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[00:10:20]

Hallo und herzlich willkommen zu unserer neuen Episode hier bei Virtual Frontier. Wir haben heute den Stephan Grabmeier zu Gast. Stephan ist ein Buchautor und Keynote Speaker und beschäftigt sich viel mit dem Thema Innovation. Lieber Stephan, Ich möchte dich einfach bitten, stelle ich doch mal kurz vor. Wer bist du? Wo kommst du her? Was macht dich aus? Und dann lass uns direkt in unser Thema für heute einsteigen.

[00:10:49]

Viele Fragen auf einmal, erstmal schön schön, bei euch zu sein. Wir haben ja länger gesucht nach einem Termin und haben ihn jetzt Gott sei Dank gefunden. Und ich freue mich riesig. Ja mein Name ist Stephan Grabmeier. Ich bin Purpose Contributer, das heißt ich beschäftige mich viel mit der Begleitung von Veränderungsprozessen hin zu digitalen und nachhaltigen Organisationen Unternehmensform und beschäftige mich viel mit Social Business. Und das Thema Innovation ist natürlich eines meiner Herzensthemen, was ich in den letzten 25 Jahren viel, viel machen durfte. Also ein sehr breites Umfeld, spannende Zeit natürlich in der aktuellen Zeit noch einmal mit besonderen Herausforderungen.

[00:11:37]

Ja, das stimmt natürlich, mit der ganzen Corona Krise die uns umgibt einiges im Umbruch und im Aufbruch und vielleicht gerade auch mal zum Einstieg. Was denkst du, wie sich diese vermeintliche Krise die wir gerade durchleben denn auf die Geschäftswelt, an sich oder die Geschäftswelt an sich auswirkt und wie wir damit vielleicht umgehen können?

[00:12:05]

Ich weiß natürlich nicht, wie weit wir jetzt überhaupt Abschätzungen und Einschätzungen treffen können. Ich glaube, dass all das, was passiert jetzt mal aus einer deutschen Sicht heraus, dass da viele Dinge ja richtig angegangen werden. Ich glaube auch, dass wir über die Art und Weise, wie wir die Krise und wie wir diesen Virus oder Meteoriteneinschlag haben, denen wir erleben, wie wir damit umgehen, das uns sehr prägen wird. Ich glaube, wir machen viele Dinge sehr gut, unabhängig der Themen, dass in solchen Phasen natürlich Menschen sterben, Menschen leiden, aber jede Münze hat zwei Seiten. Ich glaube auch, dass wir, wenn wir nach vorne gucken, was können wir daraus lernen, und wo stärkt uns so eine Krise, dass das unglaublich spannende Themen sind. Und ich merke, dass wir momentan so natürlich die beiden Welten haben, also Menschen, die so wie wir jetzt virtuell und gebunden an Zuhause, natürlich sich auch viele Gedanken machen können. Was passiert nach vorne? Das wir lernen, anders zu arbeiten, lernen, anders zu kommunizieren. Das ist nur ein Teil der Gesellschaft der andere Teil, auf die wir unglaublich stolz sein können, sind die Menschen, die uns gerade durch diese Krise retten. Ob wir jetzt In die Politik gucken, ob wir in die Sozialsysteme gucken, in die Krankenhäuser und auch Menschen, die unglaublich viel Funktion für das Gemeinwohl tun. Es passiert ja sehr viel daraus, oder darüber zu sprechen, was wir daraus lernen können, dass finde ich auch einen ganz spannenden Aspekt.

[00:13:46]

Ja auf jeden Fall. Wir sind ja so ein bisschen in den Einstieg gekommen, ins Gespräch mit Manuel was dein Buch angeht, den Future Business Kompass, und einen Kompass, ist ich auch das, was man in der heutigen Zeit gut brauchen kann. Du redest in deinem Buch viel von dem sogenannten Kopföffnern. Das war ein Begriff, der sich bei mir eingeprägt hat, den ich jetzt auch irgendwo in meinem Privatleben immer mit mit rumtrage seitdem. Du hast in Deinem Buch von Kopföffnen gesprochen. Was sind den so Kopföffner für dich persönlich?

[00:14:26]

Future Business Kompass ist ja der Titel. Und ich habe im Untertitel Kopföffner für verbessertes Wirtschaften habe ich es genannt. Das ist eine sehr persönliche Sicht, die ich da drauf habe was für mich solchen Kopföffner Vorbilder sind. Und Kopföffner, ich habe es mal so geschrieben, sind die Menschen aber auch jetzt Bewegungen aber meistens doch durch Menschen getrieben, wo man sagt, "Hey kuck dir mal die an, kuck die mal den an, schaue Dir mal das Unternehmen an. Wow wie machen's die denn eigentlich?" Und wo man dann sagt Mensch, reflektieren, kann ich auch was davon, lernen? Kann ich für mein Unternehmen was davon übernehmen?. Und eigentlich ist aus dem Lernen heraus. Ein Kopföffner für mich immer so, Wow, cool. Das ist das Prinzip, das dahinter steht, und ich habe versucht, dann auch immer versucht Kopföffner.

[00:15:12]

Also erstens Ich habe versucht, Indikatoren zu finden. Die auf besseres Wirtschaften hin sichtbar sind. Das sind jetzt Unternehmen oder Bewegungen oder Initiativen oder Modelle oder Methoden. Und die oft durch Kopföffner dann geprägt oder umgesetzt werden das ist so im Prinzip. Also, wenn man das Buch geht. Einer der ersten, und ich habe auch gleich am Anfang beschrieben, ist Alexander Gerst jetzt stellvertretend für viele Astronauten. Ich durfte in meinem Leben immer wieder mal Astronauten kennenlernen und habe unglaublich viel gelernt. Und das waren für mich wirklich Kopföffner, weil Astronauten, wenn man systemisch guckt, einfach nochmal einen anderen Blick auf die Welt haben. Ich weiß nicht, ob ihr schon einmal im All wart. Ich war es noch nicht. Damit eint uns ein irdisches Dasein. Und Astronauten sprechen zum Beispiel nie über Globalisierung. Wir haben zum Beispiel in unserer Community, in der Social Business Community Ron Garan. Ron Garan is ein ehemaliger NASA Astronaut. Er ist einer der wenigen Menschen, zweimal auf der ISS war, in seinem Leben. Also 130 glaub ich waren... Ich weiß es nicht genau. Es gibt ungefähr 590 Menschen, die im All waren, und Ron Garan beschreibt es immer sehr spannend. Er sagt wenn ihr, also wir Irdischen über Globalisierung sprechen, dann sprecht ihr immer zweidimensional.

[00:16:46]

Aber diesen Blick nämlich einmal weg zu zoomen und aus einer einer anderen Perspektive darauf zu gucken, das öffnet einfach noch einmal den Blickwinkel. Und es ist unglaublich spannend. Das ist jetzt zum Beispiel ein Kopföffner. Aber das können natürlich, oder sind genauso Unternehmer. Unternehmer, die Unglaubliches leisten. Das ist aber genauso jemand wie eine Greta Thunberg eine Aktivistin. Und es ist zum Beispiel auch Professor Mohammed Yunus, ein Mensch, mit dem ich seit vielen Jahren immer mal wieder arbeiten darf. Friedensnobelpreisträger für das Thema Social Business, der das Thema Business unter einem anderen Aspekt oder in einer anderen Balance sieht, also ganz unterschiedliche Richtungen, aber ich hoffe, so wiedergegeben zu haben, was ich mit Kopföffnern meine.

[00:17:34]

Ja, auf jeden Fall. Meine Frage wäre vielleicht jetzt auch gerade passend zur Situation, wie kann man sich selber darauf einstellen, seinen Kopf ständig offen zu haben? Ich finde es auch gerade in der jetzigen Situation, wenn man als Mensch oder als Gesellschaft dann doch sich immer wieder den Kopf schließt, man sich verschließt, sich Dinge eingrenzen, vom Blickwinkel her was Du so schön bei bei Alexander Gerstner beschrieben hast. Der Blickwinkel, erweitert durch die Entfernung und wir jetzt aber in so besonderen Krisen oder in schweren Situationen, sich der Blickwickel tendenziell immer wieder verkleinert. Wie können wir das handhaben?

[00:18:20]

Das ist der Moment den wir jetzt haben. Und es von dem her spannend. Ich beschäftige mich ja seit fast 25 Jahren mit Veränderungsprozessen, und in den Veränderungsprozessen, eher in der Regel, in der Regel strategischer Natur, sind, also sich Unternehmen sich verändern, neue Strategien entwickeln Produkte, natürlich vom Umfeld her, Du musst immer von Umweltanalyse... Warum brauche ich eine entsprechende Veränderung? Aber es ist ein eisernes Gesetz. Je größer die Krise, desto größer ist auch die Bereitschaft für Veränderungen. Und das sehen wir momentan. Wir haben uns in den letzten zwei bis vier Wochen unglaublich verändert und eine Bereitschaft für Neues, für Veränderung, das wir in dieser Form zumindest in dieser Masse wie wir es jetzt in Deutschland und auch global sehen, noch nie vorher erlebt haben. Und jetzt kann man natürlich immer sagen das ist ein Mindset Thema. Vor fünf oder acht Wochen hätten wir wahrscheinlich noch gesagt, es geht um das Mindset, es geht um die Einstellung, und und und. Was es natürlich ist, aber ich glaube, und das ist das, was ich vorher meinte. Wenn uns noch eine Zeit lang prägt diese Situation, dann profitieren wir hoffentlich zukünftig davon zu sagen, wir sind in der Lage, sehr, sehr schnell unser Mindset zu ändern, unseren Kopf zu öffnen und mal in eine neue Situation einzutauchen. Jetzt werden wir gezwungen. Hoffentlich sind wir in Zukunft wieder diejenigen, die so eine Situationen freier gestalten können.

[00:19:46]

Ich sehe schon der Manuel grinst un nickt. Möchtest Du dem auch noch etwas beisteuern, weil ich weiß, dass du auch gerade so sehr stark von Veränderungen geprägt ist, und dem offen gegenüber stehst. Wie hast du das empfunden, oder wie empfindest Du das?

[00:20:00]

Ja, das ist ja fast mein zweiter Spitzname. Ich habe ja mit so vielen Leuten mich die letzten drei Jahre unterhalten. Ach, keine Ahnung, was sie alles vorhaben und was alles nicht geht und warum dies nicht geht und wo unsere Herausforderung sind. Was ich immer festgestellt habe, jeder hat Gründe, warum Dinge auf einmal nicht gehen. Und diese Gründe halten jeden davon ab, den ersten Schritt zu gehen. Und jetzt auf einmal. Deshalb habe ich so gegrinst, weil ich jetzt all die Leute, die mir vorher gesagt "Manuel, was du da machst, mit deinem ganzen remote Work und virtuelle Teams über die ganze Welt verteilt. Das ist entweder Zufall, oder das geht doch eigentlich gar nicht. Ja, richtig. Für mich geht es für dich jetzt nicht, weil ich hab's gemacht, und ich will, dass es geht. Und du fängst gar nicht erst an, weil du gar nicht willst, dass es geht. Und wenn ich mir die heute alle anschaue. Auf Social Media posten Sie alle, dass Sie jetzt Remote work Experten sind und die ganze Zeit Remote arbeiten und wie gut das auf einmal geht. Deshalb, ich glaube, die größte Barriere ist einfach wirklich hier oben drinnen, den ersten Schritt zu gehen. Und wenn ich den ersten Schritt geh, Glückwunsch, dann kommen die ganzen Probleme. Ist doch super, weil dann kann ich sie nämlich lösen, wenn ich die Probleme nur in meinem Kopf habe, dann hindern Sie mich einfach, zu gehen und dann werde ich niemals ankommen.

[00:21:22]

Und du beschreibst jetzt ein wichtiges Thema, was ich auch sehe. Du musst die Erfahrung einmal machen. Also dass theoretisieren, wenn man so quasi diese ganzen Innovations Kurven anguckt. Und man guckt so die Early, die Innovator, early majority und so weiter. Das sind ja diejenigen, die warten drauf, die Chancen suchen, die es cool finden. Und es sind wahrscheinlich deine oder eure ersten Kunden gewesen, und mit ihr arbeitet. Und der Rest, also die anderen 80 Prozent, das sind diejenigen, die abwarten und genau die Gründe haben, warum etwas nicht funktioniert. Dieses Erleben und deswegen finde ich ja in vielen der Methoden, die wir haben, ja auch erleben, ist dieses schnell einsteigen ins prototypen, dieses schnelle Experimentieren, dieses Ausprobieren. Und dieses wirklich fühlen, Erleben, Spüren. Das, was wir hier jetzt machen. Wir spüren auf einmal, Ich werde in eine Situation gezwungen. Ich mache meine Erfahrungen. Des Schöne, wir sind alle in einem Experimentierraum, also jeder. Es gibt keinen, der sich blöd anstellen, und hey wie muss ich nochmal ein Mikro anschließen. Und wieso funktioniert das jetzt nicht? Jeder hilft jedem, und ich glaub über dieses über dieses positiv Erleben, wenn wir nach 1 zwei Wochen, wird keiner mehr darüber sprechen und sagen, " Gab es eine Zeit, wo wir eigentlich nicht Zoom Meeting gemacht haben oder etwas ähnliches. Deswegen glaube ich, ist dass nochmal ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Früher hat man gesagt Übung macht den Meister. Heute ist es, experimentieren macht den Meister. Wenn was funktioniert machen wir es weiter, wenn nicht dann lassen wir es einfach. Also auch diese Art der Veränderungsmechanismen, die wir sehen oder die wir erleben, sind auch wichtig, und ich finde es, ich finde es toll, dass wir das jetzt so erleben dürfen.

[00:23:13]

Eine Sache, die mir auch noch so bewusst geworden ist. Ich glaube, im Moment ist es so, dass es auch keine Schuldigen mehr gibt. Wenn du gerade hierarchisch organisiert Unternehmen hast, da passiert viel mit Befehlen und Ausführen und mit Schuld finden. Also wenn wir ein Problem haben, dann finden wir erst mal den Schuldigen dafür. Das passiert sehr oft in Organisationen. Und wenn Organisationen sagt, OK, ich probiere jetzt mal etwas komplett Neues, dann haben halt alle Angst, der Schuldige zu sein. Gerade gibt es keine Schuldigen, weil gerade machen das alle, und jeder macht Fehler und alle haben Probleme. Aber das vereint eben wieder und schafft diese Barriere weg. Ein wichtiger Punkt.

[00:23:55]

Es ist auf jeden Fall ganz spannend, so wie der Stephan das gerade gesagt ha,t ist mir das noch gar nicht bewusst gewesen, dass wir alle in dem gleichen Experimentierbecken sind. So wie Du das vorher gesagt hast, es kann jetzt nicht einer sagen, hier in Mexiko, "Ne, wir machen das jetzt komplett anders, wir gehen jetzt weiter ins Büro und alles bleibt wie es ist." Nein wir sind jetzt alle tatsächlich in der gleichen Situation, was eigentlich relativ selten ist, würde ich jetzt mal so sagen, wenn man das global betrachtet.

[00:24:20]

Absolut, das ist das, was die Situation mitbringt, dass wir alle eine sehr, sehr ähnliche Ausgangssituation haben, das wir, das wir alle gleichermaßen betroffen sind. Du hast es auch schön beschrieben, es nimmt auch diese Angst, die wir oft in den sozialen Systemen haben sich zu blamieren, doch nicht einzusteigen und so weiter. Und jetzt können wir es wirklich frei raus einfach ausprobieren. Das ist ein gutes Thema. Was ich ergänzen würde, und das ist etwas was mich schon seit je her treibt, ist. Wozu tun wir das eigentlich? Ich würde jetzt mal mit Purpose übersetzen oder mit einer Sinnhaftigkeit oder mit einer Vision für etwas. Die Schwierigkeit, die wir ja oft in kleinteiligen Systemen haben, ist dass wir ja sehr Konkurrenz geprägt sind. Unser Wirtschaftssystem ist seit 250 Jahren ja auf Konkurrenz und Wettbewerb aufgebaut. Veränderungen funktionieren, das ist dass, was ich aus der Verhaltensökonomie gelernt habe mit zwei Dingen. Veränderungen funktionieren, wenn sie konsequent sind, und wenn Sie auf Kooperation basieren. Das sind die zwei wichtigsten Treiber, egal über welche Veränderungen wir reden, ob im Familienumfeld, ob bei Corporates, in der Gesellschaft oder Politik. Und auch das erleben wir momentan. Wir haben eine unglaubliche Konsequenz in Entscheidungen. Wenn wir jetzt die politischen Systeme anschauen, dann haben wir natürlich noch ein demokratisches System. Aber die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, werden anders getroffen, werden schneller, werden konsequenter getroffen, weil die Egoismen viel stärker zurückgehen und das Gemeinwohl stärker im Vordergrund steht. Und das Thema Kooperation heißt, was ist jeder von uns, jeder beteiligte bereit, dazu beizutragen für das größere Gemeinsame. Und dieses größere Gemeinsame, also vor acht Wochen hätte ich noch gesagt, das fehlt uns. Es fehlt uns. Ich habe das sehr, sehr häufig, stell ich die Frage "Was ist eigentlich der Purpose von Deutschland?" Worüber sprechen wir eigentlich? Was ist der Purpose eines Unternehmens, einer Organisation, einer Familie, eines Vereins, einer Genossenschaft? Egal wo wir das jetzt definieren. Aber wo für tun etwas? Und jetzt haben wir alle die gleiche Ausgangslage. Wofür wir etwas tun? Es ist zwar jetzt, wir bekämpfen etwas, aber wir tun etwas dafür. Und das ist eine spannende Situation. Auch das hoffe ich, prägt uns, dass wir dieses Gefühl einmal erlebt haben. Wofür tun wir etwas und die Kraft gemeinsam für etwas einzustehen? Das bewegt mich momentan sehr stark.

[00:27:07]

Und vor allem das Erlebnis was passiert, wenn man einfach mal macht?

[00:27:11]

Ja.

[00:27:12]

Ich glaube, das ist auch noch eine wichtige Sache, die die Leute gerade lernen, wenn man macht, und zwar das macht, wo man immer gedacht hat, das geht nicht, dann funktioniert es auf einmal doch, und es kommen Probleme und die löst man dann, und dann geht es weiter. Ich glaube, das hat sehr, sehr vielen gefehlt, genau in dem Szenario, was du gerade beschrieben hast.

[00:27:28]

Und es fühlt sich gut an. Ich glaube, dass dieser emotionale Aspekt so ein unglaublich wichtiger ist, dass man auch stolz darauf ist und sagt, Hey.. was. Ich habe vor zwei Tagen ich jemanden getroffen, und die hat mir erzählt und hat gesagt Ja, wir haben so einen Onlinemeeting jetzt. Wir hatten in Onlinemeeting und so weiter. Da waren ganz viele Leute da.Sie hat das noch nie in ihrem Leben gemacht. Und sie waren so stolz und hat gesagt, Wow, das funktioniert richtig gut.. Man kann es auch dieses spielerische experimentieren nennen. Das ist super. Und in der Woche ist es normal, und es fühlt sich gut an, aber ich glaube, diese Momente, auch dieses Erleben, dieses emotionale es funktioniert etwas, ist ein sehr wichtiger Punkt.

[00:28:23]

Jetzt mal eine Frage. Was glaubst du, wenn wir das jetzt, Wenn der Virus jetzt kein Problem mehr ist, weil keine Ahnung jedermann infiziert war oder es ein Impfstoff gibt oder sich das Gesundheitssystem so angepasst hat, dass wir dann eben große Wellen von Corona handeln können? Was glaubst du, was macht das mit der Wirtschaft? Wo geht's da hin in den nächsten zwei, drei Jahren? Wie werden Unternehmen arbeiten dadurch?

[00:28:49]

Also erstens werden wir wirtschaftlich natürlich Einbußen haben, je nachdem, wie lange es dauert. Wir werden eine große Welle von Menschen, entweder sind es die solo Entrepreneure, die Kreativen, die Künstler und so weiter. Wir werden einfach wirtschaftliche Einbußen sehen. Ich bin sicher, ich lebe in Bonn, wohn in der Bonner Südstadt, das ist ein super cooles Viertel. Alle paar Meter ist eine Kneipe. Ich bin mir sicher, dass einige davon irgendwann nicht mehr da sein werden. Also mit jedem dem ich jetzt rede, wo ich bin und so weiter. Das ist ein Thema. Das zweite, und das ist meine große Hoffnung, dass wir daraus lernen, dass wir vielleicht und hoffentlich eine andere Balance finden für unser Wirtschaftssystem, also das, was ich in meinem Buch auch beschrieben habe und das war ja vor Corona. Das sage ich jetzt nicht nur, weil wir gerade Trend sind aber ich glaube, dass die Situation besonders ist, dass wir lernen müssen, dass die reine Kapital und Profit und die Maximierung einfach der falsche Weg ist. Es gab Phasen, wo diese Ansätze die wissenschaftlichen Ansätze dazu und bei Organisationen und Märkte gebaut haben oder Wirtschaftssysteme gebaut haben. richtig war, aber die so ja nicht mehr funktionieren. Und es ist ja ein Resultat, wo wir heute stecken. Allein die Erkenntnis, dass wir Menschen ein kleiner Teil der Natur sind und das uns noch kleinere Teile der Natur völlig ausrotten können. Ich glaube, diese Demut mal endlich wieder zu haben, dass wir nicht diejenigen sind. Dem Planeten ist es egal, ob wir Menschen da drauf leben oder nicht. Er wird weiterleben, aber wir müssen entscheiden wie gehen wir damit um? Auf das Wirtschaftssystem, würde ich sagen. Ich hoffe, wir kommen in eine bessere Balance, in eine bessere Balance zwischen Wirtschaften und zwischen sozialer und ökologischer Gleichberechtigung. Wir bauen hoffentlich zukünftig resilientere Systeme, resilientere Gesellschaften und überdenken wenn wir nur im Sozialsystem gucken, zahlen wir gerechte Gehälter für die Menschen, die unser Sozialsystem sichern, die unsere Kinder ausbilden, die überhaupt Bildung betreiben, die sich für Arme und die ärmsten der ärmsten Menschen kümmern. Ist das gerecht mit der Vermögensungleichheit, die wir heute noch haben.

[00:31:26]

Ich glaube, dass wir uns viele Fragen jetzt stellen müssen, weil wir mit dieser Energie, die wir jetzt haben, viel anders darüber nachdenken und hoffe mir, dass wir in eine andere Balance kommen.

[00:31:38]

Wie kann man dieses Momentum am Leben erhalten? Ich habe wenn ich nochmal zurück gehe... Vor zwei Jahren war hier in Mexiko, gab es so ein großes Erdbeben, wo ich auch genau dieses das Gleiche Feeling hatte, was wir jetzt mit der Corona Situation weltweit haben, auch dieser unglaubliche Zusammenhalt. Die Leute waren auf der Straße haben sich geholfen, Unternehmen waren engagiert et cetera et cetera. Es ist aber irgendwie so, nachdem sich die Situation wieder beruhigt hat, dann wieder abgeflacht. Wie kann man dieses Momentum, das wir jetzt haben, am Leben erhalten und weiterentwickeln und nach vorne pushen?Weil es ist natürlich jetzt eine Chance, aber auf der anderen Seite, man tendiert dann, wenn die Situation sich wieder einigermaßen normalisiert, das alles wieder zu Alten zurück tendiert.

[00:32:23]

Das ist die Gefahr die ich sehe. So ist es ja mit vielen Dingen. Eins, jetzt wirklich mal nur theoretisch. Je länger die Phase anhält, umso länger sind wir in der Situation, umso stärker werden wir sozialisiert in der Situation, dass ist das eine. Jetzt hoffe ich mal für uns alle, dass wir nicht lange in dieser Situation sind, sondern dass wir hoffentlich gut rauskommen, aber das mitnehmen. Und ich glaube, es hängt dann wieder, und jetzt würde ich sagen brauchen die Kopföffner wieder . Es sind genau die Menschen, die diesen Geist, diese Erfahrung und diese positiven Aspekte mittragen, und die hoffentlich hoffentlich die Bürgermeister der Städte, das sind die Unternehmenslenker. Es sind die Menschen, die einfach vorbildlich mit der Situation umgehen. Und den Geist weitertragen und so wie wir früher wahrscheinlich gehört haben von unseren Großeltern, die in der Nachkriegs Phase Deutschland wieder aufgebaut haben. Oder werden wir von den großen Momenten, die uns gesellschaftlich geprägt haben, so wie du das Erdbeben jetzt in Mexiko beschreibst? Letztes Jahr haben wir 50 Jahre der erste Mensch auf dem Mond gefeiert. Eine Nation war vor über 60 Jahren dabei. Wir haben eine große Mission 30 Jahre Mauerfall. Was bei uns passiert ist. Stell dir damals die Energien vor, die da war. Ja, Zehntausende, Hunderttausende von Menschen, die für etwas gekämpft haben, sich für etwas eingesetzt haben. Ich glaube, wir müssen diesen Nach Corona, duese Nach Corina Energie, die müssen wir in die Köpfe, Herzen und eigentlich in die Führungsrollen einpflanzen, ich weiß nicht ob das der richtige Begriff ist, aber ich nehme ihn jetzt mal.

[00:34:15]

Ja durchaus, die Frage die ich mir gestellt habe im Vorhinein, wie man im unternehmerischen oder auch im gesellschaftlichen Sinne Menschen noch mehr dahin kommt, das sie selber zu Kopföffnern werden, oder auch Unternehmen zu Kopföffnern werden im übertragenen Sinne. Wie kann man das gestalten? Wie kann man da vielleicht eine Grundlage dafür legen, damit es nicht nur so experimentell stattfindet, sondern vielleicht auch mehr geplant oder vorhergesehen?

[00:34:43]

Eines der wichtigsten Dinge ist, dass sich Unternehmen ja per se ihrer Verantwortung bewusst werden. Welchen Impact, welche Wirkung haben Sie auf Gesellschaft und auf Ökologie, auf die Umwelt? Aus meiner Sicht machen das noch viel zu wenig, sonst wären wir nicht in der Situation, wo wir momentan sind. Aber ich glaub diese Wozu gibt es uns als Unternehmen eigentlich? Und was ist unser Beitrag über das Wirtschaften hinaus, dass das noch viel, viel stärker werden muss. Im kleinen ist es ja schon verankert, aber wenn man jetzt auch diese positiven .... wenn wir jetzt mal wieder aufs Gemeinwohl gucken, das was Unternehmen jetzt auch tun. Gestern hat VW angekündigt, dass sie auf eigene Rechnung medizinische Geräte aus China transportieren und dem deutschen Gesundheitssystem zur Verfügung stellen. Oder weil die Produktion nicht stillstehen, Beatmungsgeräte in ihren Produktionshallen bauen, oder Trigema, die gesagt haben Okay, wir können Mundschutzmasken selber nähen und stellen es zur Verfügung. Da gibt es ja unglaublich positive Aspekte in der Krisensituation. Ich glaube, das kann man noch, das kann man noch wesentlich stärker fassen. Und ich würde fast sagen, dass wir das auch einfordern. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass wir.. und jetzt komm ich nochmal auf den Purpose. Was ist der Purpose, den wir in Deutschland haben? Also kann der Purpose vielleicht sein wir designen den resilientesten Staat den es gibt. Wie sieht ein Gesundheitssystem aus? Wie sehen Wirtschaftssystemen aus, wie sind Menschen, Unternehmensführer darin aus. Und wie tragen wir alle im kooperativen Modus dazu bei, dass wir so etwas gestalten? Ich glaube, wir brauchen auch nach Corona dieses Wofür tun wir etwas? Das haben wir noch nicht. Aber ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.

[00:36:47]

Manuel, möchtest Du dazu noch etwas sagen?

[00:36:47]

Ich glaube, dass durch die Erfahrung jetzt, wie man anders arbeiten kann, manche Menschen das wirklich gut finden. Zum Beispiel Angestellte, die vorhergesagt haben, können wir nicht auch mal Homeoffice machen. Ich muss zuhause mich vielleicht mal um mein Kind kümmern, oder? Wo ist das Problem, wenn ich mal kurz zwischendurch einkaufen gehe? Da war die Ansage, ja klar kannst Du Homeoffice machen, alle zwei Wochen, einen Tag. Und jetzt sehen sie das es auf einmal doch geht, und zwar über Wochen. Und es wird ja auch noch ein bisschen dauern. Ich glaube, dass die, die das immer wollten jetzt sagen, Okay, es gibt jetzt keine Ausrede mehr. Lieber Chef, wo ist das Problem, das wir Homeoffice machen? Weil Du Kontrollverlust hast und deshalb willst, dass wir im Büro sind, weil du eben nur im Management nach Anwesenheit kennst, aber nicht Management nach Ergebnissen. Dabei helfe ich, lieber Chef, dass du das besser hinbekommst, aber lass es nicht an mir aus, es ist nicht mein Problem. Ich bin davon überzeugt, dass, wenn jetzt die Mitarbeiter die positive Erfahrung machen, dass weiterleben das sich Unternehmen dann ändern müssen. Und mit Unternehmen meine ich hauptsächlich, wie Unternehmen geführt sind, wie Unternehmen aufgebaut sind. Auch was du eben gesagt hast Stephan, das halt immer nur Gewinnmaximierung Unternehmen antreibt.

[00:38:02]

Also ich bin nach wie vor der Meinung, ohne dass es die wirtschaftlichen Gesetze gibt funktioniert das hier alles nicht. Die müssen wir berücksichtigen. Maximieren können wir sie auch, aber nur, wenn die Maschine die maximiert, also das Unternehmen Maximierung von Mehrwert für alle Beteiligten beiträgt. Also wenn wir es schaffen, dass die Interessen aller im Einklang sind. So, ganz einfaches Beispiel, die meisten Unternehmen sind so aufgebaut, es gibt Shareholder, den Unternehmer, den Aktionär. Früher war es immer, Shareholder Value ist alles. Was können wir tun, damit er die Taschen möglichst voll kriegt?Ich meine, ich bin auch Unternehmer deshalb darf ich das provokativ sagen. Was können wir tun, damit der Unternehmer möglichst viel Kohle bekommt? Dann stellt der Unternehmer einen Manager ein. Der Manager kriegt gesagt, pass auf das ist die Richtung, Ich will so und soviel Kohle, mach. Der Manager stellt sich Leute ein die seine Ressourcen sind. Und die sind auch heute noch seine Ressourcen, auch wenn wir das People Success nennen, ist trotzdem das Human Resources noch mehr Realität als People Success, weil der Manager, setzt die Leute so ein, dass sie für ihn das Geld verdienen, dass er das Geld für den Unternehmer verdient. Aber ich bin fest davon überzeugt, und ich habe mein Unternehmen auch so aufgebaut, dass es anders funktioniert, nämlich das Unternehmen eher Plattformen werden. Plattformen, die transparent sind, wo alle Akteure sehen, wo stehen wir gerade? Was sind vor allem die Interessen der anderen? Und wie kriegen wir die über die Plattform maximiert? Das ist eine andere Art von Maximierung, nicht nur für den Shareholder Value, aber für alle Teilnehmer in dem Ökosystem. Und ich glaube dass das funktionieren kann und Digitalisierung ist dafür ein riesen Treiber.

[00:39:43]

Da bin ich bei dir! Mann spricht ja dann vom Stakeholder, vom Shareholder zum Stakeholder Management. Also wir sagen mit all den Beteiligten, mit denen ich arbeite oder für die ich eine Wirkung erzeuge, wie binde ich die auch entsprechend ein? Sehr, sehr spannend finde ich momentan ist auch wie gucken wir auf Innovation? Ich beschäftige mich ja schon lang mit Innovationen und auch mit partizipativen Verfahren. Also viel Open Innovation, viel Crowdstorming, oder egal wie wir das jetzt nennen. Also wo gehe ich vor meiner Zelle wo ich glaube, die Intelligenz in einer Zelle zu haben dann raus öffne mich und nehme die kollektive Intelligenz von der Crowd, egal wie groß ich diese jetzt definiere, letztendlich auf. Ihr habt das ja wahrscheinlich mitgekriegt, jetzt am Wochenende war der Wir vs. Virus Hackaton.

[00:40:33]

Ja das wollt ich schon ansprechen

[00:40:33]

...mit tollen Playern mitinitiiert wurde die Bundesregierung, mit Hubertus Heil das mitgestaltet haben. Eines der gigantischen und ich glaube auch mit Weltrekord mit den Beteiligten, die sich dort mitbeteiligt haben. Unglaublich. Diese Art zu innovieren, das heißt ein Problem in den Mittelpunkt zu stellen und zu sagen Egal, wer etwas dazu beitragen kann, seit selbstverantwortlich, wenn ihr was dazu beitragen wollt, in welchen Rollen, beteiligt euch, wenn nicht guckt zu teilt es. Diese Beteiligten auf eine Plattform zu bringen und jetzt greif ich das nochmal auf was Du vorher gesagt hast, eigentlich sich als ein Hub zu verstehen und zu sagen, wer kann an diesen Problemen, die wir haben mitarbeiten. Und jetzt gehen wir nochmal ein paar Wochen zurück. Innovation und Geschäftsmodelle sind in der Vergangenheit nur in den wenigsten Fällen so entstanden.

[00:41:32]

Also all diejenigen, die eher aus dem Impact getriebenen Unternehmertum kommen, ja. Aber wenn du in die Startup-Szene kuckst, würde ich sagen 60, 70 Prozent der Produkte, Services, die da drin entstehen, braucht kein Mensch. Es ist eigentlich ein Brandbeschleuniger für die Wohlstandsgesellschaft, die wir haben, aber nicht weil Probleme gelöst werden, sondern wenn wir jetzt lernen, ein Problem in den Mittelpunkt zu stellen und dafür Lösungen zu finden. Probleme haben wir genügend. Also wenn wir heute hergehen und sagen, nach Corona... das ist ja auch das, was ich mein Buch beschrieben habe. Die Welt hat eine Agenda, dass die Agenda 2030, also die 17 Nachhaltigkeitsziele, wo sich 193 Staaten verpflichtet haben, 193 Staaten verpflichtet, diese Ziele bis 2030 zu erreichen. Wenn wir jetzt sagen, wir lösen gemeinsam die Probleme, wir bauen unsere Business Modelle, wir bauen die Produkte, wir bauen die coolsten und nachhaltigsten Innovationen und Produkte und Technologien, die die Welt je gesehen hat. Wenn das unser Anspruch ist, und wir wirtschaften dadurch sehr, sehr erfolgreich, und wir tun Gutes und retten die Welt, dann können wir doch diese Dinge miteinander verbinden. Und ich hoffe, dass wir damit auch lernen, Innovationen anders zu sehen. Erstens viel problembehafteter und mit mehr Problembezug, und in einem Kooperationsmodus, nämlich zu lernen, das ist ein Problem, nicht aus einer Industrie alleine entstehen kann, sondern dass sich die klügsten, tollsten, besten, intelligentesten Köpfe zusammenschließen muss, um Lösungen zu entwickeln.

[00:43:07]

Ich denke, da passt ein Zitat sehr gut, was ich in einem Buch gefunden hab von Murray Butler, "All the problems of the World could be settled easily, if man only where willing to think" Ich denke, das kommt da ganz gut. Wie können wir uns denn tatsächlich aufmachen, in dieses Future Business zu kommen und darin auch zu bleiben? Ich denk du hast es schon ein bisschen angesprochen. Also, mit diesen ganzen tektonischen Verschiebungen, die sich momentan alle kundtun, wird es doch relativ schwierig werden, denke ich.

[00:43:47]

Da denke ich jetzt wiederhole ich das von vorhin nochmal das wir die Energie mitnehmen, die positiven Erfahrungen, auch das Gefühl, das wir jetzt haben Wie arbeiten wir zusammen? Wie einfach ist eigentlich über Distanz und Remote arbeiten, wie einfach zu innovieren. Wie einfach ist das? Ich bin jetzt mal gespannt, ich bleib noch einmmal kurz bei diesem Hackathon, da sind jetzt von 800 Herausforderungen sind da jetzt die ganzen Ideen da die bewertet werden bis zum Wochenende, und dann gibts eine Entscheidung welche Ideen bringen uns am weitesten voran und wie machen wir damit weiter? Letztendlich ist es ja ein normaler Businessmodell Prozess der da entsteht. Ich bau da jetzt möglicherweise Unternehmen auf die dahinter kommen. Also dieser spannende Effekte, und ich glaube, wenn wir das weitertragen, wenn wir noch viel mehr Aktionen so machen, spannend, es haben Sie ja acht oder neun weitere Staaten bei der Bundesregierung gemeldet und gesagt, könnt Ihr uns eure Erfahrungen weitergeben weil wir würden es gerne auch bei uns machen. Allein im Endeffekt ist es schon gigantisch. Ich hoffe, dass wir so viel lernen in der Phase, dass wir dann als normal ansehen und zukünftig so arbeiten, so kommunizieren, so innovieren, und so neue Geschäftsmodelle kommen. Das ist meine große Hoffnung.

[00:45:17]

Ich habe mich auf den Podcast ja schon vor der Corona Krise vorbereitet. Ein Thema, was wir uns aufgeschrieben haben, war ja auch vor allen Dingen, die man vom Denken ins Handeln kommen. Das ist für mich gerade sehr spannend, weil wir jetzt auch wieder in dieses Handeln gestoßen wurden mit der ganzen Krise. Aber nochmal zum Thema zurück Wie kommen wir dahin? Sowohl als Unternehmen wie auch als Gesellschaft vom denken, ins Handeln zu kommen, was Prozesse angepasst, was Ideen angeht, was Innovationen angeht, sodass eben Dinge auch tatsächlich in die Umsetzung kommen im Gesammten. Ich erinnere mich auch an einen Kommentar von Bill Gates, der auch sehr viel mit dem Thema Innovation beschäftigt und sagt "Es geht hier einfach alles viel zu langsam und deswegen auch irgendwie immer fünf, sechs, sieben Projekte parallel betreibt und irgendwie so alles versucht permanent voranzubringen, weil er eben sieht aus seinem Blickwinkel als Kopföffner dass halt vieles einfach zu langsam geht.

[00:46:26]

Manuel, du hast das ja vorher auch angesprochen, es ist das Tun. Lass nicht lange drüber reden und noch X Argumente finden, warum es gerade jetzt nicht funktioniert. Aber vielleicht irgendwann mal, sondern wenn wir jetzt ein Thema haben, lass es uns ausprobieren. Und ich glaube, das ist ja das, was wir gelernt haben mit den ganzen humanen Design orientierten Methoden, die wir kennen. Die sind doch genauso aufgebaut das wir sagen, Was für ein Problem habe ich? Wie sieht eine Lösung aus? Lasst uns ausprobieren, und wir fahren kleine Iterationsschleifen, wir lernen aus den Fehlern, wir verbessern. Wenn es gut ist, machen wir weiter, wenn nicht, schmeißen wirs weg, und wir bauen wieder neu. Und dieser Modus, auch wegzukommen von dem perfektionistischen wir sind halt immer noch sehr stark, Industrie geprägt, Ingenieurs geprägt. Wir sind sehr stark 100Prozent geprägt und und und. Ich glaube auch vielleicht lehrt uns auch die Art und Weise, Entscheidungen zu treffen, das was uns Politik jetzt im positiven Sinne vormacht. Das haben Sie uns jahrelang im negativen Sinne vorgemacht, nämlich das eine Partei, glaubt sie, ist cooler als die andere. Und die anderen Deppen sind noch blöder als sonst irgendwer. Es geht ja nur um Parteiegoismen. Jetzt geht es um ein großes Ganzes. Und jetzt werden auch schnell Entscheidungen getroffen. Warum ist, ich sag mal sind Diktaturen, was man in China sieht, in der Digitalisierung, warum sind sie einfach schneller? Warum sind sie besser? Warum überholen sie uns? Nicht nur, weil sie wesentlich mehr Geld haben, sondern weil sie einfach viel schneller Entscheidungen treffen. Ich glaube, wir müssen das institutionelle Design, wie wir Entscheidungen treffen, wie wir etwas auf die Straße bringen, das müssen wir wirklich verändern. Und dann funktioniert das auch. Ich habe jetzt eigentlich durch Corono mehr Hoffnung, dass wir den Klimawandel gewuppt kriegen und die Welt wirklich noch retten können. Weil ich sehe, dass es funktioniert. Das gibt mir schon, das gibt mir schon Hoffnung, auch wie wir in den Krisen umgehen. Jetzt werden viele sagen ja, man könnte dieses und jenes. Aber im Großen und Ganzen ist das, was jetzt passiert, schon eine vorbildliche Leistung.

[00:48:36]

Manu Ich glaube, du hast da auch, oder kannst du auch ein Lied davon singen, was dieses Unternehmertum und das Machen angeht, was gerade Stephan auch schon angesprochen hat und wie du dich auch selber als Unternehmer ich sag mal aufregst seit ich dich kenne, was diese Starrheit angeht, und diese Inflexibilität, die du auch sehr, sehr häufig bei anderen Menschen und Unternehmen siehst oder die dir widerfährt.

[00:49:01]

Ja, ja, absolut. Ich meine, da kann ich ein Buch drüber schreiben. Es ist ja auch ein emotionales Thema, weil ich einfach nicht verstehen kann. Aber ich habe inzwischen gelernt, dass nicht alle Menschen gleich sind. Und deshalb hättest du mich vor drei Jahren gefragt Ja, was brauchen die Menschen damit einfach mal machen, hätte ich gesagt einen kräftigen Arschtritt oder ein Riesenproblem. Aber das Riesenproblem, das haben wir jetzt. Aber ohne dass es Leader gibt, die diesen Menschen sagen Hier ist die Richtung, und jetzt macht alles, damit ihr hier mithalten könnt. Ohne die geht es nicht. Ich glaube, es braucht solche Leute, die wie du sie nennst Kopföffner. Es braucht Leute die andere Menschen mit einem positiven Leitbild, mit einer Idee und mit einer Richtung führen und vor allem vorleben, die vor allem vorleben und zeigen Pass auf, ich gehe jetzt den ersten Schritt, und hier kommt dann alle hinterher. Und wenn ich das erste mal hinfalle, dann stehe ich wieder, aber ihr müsst da nicht hinfallen. Ihr werdet auch hinfallen, aber nicht an den selben Stelle, wo ich hinfalle. Ich glaube, die Mentalität ist im Moment noch nicht da. Im Moment haben wir Manager, die managen Leute, die sagen Du musst jetzt hier lang da. Du musst das machen, damit ich mehr Geld verdiene. Aber ich glaube, dass in Zukunft nicht mehr. Wir brauchen Leute die vorausgehen.

[00:50:12]

Bin ich bei dir. Die Vorbildfunktion, das ist jede Erkenntnis in jedem Veränderungsprozess. Man nennt das sogenannte Belief Updates. Du brauchst, wenn du mir etwas erklärst, wohin du willst, welche Richtung oder welche Verhaltensweise oder egal, was du umsetzen willst. Und als Führungskraft stehst du nicht dafür ein. Es ist wie wenn Jeder, der Kinder hat, weiß, dass wenn ich meinen Kindern erkläre, hey da gibt's eine Ampel das ist eine Regel da draußen. Da haben sie sich mal Farben sich ausgedacht. Und Rot heißt halt stehen bleiben und bei grün dürfen wir gehen. Und wenn ich diese Regel einmal breche und ich gehe mit meinem Kind oder vor einem Kinder bei Rot über die Ampel. Dann wird jeder sagen Okay. Wir müssen täglich believe updates schaffen, vorbildlich sein. Wo du im Unterbewusstsein sozialisiert wirst und sagts, hey das stimmt doch wirklich was der sagt Eigentlich sucht man am Anfang ja den Beweis, dass es nicht funktioniert. So wie die Argumente, die du vorher gesagt hast, man versucht ja immer Argumente. Und die Argumente sind Ach, wir haben schon x mal eine Change Initiative gehabt, und wir wollten schon X Remote einführen und das hat damals nicht funktioniert und die Technik haut nicht hin, und dieses und jenes. Also man findet immer immer wieder Argument. Und genau das muss ich eben so designen und so gestalten, dass ich Updates für mich bekomme, WoW stimmt wirklich funktioniert.

[00:51:41]

Ich glaube Leute die Argumente und Gründe finden, die sind ja gut. Ich glaube, wir müssen die nur ein bisschen umkehren. Also, wenn du immer Argumente findest, warum was nicht geht, dann kannst du auch Argumente finden, wie es geht. Das ist die einzige Richtungsänderungen, die du brauchst, die Art zu denken. Also immer ein Schritt weiter, also ein Schritt tiefer in das Problem ein Schritt näher an die Große Mauer oder noch ein Stein mehr drauf das sie dicker wird. Geht auch in die andere Richtung, in Richtung Lösung, in Richtung Optionen. Ist nur die Frage wohin will ich denken?

[00:52:21]

Genau, ich glaube, das sind ja Glaubensbekenntnisse, die wir haben. Also wie wir aufwachsen wie wir erzogen werden, wie wir sozialisiert sind, wie unsere Umwelt ist. Dieser Hack von den Glaubensbekenntnissen, und das sind einfache Übungen was Du auch sagst, zu sagen ok, wenn Du ein Argument dafür, dagegen findest dann lass uns auch Argumente dafür finden. Ich mach gern so eine Übung die heißst "Kill your company" oder "Fight your company". Also das heißt was würdest du heute tun, um dein oder unser Unternehmen, wenn wir jetzt gemeinsamen Unternehmen wären, aus dem Markt zu schießen. Was brauch ich für Argumente was brauch ich für Produkte? Welche Typen, welches Skills, und und und. Und du denkst mal von einer ganz anderen Seite, wenn du es dann wieder umdrehst, dann findest du genau die Argumente, wofür wir die Dinge eigentlich tun sollten.

[00:53:17]

Wenn du mal jemand brauchst, der das mit einem Unternehmen der Praxis macht, dann habe ich Erfahrung mit. Ich habe es ja bei meinem Unternehmen glaub ein bisschen übertrieben an manchen Stellen, Daniel kann da wahrscheinlich auch ein Lied von singen, Du warst ja komplett mit dabei. Für die Leute war es auch nicht schön. Aber ich kann nur sagen. Da, wo wir jetzt sind, ich möchte nie wieder zurück, und so geht es wahrscheinlich auch den meisten.

[00:53:39]

Erzähl mal kurz, zwei drei Sätze, was macht ihr, wie seit ihr aufgestellt?

[00:53:47]

Also ich war ja mal, wir hatten eine klassische Agentur. 43 Mitarbeiter haben Webanwendung gebaut, mobile Apps gebaut, und ich bin nach wie vor überzeugt Den einzigen Mehrwert, den wir hatten, ist, dass wir die Menschen hatten, die unser Kunde nicht hatte. Die meisten Agenturen haben keine Prozesse, keine Methoden, die zu planbarer reproduzierbarer Qualität führen, sondern die Ergebnisse sind immer individuell abhängig von den einzelnen Menschen. Geht jemand sagt man als Agenturinhaber natürlich immer noch, ja aber wir sind doch die Experten für, keine Ahnung Webentwicklung. Wenn ich aber gerade kein App-Entwickler mehr habe, weil der gegangen ist, dann ist das eine reine Marketing Hülle. Dieses ständige Bullshit Bingo. Was ich in den Kollegenkreisen von anderen Agentureninhabern immer gehört. Wir haben jetzt 50 Mitarbeiter, und wir sind jetzt die Experten dafür. Anders gesagt, wir haben jetzt neue Mitarbeiter eingestellt der das kann. Das hat mir einfach keinen Spaß mehr gemacht. Ich hatte einen großen Projekt Crash, Da gibt's ein TEDx Talk dazu, den kannst Du dir anhören, wie das alles passiert ist. Und dann habe ich gesagt, ich will jetzt das Unternehmen so aufbauen, wie ich es für richtig halte. Und es ist mir wirklich egal was damit passiert, es war mir wirklich egal. Ich meine, das Unternehmen war meine Existenz. Wir machen vier Millionen Euro Umsatz. Ich mache seit 2006. Aber ich hatte einfach keine Lust mehr. Ich hab gedacht, jetzt mache ich so, wie ich es will. Und heute ist es so eine Art Plattform, wie ich vorhin gesagt hatte. Wir haben komplette Transparenz über alles. Wir haben quasi Transparenz darüber, was das Unternehmen verdient und verdienen soll, orientiert am Durchschnitt, was Unternehmen in dieser Branche verdienen. 15 Prozent Ebit, also 15 Prozent auf den Jahresumsatz, ist unser Gewinn, soll unser Gewinn sein. Damit weiß jeder was ist das Interesse von dem Unternehmen. Es versteht auch jeder, warum das sinnvoll ist, nämlich in Zeiten von Corona müssen wir vielleicht ein bisschen Cash haben, um länger zu überleben, das ist für jeden sinnvoll. Dann habe ich mir überlegt Was wollen unsere Kunden? Die wollen keinen Account Manager, der ihnen irgendwas verspricht und hintendran dann irgendwas anders mauschelt. Also ein Senior durch ein Junior ersetzt, weil der Senior in einem anderen Projekt gebraucht wird, weil das gerade im Interesse des Unternehmens ist. Damit wir eben einen weiteren Kunden gewinnen, damit wir damit mehr Geld verdienen. Haben wir früher häufig gemacht und dann gekündigt, wir haben es dem Kunden nicht gesagt. Dann haben wir irgendwelche Leute, die sich mal ein Youtube-Video angeschaut haben und schon waren sie Java Experte, so ungefähr. Das ist nicht im Interesse des Kunden. Und dann hatten wir die Situation, dass ich mit meinen Mitarbeitern verhandelt habe, ob sie jetzt mehr Geld kriegen und mehr Urlaub. Und ich habe zwischendrin gesessen, mit meinen Kunden verhandelt. Die wollten es schneller Full Service und weniger bezahlen. Auf der anderen Seite die Mitarbeiter, die wollten weniger arbeiten, tolleren Kicker haben und mehr Geld verdienen. Da kannst Du mir nicht erzählen, dass das ein Unternehmen ist mit Sinn. Das ist ein Unternehmen, wo ein Manager dazwischen seht und sagt, "jetzt haltet mal ihr die Klappe, ihr die Klappe und ich sag wo es lang geht." Das ist aber für mich nicht wirklich zielführend. Deshalb habe ich dann gesagt, wir machen alles transparent, transparente Gehälter eingeführt und selbstbestimmte Gehälter. Die Mitarbeiter können selbst bestimmen, was sie verdienen, was eigentlich ein Witz ist. Wir haben nur noch zwölf feste Mitarbeiter, aber dafür 150 Freelancer. Die machen sowieso, was sie wollen.

[00:56:59]

Die sagen sowieso, was sie verdienen wollen. Die arbeiten, wann sie wollen, wo sie wollen, mit wem sie wollen. Ich habe ein Leadership System bei uns aufgebaut, wo es wirklich rein um Zahlen geht. Es geht nur um Zahlen, es wird alles gemessen, und es ist alles transparent, inklusive interne Werteverrechnung. Da kann jeder drauf schauen und sagen, Okay, wo gehen denn die Kosten hin? Wer verdient hier was, wer leistet wirklich welchen Mehrwert? Das ist harte Realität. Aber die ist ehrlich, damit kann man die Probleme lösen. Und früher hab ich die Probleme gelöst, indem ich gesagt habe, so jetzt kündige ich zwei Mitarbeiter und alle anderen hatten Angst, ob sie die nächsten sind die gehen. Heute kann jeder sehen, was passiert anhand von diesem selbststeuernden Systemen. Da wir ohnehin 150 und mehr Freelancer über die Welt haben, das hat mich so fasziniert. Daniel ist auch ein Freelancer. Wenn Daniel morgen sagt, "Ich habe keine Lust mehr. Dann würde ich sagen, dass das super schade. Aber ich nehme es dir nicht krumm. Alles ist mit 150 Leuten so. Dadurch ist die Dynamik viel, viel höher, viel, viel höher. Aber die Flexibilität, die wir gerade jetzt in Krisenzeiten haben, ist genauso hoch. Und die Freiheit, die ich als Unternehmer immer gesucht habe, die ich meinen Mitarbeitern auch gönne und wünschen will, die haben jetzt auch alle. Was ich dabei gelernt habe, und zwar mit viel Lehrgeld gelernt habe, ist das eigentlich jeder Freiheit, will. Klingt banal. Aber was die meisten nicht wissen, ist, dass man auch die Disziplin und die Verantwortung tragen muss, damit man die Freiheit haben kann, und zwar in gleichem Maße. Und das hat bei uns am Anfang sein Problemchen erzeugt.

[00:58:28]

Erleben wir in der jetzigen Zeit auch. Einige, ich glaub es waren gar nicht so viele, aber einige haben sich auch aufgeleht zu sagen, wie jetzt gibts Ausgangssperren, wie ich, Ich darf etwas nicht mehr. Aber, dass Freiheit einfach Einschränkung bedeutet, oder Verantwortung für etwas zu übernehmen auf der anderen Seite, das ich auch was Du gesagt hast, und ich glaub auch das müssen wir lernen, wirklich viel, viel demütiger zu sein, wo kommen wir her, wie klein sind wir eigentlich wirklich, wenn wir systemisch so zusammenarbeiten, und ich Freiheit will, muss ich auch Verantwortung übernehmen. Und du hast das ist super beschrieben, in Dein ein Unternehmen ein vorbildliches Modell für ein resilientes System, für ein selbstorganisierendes System. Da wird nicht jeder arbeiten wollen aber diejenigen, die da mitwirken, funktioniert es ja super. Ja, ich könnte mir auch vorstellen, dass genau diese Systeme, die wir ja kennen so wie Du das jetzt beschreibst, dass das auch eine Antwort sein kann auf das Thema Adaption, wie bleibe ich in der Form adaptiv, um bestmöglich auf Umwelteinflüsse oder Einflüsse von außen reagieren zu können?

[00:59:50]

Ich habe auch ein Youtube-Channel. Da habe ich ganz viele Beispiele, was man mit virtuellen Teams alles machen kann. Das sind echt faszinierende Sachen drinnen, bis hin zu dem Umbau unseres Büros mit einem virtuellen Team. Das funktioniert. Die Frage ist Warum geht es virtuell?

[01:00:09]

Ein virtuelles Team hat die lokalen Handwerker gesteuert, hat die Abnahme mit einer Webcam gemacht, Screenshots gemacht, Kreise in die Mägelprotokolle gezeichnet, direkt live und die ganze Planung haben sie mit einem 3D Workflow durch mein Büro gemacht, obwohl von denen noch niemals jemand in meinem Büro war. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Und diese Flexibilität zu haben und das System, solche Leute quasi in ein Leadership System zu bringen, damit sie außerordentliche Leistung bringen können das fasziniert mich so sehr, weil ich sehe, was damit alles machbar ist.

[01:00:43]

Klasse!

[01:00:47]

Stefan, möchtest du vielleicht noch uns, wir haben es schon angesprochen oder vielleicht gestreift, nochmal vielleicht ein oder zwei Szenarien aus Auszeichnen oder Blenden, die du siehst, jetzt für die nächsten Zukunft, wo wir uns hin entwickeln können.

[01:01:10]

Ich würde versuchen, das zusammenzufassen, was für mich jetzt die zwei, drei wichtigsten Punkte im Gespräch waren. Ich würde mir wünschen, dass wenn wir, dass wir aus der Krise, in der wir jetzt sind, viel lernen. Und eins ist wichtig, dass wir lernen, wirklich vom Problem her zu denken. Und die Dinge zu entwickeln, die uns diese Probleme, die wir haben lösen. Jetzt haben wir Corona, wenn wir da durch sind, wir haben hunderttausende Probleme, die es auf der Welt einfach zu lösen gibt, wenn wir das verbinden mit dem unternehmerischen Ansatz. Der Professor Yunus sagt immer Hast du ein Problem, dann gründen Unternehmen. Das ist eine ganz einfache Philosophie, auch diesen unternehmerischen Geist, dieses unternehmerische Denken, Verantwortung zu übernehmen und das in den unternehmerischen Kontext zu bringen, also vom Problem her. Das würde ich sagen, ist das erste. Das zweite, das wir viel, viel mehr achtgeben ein resilientes System zu bauen.

[01:02:11]

Und ein resilientes System heißt, wo haben wir auch eine Gleichheit in den Funktionen die wir im System haben. Der Manager, der DAX-Vorstand der einfach das 50-70fache verdient von jemanden, der uns, die Menschen die gerade an den Sozialsystemen am Limit arbeiten. Wo wir jetzt das erste Mal spüren, müssen wir die Systembedingungen nicht anders definieren und denen einen anderen Wert zu geben. Ich glaube auch hier das wir in eine andere Balance müssen und dass lernen. Ich wünsche mir auch, dass wir das Thema global und lokal noch einmal anders bewerten. Das ist auch das was ich in der ganzen Sustainability Thematik sehe. Das heißt nicht, dass wir nicht mehr global denken dürfen. Natürlich wird es globale Lieferketten und so weiter geben. Aber schon die Frage, Was machen wir nur um der Effizienz und der Kostenoptimierungsgründen, und wo haben wir wirklich einen Mehrwert? Es ist nicht, und jetzt gehen wir nur mal auf die Grundbedürfnisse. Ist es nicht wesentlich sinnvoller, ich habe beim Bauern um die Ecke. Ich habe meine Lieferanten um die Ecke der kein CO2 ausstößt, sondern ich habe die lokalen Lebensmittel die es zu der Saison einfach gibt und ich kaufe von dort ein. Ich schätze das Handwerk. Ich schätze die Handwerkskunst auch. Ich schätze meine Nachbarschaft. Das ist auch immer interessant. Ich weiss nicht auf wieviel Panels ich irgendwo bin und man versucht, die Weltprobleme zu lösen. Solange ich die Probleme in meinem Kiez nicht lösen, und in meiner Nachbarschaft löse. Wenn ich jetzt nicht rausgeh und Menschen helfe, wenn ich jetzt nicht in meinem Haus und in meiner Umgebung bin, und Fürsorge, Sorge für das Gemeinwohl übernehme, dann werden wir auch keine Weltprobleme lösen, weil die Einstellung nicht passt. Das wünsche ich mir. Ich glaube, das war jetzt eine Menge, aber das wären jetzt mal die wesentlichen Dinge, wo ich glaube, dass wir aus der Krise viel, viel lernen können, kooperativ. Und das ist wahrscheinlich der stärkste Treiber, den ich für mich mitnehme. Das Thema Kooperation. Denn wenn wir wollen, dann können wir wirklich alles lösen, was es zu lösen gibt.

[01:04:16]

Sehr schöner Abschluss Stefan. Erzhähle doch unseren Zuhörern wie Sie mit dir Kontakt aufnehmen können. Wir machen natürlich noch ein paar Links auch zu Deinem Buch und zu Videos. Aber wenn Menschen jetzt Kontakt aufnehmen möchten, vielleicht auch gerade in der Zeit, Rat oder Hilfe suchen. Wie können Sie mit Ihrem Kontakt treten?

[01:04:39]

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr Lust habt, auch in der jetzigen Zeit und vielleicht eine Stunde mehr Zeit habt, mein Buch zu lesen. Ich bin kein Autor, der mit Büchern Geld verdient, sondern mir geht es, um diesen Diskurs zu steuern und so, wie wir jetzt diskutiert haben. Ich fand es unglaublich toll, viel zu wenig Zeit, aber lang genug für einen Podcast. Aber diesen Diskurs zu befeuern und genau dort einzusteigen, um miteinander in Dialog zu gehen. Das ist der eine Wunsch. Ansonsten findet mich jeder über den sozialen Medien oder Stephangrabmeier.de auf der Webseite. Vielleicht eins was wir jetzt vorhaben. Das Thema Purpose treibt mich ja unglaublich stark und normalerweise habe ich ja Themen immer in Organisationen oder in Unternehmen Purpose Prozesse mit zu entwickeln und darauf aufzubauen. Da jetzt momentan viele Menschen zuhause sind, auch viele Führungskräfte zu Hause sind und ich würde mir sagen, so der erste private Krisenmodus vielleicht auch vorbei ist. Wie richte ich mich eigentlich ein? Wie funktionieren eigentlich meine ganzen Devices die ich irgendwie habe.

[01:05:48]

Und die Kinder rennen rum.

[01:05:48]

Die Kinder und alles einigermaßen organisiert. Wir werden in einem kleinen Team, wir nennen das Ignite your fire von einer individuellen Perspektive in das Thema Purpose einsteigen. Weil ich glaube, dass viele Menschen jetzt die Zeit haben oder sich die Zeit nehmen sollten, darüber nachzudenken, was der individuelle Beitrag ins Gemeinwohl ist, in die Wirtschaft ist, ins Sozialsystem und so weiter. Und wir haben ein Programm aufgebaut, das wir normal in Unternehmen machen, das wir jetzt auf B2C also auf individueller Ebene machen. Damit starten wir nach Ostern, also Mitte April. Wer Lust hat, poste dann einfach den Link zu der Landingpage dazu. Aber da arbeiten wir momentan daran und ist für uns ein Experiment. Da gibt's keine Ausreden. Wir werden es machen, wir schauen ob es funktioniert, und ich freue mich natürlich, wenn viele Menschen dabei sind.

[01:06:42]

Sehr schön! Dann sag ich nochmal Danke, Stephan und auch Danke Manu, das wir heute dieses tolle Gespräche haben konnten, hat mich sehr, sehr gefreut. Und dann würde ich sagen bis zum nächsten Mal, hier bei Virtual Frontier. Machts gut.