

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Udo Lindenberg ist dabei, die Toten Hosen aus Düsseldorf. Auch sie alle wollen nicht, dass am Ende nur ein Song überlebt der nämlich von Shania Twain die Party für zwei.

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Und das sind unsere weiteren Themen heute mit der Professore, Publizistin und Kommunikationsunternehmen Miriam Meckel spreche ich darüber, warum Deutschland ein digitaler Absteiger ist. Es lässt sich so erläutern, dass wir demografisch gesehen halt eine, sagen wir vorsichtig gesättigte. Man könnte auch zugespitzt sagen eine dekadente Gesellschaft sind.

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Und Sie hören Dr. Matthias Ziyang, Finanzchef des Flughafenbetreibers Fraport in Frankfurt. Er erklärt, wie er sein Unternehmen durch die schwerste Krise bringen will, die die Luftfahrt jemals erlebt hat. Es war für uns natürlich ein Ereignis, dass wir in dieser Form nicht für möglich gehalten haben, dass es mal eine Situation gibt, in der die Anzahl der Passagiere um über 90 Prozent zurückgehen würde. NEW YORK Börsen. Reporterin Anne Schwed berichtet, wie eine neue Kooperation im amerikanischen Automarkt die Anleger regelrecht begeistert.

[00:04:03]

Wir schauen nach öSTERREICH, wo unerwartete Schecks von Donald Trump eingetroffen sind. Sie hören außerdem, wie sich die Sängerin Taylor Swift mit Pop-Ikone Whitney Houston eine Schlacht liefert. Wenn man als Politiker in Deutschland nicht weiß, was man sagen soll, dann spricht man am besten über Digitalisierung. Das geht immer, wenn man den Damen und Herren zuhört. Dann staunt man, was sie jeweils schon Großartiges zu dieser digitalen Revolution beigetragen haben.

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Es war gut, dass wir mit der Digitalisierung 2010 sehr schnell begonnen haben, auch durch das Errichten eines Digitalisierung des Ministeriums.

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Wir glauben, dass in der Digitalisierung eine große Chance liegt. Die Chance wollen wir ergreifen. Meine Damen und Herren. Dazu braucht Deutschland ein Update.

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Wenn jemand das Thema Digitalisierung in den letzten Jahren und Jahrzehnten begleitet hat, nicht nur in der Partei, sondern auch in Berlin und darüber hinaus, dann war ich durch meine Arbeit auch.

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Aber wenn man einer neuen Studie glauben darf, dann ist das alles nur ziemlich analoge, heiße Luft. Denn Deutschland ist ganz hinten dran bei der Digitalisierung. Ich habe über die Gründe dafür mit einer Frau gesprochen, die einer der klügsten Köpfe ist bei diesem Thema mit Miriam Meckel Professorin ist sie an der Universität Sankt Gallen und Gründungs Verlegerin der digitalen Plattform, benannt nach der ersten Programmiererin der Welt, der Britin Ada Lovelace. Schönen guten Morgen, Miriam Meckel.

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Morgen haben wir sind schon wieder in irgendeinem Digital Ranking.

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Ich glaube von der European Center for Digital Competitiveness nach hinten gerutscht, und zwar ziemlich wuchtig, Frankreich nach vorne und Deutschland um zwei und fünfzig Plätze in der digitalen Fertigkeit unserer Volkswirtschaft nach hinten gerutscht. Was ist da los?

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Das ist ein ziemliches Trauerspiel, was wir da sehen, weil das zeigt natürlich, dass wir die gegensätzliche Bewegung machen, die wir eigentlich machen sollten. Als Technologie offene Industrienation müssten wir nach vorne rutschen, wie Frankreich es geschafft hat. Wir rutschen um 52 Plätze nach hinten, und das liegt sicherlich daran, dass an vielen Stellen die Botschaft, dass die Zukunft ohne digitale Technologien, ohne künstliche Intelligenz, ohne rasante Investitionen gebündelte Investitionen in diese Felder nicht stattfinden wird, jedenfalls für uns nicht so stattfinden wird, wie sie stattfinden sollte.

[00:06:32]

Dabei sprechen Politiker und Wirtschaftsführer ja über nichts anderes als über die digitale Zukunft. Aber das scheint offenbar nicht unterlegt zu sein mit entsprechenden Aktivitäten.

[00:06:41]

Ja, wir reden viel, aber es führt dann nicht dazu, dass wirklich Handlungen daraus resultieren. Ich finde es interessant, dass gerade Frankreich nach vorne rutscht. Man kann ja am französischen Staat durchaus auch einige kritisierten Punkte benennen.

[00:06:54]

Aber Emmanuel Macron hat immerhin geschafft. Unter den Voraussetzungen, die ein französischer Präsident anders hat als die deutsche Bundesregierung, hat es geschafft, über einen beispielsweise Investitionsfonds, einen geschlossenen, wirklich so viel Kraft in den Markt zu bekommen, dass beispielsweise das Gründen von Unternehmen sehr viel leichter wird.

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Nun nimmt diese Studie in gewisser Weise die Regierung auch wieder in Schutz und sagt, dass es nicht nur am Geld liegt und nicht nur an Gesetzen, sondern auch am Mainzer Topseller. Da wird es jetzt richtig gefährlich. Was ist mit unserem Mainstadt gemeint? Als kulturelle Grundhaltung, sozusagen der Deutschen gegenüber digitaler Zukunft? Was ist da schiefgelaufen?

[00:07:32]

Es lässt sich so erläutern, dass wir demografisch gesehen. Sagen wir vorsichtig Gesättigter. Man könnte auch zugespitzt sagen eine dekadente Gesellschaft. Das heißt, wir haben durch den wachsenden Anteil einer älteren Bevölkerungsschicht natürlich eine sehr viel stärkere Fokussierung auf Bestand als auf Zukunftsgestaltung. Etwas wagen, Risiken eingehen, Veränderungen nach vorne bringen. Das ist psychologisch durchaus verständlich.

[00:07:57]

Es führt aber dazu, dass wir bei uns eben nicht den Mut haben, wirklich neue Dinge auszuprobieren, sondern dass ähnlich wie in Japan mit einer ähnlichen demografischen Struktur immer eher versucht, erst mal alles so zu lassen, wie es ist. Also besser nichts ändern ist die Haltung, und das ist ein Meinzer, um den Begriff noch einmal aufzugreifen natürlich für alle technologische Transformation, durch die wir gerade gehen.

[00:08:19]

Ich habe neulich gelesen, die drei saturierte Gesellschaft auf neue Technologien reagiert Angst Nummer, dann Ablehnung Nr.2 und drittens Adaption. Dann benutzen wir die Dinge, optimieren unser Google Verhalten und ähnliches. Aber das ist natürlich die geplante Langsamkeit von der Angst über die Ablehnung zur Adaption. Wir müssten ja eigentlich Erfinder sein.

[00:08:42]

Ja, und die Adaption ist natürlich etwas, was dann in der Logik erst in der dritten Stufe kommt.

[00:08:48]

Und das ist ein bisschen spät. Ich glaube, auch Coruña hat uns gezeigt. übrigens auch mit der Tatsache, wie wir in die Digitalisierung des Arbeitens geworfen worden sind und wie das plötzlich doch an vielen Stellen geklappt hat. Dass wir diese Adaption eigentlich als grundsätzliche Haltung entwickeln müssen. Man nennt das adaptiv Stabilität, also die Fähigkeit, sich permanent auf Neues einstellen zu können. Und wir müssen uns darauf einstellen, dass es das Normale nicht gibt. Es gibt auch nicht das Neue, Normale, sondern es gibt nur die dauerhafte Veränderung.

[00:09:16]

Und wer? Das ohne Angst und mit Zuversicht und mit Mut das Beste draus zu machen anpackt ein relativ gutes Leben, vermutlich Quantencomputer, ein neues Modewort.

[00:09:28]

Die Regierung hat sogar Milliarden im Rahmen der Pandemie Bekämpfung für dieses Thema bereitgestellt. Der Quantencomputer erscheint vielen als der neue heilige Schrein. Was genau ist ein Quantencomputer?

[00:09:41]

Das im Detail erklären zu können bräuchten wir eine lange Zeit.

[00:09:47]

Für mich ist es das Einfachste, wenn man den Quantencomputer in Abgrenzung zum digitalen Computer erklärt. Das digitale Prinzip ist entweder oder 0 oder 1 alles ist binär codiert in Nullen und Einsen, in endlose Reihen von Nullen und Einsen.

[00:10:03]

Der Quantencomputer geht ein Stück weiter, weil entweder oder das Prinzip ist, sondern es können Zustände gleichzeitig herrschen, dass es aus der Quantenmechanik, abgeleitet aus der physikalischen Grundlage der Quantenmechanik, wo Teilchen an zwei Positionen gleichzeitig sein können. Und das ist schwer zu verstehen. Es bedeutet aber, wenn man einfach nur die Folgen anschaut, dass Quantencomputer Berechnungen sehr viel schneller vornehmen können, ist das nicht in unserer öffentlichen Debatte.

[00:10:33]

Wir denken sehr schwarzweiß, analog dann, wenn man so will, und müssten eigentlich doch in der Lage sein, neue Wirklichkeiten auch parallel, vielleicht auch dialektisch und im Widerstreit mit uns selber aushalten zu können.

[00:10:46]

Genau das ist eine ganz wichtige Fähigkeiten, neben Adaptern noch ein schönes Fremdwort, was mir gut gefällt, weil es wirklich wichtig ist Ambiguität, Toleranz, das Aushalten von Widersprüchlichkeiten und die Tatsache, dass sich Dinge, die gestern gegolten haben und Dinge, die morgen gelten, überlagern können und in der Gegenwart gleichzeitig für uns relevant sind, ist ein Beispiel dafür, dass wir in Coruña Zeiten mit einem Virus kämpfen, wo man nicht weiß, dass eigentlich ein Lebewesen oder kein Lebewesen oder irgendeine Entität die Existenz kommt, wenn sie im menschlichen Körper wirken kann.

[00:11:25]

Das sind alles überlagerungen, die wir erleben.

[00:11:29]

Ganz einfaches Beispiel Homeoffice ist eine Form, die wir jetzt ausbilden. Hybride manchmal im Büro sein, manche im Büro, manche zu Hause, manchmal zu Hause. Das ist alles gleichzeitig, und ich glaube, das überfordert viele Menschen. Diese Form von Komplexität, von überlagerung, von Gleichzeitigkeit. Aber es ist die neue Wirklichkeit, und manchmal kann man ja Technologien auch nutzen, um sie als Metapher zu verstehen für eine veränderte Gesellschaft oder eine Veränderung in unserer Gesellschaft. Und dafür ist das Quantencomputern, glaube ich, sehr gut.

[00:12:00]

Das schöne Fremdwort, das ich mir auf gar keinen Fall merken kann. Wahrscheinlich, wie es das Ambiguität.

[00:12:05]

Toleranz. Das Aushalten von Widersprüchlichkeiten danach kann nichts mehr kommen. Vielen Dank, Miriam! Das waren erwartungsgemäß keine guten Zahlen, die Deutschlands wichtigster Flughafenbetreiber Fraport in Frankfurt in den zurückliegenden Wochen immer wieder vorgelegt hat. Der Rückgang des Flugverkehrs an der Spitze betrug bis zu 90 Prozent. Die Schere zwischen der Bereitschaft, vielleicht auch der Lust, wieder zu fliegen, und auf der anderen Seite die Angst vor den Unwägbarkeiten einer solchen Flugreise geht weiter auseinander. Die im MDax notierte Fraport Aktie ist.

[00:12:48]

Kein Wunder, inzwischen nur noch halb so viel wert wie vor einem Jahr. Beim Flughafenbetreiber selbst glaubt man, dass das Geschäft erst in vier Jahren wieder so laufen wird wie von einer V-förmigen Erholung. Tief runter, schnell raus.

[00:13:04]

Wie die Strategie in diesen vier Jahren und dann auch kurz und mittelfristig aussehen könnte, darüber spricht meine Kollegin Franziska von Haaren jetzt mit dem Finanzchef von Fraport, Dr. Matthias Schenk.

[00:13:20]

Guten Tag, guten Tag. Was bedeutet eigentlich ein mehrwöchiger, europaweiter logdateien für den größten Flughafen Deutschlands?

[00:13:28]

Ja, das war für uns natürlich ein Ereignis, das wir in dieser Form nicht für möglich gehalten haben. Dass es mal eine Situation gibt, in der die Anzahl der Passagiere um über 90 Prozent zurückgehen würde. Und dann geht auch der Umsatz fast im gleichen Umfang zurück. Das heißt, wir haben faktisch über einen bestimmten Zeitraum nur noch ganz wenige Einnahmen gehabt gegenüber einer Kostensituation, die, wenn sie nicht gegensteuert, durch achtmal so weiterläuft.

[00:13:56]

Nun ist es ja auch so, dass vergangene Woche die Reisewarnung bis mindestens zum 14 EU-Staaten verlängert wurde. Hinzu kam auch, dass das spanische Festland, die Balearen Insel und die Côte d'Azur mit einer Reisewarnung seitens des Außenministeriums bedacht wurden. Eine Erholung scheint unter diesen Vorgaben ja nur sehr schwer möglich.

[00:14:15]

Also erst mal Gott sei Dank. Wir hatten eine Erholung, die sich auch in den Passagierzahlen dann auch entsprechend positiv niedergeschlagen hat. Natürlich haben wir uns dann insgesamt mehr erhofft. In den Sommermonaten dagegen gelaufen. Ist jetzt wieder ein Hochschnellen der Coruna zahlen? In vielen Ländern. Man kann natürlich ganz klar erkennen Wenn eine neue Reisewarnung für ein Land hochkommt, merken das die Fluggesellschaften sofort in den Buchungszahlen. Und mit einem gewissen zeitlichen Vorsatz gehen dann entsprechend die Zahlen auf diesen Destinationen nach unten.

[00:14:50]

Unbeschadet dessen haben wir uns natürlich von diesen harten Monaten April, Mai oder Juni schon ein Stück entfernt. Wir liegen jetzt irgendwo bei 50000 Passagieren pro Tag, hätten aber natürlich ohne Coruna Zahlen von rund 200000 und mehr pro Tag gehabt, um einfach mal die Dimension noch zu erkennen. Unbeschadet dessen gehen wir davon aus, dass es wieder nach oben gehen wird. Allerdings natürlich in kleinen Trippelschritten.

[00:15:21]

Sie haben vorhin schon angesprochen, dass es natürlich auch mit einem für Sie erheblichen Umsatzrückgang verbunden ist. Haben Sie eigentlich in der Folge Umsatzeinbrüche bzw. auch derjenigen, die in Zukunft noch auf Sie zukommen werden, Ihre Liquidität sichergestellt?

[00:15:37]

Wir sind in das Jahr 2020 mit einer Liquiditätsreserve von rund 1,5 Milliarden reingegangen. Das ist für ein Dax-Unternehmen unserer Größe ein relativ hoher Wert. Und das hat uns auch geholfen. Und wir haben dann entschieden, so schnell wie möglich das nochmal deutlich hochzufahren, und hatten dann in den ersten Monaten nach dem März dann insgesamt dem Kapitalmarkt nochmal über zwei Milliarden zusätzlich reingeholt. Das andere waren natürlich dann, nachdem wir die Einnahmen nicht mehr steuern konnten, zumindest auf der Ausgabenseite, dann durch entsprechend harte Maßnahmen, die den Abfluss minimieren.

[00:16:20]

Materialaufwand haben wir alles runtergefahren, innerhalb kürzester Zeit auf das absolute Minimum, also nur noch das, was zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebs absolut notwendig ist. Und im Bereich Personalaufwand hat man natürlich ganz schnell das Instrument der Kurzarbeit genutzt. Das heißt, wir haben rund 80 Prozent der Mitarbeiter hier am Standort von insgesamt 22 000 in Kurzarbeit geschickt. Und parallel dazu auch vor dem Hintergrund, dass die langfristige Erholung im Flugverkehr natürlich noch länger dauern wird, haben wir beschlossen, die Personalstruktur entsprechend anzupassen.

[00:16:57]

Das heißt, in der öffentlichkeit haben wir ja bereits gesagt, dass wir um drei bis viertausend Mitarbeiter den Personalbestand hier am Standort reduzieren wollen. Und da sind wir mitten dabei, einfach zu dem Zeitpunkt an Ende 21, wenn die Kurzarbeit dann. Umgekehrt Personalbestand deutlich niedriger sein wird als zu Beginn der Krise, letztendlich die Vorteile der Kurzarbeit durch eine reduzierte Anzahl an Mitarbeitern und damit verbundenen geringeren Aufwendungen ausgleichen zu können.

[00:17:32]

Sie haben gesagt, dass sie neben dem personellen Abbau auch den materiellen heruntergefahren haben. Allerdings ist es ja doch so, dass beispielsweise das Terminal 3 weitergebaut wird. Und Sie sagen selbst eine Erholung auf hohem Niveau ist erst 2024 wieder möglich. Ist da eigentlich der Bau des Terminals 3 wirklich noch notwendig?

[00:17:52]

Ich sage mal so, jetzt ist das natürlich ein sehr ungünstiger Zeitpunkt, ohne große Investitionen zu tätigen. Wir haben es uns natürlich nicht ausgesucht, aber auf der anderen Seite, wenn wir einfach von den ursprünglichen Zahlen kommen. Wir hatten 2009 zehn Millionen Passagiere hier in Frankfurt, und wir hatten an Infrastruktur. Das heißt, wir hatten mehr als zehn Prozent Auslastung der Kapazität. Hier sind wir zurückgefallen. Wir erwarten nächstes Jahr irgendwo 35 Millionen. Ich sage mal ganz grob 50 Prozent des ursprünglichen Verkehrs.

[00:18:28]

Und wir haben auch vor dem Hintergrund der Situation deren Inbetriebnahme Termin ursprünglich 2023 auf 2025 verschoben. Und das ist auch in etwa der Zeitraum, der aus heutiger Sicht wieder dadurch charakterisiert wird, einfach wieder unsere ursprüngliche Passagierzahl erreichen werden, sodass das vom Timing her dann exakt passen wird. Und wir müssen halt in der Zwischenzeit einfach unsere Hausaufgaben machen und durch diese Verschiebung des Inbetriebnahme Termine von 23 auf 25 natürlich auch den Effekt, dass die jährlichen investiven Belastungen auch ein Stück niedriger sind und insbesondere in den Jahren 21 und 22, wo wir eben mit dem Verkehr immer noch deutlich unter den alten Zahlen hängen, ist das natürlich eine Entlastung, die uns dann ein Stück entgegenkommen wird.

[00:19:21]

Abschließend würde ich Sie noch gern fragen. Die Fraport AG ist ja auch an einigen Flughäfen im Ausland beteiligt. Wie sehen denn dort die Zahlen aus, beispielsweise in Brasilien oder in China?

[00:19:31]

Was die Anzahl der Passagiere anbelangt, ist das überall das Gleiche. Das heißt, wir hatten im April, Mai, Juni werden sogar teilweise Flughäfen wie in Lima, die komplett geschlossen waren, auch Antalya in der Türkei. Jetzt fahren wir auch wieder hoch, fahren teilweise etwas schneller hoch als Frankfurt, und zwar insbesondere dort, wo wir touristische Verkehre haben. Griechenland läuft ganz gut, da sind wir irgendwo schon wieder fast bei der Hälfte des Nahverkehrs. Trotz dieser ganzen Zahlen, die da in die falsche Richtung gehen.

[00:20:04]

Insofern entwickelt sich das ganz ordentlich, und wir haben natürlich noch einen Punkt, der im Ausland relevant ist. Wir haben dort eine ganz andere Wertschöpfung. Das heißt, wir haben dort ein reines Asset Management. Die meisten Services und Dienstleistungen sind sozusagen kontrahiert mit fremden Dienstleistern. Das heißt, wir konnten noch schneller als in Frankfurt die Kosten liegen mit der Folge, dass jetzt, wenn die Verkehre wieder kommen, wie beispielsweise in Griechenland, aber auch in Antalya in der Türkei, wir das Ergebnis technisch schneller wieder hoch kommen.

[00:20:37]

Mit der Folge, dass wir beispielsweise jetzt für das dritte Quartal im Auslandsgeschäft schon wieder klar positive Zahlen erwarten werden. Ich glaube, das ist auch für die Kapitalmärkte eine ganz wichtige Botschaft zu sehen. Es geht wieder aufwärts, und selbst bei überschaubaren positiven Entwicklungen sind wir in der Lage, auch auf das Ebitda wieder positive Zahlen erwirtschaften zu können.

[00:21:02]

Ganz herzlichen Dank für diese interessanten Einblicke in das Finanzwesen eines großen Flughafens, der sicherlich sehr gerne hat.

[00:21:08]

Momentan bleiben Sie uns gewogen und tun Sie uns einen Gefallen. Fliegen Sie viel, das hilft. Alles Gute. Alles Gute.

[00:21:17]

Und was ist eigentlich heute in der Hauptstadt los?

[00:21:21]

Mit leichter Verzögerung sind im politischen Berlin nun die Aktiengeschäfte der BaFin Mitarbeiter ein Thema, genauer gesagt deren Handel mit Aktien. Das Ganze ist ein Skandal ohne jede Frage. Die Aufseher, Aktien, Spekulanten. Das ist keine appetitliche Vorstellung, und in dieser Angelegenheit gibt es jetzt Neuigkeiten. Gordon Repin, Vize Chefredakteur von Der Pionier, kennt die Details.

[00:21:48]

Aber Mitarbeiter der BaFin haben ja tatsächlich in den 18 Monaten bis Ende Juni 2020 mit keiner Aktie so viel gehandelt wie mit Wirecard Papieren. Und das hat jetzt ein Nachspiel in Berlin. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler hat das Thema nun auf die Tagesordnung der Sitzung des Haushaltskontrolle und Prüfungsausschusses des BaFin Verwaltungsrates am 15. September setzen lassen. Ist dieser Aktienhandel jetzt in der Mitte des politischen Berlin angekommen zu Ende ist es damit noch nicht. Der Bundestag soll am kommenden Freitag am 11. September über einen Untersuchungsauftrag zur Wirecard Affäre beraten.

[00:22:29]

Und das war tatsächlich wahrscheinlich erst der Startschuss in einem langen Prozess, der besonders für Finanzminister Olaf Scholz doch ziemlich unangenehm werden kann. Wir berichten über alle Details im Briefing aus der Hauptstadt.

[00:22:42]

Und was war heute Nacht an der Wall Street los? Das war an der Wall Street ein hervorragender Tag für den amerikanischen Elektromobilität Bauer Nicola und gleichzeitig kein besonders guter Tag für den noch führenden Konkurrenten für Tesla. Das ist jetzt das Thema mit unserer Börsel Reporterin in New York. Einen wunderschönen Guten Morgen!

[00:23:05]

Guten Morgen, Gabor! Schauen wir zunächst auf den Tagessieger Nicolas. Dessen Aktie wird durch einen milliardenschweren Deal beflügelt General Motors steigt in das Unternehmen ein. Wie sieht dieser Deal genau aus? Und welches Potenzial siehst du für Nicola?

[00:23:22]

Aber auch für General Motors General Motors bekommt Nicola Aktien im Wert von rund zwei Milliarden Dollar und damit eine 11 prozentige Beteiligung an dem Unternehmen. Und Nicola bekommt dafür im Gegenzug tatkräftige Unterstützung von General Motors GM soll nämlich Nicolas neuen Bãcher Pickup Truck herstellen. Der soll sowohl mit Elektro als auch mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt kommen. Das auf jeden Fall eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen. Nicola bringt die Expertise in der umweltfreundlichen Technologie, und GM ist ein Profi in der Herstellung. Zusammen können es die beiden also durchaus mit dem Marktführer Tesla aufnehmen.

[00:23:58]

Tesla versucht nämlich auch, das Pick up Segment mit einem eigenen Modell umzukrempeln. Und auch die Anleger hier an der Börse sind total euphorisch. Die Nikola Aktie legte gestern zwischenzeitlich um 53 Prozent zu. GM schloss mit einem Plus von knapp acht Prozent.

[00:24:11]

Gleichzeitig geht die Tesla Aktie weiter nach unten. Das hat mit dem Deal zwischen GM und Nicola allerdings nichts zu tun. Richtig, Tesla muss sich auf jeden Fall warm anziehen.

[00:24:22]

Der Deal sorgt wirklich für ernstzunehmende Konkurrenz. Die Testtag ging gestern mit einem Verlust von mehr als 21 Prozent aus dem Handel. So viel hat Tesla noch nie an einem Tag verloren. Allerdings hat dieser Absturz vor allem noch andere Gründe. Zum einen war ja die Aktie in den vergangenen Wochen in Vorbereitung auf den Aktiensplit massiv angestiegen. Der Börsenwert hat dann absolut nichts mehr mit dem wahren Wert des Unternehmens zu tun. Und diese extreme überbewertung hatte vergangene Woche für einen regelrechten Testa Aktien Ausverkauf gesorgt.

[00:24:51]

Und was jetzt auch noch dazu kam Eigentlich war erwartet worden, dass Tesla in den Index aufgenommen wird, weil das Unternehmen ja eigentlich doch recht profitabel war. Dieses Jahr des Index Comitee entschied sich Ende letzter Woche dann aber doch dagegen. Und das hat dann gestern, am ersten Handelstag nach dem verlängerten Wochenende, zu diesem extremen Kurssturz geführt.

[00:25:13]

Was geht eigentlich gar nicht? Dass das Corona Helikoptergeld von Donald Trump auch über 1000 Menschen in öSTERREICH einfach so niedergelegte, dass die wissen vor Glück gar nicht, wie ihm geschieht. Helikoptergeld, das sind Ausschreitungen aus der amerikanischen Staatskasse, die jeder Amerikaner einfach so per Scheck zugestellt bekommt, um den Konsum anzukurbeln. Und unter anderem hat ein 73 jähriger Rentner aus Linz in seinem Briefkasten einen Scheck über 1200 amerikanischen Dollar gefunden, unterzeichnet von, na klar, dem großen Donald Trump.

[00:25:52]

Der Rentner war ganz begeistert, und das hat er, dem er erzählt.

[00:25:57]

Ich habe das mal ganz nüchtern gelesen und geschaut, um was es sich überhaupt handelt. Und dann haben wir mal gesucht wurde Betrag steht, und dann haben wir getauscht. Ganz interessant bringt es auf die Bank.

[00:26:09]

Am Ende ist das Geld tatsächlich auf seinem Konto gelandet, obwohl er gar kein Amerikaner ist.

[00:26:16]

Helikoptergeld hat offenbar Streuverluste. Aber unser wackerer Rentner reiste nach dem Abitur in den Sechzigerjahren eine Zeitlang durch Amerika und hat dort fleißig gekellnert. Das scheint zu reichen für Donald Trump jedenfalls. America first Ostrava second.

[00:26:36]

Was hatte ich heute Morgen wirklich überrascht, dass die amerikanische Sängerin Taylor Swift die einsame Rekordmarke von Whitney Houston in den amerikanischen Billboard Charts nun angreift. Whitney Houston stand mit ihren insgesamt 46 Wochen an der Spitze der verkaufst Charts. Taylor Swift hat nun mit ihrem aktuellen Album Folklore gleichgezogen. Die beiden teilen sich in diesen Stunden gerade den Thron. Vielleicht ist Taylor Swift schon in der kommenden Woche, wenn ihr Album dann wieder auf Nummer eins steht, die alleinige Königin dieser ewigen Hitparade.

[00:27:30]

Wobei man sich ja in inneramerikanische Angelegenheiten ungern einmischen. Aber dieser Wettkampf ist nicht ganz fair. Whitney Houston kann doch diesen Zweikampf gar nicht gewinnen. Sie kann nicht mehr aktiv eingreifen, und deshalb verneigen wir uns heute Morgen noch einmal vor dieser großen, unvergesslichen Soul Stimme.

[00:28:00]

Da darf man nicht stören, denke ich. Liebe Freunde, bis morgen.